Freitagnacht-Kryptos: Loch-Ness-Rätsel gelöst?

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Was hat man nicht schon alles als zoologische Lösung des Rätsels von Loch Ness präsentiert? Im „Niederrheinischen Tageblatt“ vom 3. Februar 1934 musste es eine seltene Walart sein – nichts spricht dafür, außer, dass sie eben kaum bekannt war und deshalb, ähnlich wie Nessie, irgendwie geheimnisvoll… Zum besseren Verständnis muss man wissen, dass man anfänglich der Ansicht war, eine Seeschlange sei im Loch Ness gestrandet, die Vorstellung, Nessie sei ein unbekanntes, den Loch Ness schon seit langer Zeit bewohnendes Tier, entstand erst Mitte der 1950er Jahre.

„Das Rätsel der ‚Seeschlange‘ von Loch Neß gelöst?

Schnabelwal schaut zu 1/3 aus dem Wasser
Sowersby’s Schnabelwal (Foto Pj.vanderlinde CC 3.0)

Durch die Entdeckung eines Wiener Professors scheint nunmehr das Geheimnis um die Seeschlange gelüftet zu werden. Dieser hat im Breslauer Zoologischen Museum das Skelett einer ‚Seeschlange‘ entdeckt, die in Gestalt und Größe der vom Loch Neß gleichkommt. Es handelt sich bei dem Museumsstück um eine ganz seltene Walart, um den Sowersby-Wal, der vor 133 Jahren entdeckt wurde. Das einzige guterhaltene Skelett befindet sich in dem Breslauer Museum. Vor 20 Jahren ist der Wal bei der Greifswalder Oie erlegt und vom Breslauer Museum erworben worden.

Das Tier hat eine Länge von 3,80 Metern, 2 Meter Umfang und neun Zentner Gewicht. Der Wal befand sich damals 14 Tage lang in der Umgebung der Greifswalder Oie mit einem zweiten Tier und wurde während dieser Zeit von vielen Küstenfischern beobachtet. Der Körper ist schlank, der Kopf geht von der Stirn aus in einen etwa 30 bis 40 Zentimeter langen Schnabel über. Diese Walart ist nie wieder in der Ostsee beobachtet worden.“

Und nie wohl auch im Loch Ness… Hier wird das Geheimnisvolle mit dem wenig Bekannten verbunden, damit die logische Lösung glaubhafter wirkt. Die Deutung hat sich auch nicht durchgesetzt.

Niederrheinisches Tageblatt vom 3. Februar 1934

Literatur:

Niederrheinisches Tageblatt vom 3.2.1934