Dinosaurier auf Neubritannien? Teil 1

von: Tobias Möser

 

Die Frage, ob Nichtvogel-Dinosaurier bis heute überlebt haben, ist immer wieder ein Thema in der Kryptozoologie. Spätestens seit dem Roman „Die vergessene Welt“ von Sherlock-Holmes-Erfinder Arthur Conan Doyle 1912 gibt es immer wieder Autoren, die lebende Dinosaurier an irgendwelchen versteckten Ecken der Welt vermuten. Die im Oktober stattgefundene Veranstaltung „Auf der Suche nach Mokele-Mbembe“ hat das nur weiter unterstrichen.

Woran das liegt, an der Faszination der Dinosaurier selbst, der Suche nach möglichst spektakulären Monstern oder der Hoffnung, möglichst lange ausgestorbene Tiere zu finden, ist unklar. Die Motive der jeweiligen Autoren unterscheiden sich sicher auch.

Leider sind die meisten Gegenden, in denen man Dinosaurier vermutete, in der Zwischenzeit gut erforscht. Sir Arthur Conan Doyle verlegte seinen Roman bereits auf die 1912 unerforschbaren Tepuis Südamerikas, später mussten geheimnisvolle Inseln, Höhlen und am Ende gentechnische Anlagen und Freizeitparks herhalten. Doch halt: eine Ecke der Welt ist tatsächlich kaum erforscht, bietet ein „angemessenes“ tropisches Klima und die Biodiversität der Region gehört zu den höchsten weltweit: Neubritannien und seine Tochterinseln.

Neubritannien


Neubritannien ist die größte Insel im Bismarck-Archipel, nördlich von Neuguinea. Mit gut 36.000 km² ist die Insel etwas größer als Belgien. Sie liegt vollständig im Bereich tropischen Regenwaldes und deckt mit Gebirgen über 2400 m auch fast alle Höhenklimate dieser Zone ab. Durch tief geschnittene Täler und unzählige vorgelagerte Inseln und Inselchen ist sie als Lebensraum extrem diversifiziert: In nahezu jedem Flusstal gibt es andere, endemische Arten. Die Lage am Rande der australischen und der pazifischen tektonischen Platte bringt Vulkanismus hervor.

Flora und Fauna

Die Insel gehört zur australischen Faunengesellschaft, dennoch gibt es einige asiatische Elemente auf Neubritannien. Die Inselflora ist jedoch asiatisch geprägt und gilt als sehr artenreich mit zahlreichen Endemiten. Auch die Tierwelt ist einzigartig. Im Gegensatz zur Flora ist sie australisch geprägt, vor allem Vögel haben in den dichten und teils steilen Wäldern eine enorme Artenzahl erreicht.

Rabaul
Abendlicher Blick auf den Vulkan Rabaul im Norden der Insel. Der Vulkan ist regelmäßig aktiv und ist auch vor kurzer Zeit noch ausgebrochen.

MacKinlay Kakadu-Taube
Die Fuchsrote Kuckuckstaube (Macropygia mackinlayi*) ist auf Neubritannien und einigen Nachbarinseln endemisch (Foto: David Cool CC 2.0)

Fische sind mit etwa 2500 Arten im Meer und einer unbekannten Artenzahl im Süßwasser vertreten. Bei den Süßwasserfischen ist noch viel Forschungsarbeit zu leisten, einige Flussgebiete sind kaum besammelt worden. Von Süßwasser-Wirbellosen ist sehr wenig bekannt, dieser Forschungszweig ist relativ neu und hat beispielsweise auf Sulawesi bei der ersten Besammlung erstaunliche Ergebnisse gebracht.

Für die Tropen charakteristisch sind zahlreiche Reptilien- und Amphibienarten, ebenso unzählige Wirbellose, die vermutlich in die 10.000 gehen.

Die Chance für die letzten Entdecker – oder auch nicht

Die Weltregion um Neuguinea und den Bismarck-Archipel gilt als vergleichsweise schlecht erforscht. Dies bedeutet wiederum, dass heute noch relativ viel zu entdecken ist. Eigentlich müssten sich die Forschungsmuseen um diese Insel reißen. Dennoch findet relativ wenig Forschung westlicher Institute statt, denn die Korruption und Menschenrechtslage auf beiden Teilen Neuguineas und den anderen Inseln Papua Neuguineas erschweren es, Genehmigungen zu bekommen und zu nutzen. Insbesondere Großfarmer befürchten Schwierigkeiten bei der Landwirtschaft und Ackerlandgewinnung für Ölpalmen, die auf Neubritannien beängstigend schnell verläuft.
Hinzu kommt, dass Deutschland hier Kolonialherr war und mit Sicherheit nicht zimperlich mit den Einwohnern umgegangen ist. Wie man hier einer deutschen Forschungsgruppe begegnen würde, steht in den Sternen.

Unbekannte Tonsulptur
Tonskulptur aus Neubritannien. Zeigt sie wirklich einen Menschen beim Yamsreiben? (Foto: TheSupermat CC 4.0)

Leistenkrokodile sind auch im Bismarck-Archipel verbreitet, jedoch selten. Sie können jahrelang im Meerwasser leben.

Das Reisen innerhalb der Inseln ist in den Flachlandregenwäldern schwierig. Die einzige Möglichkeit ist ein Boot, das klein genug ist, die kleinen Flüsse zu befahren, aber auch stabil genug im Wasser liegt, um außerhalb des Korallensaumes auf dem offenen Meer von einem Fluss zum nächsten wechseln zu können. Dringt man tiefer ins Landesinnere ein, erschweren das teils steile Gelände, schnell fließende Bäche das Vorankommen: Jedes Teil der Ausrüstung muss über Stock und Stein getragen werden. Und es gibt Eingeborene, die den Weißen aufgrund schlechter Erfahrung nicht unbedingt freundlich gesonnen sind.

Die Insel weiß ein paar Geheimnisse zu waren.

Dinosaurier auf einer winzigen Nebeninsel?

Wie oben beschrieben, eignet sich die Region natürlich hervorragend, um Dinosaurier hin zu schreiben. Aber was ist, wenn die Einheimischen von ihnen berichten?


Die Insel ist so klein, dass google Maps sie nicht einzeichnet!

Im Satellitenbild gleichen Maßstabs ist sie aber zu sehen.

Uns liegen mehrere Berichte von der Insel Ambungi vor. Diese Insel ist tränenförmig und etwa 1000 m x 600 m groß und liegt im Korallenmeer vor Neubritannien. Sie ist so klein, dass sie auf der Karte von Google Maps nicht verzeichnet ist, jedoch gibt es beim gleichen Dienst recht gute Satellitenbilder. Etwa 90 Menschen leben überwiegend in einer Siedlung im Nordosten der Insel.

Der erste Bericht von 1995

1995 tauchte einer dieser 90 Menschen, Alphones Likky, im Flachwasser vor der Küste, um Fische zu harpunieren. Er hörte etwas hinter sich ins Wasser fallen und gegen das Korallenriff stoßen. Als er sich umdrehte, sah er einen völlig untergetauchten „Dinosaurier“, mit langem Hals und Schwanz, kurzen Vorderbeinen und muskulösen Hinterbeinen und Füßen mit Schwimmhäuten. Der Kopf war klein und schlangenartig geformt. Das Tier trug Hautkämme auf dem Rücken und Schwanz. Likky schätzte es auf etwa 4 m Gesamtlänge.

Das Tier tauchte mit ruhigen Bewegungen langsam, bevor es in einer Unterwasserhöhle verschwand. Likky machte sich so schnell wie möglich auf den Weg zu seinem Kanu und verließ die Gegend, so schnell er konnte.

 

 

Link zu Teil 2 mit weiteren Augenzeugenberichten


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