• Category Archives Interessante Tierwelt
  • 14.000 Jahre alte DNA, na und? Was die Tumat-Welpen so besonders macht

    von: Tobias Möser

    Die Geschichte beginnt bereits skurril, zumindest für westliche Ohren, bevor sie eine völlig unerwartete Wendung nimmt: Elfenbein ist eines der wichtigsten Exportartikel Sibiriens, und das, obwohl so hoch im Nordosten Asiens gar keine Elefanten leben. Dafür benötigen die Elfenbeinjäger auch keine Gewehre, sondern Schaufeln und Äxte: Sie graben Stoßzähne von Mammuts aus dem Permafrostboden.

    Die Klimaerwärmung sorgt für ansteigende Temperaturen, auch in Sibirien. Der Permafrost taut auch an Stellen auf, die nie zuvor ein Mensch gesehen hat. Solche Stellen suchen die modernen Mammutjäger und fanden – eine kleine Schnauze, die aus dem Boden lugte.

     

    Die Tumat-Welpen

    Das war 2011. Glücklicherweise alarmierten die beiden Jäger sofort den russischen Professor Sergei Fjodorov, Leiter der Ausstellungen im Mammutmuseum der Nordöstlichen Föderalen Universität in der regionalen Hauptstadt von Jakutsk. Er setzte sich sofort in ein Flugzeug und warf einen ersten Blick auf den Welpen, zu dem die Schnauze gehörte. Er konnte das Jungtier bergen.


    Lage von Tumat

    Mumie eines der beiden Wolfsbabies
    Einer der beiden Tumat-Welpen

    Graues Wolfsbaby im Gras
    Rezentes Wolfsbaby, etwa im Alter wie die Tumat-Welpen

    2015 kam er zurück in die Gegend, 130 km von der Laptew-See entfernt, um die Fundstelle intensiver zu untersuchen. Tatsächlich fand er einen zweiten Welpen, nur wenige Meter von der Fundstelle des ersten Tieres entfernt, weiter unten am Hang.

    Beide Welpen waren zum Zeitpunkt des Todes etwa 3 Monate alt. Sie starben vor etwa 12.460 Jahren und stammen vermutlich aus dem selben Wurf. Sie wurden nach dem nahegelegenen Dorf „Tumat-Welpen“ genannt.

     

    Begleiter des Menschen?

    Bei der Grabung wurden auch Mammut-Überreste entdeckt. Fjodorow deutete an, dass sie vermutlich aus einer Schlachtung stammten und Teile des Mammuts verbrannt wurden. Das deutet auf die Anwesenheit von Menschen hin.

    Ein Wolf, der seine gerade drei Monate alten Jungtiere in die Nähe des Lagers seiner größten Feinde bringt? Das klingt unwahrscheinlich. Natürlich sind auch archäologische Grabungen zeitlich nicht so scharf, dass man genau sagen kann, ob Mensch und Wolf gleichzeitig vor Ort waren oder wer wem gefolgt ist.

    Die Alternative ist ein Wolf, der seine gerade drei Monate alten Jungtiere im Lager seiner besten Freunde lässt. Ein Wolf, der unter Menschen lebt – ein Hund.

    Wolf auf einem bemoosten Felsen
    War es nun ein Wolf- oder doch eher ein Hund?

    DNA-Phantome
    Die DNA ist nicht die einzige Strutur in der Zelle, aber nahezu gar nichts sagt

    Der kaum erkennbare Kopf eines Wolfes aus dem Permafrost
    Dieser Kopf war im Frühjahr in den Schlagzeilen
    Albert Protopopov / Siberian Times

    „Bis jetzt sind die Linien der Wölfe, die wahrscheinlich Hunde hervorgebracht haben, noch nicht entdeckt worden und es ist möglich, dass diese Welpen auf dieser Linie sein könnten, was sehr aufregend wäre“, sagte der Evolutionsbiologe Greger Larson von der Universität Oxford. Die Antwort kann nur die Sequenzierung des Genoms erbringen – und sie brachte eine weitere überraschende Wendung mit sich.

     

    Alte DNA

    Die Aufarbeitung von alter oder aDNA beschreibt Bestseller-Autor Michael Crighton in „Jurassic Park“ erstaunlich genau und weitgehend richtig. Als das Buch 1990 erschien, war dies noch Science Fiction. Heute ist es routinemäßig möglich, alte DNA aus allen möglichen organischen Fundstücken zu gewinnen und zu bestimmen. Zu den ältesten überlieferten und sequenzierten DNA gehören das Erbgut eines Zwergmammuts aus Kreta, das etwa 800.000 Jahre alt ist, und ein Pferdeknochen aus dem Permafrostboden in Kanada, der nur unwesentlich jünger ist.

    Die Chancen, bei etwa 12500 Jahre alten, gut erhaltenen Permafrostmumien auf brauchbare DNA zu stoßen, sind also groß.

    Und so geschah es: Aus den beiden Mumien konnten die Wissenschaftler um Oliver Smith von der Universität Kopenhagen problemlos DNA extrahieren und sequenzieren. Und noch mehr: Sie fanden RNA.

    Bedeutung von RNA: Transkription

    Wenn die Zelle arbeiten will, d.h. jegliche Form von Stoffwechsel betreiben oder sich teilen möchte, werden Eiweiße benötigt. Grob gesagt entstehen diese Eiweiße, indem DNA im Zellkern abgelesen und in RNA übersetzt wird. Diese RNA gelangt aus dem Zellkern heraus zu den Ribosomen, wo nach ihrem Vorbild Aminosäuren zu Ketten verknüpft werden. Diese Ketten falten sich aus sich selbst heraus oder mit Hilfe anderer Moleküle. Nach einer Aktivierung können sie ihre Funktion in der Zelle übernehmen.

    Das macht RNA interessant. Wenn in der Zelle RNA-Abschriften eines bestimmten Gens vorliegt, kann man daraus schließen, dass dieses Gen abgelesen wurde, sein Produkt also benötigt wird. RNA zeigt also an, was die Zelle in diesem Moment macht – bzw. machte, als der Welpe starb.

    Wolf im Schnee
    So könnten die sibirischen Wölfe vor 12460 Jahren ausgesehen haben

    Wolfsbaby im Gras
    oder so?

    Permafrost-Schichten am Ufer eines Flusses in Yakutien (Foto: Luke Griswold-Tergis)

    Man könnte sagen: Die DNA hat alle Gene, während in den RNA-Kopien nur die zu finden sind, die auch wirklich genutzt werden. Beides kann eine Menge über den Organismus sagen und in Kombination ist es am meisten wert.

    Den Forschern ist es gelungen, so viel RNA aus Leberzellen zu gewinnen, dass sie die RNA mit der moderner Hunde – und Wölfe vergleichen können. Wer genau wissen möchte, was heraus gekommen ist, kann sich mit der Originalarbeit bei den PLOS befassen. Sie steht komplett im Netz.

     

    Durchbrechen des Dogmas

    Damit in der Zelle nicht Unmengen von Kopien der DNA vorliegen, die gar nicht mehr gebraucht werden, wird RNA schnell abgebaut. Sie ist aber auch aufgrund ihrer Struktur (eine einzelne, keine doppelte Helix und ein oxidierter Zucker) instabiler als DNA. So ging man davon aus, dass RNA nahezu nie überliefert wird. Die bisher älteste sequenzierte RNA stammt aus einem Insektenvirus und ist 700 Jahre alt. Die älteste bekannte, aber nicht mehr sequenzierbare RNA ist etwa 5000 Jahre alt – und stammt von keinem geringeren als dem Ötzi.

    Hier wurde die Grenze für sequenzierbare RNA „mal eben“ um fast das zwanzigfache herausgeschoben – eine großartige wissenschaftliche Leistung.

    Fazit

    Die Extraktion und Sequenzierung der uralten RNA ist eine tolle wissenschaftliche Leistung, die hoffentlich für die Akteure auch entsprechend „Früchte trägt“. Der Öffentlichkeit interessiert jedoch vermutlich wesentlich mehr die Frage: „Sind die beiden Welpen nun Wölfe oder schon Hunde?“ Diese Frage beantworten die Wissenschaftler nur nebenher. Sie schreiben „Wir nutzen den Begriff „Wolf“ in Anführungszeichen, weil der Status der Domestikation unsicher ist.

    Schade, wenigstens die Frage, ob die beiden Tiere auf der Linie vorkamen, die vom Wolf zum Hund führt, hätte man wohl beantworten können.


    Literatur

    Originalarbeit https://journals.plos.org/plosbiology/article?id=10.1371/journal.pbio.3000166#pbio.3000166.s026

    Crighton, Michael, 1990: Dino-Park (zahlreiche Auflagen und Verläge)

    Zur aDNA in einem 700.000 Jahre alten Pferdeknochen: doi:10.1038/nature12323

    Zur aDNA in einem 800.000 Jahre alten Zwergmammut: doi:10.1098/rsbl.2006.0467


    Der Autor:

    Tobias Möser studierte Biologie in Düsseldorf und Bonn, Geologie als Nebenfach. Gerne bezeichnet er sich als Planetologen und Bildungsjunkie. Neben der Paläontologie ist die Aquaristik ein wichtiges Hobby, aber die meiste Zeit nimmt die Produktion und Kuration von planetologischen Inhalten ein. Seit dem Jahr 2003 befasst er sich mit Kryptozoologie. Themenschwerpunkt seines kryptoozologischen Interesses waren zunächst Wasser-Kryptide, später erweiterte sich der Themenbereich. Als „Wissenschaftsnomade“ hat es ihn beruflich durch halb Deutschland und das Ausland verschlagen, zur Zeit lebt er in Bochum.


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  • Riesiger Laufvogel auf der Krim entdeckt

    von André Kramer:

    Russischen Wissenschaftlern gelang der Fund einer paläontologischen Sensation. Hinter dem wissenschaftlichen Namen Pachystruthio dmanizensis verbirgt sich der aktuelle Fund des ersten Riesenvogels Europas bzw. der nördlichen Hemisphäre generell. Der Fund der ca. 1,8 Millionen Jahre alten Fossilien des 450 Kilogramm schweren Tieres wurde in der erst kürzlich entdeckten Taurida-Höhle auf der Krim-Halbinsel am Schwarzen Meer gemacht.

    Zwei Wisente auf einer abschüssigen Wiese mit einem entrindeten Baumstamm
    Wisente der Gattung Bison gehörten zu den Vertretern einer pleistozänen Fauna, genauso wie…

    Eine Gruppe fahler Pferde auf einer Weide vor Bruchvegetation
    … Wildpferde, hier vertreten durch Dülmener Pferde, halbwild im Merfelder Bruch.

    Gemeinsam mit ihm fand man die Reste von Vertretern der pleistozänen Riesen-Säugetier-Fauna, wie unter anderem Südelefanten (Archidiskodon), Nashörnern (Elasmotherien), Pferden (Equus), ausgestorbenen Rindern (Leptobos) und Bisons, aber auch Raubtieren. Zu diesen gehören riesige, heute ausgestorbenen Hyänen (Pachycrocuta) und Wölfen (Canis).

    Der erste große Laufvogel auf der Nordhalbkugel

    Pachystruthio dmanizensis in einer pleistozänen Landschaft
    Pachystruthio dmanizensis ist (bisher?) der einzige bekannte Laufvogel Europas (Bild dpa)

    Die Sensation hinter diesem Fund liegt vor allem darin, dass ausgestorbene flugunfähige Vögel dieser Größenordnung bislang nur von der Südhalbkugel bekannt waren. Hier sind vor allem die Elefantenvögel (Aepyornithidae) Madagaskars zu nennen, die bis zu 700 Kilogramm schwer wurden und gemeinsam mit dem bis zu 270 Kilogramm schweren Moas Neuseelands erst in historischen Zeiten durch den Menschen ausgerottet worden sind.

    Ein ebenfalls quartärer Riesenvogel, dessen Überreste in Nordamerika (Titanis walleri) gefunden wurden, kam indes lediglich auf ein geschätztes Gewicht von 150 Kilogramm. Das entspricht in etwa dem Gewicht des rezenten Vogelstrauß.

    Pachystruthio dmanizensis ist damit einer der größten flugunfähigen Vögel überhaupt.

    Zusammen mit den ersten Menschen eingewandert?

    Die Forscher der russischen Akademie der Wissenschaften vermuten, dass der Riesenvogel gemeinsam mit der Riesen-Säugetier-Fauna und den frühen Vertretern der Gattung Homo über den südlichen Kaukasus und Anatolien die Schwarzmeerregion erreichten. Für sie reiht sich der europäische Riesenvogel gut in die Fauna seiner Zeit ein.

    Moa-Skelett aus dem Naturkundemuseum Braunschweig

    Moderne Laufvögel, wie die Nandus, gibt es in Europa nicht.

    Die gut erhaltenen Oberschenkelknochen verweisen auf einen guten Läufer, was ihn von den insularen Moas und Elefantenvögeln unterscheidet. Während jene bis zum Erreichen des Menschen auf den Inseln ohne natürliche Feinde lebten und eine schnelle Flucht entsprechend evolutionär nicht vonnöten war, gilt dies nicht für Pachystruthio dmanizensis. Die Pleistozäne Megafauna war voll von möglichen Fressfeinden, sodass eine schnelle Flucht hier überlebenswichtig war.

    Die taxonomische Einordnung gestaltet sich indes schwierig. Eine Zuordnung zur Gattung Struthio, den Straußen, muss noch bestätigt werden.


    Quellen:

    Nikita V. Zelenkov, Alexander V. Lavrov, Dmitry B. Startsev, Innessa A. Vislobokova & Alexey V. Lopatin (2019): A giant early Pleistocene bird from eastern Europe: unexpected component of terrestrial faunas at the time of early Homo arrival, Journal of Vertebrate Paleontology,
    DOI: 10.1080/02724634.2019.1605521


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    * Warum wir wissenschaftliche Namen nicht kursiv schreiben:

    Uns ist selbstverständlich bekannt, dass wissenschaftliche Namen in Texten kursiv geschrieben werden. Wir würden das auch hier gerne machen, leider hat unser Template genau in dieser Funktion einen Bug (technischen Fehler). Dieser Fehler sorgt dafür, dass eine kursive Formatierung immer gleichzeitig fett hervorgehoben wird. Außerdem wird im Fließtext, jedoch nicht in Kurzzusammenfassungen und Suchmaschinentexten ein weiteres Leerzeichen vor und hinter dem Text angezeigt.
    Daher haben wir uns entschieden, wissenschaftliche Namen nicht kursiv zu schreiben, bis wir eine Lösung für das Problem gefunden haben.


  • Blau, blau, blau sind alle meine Kleider… auch vor 48 Millionen Jahren war blau schon schick!

    Über die Farben fossiler Tiere wurde in der Vergangenheit viel diskutiert. Man versuchte, die Färbung aller möglichen Tiere analog zu rezenten Tieren zu rekonstruieren. Mit dieser „Aktualismus“ genannten Methode kann man logisch auf Farben und Farbmuster schließen (und auf alles mögliche andere im Leben eines fossilen Tieres). Sie gilt als recht erfolgreich, auch wenn es bisher fast unmöglich ist, die Ergebnisse zu beweisen. So wird auch ein historisches Freiwassertier einen dunklen Rücken und hellen Bauch getragen haben, Ornamente wie Federn, Haarbüschel oder Hornstrukturen waren nicht nur auffällige Formen, sondern sicher auch bunt gefärbt. Alleine es fehlt: Der Beweis.

    Bunte Federn aus der Vergangenheit

    Kleiner, braun gestreifeter Dino am Bodem
    Sinosaropteryx prima, C: Nobu Tamura

    2010 veröffentlichten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Nature, dass beim gefiederten Dinosaurier Sinosauropteryx prima* Protofedern gefunden wurden. Doch nicht nur das, die Wissenschaftler um den britischen Wirbeltierpaläontologen Michael Benton und Fucheng Zhang fanden auch Melanosomen. Diese Körperchen geben den Federn heutiger Vögel Farben. Sie konnten sogar die unterschiedliche Verteilung von Melanosomen eine Bänderung des Schwanzes nachweisen. Sinosauropteryx hatte offenbar eine rotbraune Grundfarbe, sein Schwanz war heller und dunkler gebändert. Sein Körper war am Rücken heller als am Bauch und er trug eine dunkle Gesichtsmaske.

    Bei Archaeopteryx lithographica hat man nach diesem Fund ziemlich bald nachgeforscht und zahlreiche Melanosomen, also dunkle Federn festgestellt. Möglicherweise war der Urvogel nicht nur so groß wie eine Krähe, sondern zumindest teilweise so gefärbt. Der bekannte Gleitflieger Microraptor gui trug schwarze Federn mit bläulichem Schimmer an.

    Völlig anders hingegen bei… nein, man versetze sich einfach 48 Millionen Jahre zurück in die Vergangenheit:

    Somewhere over the rainbow

    Auch vor 48 Millionen Jahren erzeugte die Sonne einen Regenbogen, als ihre Strahlen an diesem Abend durch den Sprühnebel eines vergangen Gewitters fielen. Es ist unklar, ob der kleine, blaue Vogel ihn als Symbol für besseres Wetter interpretierte und ob er ihn überhaupt wahrnahm. Vom Gewitter überrascht hatte er im dichten Wald Zuflucht gesucht. Der Regen hatte ihn beinahe verschont, die paar Spritzer, die er im Geäst des großblättigen Baumes abbekommen hatte, waren von seinem Gefieder abgeperlt, wie nichts. Den Insekten hingegen hatten die Tropfen übel mitgespielt. Viele von ihnen hatte das Wetter zu Boden gerissen, nicht wenige waren verletzt. Eine einfache Mahlzeit für so einen cleveren Vogel wie Eocoracias brachyptera. Mit ein paar Flügelschlägen landete er am Boden und fing an, in der Streuschicht nach verletzten oder desorientierten Insekten zu stöbern. Lange musste er nicht suchen, und schon bald war er satt. Doch irgendwas fühlte sich anders an, ihm wurde immer wieder schwindelig. Doch kaum hatte er sich in die Luft erhoben und war einige Meter über den Waldsee geflogen, stieg unter ihm eine Blase auf, dem kleinen blauen Vogel wurde wieder schummerig, er stürzte in den See …

    Blau ist und bleibt selten!

    … und kam erst 48 Millionen Jahre später wieder ans Tageslicht, denn zum Glück war Eocoracias brachyptera fossiliert. Der Vogel gilt als Verwandter der modernen Racken. Mit ihm konservierte der berühmteste fossile See der Weltgeschichte auch den ältesten Beweis für blaue Federn. Der Messelsee war vor 48 Millionen Jahren eine Art vulkanischer See ohne Ablauf, vergleichbar den Eifelmaaren. Wie bei ihnen trat aus dem Untergrund vulkanisches Kohlendioxid an die Oberfläche. Anders als bei den Maaren geschah das in Messen nicht kontinuierlich, sondern in unterschiedlichen Abständen, dann aber mit sehr großen Mengen. Ein Gewitter könnte also eine solche Gasblase im Untergrund des Sees gelöst haben, die dann den Vogel aus dem Himmel holte.

    Blauracke auf einer Singwarte
    Hier sitzt eine Blauracke auf einem Busch. Blaue Vögel sind selten und daher bei Birdwatchern begehrt.

    Die Forscher konnten auf die blaue Farbe von E. brachyptera nur schließen, weil sie das Fossil mit seinen modernen Verwandten, den Raken, vergleichen konnten. Winzige Strukturen, die in den versteinerten Federn erhalten sind, ähneln jenen, die modernen Vögeln je nach ihrer Anordnung entweder blaue oder graue Farbtöne verleihen. Blaue Federn sind generell ungewöhnlich: Von den 61 Linien lebender Vögel haben nur 10 Linien blaue Federn entwickelt.

    Da moderne Rackenvögel jedoch blaue und keine graue Federn aufweisen, folgern die Forscher, dass der alte Vogel tiefblau war. Es ist das erste Mal, dass Wissenschaftler eine solche Federfarbe aus dem Fossilienbestand rekonstruieren konnten.
    Die modernen Rackenvögel (Coraciiformes) umschließen einige der buntesten Familien der Vögel überhaupt, darunter die Eisvögel und die Bienenfresser. Die eigentlichen Racken sind heute von Südeuropa bis Australien in warmen und tropischen Gebieten verbreitet. Die Blauracke war in Deutschland in der Mini-Warmzeit zwischen 1774–1824 weit verbreitet und ein regelmäßiger Brutvogel. Danach nahmen die Bestände sukzessive ab, 1990 erlosch das letzte Brutvorkommen in der Lausitz, 1994 gab es die letzte erfolgreiche Brut in Baden-Württemberg. Seit dem gilt sie nicht mehr als Brutvogel in Deutschland.

    Neue Antworten – neue Fragen

    Aufgrund der Unsicherheit im Bezug auf blaue und graue Farbe, sinkt die Genauigkeit der Vorhersagemodelle für fossile Farben von 82% auf 61,9%. Bisher war man davon ausgegangen, dass die bekannten Strukturen für blau und grau nur grau hervorgebracht haben. Jetzt muss man davon ausgehen, dass sie grau oder blau hervorgebracht haben könnten. Die sinkende Genauigkeit klingt wie ein Rückschritt, ist aber für das Verständnis der Tiere ein Fortschritt.

    „Ich sehe das Paper so, dass ich eine sehr kleine, direkte Anwendung bemerke, wohl aber eine breite indirekte Anwendung.“, sagt Ryan Carney, ein Paläontologe der Universität von Südflorida, der den gefiederten Dinosaurier Archaeopteryx einschließlich seiner Färbung untersucht.

    Mal wieder: eine bunte Revolution

    Nicht nur die oben bereits erwähnten Melanosomen sind für die bunten Farben verantwortlich, sondern auch Strukturfarben. Auch das Strukturpotein Keratin kann das Licht so streuen, dass nur bestimmte Farben zurückgeworfen werden. So kommen die herrlichen Glanzfarben auf dem Gefieder eines Pfaues, aber auch eines Stares und eines Aras zustande.

    Im tropischen Dschungel um den Messel-See war Blau wohl ebenfalls zu sehen.

    Quelle: Nationalgeographic mit einem wunderschönen Bild


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  • arktische Hyänen in Alaska

    Heute gibt es auf der Welt vier Arten von Hyänen, die auf Afrika beschränkt sind. Historisch haben einige dieser Arten auch Teile von Europa und Asien besiedelt. Eine wesentlich größere Artenzahl und -vielfalt ist fossil überliefert. Eine gängige Systematik der Familie fasst 24 Gattungen in drei Unterfamilien zusammen, eine vierte Unterfamilie wird mittlerweile oft als eigene Familie gesehen. Diese 24 Gattungen waren im Miozän und Pliozän weit über Afrika, Europa und Asien verbreitet.

    Fluss mit deutlich sichtbarem Überschwemmungsstreifen vor Wald und Bergen
    Die Lebensbedingungen in Alaska waren zu Zeiten der Chasmaporthetes noch härter.

    Da während der letzten 140.000 Jahre die Landbrücke zwischen Sibirien und Alaska immer wieder geschlossen war, ist es nicht verwunderlich, dass auch Hyänen nach Amerika vordringen konnten. Vor wenigen Tagen berichteten Wissenschaftler in der Zeitschrift „Open Quaternary“ vom Fund von Hyänenfossilien in Alaska. Entdeckt wurden sie bereits in den 1970ern, im Schotter des Old Crow Rivers an der Nordküste Alaska. Sie sind damit der -erwartungsgemäß- nördlichste Nachweis von Hyänen in Nordamerika. Bisher waren die nördlichsten Hyänenfossilien wurden über 4000 km weiter südlich in Kansas gefunden.

    Nur eine Art

    Wie die bisherigen Funde von Hyänen gehören auch die Old Crow River-Fossilien der Art Chasmaporthetes ossifragus* an. Die Gattung Chasmaprthetes entstand im späten Miozän in Eurasien. Im Pliozän, vor etwa 5 Millionen Jahren, erreichte sie über die Bering-Landbrücke Nordamerika. Hier verbreiteten sich die Tiere bis runter nach Mexiko. Sie überlebten sie bis ins frühe Pliozän, nach anderen Angaben sind die jüngsten Fossilien ca. 800.000 Jahre alt.

    „Die neuen Fossilien erweitern die geografische und biologische Reichweite, die Hyänen haben könnten“, sagte Erstautor Jack Tseng, Paläontologe an der Universität von Buffalo in New York. „Jetzt haben wir den Beweis, dass Hyänen da oben waren. Möglicherweise reisten sie nur durch und starben, aber sie waren in der Gegend“. Zur Zeit des Pliozäns war das Klima in Alaska noch härter, als heute.

    Kaum mit heutigen Hyänen vergleichbar

    Schabrackenhyäne im Zoo
    Vielleicht ist die Schabrackenhyäne ein halbwegs brauchbares Modell für die fossile Hyäne Alaskas

    „Wenn man nur die rezenten Arten ansieht, untersucht man nicht einmal 10% der Diversität, die Hyänen entwickelt haben“ gibt Tsang zu bedenken. Chasmaporthetes unterschied sich von den heutigen Hyänenarten deutlich. Die Tiere hatten lange Beine und waren vermutlich schnelle Läufer und Hetzjäger. Chasmaporthetes- Arten jagten vermutlich arktisches Wild wie Karibus, Pferde und möglicherweise sogar Mammuts.

    „Wir sagen nicht, dass sie ausgewachsene Mammuts gejagt haben, das wäre eine Großtat für jedes Raubtier. Wir wissen aber, dass Tüpfelhyänen heute junge und sogar heranwachsende afrikanische Elefanten erbeuten können. Das scheint der Art, wie Chasmaporthetes gejagt haben könnte, zu entsprechen.“ spekuliert Tsang über die Fähigkeiten der fossilen Hyäne.

    Sein Team glaubt, dass Chasmaporthetes ähnlich dichtes Fell wie Mammuts und Wollhaarnashörner hatte und dass die einen Farbwechsel durchmachten, wie man ihn von Schneehasen und Polarfüchsen kennt: „Es ist nicht weit her geholt, wenn man sich vorstellt, dass die arktischen Hyänen ein zottiges Fell hatten, mit helleren Farben im Winter, so dass sie erfolgreich im Schnee jagen konnten“.

    Arktische Hyänen?

    Wissenschaftler hatten lange angenommen, dass Chasmaporthetes über die arktische Landbrücke in der Beringstraße nach Nordamerika gekommen war. Aber die Old Crow River-Fossilien sind die ersten Beweise, dass Hyänen auch unter arktischen Bedingungen überleben konnten. „Es motiviert zu sehen, dass Hyänen wirklich diese Wanderroute nahmen“ sagt Larisa DeSantis, Expertin für fossile Raubtiere, die nicht in die Publikation eingebunden war. „Es bestätigt unseren Verdacht, dass diese Hyänen über die Bering-Landbrücke gekommen und weiter nach Süden gewandert sind.“

    Chasmaporthetes

    Die neuen Funde deuten auf eine Hyäne hin, die mindestens ebenso dicht behhaart war, wie die rezente Schabrackenhyäne Parahyaena brunnea

    Die Gattung Chasmaporthetes gehört zu einer Gruppe, die auch als hundeähnliche oder rennende Hyänen bezeichnet wird. Sie waren schmaler gebaut und hatten schlankere Gliedmaßen, vergleichbar heutigen Geparden. Dafür fehlte ihnen der kräftige, knochenbrechende Kiefer, ihre Reißzähne waren schärfer und schlanker ausgebildet. Die einzige überlebende Art dieser Gruppe ist der Erdwolf, der aber stark abgeleitet ist und nur ein unscharfes Beispiel liefern kann.

    Aus der Gattung sind bisher neun Arten beschrieben worden. In Amerika kam nur die Art C. ossifragus vor, man kennt sie aus Florida, Arizona, Kansas, Colorado und Mexiko sowie neu Alaska. Die Tiere erreichten eine Länge von etwa 1,3 m, eine Schulterhöhe von 90 cm und wogen zwischen 30 und 60 kg.

    Kryptozoologie

    Historisches Präparat, das als Shunka Warak’in bezeichnet wurde. Mittlerweile ist genetisch geklärt, dass es sich um einen schlecht präparierten Wolf handelt.

    Die Gattung Chasmaporthetes, insbesonder C. ossifragus ist auch von kryptozoologischem Interesse. Sie wird mehr oder weniger regelmäßig mit den sogenannten Super-Wölfen in Verbindung gebracht, wie dem Shunka-Warak’in, dem Ringdocus, der Waheela oder dem Cuitlamiztli, gelegentlich sogar der Onza.

    Nur weil die jüngsten Fossilien knapp 800.000 Jahre alt sind, heißt es nicht, dass diese nordamerikanischen Hyänen nicht länger überlebt haben. Bisher hat man nur keine jüngeren Fossilien gefunden. Wenn sie erst mit der nordamerikanischen Megafauna ausgestorben sind, könnten sie Eingang in die Legenden und Mythen der Paläo-Indianer gefunden haben. Einige der heutigen Erzählungen der rezenten Indianer gehen auf diese Legenden zurück.

    Quellen:

    Nationalgeographic: Hyenas once stalked the Arctic, fossils reveal

    wikipedia.org: Chasmaporthetes

    fossilworks: Chasmaporthetes

    prehistoric fauna: Chasmaporthetes mit Bild-Rekonstruktionen.


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  • Kalt konserviert – heiss diskutiert: Ein Wolfskopf aus Sibirien

    von Markus Bühler und Tobias Möser

    Kürzlich wurde über eine an sich ziemlich interessante Entdeckung eines äußerst gut erhaltenen Wolfskopfes aus dem sibirischen Permafrost berichtet. Der im Eis erhaltene Kopf samt Halsrest hat eine Länge von etwa 40 cm.

    Die Siberian Times meldete letzte Woche, dass eine Permafrost-Mumie eines 40.000 Jahre alten Wolfes gefunden wurde. Der Kopf und Teile des Halses sind in sehr gutem Zustand, der Rest des Körpers wurde nicht gefunden. Sie tragen langes, „mammutartiges“ Haar, so die Siberian Times. CT-Aufnahmen zeigen einen nahezu intakten Schädel. Der Wolf ist ausgewachsen und starb in einem Alter von zwei bis vier Jahren. Die Permafrost-Mumie wurde bereits im letzten Jahr von einem Einheimischen namens Pavel Efimov am Ufer des Flusses Tirekhtyakh entdeckt. Japanische Experten nahmen die Altersdiagnose vor, Wissenschaftler vom Schwedischen Museum für Naturgeschichte werden die DNA des Kadavers untersuchen.

    Der Fluss Kolyma, am Ufer seines Nebenflusses Tirekhtyakh hat Pawel Efimov den Wolf gefunden

    Verdrehte Fakten

    Leider wurden in praktisch allen Meldungen die Tatsachen ziemlich verdreht. Aus dem 40 cm langen Überrest wurde ein 40 cm langer Kopf, oder teilweise sogar ein 40 cm langer Schädel gemacht. Einige Schreiber behaupten, er stamme von einer Art eiszeitlichen Riesenwolf.

    Der „Kopf“ wurde auch CT-Scanner untersucht. Einige der Bilder hat die Siberian Times veröffentlicht. Ich (M.B.) habe eine Auswertung des Scans gemacht und komme auf 28-30 cm Schädellänge, abhängig davon wie lang der hinterste, nicht mehr im Scan erfasste Halsbereich ist. Das ist zwar eine ordentliche Größe für einen Wolf, aber immer noch im normalen Größenspektrum der größeren Unterarten.

    Wolfskopf und Halsabschnitt liegen auf einer hellen Papierunterlage
    Der gefundene Kopf des pleistozänen Wolfes (Foto: A. Protopopov)

    Permafrost-Schichten am Ufer eines Flusses in Yakutien (Foto: Luke Griswold-Tergis)

    Dr. Albert Protopopov bei einer Pressekonferenz (Foto: Siberian Times)

    Die Forscher stellen klar

    Dr. Albert Protopopov, der die Untersuchung des Wolfskopfes leitet, hat gestern (12.6.2019) in der Siberian Times Leserfragen beantwortet und dabei indirekt auch Stellung zu den verdrehten Aussagen im Internet genommen:

    Frage (F): Ist der Kopf künstlich vom Körper getrennt worden? Könnte es die Trophäe eines Eiszeitmenschen gewesen sein?

    Dr. Albert Protopopov (AP): Vermutlich hat die Eisbewegung den Kopf vom Körper getrennt. Die Schnittfläche gleicht anderen Schnittflächen, die so entstanden sind, aber wir werden das genauer untersuchen.

    Wenn ein Mensch diesen Kopf abgetrennt hätte, wäre das sehr überraschend. Es gibt keinerlei archäologische Hinweise darauf, dass in Yakutien vor 40.000 Jahren Menschen lebten.

    F: Der Kopf trägt „mammutartiges Fell“ und scheint längere Eckzähne zu haben, als heutige Wölfe. Ist es überhaupt ein Wolf?

    PA: Die Farbe mag einige Leute irritieren, aber es ist definitiv ein Wolf. Wir haben CT-Scans des Wolfes gemacht und fanden ein paar Besonderheiten. So sind einige Teile des Schädels stärker abgeleitet als beim modernen Wolf. Mehr kann ich noch nicht sagen, es ist Teil der Studie.

    Dr. Protopopov bezweifelt, dass es sich um einen Dire Wolf handelt. Diese Art ist bisher nur aus Nordamerika bekannt, aber vor 40.000 Jahren bestand eine Landbrücke zwischen Alaska und Sibirien. „Wir können die Größe des lebenden Wolfes noch nicht genau ermitteln, aber er war definitiv kleiner als ein moderner Polarwolf, eher wie ein Grauwolf“, so der Wissenschaftler.

     

    Der kaum erkennbare Kopf eines Wolfes aus dem Permafrost
    Der Kopf des Wolfes. Er hat 40.000 Jahre im Permafrost gelegen und taut jetzt auf. Möchte jemand wissen, wie er „duftet“? Foto: Albert Protopopov

    Wolfskopf auf dem Tisch, wird untersucht
    „Es ist definitiv ein Wolf“, Dr. Protopopov lässt keinerlei Zweifel. „Ein Dire Wolf wäre sehr unwahrscheinlich, sie kamen nur in Amerika vor.“ Foto: A. Protopopov

    CT-Scan des Kopfes
    Einer der CT-Scans des Kopfes. Er unterscheidet sich in einigen Details vom modernen Wolf, ist aber nicht besonders groß. Foto: A. Protopopov

    Kommentar:

    Von Markus Bühler

    Vieles, was verbreitet wurde, ist völliger Unsinn, aber leider wird das munter weiterverbreitet. Das ist mal wieder eine Erinnerung daran, wie kritisch man alle ungewöhnlichen Meldungen über Tiere sehen muss, vor allem wenn es um Kryptiden geht. Hier wird nur allzu oft die Wahrheit für die Schlagzeile geopfert.


    Links:

    Siberian Times: Still snarling after 40,000 years, a giant Pleistocene wolf discovered in Yakutia (07.06.2019)

    Siberian Times: First video of ancient ‘bear-like’ wolf preserved in the permafrost for more than 40,000 years (12.06.2019)