Mein Wort zum Sonntag – 25. Oktober 2020

Einen schönen Sonntag wünsche ich dir!

Der Blick aus dem Fenster meines Arbeitszimmers könnte schöner kaum sein: Die Herbstfarben laden zu einer Radtour ein, die ich solange das Wetter hält auch gleich nach Fertigstellung dieses Artikels unternehmen werde. Radtouren sind zur Zeit ja noch gut möglich, und man kann sich damit gut die sorgenvollen Nachrichten vertreiben, die uns in den letzten Tagen ereilt haben. Noch ist der Norden, wo ich wohne, glücklicherweise kein Risikogebiet und wir haben hier auch keine Sperrstunden oder ähnlich einschneidende Regelungen. Noch haben wir bundesweit auch keinen zweiten Lockdown. Die Schulen und Kitas sind weiterhin offen.


Aber auch die Museen und Freizeitparks haben noch bzw. wieder geöffnet, und da in vielen Bundesländern noch Ferien sind: stattet ihnen doch mal einen Besuch ab. Sie sind nach der langen Zeit, in der sie schließen mussten, auf jede Unterstützung angewiesen, und auch ihr habt da nochmal die Möglichkeit, rauszukommen. Solange ihr die Hygiene- und Abstandsregeln einhaltet, könnt ihr dort noch einen schönen Tag mit der Familie genießen. Und es schaudert mich, dass ich diesen letzten Satz schreiben muss: Genießt es, solange es noch geht.


Bild der Woche

Ein Ankylosaurus genießt einen Schluck aus einer kristallklaren Bergquelle an den Hängen der laramidischen Gebirgskette, um in den frühsommerlichen Tag zu starten. Doch es wird wahrscheinlich sein letzter sein, denn ein gewaltiger Asteroid rast auf den Golf von Mexiko zu…

 

Bildquelle: Fabio Manucci

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Der Tyrannosaurus im Regalformat

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Paläo-News

Es gab in den letzten Wochen allerdings auch viele spannende und interessante Nachrichten abseits von Corona, nämlich aus der Welt der Urzeitforschung:


Früher basaler Abelisaurier aus Brasilien entdeckt: Spectrovenator ragei

In der brasilianischen Quiricó-Formation stießen Wissenschaftler auf die fossilen Überreste eines der bislang ältesten Exemplare der Abelisaurier. Diese Linie der der basaleren Theropoden gedieh vor allem auf dem Südkontinent Gondwana, der sich in der frühen Kreide schon bereits von den Regionen weiter nördlich getrennt hatte. Vor etwa 126 bis 112 Millionen Jahren vergrößerten sich die Abstände zwischen Südamerika, Afrika, Indien, der Antarktis und Australien weiter, als die Kontinente allmählich auf ihre heutige Position zusteuerten.

 

Während zu dieser Zeit noch die mächtigen  Carcharodontosaurier in Südamerika die dominanten Landbeutegreifer waren, machte sich bereits eine weitere Theropodenfamilie bereit, ihren Platz an der Sonne zu fordern: die Abelisaurier. Mit ihren kurzen Ärmchen und den kräftigen Kiefern unverkennbar, waren diese schnellen Jäger auf ganz andere Beutetiere spezialisiert.

 

 

Der neuentdecktes Spectrovenator (übersetzt „Geisterjäger“), von dem ein gut erhaltener Schädel überliefert ist, gibt nun neue Einblicke in die frühe Entwicklungsgeschichte dieser Tiere, da deren Schädel sonst vor allem nur aus der Oberkreide bekannt sind. Bei Spectrovenator fehlen noch die für spätere Abelisauriden charakteristischen speziellen Kiefermerkmale.

 

Lebendrekonstruktion von Spectrovenator ragei. Bildquelle: Sergey Krasowskiy

 

Bildquellen und Link zur Studie:


Forscher entdecken in fossilem Weichgewebe Fortpflanzungsorgan eines Dinosauriers!

 

Einer Forschergruppe um Phil R. Bell könnte eine Sensation gelungen sein: bei der genauen Untersuchung einer Psittacosaurus-Fossilmumie, die derzeit im Senckenberg-Museum von Frankfurt am Main ausgestellt ist, entdeckten sie eine vogel- bzw. krokodilartige Kloake.

 

Die Kloake ist die gemeinsame Körperöffnung von Darmausgang und den Fortpflanzungsorganen bei allen eierlegenden Landwirbeltieren. Die Forscher machten die genaue Position des Organs zwischen Schwanzwirbelsäule und Beckengürtel des noch nicht ausgewachsenen Tieres fest.

 

 

Da sich die Kloake von männlichen und weiblichen Tieren aber nicht äußerlich unterscheidet, konnten sie das Geschlecht des jungen Psittacosaurus leider nicht bestimmen. Trotzdem ist diese Entdeckung eine Sensation: bislang konnte über den genauen Aufbau der Fortpflanzungsorgane von Dinosauriern nur spekuliert werden.

 

Psittacosaurus Senckenberg
Das Psittacosaurus-Fossil aus dem Senckenberg-Museum in Frankfurt (Foto by Ghedoghedo, CC 3.0)

 

Bildquelle und Link zur Studie (Hinweis: Die Studie ist noch brandneu und muss noch das Peer Review durchlaufen. )


Ein Dino mit Super-Sinn: Forscher entdecken druckempfindliche Schwanzschuppen bei Juravenator starki

Als der Juravenator, dessen Überreste in der Fränkischen Alb gefunden wurden, im Jahr 2006 beschrieben worden war, wunderten sich die Forscher noch, dass trotz fossiler Hautreste kein Hinweis auf ein Federkleid gefunden werden konnte. Damals begründeten es die Forscher damit, dass das gefundene Exemplar möglicherweise noch zu jung war, um Federn auszubilden, oder dass der Juravenator vielleicht nur saisonal ein Federkleid trug – oder dass diese einfach nicht fossil überliefert worden waren. Im Jahr 2011 stellten die Forscher dann bei weiteren Untersuchungen der Augenhöhlen im Schädel fest, dass dieser Saurier wahrscheinlich nachaktiv war.

 

Lebendrekonstruktion von Juravenator. Bildquelle: Jake Baardse.

 

Nun haben Forscher ein weiteres Detail beim Juravenator gefunden, das die beiden vorherigen Ergebnisse miteinander zu verbinden scheint: An den fossilen Hautresten, die von der Schwanzunterseite des Juravenator-Exemplars stammen, konnten die Forscher regelmäßige, kreisrunde Erhebungen auf den Schuppen entdecken, die an die Integument-Sinnesorgane (ISOs) der heutigen Krokodile erinnern.

 

Mit diesen ISOs nehmen Krokodile die Bewegung von Beutetieren in ihrer Umgebung, die Wassertemperatur und den Säuregehalt des Wassers wahr. Sollte Juravenator tatsächlich nachts auf Beutefang gegangen sein und dabei durch die damalige Lagunenlandschaft der heutigen Schwäbischen Alb gestreift sein, könnten diese ISOs dem kleinen Raubsaurier neben seinen anderen Sinnesorganen beim Aufspüren seiner Beute gute Dienste geleistet haben.

 

Link zur Studie:


Langlebige Ur-Säuger: Führten sie ein Leben wie Reptilien?

Forschern der University of Bristol machten stellten bei der Untersuchung der Zähne von triassischen Ursäugern erstaunliches Fest: als sie den Aufbau des Zahnschmelzes analysierten, konnten sie dabei Wachstumsringe nachweisen. Ganz wie bei den Jahresringen der Bäume lässt sich sehr gut berechnen, wie viele Jahre der ehemalige Besitzer des Zahns bereits am Leben war, bevor er ihn verlor – bzw. starb. Da Säugetiere anders als die meisten Reptilien nur einmal und sehr früh im Leben ihre Zähne wechseln, kann man daraus ableiten, wie alt die frühen Säuger geworden sind.

 

 

Heutige Nagetiere vergleichbarer Größe, also zum Beispiel Hamster, Mäuse, Ratten und Eichhörnchen, haben eine relativ geringe Lebenserwartung. Mit einer hohen Stoffwechselrate und einer hohen Vermehrungsfreudigkeit ausgestattet, reicht ihnen eine kurze Lebensspanne aus, um ihr Fortbestehen zu sichern: kaum einer dieser Zwerge wird älter als ein paar Jahre.

 

 

In der Trias war das jedoch anders: bei den frühen Säugern, wie Morganucodon oder Kuehneotherium, lassen die Zähne auf eine deutlich höhere Lebenserwartung zwischen 9 und 15 Jahren schließen, was viel eher zu der Lebenserwartung von Echsen und kleinen Waranen passt.

 

Die Ursäuger führten also eine deutlich entschleunigten Lebenswandel, setzten vermutlich weniger Nachkommen in die Welt und benötigten dafür auch weniger Energie. Obwohl auch sie sehr wahrscheinlich schon warmblütig waren, schlug ihr Herz wahrscheinlich deutlich langsamer als das eines heutigen Nagers.

 

 

Dass frühe Säugetiere so oft mit Nagern verglichen werden, sollte also überdacht werden: vermutlich hatten sie hinsichtlich ihres Lebensstils überhaupt nicht viel mit ihnen gemein!

 

Bildquellen und Link zur Studie


Die Spinosauriden von Iberia: Studie fasst Datenlage über westeuropäische Spinosaurier zusammen

In den letzten Jahren wurde der Fossilberichte über die Theropoden der iberischen Halbinsel immer reichhaltiger. Aus Portugal und Spanien wurden dabei viele neue Gattungen und Arten aus den Schichten der unteren Kreidezeit zutage gefördert, meist jedoch nur beschrieben an fragmentarischen Knochenresten und Zahnfossilien. Auch Spinosauriden waren mit dabei, hauptsächlich aus den Becken von Cameros und Maestrazgo im Osten Spaniens. In der Vergangenheit wurden diese Fossilien meist der aus England bekannten Gattung Baryonyx zugeordnet.

 

Die Spinosauriden von Iberia, nach den Rekonstruktionen von Robinson Kunz; Felipe Elias und Cisiopurple (DeviantArt): Baryonyx (oben), Vallibonavenatrix und Camarillasaurus.

 

In einer neuen Studie nahm eine Forschergruppe um Elisabete Malafaia die Fossilien genauer unter die Lupe. Dabei kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass in der Unterkreide mindestens drei Spinosauriden-Taxa in Iberia lebten: der schon genannte Baryonyx walkeri (oben) oder eine sehr eng verwandte Art, Vallibonavenatrix cani (Mitte) und möglicherweise auch Camarillasaurus cirugedae (unten), dessen Überreste erst kürzlich als die eines Megalosauroiden interpretiert wurden. Die letzten beiden scheinen verwandtschaftlich auch den Spinosauriden aus Gondwana nahezustehen als denen aus Nordwesteuropa.

 

Link zur Studie


Sensation: Erstmalig Überreste von Baby-Tyrannosauriern untersucht!

Bereits in den Jahren 1987 und 2017 wurden in der kanadischen Provinz Alberta Fossilien gefunden, die eine Forschergruppe der University of Edinburgh nun als die Überreste eines jungen Theropoden aus der oberen Kreidezeit identifizieren konnten. Sehr wahrscheinlich stammen die fossilen Zehenkrallen und die fragmentarischen Kieferknochen von einem Albertosaurus sarcophagus, eines älteren Verwandten des Tyrannosaurus rex.

 

Größenvergleich verschiedener Albertosaurus-Individuen mit Gregory Funston, dem Urheber der Studie und Illustrator der Bildquellen dieses Artikels.

 

Der Fund zeigt, dass die gewaltigsten Beutegreifer aller Zeiten einmal winzig anfingen: ihre Schädel waren kaum größer als eine Feldmaus! Ausgewachsen erreichte auch schon Albertosaurus Körperlängen von über neun Metern. Weil die winzigen Fossilien nur schwer aus dem umgebenden Stein herauszulösen waren, sind sie bislang niemals wissenschaftlich untersucht worden. Mithilfe modernster Scan-Techniken war es aber nun möglich, das Fossil zu untersuchen, auch ohne es aus dem Stein heraus zu präparieren.

 

 

Aufgrund des Entwicklungszustandes der im Kiefer angelegten Zähne, aber auch der wohl noch nicht vollständig verhornten Zahnkrallen kamen die Forscher zu dem Schluss, dass sie entweder die Überreste von gerade erst geschlüpften Tyrannosauriern in Händen hielten, oder, was sogar noch wahrscheinlicher ist, dass es sich noch um Embryonen handelt. Zwar wurden am Fund keine Eierschalen gefunden, doch muss dies nichts heißen: einige Dinosaurier legten auch Eier mit weicher Schale, die nicht gut fossiliert.

 

 

Fossilien von Theropoden-Jungtieren sind extrem selten, von derart jungen sogar bislang völlig unbekannt. Die meisten Funde von juvenilen Tyrannosauriern stammen von Tieren, die mindestens schon ein Alter von zwei Jahren hatten. Somit ist der Fund eine echte Sensation.

 

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Bernstein-Fossilien aus Myanmar geben neue Erkenntnisse über die Evolution der Insekten

Eingeschlossen in fossilem Baumharz und so für Ewigkeit konserviert, sind die Bernsteinfossilien aus Myanmar wahre Schätze für die paläontologische Forschung – auch wenn der Erwerb dieser Schätze nicht unumstritten ist, wegen der schweren Menschenrechtsverletzungen, die u.a. durch den Erlös direkt mitfinanziert werden. Die Forschung hat hier also einen sehr schlechten Nachgeschmack, auch wenn die Ergebnisse oft verblüffend sind.

 


Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von David Peris von der Universität Bonn untersuchte 99 Millionen Jahre alte Insektenfossilien und konnte einige Geheimnisse dieser heute ausgestorbenen Tiergruppe lüften, die aufgrund der Schwierigkeit bei der zoologischen Zuordnung nicht zu Unrecht den Namen „Mysteriomorphidae“ bekamen.

 

 

Peris und sein Team fanden nun heraus, dass diese Käfer offenbar einen heute ausgestorbenen Zweig der Elateroidea repräsentieren, also eng mit heutigen Schnellkäfern, Weichkäfern und Glühwürmchen verwandt sind.

 

Bildquellen und Link zur Studie


Evolution: immer mehr Menschen haben dritte Armarterie!

Eine interessante Studie zeigt auf, dass auch bei uns Menschen die Evolution stetig weitergeht: die ursprünglich nur im Embryonalstadium vorhandene Median-Arterie im Arm, die sich normalerweise während der weiteren Entwicklung zurückbildet, bleibt heute immer mehr Menschen als Resultat einer Mutation auch im Erwachsenenalter erhalten.

 

Während es Ende des 19. Jahrhunderts noch eine relativ seltene Anomalie war, die bei weniger als 10% aller Menschen zu finden war, weißen nach neueren Forschungen heute gut ein Drittel aller untersuchten Probanden eine solche zusätzliche Armarterie auf. Der wachsende Trend wird wohl dazu führen, dass bald die Mehrheit aller Menschen, und dass in vielleicht nur 100 Jahren sogar fast alle von uns sich über eine zusätzliche Ader im Arm freuen dürfen.

 

Bildquelle und Link zur Studie


Leptostomia begaaensis: Flugsaurier mit langem Schnabel entdeckt!

Die Ernährungsstrategien der Pterosaurier waren höchst divers, wie neuere Forschungen ergeben. Manche von ihnen fingen Fische, andere fraßen Fleisch, manche jagten am Boden nach kleineren Tieren, andere im Flug Insekten, wieder andere filterten wie ein Flamingo kleine Krebstierchen aus dem Wasser.

 

Lebendrekonstruktion von Leptostomia. Bildquelle: Megan Jacobs.

 

Ein neuentdeckter Flugsaurier, der in Gesteinen aus der späten Unterkreide Marokkos gefunden wurde und vor etwa 100 Millionen Jahren lebte, zeigt nun eine weitere Ernährungsweise auf: das etwa Truthahngroße Tier besaß einen langen, spitzen Schnabel und dürfte sich damit ähnlich wie ein Ibis oder Brachvogel seine Nahrung gesucht haben, indem es im Schlick und Schlamm des kreidezeitlichen Ufersandes nach Würmern und anderen Wirbellosen stöberte. Eine solche Ernährungsweise war für Flugsaurier bislang unbekannt.

 

 

Die Forscher beschrieben ihre Entdeckung in einer neuen Studie als Leptostomia begaaensis, der wahrscheinlich zur Familie der Azdharchiden gehörte.

 

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Fußspuren erzählen Geschichte aus der Eiszeit

Die Megafauna des pleistozänen New Mexico. Bildquelle:Cornell University.

New Mexico, der „State of Enchantment“ war vor mehr als 11.000 Jahren sicher sogar noch bezaubernder: die ersten Menschen, die damals dort lebten, mussten sich ihren Lebensraum nämlich noch mit einer ganzen Reihe von heute ausgestorbenen Großtieren teilen. Mammuts, Mastodonten, Riesenfaultiere und auch gefährliche Raubtiere wie Löwen, Wölfe und Säbelzahnkatzen bevölkerten den amerikanischen Südwesten und machten Wanderungen dort so spektakulär wie auch lebensgefährlich.

 

Die neuentdecke Menschenfährte. Bildquelle: White Sands National Park. Wie mag es wohl gewesen sein, in so einer Wildnis ein Kleinkind aufzuziehen? Einen Einblick in den Alltag des späten Pleistozäns gibt uns eine neuentdeckte Fährte aus dieser Zeit, die eine spannende Geschichte erzählt. In der schlammigen Oberfläche eines austrocknenden Seebetts haben ein junger Erwachsener, wahrscheinlich eine Mutter und ihr nur wenige Jahre altes Kleinkind ihre Abdrücke hinterlassen, und das auf einer mehr als 2 km langen Strecke.

 

Die Fährte erzählt, wie das Kleinkind auf den Arm genommen und im Laufe der Strecke mehrfach die Tragehaltung von links nach rechts gewechselt wurde. Vielleicht war es müde und konnte nicht mehr alleine weitergehen, vielleicht hat es geweint und gequengelt. Über der Fährte liegen weitere Fußabdrücke, offenbar von genau der gleichen Person – sie muss die Strecke also auf gleichem Wege noch einmal ohne das Kind zurückgegangen sein.

 

So könnte sich die Wanderung der jungen Mutter vor mehr als 11.000 Jahren zugetragen haben. Bildquelle: Karen Karr.

 

Die Fährte wird außerdem an mehreren Stellen von den Abdrücken von Großtieren gekreuzt, was deutlich zeigt, dass die Wanderung der beiden wohl kein entspannter Sonntagnachmittagsspaziergang gewesen sein dürfte.

 

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Skybalonyx skapter: ein unterirdisch lebendes Reptil aus der Trias?

Die Trias war eine der bemerkenswertesten Perioden der Erdgeschichte. Im Zuge einer sich stetig wandelnden Erde, mehrerer größer klimatischer Umbrüche und einer ganzen Reihe von Massenaussterben gezeichnet, gab es wohl zu keiner Zeit eine sich so schnell und so vielseitig ändernde Tierwelt wie in der Zeit von vor 252 bis 201 Millionen Jahren. Die Trias wird auch als „Zeitalter der Reptilien“ bezeichnet, und tatsächlich hat die Erde in dieser Zeit eine Menge verschiedenster Reptilien kommen und gehen gesehen. So gut wie alle heutigen Reptiliengruppen brachten in der Trias ihre ersten Vertreter hervor.

 

Aus der Chinle Formation geborgene Krallenfossilien eines neuen Drepanosauriers.

 

Neben den frühesten Vorfahren der Echsen, Krokodile, Schildkröten und auch der Dinosaurier lebten aber auch viele Reptilien, die es heute nicht mehr gibt. Eine Familie dieser Reptilien waren die Drepanosaurier, die besonders vielfältige Formen hervorbrachten. Die meisten von ihnen waren insektenfressende Baumbewohner, die sich mit ihren gebogenen Krallen und dem beweglichen Schwanz gut an den Zweigen festklammern konnten. Manche von ihnen könnten auch im Wasser zuhause gewesen sein, während es auch Spekulationen darüber gibt, dass einige andere sogar gleiten konnten.

 

Skybalonyx skapter nach einer Lebendrekonstruktion von Midiaou Diallo.

 

Eine aktuelle Ausgrabung in der Chinle Formation von Arizona gibt Grund zu der Vermutung, dass die Drepanosaurier auch noch eine weitere ökologische Nische besetzten: die neuentdeckte Krallen eines Tieres, das die Forscher als Skybalonyx skapter beschrieben, scheinen ideal zum Graben und Anlegen von Tunneln gewesen zu sein. Möglicherweise verbrachte diese kleine Echse, die vor etwa 220 Millionen Jahren lebte, ihre Zeit also vor allem unter der Erde.

 

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Junge Tyrannosaurier fraßen ganz anders als ausgewachsene!

Joseph E. Peterson und Karsen N. Daus von der University of Wisconsin Oshkosh haben im Rahmen ihrer neuesten Studie herausgefunden, dass Tyrannosaurus-Teenager ganz andere Tischmanieren hatten als ihre erwachsenen Artgenossen. Die Forscher untersuchten dazu die Bissmarken, die auf den Knochenresten von Edmontosauriern hinterlassen wurden, der Lieblingsbeute des T. rex.

 

Die Bissmarken auf den Wirbelknochen eines Edmontosaurus deuten darauf hin, dass hier ein 11 bis 12 Jahre alter Tyrannosaurus-Teenager fraß.

 

Mithilfe von Silikonabdrücken konnten Petersen und Daus einerseits die Form und Größe der Zähne bestimmen und sie im Vergleich den Fossilien eines jugendlichen T. rex zuordnen, der ein Alter von 11 bis 12 Jahren hatte. Außerdem konnten sie die Kraft berechnen, die die Zähne des Tyrannosaurus auf den Edmontosaurus-Wirbel ausgeübt hatten.

Die Gebissmorphologie unterscheidet sich bei ausgewachsenen und jungen Tyrannosauriern sehr deutlich.

 

Der Tyrannosaurus-Teenager hat offenbar mit einer Kraft von unter 1.000 kg pro Quadratzentimeter auf den Knochen gebissen, was immerhin in etwa der Kraft eines heutigen Flusspferdes entspricht. Das ist jedoch nichts im Vergleich zu einem ausgewachsenen T. rex, der mit der beinahe fünffachen Kraft zubeißen konnte.

 

Die Spuren erzählen außerdem, dass der Teenager mit seinen schmalen, scharfen Zähnen auch eher reißende Bewegungen ausgeführt hat, als er fraß. Ein Erwachsener, dessen Zähne auch viel breiter gewesen sind, zermalmte seine Nahrung regelrecht, zerbrach Knochen und zerquetsche Muskeln und Sehnen, um dann riesige Stücke im Ganzen zu verschlingen, während die Jungtiere ihre Nahrung zuvor in mundgerechte Happen zerrissen.

 

Bildquellen und Link zur Studie


Neue Studie bestätigt: Scimitar-Katzen waren ausdauernde Jäger

Forscher betrachten heute längst nicht mehr nur die Fossilien, um Rückschlüsse auf das Leben eiszeitlicher Großtiere zu gewinnen. Auch die Genforschung ermöglicht ihnen immer neue Einblicke, nicht nur in ihre Verwandtschaftsbeziehungen, sondern mitunter auch darüber, wie sie sich wahrscheinlich verhielten. Forscher der Universität von Kopenhagen ist dies anhand eines Homotherium-Fossils gelungen, dass mehr als 47.000 Jahre lang im Permafrost Nordkanadas überdauerte. Durch die Sequenzierung des Erbguts erfuhren die Wissenschaftler viel über das mögliche Leben der Scimitar-Katze, einer großen Vertreterin der Säbelzahnkatzen.

 

 

Die Gattung Homotherium war ausgesprochen erfolgreich und mit mehreren Arten für viele Jahrhunderttausende auf fünf Kontinenten vertreten. Dies spiegelt sich auch in den Genen wieder: das Erbgut der Katzen weist eine im Vergleich doch sehr hohe Diversität auf. Auch dass die Scimitar-Katzen wohl ausdauernde Jäger waren, die vor allem großen Säugetieren wie Wildpferden nachstellen, und dass sie sehr wahrscheinlich im Rudel jagten, leiteten die Forscher aus den Ergebnissen ihrer Studie ab.

 

Bildquelle und Link zur Studie:


Archäologie: spielte man im Alten China bereits Polo?

In einem Reitergrab bei Yanghai in China entdeckten Archäologen die bislang ältesten Spielbälle der Welt. Der Tote, dem der mit Leder ausgestopfte Ball gehörte, war seiner prächtigen Kleidung zu urteilen ein einflussreicher Krieger, der vor etwa 3200 Jahren lebte. In einem ähnlich alten Grab hatten die Forscher einige Jahre zuvor auch die älteste Hose der Welt entdeckt, nun haben sie die wahrscheinlich ältesten Spielgeräte gefunden.

 

 

Wie mit den Bällen gespielt wurde, könnte eine Grabzeichnung enthüllen, die allerdings aus viel jüngeren Zeiten, nämlich der Tang-Dynastie stammt. Dort lässt sich gut erkennen, wie Reiter im 7. Jahrhundert mit gebogenen Stöcken Bälle schlugen. Da genau solche Stöcke ebenfalls in einem Grab von Yanghai entdeckt würden, könnte dieses Spiel schon viele tausend Jahre alter sein, als man bislang dachte.

 

Wandmalereien in einem Grab von Li Xian. Bildquelle: Chen.

 

Allerdings könnten die Schlagstöcke auch aus einer anderen Zeit stammen als die Bälle – genau auf dieselbe Zeit datieren konnte man Stöcke und Bälle bislang nicht. Wie mit den Bällen gespielt wurde, und ob es tatsächlich auch schon vom Pferd aus geschah, bleibt also vorerst ein Geheimnis.

 

Link zur Studie


Das war es schon wieder mit den Nachrichten aus der Urzeit! Vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit, viele Grüße aus Kiel und einen schönen Sonntag! Wir lesen uns in zwei Wochen wieder!

 

Markus Kretschmer

 

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Palaeoartist’s Handbook

Ausgestorbene Welten leben wieder in Paläoart: Kunstwerke fossiler Tiere, Pflanzen und Umgebungen, die sorgfältig aus paläontologischen und geologischen Daten rekonstruiert wurden. Solche Kunstwerke sind in der Populärkultur weit verbreitet und erscheinen in Dokumentarfilmen, Museen, Büchern und Magazinen sowie in inspirierenden Darstellungen von Dinosauriern und anderen prähistorischen Tieren im Kino. Dieses Buch beschreibt, wie fossile Tiere und Umgebungen aus ihren Fossilien rekonstruiert werden können, und erklärt, wie Paläo-Künstler Lücken in fossilen Daten überwinden und „Weichteil“ -Anatomien vorhersagen, die um fossile Knochen nicht mehr vorhanden sind.

 

Palaeoartist’s Handbook ist 2017 bei Crodwood Press erschienen und hat 224 Seiten in englischer Sprache.

 

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Mein Wort zum Sonntag – 11. Oktober 2020

Einen schönen Sonntag wünsche ich dir!

Zwei ereignisreiche Wochen liegen hinter uns. Leider hat der Oktober keinen guten Anfang genommen, für mich nicht und auch für viele andere Menschen auf der Welt. Während ich mir den Fuß verknackst und mir dann auch noch eine Erkältung eingefangen habe, bereiten mir vor allem die steigenden Infektionszahlen und die Meldungen in den Nachrichten große Sorge. In vielen Bundesländern sind schon wieder schärfere Maßnahmen in Kraft getreten, immer wieder hört man sorgenvolle Spekulationen über einen neuen Lockdown.

 


 

Für mich als Schriftsteller sind das schlimme Hiobsbotschaften. 2020 habe ich keine einzige Lesung veranstalten können. Seit Ende Februar, was mir schon eine Ewigkeit lang her zu sein scheint, gab es auch keine Dino-Treffen mehr. Nicht nur, dass mir diese Aktionen und Treffen auch persönlich sehr fehlen, so reißt mir die gegenwärtige Lage auch ein ordentliches Loch in den Geldbeutel. Als Autor verdient man nur minimale Prozente am Buchverkauf, die Lesungen sind der eigentliche Zughebel, um in diesem Metier ein Bein auf die Bude zu bekommen, genau wie die Bühne für den Schauspieler oder Musiker. Wenn all das fehlt – und es wird wahrscheinlich so sein, dass es den ganzen Winter über fehlen wird! – ist das für alle Kunstschaffenden eine Katastrophe.

 


 

Ich möchte hier nicht großartig rumjammern. Ich mache auch kein Posting mit einem Link zu einem Spendenkonto, denn so schlecht geht es mir dann auch wieder nicht. Womit ihr mich aber wirklich unterstützen könnt, und nicht nur mich, sondern alle eure Mitmenschen: Bitte nehmt die Abstands- und Hygieneregeln ernst. Bitte fahrt nicht in den Urlaub. Bleibt hier. Bleibt zuhause! Nehmt Rücksicht auf eure Mitmenschen. Vermeidet unnötige Kontakte. Verzichtet bitte auf Partys oder große Menschenmengen. Nur so können wir der Ausbreitung des Virus Einhalt gebieten, bis wir hoffentlich bald ein wirksames Heilmittel oder einen Impfstoff haben. Auch andere Infektionskrankheiten feiern im Herbst ja ihr Comeback – ihr könnt euch aber mit dem Einhalten der Corona-Regeln auch gegen sie schützen!

 


Bild der Woche

Eine Triceratops-Herde auf der Flucht! Was hat die Tiere so in Panik versetzt? Ein Unwetter? Ein gefährlicher Raubsaurier? In Panik stürmt die Herde aufs Wasser zu, doch ob es dort sicher für sie ist, steht keineswegs fest…

Das Bild stammt von Damir G. Martin.

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Drei Urzeitbäume

Falls ein pflanzenfressender Dino auf einen Snack vorbei kommt, sollte man vorbereitet sein: Mit den drei Bäumchen von Seedo hat man eine kleine Mahlzeit für ihn parat:

  • Berg – Mammutbaum 3 Jahre alt 10 – 20 cm hoch
  • Ginkgo biloba ca. 2,5 Jahre alt ca. 20 – 30 cm hoch
  • Urwelt-Mammutbaum 2,5 Jahre alt 35 bis 45 cm hoch

Falls er nicht kommt, ist das auch nicht schlimm, die Bäumchen machen sich auch im Topf oder im Garten sehr gut. Anders als in vielen sonstigen Sets wird kein (billiges) Saatgut ausgeliefert, sondern bereits gestandene Bäumchen. Das erleichtert dem angehenden Urzeit-Gärtner das Leben.

Die 3 Pflanzen aus der Zeit der Dinosaurier werden als junge Bäumchen geliefert, die den nächsten Winter im Garten oder auf dem Balkon gut überstehen. Eine ausführliche Pflegeanleitung ist ebenfalls enthalten. Die winterkahlen Bäumchen (Ginkgo und Metasequoia) kommen im Winter natürlich ohne Blätter/ Nadeln an.

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Paläo-News

Trotz der sorgenvollen Entwicklungen der letzten Tage gab es in den vergangenen zwei Wochen auch viel Interessantes aus der Welt der Urzeitforschung zu vermelden. Los geht’s mit den Paläo-News!


Crocodylus checchiai: wieder aufgespürter Krokodilschädel gibt neue Einblicke in die Evolution der modernen Krokodile

Die Gattung Crocodylus umfasst heute 13 bekannte Krokodilarten, darunter sowohl das afrikanische Nilkrokodil sowie vier südamerikanischen Krokodile: Das Orinoko-Krokodil, das Spitzkrokodil, das Beulenkrokodil und das Kubakrokodil. Diese fünf Arten sind, wie genetische Analysen und morphologische Studien nahelegen, sehr eng miteinander verwandt, und es ist aus evolutionsgeschichtlicher Sicht sogar noch gar nicht so lange her, dass sie sich voneinander trennen. Vor nur neun Millionen Jahren könnte ihr letzter gemeinsamer Vorfahre in Afrika gelebt haben. Dies deuteten bereits im frühen 20. Jahrhundert in Libyen entdeckte Krokodilfossilien an, deren Schädel man einst zwar wissenschaftlich untersuchte und beschrieb, die aber allesamt im Laufe der Zeit verloren gingen.

 


Einen der vier verschollenen Schädel konnten italienische Forscher nun aber in der Sammlung der Sapienza-Universität von Rom wieder aufspüren. Mithilfe modernster Vermessungstechniken wurde dieser Schädel genauestens untersucht und in einer neuen Studie als neuer Typus-Schädel der Art Crocodylus checchiai beschrieben. Das Fossil weißt deutliche Ähnlichkeiten zu den südamerikanischen Krokodilen auf und dürfte ihr engster afrikanischer Verwandter, möglicherweise sogar ihr direkter Vorfahre sein, der irgendwie über den Ozean in die Neue Welt gelangte.

Während des Pliozäns war der Atlantik zwischen Brasilien und der Westspitze Afrikas nur wenige hundert Kilometer breit. Die Krokodile, die durchaus längere Strecken im Salzwasser schwimmen konnten, gelangten wohl erst zu jener Zeit über den Seeweg nach Westen, wo sie sich zu den heutigen Arten weiterentwickelten.

 

Bildquelle (oben) und Link zur Studie

 

Lebendrekonstruktion von Crocodylus checchiai in seiner natürlichen Umgebung. Bildquelle: D.A. Iurino.

 

 


Panzerfisch trug sie in seinem Leib: Älteste bislang bekannte Wirbeltier-Embryonen gefunden!

Einem internationalen Ausgrabungsteam gelang im hohen Norden Schottlands ein a

ufsehenerregender Fund: in den Schichten der Eday Flagstone Formation aus dem mittleren Devon, die ein Alter von etwa 385 Millionen Jahren haben, legten sie die Überreste eines Placodermen der Art Watsonosteus fletti frei. Panzerfische wie er sind in diesen Schichten relativ häufig, also deutete zunächst nichts auf eine Sensation hin.

Doch im Innern des Fossils wartete eine Überraschung: die noch kleinen Plattenpanzer von ungeborenen Placodermen! Diese Embryonen sind der älteste bekannte Nachweis von Wirbeltier-Nachwuchs, und außerdem ein weiterer Beleg dafür, dass auch Watsonosteus, wenn nicht sogar alle größeren Placodermen lebensgebärend waren. Ähnliche Funde legten dies bereits bei dem etwas jüngeren Incisoscutum ritchiei nahe, der im Jahre 2008 ebenfalls mit ungeborenem Nachwuchs im Leib entdeckt wurde.

Lebendrekonstruktion eines Placoderm (hier Dunkleosteus) von Dimitry Bogdanov. Watsonosteus sah wahrscheinlich ganz ähnlich aus.

Weiterhin wurden im Innern des Fossils auch die Überreste anderer Panzer-, aber auch Knochenfische gefunden. Watsonosteus war ein gefürchteter Raubfisch mit einem reichhaltigen Speisezettel.

Link zur Studie


Fluffige Giganten – sind Pycnofibern der Pterosaurier in Wahrheit Federn?

Seit Jahren schon wird unter Wissenschaftlern eifrig diskutiert, ob Flugsaurier Federn hatten. Einige jüngere Entdeckungen aus China zeigen im Fossil winzige, nur Millimeterbruchteile dünne Filamentstrukturen, die an ihren Enden wie ein Flaum ausgefranst waren und deshalb von den chinesischen Wissenschaftlern als analog zu den Protofedern der Dinosaurier betrachtet wurden.

Pterosaurier – wie sahen sie wohl aus? Bildquelle: Megan Jacobs.

Der Fund wäre damit eine wahre Sensation: er würde bestätigen, dass sich die Federn der Dinosaurier (und Vögel) sowie die Körperbedeckung der Flugsaurier gemeinsam schon beim letzten gemeinsamen Vorfahren beider Tiergruppen entwickelt hätten. Dies hieße dann nicht nur, dass jeder Flugsaurier gefiedert war, sondern auch, dass jeder Dinosaurier zumindest die Erbanlagen für Federn in seinen Genen trug, auch wenn manche (wie die Sauropoden) ihren Federschmuck wohl sekundär wieder verloren.

 


Die Flugsaurier-Experten David Unwin und Dave Martill sind jedoch anderer Ansicht. Sie kritisieren, dass die Filamente auch durch Verwesung und Umwelteinflüsse nach dem Tod des Tieres ausgefranst sein könnten, und dass der Beleg für eine Homologie immer noch aussteht. Dies sei ihrer Ansicht nach viel wahrscheinlicher, als die Herkunft der Feder 80 Millionen Jahre nach hinten zu verorten, wobei es in dieser ganzen Zeit dazwischen kaum bzw. gar keine Belege für gefiederte Dinosaurier und Flugsaurier gäbe.

 

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Chicxulub-Katastrophe: Vulkanische Asche und Krater-Auswurfmaterial waren für Impaktwinter verantwortlich

Der Einschlag eines gewaltigen Meteoriten, der vor 66 Millionen Jahren vor der Halbinsel Yukatan die Erde traf, markiert das schlagartige Ende der Kreidezeit. Er löste eine Kettenreaktion verheerender Naturkatastrophen und damit ein Massenaussterben aus, das zu den fünf größten der Erdgeschichte zählt. Als Dinokiller ist der Chicxulub-Meteorit, der nach seiner Einschlagsstelle benannt wurde, berühmt geworden.

Der Einschlag vor 66 Millionen Jahren war eine der fünf größten Katastrophenereignisse der Erdgeschichte.

Einer der wesentlichen Faktoren, die zum Aussterben so vieler Arten führte, war der sich an dieses Ereignis anschließende Impaktwinter. Doch lange Zeit war nicht klar, wodurch die Temperaturen nun genau sanken: waren es die Staubwolken, die nach den verheerenden Waldbränden die Sonne verdunkelten? Oder waren es die vulkanischen Aerosole, die während und nach der Katastrophe in die obere Atmosphäre geschleudert wurden?

Wahrscheinlich spielte beides schon auf gewisse Weise zusammen und beide waren schon für sich alleine genommen stark wirkende Klimafaktoren. Doch wie Forscher der University of California nun herausfanden, machten hierbei doch die vulkanischen und Auswurf-Aerosole den entscheidenden Anteil aus.

Grafik aus der Studie: Weltkarte der späten Kreidezeit mit Fundstellen von Sektionen, wo Auswurfmaterial nachgewiesen wurde.

In mehreren Proben aus verschiedenen Teilen der Welt, wo sich während und nach dem Impaktwinter Ablagerungen bildeten, konnten sie durch chemische Analyse hohe Konzentrationen von Kohlenwasserstoffen, Schwefelverbindungen und anderen Stoffen nachweisen, die – noch in der Atmosphäre – das Sonnenlicht reflektierten und für eine starke Wärmeabstrahlung ins Weltall verantwortlich waren. Der Anteil an Kohlestoff, der aus Asche und Staub gebildet wurde, ist zwar höher, dürfte aber doch einen geringeren Abkühlungseffekt erwirkt haben.

 

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Solnhofen: Isoliert gefundene Feder gehört wahrscheinlich wirklich zu Archaeopteryx

Zu den ersten gefundenen Fossilien des „Urvogels“ Archaeopteryx gehört ein Federfossil, dass schon 1861 im bayrischen Steinbruch von Solnhofen entdeckt wurde. Doch einige Wissenschaftler zweifeln aufgrund einiger morphologischer Unterschiede die Zugehörigkeit des Fossils zum Urvogel an.

 

Lebendrekonstruktion von Archaeopteryx. Bildquelle: Nobu Tamura.

In einer neuen Studie legten Ryan M. Carney, Helmut Tischlinger und Matthew D. Shawkey die Feder ein weiteres Mal auf den Prüfstand und analysierten sie genau. Dabei stellten sie doch sehr viele Gemeinsamkeiten zu den aus anderen Fossilien bekannten Federn des Archaeopteryx fest, sodass sie zu dem Schluss kommen, dass die Feder wohl doch zu einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit vom Urvogel stammt.
Außerdem konnten sie wie schon in vorherigen Forschungen an dem ausgezeichnet erhaltenen Fossil Melanosome nachweisen, die indizieren, dass die Feder zu Lebzeiten des Tieres mattschwarz gefärbt war.

 

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Jagdverhalten säbelzahntragender Raubtiere erforscht

Ein internationales Team von Forschenden aus dem Vereinigten Königreich und Spanien sowie unter Beteiligung vom Museum für Naturkunde in Berlin, untersuchten über 60 verschiedene säbelzahntragende Tierarten. Mittels Computersimulationen überprüfte das Team die funktionellen Kapazitäten von Zähnen und Schädeln um u.a. deren Beißkraft und Biegefestigkeit zu überprüfen. Eine neue Studie belegt, dass säbelzahntragende Raubtiere eine bisher ungeahnte Diversität in Bezug auf Jagd- und Tötungsverhalten im Laufe der letzten 250 Millionen Jahre entwickelten.

 

 

Säbelzahnkatzen gehören zu den bekanntesten Fossilien. Allerdings gab es Tiere mit Säbelzähnen in einer wesentlichen größeren Vielfalt. Fast einhundert verschiedene Tierarten sind der Wissenschaft bisher bekannt und nicht alle davon gehören zur selben Familie wie die modernen Katzen. Manche lebten sogar schon in der Zeit vor den Dinosauriern.

 

Bildquelle imd Link zum Artikel


Torvosaurus – gab es ihn auch bei uns in Deutschland?

Ein fragmentarischer Kieferknochen aus der mittel-jurassischen Ornatenton-Formation aus dem
Wiehengebirge zeigt zwei Alleinstellungsmerkmale des großen Fleischfressers Torvosaurus, der ansonsten bloß aus Nordamerika und Portugal bekannt ist.

 

Allerdings stammt der Fossilrest aus Schichten, die rund zehn Millionen Jahre älter sind als alle anderen Torvosaurus-Funde. Diese Entdeckung ist also ein weiterer Mosaikstein für die Theorie, dass die großen Megalosauriern ursprünglich aus Mitteleuropa kamen und von dort aus nach Amerika einwanderten, als es noch Landbrücken zwischen den Kontinenten gab.

Megalosaurus bucklandii. (Wikipedia)

Wiehenvenator albati. (Wikipedia)

Auch aus Westeuropa (England) ist mit Megalosaurus (übrigens der erste überhaupt beschriebene Dinosaurier!) ein großer Megalosaurier bekannt, und aus den gleichen Schichten wie der neue Torvosaurus-Kiefer stammt auch der riesige Wiehenvenator. Es gab im Mitteljura also offenbar gleich zwei riesige Megalosaurier bei uns in Deutschland!

Torvosaurus – auch er könnte in Deutschland gelebt haben. (Wikipedia)

Eine spannende Frage ist nun natürlich, ob auch andere berühmte Dinosaurier den Weg zu uns nach Deutschland gefunden haben. Von irgendwas müssen die großen Beutegreifer ja gelebt haben, also dürfte es nicht überraschen, wenn auch große Sauropoden und Stegosaurier oder auch die gefürchteten Ceratosaurier in Zukunft bei uns auftauchen würden…

 

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Stammbaum der Meereskrokodile: Forscher erstellen umfassende phylogenetische Analyse der Teleosauoidea

Rekonstruktion von zwei Thalattosuchiern: Machimosaurus (oben) und Metriorhynchus von Dimitri Bogdanov.

Während im Erdmittelalter die Dinosaurier die Landlebensräume dominierten, beherrschten Reptilien die Meere. Dort war allerdings eine Vielzahl verschiedener Tiergruppen vertreten, die alle eine hohe Diversität in den vielen Jahrmillionen hervorbrachten. Neben den Plesiosauriern, Ichthyosauriern, Mosasauriern und Meeresschildkröten waren es auch die Krokodile, die sich damals perfekt an ein Leben im Meer anzupassen vermochten. Eine der großen Untergruppen dieser Meereskrokodile (Thalattosuchia) waren die Teleosaurier, die vom Unterjura bis zur frühen Kreidezeit die Meere unsicher machten. Sie kamen vor allem im warmen Tethysmeer vor, das damals auch große Teile Deutschlands bedeckte.

Mit ihrer zum Teil stark verlängerten Schnauze und den ineinander greifenden Zähnen waren sie perfekt für die Jagd auf Fische angepasst. Äußerlich hätte man bei der Begegnung mit einem dieser Tiere aber wohl zuerst nicht an Krokodil gedacht: sie besaßen keinen Panzer, so wie ihre heutigen Verwandten, dafür aber Flossen und sogar eine Art Fluke wie ein Delfin.

 


Michaela M. Johnson, Mark T. Young und Steven L. Brusatte von den Forschungseinrichtungen in Edinburgh haben sich nun daran gemacht, die Forschungsarbeiten aus 300 Jahren zu diesen interessanten Tieren auszuwerten, und mithilfe dieser Daten einen umfassenden Stammbaum der Teleosauoidea erstellt. Darin finden sich 153 Taxa in 27 Gattungen wieder, die in zwei große Familien geteilt werden, die Teleosauridae und die Machimosauridae.

 

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Neuer Oviraptorosaurier aus der Mongolei: Oksoko aversan

Ein Forscherteam der University of Edinburgh hat einen neuen Dinosaurier aus der Gruppe der Oviraptorosaurier beschrieben. In einem Sandstein-Block, der schon 2006 von den mongolischen Behörden sichergestellt wurde, nachdem sie ihn einer Bande von Schmugglern abgenommen hatten, waren die fossilen Überreste von fünf Individuen erhalten geblieben.

 


Die Tiere befanden sich in einer Pose, die vermuten lässt, dass sie einst im Schlaf gestorben sind. Vier der Individuen waren vermutlich gerade mal ein Jahr alt, das fünfte, ausgewachsene Exemplar wurde geschätzt etwa fünf Jahre alt, bevor es starb. Dies leiteten die Forscher von dem unterschiedlichen Verschmelzungsgrad der Schädelknochen ab.

Lebendrekonstruktion von Oksoko aversan. Das Tier wurde nach einem dreiköpfigen Adler aus der mongolischen Mythologie benannt. Bildquelle: Michael W. Skrepnick

Der Fund wirft neues Licht einerseits auf das Sozialverhalten, andererseits auf die Entwicklungsgeschichte der Oviraptorosaurier und zeigt, wie divers diese Tiergruppe am Ende der Kreidezeit war: Oksoko besaß nämlich anders als alle bisher bekannten Vertreter dieser Gruppe nur zwei Finger an seinen flügelähnlichen Armen, der dritte Finger war nur noch rudimentär angelegt. Dass hier wieder mehrere Individuen unterschiedlichen Alters zusammen gefunden wurden, untermauert die Theorie, dass Oviraptorosaurier in Gruppen lebten.

 

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Brustkorb der Neandertaler war schon bei der Geburt ganz anders gebaut als der von Homo sapiens

 

Neandertaler waren uns zwar äußerlich recht ähnlich, aber sie besaßen doch einige anatomische Details, die sich schon deutlich von unserem eigenen Körperbau unterschieden. Zu ihren hervorstechendsten Merkmalen gehörte ein breiter, bulliger Brustkasten. Wahrscheinlich war dies ein weiteres Anpassungsmerkmal gegen die widrigen Lebensbedingungen im eiszeitlichen Europa, die dem Neandertaler dazu verhalf, weniger Energie an seine Außenumgebung zu verlieren.

 


Wie wichtig dieses Merkmal für unsere Verwandten war, zeigt sich nun auch durch die Ergebnisse einer neuen Studie eines internationalen Forschungsteams, bei welcher die fossilen Brustkästen von vier unterschiedlich alten Individuen verglichen wurden. Die verglichenen Überreste aus Mezmaiskaya, Le Moustier, Dederiyeh und Roc de Marsal, die von Säuglingen und Kleinkindern stammen, zeigen, dass schon bei der Geburt die Neandertaler einen deutlich breiteren Brustkorb besaßen.

 


Als Preis für die höhere Widerstandsfähigkeit gegen Kälte und widrige Lebensumstände hatten Neandertaler der Studie zufolge einen deutlich höheren Bedarf an Energie und Sauerstoff als ein moderner Mensch. Dies könnte auch einer der Gründe für ihren Niedergang gewesen sein, als die „sparsameren“ modernen Menschen ihre bulligeren Vettern nach und nach verdrängten: Neandertaler waren erheblich mehr auf tierische Fette und Proteine angewiesen, Homo sapiens konnte sich dagegen von einer abwechslungsreicheren Kost ernähren.

 

Interessanterweise haben auch einige heute noch lebende Ethnien Anpassungstrategien entwickelt, wie sie auch schon die Neandertaler besaßen. Auch Völker wie die Inuit oder die Samen weisen einen kräftigen Thorax auf. Man kann also hier nicht verallgemeinernd von einem Merkmal sprechen, dass nur und ausschließlich die Neandertaler besaßen. Auch schon bei früheren Formen wie dem Homo erectus ist er überliefert, wie in der Studie auch angemerkt wird.

 

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Gavialimimus almaghribensis: Mosasaurier trägt nun neuen Namen!

Ein internationales Team unter der Leitung der kanadischen University of Alberta hat sich im Rahmen einer Studie die Fossilien die Fossilien eines Mosasauriers aus der oberen Kreidezeit vorgenommen, dessen Überreste einst in einer Phosphatmine in Marokko gefunden wurden.

 


Anhand des fast einen Meter langen Schädels, der zuerst der Gattung Platecarpus zugeschrieben wurde, konnten die Forscher doch einige Unterschiede und genug Alleinstellungsmerkmale festmachen, um eine eigene Gattung aufzustellen: Gavialimimus almaghribensis. Der „Gavial-Nachahmer“ trägt seinen neuen Namen zu recht: mit seiner verlängerten Schnauze war er wie heutige Gaviale imstande, flinke Fische zu schnappen.

Lebendrekonstruktion von Gavilomimus. Bildquelle: Tatsuya Shinmura.

Der Fund offenbart außerdem die große Diversität der Mosasaurier und ihre hohe Anpassungsfähigkeit: in der oberen Kreide besetzten sie eine Menge unterschiedlicher ökologischer Nischen, von flinken Fischjägern, Verköstigern von Schalentieren bis hin zu gewaltigen Super-Prädatoren, die die Meere damals beherrschten. Allein aus Marokko sind mehr als ein Dutzend verschiedener Mosasaurier fossil überliefert.

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T. rex „Stan“ ist verkauft!

Für sage und schreibe 31,8 Millionen Dollar ging das berühmte Tyrannosaurus-Fossil über die Ladentheke des Auktionshauses Christie’s – das Vierfache der eigentlich erwarteten Summe! Er ist damit der teuerste Dinosaurier, der jemals ersteigert wurde.

 

Stan im Auktionsraum von Christie’s.

 

Die spektakuläre Auktion war relativ zügig vorbei: schon nach 14 Minuten waren die Gebote so dermaßen nach oben geschnellt, dass nur noch drei Bieter im Rennen waren. Wer letztendlich das Rennen machte, darüber schweigt sich das Auktionshaus derzeit noch ganz diskret aus. Gerüchten zufolge war es eine Privatperson aus London, die sich über einen echten Tyrannosaurus freuen darf.

 

Noch bis Ende Oktober wird das Exponat bei Christie‘s zu sehen sein, bevor es demontiert wird und in sein neues Zuhause kommt. Wo das sein wird, wissen wir derzeit wie gesagt nicht – aber sobald es durchsickert, erfahrt ihr es hier natürlich zuerst. Ein Tyrannosaurus wird sich ja sicherlich nicht so einfach verstecken können.


Das war’s für heute mit den Paläo-News!


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Die große Bild-Enzyklopädie: Dinosaurier und andere Lebewesen der Urzeit

Lassen Sie sich auf eine atemberaubende Reise in die Urzeit entführen! Von der Entstehung unserer Erde vor ca. 4,5 Milliarden Jahren bis zum Erdzeitalter Quartär – dieses Buch berichtet über die Lebewesen der Urzeit in über 2.200 beeindruckenden Fotos & 3D-Grafiken. Ob winziges Bakterium, riesige Dinosaurier, frühe Säugetiere, Fossilienfunde oder die ersten Menschen – atemberaubende visuelle Darstellungen dokumentieren eindrucksvoll die Entwicklung des Lebens.

Dinosaurier und andere Lebewesen der Urzeit ist am 5. Oktober 2020 erschienen und bereits jetzt Bestseller Nr. 1 in der Kategorie Paläontologie bei Amazon. Das Buch ist fest gebunden und hat 440 Seiten voller beeindruckender Bilder und Grafiken.

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Artikel der Woche

Im Artikel der Woche war wieder eine weitere Folge der preisgekrönten BBC-Doku „Dinosaurier – Im Reich der Giganten“ an der Reihe, sich in meiner Serie „Film vs. Wissenschaft“ auf Herz und Nieren prüfen zu lassen. Diesmal war meine Lieblingsfolge dran: Untergang einer Dynastie spielt wie mein Roman „Die weißen Steine“ in der Hall Creek Formation. Doch wie sehr sich die Geschichte mit dem Blick aus aktuellen Tagen von der vor mehr als 20 Jahren unterscheidet, kannst du in meinem Artikel nachlesen!

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Außerdem gab es zum Tag der Deutschen Einheit wieder ein Spezial zu den Dinosauriern aus Deutschland. Den aktuellen Artikel findest du hier:

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Vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit, viele Grüße aus Kiel und einen schönen Sonntag! Wir lesen uns in zwei Wochen wieder!

Markus Peter Kretschmer




Mein Wort zum Sonntag – 27. September 2020

Einen schönen Sonntag wünsche ich dir!

Na, hast du die letzten zwei Wochen ohne „Wort zum Sonntag“ gut überstanden? Für mich jedenfalls war es eine große Erleichterung. Bei diesem Beitrag handelt es sich zwar größtenteils nur um eine Zusammenfassung der Nachrichten, die ich sowieso auf meiner Seite poste, aber trotzdem nimmt es eine Menge Zeit in Anspruch, die ich gerade dringend auch für andere Dinge brauche. Mit der 14-tägigen Regelung fahre ich deshalb denke ich ganz gut, und auch mit der Fülle der Meldungen hat es in dieser Zeit nicht so stark überhandgenommen. Trotzdem schon einmal die Ankündigung: Wenn es in einer Woche einmal sensationelle Meldungen hageln sollte, kann auch ein „Wort zum Sonntag“ einmal dazwischengeschoben werden. Ansonsten kannst du natürlich auch meine Facebook-Seite „Die weißen Steine“ abonnieren – so bleibst du auch immer auf dem Laufenden!


Bild der Woche

Der Herbst ist da, die Zeit der Waldspaziergänge unter herrlich buntem Blätterdach. Die Figuren in meiner Geschichte können das jedoch nicht so entspannt genießen: denn in Hell Creek sind sie nicht die einzigen Spaziergänger…

 

Das Bild stammt von Sergey Edelshtein

 

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Elfen, Satryn, Nixen und andere, anatomisch korrekt?

Philadelphia, in den späten 1870er Jahren. Eine Stadt mit Gaslampen, Kopfsteinpflasterstraßen und Pferdekutschen – und Heimat des umstrittenen Chirurgen Dr. Spencer Black. Der Sohn eines Grabräubers, der junge Dr. Black, studiert an der angesehenen Akademie der Medizin in Philadelphia, wo er eine unkonventionelle Hypothese entwickelt: Was wäre, wenn die berühmtesten mythologischen Bestien der Welt – Meerjungfrauen, Minotauren und Satyrn – tatsächlich die evolutionären Vorfahren der Menschheit wären?

 

The Resurrectionist bietet zwei außergewöhnliche Bücher in einem. Die erste ist eine fiktive Biografie von Dr. Spencer Black aus einer Kindheit, in der er Leichen während seiner medizinischen Ausbildung exhumierte. Es erzählt von seinen Reisen mit Schaustellern und dem mysteriösen Verschwinden am Ende seines Lebens. Das zweite Buch ist Blacks Magnum Opus: The Codex Extinct Animalia, eine Gray-Anatomie für mythologische Bestien – Drachen, Zentauren, Pegasus, Cerberus -, die alle in akribisch detaillierten anatomischen Abbildungen wiedergegeben sind. Die Bilder zeigen detailliert das Werk eines Besessenen.

 

The Resurrectionist: The Lost Work of Dr. Spencer Black (English Edition) ist ein üppig ausgestattetes Buch zum Schmökern und Staunen. Das fast DIN A4 große Format lässt die liebevollen und detaillierten Zeichnungen richtig zur Geltung kommen. Für Liebhaber von skurrilen Einfällen, Verrücktheiten und intelligenter Spinnerei.

 

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Paläo-News

Nun aber endlich weiter mit den Paläo-News, jetzt und auch in Zukunft immer aus zwei Wochen:


Bernsteinfossilien aus der Kreidezeit zeigen Begattungsorgane von Mini-Krebsen!

Ostracoden sind winzige Krebstiere, die äußerlich etwas an Muscheln erinnern. Die meisten sind nur zwischen 0,5 und 2mm groß und daher für das menschliche Auge nur schwer zu entdecken. Interessanterweise sind sie aber gerade wegen ihrer geringen Größe hin und wieder als Bernsteinfossil erhalten geblieben: flüssiges Baumharz tropfte auf die Tierchen herab, schloss sie ein und versteinerte im Laufe der Zeit. Wie in einem gläsernen Gefängnis blieben die Krebse über Jahrmillionen erhalten.

Bildquelle: Nanjing Institute of Geology and Palaeontology of the Chinese Academy of Sciences

Ein Krebs-Weibchen in der Kreidezeit traf dieses Schicksal offenbar in einem besonders unangenehmen Moment: kurz nach der Paarung. Ein neuentdecktes, 100 Millionen Jahre altes Bernsteinfossil aus Myanmar gab chinesischen Forschern der Chinese Academy of Sciences nun neue „Einblicke“ in das Paarungsverhalten dieser Tiere, da ihr Weichgewebe vollständig konserviert wurde. Auch das Sperma der männlichen Tiere – die Samenzellen im Vergleich zu den Tieren selbst gigantisch groß! – blieb erhalten und ist somit das älteste fossil überlieferte Krebssperma der Welt. Was für ein Rekord!

 

Link zur Studie


T. rex „Stan“ steht zum Verkauf!

Er ist eines der vollständigste und bekanntesten Tyrannosaurus-Exemplare überhaupt: BHI 3033, oder auch „Stan“, wie sein Spitzname lautet. Und wer in seinem Schlafzimmer noch 11,8m an seiner langen Wand Platz für 199 Knochen machen kann, der darf in Zukunft im Schatten dieses Giganten schlafen: das renommierte amerikanische Auktionshaus Christie’s bietet Stan demnächst zum Verkauf!

 


1987 wurde das Fossil vom Knochenjäger Stan Sacrison in South Dakota gefunden. Seit dieser Zeit wurden mehrere Abgüsse von ihm angefertigt, die in zahlreichen Museen auf der ganzen Welt zu sehen sind. Das Original stand jahrelang im Black Hills Institute for Geological Research.

Da Neil Larson, der zusammen mit seinem Bruder Peter Hauptanteilseigner des Instituts ist, sich von diesem 2018 zurückzog, müssen die Bestände des Instituts nun auf richterliche Anordnung hin aufgelöst werden, weshalb Stan nun zum Verkauf steht. „Stan“ ist außerdem eine Marke: wer den Dinosaurier erwirbt, erwirbt auch alle Merchandising-Rechte.

 

Bildquelle und Link zur Auktion

 

 


Schädelscan gibt neue Erkenntnisse über die Fähigkeiten und das Verhalten von Triceratops


Triceratops gehört wohl zu den bekanntesten Dinosauriern der Welt. Doch wie der nordamerikanische Horndinosaurier, der vor 68 Millionen Jahren das westliche Nordamerika (Laramidia) bewohnte, wie er genau lebte und was er so alles konnte, war bislang nur Gegenstand spekulativer Forschung. Eine neue Studie mithilfe neuartiger 3D-Computertomographie ermöglichte es einem Team japanischer Wissenschaftler aber nun, den Hirnschädel und das Innenohr des Dinosauriers genau zu scannen, zu modellieren und seine Neurologie zu erforschen.


Die Studie ergab, dass der Geruchssinn des Triceratops deutlich weniger gut entwickelt war als bei früheren Ceratopsiern. Das Innenohr wiederum lässt auf eine Kopfhaltung im 45°-Winkel schließen, was nicht nur den mächtigen Nackenschild und die imposanten Hörner gut zur Geltung kommen ließ, sondern auch darauf schließen lässt, dass Triceratops vor allem dicht am Boden nach Nahrung suchte, und bei der Nahrungswahl nicht besonders wählerisch war.


Weiterhin waren die optische Wahrnehmung und der Gleichgewichtssinn weniger fein ausgeprägt, und auch hohe Tonfrequenzen konnte ein Triceratops nicht wahrnehmen. Die verkürzten Cochlea-Gänge weisen aber darauf hin, dass sein Gehör bei niedrigen Frequenzen ganz gut funktionierte, was wohl heißt, dass er dumpfe Erschütterungen spüren und auch im Infraschallbereich sehr gut hören konnte, was auch Spekulationen ermöglicht,, wie sich ein Triceratops vielleicht mit Artgenossen verständigte.

 

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Dramatischer Klimawandel war Grund für den Aufstieg der Dinosaurier!

Das Zeitalter der Trias war wahrscheinlich eines der umwälzungsreichsten in der gesamten Erdgeschichte: schon zu Beginn dieser Periode starb ein Großteil aller Arten beim verheerendsten Massenaussterben aller Zeiten aus, und auch an ihrem Ende raffte noch einmal eine ähnliche Katastrophe viele Spezies dahin. Dazwischen ereignete sich jedoch noch ein gewaltiger Klimawandel, der, wie nun immer mehr deutlich wird, noch für ein drittes großes Aussterbeereignis sorgte.

Landschaft während der CPE. Bildquelle: Davide Bonadonna.

Die „Carnian Pluvial Episode“ (CPE) wurde wahrscheinlich durch einen erhöhten Vulkanismus verursacht. Die Folge war eine deutliche Abkühlung, vor allem auf der Südhalbkugel. Wo zuvor noch ein trockenes Wüstenklima herrschte, kam es nun für mehrere Millionen Jahre zu extrem hohen Niederschlägen. Forscher vermuten, dass es ortsweise für viele Jahrtausende überhaupt gar nicht mehr aufhörte zu regnen!

 


Eine neue Meta-Studie wertete die Fossilberichte aus dieser Epoche aus und ermittelte dabei einen Artenschwund von rund 33% aller marinen Lebewesen. Es kam in den Meeren dennoch zu einem verstärkten Aufbau von Korallenriffen. An Land änderte sich vor allem die Vegetation, was sich aber natürlich auch auf den Lebensraum der Tiere auswirkte. Dadurch entstanden viele neue Arten, ja ganze Tiergruppen erlebten damals eine ungeahnt schnelle Radiation, wie die Echsen, Schildkröten, Krokodile, aber auch die Dinosaurier und frühen Säugetiere.

 


Die CPE scheint also der Auslöser für den Aufstieg vieler neuartiger Tiergruppen gewesen zu sein, die das Mesozoikum in den folgenden Jahren dominierten. Für die Dinosaurier war sie wahrscheinlich der große Startschuss, der sie auf die Erfolgsspur führte.

 

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Detailliertes Klimamodell des Känozoikums erstellt!

Ein internationales Forscherteam um Thomas Westerhold von der Universität Bremen hat in einer umfassenden Klimastudie Bohrkerne auf chemische Isotope untersucht, um damit das Klima der letzten 66 Millionen Jahre zu analysieren. So entstand ein detailliertes Diagramm mit den weltweiten Durchschnittstemperaturen seit dem Aussterben der Dinosaurier.

 


Die Grafik zeigt, dass sich schon lange die Temperaturen auf der Welt in einer ständigen Berg- und Talfahrt befinden. Relativ kühle Phasen wechseln sich mit Warmphasen ab, wobei der Trend allerdings dahin geht, dass sich die Erde in den vergangenen Jahrmillionen immer weiter abkühlte – zumindest bis jetzt.

 

Die Forscher teilten ihre Temperaturkurve in drei große Abschnitte: „Hothouse“, „Coolhouse“ und „Icehouse“, was die Klimaentwicklung sehr gut illustriert. Nach dem Einschlag des berühmten Chicxulub-Meteoriten kam es zunächst zu einer extremen Aufheizung infolge des hohen Treibhauseffekts. Seit dem Eozän gingen die Temperaturen jedoch stetig bergab. Zu Beginn des Oligozäns kam es zum ersten großen Klimakollaps, als die zirkumpolare Meeresströmung die Antarktis auskühlte und der Südkontinent erstmalig vergletscherte. Vor etwa 2,7 Millionen Jahren, als das Pleistozän begann, kühlte es sich ein weiteres Mal drastisch ab. Nun fror auch das Nordpolarmeer zu, das Zeitalter der großen Eiszeiten begann.

 

Heute steigen die Temperaturen jedoch aufgrund des Menschengemachten Klimawandels rasant an. Das Weltklima hat bereits einen ernüchternden Hochpunkt erreicht.

 

Bildquelle und Link zur Studie


Überreste eines diplodociden Sauropoden in Russland gefunden!

In Nordwestrussland, der Podosinki Formation, fanden russische Wissenschaftler die gut erhaltenen Schwanzwirbelknochen eines mittelgroßen Sauropoden, der dort während des Mitteljura lebte und, wie ihre Anatomie vermuten lässt, zur Gruppe der Diplodocoidea gehörte, und wahrscheinlich ein früher Verwandter der Dicraeosauridae war.

 

 

Der Fund unterstreicht die bereits bei der Beschreibung des kürzlich entdeckten Lingwulong aufgestellte These, dass sich die Dicraeosaurier in Asien entwickelten. Im Callovium, also vor etwa 165 Millionen Jahren, hatten sie bereits den nördlichen Rand Fennoskandinavias erreicht – einer großen Insel, die damals aber noch näher am Äquator lag und wo deshalb noch ein gemäßigtes Klima herrschte.

 

Ein dicraeosaurider Sauropode – so ähnlich könnte der Peski-Sauropode ausgesehen haben. Bildquelle: Jason C. Poole.

Noch hat der Dinosaurier keinen eigenen wissenschaftlichen Namen bekommen, da noch unklar ist, ob er zu einer eigenen Spezies gehört. Die Forscher nennen ihn bislang nach seiner Fundstätte nur „Peski Sauropode“ und vermuten eine nahe Verwandtschaft zum nordamerikanischen Suuwassea, der allerdings erst zehn Millionen Jahre später lebte (siehe Bild).

 

Fossilienbilder und Link zur Studie


Ogresuchus furatus: kreidezeitliches Landkrokodil war ein Baby-Killer!

In der spanischen Tremp-Formation aus der späten Oberkreide fanden Forscher die Fossilien eines bislang unbekannten Vertreters aus der Gruppe der Sebecidae. Diese Krokodile waren deutlich hochbeiniger als ihre heutigen Verwandten und offenbar gefürchtete Landraubtiere, die das Massenaussterben am Ende der Kreide überlebten und danach noch bis zum Miozän eine Zeit der Blüte erlebten.

 

Doch auch als die Dinosaurier noch herrschten, waren sie gefürchtete Jäger: das Skelett des nun als Ogresuchus furatus beschriebenen Krokodils wurde unweit eines Sauropodennestes gefunden. Offenbar stellte das Krokodil den gerade geschlüpften Jungtieren nach, die zu hunderten aus der Nistkolonie krochen, um in den Wäldern Schutz vor ihren Feinden zu suchen.

Mit einem Alter von etwa 67 Millionen Jahren ist Ogresuchus der bislang älteste bekannten Vertreter seiner Familie.

 

Bildquelle und Link zur Studie


Fußabdrücke belegen Anwesenheit des Menschen vor 120.000 Jahren in Arabien!

Die Nefud-Wüste in Saudi-Arabien zählt heute zu den trockensten Gegenden der Erde. Während der späten Eem-Warmzeit war das allerdings noch anders: damals gab es noch häufiger Niederschläge, und statt rundgeschliffenen Sandkörnern bedeckte Grasland große Teile des prähistorischen Arabiens. Als mit der Würm-Kaltzeit eine neue Phase der Vergletscherung einsetze, sank der Meeresspiegel, sodass der persische Golf zeitweilig trocken lag.

Der Fundort in der Nefud-Wüste. Bildquelle: Paleodesert Projects.

Zu genau dieser Zeit war Arabien offenbar ein stark frequentierter Wanderweg für verschiedene Säugetiere. Forscher fanden in den Sedimenten hunderte verschiedener Fußabdrücke, von Elefanten, Pferden, Antilopen und Kamelen. Zum Erstaunen der Wissenschaftler fanden sie an der Fundstelle jedoch auch sieben menschliche Fußabdrücke.

 

Wahrscheinlich wurden sie von Homo sapiens hinterlassen, da andere damals lebende Menschenarten wie der Neandertaler so weit südlich auf der arabischen Halbinsel wohl nicht vorkamen, so jedenfalls aktueller Stand der Forschung. Auch in Form und Größe würden sie besser zu unseren eigenen Füßen passen als zu denen anderer Frühmenschen.

Das Ichnofossil eines Menschen – war es ein Homo sapiens? Bildquelle: Kling Janulis, Matthew Stewart

Der Fund wird demnach als wichtiges Indiz für die Ausbreitungsgeschichte des Homo sapiens betrachtet, der Afrika offenbar auf zwei verschiedenen Routen verließ: einerseits über die Levante und Kleinasien nach Nordwesten, andererseits aber wohl auch über die arabische Halbinsel nach Nordosten.

 

Link zur Studie


Y-Chromosom des Neandertalers ging bei Kontakt mit Homo sapiens verloren

Homo neanderthalensis – Unser nächster ausgestorbener Verwandter.

Unter der Leitung von Martin Petr und Janet Kelso vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat ein internationales Forschungsteam die Y-Chromosomen von drei Neandertalern und zwei Denisova-Menschen sequenziert. Dabei gewannen die Forscher neue Einblicke in die Verwandtschaft der eurasischen Frühmenschen, einschließlich neuer Belege für einen lange zurückliegenden Genfluss vom frühen Homo sapiens zum Neandertaler.

Die Daten zeigen auch, dass anders als die Gene der Neandertaler, die bei der Weitergabe den Hybriden offenbar schadeten (wir berichteten), die Gene des Homo sapiens für die Neandertaler wohl nützlich gewesen sind, da der Genfluss zu einem vollständigen Austausch der Y-Chromosomen der Neandertaler mit denen des Homo sapiens führte.

 

In keiner der Proben konnten noch Gensequenzen am Y-Chromosomen nachgewiesen werden, die von männlichen Neandertalern an den Nachwuchs weitergegeben worden waren. Möglicherweise waren Hybriden mit einem Sapiens-Vater weniger häufig von Fehlgeburten betroffen, oder weniger anfällig für tödliche Krankheiten im Kindesalter.

 

 

Eine andere Erklärung für den vollständigen Verlust des Neandertaler-Y-Chromosoms könnte aber auch sein, dass bei der Paarung von Neandertaler und Homo sapiens Komplikationen auftraten. Wie bei der Hybridisierung heutiger fremder Spezies, wie z.B. bei Pferden und Eseln, könnten die männlichen Hybriden unfruchtbar gewesen sein. Auch die unterschiedliche Populationsstärke, also dass Homo sapiens viel häufiger war als seine Verwandten, könnte diesen deutlichen Genfluss erklären.

 

 

Bildquellen und Link zur Studie


„Prognathodon“ stadtmani ist jetzt eigene Gattung: Gnathomortis

Vor 80 Millionen Jahren, als der Meeresspiegel deutlich höher lag als heute, war die Mitte Nordamerikas vollständig von einem flachen Meer durchzogen. Der Western Interior Seaway war während der Kreidezeit ein lichtdurchflutetes Korallenmeer, in welchem sich auch zahlreiche Meeresreptilien tummelten. Die größten und gefährlichsten von allen waren die Mosasaurier.

 

Das ausgestellte Gnathomortis-Exemplar. im Brigham Young University’s Eyring Science Center.

 

Mit rund zehn Metern Länge gehörte das Exemplar, dass während einer Grabungsexpedition schon 1975 in Colorado freigelegt worden war, noch zu den mittelgroßen Vertretern. 1999 wurde es als neue Art von Prognathodon als P. stadtmani beschrieben. Doch schon einige Jahre später brannte eine Diskussion auf, ob diese Klassifikation auch gerechtfertigt sei.

 

Nun gibt eine neue phylogenetische Studie dieser Ansicht Recht: schon 2006 waren deutliche Indizien herausgearbeitet wurden, die zwar die Zugehörigkeit zur gleichen Mosasaurier-Klade vorschlugen, aber auch auf Unterschiede hinwiesen. Diese Unterschiede sind nach Ansicht der Autoren groß genug, um das Exemplar in eine eigene Gattung zu stellen, die sie nun als Gnathomortis neu beschrieben.

 

„Gnathomortis“ bedeutet zu Deutsch so viel wie „Kiefer des Todes“. Und der Name war offenbar Programm: mit seinem Kräftigen Kiefer und den massigen Sägezähnen gehörte dieser Mosasaurier zu den gefürchtetsten Beutegreifern seiner Zeit. Fürchten musste er sich nur vor noch größeren Mosasauriern wie Tylosaurus, die ebenfalls im Western Interior Seaway auf der Jagd waren.

 

Link zur Neubeschreibung

 


Das war’s für heute mit den Paläo-News!


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gelebte Kryptozoologie – heißt aber anders

Kämpfe mit Schlangen, Geisterbeschwörungen, kulinarische Herausforderungen und unbekannte Tierarten – der große Forscher und Umweltaktivist Tim Flannery blickt zurück und erzählt sehr persönlich von seinen abenteuerlichen Reisen, die er als junger Wissenschaftler zu den pazifischen Inseln unternommen hat.

 

Er erforscht die Natur in einem Gebiet, das noch größere zoologische Entdeckungen ermöglicht. Kryptozoologie so, wie sich viele Hobby-Kryptozoologen eine Einmal-Im-Leben-Expedition wünschten – und dann auch noch unglaublich mitreißend erzählt.

 

Kein Wunder, dass der Autor auch der „Indiana Jones der Biologie“ genannt wird.

 

Im Reich der Inseln: Meine Suche nach unentdeckten Arten und andere Abenteuer im Südpazifik ist 2013 bei S. Fischer erschienen und hat gebundene 272 Seiten.

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Artikel der Woche

Im Artikel der Woche war wieder eine weitere Folge der preisgekrönten BBC-Doku „Dinosaurier – Im Reich der Giganten“ an der Reihe, sich in meiner Serie „Film vs. Wissenschaft“ auf Herz und Nieren prüfen zu lassen. Auch die Folge „Die Geister der Urzeitwälder“, in welcher es den Zuschauer in die nebelverhangenen Wälder der kreidezeitlichen Südpolargebiete Australiens verschlägt, würde mit dem Wissen aus 21 zusätzlichen Forschungsjahren heute deutlich anders aussehen!

 

 

Link zum Artikel


Vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit, viele Grüße aus Kiel und einen schönen Sonntag! Wir lesen uns in zwei Wochen wieder!

 

Liebe Grüße,

 

Markus Peter Kretschmer




Mein Wort zum Sonntag – 13. September 2020

Einen schönen Sonntag wünsche ich dir!

Zwei Jahre. So lange gibt es inzwischen schon meine Seite auf Facebook, und auch mein gleichnamiges Buch „Die weißen Steine“ feiert in dieser Woche Geburtstag, dessen erster Band „Neue Alte Welt“ am 08.09.2018 offiziell erschienen ist. Blicke ich auf diesen Tag und diesen Moment zurück, den wir sogar als Video festgehalten haben, kommt es mir einerseits noch gar nicht so lange her vor.

 

Andererseits dann aber wieder doch. Das Jahr 2020 war tatsächlich ein sehr langes Jahr, in welchem abseits der Online-Aktivität für mich leider kaum etwas los war. Man kann nur hoffen, dass es im kommenden Jahr besser wird. Und dass dann auch endlich der zweite Teil erscheinen kann. Ob ich dann wieder so nervös und sprachlos sein werde? Ich bin gespannt. Doch nebst der Spannung werde ich dafür wohl noch etwas Geduld brauchen, und um die muss ich wieder einmal auch meine Leser bitten.


Wort zum Sonntag jetzt nur noch 14-tägig!

Das Verfassen meiner Artikel, und insbesondere meine Wochenrückschau, bereitet mir natürlich viel Spaß, aber es ist auch sehr zeitaufwändig. Um in Zukunft an den Wochenenden auch mal etwas entspannen zu können, insbesondere, weil ich gerade in mehreren Projekten hänge und auch bald in einen neuen Wochenend-Job am Museum „Tor zur Urzeit“ starte, wird das „Wort zum Sonntag“ nun nur noch alle zwei Wochen erscheinen und dann die Nachrichten aus diesem Zeitraum zusammenfassen. Wer nichts verpassen möchte, der sollte also unbedingt meine Seite auf Facebook oder Instagram abonnieren, denn da erscheinen alle Artikel meiner Paläo-News natürlich weiterhin in Echtzeit!


Bild der Woche

 

Das letzte Bild aus meiner Sammlung von den Blue Rhino Studios! Heute am Rand eines Bruchwaldes von Hell Creek, der sich zur offenen Farnebene öffnet. Hier leben die wirklich großen Dinosaurier, und ein paar davon tummeln sich auch in unserem Bild der Woche. Könnt ihr sie entdecken? Und welche Tiere verstecken sich da wohl noch?

 

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Dinosaur Facts and Figures

Die Theropoden beherrschten den Planeten über Millionen von Jahren, mit Arten, die vom mächtigen Tyrannosaurus rex bis zu gefiederten Raptoren reichten, die nicht größer als Truthähne waren. Dinosaur Facts and Figures ist ein atemberaubend illustriertes Buch mit Aufzeichnungen für diese wunderbaren Kreaturen – wie die größten, die kleinsten und die schnellsten Theropoden sowie die mit dem stärksten Biss.

 

Dinosaur Facts and Figures: The Theropods and Other Dinosauriformes ist im Juni 2019 auf englischer Sprache erschienen und hat 288 gebundene Seiten voller Dinosaurier.

 

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Paläo-News

Eine ereignisreiche Woche liegt hinter uns, die mit einigen echten Sensationen aufwarten konnte!


Archäologen entdecken 8.000 Jahre altes Grab in der Uckermark

Auf einem der bekanntesten Grabungsfelder Deutschlands haben Archäologen eine neue Entdeckung gemacht: in der brandenburgischen Uckermark legten sie ein Skelett aus der Mittelsteinzeit frei.

 

Das auf ein Alter von rund 8.000 Jahren datierte Grab war allerdings durch vorherige moderne Landnutzung nicht mehr im besten Zustand. Deshalb wurde das Grab im Block geborgen, um es unter Laborbedingungen an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin untersuchen zu können.

 

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Knochenfunde bei Salzmünde: Belege für den Totenkult und Untergang einer Kultur?

Auf einem Acker an der Hangkante zur Saale machten Archäologen einen bemerkenswerten Fund: rund 5.000 Jahre alte Tierknochen, vielleicht die Überreste einer rituellen Opferung von. Schafen, Rindern und Ziege. Auch ein menschliches Grab würde gefunden, das den Forschern Aufschluss über die Bestattungsriten der Menschen aus der Bronzezeit gibt: der Unterkiefer lag weit entfernt vom Schädel. Möglicherweise ist das ein Beleg für einen Toten- bzw. Ahnenkult, bei dem Teile des Schädels als Talisman weiter bei den Nachkommen mitgeführt wurden.

Das Grabungsfeld bei Salzmünde. Bildquelle: Steffen Schellhorn.

Der Fund scheint außerdem ein Beleg dafür sein, dass die Siedler der Bernburger Kultur ihre Vorgänger, die Salzmünder Kultur, zu jener Zeit verdrängten. Der Boden scheint zusammen mit den Siedlungen der Vorgängen geradezu plattgemacht worden zu sein.

 

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Makabrer Totenkult in der Bronzezeit nachgewiesen

Auch aus anderen Teilen Europas gibt es Hinweise auf einen bronzezeitlichen Totenkult. Die Archäologen Thomas Booth und Joanna Brück stellten bei der Datierung von Skelettresten aus 55 verschiedenen Gräbern aus der Bronzezeit (2.500 bis 600 v. Chr.) Erstaunliches fest: in knapp der Hälfte dieser Gräber wurde neben dem dort eigentlich Bestatteten auch weitere menschliche Knochen gefunden, die zum Teil Jahrzehnte älter sind als das Grab. Den Verstorbenen wurden also menschliche Gebeine mit ins Grab gegeben, die lange vor ihnen gestorben waren.

 

 

Zur Interpretation dieser makabren Funde sind noch weitere Forschungen nötig. Bislang kann über die Hintergründe dieses Bestattungsritus nur spekuliert werden. Naheliegend ist, dass man damals die Überreste von direkten Vorfahren als eine Art Talisman aufbewahrte und man damit einen Ahnenkult pflegte, bei dem man an den Schutz durch die Eltern auch noch nach deren Tod glaubte. Ebenso ist es möglich, dass aber auch die Knochen mächtiger Stammesführer aufbewahrt und gepflegt wurden, und man sie von Generation zu Generation an den neuen Anführer weitergab. Und nicht zuletzt ist es auch denkbar, dass man hier die Knochen eines getöteten Feindes aufbewahrte, um einerseits die Kraft des Gegners selbst aufzunehmen, oder ihn postum zu demütigen.

 

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Neuer Theropode aus England: Vectaerovenator inopinatus

Das offizielle Paper zu dem unlängst auf der Isle of Wight gefundenen Theropoden ist da (wir berichteten)! Anders als bei den ersten Nachrichtenmeldungen noch angegeben, sind die Autoren nun aber von der Vermutung abgerückt, dass Vectaerovenator inopinatus ein frühkreidezeitlicher Tyrannosauroid sei. Sie stellen ihn nun an die Basis der Tetanurae.

 

 

Das Fossil zeigt einige Charakteristika, die sowohl für Megalosauroiden, Carcharodontosaurier und basale Coelurosaurier typisch sind. Seine genaue verwandtschaftliche Zugehörigkeit muss allerdings noch durch weitere Forschungen ermittelt werden.

 

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Menschen in Mitteleuropa vertragen erst seit wenigen Jahrtausenden Milch

Milchprodukte – Für unsere Vorfahren sind sie noch gar nicht so lange eine geeignete Nahrungsquelle!

Milch ist für Erwachsene eigentlich kein geeignetes Nahrungsmittel – jedenfalls ist es das den größten Teil der Menschheitsgeschichte nicht gewesen. Erst einer Mutation ist es zu verdanken, dass mache Menschen auch als Erwachsene noch genügend Laktase produzieren können, um den Milchzucker aufzuspalten und zu verdauen. Wer diese Mutation nicht in seinen Genen trägt, ist laktoseintolerant.

 

Während das heute auf nur jeden zehnten Europäer zutrifft, war noch bis in die Bronzezeit der Großteil der Bevölkerung unseres Kontinents nicht an Milch als Nahrung angepasst. Das geht jedenfalls aus einer Untersuchung der Knochen vom Tollensee hervor: dort ereignete sich vor etwa 3.300 Jahren eine große Schlacht. Auch wenn wir heute nicht mehr wissen, warum man einst dort kämpfte, so verraten uns Genanalysen, dass den meisten der dort gefallenen Kriegern das Laktase-Gen noch fehlte.

 

Das Schlachtfeld vom Tollensee. Bildquelle: Stefan Sauer.

 

Die Fähigkeit, Milch zu verdauen, begann sich damals offenbar gerade erst als Selektionsvorteil allmählich hervorzutun – als die Menschen zusehends abhängiger von der Viehhaltung wurden. In einer Krisenzeit konnten die Leute mit der Mutation nun auch auf Milch als Nahrungs- und Wasserquelle zurückgreifen. Dass sich diese Mutation in so kurzer Zeit ausgebreitet hat und heute gar zum Standard geworden ist, unterstreicht die Bedeutung dieses Vorteils.

 

Bildquellen: Stefan Sauer

 

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Riesige Krater in Sibirien – Eine Folge des Klimawandels?

Einer der geheimnisvollen sibirischen Krater. Bildquelle: Evgeny Chuvilin.

Gewaltige, mehr als 20m Meter breite und ebenso tiefe Löcher, wo vorher keine waren: immer wieder tauchen sie auf und sorgen für viele Spekulationen. Noch sind sich die Wissenschaftler nicht sicher, was die Ursache für die sibirischen Krater sein könnten, die sich in der dortigen Tundralandschaft vielerorts bilden.

 

Es könnte sich um sogenannte „Eisvulkane“ handeln, so vermutet es jedenfalls Arktisforscher Evgeny Chuvilin, der die Krater erforscht. Seinem Erklärungsmodell zufolge wurden die Krater dadurch gebildet, dass auf dem Boden eines ausgetrockneten Sees sich enormer Druck aufbaute, als die Böden des ehemaligen Grundes immer wieder gefroren und auftauten. Schließlich kam es durch die dabei eingeschlossenen Gase zu einer gewaltigen Explosion.

 

Die drei letzten ungewöhnlich heißen Sommer in der Arktis könnten die Entstehung der Cryovulkane weiter fördern. Kritisch ist auch, dass durch diese Explosionen enorme Mengen Methan und andere Treibhausgase freigesetzt werden, die den Klimawandel noch mehr fördern.

 

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Neuer erdbaugrabender Dinosaurier aus China entdeckt: Changmiania liaoningensis

Rekonstruktion der schlafenden Changmiania. Bildquelle: RBNSmuseum.

Dinosaurier waren alle riesige Bestien, die den Erdboden erzittern ließen? Weit gefehlt. Denn manche waren klein und lebten sogar darunter! Anzeichen dafür, dass manche kleine Ornithischier Baue gruben, in denen sie Schutz suchten, fand man bereits vor einigen Jahren.

 

Nun ist ein weiterer Untertage-Dino dazugekommen: Changmiania liaoningensis, wie seine Beschreiber ihn tauften, lebte vor etwa 127 Millionen Jahren während der Unterkreide in China. Gleich zwei Individuen dieses Tieres wurden freigelegt, beide Individuen in einer Pose, die darauf hindeutet, dass die Tiere im Schlaf gestorben sind. Die Fossilmatrix zeigt deutliche Spuren, dass hier ein Hohlraum mit Sedimenten aufgefüllt wurde, und die Fossilien sind derart gut erhalten, dass ein vulkanischer Ascheregen oder ein pyroklastischer Strom die Höhle mitsamt ihrer dort schlafenden Bewohner verschüttete.

 

 

Diese Vermutung ließen die Forscher auch in die Namensgebung mit einfließen: „Changmiania“ bedeutet abgeleitet aus dem Chinesischen so viel wie „Die ewig Schlafende“.

 

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Neuer früher Ceratopsier aus der Mongolei: Beg tse

In der mongolischen Ulanoosh-Formation fanden chinesische Wissenschaftler die Überreste eines kleinen Horndinosauriers. Das nur 14 cm lange Schädelfossil, sowie weitere fragmentarische Knochen, gehören wahrscheinlich zu einem frühen Vorfahren der Ceratopsier, der vor etwa 100 Millionen Jahren etwa in der Mitte der Kreidezeit lebte. Das Tier wurde nach der Himalaya-Gottheit Begtse benannt.

 

Der Schädel von Beg tse.

 

Ganz in der Nähe waren bereits zuvor eine Menge anderer Fossilien gefunden worden. Die Ulanoosh-Formation ist besonders für Schildkrötenfossilien bekannt. Aber auch Sauropodenknochen und Dinosauriereier gehoben zu den Funden.

 

Rekonstruktion eines Liaoceratops von Nobu Tamura. Der neuentdeckte Beg Tse war eng verwandt und könnte ähnlich ausgesehen haben.

Das neue Fossil wirft damit nicht nur neues Licht auf die Entwicklungsgeschichte der Horndinosaurier (wie des berühmten Triceratops), sondern gibt auch Aufschluss über die Ökologie in der frühen Oberkreide.

 

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Nachweis durch Isotopenanalyse: Am Ende der Trias mussten viele Meerestiere jämmerlich ersticken

Am Übergang von der Trias zum Jura, vor etwa 201 Millionen Jahren, fand eines der größten Massenaussterben der Erdgeschichte statt. Als der Superkontinent Pangaea auseinanderbrach, stieg die vulkanische Aktivität auf dem ganzen Planeten, und es kam zu einem verheerenden Klimawandel.

 

 

Auch die Abnahme des Sauerstoffs in den Meeren, infolge eines sogenannten anoxischen Ereignisses, trug aber wohl zum Niedergang vieler Spezies bei. Durch solche Sauerstoffverarmung können Tiere und auch viele einzellige Mikroben nicht mehr atmen, und so verliert die Nahrungspyramide ihre Basis und ganze Ökosysteme brechen zusammen.

 

Dass es so ein anoxisches Ereignis auch am Ende der Trias gab, wird schon lange vermutet. Ein weiterer Nachweis ist einer internationalen Forschungsgruppe jetzt durch die Analyse von Schwefel-Isotopen gelungen. In Sedimenten aus jener Zeit wiesen sie eine höhere Dichte des schwereren 34S-Isotops im Verhältnis zum leichteren 32S nach, was sich nur auf einen deutlich verringerten Sauerstoffgehalt zurückführen lässt.

 

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Vollständiger Höhlenbär im sibirischen Permafrost geborgen!

Durch den Klimawandel tauen große Teile des sibirischen Permafrosts nach und nach ab. Besonders die Hitzewelle dieses Jahr hat für eine deutliche Schmelze gesorgt. Während die Auswirkungen auf Natur und Umwelt, nicht nur für Sibirien, sondern auch für den Rest der ganzen Welt verheerend sein können, profitiert jedoch die Forschung davon. Zu einem hohen Preis zwar, aber im schwindenden Permafrost wurden in den letzten Jahren einige spektakuläre Funde gemacht.

 

 

Ein weiterer könnte jetzt dazugekommen sein: russische Zeitungen melden die Entdeckung der ersten vollständigen Eismumie eines Höhlenbären. Bei dem Fund handelt es sich offenbar um ein Jungtier. Ausgewachsene Höhlenbären wurden deutlich größer als heutige Braunbären, waren allerdings Pflanzenfresser. Sie starben auf dem Höhepunkt der letzten Eiszeit vor etwa 24.000 Jahren aus. Die Ursachen dafür sind noch nicht geklärt, doch vielleicht kann der neue Fund etwas Licht auf die Frage werfen.

 

Sobald ein offizielles Paper verfügbar ist, erfährst du es auf meiner Seite natürlich zuerst! Bis dahin schon mal ein Artikel zum Weiterlesen.

 

 

 

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Komm mit auf eine Reise durch die Schichten der Erde

zum Erdmittelpunkt und wieder zurück an die Oberfläche! Du wirst unterwegs die erstaunlichsten und interessantesten Dinge sehen! Dieses fast endlose Leporellobilderbuch lenkt den Blick auf das, worüber wir meist achtlos laufen: den Boden unter unseren Füßen. Was ist eigentlich unter der Oberfläche unserer Straßen, Wiesen und Felder? Wasserrohre, Kabelschächte, Abwasserröhren, Humusschichten mit vielen Insekten, Flussläufe … Tiefer und tiefer geht es hinein in die Unterwelt durch Gesteine, Mineralien und Magma bis zum glutheißen Erdkern – und wieder zurück.

 

Unter meinen Füßen: Die Reise zum Mittelpunkt der Erde wurde von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur  als Umwelttipp des Monats September 2018 empfohlen. Leipziger Lesekompass 2019 in der Kategorie 6 bis 10 Jahre. Es ist 2018 bei Prestel erschienen und hat 22 in ein Hardcover gebundene Seiten. 

 

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Das war es für heute mit den Paläo-News!


Artikel der Woche

 

Im Artikel der Woche war wieder eine weitere Folge der preisgekrönten BBC-Doku „Dinosaurier – Im Reich der Giganten“ an der Reihe, sich in meiner Serie „Film vs. Wissenschaft“ auf Herz und Nieren prüfen zu lassen. Auch die Folge „Unter Flügeln von Giganten“ würde mit dem Wissen aus 21 zusätzlichen Forschungsjahren heute deutlich anders aussehen! Schau gerne auf meiner Facebook-Seite vorbei!


Ich wünsche dir nun noch einen schönen Sonntag, bleib gesund und bis zum nächsten Mal!

 

Liebe Grüße,

 

Markus Peter Kretschmer




Mein Wort zum Sonntag – 6. September 2020

Einen schönen Sonntag wünsche ich dir!

Der Sommer nimmt sich zurzeit entweder eine Pause, oder sogar allmählich ganz Abschied vom Jahr 2020. Für mich war es ein trauriger Sommer. Ganz ohne Veranstaltungen, ohne Lesungen, ohne Dinotreffen. Auch wenn viele Künstler inzwischen wieder auf die Bühne getreten sind, ich möchte das noch nicht. Erstens habe ich ja noch weitere berufliche Standbeine, mit denen ich mich finanziell über Wasser halten kann. Auch wenn ich die zusätzlichen Einnahmen doch sehr vermisse und einige meiner persönlichen Wünsche deshalb nach hinten geschoben werden müssen, noch kann ich es mir leisten. Was ich mir aber nicht leisten kann ist ein weiterer Ausbruch der Corona-Pandemie und entsprechende Maßnahmen. Deshalb versuche ich weiterhin, lieber Teil der Lösung zu sein, als Teil des Problems.


Was mich außerdem stark deprimiert und in meiner Lust auf neue Veranstaltungen hemmt, und da möchte ich auch gar nicht lügen, ist die Verzögerung meines zweiten Buches. Das wollte ich zu meiner nächsten Lesung, die ja eigentlich schon im Frühjahr 2020 stattfinden sollte, nämlich schon mit im Gepäck haben. Oder wenigstens auf einem späteren Dino-Treffen präsentieren. Doch der Frage, ob mein Buch dieses Jahr überhaupt noch herauskommt, kann ich immer noch nichts Konkretes entgegnen.

 

Ich kann verstehen, dass die Fans, die das erste Buch bereits gelesen haben, zunehmend die Geduld verlässt, und sehr enttäuscht sind. Genauso sehr enttäuscht es mich aber auch als Autor. Aber eines kann ich hier schon ganz fest versprechen: Ich werde nicht aufgeben! „Die weißen Steine – Blut der Sonne“ ist ein fantastisches Buch, und ich werde auf jeden Fall mit allen in meiner Macht stehenden Mitteln dafür kämpfen, es herauszubringen!


 


Bild der Woche

Vertreiben wir die Melancholie nun mit einem neuen fantastischen Bild von den Blue Rhino Studios: Heute sehen wir hier einen dichten Platanen- und Lorbeerwald, tief im Landesinneren der Hell Creek Formation, wo auch „Die weißen Steine“ spielt. Und wieder haben sich dort so einige prähistorische Tiere versteckt. Könnt ihr sie entdecken?

 


Paläo-News

Diese Woche war wieder einiges los in der Welt der Urzeitforschung. Ein neu vermessener Monster-Hai, technologischer Wandel bei den Neandertalern, eine grauenvolle Pandemie in der Steinzeit und neue archäologische Vorstöße, die zu einem echten Wissenschafts-Krimi führen könnten, dominierten die Schlagzeilen. Doch lest selbst weiter in der Zusammenfassung:


Neugeeichte C14-Methode: Neandertaler und Homo sapiens koexistierten kürzer als bislang gedacht

Die moderne Technik macht auch vor Altbewährtem nicht halt: weil heutige Massenspektrometer deutlich zuverlässiger und genauer arbeiten als noch vor einigen Jahrzehnten, ist die Radiokarbon-Methode (auch C14-Methode), mit deren Hilfe Archäologen das Alter organischer Überreste bestimmen können, neu geeicht worden. Aus dieser Vergenauerung ergeben sich nun natürlich auch neue Messdaten mit einer geringeren Abweichung.

 

Dadurch verengen sich entsprechend auch die möglichen Zeitfenster: Bei der Datierung verschiedener Knochenproben von Frühmenschen fanden Forscher nun heraus, dass die Ankunft des Homo sapiens in Europa und das Aussterben der Neandertaler ein volles Jahrtausend enger zusammenliegen als bisher gedacht. Die beiden Spezies haben sich ihre Welt also deutlich kürzer miteinander geteilt.

 

Homo sapiens und Neandertaler.

 

Offenbar erstreckte sich das Zeitfenster zwischen den ältesten Homo-sapiens-Funden und den jüngsten Neandertaler-Funden nur von vor 45.500 bis 40.500 Jahren, womit die zeitliche Überlappung nur rund 5.000 Jahre umfasst.

 


Bildquellen und Link zur Studie


Die erste Pandemie er Geschichte – raffte die Pest Steinzeitmenschen dahin?

 

Vor rund 5.000 Jahren schrumpfte die Bevölkerung Europas rapide. Zuvor blühende Landschaften, in denen die ersten jungsteinzeitlichen Kulturen florierten, verschwanden, die Ur-Bevölkerung Skandinaviens starb beinahe restlos aus und sogar die ersten Megasiedlungen in der Ukraine, die zuvor bis zu 15.000 Einwohner zählten, wurden völlig entvölkert.

 

Archäologen suchen schon lange nach der Ursache dieses großen Bevölkerungseinbruchs. Neue genetischen Untersuchungen der Funde aus Grabhügeln der Jamnaja-Kultur aus den Steppen Osteuropas könnten des Rätsels Lösung sein:  Forscher des Max-Planck-Instituts von Jena konnten in den dort gefundenen Knochen eine frühe Form des Pestbakteriums (Yersinia pestis) nachweisen. Es ist durchaus möglich, dass die Pest von dort auch nach Mitteleuropa übergriff, in einer Zeit, als sich die ersten Handelsnetzwerke bildeten, die Jäger- und Sammler-Kulturen verschwanden und die Menschen zunehmend sesshaft wurden.

 

Das Pest-Bakterium Yersinia pestis unter dem Elektronenmikroskop. Bildquelle: Wikipedia

 

Molekulargenetische Untersuchungen zufolge ist die Pest vor 5.800 Jahren das erste Mal als virulente Abspaltung der eigentlich harmlosen Pseudotuberkulose entstanden. Spätestens in der Bronzezeit war der Erreger schon über ganz Eurasien verbreitet, von Spanien bis zum Baikalsee ist er direkt nachgewiesen. Es liegt nahe, dass die Pest wie auch später im Mittelalter vom Tier auf den Menschen übersprang. Die Forscher haben dabei vor allem das Pferd im dringenden Verdacht, weil zu jener Zeit die ersten Reiterkulturen von Zentralasien nach Westeuropa vordrangen. Ob sie aber wirklich die Pest mit dorthin brachten, oder ob sie sich erst nach der Entvölkerung dort niederließen, ist bislang noch unklar. Auch ein Klimawandel könnte die Ausbreitung der Pest begünstigt haben.

 

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Neue Technologien: befeuerte ein Klimaumschwung die Kreativität der Neandertaler?

Vor etwa 60.000 Jahren, während der Weichsel-Kaltzeit, stießen gewaltige Gletschermassive bis nach Mitteleuropa vor. Der Lebensraum der dort lebenden Neandertaler verringerte sich zusehends, und so waren sie gezwungen, mit einem kleineren Budget an Nahrung und Ressourcen auszukommen.

 

 

Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg fanden nun heraus, dass dieser Klima-Einbruch wahrscheinlich auch einen technologischen Wandel bei den Frühmenschen auslöste. Die gefundenen Steinwerkzeuge aus der Sesselfeldgrotte zeigen, dass nun mehr Wert auf eine lange Lebensdauer gelegt wurde: da Feuersteine, die meist mit den Gletschern vorheriger Eiszeiten aus Skandinavien mitgeführt wurden, nun selten geworden waren, fertigten die Neandertaler nun Klingen, die man immer wieder nachschärfen und so länger benutzen könnte. Keilmesser aus dieser Zeit waren nun „bifazial“ bearbeitet, also beidseitig geschliffen, was zwar keinen Einfluss auf die Funktionalität hatte, aber dafür eine längere Lebensdauer für die Werkzeuge bedeutete.

 

Bildquelle und Link zur Studie


Monster-Hai Megalodon in aktueller Studie neu vermessen!

Haie gehören zu den gefürchtetsten Beutegreifern der Ozeane. Doch verglichen mit Otodus megalodon, der vom Miozän bis Pliozän, also in der Zeit bis vor etwa 2,6 Millionen Jahren die Meere beherrschte, wirken sie alle wie Sardinen: allein die Zähne dieses gewaltigen Jägers wurden so groß, dass sie kaum in den Handteller eines Menschen passen. Doch mehr als die Zähne ist leider nicht von ihm überliefert: wie bei allen Knorpelfischen besaß Megalodon keine festen Knochen, lediglich die Zähne und Wirbel waren hart genug, um als Fossilien erhalten zu bleiben. Deshalb sind Größenschätzungen immer problematisch und mit Vorsicht zu genießen. In der Vergangenheit reichte das geschätzte Größenspektrum deshalb von nur 10 m bis sagenhaften 25 m Länge und einem Gewicht von bis zu 150 Tonnen.

 

Der Monster-Hai Megalodon: a) ausgewachsenes Exemplar; b) neugeborenes Jungtier; c) dreijähriges Jungtier; d) Lebendrekonstruktion. Bildquelle: Oliver E. Demuth

 

In einer neuen Studie der Swansea University wurden die aus den Zähnen abgeleiteten Daten in ein neues Computermodell eingetragen. Die Morphologie der Zähne gibt Aufschluss über die möglichen Wachstumsstadien des Hais. Dabei wurden die Daten von mehreren Makrelenhaien herangezogen, mit denen Megalodon eng verwandt war und ein Muster gezeichnet, das für den Monster-Hai eine realistische Wachstumseinschätzung liefert. Nach den Ergebnissen der Studie erreichten die größten Megalodons eine Länge von 15 bis 16 m. Schon ihr Schädel war mehr als 4,5 m lang und konnte, abgeleitet von den neuen Daten, eine Beißkraft von 8200 Newton aufbringen. Die Rückenflosse erreichte eine Höhe von etwa 1,65 m. Das Gewicht bleibt aber schwierig zu schätzen: es dürfte aber etwa bei den gleichen Werten wie bei einem großen Pottwal, also etwa bei 50 Tonnen gelegen haben.

 

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Pterosaurier besaßen empfindlichen Schnabel mit Tastsensoren!

Für alle fleischfressenden und am Tage jagenden Tiere sind nicht nur scharfe Augen, sondern auch andere Sinne immens wichtig, um an Beute heranzukommen. Fischfresser, die von der Oberfläche aus jagen, brauchen oft auch weitere Sinne, die ihnen dabei helfen, auch im trüben und aufgewühlten Wasser ihr Futter aufzustöbern. Hierbei kommt ihnen oft der Tastsinn entgegen.

 

Lebendrekonstruktion von Lonchodraco. Bildquelle: Pteros

 

Obwohl man bei Pterosauriern lange davon ausging, dass sie wegen ihrer großen Augen vor allem auf Sicht jagten, ist das offenbar nur die halbe Wahrheit. Flugsaurier besaßen auch druckempfindliche Sensoren in ihrem Schnabel, sogenannte zirkuläre Foramina, wie eine Forschergruppe um David M. Martill nun erstmalig an einem Fossil des Lonchodraco giganteus nachweisen konnten. Dieses Tier war trotz seines Namens ein eher kleiner fischfressender Flugsaurier von der Größe einer Amsel, der vor 110 Millionen Jahren in England lebte.

 

Das Fossil zeigt an der Spitze seines Rostrums Strukturen, die wir heute auch bei etwa gleichgroßen Vögeln finden, wie bei Kiwis, Schnepfen, Ibissen, Löfflern und auch Enten und Flamingos, die sich bei der Nahrungssuche auf ihre empfindlichen Schnäbel verlassen. Lonchodraco konnte also unter Wasser spüren, wenn dort eine Bewegung geschah, und so auch Fische schnappen, die er vorher gar nicht mit den Augen ausmachen konnte.

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Endothermer Stoffwechsel: Säugetier- und Vogel-Vorfahren entwickelten sich gleichzeitig zu Warmblütern

Die Fähigkeit, seine eigene Körperwärme produzieren zu können und dadurch unabhängig von der Sonnenwärme aktiv werden zu können, ist ein wichtiger Meilenstein in der Wirbeltier-Evolution. Obwohl nicht miteinander verwandt, entwickelten Vögel und Säugetiere diese Fähigkeit unabhängig voneinander – und wie im einer Studie vom Michael Benton nun weiter bestätigt wird, auch nahezu gleichzeitig.

 

 

Die Vorfahren beider Entwicklungslinien zeigen im Fossilbericht bereits im oberen Perm einige Anpassungen an eine höhere Stoffwechselrate. Als dann das große Massenaussterben am Ende des Perms einen Großteil der Artenvielfalt auslöschte, erwies sich diese Anpassungsfähigkeit nach Benton als Vorteil, um in der leergefegten Erde neue ökologische Nischen zu besetzen. „Echte“ Warmblüter entwickelten sich dann aber erst in der frühen Trias.

 

Und zwar in beiden Tiergruppen, den Therapsiden (Vorfahren der Säugetiere) und Ornithodira (Vorfahren der Pterosaurier, Dinosaurier und Vögel). Auch unter den Meerestieren gab es zu dieser Zeit, die man deshalb auch als „Mesozoic Marine Revolution“ (MMR) bezeichnet, ähnliche Entwicklungen. Auch die Ichthyosaurier wurden zu dieser Zeit offenbar endotherm.

 

Bildquelle und Link zur Studie



 


Himmelsscheibe von Nebra – Doch kein Relikt aus der Bronzezeit, sondern viel jünger?

Im Jahr 1999 tauchte sie auf, gelange schnell zu weltweiter Berühmtheit und zählt heute zum Weltkulturerbe der UNESCO: die im sachsen-anhaltinischen Nebra gefundene „Himmelsscheibe“ galt lange als die früheste künstlerische Darstellung des Himmels mit 3.600 Jahren auf dem Buckel und inspirierte weltweit Archäologen und Frühhistoriker, aber auch Esoteriker und Präastronautiker. Doch nicht nur deshalb: ihrer wissenschaftlichen Bearbeitung ging ein wahrer Krimi voraus, da sie von Raubgräbern unrechtmäßig geborgen und zusammen mit anderen bronzezeitlichen Artefakten von Hehlern in private Hände verkauft werden sollte. Dabei wurden die Ganoven jedoch ertappt und rechtskräftig verurteilt.

 

 

Die Archäologen Rupert Gebhard aus München und Rüdiger Krause aus Frankfurt a.M. zweifeln jedoch nun das Alter und auch den Fundort der Scheibe an. Ihren Forschungen zufolge könnte die Scheibe ganze 1.000 Jahre jünger sein. Sie passe in den Fundzusammenhang nämlich kulturell und künstlerisch überhaupt nicht hinein, argumentieren Gebhard und Krause.

 

Auch wenn das Material offenbar echt sei und genau wie die angeblich neben der Scheibe gefundenen Bronzeschwerter tatsächlich aus der Bronzezeit stammten, könnte es erst in der Eisenzeit zur berühmten Himmelsscheibe „recycelt“ worden sein. Die Scheibe passe von ihrem Motivbild jedenfalls nicht in die ihr zugeschriebene Zeit, sondern vielmehr in die frühe Eisenzeit. Auch gäbe es vom vermeintlichen Fundort auf dem Mittelberg sonst keine Anzeichen für eine bronzezeitlichen Besiedlung, und auch keine weiteren Funde.

 

Ihr Kollege Harald Meller, der die Himmelsscheibe einst gemeinsam mit der Schweizer Polizei rettete, wies die Behauptungen von Krause und Gebhard entschieden zurück. Auch Metallurgie-Experte Ernst Pernicka kann nach seiner Einschätzung keine Hinweise erkennen, die gegen einen gemeinsamen Fundzusammenhang zwischen Schwertern und Scheibe sprechen würden.

 

Bildquelle und Artikel zum Weiterlesen:


Insekt oder Flechte? Jurassische Florfliege belegt Tarnung schon zu Zeiten der Dinosaurier

Forscher der Capital Normal University of Peking entdeckten im Nordosten Chinas ein interessantes Fossil: der gut erhaltene Fund zeigt eine als Lichenipolystoechotes angustimaculatus neubenannte Florfliege aus dem Jura vor rund 165 Millionen Jahren, deren Flügel ein auffälliges Netzmuster zeigen. Dieses Muster ähnelt exakt den ebenfalls vom gleichen Fundort bekannten Flechtenfossilien.

 

Die jurassische Flechten-Florfliege Lichenipolystoechotes angustimaculatus. Bildquelle: Xiaoran Zuo.

 

Für die die Forscher besteht kein Zweifel: hier haben sie den ältesten bekannten Nachweis für auch heute noch häufig vorkommende Tarnung bei Insekten, die sich zum Schutz vor Fressfeinden äußerlich an ihre Umgebung und ihren Lebensraum anpassen.

 

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Das war’s für heute mit den Paläo-News!

 

Vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit, viele Grüße aus Kiel und einen schönen Sonntag!

 

Markus Kretschmer




Mein Wort zum Sonntag – 30. August 2020

Einen schönen Sonntag wünsche ich dir!

Endlich Wochenende! Nach einer anstrengenden Woche komme ich nun endlich einmal zur Ruhe. Da ich bald ein neues Projekt an einem Museum beginnen werde und dafür noch einige Formalia zu klären hatte, kam ich diese Woche kaum zur Ruhe. Der ganze Stress ist mir sogar etwas auf den Magen geschlagen.


Heute geht es mir aber schon etwas besser, aber beim Blick in den Fernseher wird mir gleich schon wieder schlecht. Wieder eine Egoisten-Versammlung von Kurzdenkern, die nicht geschnallt haben, dass die Corona-Regeln uns allen auf den Senkel gehen, aber dass sie verdammt nochmal notwendig sind. Über 6.000 Menschen sterben täglich weltweit an dieser schlimmen Seuche. Das sind pro Tag fast doppelt so viele, wie beim Anschlag auf das World Trade Center gestorben sind. Insgesamt sind bislang fast 900.000 Menschen dem Virus erlegen, also mehr als dreimal so viele wie der Tsunami-Katastrophe in Südostasien 2004. Die bislang größte Katastrophe unseres Jahrtausends zieht weiter ihre Kreise, und noch ist leider kein Ende, aber dafür vielleicht sogar jede Menge neue Anfänge in Sicht.


Keine öffentlichen Lesungen und Dino-Treffen mehr im Jahr 2020

Aus diesem Grund wird es dieses Jahr keine Lesungen und Dinotreffen mehr geben, wie ich traurigerweise heute schon ankündigen muss. Ich möchte es nicht verantworten, da sich bei meinen Veranstaltungen regelmäßig Menschen aus allen möglichen Teilen Deutschland, auch aus Österreich und der Schweiz zusammenkommen. Um die Ausbreitung des Virus einzuschränken, muss auch ich mich einschränken. Und ich bin tatsächlich lieber ein Teil der Lösung als des Problems. Es bleibt nur die Hoffnung, dass sich das Virus irgendwann abschwächt, oder dass neue Heilmittel oder endlich der lang ersehnte Impfstoff ihre Wirkung zeigen.

 


Bild der Woche

Noch ein fantastisches Bild von den Blue Rhino Studios: Diesmal mit einem nebelverhangenen Flussufer, wie immer aus Hell Creek. Welche Tiere könnt ihr darauf entdecken?

 


Paläo-News

Sofort geht es los mit den Nachrichten aus der Urzeit! Diese Woche waren wieder einige interessante Entdeckungen dabei, die in der Fachpresse veröffentlicht wurden:


Frühe Biber bauten keine Dämme!

Abgesehen von dem Menschen gibt es noch ein Tier, das wie kaum ein anderes seine Umwelt umformt und dabei tiefgreifende Veränderungen seines Ökosystems herbeiführt, um die Bedingungen dort seinen Bedürfnissen anzupassen: der Biber. Die großen Nager sind dafür bekannt, Bäume zu fällen, Damme zu bauen, Flüsse aufzustauen und dabei ganze Landschaften zu überfluten.

Wissenschaftler eines internationalen Forschungsteams fanden nun allerdings heraus, dass sie das noch gar nicht so lange machen: Biber der vier Millionen Jahre alten Gattung Dipoides haben offenbar Bäume allein zu Nahrungszwecken gefällt. Das verrieten den Forschern Isotopenanalysen von Holzfossilien mit eindeutigen Nagespuren, die von den Ur-Bibern angeknabbert wurden. Die chemische Signatur ist dabei eindeutig: zum Dammbau wurden die Zweige definitiv nicht eingesetzt.

 


Noch ältere Fossilien zeigen, dass die Vorfahren der Biber bereits seit rund 20 Millionen Jahre Bäume fällen und Holz zernagen. Aber es als Bau- und Werkstoff einzusetzen, trauen sie sich offenbar erst seit dem Pleistozän. Was zu dieser radikalen Verhaltensänderung führte, muss aber noch weiter erforscht werden.

 

Vielen Dank an GeoHorizon für den interessanten Artikel!

 

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Spektakulärer Fund: Faultier-Knochen mit Angriffsspuren eines gigantischen Krokodils entdeckt!

Es war wohl kein guter Tag für das Riesenfaultier, das vor etwa 13 Millionen Jahren an einen Fluss in Peru kam, um dort zu trinken. Dort lautete ein Krokodil, dass sich das Faultier schnappte und in die Tiefe zerrte.

 


Der Knochen des Faultiers wurde von Wissenschaftlern nun gefunden, zusammen mit 46 Bissmarken, die der Angreifer auf ihnen hinterließ. Bei dem Angreifer handelte es sich nach Analyse der Bissmuster um einen Purussaurus, offenbar noch ein verhältnismäßig junges Exemplar. Ausgewachsen hätte dieser Gigant, der zu den größten Krokodilen der Erdgeschichte zählte und eng mit den heutigen Kaimanen verwandt war, mehr als 10m Länge und eine doppelt so hohe Beißkraft wie jedes heute noch lebende Krokodil gehabt. Schon das Jungtier biss mit einer derartigen Gewalt zu, dass seine Zähne den massiven Knochen des Faultiers komplett perforierten. Seine Zähne waren größer als eine menschliche Hand.

 

 


Die Las Pebas Formation gab schon häufiger Fossilien einer interessanten Paläo-Fauna frei, doch diese Momentaufnahme eines Angriffs gehört definitiv zu den spektakulärsten Funden jener Zeit.

 

Bildquellen: CNN

 

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Neue Studie: sind „Silesauriden“ der Ursprung der Vogelbecken-Dinosaurier?

Triceratops, Stegosaurus, Parasaurolophus… Viele der bekanntesten Dinosaurier stammen aus der so erfolgreichen wie auch vielseitigen Gruppe der Ornithischier, auch „Vogelbecken-Dinosaurier“ genannt. Schon vor über 150 Jahren ordnete der englische Paläontologe Harry G. Seeley die Dinosaurier zwei großen Gruppen zu, die er hinsichtlichs des Baus ihrer Beckenknochen unterschied. Die andere große Gruppe sind die Saurischier (Echsenbecken-Dinosaurier), zu denen sowohl die fleischfressenden Theropoden als auch die langhalsigen Sauropoden gehören.

Doch ob diese Systematik so ganz richtig ist, ist seit einigen Jahren schon umstritten. Besonders an der Basis der Dinosaurier wird seitdem heftig herumgeschoben. Dabei steht vor allem die Frage voran: was ist eigentlich (schon) ein Dinosaurier, was aber (noch) nicht?

 

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Eine dieser umstrittenen Gruppen, die Silesauriden, ist nun Gegenstand einer aktuellen Studie, bei der die Forscher die Morphologie der frühen Dino-Verwandten untersuchten. Sie fanden dabei heraus, dass diese zuvor als „Schwestergruppe“ zu den Dinosauriern bekannte Tiergruppe erstens nicht monophyletisch sind, also gar keine verwandtschaftliche Einheit bildeten, und zweitens doch den Vogelbecken-Dinosauriern näherstehen als diese wiederum allen anderen Dinosauriern. Folglich werden viele Arten nun als basale Dinosaurier geführt, einige sogar als die urtümlichsten Vorfahren der Vogelbecken-Dinosaurier.

 

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Paläontologin findet Dinosaurier – beim Joggen!

Sport ist auch für Paläontologen wichtig. Umso besser, wenn man bei der täglichen Fitness auch den Fund seines Lebens machen kann: so erging es Elsa Panciroli, als sie auf der schottischen Isle of Eigg eine abendliche Jogging-Runde drehte und auf dem Rückweg zu ihrem Forschungscamp war.

Elsa Panciroli an der Fundstelle.

 

Beim Laufen fielen der geschulten Fossilienexpertin einige Strukturen im Fels auf, die sich als die Knochen eines Stegosauriers entpuppten, der dort – genau wie Panciroli – einst joggen war, nur etwa 166 Millionen Jahre früher. Erst Anfang des Jahres waren auf der nahegelegenen Isle of Skye Fußspuren von Stegosauriden gefunden worden. Nun scheint auch ihr Urheber identifiziert worden zu sein.

Der Oberschenkelknochen des gefundenen Stegosauriers.

Die fossilen Knochen wurden inzwischen geborgen und ins National Museum of Edinburgh gebracht, wo sie ausgestellt und natürlich weiter untersucht werden. Da beim vorhandenen Material noch keine diagnostischen Merkmale festgestellt werden konnten, konnte der schottische Stegosaurier noch keiner bekannten Art zugeordnet werden. Weitere Forschungen werden zeigen, ob er eventuell noch einen eigenen Namen bekommt, worauf Panciroli und ihr Kollege und Co-Autor Steve Brusatte in ihrem Paper aber erstmal verzichtet haben.

Lebendrekonstruktion des bislang unbenannten Stegosauriers. Bildquellen: Elsa Panciroli, Steve Brusatte

 

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Baby-Sauropoden schlüpften mit Hilfe eines „Nasenhöckers“

Sauropoden waren mit Abstand die gewaltigen Tiere, die jemals auf der Erde liefen. Doch wie jedes Tier fingen diese Giganten, von denen einige Arten eine Lange von über 35 m, ein Gewicht von mehr als 70 Tonnen und die Höhe eines sechsstöckigen Hochhauses erreichen konnten, auch mal ganz klein an: selbst die größten Arten legten Eier, die kaum größer waren als ein Fußball. Das kleine Wesen im Innern kam mit einem Gewicht von unter 2 kg zur Welt.

 

Doch wie genau befreite sich ein Baby-Sauropode aus seinem Ei? Die exzellent erhaltenen Eier aus Auca Mahuevo in Argentinien, die bereits vor 25 dort freigelegt wurden, haben Forscher nun auf ein neues „Feature“ aufmerksam gemacht. Wissenschaftler der Universität von Uppsala in Schweden vermaßen und rekonstruierten zum ersten Mal den Schädel eines bislang unbestimmten Titanosaurier- Schlüpflings und erstellten mit 3D-Technologie ein perfektes Abbild seines kleinen Köpfchens.

 


Dabei stellten die Forscher eine erstaunliche Kopfform mit einer interessanten Struktur fest: ganz ähnlich des Eizahns bei heutigen Hühnern besaßen der klein Titanosaurier einen spitz zulaufenden Höcker knapp über der winzigen Schnauze. So war es für ihn möglich, die Eierschale beim Schlüpfen von Innen heraus zu durchstoßen und sich aus ihr zu befreien.

 

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6,1°C kälter als heute: Forscher bestimmen Durchschnittstemperatur während der letzten Kaltzeit

Wissenschaftler der Universität von Arizona haben nun mithilfe neuer Forschungsmethoden die Jahresdurchschnittstemperatur während des letzten Kälte-Tiefpunkts des Weichsel-Würm-Glazials vor etwa 20.000 Jahren bestimmt. Dabei verglichen sie die Proben aus verschiedenen Teilen der Welt und werteten sie mit Blick auf vier verschiedene geochemische Anzeiger aus. Aus dem Verhältnis von Magnesium zu Calcium in fossilem Plankton, dem Gehalt verschiedener Kohlenwasserstoff oder bestimmter Sauerstoff-Isotope konnten sie relativ genau die durchschnittlichen Temperaturen an diesen Orten bestimmen.

Mammut
Das Wollhaarmammut. Ein Tier, das vor 20.000 Jahren noch sehr häufig und bestens an die Kälte angepasst war.

 

Interessant dabei: entlang der Beringstraße war es damals verhältnismäßig mild. Die Gletscher ließen einige Korridore offen, durch die der Weg nach Amerika frei war – ein wichtiger Anhaltspunkt zur Erforschung der Besiedlungsgeschichte des Doppelkontinents.

 

Auch für den Blick auf aktuelle Problematiken wie den Klimawandel und die Rolle von CO2 und anderer Klimagase zieht die Studie neue Horizonte. Im Mittel steige die Weltdurchschnittstemperatur bei jeder Verdoppelung des CO2-Spiegels um ganze 3,4° C an. Heute liegt der CO2-Pegel mit mehr als 410 ppm schon mehr als doppelt so hoch wie vor 20.000 Jahren und steigt weiter. Die Auswirkungen auf das Klima der Zukunft könnten demnach fatal sein.

 

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Natürliche Selektion: Neandertaler-Gene schadeten Hybriden!

Die moderne Genforschung kam in den letzten Jahren zu einigen erstaunlichen Ergebnissen: dass sich unsere Vorfahren mit anderen Frühmenschen vermischten, gilt inzwischen als sicher, denn alle Menschen nördlich der Sahara tragen noch heute Gensequenzen in ihrem Erbgut, die sie von Neandertalern, Denisova-Menschen und noch einigen anderen Menschenpopulationen geerbt haben.
Bei Europäern liegt der Anteil der Neandertaler-Gene zum Beispiel zwischen 2 und 6%.

 

Portrait eines Modells eines älteren Neanderthaler-Mannes
Neanderthaler-Modell aus dem Neanderthal-Museum in Mettmann

Eine interessante Frage ist: wieso ist dieser Anteil aber so niedrig? Statistisch gesehen müsste sich der Erbanteil der anderen Frühmenschen erheblich deutlicher in unserem Genom niederschlagen, als es tatsächlich der Fall ist, so Forscher der Stanford University.

Sie wiesen in ihrer Studie nach, dass eine bestimmte Klasse von Erbgutsequenzen, die Enhancer, deutlich weniger Neandertaler-DNS enthalten als erwartet. Enhancer sind Erbgutabschnitte, die beeinflussen, wie oft die codierten Gene abgelesen werden.

 

DNA-Phantome

 

Zu erklären ist das dadurch, dass es bei der Vermischung oft zu Merkmal-Ausprägungen kam, die sich nicht immer nur als nützlich für ihre Träger erwiesen. Besonders gründlich ausselektiert worden sind offenbar die alten Gensequenzen beim Aufbau des Hirngewebes, aber auch bestimmte Variationen beim Bau der Muskulatur.

 

Obwohl in früheren Studien zwar erwiesen wurde, dass bestimmte Neandertaler-Gene die Fruchtbarkeit von Frauen erhöhten und das Risiko für Fehlgeburten minimieren, gab es trotzdem wohl einige Nachteile, die sich bei den Hybriden als negativ oder sogar lebensbedrohlich erwiesen. So wurden die archaischen Genvariationen nach und nach von der natürlichen Selektion ausgesiebt.

 

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Alter Dino, neu beschrieben: Scelidosaurus harrisonii

Zu den ersten gefundenen und beschriebenen Dinosauriern überhaupt gehört Scelidosaurus harrisonii, der bereits im Jahre 1858 vom berühmten Anatom (und Namensgeber der „Dinosaurier“) Richard Owen beschrieben wurde. Owen verfasste seinerzeit allerdings ein eher kurzes und wenig sorgfältiges Paper, und das, obwohl das Holotyp-Exemplar sehr gut erhalten und nahezu vollständig war.

Lebendrekonstruktion von Scelidosaurus. Bildquelle: Mohamad Haghani

Mehr als 160 Jahre später machte sich nun Cambridge-Professor David Norman erneut daran, das Fossil genauer zu untersuchen. Drei ganze Jahre schenkte er dem Dinosaurier, der in der Zeit des frühen Jura vor etwa 193 Millionen Jahren in England lebte, seine Aufmerksamkeit, und beschrieb ihn in einer umfangreichen Arbeit neu. Norman stellte dabei auch viele bislang unbekannte Merkmale fest: so besaß Scelidosaurus Hörner am Hinterkopf. Der Bau des Skeletts weist außerdem darauf hin, dass er wohl doch kein basaler Thyreophore war, also noch der gemeinsamen Vorfahrenlinie der späteren Stegosaurier und Ankylosaurier entstammte, sondern bereits abgeleitet war und nunmehr als frühester bekannter Ankylosaurier gelten kann.

 

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Lystrosaurier aus der Antarktis hielten Winterschlaf!

Während der frühen Trias, in der Zeit von vor etwa 245 Millionen Jahren, bildeten alle Kontinente noch eine einzige, zusammenhängende Landmasse namens Pangaea. Die Welt hatte gerade erst das schlimmste Massenaussterben aller Zeiten hinter sich, und die Tiere begannen sich gerade erst von dieser Katastrophe zu erholen. Noch vor dem Erscheinen der ersten Dinosaurier gehörten die säugetierähnlichen Therapsiden wie Lystrosaurier zu den erfolgreichsten Tieren ihrer Zeit, die über große Teile der Welt verbreitet waren.

Rekonstruktion eines schlafenden Lystrosaurus von Crystal Shin.

Um sich an verschiedene Lebensräume anzupassen, setzten Lystrosaurier in verschiedenen Teilen der Welt aber wohl auf unterschiedliche Überlebensstrategien, wie Forscher der Harvard University und der University of Washington nun gemeinsam herausfanden. Sie schnitten die Stoßzähne von Tieren, die in Südafrika gefunden wurden, und verglichen sie mit ihren Vettern von Antarktika, das auch schon damals südlich des Polarkreises lag.

Gut erkennbar: die dunklen Ringe, in denen die Dentin-Produktion während der Winterschlaf-Phase heruntergefahren wurde. Bildquellen: Meghan Whitne, Christian Sidor.

Während die Stoßzähne der Tiere aus den gemäßigten Breiten ein kontinuierliches Muster aus Wachstum und Abnutzung zeigten, wiesen die Tiere aus Antarktika dicke, engmaschige Ringe auf, die auf eine verringerte Dentin-Produktion hinweisen, die jedes Jahr wieder auftrat. Das gleiche Muster findet sich heute bei Säugetieren, die den Winter im Kälteschlaf verbringen und dabei ihren Stoffwechsel auf ein Minimum herunterfahren.

 

In den dunklen Monaten der Polarnacht, in welcher die Pflanzenfresser kaum Nahrung fanden und bitterkalten Temperaturen ausgesetzt waren, zogen sich also wahrscheinlich bereits die Lystrosaurier zurück, um den Winter zu verschlafen.

 

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Artikel der Woche

Der Artikel der Woche setzte meine Reihe „Film vs. Wissenschaft“ fort und damit auch mein Special über die berühmte BBC-Doku „Im Reich der Giganten“, die 1999 zum ersten Mal ausgestrahlt wurde. Wieviel an der Doku mit dem Wissensstand von heute tatsächlich geändert werden müsste, und wie sehr sich besonders die Folge „Eine grausame See“ dann von ihrem Original unterscheiden würde, lest ihr hier.

 


Vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit, viele Grüße aus Kiel und einen schönen Sonntag!

Markus Kretschmer