Freitagnacht-Kryptos: Der Tripodero

In den Archiven kramte: Suzan Reinert

 

Die kalifornischen Chaparrals und die Wälder der Vorgebirge beherbergen zahlreiche seltsame Kreaturen. Eines der seltsamsten und am wenigsten bekannten unter ihnen ist der Tripodero (Collapsofemuris geocatapeltes*). Dieses Tier hat zwei teleskopartige oder vorstülpbare Beine und einen Schwanz wie ein Känguru. Hiermit kann sich das Tier willentlich selbst vergrößern, so dass es die Chaparrals überragt. Wenn es die Beine verkürzt, zeigt es eine kompakte Form, um sich im Busch zu bewegen. Der Körper des Tripodero ist nicht groß, aber robust gebaut, sein Kopf besteht beinahe nur aus Schnauze, deren Wert sich bei der Nahrungsaufnahme zeigt.

Der Tripodero
Der Tripodero, deutlich sichtbar der Lehmvorrat in der linken Wange

Wenn das Tier durch den Busch streift, verlängert es von Zeit zu Zeit seine Beine, um die Umgebung zu beobachten. Wenn es Wild in weniger als zehn Rods** sieht, richtet es seine Schnauze auf das Tier und kippt in dessen Richtung. Mit einer erschreckenden Kraft bläst es einen Pfriem sonnengetrockneten Lehm in seine Richtung und schlägt das Opfer so bewusstlos. Einen kleinen Vorrat an Lehm trägt das Tier stets in seiner linken Wange.
Daraufhin zieht der Tripodero seine Beine ein und bahnt sich seinen Weg durch den Busch zu seinem Opfer. Er bleibt dort, bis auch der letzte Knochen zerbrochen und gefressen wurde.

 

** ein Rod misst 5½ Yard, gleich 16½ Fuß, 198 Zoll oder 5,0292 Meter. 10 Rods sind also etwa 50,3 m.


Die „Kreaturen der Holzfäller“ sind nicht als reale Tiere zu betrachten. Sie stammen aus einer Zeit, in der die Wildnis Nordamerikas weitgehend unbekannt war und die Holzfäller sich selbst als harte Kerle darstellten (was sie zweifellos auch waren). Die „Kreaturen der Holzfäller“ entstanden mit Sicherheit aus diesem selbstgeschaffenen Mythos in Kombination mit Lagerfeuerromantik, Eintönigkeit einer harten Arbeit und zu viel Bier. William T. Cox hat sie mit einem Augenzwinkern aufgezeichnet.

Wir bringen jeden ersten Freitag im Monat einer dieser Kreaturen kurzfristigen Internet-Ruhm.


Literatur:

Cox, William T.: Fearsome Creatures of the Lumberwoods; Press of Judd & Detweiler Inc.; Washington D.C.; 1910 mit Illustrationen von Coert Du Bois


Suzan Reinert studiert Frühpädagogik in Soest. Sie engagiert sich seit 2019 in der Kryptozoologie und interessiert sich vor allem für mythische und nicht greifbare Aspekte der Disziplin. Als Mitarbeiterin der Redaktion befasst sie sich zunächst mit der Überführung von Texten aus dem Englischsprachigen.


 

* Warum wir wissenschaftliche Namen nicht kursiv schreiben:

Wir wissen natürlich, dass man wissenschaftliche Namen in Texten kursiv schreibt. Wir würden das auch hier gerne machen, leider hat unser Template genau in dieser Funktion einen Bug (technischen Fehler). Dieser Fehler sorgt dafür, dass eine kursive Formatierung immer gleichzeitig fett hervorgehoben wird. Außerdem wird im Fließtext, jedoch nicht in Kurzzusammenfassungen und Suchmaschinentexten ein weiteres Leerzeichen vor und hinter dem Text angezeigt.
Daher haben wir uns entschieden, wissenschaftliche Namen nicht kursiv zu schreiben, bis wir eine Lösung für das Problem gefunden haben.

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