Kryptozoologische Presseschau 09/2021

Einen wunderschönen Sonntag, liebe Leserinnen und Leser,

 

und schon eine Warnung: Nicht überall, wo „Science“ drauf steht, ist auch „Science“ drin, und wenn, dann leider zu oft nur in homöopathischen Dosen.

 

In den letzten Wochen ging eine Illustration durchs Netz, die zwei gigantische Krokodile zeigt. Dazu war ein Schädel abgebildet, der im Vergleich zu einem Mann eine unglaubliche Größe hatte:

Vermeintliche Riesenkrokodile
Größenvergleich abstrus vergrößerter prähistorischer Crocodylier

 

Des Rätsels Lösung ist mal wieder so einfach we trivial. Der Schädel ist ein Modell eines Deinosuchus-Schädels, der für eine Folge von Nigel Marven’s Serie „Prehistoric Park“ angefertigt wurde. Er erscheint durch ein Spiel mit Perspektive und Weitwinkel-Objektiv deutlich größer, als er in Wirklichkeit ist.

Selbst man die Größe des Schädels relativ hoch ansetzt und auf 1,8 m schätzt, erscheinen die „Rekonstruktionen“ der lebenden Krokodile unverhältnismäßig groß: Die Schädel sind nahezu doppelt so lang, wie der 1,8 m goße Mensch, so dass die Crocodylier auf einmal eine groteske Größe bekommen.

Das Ganze wurde dann auch noch als „Science“ verkauft. Na danke.

 

Dennoch oder deswegen: Viel Spaß beim Lesen und bleibt gesund!

 

 

Eurer / Ihr

 

Tobias Möser

 

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Der Ur-Amazonas, ein Fluss aus der Wüste

Der Amazonas, längster Fluss der Welt, birgt ein erdgeschichtliches Geheimnis. Obwohl sich unzählige Forscher mit großangelegten Expeditionen aufmachten, seine Quellen zu suchen, blieb der Ursprung des Giganten lange unbekannt.

Der Paläontologe Gero Hillmer und der Biologe Sepp Friedhuber glauben jetzt, das Rätsel gelöst zu haben.

 

Ur-Amazonas – Fluss aus der Wüste ist im Jahr 2000 entstanden und auf Deutsch verfügbar. Das Video läuft 43 Minuten.

 

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Die Meldungen im Einzelnen:

20.000 oder 2,5 Milliarden? Wie viele Tyrannosaurier lebten auf der Erde?

 

Dinosaurierskelett in einem halbfertigen Museum
Tyrannosaurus rex „Scotty“ im T.rex Discovery Center in Eastend, Saskatchewan, Kanada

„2,5 Milliarden Tyrannosaurier“, titulierten einige Medien, könnten auf der Erde gelebt haben. Allerdings nicht gleichzeitig, sondern über einen Zeitraum von 2,5 Millionen Jahren verteilt. Wissenschaftler um Charles Marshall berechneten, dass im damaligen Nordamerika etwa 20.000 Tyrannosaurus rex-Exemplare gleichzeitig leben konnten. Da sie etwa 127.000 Generationen lang überlebten, bis ihnen der Chixulub-Event den Garaus machte, existierten insgesamt etwa 2,5 Milliarden von ihnen.

 

Diese Zahlen lassen einiges berechnen oder abschätzen. So wird die Populationsdichte auf „2 Tyrannosaurier in der Fläche von Washington D.C.“ geschätzt. Wer mit solchen Größenangaben nicht firm ist, kann auch mit „1 Tier pro 90 km²“ rechnen oder deutscher „1 Tyrannosaurus pro Sylt“ (stimmt nicht ganz, Sylt hat 99 km²). Dies bezieht sich aber nicht nur auf die ausgewachsenen Tiere, sondern auch auf Nestlinge und Jungtiere vor dem massiven Größenwachstum. Große Tyrannosaurier dürften danach Gebiete von mehreren 100 km² benötigt haben.

 

Soweit die Theorie. Die Forscher haben natürlich berücksichtigt, dass über den Stoffwechsel des bekanntesten Dinosauriers noch keine abschließenden Aussagen gemacht werden können. Je geringer der Energieverbrauch der Tiere war, um so höher waren die Populationen. Dies zeigt sich in einer extremen Spreizung der Annahmen: Hatten die Tiere einen Stoffwechsel mit der Aktivität und dem Energieumsatz moderner Vögel, gab es vielleicht nur 1300 von ihnen gleichzeitig. Hatten die Tiere einen Reptilienstoffwechsel, hätte es bis zu 328.000 gleichzeitig von ihnen geben können. Dies spreizt ihre Gesamtzahl zwischen 140 Millionen und 42 Milliarden – über 2,5 Milliarden Jahre.

 

Bisher sind die Überreste von weniger als 100 Individuen entdeckt worden. Dies lässt auch erkennen, wie unwahrscheinlich es ist, dass selbst so ein großes Tier wie T. rex fossil erhalten bleibt. Andererseits wurde auch nur ein verschwindend geringer Bruchteil der Schichten, in denen T. rex-Fossilien liegen könnten, untersucht.

 

Originalarbeit:
Marshall, C. et al: Absolute abundance and preservation rate of Tyrannosaurus rex. Science 372, 6539: 284-287. Doi: 10.1126/science.abc8300 


Was hat es mit dem Somerset-Monster auf sich?

Beide Fotos: Angela Maynard

Angela und Dan Mynard waren am 13. April mit ihrem Hund am Shelly Beach in Exmouth, Devon, England unterwegs, als sie auf den Schädel eines ihnen unbekannten Wesens trafen. Der schnell als Fischkopf erkennbare Schädel fiel vor allem durch lange, nadelspitze und nach hinten gebogene Zähne auf.

 

Der ungewöhnliche Strandfund bei Exmouth

Die Bestimmung der Facebookgruppe, „Monkfish“ = Seeteufel, wurde von der Somerset Live übernommen, ist jedoch sicher falsch. Nach übereinstimmender Meinung mehrerer Mitglieder des NfK handelt es sich um eine Dorschart. Die erste, unsichere Bestimmung seitens der Redaktion ging in Richtung Seelachs Pollachius pollachius. Torbent Lang hat dies korrigiert und vermutlich richtig auf den Seehecht Merluccius merluccius hingewiesen. Herzlichen Dank dafür!

 

Seehecht-Schädel
Schädel des Seehechtes Merluccius merluccius (Foto: Pavel Zuber)

 

Quelle: Somerset Live vom 14. April


Greenpeace kartiert die größte Seegraswiese der Welt

Seegras ist ein einzigartiger Lebensraum – und leider gefährdet, wie nahezu alle Lebensräume auf der Welt. Jetzt hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace die größte, zusammenhängende Seegraswiese kartiert. Die Saya de Malha liegt 15 – 20 m unter dem Meeresspiegel im Indischen Ozean. Sie ist etwa so groß, wie die Schweiz.

 


 

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Der Magische Wald

Naturfilmer Bryan Maltais erkundete volle drei Monate einen geheimnisvollen Wald im Herzen Europas. Dabei beobachtete er den Wechsel der Jahreszeiten vom Ende des Winters bis zum Anbruch des Sommers. Er filmte das Leben faszinierender Wildtiere, insbesondere der heimischen Reptilien und Amphibien.
Unser Autor Markus Bühler hat ihn auf einem Teil seiner Expeditionen begleitet.

 

Der Magische Wald: Reptilien und Amphibien ist 2019 erschienen und im Amazon-Prime-Paket, zum Download oder auf Datenträger erhältlich.

 

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Nicht einmal 3% unserer Lebensräume sind noch intakt

Der Mensch hat enormen Einfluss auf alle Ökosysteme der Erde, das ist allgemein bekannt. Ein internationales Team von Wissenschaftlern unter Andrew Plumptre hat eine Studie in der Fachzeitschrift „Frontiers in Forests and Global Change“ veröffentlicht. Danach zeigen nur 2,9% aller Lebensräume keinen bekannten Artenverlust. Dazu gehören Teile des Kongobeckens, des Amazonas, der russischen Tundra und einige Wüstengegenden.

 

Sahara
Abgelegene Teile der Sahara gelten noch als ökologisch intakt.

 

Bisherige Studien basieren auf Methoden der Fernerkundung. Dabei wurden meist 20 bis 40% der Lebensräume als intakt eingestuft. Plumptre und Kollegen haben ergänzend zur Fernerkundung auch überprüft, ob Arten verschwunden oder so selten sind, dass sie ihre Rolle im Ökosystem nicht mehr ausfüllen können. So kommen sie auf die beängstigend niedrige Zahl.


Notruf ein Fall für die Kryptozoologie?

Im polnischen Krakau rief eine Frau den Tierschutzverein. Sie hatte im Baum vor ihrem Fenster ein mysteriöses, möglicherweise gefährliches Wesen entdeckt und hatte nun Angst. Das Tier sitze nun schon seit zwei Tagen im Fliederbaum. „Die Menschen öffnen ihre Fenster nicht, weil sie Angst haben, dass es in ihr Haus kommt“, sagte die verzweifelte Anruferin einer Pressemeldung zufolge. Sie vermutete einen Leguan.

 

Die Tierschützer erwarteten zunächst einen Greifvogel oder eine Eule und rückten an. Vor Ort stellte sich heraus, dass das „Tier“ weder Arme noch Beine hatte – es wurde dann als Croissant identifiziert.

 

Croissant am Frühstück
Ein Croissant ist ein Teil eines Genuss-Frühstücks. Aber wie ist es, von einem wilden Croissant beobachtet zu werden?


Neu beschrieben:

  • Caridina incolor: eine nahezu durchsichtige Süßwasser-Zwerggarnele aus der Guinzhou-Provinz in China. DOI: 10.3897/zookeys.1028.63822
  • Ummidia richmond, eine neu beschriebene Falltürspinne, die in verstreuten Mini-Populationen in und um Miami vorkommt und von einem Zoomitarbeiter entdeckt wurde. DOI: 10.3897/zookeys.1027.54888
  • Potamophylax coronavirus heißt eine Köcherfliegenart, die Forscher im Kosovo neu entdeckt haben. Die Wissenschaftler bemerkten die Art erst während der Pandemie-bedingten Quarantäne, daher der Name. DOI: https://doi.org/10.3897/BDJ.9.e64486
  • Characidium duplicatum und C. wangyapoik heißen zwei neu beschriebene Bodensalmler vom Guyana-Schild aus Südamerika. DOI: 10.1643/i2019299
  • Pristimantis sira ist eine eher unscheinbare Art der südamerikanischen Frösche mit direkter Entwicklung. Sie befindet sich in guter Gesellschaft, die Gattung Pristimantis hat nahezu 500 Arten. Diese stammt aus den amazonischen Anden.
    DOI: 10.3897/evolsyst.5.63674
  • Cyrtodactylus kulenensis heißt eine neue Gecko-Art aus einem isolierten Steinstein-Massiv im Nordosten Kambotschas. DOI: 10.11646/zootaxa.4949.2.3

Kurz gemeldet

Rezent im Meer

  • In der San Francisco-Bay sind Anfang April vier tote Wale an nur neun aufeinander folgenden Tagen entdeckt worden. Bei allen Tieren handelte es sich um Grauwale, die zur Zeit einen offenbar natürlichen Rückgang der Populationen mit zahlreichen Toten erleben.
    Wie es bei diesen vier individuellen Walen aussieht, ist noch unbekannt. Autopsieergebnisse liegen der Redaktion noch nicht vor.
  • Bei den Florida Keys ist ein weiblicher Kleinzahn-Sägefisch angeschwemmt worden. Das Tier maß 16 ft., das sind 4,87 m (plusminus 7,5 cm). Das Smithsonian Magazine weiß noch mehr.

Rezent an Land

  • In Nepal hat ein Tiger einen Elefantenreiter bei der Nashornzählung getötet. Der 31-jährige Mann wollte sein Tier in einer Pause füttern, als ein Tiger ohne Vorwarnung angriff.
    Nepal nimmt den Schutz seiner Wildtiere sehr ernst. Die Tigerpopulation hat sich in den letzten Jahren quasi verdoppelt (wir berichteten) und die Zahl der Nashörner ist zwischen 2011 und 2015 um 21 Prozent auf 645 Tiere gestiegen, jetzt ist eine weitere Zählung an der Reihe.
  • In Thailand hatte sich eine rund 3 m lange Königskobra einen besonders warmen Platz gesucht: Sie hatte sich im Motorraum eines Toyotas eingerichtet. Mehrere Mechaniker brauchten 5 h, um das (Auto von dem) Tier zu befreien. Verletzt wurde niemand, aber am Auto waren umfangreiche Schweißarbeiten nötig.
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Islands magische Tierwelt

Die Vulkaninsel im stürmischen Nordatlantik birgt einiges an Magischem. Neben dem Glauben der Isländer an Elfen und Feen ist es vor allem die Natur und Tierwelt, die uns magisch erscheint.

Die bildgewaltige Dokumentation von Jan Haft führt den Beobachter aus den Lüften über das Land bis in die Tiefen des Meeres. Moderne Kameratechniken lassen dabei nie gesehene Bilder entstehen.

 

Magisches Island ist 50 Minuten lang und 2020 erschienen. Es gibt sie bei Amazon Prime und auf unterschiedlichen Datenträgern oder zum Download.

 

 

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Aus Zoos und Museen

  • Aufgrund zu hoher Corona-Inzidenzen und dem Bundeslockdown werden Zoos und Museen morgen wieder schließen müssen.
  • Im Gelsenkirchener Zoo(m) lebt die Spornschildkröte Helmuth. Der 24jährige Heißsporn leidet unter einer Verletzung im Schultergelenk und kann nur sehr mühsam über den Boden ziehen. Nun hat eine Pferdeklinik aus dem Münsterland den 100 kg-Brocken im Computertomographiegerät untersucht und eine Verletzung im Schultergelenk festgestellt. Daher nimmt Helmuth eine Schonhaltung ein. Die Therapie war klar: Helmuth muss aus der Schonhaltung raus und sich viel bewegen. Doch wie? Die Lösung wurde auf einmal recht einfach: Helmuth darf sich auf ein Rollbrett legen und bewegt sich jetzt wie ein Skateboardfahrer durch Abstoßen mit den Beinen fort – nur etwas langsamer.
  • In Löffingen im Hochschwarzwald sind am 7. April bei Bauarbeiten 20 bis 25 Berberaffen aus dem Gehege eines Tierparkes ausgebüchst. Bisher konnten sie nicht wieder eingefangen werden.
  • In Bangkok hat sich ein bestimmt 2 m langer Bindenwaran in einen Supermarkt verirrt. Er kletterte auf ein Regal mit Milchpackungen, konnte aber dann doch durch Tierfänger aus dem Laden heraus begleitet werden.
    Bindenwarane sind in Bangkok nichts Ungewöhnliches und spielen als Schlangen- und Rattenfresser in der innerstädtischen Ökologie eine wichtige Rolle.

Zu guter Letzt:

Nicht ganz neu, aber ein wenig bekannter Einwanderer ist der Gelbe Drachenwels Tachysurus fulvidraco aus der Familie der Bagridae. In der Donau ist er sehr auffällig und bis er durch den Rhein-Main-Donaukanal gewandert ist, ist es nur eine Frage der Zeit.

 

 

 

 




Kryptozoologische Presseschau 08/2021

Wunderschöne Ostern wünschen wir euch, liebe Leserinnen und Leser,

 

Wer diese Woche das „Wort zum Sonntag“ von Markus Kretschmer erwartet hat, ist hoffentlich nicht enttäuscht. Markus ist diese Woche aus persönlichen Gründen verhindert. Ich springe gerne für ihn ein, zumal er morgen außer der Reihe einen spannenden Artikel liefern wird.

 

Wie jeden Ostersonntag hat auch heute morgen wieder das bekannteste Kryptid Deutschlands, der „Osterhase“ bunte und energiereiche Eier in Gärten und Häusern verteilt. Bekanntermaßen ist das Netzwerk für Kryptozoologie in der Osterhasenforschung führend. So konnten wir bei unseren Beobachtungsversuchen im vergangenen Jahr feststellen, dass alle Beobachter vor dem Eintreffen des Osterhasen einschliefen, kurze Zeit danach aber wieder aufwachten. Die Schlafphase dauerte nur wenige Minuten.

Aufgrund des koordinierten Auftretens, der Kürze und Tiefe der Schlafphase vermuten wir, dass der Osterhase Pheromone ausschüttet, die ihn wie eine Wolke umgeben und die Umgebung in Schlaf versetzen. Diese wären sicher technisch interessant, wir stellen uns da eine Reihe von sinnvollen Anwendungen vor, von der Medizin über die Abwehr gefährlicher Tiere, im Polizeieinsatz bis zur Waffentechnologie.

Plazenta-Chauvinismus?

Bisher gingen wir davon aus, dass der Osterhase eine wie auch immer einzuordnende „Variante“ des Feldhasen Lepus europaeus sei. Im letzten Jahr kamen Stimmen auf, dass dies möglicherweise nicht so ist. Kein Wunder, hier müsste sich ein ungewöhnlicher Evolutionsweg zeigen, der bis zur Eiablage führt, selbst wenn es nur unfruchtbare Nähr- oder Ködereier sind. Dennoch setzte sich diese Sichtweise durch, da in Mitteleuropa nur Plazenta-Tiere vorkommen. Ein klarer Fall von Placenta-Chauvinismus.

 

Feldhase
Ist der Osterhase nur eine Manifestation des Placenta-Chauvinismus?

 

Statt des Placentaliers „Hase“ wurde ein Monotremat, also ein eierlegendes Säugetier aus der Verwandtschaft der Schnabeltiere und Schnabeligel vorgeschlagen. Hier wäre dann kein eigener anatomischer und Stoffwechselweg notwendig, da diese Tiere ja bereits Eier legen. Allerdings sind sie nicht für ihre Legefreude bekannt, auch tragen sie die Eier in einer Bauchfalte mit sich herum. Andererseits verfügen alle rezenten Monotrematen über Gift. Hier ist der Weg vom Schnabeltiergift zu einem Schlafpheromon nicht so weit. Schnabeltiergift verursacht unter anderem eine Vasodilatation, also die Erweiterung von Blutgefäßen, die mit einem Blutdruckabfall einher geht. Diese kann zur raschen Ermüdung führen…

 

 

Wir haben diese Woche eine ungewöhnlich hohe Zahl von neu beschriebenen oder wenigstens neu entdeckten Arten, auch bei Großtieren, wie Vögeln und Säugern. Dafür fallen die Kurzmeldungen – nunja – kürzer aus, so viel ist da seit letzter Woche nicht passiert.

 

Dennoch oder deswegen: Viel Spaß beim Lesen und bleibt gesund!

 

 

Eurer / Ihr

 

Tobias Möser

 

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Der Kosmos-Vogelführer

Der Kosmos-Vogelführer ist das umfassendste Bestimmungsbuch für Vögel aller Arten in Europa, Nordafrika und Vorderasien. Er beinhaltet Brutvögel, Durchzügler, Wintergäste, Irrgäste und eingebürgerte Tiere, insgesamt 900 Arten, die in meisterhaften Aquarellzeichnungen dargestellt werden. Damit ist kaum ein Vogel nicht abgedeckt, der in Europa zu finden ist.

 

Detaillierte Texte beschreiben die Tiere, nicht nur in  Größe, Lebensraum, Kennzeichen, Verbreitung und Stimme. Hinzu kommen aktuelle Verbreitungskarten.

 

Der Kosmos Vogelführer: Alle Arten Europas, Nordafrikas und Vorderasiens ist der legitime Nachfolger des berühmten „Parey’s Vogelbuch“ und damit das neue Standardwerk für alle Vogelfreunde. Die aktuelle Ausgabe ist vom 2.2.2017.

Die Meldungen im Einzelnen:

Indus- und Gangesdelfine sind getrennte Arten

Ganges Delfin
Ganges Delfin Platanista gangetica. Foto: NOAA

 

Auf dem indischen Subkontinent gibt es zwei Süßwasser-Delfinpopulationen, die in unterschiedlichen Flusssystemen vorkommen. Dem entsprechend werden sie populär als Indus- bzw. Gangesdelfin bezeichnet. Die Wissenschaft war sich lange uneins, wie die beiden Populationen zu behandeln seien. So fasste Dale W. Rice in seinem weithin als Standardwerk akzeptierten Marine Mammals of the World: Systematics and Distribution 1999 beide Arten zusammen. Er fand keine ausreichenden morphologischen Unterschiede, um sie als getrennte Arten zu bezeichnen.

 

Diese Ansicht blieb nicht lange unwidersprochen. Eine neue Studie, die internationale Wissenschaftler veröffentlichten, belegt nun, dass es sich tatsächlich um zwei Arten handelt. Platanista gangetica und P. minor unterscheiden sich im Bau der Stirnknochen hinter dem Nasenbein. Diese Unterschiede zeigen alle Individuen der entsprechenden Art, unabhängig von Größe, Alter und Geschlecht.
Ganges-Delfine sind sexuell dimorph, die Weibchen sind größer als die Männchen. Beim Indus-Delfin gibt es dieses Merkmal nicht.

 

Auch genetisch lassen sich Unterschiede feststellen. Die mDNA unterscheidet sich deutlich, es gibt keinen gemeinsamen Haplotypen. Fünf fixierte Unterschiede lassen eine längere Trennung (ca. 550.000 Jahre) erwarten, in der es keinen Genfluss gab.

 

Die Wissenschaftler waren so konsequent und haben beide Arten in der Arbeit formal gültig wieder beschrieben.

 

Quelle: https://doi.org/10.1111/mms.12801


Zwei Arten der Kreischeulen erstbeschrieben

Megascops ist die artenreichste Eulengattung in Amerika. Derzeit sind 21 Arten anerkannt. Die Gattung umfasst kleine bis mittelgroße Eulen, die als Kreischeulen bekannt sind und ein Vielzahl von Lebensräumen besiedeln.

Die Gattung erreicht ihre maximale Artenzahl in den Anden und im zentralamerikanischen Hochland.

 

Tropische Kreischeule
Eine tropische Kreischeule unbekannter Art

 

„Kreischeulen gelten im Vergleich zu einigen anderen Arten von Organismen in diesen Gebieten als eine gut verstandene Gruppe“, sagte Dr. John Bates, Kurator für Vögel am Field Museum in Chicago. „Nicht einmal professionelle Ornithologen, die ihr ganzes Leben lang an Eulen gearbeitet haben, sind sich über die tatsächliche Artenzahl einig sein. Eine Studie wie unsere wurde daher schon sehr lange erwartet“, fügte Dr. Alex Aleixo hinzu, Kurator für Vögel im finnischen Naturkundemuseum der Universität Helsinki.

 

Frühere Studien haben gezeigt, dass die im Tiefland des Amazonas weit verbreitete gelbbraune Kreischeule (Megascops watsonii) mehr als eine Art umfassen könnte. Auch die im Atlantischen Wald endemische Kreischeule (Megascops atricapilla) könnte eng mit dem gelbbraunen Kreischeulenkomplex verwandt sein.

 

„Sie sind süße kleine Eulen, wahrscheinlich 13-15 cm lang, mit Federbüscheln auf dem Kopf“, sagte Dr. Bates.

 

In der Studie verglichen die Ornithologen die Kreischeulen aus den Wäldern des Amazonas und des Atlantiks und stellten fest, dass sie unterschiedlich rufen, was auf verschiedene Arten hinweist. Sie untersuchten daraufhin auch die Morphologie und die DNA der Vögel. Insgesamt wurden 252 Museumsexemplare, 83 Tonbandaufnahmen und 49 genetische Proben aus dem gesamten Verbreitungsgebiet des gelbbraunen Kreischeulen-Eulenkomplexes in Südamerika analysiert.

 

Die Kombination aus genetischer Variation, physischen Unterschieden und einzigartigen Lautäußerungen veranlasste die Forscher, zwei neue Arten zu beschreiben: die Xingu-Kreischeule (Megascops stangiae) und die Alagoas-Kreischeule (Megascops alagoensis).

 

Diese beiden Arten sind zwar neu in der Wissenschaft, aber sie laufen bereits Gefahr, für immer zu verschwinden.

 

Die beiden neuen Arten von Kreischeulen sind in einem Artikel in der Zeitschrift Zootaxa beschrieben.


Hermelin-Art in Alaska entdeckt

Hermelin
Ein Hermelin auf der Farragut Farm auf der Prince-of-Wales Insel (Foto: Farragut Farm)

 

Mit Beginn der letzten Kaltzeit breiteten sich die Gletscher sehr schnell von Norden nach Süden aus. Tiere dieser Gebiete wurden nach Süden abgedrängt, irgendwann standen die Populationen in kleinen Gebieten zwischen Gletscher und Meer. Konnten sie dort die Kaltzeit überleben, folgten sie dem Gletscher beim Rückzug und besiedelten ihre alten Gebiete neu.

Da diese Populationen mehrere 100.000 Jahre isoliert waren, kam es gar nicht oder nur selten zu Genaustausch, neue Arten entstanden. So auch beim Hermelin. Genetische und morphologische Untersuchungen unter der Leitung des US Geological Survey in Alaska zeigen dieses beim Hermelin deutlich.

Das Hermelin ist ein kleiner Marder, der auf der gesamten Nordhalbkugel vorkommt, von den Grenzen zu den Subtropen bis weit ins Arktische rein. Da ist mit zahlreichen Formen, die aufgrund diverser Isolierungen entstanden sind, zu rechnen.

Und tatsächlich: Die Wissenschaftler konnten 34 existierende Unterarten, davon 14 Insel-Endemiten ermitteln. Dabei isolierten sie drei Hauptkladden, eine „Beringia“-Kladde aus Europa, Asien, Japan und Alaska, eine „East“-Kladde aus Kanada, Grönland und Teilen der USA östlich der Rocky Mountains und eine „West“-Kladde aus den US-Rocky Mountains etwa zwischen Seattle und Südkalifornien, Montana und der Sonora-Wüste. Spannend sind einige Insel-Endemiten an der Westküste Nordamerikas, die als Haida-Gruppe bezeichnet werden.

 

Sie sind gute Kandidaten für bald folgende Erstbeschreibungen. In der Arbeit über die Gesamtsystematik der Hermeline haben Colella et al. die Basis hierfür gelegt. Jetzt fehlt nur noch jemand, der das Ganze konsequent in Taxonomie umsetzt.

 

Die Arbeit ist als Fulltext zum pdf-Download erhältlich.


Drei „neue“ Tiefseehaie beschrieben und nebenher ein neuer Stoffwechselweg zur Bioluminiszenz entdeckt

Dalatias litcha
Das größte, leuchtende Wirbeltier: Dalatias litcha. Abb. aus der Originalarbeit, Maßstab = 10 cm

Wissenschaftler haben drei Arten von bioluminiszenten Haien in der Tiefsee vor Neuseeland entdeckt. Eine der Arten kann eine Länge von fast zwei Metern erreichen. Er bioluminisziert blau und ist damit die größte bekannte Art leuchtender Wirbeltiere.

 

Die drei biolumineszierenden Haie – der Drachenflossenhai Dalatias litcha, der Schwarzbauchlaternenhai Etmopoterus lucifer und der südliche Laternenhai E. granulosus – wurden im Januar 2020 bei Probebefischungen eines Tiefseestruktur namens Chatham Rise vor der Ostküste Neuseelands gesammelt. Alle drei Haie leben im Mesopelagial, der „Dämmerungszone“ des Ozeans, die sich über Tiefen von 220 bis 1100 m erstreckt.

 

Biolumineszenz ist in der Tiefsee bei Fischen und Tintenfischen relativ häufig, aber bei Haien weniger gut untersucht. Eine Studie, die letzten Monat in der Zeitschrift Frontiers in Marine Science veröffentlicht wurde, bestätigt die Biolumineszenz der drei Haie, legt jedoch nahe, dass sich ihr biochemischer Mechanismus zur Erzeugung von Licht von den meisten Meerestieren unterscheidet.

 

Link zur Originalarbeit: Mallefet, J., Stevens, D.W. & Duchatelet, L.: Bioluminescence of the Largest Luminous Vertebrate, the Kitefin Shark, Dalatias licha: First Insights and Comparative Aspects, Frontiers of Marine Science, 2021 (Volltext)

 

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Der Magische Wald

Naturfilmer Bryan Maltais erkundete volle drei Monate einen geheimnisvollen Wald im Herzen Europas. Dabei beobachtete er den Wechsel der Jahreszeiten vom Ende des Winters bis zum Anbruch des Sommers. Er filmte das Leben faszinierender Wildtiere, insbesondere der heimischen Reptilien und Amphibien.
Unser Autor Markus Bühler hat ihn auf einem Teil seiner Expeditionen begleitet.

 

Der Magische Wald: Reptilien und Amphibien ist 2019 erschienen und im Amazon-Prime-Paket, zum Download oder auf Datenträger erhältlich.

 

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Abwehrstoff-Gen von Pflanze auf Tier übertragen

Weiße Fliege
Bemisia tabaci, die Tabakmottenschildlaus, auch weiße Fliege genannt. (Foto: CSIRO ScienceImage 1357)

 

Viele Pflanzen enthalten Phenol-Glycoside als natürliche Abwehrstoffe gegen Insektenfraß. Sie sind aber für Pflanzen ähnlich giftig, wie für Insekten. Daher verfügen die Pflanzen auch über einen effektiven Entgiftungsweg, bei dem das Enzym Penol-Glycosid-Malonytransferase eine zentrale Rolle spielt. Es ist im Gen BtPMaT1 codiert.

Von der Tabakpflanze ist BtPMaT1 auf die Weiße Fliege (Bemisia tabaci) übergegangen. Es ist einer der ersten Fälle eines funktionalen Gentransfers von einer Futterpflanze auf einen Pflanzenfresser. Möglicherweise war die „Spenderpflanze“ mit einem Virus befallen. Dieser könnte bei der Reproduktion das Resistenzgen in sein Genom eingeschlossen und so auf die Fliege übertragen haben (siehe Abb.).

 

Mögliche Übertragung des Resistenzgens von der Pflanze auf die Fliege (Abb. aus der Originalarbeit)

 

Quelle: The Scientist: First Report of Horizontal Gene Transfer Between Plant and Animal

Originalarbeit: The Cell DOI https://doi.org/10.1016/j.cell.2021.02.014


Kalifornische Kondore kommen zurück in die Redwood-Wälder

Kalifornischer Kondor
Junger Kalifornischer Kondor. Deutlich sichtbar der Sender und sein „Nummernschild“

 

Der Stamm der Yurok-Indianer arbeitet an einer Zuchtstation für Kalifornische Kondore im Redwood-Nationalpark im Norden Kaliforniens. Die ersten Vögel können vermutlich schon im Herbst in die Freiheit entlassen werden.

 

Nach über einem Jahrhundert werden die ersten gefährdeten Kalifornischen Kondore in die Wälder des Pazifischen Nordwestens entlassen. Früher bevölkerten diese gewaltigen Vögel den Himmel im ganzen Westen Nordamerikas, von British Columbia in Kanada bis New Mexico. In den frühen 1980ern begannen erste Auswilderungsprojekte, die mit Informations- und Schutzkampagnen begleitet wurden. Eine der wichtigsten Veränderungen war, Jäger davon zu überzeugen, auf giftige Bleimunition zu verzichten und auf Weicheisen umzusteigen. Bleimunition ist in Kalifornien zwischenzeitlich verboten, wird aber von wenigen Jägern noch benutzt.

 

Nachdem die größten fliegenden Landvögel in Süd- und Zentralkalifornien, Utah, Arizona und auf der Baja California in Mexiko erfolgreich ausgewildert wurden, wird nun der Stamm der Yurok sie im Redwood-Nationalpark wieder ansiedeln. Das Projekt hat bereits 10 Jahre Vorlaufzeit, am 24. März 2021 wurde es vom US Fish and Wildlife-Service genehmigt.

Für die Yurok ist der Kondor das kulturell wichtigste, einzelne Landtier. Die Rückkehr der riesigen Neuweltgeier gilt ihnen als Erneuerung des Volkes und des Landes.


Die Nischen der Tieftaucher

Ziphius cavirostris
Ziphius cavirostris, der Cuvier-Schnabelwal

 

Tiefseeforschung ist schwierig. Grundlegende Erkenntnisse über die Dynamik von Raubtieren und Beutetieren in der Tiefsee sind kaum bekannt. Grundsätzlich ist zu erwarten, dass die tieftauchenden Meeressäuger (Pottwale, Risso-Delfine, Grindwale, Schnabelwale, Seeelefanten) ihre eigene Nische besetzen und nicht oder nur am Rand in Konkurrenz zu den anderen Arten stehen.

Forscher um Fleur Visser haben die relativ neue Methode der Umwelt-DNA-Gewinnung genutzt, um die Zusammensetzung der Kopffüßergemeinschaften in den Tiefsee-Fresszonen von Risso-Delfinen und Cuvier-Schnabelwalen zu vergleichen. Die Arten zielten selektiv auf verschiedene epi-, meso- und bathypelagische Nahrungszonen ab. In ihnen konnten die Forscher die eDNA von 39 Kopffüßertaxa feststellen, darunter 22 bekannte Beutearten. Anders als erwartet, leben in den unterschiedlichen Nahrungszonen weitgehend die selben Arten. Die ökologischen Nischen der Wale werden also nicht allein durch die Zusammensetzung der Beutegemeinschaft bestimmt.
Die Untersuchung fand vor der Azoren-Insel Terceira statt.

 

Risso-Delfin
Risso-Delfin Grampus griseus. Foto: Michael L. Baird

 

Dennoch wählen Cuvier-Schnabelwale und Risso-Delfine horizontal und vertikal unterschiedliche Nahrungszonen. Risso-Delfine jagten in einer mittleren Entfernung von 3,1 km vom Ufer entfernt und in durchschnittlich 811 m tiefem Wasser. Cuvier-Schnabelwale hingegen bevorzugten größere Abstände zum Ufer (8,8 km) und tieferes Wasser (1411 m). 39 mögliche Beutetaxa wurden untersucht, davon kamen in der Jagdzone der Risso-Delfine 30 Arten vor, in der Jagdzone der Cuvier-Schnabelwale 26. 18 Arten kamen in beiden Lebensräumen vor. Die am häufigsten gefressenen Arten, u.a. Histioteuthis reversa, Histioteuthis spec. und Heteroteuthis dispar wurden von beiden Walarten bevorzugt.

 

Die gesamte Arbeit ist bei Acience Advances erschienen: DOI: 10.1126/sciadv.abf5908 und als Volltext lesbar.


Weit verbreitete Denisova-Spuren im Genom der Inselbewohner Südost-Asiens

Die Artenverteilung fossiler Hominiden in der südost-asiatischen Inselwelt (hauptsächlich die Staaten Indonesien, Phlippinen, aber auch Malaysia, Papua-Neuguinea und sogar Palau) ist derzeit unübersichtlich. An vielen Stellen hat man Überreste von diversen Homo erectus-Populationen gefunden, zudem gibt es zwei als „super-archaisch“ bezeichnete Zwergarten: Homo floresiensis und Homo luzonensis, möglicherweise lebte auf Palau noch eine weitere Zwergart. Lediglich die Denisova-Hominiden sind fossil nicht vertreten.

 

Rekonstruktion des Homo floresiensis

 

Das Erbgut heute auf den Inseln lebender Menschen zeigt ein völlig anderes Bild. Eine internationale Forschergruppe um Kristofer Helgen untersuchte mehr als 400 Genome moderner Asiaten, darunter mehr als 200 von Inselbewohnern. Dabei fanden die Wissenschaftler weitverbreitete Genvarianten der Denisova-Hominiden, jedoch keinerlei substanzielle Reste der super-archaischen Arten.

 

Wie sich die Wissenschaftler das erklären, weiß ich nicht, denn von dieser Arbeit ist nur das Abstract kostenlos lesbar. Ich interpretiere das so, dass die Vorfahren der nach Asien und auf die Inseln eingewanderte Homo sapiens bereits Kontakt mit den (vermutlich) zentralasiatischen Denisova-Hominiden hatten und deren Gene mitbrachten. Falls es Kontakt zu den super-archaischen Arten gab, so dürfte deren geringe Größe den Genfluss (also gemeinsame Fortpflanzung) weitgehend verhindert haben. Ob dies anatomische oder kulturelle Gründe hatte, wird wohl nie zu klären sein.


Neu beschrieben:


Kurz gemeldet

Rezent im Meer

Oktopus greift an
Der Oktopus, der Lance Karlson angegriffen hat. Foto: Lance Karlson

 

  • Lance Karlson lieg am Strand entlang, als er sah, wie ein Oktopus mit seinen Armen nach einer schwimmenden Möwe schlug und sie unter Wasser zog. Als er seine Kamera nahm und sich schwimmend näherte, kam ihm der Oktopus entgegen und wedelte mit den Armen. 20 Minuten später sah Karlson den Oktopus erneut. Diesmal griff der Krake ihn an und schlug mit den Armen zunächst nach dem Arm des Schwimmers, dann saugte er sich am Nacken fest.
    Karlson war nur oberflächlich angekratzt, die Tentakel haben eine leichte Hautirritation hinterlassen. Schmerzhaft war es nicht, sagt der Australier.
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Die Wiese – ein Paradies nebenan

Sie ist buchstäblich das Paradies nebenan – die Wiese. Nirgendwo ist es so bunt, vielfältig und so schön wie in einer blühenden Sommerwiese. In diesem faszinierenden und erstaunlich jungen Lebensraum ist ein Drittel unserer Pflanzen- und Tierarten zuhause. Die Filmmacher um Jan Haft haben in nie gesehenen Bildern die schönsten, liebenswertesten und skurrilsten Bewohner der Wiese vorgestellt.

 

Die Wiese – Ein Paradies nebenan läuft 93 Minuten und ist im Amazon-Prime-Paket enthalten, kann aber auch zum Herunterladen oder auf Datenträger erworben werden. Der Film ist 2019 erschienen.

 

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Aus Zoos und Museen

Flamingo im Tierpark Hamm gestohlen

Im Tierpark Hamm haben Unbekannte ein Chile-Flamingo-Weibchen gestohlen. Der Zoo bemerkte den Diebstahl am vergangenen Sonntag, 25.3.2021. Die Polizei ermittelt, der Tierpark wertet Videoaufzeichnungen aus und sucht nach Zeugen.
„Ich glaube nicht, dass wir das Tier noch einmal wiedersehen“, sagte Geschäftsführer Sven Eiber gegenüber dem WDR. So unglaublich es ist, es gibt für Flamingos offenbar einen Schwarzmarkt, auf dem bis zu 3.500 Euro für ein Exemplar gezahlt werden. Sollte das Tier dennoch wieder auftauchen, kann man es anhand eines Chips identifizieren.

 

Der Tierpark überlegt nun, die Flamingogruppe aufzulösen. Flamingos bevorzugen das Leben in großen Gruppen, der Zoo hat nun nur noch vier Tiere. Die Haltung von Flamingos ist recht aufwändig.

 

Tierärzte protestieren gegen Medikamenten-Versandverbot

Um den illegalen Medikamentenhandel im Internet einzudämmen, will die Bundesregierung den Versand von Medikamenten neu regulieren. Dabei trifft sie auf Widerstand aus unerwarteter Seite. Fachtierärzte für Fische, Amphibien, Reptilien und Wirbellose sind selten und agieren oft bundesweit. Dazu gehört routinemäßig der Versand von Medikamenten.

Die neuen Regelungen werden sich gravierend auf die Therapie zahlreicher seltener Arten auswirken, schrieb Fachtierärztin Sandra Lechleiter in einem Brief an die Bundesregierung.

 

Kölner Zoo ist Corona-Testzentrum

Nur mit aktuellem Corona-Test in den Zoo? Das kann ein Problem sein, wenn der Zoobesuch zum früh beginnenden Tagesausflug wird. Der Kölner Zoo hat sich etwas einfallen lassen: Zusammen mit der Agentur ZooEvent bietet er jetzt Corona-Tests im eigenen Haus an. Wer negativ getestet wurde, darf in den Zoo – natürlich nur mit Eintrittskarte und Termin.

Link

 


Zu guter Letzt:

 

Wenn wir schon zuhause bleiben sollen, dann sollte das nicht von Expeditionen abhalten, zumal, wenn sie so nah sind:

 




Kryptozoologische Presseschau 07/2021

Liebe Leserinnen und Leser,

 

nein, heute schreibe ich nichts über die Seuche, unten ist dazu genug zu lesen und so lange die Bundesregierung zeigt, dass „in alle Richtungen arbeiten“ zwangsläufig „keine Richtung haben“ bedeutet. Jeder, der jetzt Öffnungen bekommt oder durchsetzt, wird für hunderte Tote verantwortlich sein.

 

Kryptozoologisch hat sich das Fahrwasser wieder etwas geglättet. Die Beutelwolf-Manie der letzten Woche ist abgeklungen, ohne handfeste Ergebnisse geliefert zu haben. Jetzt kommt der Verhaltensökologe Karl-Hans Taake auf den Plan, der im Research Gate einen Artikel über historische Wellen von „Wolfsüberfällen“ auf Menschen in Frankreich und eine solche in Deutschland analysiert. Die bekannte Bestie von Gevaudan spielt da keine unerhebliche Rolle und seine Ergebnisse sind bemerkenswert. Wir werden uns bald wieder mit dem Thema befassen, keine Sorge.

 

Ein weiteres, aktuelles Thema kommt aus den USA auf uns zu. Dort wird am 20. April eine TV-Serie starten, die sich in drei Teilen mit dem Bigfoot befasst. Dabei geht es nicht um den friedlichen Riesen, den man aus den moderneren Überlieferungen kennt. Im Gegenteil, drei Tote legen die Macher den Bigfoots zur Last.
Mal sehen, wann die Welle zu uns herüber schwappt.

 

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen und bleibt gesund!

 

Eurer / Ihr

 

Tobias Möser

 

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Rätsel und Mysterien der Eifel

Die Eifel steckt voller Geheimnisse: Da erzählt man sich von brüllenden Maaren, versunkenen Städten und geheimen Regierungsbunkern, wundert sich über ungewöhnliche Gesteinsformationen oder nächtliche Leuchterscheinungen. Manch einer will gar UFOs, Kugelblitze oder Phantomkatzen gesehen haben! Ulrich Magin hat recherchiert und geht anhand von Augenzeugenberichten und rätselhaften Funden den Bruchstellen auf den Grund, an denen unsere gewohnte Alltagswelt jäh ins Unheimliche abgleiten kann. Aber während einige der Eifel-Rätsel sich zumindest theoretisch erklären lassen, bleiben andere wohl für immer ein Mysterium…

 

Rätsel und Mysterien der Eifel ist am 12. März 2021 im Eifelbildverlag erschienen und ist für ein Taschenbuch mit 308 Seiten ungewöhnlich umfangreich.

 

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Die Meldungen im Einzelnen:

Südtirol: Gerissener Goldschakal entdeckt

 

toter Goldschakal in den südtiroler Alpen
Beim Goldschakal wurden Bissspuren am Hals festgestellt. – Foto: © privat

Bei Gröden, etwa 25 km von Bozen in Südtirol hat ein Hütten-Besitzer einen sehr ungewöhnlichen Fund gemacht. Er fand einen toten Goldschakal, wie aufgebahrt auf einem kleinen Felsen. „Der Zustand des Tieres deutete darauf hin, dass der Todeszeitpunkt nicht mehr als ein paar Tage her ist, da die Kolkraben noch nicht viel davon verspeist haben“, berichtet Bezirksjagdaufseher Rino Insam. „Unweit der Fundstelle wurden in den vergangenen Tagen Wolfsspuren gefunden“ und der Goldschakal weist Bisspuren am Hals auf. Es ist also davon auszugehen, dass ein oder mehrere Wölfe den Goldschakal gerissen haben.

 

Dies ist der Erstnachweis eines Goldschakals in diesem Bezirk, der Insam erst wenige Tage zuvor gemeldet wurde. Laut eines Jagdaufsehers wurden alleine im Januar 11 tote Rehe im Revier gefunden. Eine Exkrement-Analyse bestätigt: Hier ist ein Wolf unterwegs.

 

stol.it berichtete am 15. März


Alle 17 Jahre: Zikadenschwärmen in Amerika

17-Jahr-Zikade
Die 17-Jahr-Zikade Magicicada septemdecim. Foto: Martin Hauser

Die 17-Jahr-Zikade ist ein ungewöhnliches Insekt. Sie wird mit 4 cm Körperlänge und fast 12 cm Flügelspannweite nicht nur ungewöhnlich groß. 17 Jahre verbringt sie in fünf aufeinander folgenden Larvenstadien unauffällig im Boden. Dann kommen sie auf einmal, innerhalb von vier bis sechs Wochen aus dem Boden und vollziehen die letzte Häutung zum Imago, dem geschlechtsreifen Insekt. Etwa eine Woche brauchen sie, um das Chitin der Haut auszuhärten, dann kümmern sie sich „um Dinge, die nur Erwachsene machen“, also die Fortpflanzung. Dies überleben sie nur wenige Wochen.

 

Bemerkenswert ist, dass die Tiere 17 Jahre lang sehr unauffällig sind und dann auf einmal in Massen auftreten. Und Massen kann man wörtlich nehmen, Insektologen haben bis zu 370 Tiere pro Quadratmeter gezählt. Peter Peart aus dem Washingtoner Stadtteil Columbia Heights beschreibt die Sache so: „Es ist laut, ununterbrochen. Man kann ihnen nicht entkommen, sie sind überall.“

Dies wird in den nächsten Wochen zwischen Illinois, Connecticut und Virginia erwartet.

 

In Nordamerika gibt es mehrere Zikadenarten, die lange Entwicklungszyklen haben. Im Nordosten der USA, südlich der großen Seen von Cape Cod bis an den Mississippi leben drei Arten mit 17-jährigen Zyklen, südlich etwa ab der Nordgrenze Tennessees bis an den Golf sind die Zyklen 13 Jahre lang.

Schon lange bekannt

Um die Sache nicht so einfach zu machen, haben die Insekten mehrere Bruten entwickelt, die sich zwar an ihre 13 oder 17-Jahre-Zyklen halten, aber untereinander versetzt kommen. Bemerkenswert hierbei ist, dass die Bruten mehrere Arten umfassen können, die koordiniert erscheinen.

Der Einfachheit halber hat man die Bruten nummeriert, so hat dieses Jahr die Brood X, die Great Eastern Brood. Sie ist lange bekannt, 1749 beobachtete der schwedische Naturforscher Pehr Kalm die Tiere und berichtete später über den 17jährigen Zyklus.

 

Weitere große Bruten werden für 2030, 2033 im Norden sowie 2024 und 2027 im Süden erwartet.


Tasmanien: Bruny Island will Katzen managen

Bruny Island liegt an der Südwestküste Tasmaniens. Sie ist mit 360 km² etwa so groß wie Bremen, hat aber nur 600 Einwohner. Sie lebt hauptsächlich vom Tourismus und hat, wie viele Gegenden Australiens ein Katzenproblem. Verwilderte Hauskatzen und Freigänger fressen sich durch die Wildtierpopulationen, vor allem brütende Alken und Pinguine, aber auch Quolls, eine Beuteltierart, fallen ihnen zum Opfer.

Hauskatze in Falle
Das Fangen von Streunerkatzen ist essenziell

Jetzt hat Paul Davis, der viele Jahre für unterschiedliche Umweltprogramme auf der Insel gearbeitet hat, ein Katzencenter gegründet. Ziel seiner Arbeit ist es, freilaufende Katzen einzufangen, zu sterilisieren und sie ihren Besitzern zurück zu bringen. „Wenn man eine Streunerkatze von beinahe der Größe eines Hundes sieht und weiß, was sie anrichten kann, ärgert mich das“, sagt Davies zu ABC News. Eine große Streunerpopulation ist seit Jahren eines der größten Probleme auf der Insel.

Das Katzencenter wird einen Anlaufplatz für Katzenbesitzer und Leute sein, die Katzen in Lebendfallen fangen. Das Projekt wird „helfen, das Handbuch zum Katzenmanagement zu schreiben“, hofft Noel Hunt von „Ten Lifes“.

 

ABC.net.au weiß noch mehr. 


Rotkehlchen ist Vogel des Jahres 2021

Rotkehlchen
Rotkehlchen

Das Rotkehlchen ist der erste öffentlich gewählte Vogel des Jahres. Es hat mit 59.267 Stimmen vor Rauchschwalbe und Kiebitz das Rennen um den Titel gemacht. Insgesamt über 455.000 Menschen beteiligten sich an der Wahl. Das Rotkehlchen trägt nun zum zweiten Mal den Titel.

 

Obwohl das Rotkehlchen mit dem Slogan „Mehr Gartenvielfalt“ in die Wahl der letzten 10 geschickt wurde, dürfte etwas anderes als die ökologische Stellvertreterfunktion den Ausschlag für die Wahl gegeben haben. Die meisten Leute, die ich gefragt hatte, wählten den Vogel, weil er zutraulich und niedlich ist.

 

Quelle: Nabu


Vierte „offizielle“ Nessie-Sichtung dieses Jahr

Eoin O’Faodhagain gibt an, zwei dunkle Buckel ungefähr 3 m von einander entfernt im Loch Ness herumplanschen gesehen zu haben. Die Sichtung geschah, wie so oft, in der Nähe von Urquhart Castle. Eoin konnte eine seltsame Störung auf einer der zahlreichen Webcams beobachten und aufzeichnen. Sein Video zeigt zwei größere Wellen, obwohl kein Boot in der Nähe war.

 

 

 

Die Sichtung wurde sofort an das „Offizielle Loch Ness Monster Sichtungs-Register“ gemeldet. Es ist seine 12. Sichtung seit 1987.

 

deadlinenews.co.uk weiß mehr.


Historische Raubtierangriffe auf Menschen – neu betrachtet

Der Verhaltensökologe Karl-Hans Taake, der bereits für seine Arbeit mit der Bestive von Gevaudan bekannt wurde, hat im Wassenschaftsnetzwerk Research Gate einen Artikel publiziert. In dieser Arbeit analysiert er einzelne Angriffe und Angriffsserien von Raubtieren auf Menschen im historischen Frankreich und Deutschland.

 

Leopard
Leoparden, könnten für einige der Angriffsserien verantwortlich sein

 

Spannend zu lesen sind Angriffsserien während der Regentschaft von Ludwig XIV., die Bestie von Limosin, die Bestie von Gevaudan und die Interpretation des Begriffes „loups“. Ebenfalls interessant sind Aufzeichnungen aus dem 30-jährigen Krieg in Deutschland.

 

Das Ganze bekommt vor der Diskussion um ein paar Dutzend wiedergekehrte Wölfe in ganz Deutschland natürlich auch eine aktuelle Dimension, die nicht zu unterschätzen ist.

 

Download der Arbeit als pdf im Volltext (englisch)

 

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Bienenweide

Die Gardemics Saatgutmischung enthält Samen von mehr als 50 einheimischen ein- und mehrjährigen Wiesenpflanzen. Die Staffelung der Arten ermöglicht sich permanent verändernde Blühbilder von Juni bis in den Herbst hinein.
Einfach im April auf eine freie Fläche aussäen und warten.

 

Blumensamen Bienen – Saatgut Ein- & Mehrjährig enthält 50 g Samen

 

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Neu beschrieben:

  • die südost-asiatische Karpfenfischgattung Henicorhynchus ist überarbeitet worden. Dabei „sank“ die Artenzahl auf fünf, jedoch wurde die Gattung Gymnostomus wieder als gültig aufgestellt.  DOI: 10.1643/CI-19-304 
  • Micryletta immaculata heißt eine neu beschriebene Froschgattung von Hainan, China. Link zur Erstbeschreibung
  • Auch die Verbreitungsmuster der Engmaulfrösche im Amazonasgebiet haben Wissenschaftler klären können. Dabei zeigt sich eine spektakuläre Diversifikation der Phänotypen:
  • Aus Brasilien haben Wissenschaftler eine bisher unbekannte amerikanische Lanzennotter erstbeschrieben. Bothrops oligobalius heißt sie jetzt.

Wo man nach „neuen“ Arten suchen soll

Ökologen haben in „Nature Ecology & Evolution“ eine Karte herausgegeben, auf der abgelesen werden kann, wo die Wahrscheinlichkeit, eine bisher unbekannte Art zu entdecken, am höchsten ist. Dabei differenzieren sie in Säugetiere, Vögel, Reptilien und Amphibien.

 

Co-Autor Mario Moura ist ein leidenschaftlicher Taxonom, der es fast als persönliche Beleidigung aufnimmt, dass 85% aller Arten unbeschrieben sind. Er sagt dazu „Die Chancen, entdeckt und beschrieben zu werden, sind nicht für alle Arten gleich.“ Große Säugetiere, die in der Nähe von Menschen leben, haben wesentlich bessere Chancen, als winzige Frösche, die in kaum erreichbaren Regenwäldern leben (ob das ein Vorteil ist, sei dahin gestellt).

 

„Unser Ansatz ist, bekannte Arten dazu zu nutzen, Unbekannte vorherzusagen“, so Moura. Über zwei Jahre haben er und Mitautor Jetz alle 32.000 bekannten Wirbeltierarten (ohne Fische) nach Größe, Habitat und neun weiteren Attributen untersucht, darunter die Zahl der Forscher, die sich mit der Art beschäftigten. Mit diesen Daten fütterten sie ein Computermodell, das die Artendichte in einem Lebensraum vorhersagt und davon die Zahl der bekannten Arten abzieht.

 

Insgesamt kam eine Karte mit einigen deutlichen Hotspots heraus: Mehr als 10% der unentdeckten Landwirbeltiere leben in je einem der Hotspots Brasilien, Madagaskar, Kolumbien, dazu 5% in Indonesien. Insgesamt erwarten Moura und Jetz 70% aller unentdeckten Landtiere auf 10% der Landfläche.

 

Also: Karte studieren, Forschungsgenehmigung einholen und los!

 

Ach ja, der Link zur Karte ist natürlich nicht geheim: Map of life


Hund beißt Postboten – Hundebesitzer verklagt Postboten

Das ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Der Hundebesitzer hatte das Gartentor offen gelassen, so dass sein Jagdhund im Mai 2018 entkam und einen Postboten in den Oberschenkel biss. Der Postbote war vier Wochen dienstunfähig, die Versicherung des Halters zahlte ein (vergleichsweise hohes) Schmerzensgeld von € 1500,-

Münsterländer
Häufig werden Münsterländer als Jagdhunde genutzt (Symbolbild!)

Soweit wäre die Sache erledigt. Doch der heute 79jährige Hundebesitzer hat den Briefträger verklagt, weil er sich einem Strafverfahren ausgesetzt sah. Dafür fordert er nun Schmerzensgeld. Der heute 79jährige Hundehalter erklärt, sein Hund habe den Postboden „gezwackt“, weil der Postbote „unangemessen reagiert“ habe. Daher verlangt der Hundebesitzer, dass der Postbote nicht mehr behaupten darf, er sei Opfer einer Bissattacke durch den Hund geworden und dass der Hund gefährlich sei.

 

Sollten sich Postbote und Hundebesitzer nicht einigen, kommt es im Mai zum Termin am Bonner Landgericht. Ich würde den Fall gerne verfolgen.

 


Kurz gemeldet

Rezent im Meer

  • Diesmal keine Fake-Meldung: In den Kanälen von Venedig haben Beobachter tatsächlich Delfine, vermutlich Große Tümmler gefilmt. Die Aufnahmen sind (trotz des blauen Wassers!) eindeutig der Lagunenstadt zuzuordnen. Siehe unten (Zu guter Letzt)
  • Das selbe hat New York zu bieten, auch wenn es sich hier um Gemeine Delfine handelt. Im East River vor dem Stadtteil Brooklyn tummelte sich am 23. März eine Schule dieser Tiere – natürlich von zahlreichen New Yorkern gefilmt. Fox5 weiß mehr

Rezent an Land (Deutschland)

Drohender Uhu
Uhus sind beeindruckende Vögel, und zum Glück breiten sie sich wieder aus.

 

  • Aus dem Garten eines Mehrfamilienhauses in Düsseldorf hat die Feuerwehr ein entkräftetes Fuchsbaby gerettet. Es war einen Hang herunter gerutscht und kam ihn aus eigener Kraft nicht mehr hoch. Die Rettungskräfte brachten den unterkühlten Fuchs in eine Tierauffangstation, von wo er so bald wie möglich wieder ausgewildert werden soll. WDR am 13.03.21
  • In einem ungenannten Supermarkt in Hessen hat ein Azubi eine große Spinne in einer Bananenkiste entdeckt. Da es sich um die giftige Phoneutria nigriventer handeln könnte, rief man die Feuerwehr. Diese zog die Bananenkiste ins Freie, betäubte das Tier mit einem CO2-Löscher und tötete sie. Um welche Spinnenart es sich handelt, ist noch unbekannt und wird vermutlich nie veröffentlicht. n-tv am 14.03.21
  • in einem Wald bei Langenfeld (Rheinland) hat eine Frau eine Vielzahl von Farbmäusen ausgesetzt. Da diese Tiere als Haustiere gezüchtet werden, haben sie draußen keine Überlebenschance. Deswegen sammelten mehrere Polizeibeamte insgesamt etwa 60 Tiere ein und brachten sie in ein Tierheim. WDR am 15.03.21
  • In Balve, im Märkischen Kreis (NRW) hat die Polizei am Mittwoch, 10.3. einen leicht verletzten Uhu von einer Bundesstraße aufgesammelt. Ein Autofahrer hatte das Tier entdeckt, die Polizei alarmiert und so lange den Verkehr um die verletzte Eule herum geleitet. Das Tier ist ein einer Auffangstation gelandet und wird vom Tierarzt behandelt.

Neues von den deutschen Wölfen

Ein Wolf liegt auf einer Baumwurzel
Der Wolf kommt, die Frage ist, wie die Gesellschaft mit ihm umgeht.

 

  • In Swisstal, am Rand der Ville, vor den Toren Bonns wurden im Februar auf einer Weide fünf Schafe gerissen. Jetzt hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz dem betroffenen Landwirt mitgeteilt, die DNA-Analyse am Riss habe die Beteiligung eines Wolfes bewiesen. Er hat damit Anrecht auf Entschädigung. Der WDR drückt mit der Meldung, dass zwei Lämmer ohne Mutter aufwachsen müssen, kräftig auf die Tränendrüse. WDR am 19.03.21
  • Dazu passt die Meldung, dass ein totes Schaf, das Ende Februar in der Eifel bei Nettersheim (nur 30 km Luftlinie von Swisstal entfernt) gerissen wurde, ebenfalls einem Wolf zum Opfer fiel. Der WDR ergänzt, dass die Wölfe im Oberbergischen und Westerwald Junge haben.

Rezent an Land (außerhalb Europas)

  • Die IUCN stuft die afrikanischen Waldelefanten als „vom Aussterben bedroht“ ein. In den vergangenen 30 Jahren seien die Populationen um 86% zurück gegangen – nein, sie sind zusammengeschossen worden, da der Hauptgrund für den Rückgang die Elfenbeinjagd ist.
    Der Elfenbeinhandel ist weltweit kriminell organisiert und kaum kontrollierbar, nur 10% des geschmuggelten Elfenbeins wird überhaupt entdeckt, so Daniela Freyer von der Tierschutzorganisation Pro Wildlife.

Rezent aus dem Süßwasser

  • In Plettenberg im Sauerland machten Spaziergänger eine ungewöhnliche Entdeckung. Nach dem Schneeschmelze-Hochwasser fanden sie den Kadaver eines störartigen Fisches, etwa 10 m vom Ufer der Lenne entfernt. Das Tier war bereits vertrocknet und in einem fortgeschrittenen Verwesungszustand.
    Das Nachrichtenportal come-on hat den Fisch als Sterlet identifiziert. Hiermit sind einige Mitglieder des NfK nicht einverstanden, Acipenser ruthenus oder ein Hybride, z.B. ein Bester stehen ebenfalls in der Diskussion. Da dem Kadaver die Hautknochen fehlen, ist die Identifikation anhand des Fotos kaum möglich. Come-on am 18.03.21

Strandfunde

  • Auf Okinawa ist vor einiger Zeit ein 4,78 m lange Longman-Schnabelwal gestrandet. Das junge Männchen wurde im Churashima Research Center untersucht, die Ergebnisse in Aquatic Mammals publiziert. Longman-Schnabelwale gehören zu den am wenigsten bekannten Walen, nur etwa 20 Tiere sind in den letzten 100 Jahren gestrandet. DOI: https://doi.org/10.1578/AM.47.2.2021.153
  • Auf Valentia Island im äußersten Südwesten Irlands hat sich ein Walross niedergelassen. Es handelt sich hierbei um ein Jungtier, das etwa 2 m lang ist. Die Stoßzähne erreichen gerade 30 cm. Walrosse verirren sich selten in die gemäßigten Zonen, aber aus Irland gibt es seit 1980 etwa 20 Nachweise. Quelle: RTE.ie am 15.03.21
    Das Walross wanderte bald weiter und wurde kurze Zeit später an der Küste von Wales beobachtet.
  • Am Blyth Beach, am Nordrand der Agglomeration Newcastle upon Tyne ist ein Buckelwalkadaver angespült worden. Das Tier ist etwa 11 m lang und in der Nacht auf den 19.03.21 angeschwemmt worden. Es weist bereits Zeichen des Verfalls auf. Möglicherweise ist der Kadaver mit einem letzte Woche, 50 km weiter nördlich offshore gemeldeten toten Wal identisch. Quelle: The Northern Echo 19.03.21
  • Die Untersuchung eines Kleinen Schwertwals (Pseudorca crassidens), der im Februar tot bei Maui auf Hawaii angeschwemmt wurde, hat einige neue Erkenntnisse ergeben. Das Labor fand die Schnabelteile von 25 pelagischen Oktopussen im Magen. Bisher war nicht bekannt, dass sie zum Nahrungsspektrum gehören. Quelle: University of Hawaii
  • In der Nähe von Coff’s Harbour in New South Wales, Australien ist ein Blainville-Schnabelwal (Mesoplodon bidens) gestrandet. Im Rahmen der Partnerschaft des Dolphin Marine Rescue Animal Rehab Trust und dem Aboriginal Land Council wurde das Herz des Tieres den Ureinwohnern übergeben. Die als „traditionelle Landbesitzer“ geltende Gemeinde wird es im Rahmen einer Zeremonie beerdigen.
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Individualtierschutz contra Arterhaltung: Das Dilemma der überzähligen Zootiere

Ein Urteil des Amtsgerichts Magdeburg sowie seine Bestätigung durch das Oberlandesgericht Naumburg laufen auf ein grundsätzliches Euthanasie-Verbot für überzählige Zootiere hinaus, auch wenn diese im Rahmen eines Erhaltungszuchtprogramms geboren werden. Auf Grund einer umfassenden Würdigung ethischer, juristischer und tiergartenbiologischer Argumente sowie unter Berücksichtigung der öffentlichen Akzeptanz kommen die Autoren zu der Schlussfolgerung, dass in begründeten Ausnahmen die angst- und schmerzfreie Tötung – möglichst mit anschließender Verfütterung – nicht im Widerspruch zu moralischen und rechtlichen Normen steht. Eine solche Lösung sollte aber nur unter der Bedingung einer umfassend artgerechten Haltung, die per definitionem eine Möglichkeit zur Vermehrung einschließt, toleriert werden.

 

Individualtierschutz contra Arterhaltung ist 2012 bei K. Schüling erschinen und von zahlreichen führenden Köpfen der deutschen Zooszene verfasst, wie Klaus Eulenberger und Jörn Junhold.

 

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Aus Zoos und Museen

  • Im Zoo Heidelberg sind Ende Februar drei junge Sumatra-Tiger auf die Welt gekommen. Noch ist das Geschlecht der Tiere unbekannt. Sumatra-Tiger gehören zu einer der am meisten in Bedrängnis stehenden Tiger-(Unter-)art.
  • Weniger erfreulich ist der Tod aller Schwarzschwanz-Seidenaffen im Duisburger Zoo. Die vier Tiere starben laut dem Ergebnis einer pathologischen Untersuchung an einer Veränderung von Leber, Niere und Milz, die zu einem Organversagen geführt hat. Warum das in kürzester Zeit bei allen vier Tieren unterschiedlichen Alters aufgetreten ist, ist noch offen. Corona sei nicht beteiligt, die Lungen der Tieren seien unauffällig, so der Zoo auf seiner Facebook-Seite.
  • Im belgischen Zoo Pairi Daiza bei Mons hat ein Großer Panda einen Tierpfleger schwer verletzt. Der Pfleger hatte in einem Korridor aus ungeklärter Ursache direkten Kontakt mit dem vierjährigen Tian Bao gehabt. Dieser hat den Pfleger an einem Arm und einem Bein verletzt. Kollegen konnten den Bären wegbringen, ohne ihn zu verletzen. Der Zoo hat – wie die meisten Zoos – jeden direkten Kontakt von Menschen mit ausgewachsenen Pandas verboten.
  • Der Dortmunder Nashorn-Jungbulle Willi ist tot. Er starb am Dienstag, 23.3.21 in Folge kolikartiger Bauchschmerzen, die weder Pfleger noch Tierärzte lindern konnten. Am Ende wurde er eingeschläfert.
    Die Obduktion zeigte, dass Willi an einem zweifachen spontanen Darmverschluss und in dessen Folge an einer Vergiftung litt. Beides war veterinärmedizinisch nicht behandelbar.
    Seit seiner Geburt Anfang Januar 2020 war Willi in den sozialen Medien ein Star geworden, weil der Zoo immer wieder Videos von ihm online stellte.

Zu guter Letzt:

 

 

 




Kryptozoologische Presseschau 06/2021

Liebe Leserinnen und Leser,

 

eigentlich bin ich es Leid, schon wieder über Corona schreiben zu müssen. Aber leider hat die Bundesregierung den Hilfeschreien sowohl der überforderten Eltern wie zahlreicher Branchenvertreter nachgegeben und in Angesicht einer dritten Coronawelle erst einmal die schrittweise Aufhebung des Lockdowns beschlossen und bereits begonnen.

Das Click & Collect-System, mit dem Waren in Geschäften vorbestellt und zu einem bestimmten Zeitpunkt abholen kann, ist sicher ein guter Weg, den Geschäften Luft bzw. Umsatz zu verschaffen und die Infektionszahlen dennoch kurz zu halten. Das hätten wir bereits spätestens im Herbst auch im Lebensmittelhandel einführen sollen, es hätte eine Menge Infektionen und damit Leid vermeiden können.
Die schrittweise Öffnung der „Freizeitattraktionen“ hingegen ist blöd. 82 Millionen Bundesbürger scharren mit den Füßen, „endlich“ wieder etwas unternehmen zu können. Hätte man alle Attraktionen (vom Baumarkt bis zum Freizeitpark, vom Restaurant bis zum Museum) gleichzeitig geöffnet, hätten sich die Menschen gut verteilt. So konzentrieren sie sich auf wenige, die Erwartungen sind groß, es wird voll werden. Werden die Erwartungen erfüllt? Eher nicht. Frust und Infektion kommen Hand in Hand.

 

Und noch ein weiteres Problem hat sich ergeben. Der Europäische GerichtsHof EuGH hat ein Grundsatzurteil zum Framing gesprochen. Beim Framing wird innerhalb eines Frames eine fremde Webseite dargestellt, z.B. wie wir es hier machen, um eine Karte von Google Maps darzustellen. Der bisherige Status war: „Das steht bereits im Netz, der Rechteinhaber will es also verbreiten, dann ist es egal, wer die Inhalte darstellt.“ Der EuGH ist zwar grundsätzlich dabei geblieben, erlaubt das Framing aber nur noch, wenn der Anbieter der „geframten“ Seite damit einverstanden ist.

Wir framen nur mit Erlaubnis, und auch kaum etwas anderes als Google Maps und youtube. Allerdings kuratieren wir Inhalte, vor allem in der Presseschau und dem Wort zum Sonntag. Die Zukunft wird zeigen, ob andere Gerichte einen Analogieschluss zum Kuratieren ziehen. Einige Seiten versuchen bereits, das zu verhindern, sei es mit Rechtsklick-Sperre oder webp-Bilddateien.

 

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen und bleibt gesund!

 

Eurer / Ihr

 

Tobias Möser

 

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Die Geschichte des Lebens

Über Milliarden Jahre entwickelten sich Fische zu Landbewohnern, Reptilien zu Vögeln, Primaten zu Menschen. Dies ist die größte Geschichte der Welt und sie ist oft erzählt worden. Angefangen von den Mythen der Ägypter über die Schriften der Erlöserreligionen bis zu den modernen Geo- und Biowissenschaften, alle versuchen sie, die Welt und ihre Geschichte zu erfassen und zu erklären. Paläontologie und Geologie haben im 19. und 20. Jahrhundert neue Instrumente ins Orchester gebracht, so dass sich die Erzählung stark wandelte.

Doch die moderne Paläontologie steht derzeit an einem entscheidenden Wendepunkt: Die Entdeckung von DNA und die fortschreitende Technisierung eröffnen dem Wissenschaftszweig neue Möglichkeiten. Die Untersuchung von Fossilien mithilfe von DNA hilft der Forschung dabei, die zentralen Fragen unserer Existenz zu beantworten: Wie kommt es zu den großen evolutionären Veränderungen? Ist unser Dasein auf der Erde das Produkt reinen Zufalls? Oder hätte es gar nicht anders kommen können?

 

»[Shubins] vier Milliarden Jahre umspannende Geschichte – von alten Fossilien bis hin zur DNA – zeigt einer breiten Leserschaft das wahre Bild der Wissenschaft, mit einnehmenden Porträts großer Forscher aus der Vergangenheit und Gegenwart.« Nature

 

Die Geschichte des Lebens: Vier Milliarden Jahre Evolution entschlüsselt ist am 21. Februar 2021 erscheinen und war sofort Bestseller in Sachen Naturgeschichte. Es hat 352 Seiten auf deutscher Sprache.

 

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Die Meldungen im Einzelnen:

US-„Expeditions-Serie“ behauptet (nicht), Bigfoot-DNA gefunden zu haben

Wir hatten bereits einmal von der US-Serie „Expedition Bigfoot“ berichtet. Die Serie macht in der Summe einen konventionellen Eindruck und kommt bei Wildlife-Experten eher schlecht weg, hat aber viele Fans. Wir berichteten, als man behauptete, Bigfoot mit einer passiven Infrarot-Kamera gefunden zu haben. Kurz: Viel Lärm um ein paar bunte Flecken, die von Pizzabote bis zum pupsenden Bär alles hätten sein können.

 

Kentucky Cumberland Falls
Sind in den Bergen Kentuckys Schimpansen unterwegs?

 

Jetzt, etwa 16 Monate später meldet sich die Serie wieder zu Wort. Offenbar ist man zwischenzeitlich von Oregon nach Kentucky umgezogen, warum auch immer. Dort haben die Protagonisten Bodenproben u.a. unter großen „Baumstrukturen“ genommen und auf Umwelt-DNA untersucht.
Daraufhin vermelden sie folgendes (Übersetzung: Verfasser): „Während der Filmaufnahmen in den Appalachen Kentuckys haben wir eDNA aus der Erde unter einer großen Baumstruktur gesammelt. Sie zeigt unerwartete und erstaunliche Ergebnisse.“ Weiter schreiben sie „Miroslava Munguia Ramos, Projektmanager im UCLA California Umwelt-DNA-Programm hat die Proben analysiert. Das sind ihre Ergebnisse:

  • Wir haben die Bodenproben (…) erhalten und analysiert. (…) Unsere Software führt die sogenannte Metabar-Codierung durch. Alle DNA-Spuren, die wir nachweisen konnten, werden mit veröffentlichten Genomen verglichen. Wir finden ziemlich häufig menschliche DNA, weil es fast überall menschliche Spuren gibt.
  • Ich fand sehr interessant, dass wir in diesen Gebieten menschliche DNA entdeckt haben. Aber wir sehen auch andere Primaten-DNA. Es gibt nicht nur einen menschlichen Primaten, es gibt mehrere unterschiedliche Primaten, die Daten lassen auf eine Art Primatenverwandter schließen.
  • Pan troglodytes (der Große Schimpanse) ist eine Art, die man in der Gegend nicht erwarten würde. (…) Für die Bewertung ist wichtig, dass die Zahl der Einzeltreffer das Vertrauensniveau eines Nachweises erhöht. Suchen wir nach der Gattung Pan, haben wir 3000 Einzeltreffer. [Sie gibt nicht an, ob das viel oder wenig ist]

Wie im Kommentar zu Leif Inselmanns Artikel über „Die weißen Mumien von Nazca“ erwähnt, greift auch hier die Macht der Suggestion. Mit keinem Wort haben Frau Dr. Ramos oder die Mitglieder der Expedition oder Produktion erwähnt, dass die Sequenzen von einem Bigfoot stammen könnten, trotzdem steht es groß und blinkend in den Köpfen der Zuschauer.

 

Die Meldung kommt natürlich passend zum Staffelfinale, das auch die Analyse der neuen „Beweise“ zeigt und am 28. März gesendet wird.

 

Quelle: comicbook.com


Flussmonster im kanadischen Ottawa – unter dem Eis?

Rideau Canal Skateway
Der Rideau Canal Skateway ist ein 7,8 km langes, extra zum Eislaufen hergerichtetes Stück eines Kanals in Ottawa. Foto: visitrideaucanal.com

 

Der Rideau Canal Skateway mitten in der kanadischen Hauptstadt Ottawa wurde am 22. Februar unerwartet geschlossen. Mehrere Berichte waren beim Betreiber eingegangen, ein Flussmonster sei unter dem Eis entdeckt worden war. Stammgäste des Skateways gaben an, am frühen Morgen ein großes, schuppiges Monster durch das Eis brechen zu sehen, was zur anschließenden Schließung führte.

 

Froy Zonn, ein Student, erinnert sich daran, wie er dem Monster beinahe begegnet wäre, als er einen Late-Night-Skate machte. „Ich habe mich nur um meine eigenen Angelegenheiten gekümmert, als das Eis anfing zu rumpeln. Ich dachte, es wäre für eine Minute mein Magen“, sagte Zonn. Er hatte nur einen Döner gegessen.

„Ich war mir nicht sicher, ob ich nur übermüdet war, aber ich sah eine riesige dunkle Gestalt unter mir unter dem Eis schwimmen. Ich hatte solche Angst, dass ich an Land sprang und nach nur 20 Minuten nach Hause ging. “

 

Der Ottawa Police Service hat angekündigt, dass sie ungefähr ein halbes Dutzend verschiedene Berichte in Bezug auf ein Kanalmonster erhalten haben. Obwohl sie sich ursprünglich geweigert hatten, die Angelegenheit zu untersuchen, da „Monster nicht unserer Gerichtsbarkeit unterliegen“, wird es in der folgenden Woche eine Zusammenarbeit zwischen ihnen und der Tierkontrolle geben.

 

Di Daniels, auch Studentin, ist mit Berichten über ein Kanalmonster ziemlich vertraut: „Sie sind wie das Monster von Loch Ness, aber tatsächlich tödlich“, sagte sie. „Viele Einheimische bezeichnen es als ’Maple‘, weil es der kanadischste Kosename ist, an den Kinder denken können.“ – „Die Leute reagieren über – Maple hat seit vielleicht einem Jahr niemanden mehr verletzt. Solange du nicht zu spät skatest oder den Fluss verschmutzst, wirst du überleben … wahrscheinlich. “

 

Quelle: https://thefulcrum.ca/

 

Seit dem 25.2. ist das Eislaufen auf dem Rideau Canal verboten. Die Saison ist offiziell beendet.


Tintenfische bestehen Intelligenztest für Kleinkinder

Tintenfische sind als Weichtiere mit Muscheln und Schnecken verwandt. Nicht gerade eine Gruppe, der man besondere geistige Leistungen zutraut, dennoch sind einige Kopffüßer ungewöhnlich clever.

Ein in der Pädagogik üblicher Intelligenztest für Kleinkinder ist der Stanford-Marshmallow-Test. Ein Kind wird in einen Raum mit einem Marshmallow gebracht. Ihm wird gesagt, wenn es schaffen, den Marshmallow 15 Minuten lang nicht zu essen, bekommen es einen zweiten Marshmallow und darf beide essen.
Diese Fähigkeit, die Befriedigung zu verzögern, zeigt kognitive Fähigkeiten wie zukünftige Planung und wurde ursprünglich entwickelt, um zu untersuchen, wie sich die menschliche Kognition entwickelt. Insbesondere in welchem ​​Alter ist ein Mensch klug genug, um die Befriedigung zu verzögern, wenn dies später zu einem besseren Ergebnis führt.

 

Tintenfisch
Sepia officinalis

 

Da der Test sehr einfach ist, kann er für Tiere angepasst werden. Man muss sie nur vorher trainieren, so dass sie verstehen, dass sie nach einiger Zeit eine größere oder bessere Belohnung bekommen. Einige Primaten und einige Hunde können soweit vorplanen, die kurzfristige Befriedigung für eine bessere Belohnung zu verschieben. Auch Rabenvögel können das.

Im vergangenen Jahr haben Tintenfische (Sepia officinalis) eine Unterwasser-Version des Marshmallow-Tests bestanden – und noch weitere Zeichen für besondere Intelligenz gezeigt.

 

 Nature Science Alert hat das Ganze als Volltext mit weiterführenden Links


Virus macht Koalas anfällig für Krebs

Ein bestimmtes Virus macht Koalas anfällig für Krebserkrankungen. Das Koala-Retrovirus (KoRV) habe innerhalb der letzten 50.000 Jahre die Keimzellen von Koalas infiziert, hat ein internationales Forscherteam unter Leitung des Berliner Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) in Nature Communications.

Das Virus-Genom verändert die Aktivität von Genen, die mit der Krebsentstehung in Verbindung stehen. So könnten befallene Tiere ein erhöhtes Krebsrisiko haben. Einige Retroviren sind in der Lage, ihre Gene in Keimbahnzellen der Wirte einzuschleusen. Die Erbinformationen werden dann mit dem Tier vererbt, das Virus „lebt“ im Genom der Wirtsart weiter, ohne dass es als Viruspartikel in Erscheinung treten muss. Diese endogenen Retroviren haben Forscher bei nahezu allen Wirbeltieren gefunden, beim Menschen machen sie etwa 8% des Genoms aus. Da sie nur noch selten in eine aktive Form gebracht werden können, richten sie normalerweise keinen Schaden an.

 

Koala
Die Koalas blicken einer unsicheren Zukunft entgegen

 

Bei den Koalas ist das aktuell anders. Das KoRV ist erst vor biologisch kurzer Zeit, vor etwa 50.000 Jahren ins Genom eingedrungen. Seine Sequenzen liegen oft in der Nähe der Gene, die für die Kontrolle des Zellzyklus und damit der Entstehung von Krebs verantwortlich sind. Kommt es zu einem Fehler bei der Replikation, kann das Virenerbgut eines dieser Gene zerstören, die Wahrscheinlichkeit für Krebs steigt.


„Enormes Seemonster“ an der britischen Kanalküste angeschwemmt

Ein Seemonster?
Ein großer Conger am Strand von Ferring Beach. Foto: Gina Woods, die das Tier entdeckt hat.

 

Das Seebad Ferring ist eines der weniger bekannten britischen Seebäder. Es liegt südlich von London an der Kanalküste. Am 21.2. kam es hier zu einem seltsamen Ereignis: Neben einem etwa 2 m langen toten Conger-Aal waren auch mehr als 30 Spinnenkrabben einer nicht näher genannten Art angeschwemmt.

Bereits Anfang Februar sind sind am 25 km entfernten Selsey hunderte Seesterne, aber auch Rochen, Delfine und Portugiesische Galeeren gestrandet.

 

Sussex Live berichtete 

 

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Die Heinroths, ihre 1000 Vögel und die Anfänge der Verhaltensforschung

Oskar Heinroth und seine ebenso passionierte Frau Magdalene gelten als Begründer der Verhaltensforschung. Über 30 Jahre lang zogen sie in ihrer Wohnung aus den Eiern, die sie selbst gesucht hatten oder überreicht bekamen, heimische Vögel auf, beobachteten ihre Verhaltensweisen und dokumentierten sie in Text und Bildern. Für Naturkundler des frühen 20. Jahrhunderts war ein Besuch in der Vogelwohnung der Heinroths das „Non plus ultra“. Heute sind diese beiden Forscher fast vergessen. Neben der Lebensgeschichte des Forscherpaares enthält das Buch die Beschreibungen von über 100 heimischen Vogelarten von Amsel bis Ziegenmelker. Das historische Bildmaterial wird ergänzt durch Originaltexte und Zitate.

 

Die Vogel-WG ist 2020 in der 2. Auflage bei Knesebeck erschienen, hat 272 Seiten und kostet als gebundenes Buch 22 €.

 

Mit dem Kauf über den Link unterstützt ihr den Betrieb dieser Website.

Neue Kinderstuben der Mittelmeer-Mönchsrobben gefunden

Wissenschaftler haben in Nordzypern bisher unbekannte Kinderstuben der Mittelmeer-Mönchsrobbe entdeckt. Die Mittelmeer-Mönchsrobbe gehört zu den seltensten Robben der Welt, es gibt noch etwa 700 Tiere der Art.

Mittelmeer-Mönchsrobbe
Mittelmeer-Mönchsrobbe (Foto: V. Andreou)

Die Entdeckung haben sie in der Zeitschrift Oryx – The International Journal of Conservation veröffentlicht. In einer Pressemitteilung erklären die Autoren, dass 2007 bei einer Untersuchung der Küste in der Region 39 Höhlen identifiziert wurden, die als Brutstätte für Mönchsrobben geeignet waren. In einer der Höhlen sind zwischen 2016 und 2019 drei Jungtiere geboren worden.

Naturschützer können nun darauf hinarbeiten, Höhlen bevorzugt zu schützen, um den Fortbestand der Art zu sichern. „Die Gegend entwickelt sich schnell, insbesondere durch den Bau von Hotels“, sagt Dr. Robin Snape vom Exeter Centre for Ecology and Conservation. „Die wichtigste Kinderstube liegt in einem Gebiet ohne Naturschutz. Wir arbeiten mit den lokalen Behörden zusammen, um das zu ändern.

Durch den jahrtausendelangen Jagddruck wählen schwangere Mönchsrobben meist nur von See zugängliche Höhlen oder sehr abgelegene Strände, um Jungtiere zu gebären.


USA: Schmetterlinge verschwinden – aus unerwarteten Gründen

Half Dome im Yosemite NP
Auch der Yosemite-Nationalpark gehört zur Sierra Nevada

 

Die Ökosysteme der Welt befinden sich in einer Insekten-Apokalypse, tausende von Arten werden immer seltener oder verschwinden komplett. Vor allem die Landnutzung und Verwendung von Insektiziden in der Landwirtschaft und durch Privatleute spielen hier eine große Rolle.

US-Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass auch Schmetterlinge (als Beispielarten) in weitgehend unberührten Lebensräumen wie der Sierra Nevada im Westen der USA verschwinden. Grund hierfür ist eine verlängerte Wärmeperiode im Herbst. Auch diese ist menschengemacht und hängt direkt mit dem globalen Klimawandel zusammen.

 

Über die Studie berichtete Science

 


Südamerikas Flusspferde erhitzen die Gemüter

Flusspferde
Zwei Flusspferde (Beispielfoto, nicht in Kolumbien)

 

Drogenbaron Pablo Escobar ist schon lange tot, aber die Flusspferde, die er für seinen Privatzoo nach Kolumbien importierte, gedeihen prächtig. Kolumbien sucht nun nach einer Lösung, die inzwischen 80 Flusspferde wieder los zu werden. Auf der einen Seite bringen sie viele Touristen, die etwa 50 € für eine Bootsfahrt zu den Tieren zahlen, auf der anderen Seite stören sie den Regenwald deutlich und sind eine Gefahr für die Einwohner.
Die einfachste Lösung „esst sie auf“ hat ein Gericht bereits 2012 verboten. 2009 hatten Soldaten aufgrund einer Anweisung des Umweltministeriums einen umherstreifenden Flusspferdbullen erschossen und auf Fotos mit dem Kadaver posiert. Dies führte 3 Jahre später zum Verbot.

 

„Letztlich sind es unschuldige Tiere“, sagt die Journalistin Monica Valdés. „Aber sie wurden von der Narco-Kultur benutzt – und werden es bis heute.“

Für Antonio von Hildebrand, Macher des Films „Pablo’s Hippos“, haben Narcos – Drogenhändler – „Ähnlichkeiten mit Nilpferden. oder zumindest Pablo Escobar hatte sie. Sie sind pummelig, haarlos, extrem aggressiv, nicht besonders intelligent, aber sehr stark, und alles, was sie tun, ist für Territorium und Weibchen“.

 

Die Nilpferde bleiben umstritten. Sie sind ein Symbol für Escobar, aus der Sicht der einen das personifizierte Böse, für die anderen eine Art südamerikanischer Robin Hood. Eine Tötung ist gegen den Willen der Bevölkerung kaum umsetzbar, jetzt liegt die Hoffnung auf der chemischen Kastration.

 

Quelle: n-tv


US-Tourist gewinnt Loch Ness Fotowettbewerb

US-Touristin Natasha Heidlage konnte das Gewinnerfoto au einer Reise nach Schottland aufnehmen. Sie war zusammen mit dem Piloten Matt Smeller (47) unterwegs. Matt starb drei Monate nach dem Trip zuhause in Dallas an einer seltenen Viruserkrankung.

Natasha sandte ein Foto ein, von dem Matt glaubte, es zeige Nessie. Zu sehen ist eine Art Bugwelle eines Schiffes, teilweise überlagert von einem scharf abgegrenzten dunklen Bereich. Sie gewann 1000 Pfund aus dem jährlichen „William Hill Award“ für die beste Nessie-Sichtung:

 

Zeigt dieses Bild Nessie oder nur den Schatten des Bootes?

 

Quelle: The Scotsman mit einigen weiteren Informationen


Roboterfisch soll in die Tiefsee vordringen

Ein chinesisches Team von der Uni in Hangzhou hat einen Roboterfisch entwickelt, der bis in die größten Tiefen des Marianengrabens vordringen können soll. Das Bemerkenswerte an diesem Gerät ist nicht die Druckfestigkeit, auch wenn sie von den Medien immer wieder hervorgehoben wird.

Der 22 cm lange Roboter hat nur wenige harte Strukturen und enthält keinerlei Gase, die komprimiert werden könnten. Der Antrieb erfolgt über „künstliche Muskeln“, Elastomere, die unter angelegter Spannung ihre Form verändern. Damit bewegt er die Brustflossen ähnlich wie einen Vogelflügel, allerdings mit wesentlich geringerem Ausschlag. So kann er immerhin eine Geschwindigkeit von 5,19 cm pro Sekunde erreichen – für einen Tiefseefisch, der Energie sparen muss, ist das eine realistische Geschwindigkeit.

Einen Feldtest im Marianengraben hat er bereits überstanden. Dabei war er noch fest mit einem metallenen Tiefseeroboter verbunden, der das Ganze filmte. Seinen „Freischwimmer“ hat der kleine Fisch in 3224 m Tiefe im südchinesischen Meer gemacht.

Bisher sind klassische Roboter mit Metallgehäuse und Propellerantrieb noch schneller. Dennoch ist der Ersatz starrer Schutzgehäuse durch eine Verteilung der Elektronik, die in ein weiches Material eingebettet wird, eine Innovation. Wer weiß, wie viele Tiefseetiere vor den heutigen Robotern fliehen. Ein Roboterfisch, der aussieht und schwimmt wie ein Fisch ist sicher ein geeignetes Beobachtungsgerät.

 

Siehe „Zu guter Letzt“

 

Quelle: Li, G., Chen, X., Zhou, F. et al. Self-powered soft robot in the Mariana Trench. Nature 591, 66–71 (2021). https://doi.org/10.1038/s41586-020-03153-z


Südbaden: Feenkrebse im launischem Teich

Eubranchipus grubii ist eine andere in Deutschland vorkommende Feenkrebsart (Symbolbild, Foto: Christian Fischer)

Der Eichener See im Südschwarzwald ist ziemlich launisch. Mal zeigt er sich, mal ist er „woanders“. Anders als das Wattenmeer hängt dies nicht von Gezeiten ab. Der temporäre See tritt zu Tage, wenn der Boden sehr stark mit Wasser gesättigt ist, z.B. nach der Schneeschmelze oder wenn es sehr viel geregnet hat. Er liegt in einer Senke, unter der eine wasserundurchlässige Schicht liegt, wie eine Schüssel voll Sand, in die man immer mehr Wasser gießt: irgendwann zeigen sich Pfützen.

 

Hartmut Heise, Naturschutzwart am See freut sich, denn so groß wie dieses Jahr ist der Eichener See seit langem nicht mehr gewesen: 270 x 150 m. So ein besonderer See hat dann auch besondere Bewohner. Im See kommen als besonders auffällige Art die Feenkrebse Tanymastix stagnalis vor. Sie schlüpfen bei ausreichend bewegtem Wasser binnen weniger Tage, wachsen heran, paaren sich und legen Dauereier, eigentlich Cysten mit mehrzelligen Embryos ab, die jahrelange Trockenheit überleben können.
Dem ein oder anderen mag diese Lebensweise bekannt vorkommen. Kein Wunder, so leben auch die den Aquarianern bekannten Artemia-Krebse, die immer wieder als Urzeitkrebse in YPS-Heften verkauft werden.

 

Außer Tanymastix stagnalis gibt es noch 10 weitere Feenkrebsarten in Deutschland und nur wenige weitere Gewässer, in denen sie nachgewiesen wurden. Hierzu gehören Nebengewässer des Lech bei Augsburg, das mittlere Elbtal und einen Fundort in Österreich bei Parndorf im Seewinkel.

 

Quelle: n-tv berichtete, allerdings wieder mehr über die Menschen als die Krebse.


Mehrere verschollen geglaubte Arten wieder aufgetaucht

In den letzten 14 Tagen sind ein paar als verschollen bekannte Arten wieder aufgetaucht:

  • Die australische Bienenart Pharohylaeus lactiferus galt fast 100 Jahre als verschwunden. Die letzte Aufzeichnung stammte von 1923. Jetzt haben Forscher sie in den Bundesstaaten New South Wales und Queensland in drei getrennten Populationen wieder entdeckt.
    Die Tiere sind mit 11 mm relativ groß und haben eine markante schwarz-weiße Zeichnung.
  • Die Köcherfliege Limnephilus pati soll seit über 100 Jahren das erste Mal wieder in Großbritannien nachgewiesen worden sein. Ein Insektenfreund hatte die Tiere mit einer Lichtfalle auf der Hebrideninsel Uist gefangen. Alles soweit glaubhaft, aber die Art ist „erst“ 1980 beschrieben worden.
  • Durch Zufall wieder entdeckt wurde die Eidechse Anadia bumanguesa. Sie fiel dem Biologen Elson Meneses, der eigentlich etwas ganz anderes vorhatte, einfach auf den Arm. Die Art wurde seit der Erstbeschreibung 2004 nicht mehr nachgewiesen.
  • Der Tüpfelgrünschenkel (Tringa guttifer) ist einer der seltensten Watvögel der Welt. Von der ostasiatischen Art gibt es weniger als 2000 Tiere in Freiheit. Das Besondere an dieser Art ist: sie baut ein echtes Nest, was Watvögel in der Regel nicht tun. Dazu braucht sie Areale mit lockerem Lärchenbewuchs in Küstennähe, die sehr selten sind. Nach über 40 Jahren wurde jetzt in einer abgelegenen Bucht im Südwesten des Ochotskischen Meers ein Nest beobachtet. Quelle: Birdguides

Australien bestätigt das Aussterben von 13 Arten

Die australische Regierung hat offiziell das Aussterben von zwölf Säugetieren und einer Reptilienart bekannt gegeben. Keine der 13 Arten ist eine Überraschung, alle sind zwischen den 1850ern und 1950ern verschwunden. Nur zwei Arten sind in der letzten Dekade verschollen, beide von Christmas Island im Indischen Ozean. Am 2. März 2021 hat das Department of Agriculture, Water and the Environment (DAWE: Ministerium für Landwirtschaft, Wasser und Umwelt)

  • Die Christmas Island Zwergfledermaus Pipistrellus murrayi, wurde zuletzt 2009 gesehen.
  • Der Christmas Island Waldskink Emoia nativitatis gilt ebenfalls offiziell als ausgestorben, das letzte Weibchen starb 2014 in menschlicher Obhut. Auf der Liste des DAWE wird die Art bezeichnenderweise als Säugetier geführt.
  • Der Percy-Island Flughund Pteropus brunneus ist nur von seinem Holotyp bekannt, der 1859 auf der namensgebenden Insel vor Queensland gesammelt wurde. Es gibt jedoch Unklarheit über Herkunft des Holotyps und Zweifel an der Validität der Art.
  • Die Blaugraue Australische Kleinmaus Pseudomys glaucus kam im südlichen Queensland und nördlichen New South Wales vor. Sie ist nur durch zwei Typusexemplare von 1910 und einen weiteren Fund von 1956 bekannt. Sie ist kein Beuteltier, sondern gehört zu den Langschwanzmäusen.
  • Die Langohrmaus Pseudomys auritus ist mit der Blaugrauen Maus verwandt. Wann sie verschwand, war nach kurzer Websuche nicht feststellbar.
  • Perameles papillon, das Nullarbor Streifen-Bandicoot ist ein Langnasenbeutler. Die Art war bereits um 1940 ausgestorben, wurde aber erst 2018 basierend auf Museumsmaterial als eigene Art erkannt und beschrieben. Sie kam in der Nullarbor-Ebene vor und wurde von Füchsen ausgerottet.
  • Perameles notina, das Südöstliche Streifen-Bandicoot aus Victoria und South Australia gilt ebenso als ausgestorben.
  • Perameles myosuros, das Marl war eine umstrittene Art, die am Swan River in Western Australia vorkam. Sie starb im frühen 20. Jahrhundert aus.
  • Perameles fasciata, das Liverpool-Plains Streifen-Bandicoot galt bereits als ausgestorben, der Status hat sich trotz Beobachtung nicht geändert.
  • Nothomys robustus, die Breitwangen-Hüpfmaus ist nur durch Schädelfragmente aus Gewöllen von Eulen aus der Flinderskette bekannt. Die Speiballen waren vermutlich zwischen 100 und 300 Jahren alt. Da sie auch Knochen der Hausmaus enthielten, hat N. robustus möglicherweise bis in die 1850er überlebt.
  • Die Conilurus capricornensis, die Capricorn-Kaninchenratte ist ein höheres Säugetier und als Art erst 2010 beschrieben worden. Sie ist nur von pleistozänen und holozänen Zahnfossilien aus den Capricorn-Höhlen in Queensland bekannt. Wann und warum sie ausstarb, ist unklar. Verwandte Arten sind durch Lebensraumveränderungen durch Weidevieh, Kaninchen und die Nachstellung durch Katzen ausgestorben.
  • Das Nullarbor Bürstenkänguru, Bettongia pusilla, ist auch nur durch subfossiles Knochenmaterial bekannt. Es gilt als Kryptid, da die Aboriginals der Pilbara-Region mit den Wörtern wirlpa und weelba ein sehr kleines, westlichen Menschen unbekanntes Känguru bezeichnen, von dem sie ausgehen, dass es eine noch lebende Art ist.
  • Eng verwandt ist das Wüsten-Bürstenrattenkänguru. Einziger neuzeitlicher Hinweis ist der Holotypus, ein beschädigter Schädel mit einer linken und rechten Kieferhälfte. Er wurde 1933 einem frischen Kadaver entnommen, der nicht konserviert wurde. Fundort ist in der Nähe eines ausgetrockneten Salzsees im westlichen Northern Territory.

Neu beschrieben:

  • Bei einer Revision der Schabengattung Allacta wurden alleine aus Indien drei Arten neu beschrieben. DOI: 10.11646/zootaxa.4920.2.6
  • Buergeria choui heißt ein hübsch gezeichneter Frosch von den südlichen Ryukyu-Inseln und dem Nordwesten Taiwans. DOI: 10.5358/hsj.39.160
  • Erneut wurde eine Bogenfinger-Gecko-Art beschrieben. Cyrtodactylus zhenkangensis heißt sie und kommt aus Yunnan, China. DOI: 10.3897/zookeys.1021.60402
  • Endemisch auf der Mayotte-Insel der Komoren ist die neu beschriebene Blindschlange Madatyphlops eudelini. DOI:10.1002/ar.24589
  • Amphisbaena elbakyanae ist ebenfalls schlangenförmig, aber eine Doppelschleiche, also eine Eidechse. Sie kommt aus der Orinoco-Gegend in Kolumbien. DOI: 10.3897/vertebrate-zoology.71.e59461
  • Die Riesenkrabbenspinnengattung Thunberga bekam Zuwachs. Peter Jäger vom Senckenberg-Forschungsinstitur in Frankfurt hat 25 neu entdeckte Arten der Gattung beschrieben, die meisten davon zu Ehren von weiblichen und jungen Aktivistinnen.

Kurz gemeldet

Ausgestorben

Rezent im Meer

  • Der Klimawandel verändert auch das Weiße Meer. Viele Organismen könnten dort schon bald ausgestorben sein. Aus diesem Grund fertigt der russische Fotograf Viktor Lyaguschkin Bilder von ihnen an. Wer sie sehen möchte, braucht eine Taucherausrüstung, den er hat die großformatigen Bilder durch Löcher im Eis im Flachwasser versenkt.

Rezent an Land

  • Auf Borneo wurde ein 8jähriger beim Baden von einem Krokodil getötet. Anwohner fingen das (angeblich) sechs Meter lange Krokodil tags darauf und fanden darin die kaum versehrte Leiche des Achtjährigen. Ein in sozialen Medien veröffentlichtes Video zeigt, wie Einsatzkräfte den toten Körper aus dem Leib des Krokodils ziehen. n-tv
  • Der WDR bringt einen längeren Beitrag zur Krötenwanderung und Martin Maschka, der jetzt jede Nacht unterwegs ist und Fangzäune, Eimer und Gullis kontrolliert und auch sonst Amphibien von der Straße holt. Maschka ist auch sonst sehr aktiv als Naturführer, leitet die Wildnisschule Ruhr und den Verein „Artenschutz Ruhrgebiet“.

Strandfunde

  • Im vergangenen Jahr fand ein Fischer in einer Reuse bei Wismar einen über 2,30 m langen Schwertfisch. Dieses Tier soll bald im Deutschen Meeresmuseum in Stralsund ausgestellt werden. Dazu fertigen die Präparatoren einen Abguss.
  • Bei Tolsta auf den Äußeren Hebriden ist ein Buckelwal-Kalb gestrandet. Das Tier vermutlich tot geboren oder starb direkt nach der Geburt. Der Kadaver ist etwa 4,45 m lang und zeigt einen deformierten Unterkiefer.
  • Der Cardigan-Bay-Kadaver ist wieder in den Medien. Gefunden wurde er am 17. Dezember 2020 in der Cardigan-Bay in Wales, Großbritannien. Der Mirror zitiert nun einen Wiederfund an der selben Stelle. Merkwürdig.
  • Auf Phillip Island, in der Nähe von Melbourne, Australien, ist ein 16 m langes Pottwal-Weibchen gestrandet. Die lokalen Behörden warnen vor Haien, die von dem Kadaver angelockt werden. Bisher wurden zwar Proben des Tieres genommen, was mit dem Kadaver passieren soll, ist aber unklar.
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Käuze und Kathedralen

Gesammelte Schriften der Malerin, Essayistin und Kunstgelehrten Anita Albus.
Ihre filigranen kleinformatigen Gemälde und ihre kunsthistorischen Essays haben Anita Albus berühmt gemacht. »In den Bildern von Anita Albus sehen wir die Dinge auf eine Weise, die wir verlernt oder vergessen hatten.« Was Claude Lévi-Strauss über Anita Albus‘ Malerei sagt, gilt ebenso für ihre Schriften. Zu unterschiedlichen Anlässen schreibt und spricht sie über Marcel Proust, Jan Vermeer und Jean-Henri Fabre, erzählt von zwei kleinen Kohlmeisen und einer Schleiereule und von der Lust des Kochens. Diese Geschichten, Essays und Marginalien versammelt der vorliegende Band zu einem ganz außergewöhnlichen Spiegel ihres sinnlichen Denkens und ihrer exakten Formulierungskunst.

 

Käuze und Kathedralen ist 2014 bei S. Fischer erschienen und hat als gebundenes Buch 176 Seiten.

Mit dem Kauf über den Link unterstützt ihr den Betrieb dieser Website.

Aus Zoos und Museen

  • Im Berliner Zoo ist ein kleines Gorilla-Mädchen geboren worden. Seit 16 Jahren ist es das erste Gorilla-Junge, das hier auf die Welt kam. Der Zoo ist nun auf der Suche nach einem passenden Namen.
  • Im eiszeitlichen Wildgehege des Neandertals ist ein kleiner Tarpan auf die Welt gekommen. Der junge Hengst heißt Mogli.
  • Der Leitwolf aus dem Wildpark Eekholt starb an den Folgen von Bissverletzungen, die bei Rangkämpfen mit seinem Bruder aufgetreten sind. Die Wunden waren zwar äußerlich gut verheilt, aber innerlich zu schwer. Am Ende habe sich das Tier immer weiter zurückgezogen und habe das Essen verweigert. „Wir haben ihm die leckersten Sachen vor die Schnauze geworfen. Du kannst so ein Tier nicht zwangsernähren.“, sagte André Rose vom Wildpark der dpa.
  • Große Freude herrscht hingegen im Wuppertaler Zoo. Dort hat ein seltenes Hirscheber-Ferkel das Licht der Welt erblickt. Das Jungtier kam bereits am 3.3. auf die Welt, sein Geschlecht ist noch unbekannt, daher hat es auch noch keinen Namen. In ganz Deutschland gibt es nur etwa 15 dieser bizarren Tiere, außer Wuppertal noch in Berlin, Kronberg und Stuttgart.
  • Zahlreiche Zoos und Museen folgen der Lockerung des Lockdowns und öffnen vorsichtig die Türen. Eintrittskarten gibt es aber nur nach Voranmeldung.

Zu guter Letzt: Der neue Roboter-Fisch

 

 

 




Kryptozoologische Presseschau 05/2021

Liebe Leserinnen und Leser,

 

beim Durchsehen der Meldungen für diese Woche musste ich staunen, sage und schreibe 65 Bookmarks mit Meldungen habe ich in den letzten 14 Tagen hinterlegt. So viel hatten wir noch nie. Und es sind wirklich alle Themen dabei, von Nessie bis Muschelkrebs, von Seepferdchen bis Tyrannosaurus rex, von Alaska bis Neuseeland, von modernster Tiefseeforschung bis zu den Wandmalereien der Ägypter. Bigfoot spielt diese Woche eine besondere Rolle, wir haben insgesamt drei Beiträge über diesen Kryptiden, ein vierter stand an, ist aber in der internen Verifizierung stecken geblieben.

Auch wenn wir diese Woche fast eine halbe Stunde Lesezeit haben, lohnt es sich, jeden einzelnen Artikel zu lesen. Viel Spaß damit.

 

Andererseits gibt es Dinge, über die ich mich noch mehr freue: Die ersten größeren Formationen von Kranichen sind über uns hinweg gezogen, die Frühblüher sprießen reichlich, von Krokus bis Hasel. Heute, Sonntag, soll auch wieder hervorragendes Kranich-Flugwetter sein. Ich nutze den Sonnenschein und versuche, weiter Vögel auf den Chip zu bannen.

 

Und es gibt noch einen weiteren Grund, sich zu freuen: Mit etwas Schaffensschmerz hat unser Autor Markus Kretschmer seine eigene Website auf den Weg gebracht. Heute morgen geht sie offiziell online: www.DieWeissenSteine.de

 

Da die Meldungen diese Woche so zahlreich sind, halte ich mich mit länger mit Vorreden auf, sondern gehe sofort zu den Meldungen über.

 

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen und bleibt gesund

 

Eurer / Ihr

 

Tobias Möser

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Einstein: Die fantastische Reise einer Maus durch Raum und Zeit

Jetzt hat die kleine Maus doch wirklich das große Käsefest in Bern verpasst! Genau einen Tag ist sie zu spät gekommen. Wie konnte das passieren? Die Maus beginnt, sich mit dem Thema Zeit zu beschäftigen. Egal, wie viel sie lernt, eine Frage bleibt: Lässt sich die Zeit anhalten oder sogar zurückdrehen? Nach vielen vergeblichen Versuchen gelingt es der Maus durch ihren Erfindungsgeist und die Aufzeichnungen eines gewissen Albert Einstein, in die Vergangenheit zu reisen. Doch Zeitreisen will gelernt sein, und die Maus verfehlt ihr Ziel um knapp 80 Jahre. Wie soll sie jemals wieder in ihre eigene Zeit zurückkehren? Dann aber hat sie Glück im Unglück, denn jemand kreuzt ihren Weg, der wenig später unsere Vorstellung von Raum und Zeit auf den Kopf stellen sollte…

 

Einstein: Die fantastische Reise einer Maus durch Raum und Zeit hat 128 fantastisch illustrierte Seiten und wendet sich an (Eltern von) Kinder(n) ab 5 Jahren.

 

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Die Meldungen im Einzelnen:

War die Story von Casey nur wieder aufgewärmt?

Vor 14 Tagen berichteten wir über den 3jährigen Casey Hathaway aus Ernul im US-Bundesstaat North Carolina. Dabei nutzten wir ein US-Nachrichtenportal als Quelle. Es gab an, Casey sei am 22.1. beim Spielen im Garten der Großmutter nicht nach Hause gekommen. Erst drei Tage später hätte ihn eine Mitarbeiterin von Suchkräften gefunden. Casey soll gesagt haben, er sei von einem Bär bewacht worden – was Bigfoot-Freunde schnell den Schluss ziehen ließ, dass ein solches Wesen aufgepasst habe.

 

Leider konnte ich aufgrund knapper Zeit nicht tiefergehend recherchieren, aber die Geschichte kam mir bekannt vor. Kein Wunder, die Berliner Morgenpost hatte fast exakt 2 Jahre vorher exakt die selbe Geschichte, mit den selben Namen und dem selben Ort publiziert.


Polizist meldet 7-fuss-großen Hominiden am Straßenrand – verschwunden

Der Polizist Rick Bates berichtete der Bigfoot Field Research Organisation folgendes:

 

 

Ich fuhr am [23. Januar 2021] von Brookings, Oregon, nach Hause. Ich war auf dem Highway 101 in südlicher Richtung, südlich von Garberville (Kalifornien) und südlich des Benbow Inn. Die Straße macht einige Kurven und das Tempolimit fällt in der Gegend ab. Als ich um eine Rechtskurve bog, sah ich eine Gestalt am Straßenrand auf der rechten Schulter liegen. Ich war das einzige Fahrzeug in der Gegend gegen 20:15 Uhr. Meine Geschwindigkeit war ungefähr 45-50 MPH, als ich die Gestalt passierte. Sie lag auf der rechten Straßenseite. Ich schätzte die Höhe auf ungefähr sieben ft. Ich schaute auf den Rücken der Kreatur und bemerkte, dass sie breite Schultern und eine dicke Rumpfform hatte. Während die Form einem Menschen ähnlich war, war sie nicht menschlich. Es war auch kein Bär. Ich konnte muskulöse Züge in seinen Gesäßmuskeln und einen Kopf auf den Schultern sehen, der sich etwas nach oben verjüngte und der nicht auf dem Boden lag. Das Haar war schokoladenbraun und sehr natürlich. Das Haar war überhaupt nicht wie das Fell eines Bären.

 

Ich drehte mich ein Stück hinter der Stelle um und kehrte dorthin zurück, wo ich sie gesehen hatte. Von der Zeit, als ich die Kreatur sah, bis zu meiner Rückkehr an ihren Standort geschätzte zwei Minuten waren keine anderen Fahrzeuge nach Norden oder Süden gefahren. Als ich an der Stelle ankam, an der ich es gesehen hatte, war die Kreatur verschwunden.

 

 

Dies meldet die Singular Fortean Society (SFS). Dort hat man bereits erste Plausibilitätsprüfungen angestellt. Im Rohnert Park Police Departement ist ein Sergeant Rick Bates beschäftigt.

 

Unser erster Realitätscheck ergab, dass die Sonne am 23.1.2021 in Garberville um 17:23 Uhr untergegangen ist. Die Beobachtung fand also knapp 3 h nach Sonnenuntergang statt, es muss stockfinster gewesen sein. Ob man im Scheinwerferlicht bei 70 bis 80 km die Details einer Kreatur am Straßenrand erkennen kann, während man das Auto lenkt?

 

Quellen: Singular Fortean Society; SunEarthTools


Florida: Bigfoot-Jäger filmt mysteriöse Figur auf einem Feld

Der Daily Star hat ein Video der BFRO Facebook-Seite zitiert, auf dem eine ungewöhnliche, zweibeinige Kreatur zu sehen ist. Das dunkle Wesen überquert gemessenen Schrittes eine Lichtung, die für Strom-Freileitungen offen gehalten wird.

Die Figur auf dem Handy-Video ist jedoch für eine Untersuchung zu klein.

 

Quelle: Daily Star vom 21.2.2021


Bigfoot-Diebe haben erneut zugeschlagen

Wir berichteten bereits, dass überall in den USA große Bigfoot-Figuren gestohlen werden. Diesmal schlugen sie in Marion, North Carolina zu und stahlen eine 150 Pfund (ca. 60 kg) schwere, etwa 1 m hohe Beton-Figur. Bigfoot ist das „offizielle Tier“ der Gemeinde Marion, die Stadt veranstaltet jedes Jahr ein Fest zu seinen Ehren.

Bigfoot
Eine Bigfoot-Statue aus Holz

Wenn es so läuft, wie mit vielen vergangenen „Bigfoot-Entführungen“, könnten die Diebe eine „Belohnung“ für die Entdeckung der Statue fordern. Sie taucht danach irgendwo an einem abgelegenen Ort wieder auf.

 

Quelle: Tim Binnall in Coast-to-Coast am 16.2.2021


Der älteste beringte Vogel ist wieder Mutter geworden

„Wisdom“, ein Laysan-Albatros-Weibchen ist erneut Mutter geworden. Am 1.2.2021 schlüpfte ihr Küken auf Midway im Zentralpazifik. Wisdom ist mindestens 70 Jahre alt. Sie und ihr aktueller Partner Akeakamai haben mindestens seit 2012 immer wieder Junge.

 

Wisdom hat in ihrem Leben vermutlich mindestens 30 bis 36 Jungtiere großgezogen, schätzen Wissenschaftler. 2018 konnten Biologen ihr Jungtier von 2011 nur wenige Meter von ihrem Nest auf Midway entfernt beobachten.

 

Quelle: Medium.com


Florida hat ein neues Flussmonster

Florida hat sich zu einer Art Exoten-Freiluftzoo entwickelt. Von Pythons über Nilkrokodile, Leguane, Capybaras und mindestens 50 Arten Aquarienfische haben sich allerlei Exoten aus dem Heimtierhandel dort etablieren können. Nun scheint eine weitere, riesige Art hinzu zu kommen: Leah Getts aus Cape Coral meldete der Fort Myers News Station WBBH, dass sie im Caloosahatchee-River einen Arapaima beobachtet habe.

„Er war größer als mein siebenjähriger Sohn. Ich dachte „Das ist nichts, was ich vorher schonmal gesehen habe“. Das Tier hatte einen rötlichen Schwanz“, schildert Getts ihre Beobachtung. „Als man mir sagte, es sei ein Arapaima, sah ich mir Bilder an und war totsicher.“

 

Arapaima

 

Arapaimas leben natürlicherweise im Amazonasbecken und gehören zu den größten reinen Süßwasserfischen. Sie können Längen von mehr als 2 m erreichen und werden mehr als 20 Jahre alt. Als Jäger könnten sie großen Einfluss auf die Süßgewässer Floridas haben. Sie können durch Schwimmblasenatmung Trockenphasen gut überstehen, sind jedoch gegen gelegentliche Kälteeinbrüche empfindlich.

 

Quelle: Orlando Weekly


Wo wir schonmal dabei sind:

Alligatorhecht in Singapur angeschwemmt

Am Ufer des MacRitchie-Stausees in Singapur wurden die Überreste eines Alligatorhechtes angeschwemmt. Obwohl das Tier als „prähistorisches Ungeheuer“ durch die Presse gegangen ist, hatten die städtische Wasserversorgung und die Nationalpark-Leitung sofort gemeinsam veröffentlicht, dass es sich um einen Alligatorhecht Atractosteus spatula handele. Diese Art kommt im Stromgebiet des Mississippi und in den kleineren Strömen am Golf von Mexiko vor.

Alligatorhechte
Alligatorhechte im Aquarium

Die Tiere werden gelegentlich als Zierfische oder Besatzfische für „Big Game“-Angelteiche gehandelt. Auf diesem Weg könnten der Fisch nach Singapur gekommen sein. Alligatorhechte können unter guten Bedingungen mehr als 2 m lang und 100 kg schwer werden. Es ist gut vorstellbar, welchen Einfluss diese Tiere auf andere Gewässersysteme haben. Das Aussetzen von exotischen Tieren in Singapur kann unangenehm teuer werden, bis zu 3000 Singapur-Dollar sind fällig (etwa 1500 €).

 

Quelle: The Indepedent


Rekordzahl von Bibern in Großbritannien ausgesetzt

Der Wildlife Trust Großbritanniens hat in den Landschaften Dorset, Derbyshire, Hampshire, der Isle of Wight, Nottinghamshire und Montgomeryshire zahlreiche Biber ausgesetzt. Im letzten Jahr hatten sich zusätzlich am Otter-River in Devon Biber „inoffiziell“ angesiedelt, die Regierung entschied, sie können dort bleiben.

 

schwimmender Biber
In Großbritannien sind Biber willkommene Neu-Altbürger.

 

Craig Bennett, Vorsitzender der Wildlife Trusts sagt dazu: „Biber sind eine fantastische Schlüsselart. Sie spielt eine gewaltige Rolle in der Verwirklichung von Wildnis in Großbritannien.“ und weiter: „Die Vorteile für die Menschen sind klar: Biber helfen, Überschwemmungen zu verhindern, filtern Schwebstoffe aus dem Wasser und schaffen Lebensräume für Otter, Schermäuse und Eisvögel. Und die Leute lieben es, sie zu sehen, ihre Anwesenheit verstärkt den Tourismus im Hinterland.“

 

Der Guardian weiß noch mehr.


Grauwale lernen riskante Nahrungsbeschaffung

gestrandeter Grauwal
Mitarbeiter der Fisheries and Oceans Canada vermessen einen gestrandeten Grauwalkadaver, Mai 2020

Den Grauwalen an der US-Westküste geht es zur Zeit nicht gut (wir berichteten). Sie unterliegen derzeit einer Periode schlechter Nahrungsversorgung und erhöhter Sterblichkeit. Doch anstatt einfach so zu hungern hat sich eine Gruppe von ihnen, die „Sounders“ eine neue, riskante Art der Nahrungsbeschaffung einfallen lassen.

Die Sounders stellen eine Gruppe von Tieren dar, die von März bis Mai im Pudget Sound verbleiben. Mittels Drohnenaufnahmen haben haben Wissenschaftler nun herausfinden können, was sie anders machen, als die Durchreisenden: Sie wandern in den Possession Sound, einen Nebenarm des Pudget Sound, der nahe des Boeing-Werkes in Everett liegt. Dort finden sie am Boden die Amerikanische Glasgarnele Neotrypaea californensis in dichten Populationen. Die brauchen sie nur aus dem Schlamm aufzupusten und einzusammeln. „Es ist bemerkenswert“, kommentiert John Durban, Senior Scientist bei den Southall Environmental Associates, „sie haben eine Strategie für sich entwickelt, die funktioniert. Ich war fast schockiert, wie schnell sie ihre Statur von ausgemergelt in wohlgenährt ändern.“

 

Doch dabei gibt es ein Problem: Die Wale wandern bis zu einer Meile in den Tidenbereich hinein. Sie riskieren damit, bei Niedrigwasser auf Grund zu laufen und trocken zu fallen. Daher müssen sie sich selbst im Delta des Snohomish River sehr gut auskennen, immer wissen, wo sie sind, wann das Wasser wie hoch steht und wie sie bei Ebbe da raus kommen. Die Beobachtungen belegen, dass die Sounders ihre Fressaktivitäten exakt mit dem Hochwasser synchronisieren. „Manchmal liegen sie einfach nur auf dem Boden und warten, dann fressen sie ungeheure Mengen für 2 Stunden bei Flut“, beschreibt John Calambokidis, Forscher bei Cascadia ihr Verhalten.

 

Die Seattle Times weiß noch mehr.


Russland: Blaue Hunde geben Rätsel auf

„Bekannt wie ein bunter Hund“, sagt der Volksmund. Und tatsächlich, kaum tauchen im russischen Dserschinsk, 360 km östlich von Moskau, blaue Hunde auf, steht es hier in den News. Laut n-tv wurden insgesamt sieben blaue Hunde eingefangen und in Tierkliniken gebracht. Vermutlich gehören die Tiere alle zu einem Rudel verwilderter, nahezu weißer Hunde, die auf dem Gelände einer stillgelegten Fabrik für Acrylglas leben. Die Agentur Ria Nowosti meldet unter Berufung auf den Insolvenzverwalter, dass sie möglicherweise mit Kupfersulfat in Kontakt gekommen sind.

 

Blaue Hunde

 

Die Farbe der Hunde wirkt tatsächlich, als hätten sie Kontakt mit blauem Kupfersulfat gehabt. Allerdings stellt sich dann die Frage, was diese Substanz in einer Fabrik für Acrylglas zu suchen hat. Für die Herstellung von Polymethylmethacrylat, so die chemische Bezeichnung von Acrylglas, wird weder ein Kupfersalz noch ein Sulfat benötigt. Wieso diese Substanz dann in so großen Mengen in einer stillgelegten Fabrik lagen soll, ist unklar.


Schwarzfußiltis geklont – Eine Chance für den Artenschutz?

Der Schwarzfußiltis (Mustela nigripes) war ein in den Prärien Nordamerikas weit verbreiteter Marder. Schwarzfußiltisse nutzen als Beutetier überwiegend Präriehunde. Deren Ausrottung als Landwirtschaftsschädlinge führte entsprechend zum Zusammenbruch der Schwarzfußiltis-Populationen. 1996 wurde der Schwarzfußiltis von der IUCN Red List als in der freien Wildbahn ausgestorben gelistet. Dank Nachzuchtprogrammen und Schutzgebieten ist das Überleben dieser Art gesichert. Der heute in freier Wildbahn lebende Bestand geht auf in Gefangenschaft gezüchtete Individuen zurück. Sie leiden stark unter Inzuchtproblemen.

Schwarzfußiltis
Der Schwarzfußiltis war in der Natur bereits ausgestorben

Im Jahr 2020 begründeten der Zoo von San Diego, die Naturschutzorganisation Revive & Restore, das ViaGen Pets and Equine Company und der U.S. Fish and Wildlife Service ein Klonprojekt. Als Basis für zukünftige Klone wurde die DNA eines Mitte der 1980er Jahre gestorbenen Weibchen namens Willa ausgesucht. Wille hat keine heute lebenden Nachkommen. Dies hat zur Folge, dass das Genom eines völlig „neuen“ Tieres in die Population einfließt und die genetische Basis erweitern kann.

 

Am 10. Dezember 2020 kam der Klons auf die Welt: Ein Weibchen, das Elizabeth Ann genannt wurde. Die Projektbeteiligten hoffen, durch diese Maßnahmen den Genpool der Iltisse zu vergrößern und damit gegen die silvatische Pest widerstandsfähigere Tiere zu züchten. Experten schätzen, dass das Genom dieses Weibchens dreimal so viel genetische Vielfalt enthält wie das der noch existierenden Schwarzfußiltisse.

 

Kommentar: Hier haben die Wissenschaftler tatsächlich ein Tier klonen können, das für die Population der Schwarzfußiltisse wertvoll ist. Anders als bei der puren „Verdoppelung“ bereits bestehender Individuen (wie es bei Dolly passierte), kommt hier das Genom eines „neuen“ Tieres in den Genpool. Hierfür ist der Schwarzfußiltis eine besonders gut geeignete Art: Die Lebensbedingungen wurden wieder hergestellt, es gab tiefgefrorene Zellen der Art und die Technik ist offenbar robust genug.

Bleibt zu hoffen, dass entweder das Telomer-Problem gelöst ist, Elizabeth Ann schnell kräftige Männchen als Nachwuchs bekommt oder die Zellspenderin zu dem Zeitpunkt nicht sehr alt war. So kann sich ihr Beitrag optimal im Genpool ausbreiten.

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Bestiarium – Ein Mahnmal

Erschreckend, welche Tierschicksale dieses Buch offenbart. Dieses Buch verdeutlicht die menschliche Ignoranz gegenüber seiner Umwelt und die unglaubliche Rücksichtslosigkjeit im Umgang mit der Natur. Überall dort, wo der Mensch sich in den letzten 12.000 Jahren niedergelassen hat, sind die meisten Großtiere ausgestorben. Warum wohl? Das Buch ist ein Mahnmal und eine Aufforderung an uns, sorgsamer mit den Ökosystemen der Erde umzugehen – sonst sind wir bald selbst die nächste Spezies, die aussterben wird. (Aus einer Amazon-Bewertung)

 

Bestiarium: Zeugnisse ausgestorbener Tierarten hat 168 großformatige Seiten und ist 2014 bei Haupt erschienen.

 

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Die Polizei warnt: Lebensgefahr bei Wolfstourismus!

Wolf auf einem bemoosten Felsen
Rezenter Grauwolf

 

Allerdings geht diese Gefahr mitnichten von den Wölfen aus. Die Polizei bezieht sich hierbei auf Wolfstouristen, die sich auf dem militärischen Sperrgebiet bei Nordhorn eingefunden haben. Hier geht eine akute Gefahr von Munitionsrückständen aus etwa 100 Jahren militärischer Nutzung aus.  Insbesondere Sprengstoffreste, aber auch ganze Granaten und Landminen könnten im Boden verborgen sein.

Nach Recherchen des polizeilichen Staatsschutzes in sozialen Medien gibt es eine Facebook-Gruppe mit mehr als 700 Mitgliedern. Einige von ihnen versuchen wohl, in einer Art Abenteuer-Expedition dem auf der Nordhorn Range ansässigen Rudel nachzustellen. Diese selbsternannten Wolfsbeobachter hätten sogar kleine Lagerfeuer entfacht, was wegen der Munitions-Altlasten schnell tödlich enden kann.

 

Unser dringender Tipp: Freut euch, wenn ihr Wölfe beobachten könnt, aber geht nur unter sachkundiger Führung in militärische Sperrgebiete. Ansonsten lasst die Wölfe in Ruhe!


Verschollene Vogelart nach über 170 Jahren wieder beobachtet

Der Schwarzbraun-Mausdrossling Malacocincla perspicillata ist eine der vielen „Einmal und nie wieder nachgewiesenen“ Vogelarten. Irgendwann zwischen 1843 und 1848 wurde ein einziges Tier dieser Art irgendwo in den Dschungeln Borneos gesammelt, wo genau ist heute nicht mehr feststellbar. Doch dieses eine Exemplar, Holotyp der Art, heute im Naturalis Center in Leiden, NL, belegt, dass die Art existiert(e). Daher galt der Schwarzbraun-Mausdrossling als größtes Rätsel der indonesischen Ornithologie.

 

Der Schwarzbraun-Mausdrossling Malacocincla perspicillata
Der Schwarzbraun-Mausdrossling Malacocincla perspicillata

 

Am 5. Oktober 2020 konnten einige Ornithologen ein Exemplar im Südosten der Insel beobachten, kurzzeitig fangen und fotografieren. Dabei konnten sie den Vogel sicher bestimmen, zumal sie mit verwandten Arten vertraut sind. Sie

stellten sie einige Unterschiede zwischen dem lebenden Exemplar und der bekanntesten Zeichnung von Eaton et al. 2016 fest, so ist die Iris des Vogels rot, nicht gelb und die Beine sind dunkel schiefergrau und nicht bräunlich.

 

Der komplette Fundbericht kann hier als pdf herunter geladen werden. Der Holotyp aus Leiden ist auf deren Webseite zu sehen – mit gelben Glasaugen, der lebende Vogel hat eine rote Iris.


Ölpest in Israel

Die Mittelmeerstrände Israels sind wegen den Folgen einer Ölpest gesperrt. Teerspuren ziehen sich von Haifa im Norden des Landes bis nach Aschkelon an der Grenze zum Gaza-Streifen. Wo diese Verschmutzung her kommt, ist noch unklar. Möglicherweise hatte ein heftiger Sturm alten Teer vom Meeresboden gelöst oder ein Frachtschiff hat seine Tanks illegal gereinigt.

Finnwal bläst
Finnwal der atlantischen Population (CC 2.0 by Aqqa Rosing-Asvid)

Neben einem jungen Finnwal, der im Süden des Landes angeschwemmt wurde, starben zahlreiche andere Meerestiere, auch auf die Seegraswiesen vor der Küste wirkt sie sich verheerend aus. Die israelische Behörde für Natur und Parks sprach von einer der schwersten Umweltkatastrophen in der Geschichte des Landes. Das Umweltministerium sicherte zu, die Ursache der Verschmutzung ausfindig zu machen. Die Säuberungsaktion werde „lang und schwierig“, erklärte das Ministerium.

 

Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu besuchte einen Strand in der Krisenregion. Man habe in Gesprächen mit dem südlichen Nachbarland Ägypten zudem vorgeschlagen, dass Schiffe im Mittelmeer künftig mit umweltfreundlichem Treibstoff ausgestattet werden. „Wenn mehrere Länder zusammenarbeiten, können wir binnen weniger Jahre eine große Veränderung bewirken, so dass das Meer, das Land und die Strände sauber bleiben“, sagte Netanyahu.

 

Quelle: tagesschau.de


Leben, das es nicht geben könnte: Die ersten sessilen Organismen unter dem Schelfeis der Antarktis

In einem See unter der Antarktis, etwa 260 Kilometer vom offenen Ozean entfernt, unter einem Schelfeis eingeschlossen, haben Wissenschaftler seltsame Lebensformen gefunden.

 

Die Kreaturen wurden von der British Antarctic Survey entdeckt, als die Forscher versuchten, eine Sedimentkernprobe unter dem Filchner-Ronne-Schelfeis zu sammeln. Während sie etwa 900 Meter in das Schelfeis tunnelten, traf ihr Bohrer plötzlich einen Felsbrocken. Noch unerwarteter zeigte eine an der Bohrmaschine angebrachte Kamera, dass eine Gemeinschaft von Lebewesen auf dem Felsen saß.

 

Diese „Gemeinschaft der Meeresorganismen“ setzt sich aus sessilen Tieren, den Schwämmen ähnlich, die mutmaßlich mehreren unbekannten Arten angehören. Vorherige Bohrungen haben bewegliche Aas- und Detritusfresser wie Fische, Würmer und Krill in ähnlichen Lebensräumen gezeigt. Sessile Tiere sind typischerweise Filtrierer, die von dem leben, was vorbei geschwemmt wird. Wie diese Tiere in totaler Dunkelheit und Temperaturen von -2,2°C existieren können, ist noch unklar. Auch die Frage nach der Nahrungsversorgung steht im Raum, ist die nächste Quelle für Fotosynthese doch 1500 km weit entfernt.

 

Die Originalarbeit ist als Volltext verfügbar: „Breaking All the Rules: The First Recorded Hard Substrate Sessile Benthic Community Far Beneath an Antarctic Ice Shelf


Zeigt eine 4600 Jahre alte ägyptische Wandmalerei eine unbekannte Vogelart?

Nefermaat war ein hoher Hofbeamter in der 4. ägyptischen Dynastie. Er diente dem König Snofru und seinem Nachfolger Cheops.

In Meidum steht das Grabmal von Nefermaat und seiner Frau Itet. Es ist für seine Wandmalereien berühmt, insbesondere eine Szene mit sechs sehr detailreich dargestellten Gänsen:

 

Meidum-Gänse
Die Meidum-Gänse

Die Gänse sind so detailreich gezeichnet, dass sie problemlos bestimmt werden können. Die beiden äußeren (mit dem Kopf nach unten fressenden) Gänse sind Saatgänse, Anser fabalis. Die beiden linken Gänse, die nach links gucken, sind als Blässgänse, Anser albifrons, zu identifizieren. Spannend sind die beiden nach rechts guckenden Gänse. Die rechte der beiden ist ziemlich sicher eine Rothalsgans Branta ruficollis, während das davor stehende Tier eine deutlich andere Zeichnung zeigt.

 

Einige Kryptozoologen meinen, hier bereits die Abbildung einer unbekannten Art gefunden zu haben. Wir werden uns der Sache noch annehmen, auch unter weiteren Gesichtspunkten.

 

Quelle: phys.org


Geologen finden Asteroiden-Staub im Chicxulub-Krater

Der Chicxulub-Asteroid war wohl der Killer für alle Nichtvogeldinosaurier. Zunächst fanden Forscher eine dünne Sedimentschicht, die reich am Edelmetall Iridium ist, genau zwischen dem Ende der Kreidezeit und dem Beginn der Erdneuzeit. Iridium ist auf der Erde sehr selten, deswegen kam die Idee des außerirdischen Ursprungs schnell auf.

Der Bolide erreicht tiefere Zonen der Erdatmosphäre
Künstlerische Darstellung des Impaktes

Seit man in den 1990ern den Krater im Golf von Mexiko und in der Karibik entdeckte, lässt sich der Einschlag auch genau lokalisieren. Doch bisher fehlte noch direkte Materie des Impaktors.

 

Diese haben Geologen jetzt auch gesichert. Forscher fanden Iridium in einem Bohrkern der IODP-ICDP Expedition in der Impakt-Struktur. Im Krater ist die in den Tagen bis Jahren nach dem Einschlag abgelagerte Sedimentschicht so dick, dass die Wissenschaftler den Staub auf nur zwei Jahrzehnte nach dem Aufprall genau datieren konnten. Damit sind auch die letzten Zweifel widerlegt, die Iridium-Schicht könne möglicherweise doch nicht vom Asteroiden-Einschlag kommen. 

 

Quelle: DOI: 10.1126/sciadv.abe3647 


Die Zähne frühester Primaten beleuchten unsere älteste Vergangenheit

Die Formen versteinerter Zähne von 65,9 Millionen Jahre alten, hörnchenartigen Kreaturen lassen darauf schließen, dass der Ursprung der Primaten bis ins Erdmittelalter zurückverfolgen lässt. Ein Team von zehn Wissenschaftlern aus den USA haben eine Studie veröffentlicht, in der sie belegen,  dass eine alte Gruppe von Primaten, die als Plesiadapiformes bekannt sind, vor dem K-T-Ereignis aufgetreten ist.

 

So stellt sich Andrey Atuchin den frühesten bekannten Primaten, Purgatorius mckeeveri vor (Andrey Atuchin Illustration via Burke Museum).

 

Die Beweise stammen aus einer Analyse von Zahnfossilien, die im Gebiet von Hell Creek im Nordosten von Montana entdeckt wurden. Die Fossilien sind alle von der plesiadapiformen Gattung Purgatorius. Die Forscher sagen jedoch, dass einige der Zähne zur bekannten Ar, Purgatorius janisae gehören, während andere von der neu benannten Art Purgatorius mckeeveri stammen.

 

Das Team datiert die Zähne auf 65,9 Millionen Jahre. Das sind nur 105.000 bis 139.000 Jahre nach dem K-T-Ereignis. Das bedeutet, dass die Vorgänger der beiden genannten Purgatorius-Arten vor dem Massensterben existiert haben müssen.

 

So belegen die Zähne, dass die frühesten Mitglieder der Primatenfamilie zu den Überlebenden des Chicxulub-Impaktes gehörten.

 

Quelle: Royal Society open Science https://doi.org/10.1098/rsos.210050


360.000 Jahre alte DNA gibt neue Hinweise auf die Evolution der Höhlenbären

Ein internationales Forscherteam hat DNA aus einem 360.000 Jahre alten Schläfenbein des ausgestorbenen Höhlenbären Ursus kudarensis extrahiert und sequenziert. Die Knochen wurden  in einer Höhle im Kaukasus gefunden – es ist die älteste Genomsequenz aus einer Umgebung ohne Permafrost. Mithilfe dieses und anderer Genome von Höhlenbären haben sie die Substitutionsraten von Kern- und Mitochondrien bestimmt und die Evolutionsgeschichte von Höhlenbären überarbeitet.

 

Höhlenbär-Rekonstruktion
Rekonstruktion des Höhlenbärs Ursus spelaeus. Image credit: Sergio de la Larosa / CC BY-SA 3.0.

 

Das vom Team analysierte Fossil gehört zu einer Unterart des Höhlenbären im mittleren Pleistozän. Sie wird Ursus kudarensis praekudarensis genannt. Man nimmt an, dass sie Vorfahren des spätpleistozänen kaukasischen Höhlenbären Ursus kudarensis kudarensis ist.

Das Exemplar wurde in der Höhle Kudaro 1 im Südkaukasus in Südossetien, Georgia, gefunden.

 

Quelle: Axel Barlow et al. 2021. Middle Pleistocene genome calibrates a revised evolutionary history of extinct cave bears. Current Biology 31: 1-9; doi: 10.1016/j.cub.2021.01.073

oder per Download als Volltext


Auch Springhasen leuchten unter UV-Licht

Fluoreszenz Springhasen
Die Biofluoreszenz der Springhasen, Abb. aus der Originalarbeit

 

Vor einigen Monaten haben Wissenschaftler an Schnabeltier-Fellen wiederkehrende Muster festgestellt, die im UV-Bereich leuchten.

Bei beiden Arten der Familie der Springhasen konnten Forscher ebenfalls Biofluoreszenz nachweisen. Fluoreszenz entsteht, wenn UV-Licht Atome dazu anregt, im Bereich des sichtbaren Lichtes zu leuchten. Jeder Disko-Besucher kennt Schwarzlicht und entsprechende Leuchtfarben.

Offenbar ist Biofluoreszenz im Tierreich weiter verbreitet, als gedacht. Bei Wirbellosen kennt man es ebenso wie bei allen Wirbeltierklassen. Bei Säugetieren ist es bisher bei Schnabeltieren, den amerikanischen Beutel-Opossums und den nordamerikanischen Flughörnchen bekannt. Über den Sinn können die Forscher bisher nur Vermutungen anstellen, hauptsächlich wird über eine Form der Kommunikation debattiert. Die Biofluoreszenz wurde bisher nur bei nachtaktiven Säugetieren festgestellt.

 

Quelle: Scientific Reports https://doi.org/10.1038/s41598-021-83588-0


Genom früher Hunde aus Alaska entschlüsselt

Wissenschaftler haben mitochondriale DNA aus Teilen eines Oberschenkelknochens eines historischen Hundes, der vor 10.150 Jahren in Alaska lebte, extrahiert und sequenziert. Die Resultate belegen die Zugehörigkeit zu einer Linie von Hunden, die vor etwa 16.700 Jahren von sibirischen Hunden abgespalten wurde. Das sequenzierte Tier könnte eng mit den Hunden verwandt sein, die die Menschen bei der Wanderung nach Amerika begleiteten.

 

Shikoku-Hund
Der japanische Shikoku gilt als urtümliche Hunderasse, vielleicht ähnelte er dem gefundenen Hund?

 

Quelle: https://doi.org/10.1098/rspb.2020.3103 sogar Fulltext!

 

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Die Vogel-WG: Die Heinroths, ihre 1000 Vögel und die Anfänge der Verhaltensforschung

Eine Etagenwohnung mitten in Berlin. In jedem Zimmer Vögel. Eine Nachtschwalbe brütet auf dem Teppich, ein Specht hackt Löcher in den Schrank, ein Mauersegler kreist durchs Wohnzimmer. Ein reales Szenario. Es liegt 100 Jahre zurück. Dieses Buch erzählt die Lebensgeschichte des Naturforscher-Paares Heinroth, das in seiner Wohnung fast 1.000 Vögel aufzog. Mit subtilem Sinn für Komik beschreiben die Heinroths ihre Beobachtungen und bringen dem Leser heimische Vogelarten damit ungewöhnlich nahe. Begleitet werden die kuriosen wie lehrreichen Beschreibungen von ihren besten Aufnahmen, die erst kürzlich wiederentdeckt wurden.

Spannende und interessante Fakten aus hautnaher Forschung über früher häufige und heute sehr seltene Vogelarten

Oskar Heinroth und seine ebenso passionierte Frau Magdalene gelten als Begründer der Verhaltensforschung. Über 30 Jahre lang zogen sie in ihrer Wohnung aus den Eiern, die sie selbst gesucht hatten oder überreicht bekamen, heimische Vögel auf, beobachteten ihre Verhaltensweisen und dokumentierten sie in Text und Bildern.

 

Die Vogel-WG: Die Heinroths, ihre 1000 Vögel und die Anfänge der Verhaltensforschung ist bereits in der 2. Auflage bei Knesebeck erschienen und hat 272 Seiten zum Schmökern, Lernen und Staunen.

 

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Neu beschrieben:

  • Eine hübsche, mit Muscheln assoziierte Garnele aus den Gewässern vor Hawaii heißt jetzt Opaepupu huna. DOI: 10.11646/zootaxa.4903.1.3 (Bild oben)
  • Bei einer Revision der chinesischen Nothybidae, einer kaum bekannten Fliegenfamilie, haben die Bearbeiter nicht nur einen Bestimmungsschlüssel für die chinesischen Arten herausgegeben, sondern auch die Art Nothybus absens wiederbeschrieben. Diese Art war 2016 nur anhand eines Fotos beschrieben worden, jetzt sind Männchen und Weibchen hinterlegt.
    DOI: 10.11646/zootaxa.4926.2.3
  • Die Rüsselkäferfamilie Dryophthorinae hat über 1200 Arten in 153 Gattungen. Chamorro, de Medeiros & Farrell haben sie anhand ihrer ribosomalen DNA verglichen und festgestellt, dass die Artenbildung in der Erdneuzeit stattgefunden hat. DOI: 10.1002/ece3.7131
  • Gymnocephalus aurocephalus heißt eine bisher unbekannte Muräne aus der Andamanensee vor Indien. Sie hat eine dunkle Grundfärbung und weiße Punkte, die zum Kopf hin dichter und gelblicher werden. Die Tiere kommen in Tiefen von 90 bis 130 m vor, der Holotypus hat eine Länge von gut 70 cm.  DOI: 10.11646/zootaxa.4877.2.8
  • Eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern hat die Seepferdchen überarbeitet und anhand deren Genetik die Evolution und mögliche Ausbreitungsrouten beschrieben:
  • Aus Südvietnam kommt mit Scincella baraensis eine neu beschriebene Art der Skinke.
  • Von der peruanischen Pazifikküste hingegen kommt eine neu beschriebene Art der Bogenfingergeckos. Stenocercus ica heißt sie: Salamandra 57(1)
  • Die Erstbeschreibung des Gold-Mützenlangurs Presbytis johnaspinalli basierte bisher auf fünf Fotografien, die Tiere eines einzelnen Händlers aus Ost-Java, Indonesien. In der Geschichte hinter dieser etwas dürftig hinterlegten Erstbeschreibung steckt eine hübsche Räuberpistole, aber auch die Überarbeitung der Art bringt nur wenig Klarheit. Viel Spaß beim Lesen: https://doi.org/10.3897/zse.97.62235

Fossil neu beschrieben:

  • Aus der Oberkreide, genauer dem Campan der Aguja-Formation in West-Texas ist die Schildkröte Chupacabrachelys complexus beschrieben worden. Sie gehört zu den Halswenderschildkröten (Pleurodira), ihr Typusexemplar ist eines der vollständigsten Fossilien aus der ausgestorbenen Familie Bothremydidae. Ihr Kopf und Kiefer waren schmal, dreieckig und dorsoventral abgeplattet. https://doi.org/10.1080/02724634.2010.520782

Kurz gemeldet

Ausgestorben

  • Wissenschaftler haben in Überresten eines Steppenmammuts gefundene DNA auf über eine Million Jahre datiert. Diese gilt seitdem als die älteste erhaltene aDNA. DOI: https://doi.org/10.1038/s41586-021-03224-9

Rezent im Meer

  • Der belgische Naturfotograf Yves Adams konnte einen leuzistischen Königspinguin fotografieren. Er fand das einzigartige weiß-gelbe Tier unter 120.000 normalfarbigen Frackträgern auf der Salisbury Plain in Südgeorgien. PetaPixel weiß mehr.

    Gelber Königspinguin
    Der angesprochene, leuzistische Königspinguin

Rezent an Land

  • In Viersen am Niederrhein hat ein aggressiver Greifvogel einen Passanten und seinen Hund angegriffen. Experten vermuteten, es handele sich um einen Rotschwanzbussard, der aus einer Falknerei entkommen ist.
  • Bund und Länder haben seit Jahren weniger Naturschutzgebiete ausgewiesen, als das EU-Recht verlangt. Weil sich trotz Mahnungen aus Brüssel kaum etwas getan hat, klagt die EU-Kommission nun vor dem Europäischen Gerichtshof. Ein Urteil könnte für Deutschland teuer werden.
  • In London werden die Ratten immer dreister. Kaum bleiben die Menschen wegen des Lockdowns zuhause, erobern Ratten die Innenstadt, nicht nur Grünanlagen und Kanäle erobern sie, auch die ruhigen Geschäfte bekommen „Besuch“. Lokale Kammerjäger glauben, es sei schwierig, die Ratten auch in Zukunft vom Besuch abhalten zu können und warnen vor bösen Überraschungen.
  • Naturfotograf Sean Weekly konnte in Wales einen leuzistischen Roten Milan fotografieren. Passenderweise posierte das einmalige Tier auch noch im Schnee. Quelle: County Times
  • Eine etwa 2 m große Felszeichnung eines Kängurus, die in einem Rock-Shelter im nordöstlichen Kimberley in Westaustralien entdeckt wurde, gilt jetzt als älteste erhaltene Zeichnung Australiens. Sie konnte auf 17.100 bis 17.500 Jahre datiert werden – mit Hilfe von Resten von Wespennestern, die sich unter und über dem Farbauftrag fanden.

    leuzistischer Rotmilan
    Ein weißer Rotmilan im Schnee, besser konnte es kaum kommen.

Im Süßwasser

  • Im Norden Queenslands, Australien scheint ein Fischer Opfer von Krokodilen geworden zu sein. Der 69jährige kehrte von seiner Ausfahrt nicht zurück, sein Boot wurde kieloben treibend gefunden. In der Nähe fanden die Behörden menschliche Überreste. Sie fingen auch zwei Leistenkrokodile, die sich in der Nähe aufhielten, eines von ihnen war 14 ft., also etwa 4,25 m lang. In seinem Magen fanden sich weitere menschliche Überreste. Unklar ist, ob der 69jährige Opfer der Krokodile wurde oder ob er an etwas anderem starb und das Krokodil nur an seinem Leichnam fraß.

    Salzwasserkrokodil
    Das Leistenkrokodil ist im Norden Australiens weit verbreitet.
  • US-Autor und Kryptozoologe Ken Gerhard zeichnet sich nicht nur durch einen speckigen Hut, sondern auch durch immer wieder neue Thesen zur Erklärung von Kryptiden aus. Jetzt will er Nessie, das Loch-Ness-Monster mit einem Vertreter ausgestorbener, schlangenartiger Wale erklären. Ach ja, und er will, dass man sein neues Buch kauft.

Strandfunde

  • Ungefähr 100 tote Aale haben Umweltschützer nach dem Frühjahrshochwasser am Rheinufer in Dormagen (zwischen Köln und Düsseldorf) entdeckt. Nach Angaben der Organisation Rhein Clean Up lagen die über 60 cm langen Tiere in Ästen oder am Boden auf einer Strecke von etwa 1 km. Die Tiere weisen keine Verletzungen auf, wieso sie dort strandeten, ist unklar und wird weiter erforscht. Quelle: WDR
  • In Hafen der französischen Stadt Saint Tropez ist am 18.2. ein nur 2,2 m langes Zwergwalkalb gestrandet. Normalerweise kommen Nordatlantische Zwergwale, die in den deutschen Medien auch (falsch) als Minkwale bezeichnet werden, im Mittelmeer sehr selten vor. Dies ist erst die siebte Strandung an der französischen Mittelmeerküste seit 1972, so der ortsansässige Walfachmann Frank Dhermain auf Facebook. Eine Untersuchung des Kadavers ist anberaumt.
  • Auf dem Farewell Spit in Neuseeland, einer langen Sandbank im Norden der Südinsel sind mehr als 50 Langflossen-Grindwale gestrandet. Nachdem am 21.2. bereits 9 Tiere verendet waren, konnten Helfer etwa 40 Tiere mit der Flut ins Wasser bringen. Leider strandeten am folgenden Tag viele Tiere erneut, mindestens 12 weitere Tiere starben. Immerhin gelang es der Rettungsgruppe 28 Wale mit der Flut ins Meer zu treiben. Da es keine Folgemeldung gibt, ist von einem Erfolg auszugehen.
    Auf der Farewell Spit genannten Sandbank kommt es häufiger zu spektakulären Strandungen, vor vier Jahren strandeten rund 650 Grindwale, von denen mehr als 350 verstarben.
  • Am Padre Island National Seashore im Süden Texas‘ ist ein Zwergpottwal gestrandet. Die Behörden sprechen von einem „Pygmy Sperm Whale“, das wäre Kogia breviceps. Die Fotos der Pressemeldung helfen nicht bei der Bestimmung. Am Golf von Mexiko sind in den letzten drei Wochen zahllose Tiere an den Folgen eines Kälteeinbruches gestorben, darunter ganze Fischschwärme und viele Schildkröten.
  • Bei den Schildkröten haben die Behörden schnell reagiert und über 5000 Tiere aus dem kalten Wasser gesammelt und warm untergebracht. Nachdem die Temperaturen wieder im normalen Bereich liegen, werden die Tiere mit Booten aufs Meer gebracht und über eine Rutsche ins Wasser entlassen. Das gibt spektakuläre Bilder.

Die Polizei meldet

  • In den letzten Wochen wurden verstärkt illegale Tiertransporte festgestellt. Meist wurden hier Hunde aus den Balkanstaaten oder Nordafrika nach Deutschland gebracht. Oft sind diese Tiere in tragbare Käfige eingepfercht und werden in Sprintern über mehrere Tage transportiert.
    Gerade zu Corona-Zeiten ist die Nachfrage nach Hunden in Deutschland groß und schlägt solche Blüten.
  • In Westerstede in Oldenburg kam es am vergangenen Sonntag zu einem seltsamen Einsatz. Gegen 9 Uhr rief ein Anwohner die Polizei, vor seinem Haus liege eine Schlange. Sie sei weich und bewege sich nicht.
    Die Polizei rückte an und stellte fest, dass es sich um eine echte Schlange handelt. Mittels eines Handyfotos konnte ein Fachmann des Reptilienzoos Saterland die Schlange identifizieren: Es handelte sich um eine ungiftige Kornnatter. Eine mutige Beamtin nahm die Schlange daraufhin in einer Transportbox in Gewahrsam. Die Schlange leistete keinen Widerstand und kam zunächst in den Reptilienzoo Saterland.

Aus Zoos und Museen

  • Im Krefelder Zoo sind 16 Keilkopf-Glattstirnkaimane geschlüpft. Bisher ist die Zucht der seltenen Echsen 2005 das erste Mal in Krefeld, dann 2013 in Dortmund und 2017 in Ungarn gelungen. Paleosuchus trigonatus stammt aus Südamerika und ist ein Bewohner schnellfließender Gewässer.

Zu guter Letzt: Neuer Fast-Woll-Weltrekord

Die Wolle von Merino-Schafen wächst permanent, sie werfen sie nicht ab. Daher müssen sie mindestens einmal jährlich geschoren werden. Dies hat offenbar ein australischer Widder übersehen, als er sich selbstständig machte und aus der Herde ausbüchste. Mindesens fünf Jahre später wurde er wieder eingefangen und geschoren. 35 kg wog sein total verfilztes Vliess, während der Widder selbst etwas untergewichtig war. Kein Wunder, unter der Matte konnte er kaum noch sehen, wo er was zu fressen finden konnte.

Das Baarack genannte Schaf ist Nummer 2 in einer langen Reihe von Rekordschafen. Ein durchschnittliches Schaf liefert 4,4 kg Wolle, 2005 lieferte „Shrek“ 27 kg, ebenfalls 2005 schor man von „Chris“ 41 kg Wolle herunter, das doppelte seines Körpergewichtes. Aus den 35 kg von Baarack ließen sich 61 Pullover oder 490 Paar Herrensocken produzieren.

 

Quelle: the Guardian am 25.2.2021

 

 

 

 




Kryptozoologische Presseschau 04/2021

Liebe Leserinnen und Leser,

 

„in den letzten 14 Tagen war kryptozoologisch wenig los.“, dieses Gefühl stellte sich bei mir ein, als ich die Meldungen durchsah und für die heutige Presseschau sortierte. Doch dann bekamen die Meldungen eine eigene Dynamik. Haben wir es mit einer Art Bigfoot-Entführung zu tun, die einem kleinen Jungen in North Carolina das Leben gerettet hat? Reena Pöschel hatte zu dem Thema schon etwas geschrieben.

 

Auch für die Wale scheint die Zeit besser zu werden. Die Fangaktionen für Tümmler in Taiji in Japan gingen ohne Fänge zu Ende (siehe Film: Die Bucht). Ähnlich bemerkenswert: Der japanische Staat hat die direkten Subventionen für den offshore-Walfang gestrichen und vergibt nur noch einen (nicht genannten) Bruchteil der über 40 Millionen Euro als Kredit an das einzige Unternehmen, das noch industriellen Walfang betreibt. Hinzu kommt, dass das Walfang-Mutterschiff, die Nisshin Maru nach vielen Jahren Einsatz ersetzt werden müsste. Dies ist vermutlich wirtschaftlich nicht darstellbar.

 

„Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“, sagt der Volksmund. Die Kraniche kümmern sich nicht drum. Anfang des Monats nahm der Kranichzug bereits Schwung auf, wurde aber mit dem Beginn der aktuellen Kältewelle wieder ausgebremst. Wir, die Redaktion, sitzen im Bereich der nördlichen Route und warten eigentlich nur darauf, die ersten V-förmigen Formationen der beeindruckenden Vögel am Himmel zu sehen und zu hören. Da halten wir euch gerne auf dem Laufenden.

 

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen und bleibt gesund – anders wär‘ nämlich schlecht!

 

Eurer / Ihr

 

Tobias Möser

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Vogelfutter

So lange es so kalt draußen ist, brauchen die Vögel fettreiches Futter. Bei uns sind geschälte Sonnenblumenkerne die bevorzugte Nahrung für Finken, Meisen und Tauben, sogar Amseln, Rotkehlchen und die Heckenbraunelle picken gerne daran. Bis auf das feine Silberhäutchen gibt es keine Spelzen, die man wegkehren muss, also optimal für „faule“ Vogelliebhaber.

 

Die Firma Donath produziert das Futter in der Manufaktur in Süddeutschland, mit festem Anteil an Bruch (für kleinere Vögel), frei von Ambrosia und im eigenen Labor geprüft. Beim Durchlauf an unseren Futtersäulen brauchen wir 2kg geschälte Sonnenblumenkerne in der Woche.

 

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Die Meldungen im Einzelnen:

Wilde Spekulation: Wie überlebte Dreijähriger zwei Tage im Wald?

Von Anfang an: Am 22. Januar ging der dreijährige Casey Hathaway in den Wäldern im östlichen North Carolina (USA) verloren.  Er spielte im Garten seiner Großmutter an der Toler Road in Ernul, North Carolina mit zwei anderen Kindern, aber kam nicht mit ihnen zurück. Trotz einer groß angelegten Suchaktion konnte er nicht sofort gefunden werden. Die Behörden rechneten mit akuter Lebensgefahr, denn die Temperaturen sind nachts bis auf -8°C gefallen. Ein Dreijähriger ohne Wildnis-Erfahrung und Ausrüstung kann das nur mit Glück überleben.

 

 

Am 24.1. hörte eine Frau beim Hunde-Ausführen die Stimme von Casey und informierte die Rettungskräfte, die den Jungen in der Nähe der Aurora Road fanden. Keine 800 m vom Ort des Verschwindens entfernt. „Es geht im den Umständen entsprechend gut“ sagte die Finderin, nachdem der Junge etwa 50 m von der Straße entfernt aus Brombeergestrüpp befreit wurde. Die folgenden Tage hat er zur Überwachung im Krankenhaus verbracht.

Es folgten die üblichen Berichte über den Gesundheitszustand des Jungen, engagierte Verwandte und öffentliche Dankesgebete. Schön, dass der Junge wieder da ist, doch was ist daran kryptozoologisch?

 

Kryptozoologisch wurde die Sache, als Casey seiner Tante erzählte, er habe die Zeit mit einem Bären verbracht. Die postet das Ganze in den sozialen Medien. Der örtliche Sheriff Chip Hughes wollte die Geschichte zunächst nicht kommentieren, sprach es aber dann doch auf einer Pressekonferenz an: „Ich weiß nicht, ob das bedeutet, dass er einen Bär gesehen hatte oder ob sich ein Bär um ihn gekümmert hat oder was Casey meint. Ich glaube, das ist eine tolle Geschichte und wenn es dem Kind hilft, die Sache zu verarbeiten, dann übernehme ich die Geschichte, die ein Dreijähriger seiner Mutter erzählt hat.“

Wirklich Bären oder etwas anderes?

Die Sache mit dem Bären hat natürlich Spekulationen Tür und Tor geöffnet.

Sheriff Hughes, der die ganze Rettungsaktion leitete, sagte dem TV-Sender WCTI, dass er keine Hinweise darauf habe, Casey sei gegen seinen Willen festgehalten worden. Er wurde definitiv nicht in einem geheizten Haus oder Fahrzeug festgehalten: „Seine Körperkerntemperatur war sehr niedrig und seine Finger haben Spuren von Erfrierungen.“

Craven County, North Carolina, gehört zum kleinen Teil des Staates, in dem tatsächlich Schwarzbären vorkommen. Diese halten aber üblicherweise im Januar Winterruhe, aus der sie nur schwer zu wecken sind. Wenn es sich also nicht um eine Dschungel-Buch-Fantasie des Kindes handelt, wer oder was hat sich um Casey gekümmert? Das International Cryptozoology Museum hat dazu eine eigene Meinung: „Sasquatch-Forscher schlagen vor, dass der Junge in der Obhut eines Tieres war, das er „Bär“ genannt hat, weil er nicht wusste, was ein Sasquatch (oder auch nur ein Affe) war, wenn es denn einer war.“

Schwarzbär in Lousiana

Aus Craven County gibt es laut BFRO keine Berichte von Bigfoot-Sichtungen. Die Gegend stellt sich in Google Maps als land- und forstwirtschaftlich intensiv genutzte Landschaft dar. Angepflanzte Sekundärwälder aus Nadelholz bilden mit Weiden und Mahdwiesen sowie Feldern mit Mais, Süßkartoffeln, Soja, Erdnüssen und Tabak. Verglichen mit den Wäldern der Rocky Mountains und dem Pazifischen Norden wirkt die Gegend nicht wie eine Bigfoot-Landschaft. Allerdings haben die Nadelwälder dichten Unterwuchs, vermutlich aus jagdlichen Gründen.

 

(Diese Kurzmeldung habe ich nur oberflächlich recherchiert. Besteht Interesse, den Fall tiefergehend zu beleuchten? Bitte Mail an Redaktion@netzwerk-kryptozoologie.de. Danke)


Gestrandete Walkadaver verändern das Verhalten Weißer Haie

Weiße Haie sind die größten Raubfische unserer Meere und stellen zumindest eine gewisse Bedrohung für Wassersportler dar. Insbesondere Australien, wo Wassersport aller Art sehr populär ist, forscht daher daran, die Gefahr für Menschen möglichst klein zu halten.

Skelettierter Walkadaver an der Nordsee bei Aberdeen

Eine Arbeitsgruppe von Paul A. Butcher vom National Marine Science Centre in Coffs Harbour hat nun erforscht, wie sich angeschwemmte Walkadaver auf das Verhalten der großen Haie auswirken. Hierzu nutzten sie Drohnen, um die Tiere zu beobachten und kamen nach der Auswertung der Aufnahmen auf folgende Ergebnisse:

  • Weiße Haie verändern ihr Verhalten in der Nähe eines Walkadavers signifikant.
  • Sie bewegen sich schneller (ca. 0,46 m/s schneller als sonst) , schwimmen weniger zielgerichtet und ihre Schwimmstrecken werden kurviger.
  • Die Haie in der Nähe der Kadaver sind (ca. 0,26 m) länger als der Durchschnitt in dem Gebiet.
  • Das Verhalten der Haie könnte tatsächlich ein höheres Risiko für Wassersportler darstellen.
  • Beim Management von Walkadavern sollte das Verhalten der Haie berücksichtigt werden.

Bild aus: https://doi.org/10.1016/j.ocecoaman.2020.105477

 

Abbildung aus dem Paper. Quelle und Bildnachweis: https://doi.org/10.1016/j.ocecoaman.2020.105477


Neue, tödliche Krankheit bei Schimpansen entdeckt

In einer Auffangstation in Sierra Leone haben Wissenschaftler der University of Wisconsin-Madison eine bisher unbekannte Krankheit untersucht. Das Erschreckende: sie ist zu 100% tödlich! Der Erreger dieser Krankheit ist kein Virus, sondern das Bakterium Sarcina troglodytae, die Krankheit heißt Epizootic Neurologic and Gasteroenteric Syndrome, kurz ENGS. Das Sarcina-Bakterium ist obligat anaerob, grampositiv, kokkoid und säuretolerant. Es ist unter anderem mit dem Bakterium Clostridium botulinum, das Botulinustoxin produziert, verwandt. Es fermentiert Monosaccharide über eine alkoholische oder Buttersäuregärung, bei denen als Nebenprodukte CO2 und/oder H2 entstehen. Symptome der Krankheit deuten auf die Produktion eines bakteriellen Giftes hin.

 

Schimpanse
Schimpanse in einem Zoo

 

Ein Schimpanse, der am Vortag noch völlig gesund wirkte, überträgt die Krankheit bereits und verliert bald seine Koordination, er wirkt wie betrunken. Sein Magen und seine Organe blähen sich auf, vermutlich ist die Todesursache Gaseinlagerung in den inneren Organen. Gefährlich ist besonders die Tatsache, dass zwischen den ersten Symptomen und dem Tod des Trägers weniger als 24 h vergehen. Für eine übliche Antibiose ist das zu kurz. Hinzu kommt die Frage, wann ein befallener Schimpanse die Krankheit unbemerkt weiter gibt, und ob das Bakterium in Wasser, auf Oberflächen oder im Boden überleben kann.

 

Da es nur sehr wenige Krankheitserreger gibt, die Schimpansen, aber keine Menschen befallen, ist die Weltgesundheitsorganisation aufmerksam geworden.

 

Quelle: nature communications


Lord Howe Island ist frei von Nagern

Lord Howe Island, das ist eine Insel, die knapp 800 km ost-nordöstlich von Sydney im Pazifik liegt. Sie war ursprünglich nicht von Landsäugern bewohnt und hatte daher eine einzigartige und in großen Teilen endemische Landtierfauna. Dann kam der Mensch und mit ihm Ratten und Mäuse, Ziegen, Wildschweine und Katzen.

Lord Howe Island
Lord Howe Island

1976 scheiterte der erste Versuch, die Ziegen auszurotten. 1980 wurde die letzte verwilderte Katze gefangen, 1981 das letzte Wildschwein erlegt. Das führte dazu, dass sich Ratten und Mäuse auf etwa 360.000 Tiere vermehrten.

 

2019 begann die australische Regierung über das Department of Planning, Industry and Environment, die Nager systematisch zu bekämpfen. 15 Millionen Australische Dollar kostete das Programm, um die Nager auszurotten. Hier wurde vor allem auf 22.000 verschließbare Fallen mit einem spezifischen Gift gesetzt, in unwegsameren Gebieten wurden Giftpellets von Hubschraubern abgeworfen. Das Programm war bei der Inselbevölkerung umstritten, hauptsächlich, weil einige Bewohner fürchteten, mit dem Gift auch andere Tiere zu treffen und die Gewässer dauerhaft zu belasten.

 

Wanderratte Rattus norvegicus
Wanderratten sind aggressive Invasoren

 

Die Kampagne war allerdings sehr erfolgreich. 15 Monate nach Beginn war die Nagerpopulation zusammengebrochen, nach mehreren Monaten ohne Nachweis (z.B. Fraßspuren an Ködern) wurde die Insel „nagerfrei“ erklärt. Der ökologische Erfolg zeigte sich viel schneller, als die begleitenden Wissenschaftler erwartet hatten: „Wir hören Grillen, die es früher selten gab. Wir hören sie jede Nacht“, sagt der Lord Howe Island Board Manager Hank Bower. Dr Terry O’Dwyer vom Ministerium sagt hierzu:

 

„Das ist ein bemerkenswertes Ergebnis, das hätten wir so nicht erwartet“.

 

200 flugunfähige Lord Howe-Waldhühnchen wurden vor der Ausrottungskampagne eingefangen und im Taronga-Zoo Sydney untergebracht. Die Population hat sich im ersten Jahr nach dem Wiederaussetzen auf 460 Tiere mehr als verdoppelt. Auch der Black-Winged Petrel und endemische Landschnecken haben sich stark vermehrt. „Unsere Senioren sagen, dass sie diese oder jene Frucht oder Blume noch nie gesehen hätten. Wir sehen Sprösslinge auf der Insel, die wir noch nicht kannten – Es ist eine ökologische Renaissance, einfach wunderbar“ freut sich Hang Bower.

Quelle: abc.net.au


Finnwal in der Eckernförder Bucht

 

Finnwal bläst
Finnwal der atlantischen Population (CC 2.0 by Aqqa Rosing-Asvid)

Am 8.2. meldeten die Kieler Nachrichten, dass Vogelbeobachter in der Eckernförder Bucht einen etwa 10 m langen, also juvenilen Finnwal gesichtet haben. Das Tier soll am vorhergehenden Sonntag an der Lindhöfter Küste gesehen worden sein.

Am 17. Januar hatte der dänische Walexperte Carl Kinze einen großen Wal im Langeland-Belt beobachtet. Es könnte sich um das gleiche Tier handeln. Die „shz“ berichtet, vor 6 Jahren sei bereits einmal ein Finnwal in der Eckernförder Bucht gewesen.


Japan kürzt Walfangsubventionen drastisch

Im vergangenen Jahr hat Japan seine Walfangindustrie mit rund 40,4 Millionen Euro (5,1 Milliarden Yen) direkter Subvention unterstützt. Dies wird 2021 nicht mehr passieren, die Regierung macht nur noch einen Bruchteil dieser Summe locker und will sie nur als (rückzuzahlender) Kredit an die Walfangunternehmen auszahlen.

 

Altes Walfangschiff auf dem Trockenen
Die beste Verwendung für Walfangschiffe: Ein Museum

 

Unabhängig davon steckt der japanische Walfang in einer existenziellen Krise: im letzten Jahr wurde nur halb so viel Walfleisch „produziert“, wie in den Jahren davor. Der Grund ist ähnlich wie in Norwegen und Island: Die Nachfrage nach Walfleisch ist sehr gering, vor allem die jüngere Generation nimmt das Angebot nicht einmal wahr.

 

Ein weiteres Problem kommt hinzu: Die Nisshin Maru, das Walfangmutterschiff der Jagdflotte ist in schlechtem Zustand und muss ersetzt werden. Aufgrund der gekürzten Subventionen und des ständig sinkenden Umsatzes dürfte das dem Betreiberunternehmen Kyodo Senpaku sehr schwer fallen.


 

Neu beschrieben:

  • Schleimaale (Myxinidae) kennen die wenigsten Europäer. Diese Tiere gehören zu den Kieferlosen, meist leben sie in mittleren bis großen Tiefen der Meere, viele Arten sind Aasfresser. So kennt man sie unter anderem von Walkadavern, aber auch anderen Ködern mit toten Tieren. Die bei den Galapagos-Inseln lebenden Arten wurden jetzt von einer multinationalen Arbeitsgruppe überarbeitet. Dabei haben die Wissenschaftler vier „neue“ Arten beschrieben.
  • Cyrtodactylus arunachalensis heißt eine neu beschriebene Art der Bogenfingergeckos aus der Provinz Arunachal in Indien. Sie ist eine von über 200 Arten der Gattung. Erstbeschreibung

Kurz gemeldet

Ausgestorben

  • Eine bisher unbekannte Singvogelart aus dem frühen Oligozän ist in Polen gefunden worden. Crosnoornis nargizia stellt nicht nur eine neue Art und Gattung dar, sondern ist erst der fünfte Singvogel, der weltweit im Paläogen gefunden wurde. Der Gattungsname Crosnoornis bezieht sich auf die Stadt Krosno, in deren Nähe das Tier gefunden wurde. DOI: 10.1007/s10336-021-01858-0

Rezent im Meer

  • Fischer haben in der Ägäis einen jungen Riesenhai gefangen und wieder frei gelassen. Kleine Riesenhaie in der Größe von etwa 1 bis 1,5 m werden selten gesehen. Bisher sind keine Kinderstuben der zweitgrößten Fische des Meeres bekannt.

Rezent an Land

  • Auf der indonesischen Insel Borneo sind zwei Tiger nach einem Erdrutsch aus einem Zoo entkommen. Bei dem Versuch, sie zurück zu halten, griffen sie einen Pfleger an und verletzten ihn tödlich. Ein Tiger wurde erschossen, als er sich einem Wohngebiet näherte. Was mit dem anderen Tier passiert ist, weiß n-tv auch nicht.
  • In einem vietnamesischen Restaurant in der Hamburger Hafenstadt hat die Hamburger Polizei am 6. Februar 180 lebende Hähne gefunden und sichergestellt. „Die Meldung war aufgeploppt, weil die Hähne am frühen Morgen zu viel Krach gemacht haben. Wie es eben ihre Natur ist. Es gab ein lautes Krähen nicht nur eines Hahns aus dem Restaurant“, sagte ein Polizeisprecher in Hamburg.
  • Ist das noch „an Land“? In Neuss bei Düsseldorf ist ein neugieriges Wildschwein auf die vereiste Wasserfläche eines eingewinterten Swimmingpools gelangt und eingebrochen. Die zur Hilfe gerufene Feuerwehr versuchte zunächst, dem verängstigten Tier eine Treppe zu bauen. Das Schwein hatte aber zu viel Angst vor den menschlichen Bauten, so dass die Wehrleute schließlich zu Trick 17 greifen mussten: Sie füllten den Pool so weit auf, dass die Sau von selbst herausklettern konnte. Sie verschwand klitschnass, aber wohlbehalten im nahen Wald. Schwein gehabt!

Strandfunde

  • Am 26.1. ist an der Küste Taiwans bei Yilan ein noch unidentifizierter Schnabelwal gestrandet. Das 5 m lange Weibchen wird provisorisch der Gattung Mesoplodon zugerechnet. Mitarbeiter der Taiwan Cetacean Society konnten es nicht mit letzter Sicherheit identifizieren.

    Mesoplodon spec.
    Das fragliche Tier in der Fundsituation. Foto: Taiwan Cetacean Society

Bexit-Folgen für Fischerei und Fische

Die britischen Fischer gehörten zu den leidenschaftlichsten Vertretern des Brexits, hatte ihnen Boris Johnson doch versprochen, die EU-Boote aus den traditionellen Fischereigewässern zu vertreiben und sie ohne die EU-Quote fischen zu lassen. Den Fang sollten sie dann, so seine Vorstellung, zollfrei nach Europa verkaufen können.
Doch es kam anders, die Situation der Fischer hat sich durch den Brexit sogar verschlechtert. Sie erhielten nur einen Bruchteil der Rechte, die Johnson ihnen versprochen hatte.

 

Um den Verkauf wenigstens im Inland zu verbessern, wird der Megrim-Fish (auf Deutsch: Flügelbutt) seines grimmigen Beiklanges beraubt und als Cornish Dole (Cornwall-Seezunge) vermarktet. Die Art heißt wissenschaftlich weiterhin Lepidorhombus whiffiagonis.
Flügelbutte sind wirtschaftlich eher unbedeutend, auch in der britischen Fischerei sind sie vor allem Beifang, der allerdings angelandet und vermarktet wird. Der Großteil der britischen Fänge wurde in der Vergangenheit in Spanien und Frankreich gegessen. Der Export in die EU lohnt sich wegen der Bürokratie, Zollvorschriften und Grenzkontrollen nicht mehr. Für Frischfisch dauert die Prozedur zu lange.

 

Ähnlich ergeht es der Spider Crab, die demnächst Cornish King Crab heißen wird. Wissenschaftlich heißt sie weiterhin Lithodes maja. Diese Tiere werden als Delikatessen geschätzt und teuer bezahlt – allerdings ebenfalls in Spanien.


Fake der Woche

Deinotherium?
Nein, das ist kein Deinotherium in einem Zoo, sondern nur eine Fotomontage. (Netzfund)


Zu guter Letzt: Spiekeroog im Schnee

mit entspannender Musik, drei Minuten zum Entschleunigen,