Freitagnacht-Kryptos: Ein Schlangennest in Prag

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 Serpents' Nest Cafe No Se Poets
Schlangennest als Plattencover:
Serpents‘ Nest von
Cafe No Se Poets

Unter Schlangennest versteht man ein Knäuel giftiger Schlangen. In der Natur findet man zuweilen solche Zusammenballungen großer Mengen von Reptilien, aber sicher nie ein Schlangennest wie jenes, das die „Deutsche Volks-Zeitung Prag: Politische Wochenschrift“ am 1. April 1875 auf S. 153 beschrieb:

 

Ein Schlangennest in einer Kuh

In vielen Prager und auswärtigen Blättern konnte man in der letzten Zeit ganz merkwürdige Nachrichten über einen Vorfall in dem Dorfe Bahuskawitz (bei Neustadt a. M.) lesen. Darnach sollte ein Bauer beim Kalben seiner Kuh im Leibe der letzteres ein ganzes – Schlangennest entdeckt haben. Wir haben diese Nachrichten natürlich für unwahr gehalten und dieselben gar nicht erwähnt.

 

Nun stellt es sich heraus, daß wir Recht hatten, denn nach einer behördlichen Untersuchung des Falles stellte sich Folgendes heraus: Der Grundbesitzer R. in Bahuskawitz verbreitete das Gerücht, es wäre ihm bei der Herausnahme eines vollständig entwickelten Kalbes aus der wegen Erkrankung geschlachteten Kuh eine Schlange entgegen gesprungen. Die Schlange hätte er entzwei gehaut. Im Leibe der Kuh habe er noch ein Schlangennest mit etwa 26 lebenden Schlangen und Schlangeneiern vorgefunden. Eine Fleischbeschau fand nicht statt. Die Kuh wurde in Stücke gehauen, die an verschiedenen Orten verscharrt wurden. Nur das angebliche Schlangennest und der Schlangenkopf blieben aufbewahrt.

 

Der Gemeindevorsteher erstattete von diesem Vorfalle die Anzeige, in Folge deren der betreffende Grundbesitzer zur Bezirkshauptmannschaft vorgeladen wurde, weil er gegen die sanitäts-polizeilichen Vorschriften gehandelt hatte. Das angebliche Schlangennest und der Schlangenkopf erwiesen sich aber bei der Untersuchung als Mutterkuchen, Mutterkuchenstücke und Blutgerinsel.

 


Links:

Quelle: https://books.google.de/

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