Freitagnacht-Kryptos: Bigfoot im Werk von Edgar Allan Poe?

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Der amerikanische Schriftsteller und Dichter Edgar Allan Poe war nicht nur der Begründer der amerikanischen Literaturkritik, einer der Erfinder der modernen Kurzgeschichte und des psychologisch motivierten Horrors, er ist als Klassiker viel leichter zu lesen, und vor allem viel spannender, als das meiste, was aus dieser Zeit aus Deutschland stammt. Neben den Horrorgeschichten war eine seiner Spezialitäten der Reisebericht, oft mit Sciencefiction-Elementen – die Reise in der Maelstrom, die Reise zum Mond, der extrem spannende Roman „Arthur Gordon Pym“, in der die Entdeckung einer mysteriösen, eisfreien Welt jenseits der Antarktis geschildert wird. Poes Geschichten wirken auch deshalb so authentisch, weil er ganze Passagen aus Sachbüchern darin verarbeitet hat.

 

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Edgar Allen Poe – gesammelte Werke

Der amerikanische Schriftsteller Edgar Allan Poe ist eine der schillerndsten Dichterfiguren der Weltliteratur. Mit seinen ebenso brillant wie psychologisch raffiniert erzählten Prosastücken gilt er als Urvater der Detektivgeschichte. Er ist ein unübertroffener Meister des Unheimlichen, der mit messerscharfer Feder die Nachtseite der menschlichen Seele seziert. Diese breit angelegte Ausgabe seiner Werke versammelt über 40 seiner grandiosen Erzählungen. Sie beginnt bei  »Berenice« über »Die denkwürdigen Erlebnisse des Artur Gordon Pym« bis hin zu »Von Kempelen und seine Entdeckung«.

 

Diese Ausgabe der Gesammelten Werke von Edgar Allen Poe ist sehr hochwertig als in Leinengewebe gebundenes Buch mit Schmuckprägung ausgestattet. Sie hat stolze 832 Seiten und ist 2021 beim Anaconda Verlag erschienen.

 

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Da stellt sich die Frage – erwähnt er in seinen fiktiven Forschungsfahrten durch das damals noch größtenteils unerforschte Nordamerika Hinweise auf Bigfoot?

 

Wasserfall, passend für Edgar Allen Poe
Wasserfall im Blackwater River Falls State Park, Virginia

 

A Tale of the Ragged Mountains

Zwei Erzählungen spielen im unerforschten Terrain der USA. „A Tale of the Ragged Mountains´“ von 1850. Hier schildert der Ich-Erzähler, wie er gegen Ende des Jahres 1827 in der Nähe von Charlottesville in Virginia einen Herr Bedloe kennenlernt. Dieser erzählt ihm die Geschichte einer Vision, die er in den Ragged Mountains erlebt hat. Zuvor aber berichtet er von seinen Spaziergängen dort:

 

 

So versunken ging ich stundenlang voran, und der Nebel um mich her wurde dichter und dichter, bis ich schließlich nur noch tastend vorwärts kam. Und nun ergriff mich eine unbeschreibliche Unruhe – ein nervöses Zittern und Verzagen – ich fürchtete, einen Fehltritt zu tun und in irgendeinen Abgrund zu stürzen. Auch erinnerte ich mich der seltsamen Geschichten, die über die Ragged Mountains in Umlauf sind, und der fremden wilden Menschenrasse, die in den Grotten und Höhlen dieser Berge hausen sollte. Tausend unbestimmte Einbildungen bedrückten und beunruhigten mich. (nach: https://www.projekt-gutenberg.org/poe/ragged/chap01.html)

 

 

Im amerikanischen Original steht da: „I feared to tread, lest I should be precipitated into some abyss. I remembered, too, strange stories told about these Ragged Hills, and of the uncouth and fierce races of men who tenanted their groves and caverns. A thousand vague fancies oppressed and disconcerted me- fancies the more distressing because vague. Very suddenly my attention was arrested by the loud beating of a drum.“

 

Uncouth bedeuete grob, ungehobelt, und die Menschen von denen Poe hier spricht, sind Hillbillies, keine Bigfoots.

 

The Journal of Julius Rodman

Poes zweiter Versuch eines Romans, „The Journal of Julius Rodman“ von 1840 erzählt zu großen Teilen nur die Tagebücher von Lewis und Clark nach, tut aber so, als sei Rodman früher als diese zu den Rocky Mountains gelangt, tatsächlich klingt der Text oft so authentisch, dass er anfangs für eine reale Reiseaufzeichnung genommen wurde.

 

Bow Lake, Nordamerika
Der Bow Lake in den Rocky Mountains

 

Julius Rodman jedenfalls – so die Fiktion – sei 1792 den Missouri River aufwärts in den amerikanischen Nordwesten gefahren. Ganz am Ende begegnet er in den Rockies wahren Ungeheuern, die große Fußstapfen hinterlassen haben, „gleich immer fast 1 Fuß lag gewesen, die Krallen noch ungerechnet, und volle 20 Zentimeter breit.“

 

Auch hier aber handelt es sich nicht um Bigfoot, sondern um riesige Grizzlybären.

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