Freitagnacht-Kryptos: Shit happens – Teil 1

In den Archiven kramte: Markus Bühler

 

Manchmal haben Tiere – wie Menschen – unglaubliches Pech und geraten in Situationen, die seltsame Folgen haben und sogar zu bizarren Todesfällen führen. In lockerer Folge möchte ich einige dieser Kuriositäten hier präsentieren.

Viele der Fälle stammen aus einem meiner Lieblingsmuseen, dem Dänischen Museum für Jagd und Forstwirtschaft in Hørsholm. Dieses Museum hat neben vielen anderen großartigen Ausstellungsstücken eine der größten Sammlungen der ungewöhnlichsten Tiere, die ich je gesehen habe: Unerwartete Hybriden, verschiedene Mutationen und Pathologien und vieles mehr.

 

Eine historische Beschreibung dieses und eines weiteren Falles

Eines der bemerkenswertesten Exponate ist ein Rotwildschädel, dessen Geweih in einem Baum eingewachsen ist:

Das Geweih eines Rothirsches ist in einen Baum eingewachsen

Detail des eingewachsenen Geweihs

Es sieht aus, als hätte sich der Hirsch mit dem Geweih in einer Astgabel verhakt. Er konnte sich nicht selbst befreien und starb in der Folge. Das Geweih und der Schädel blieben im Baum hängen, der Baum überwuchs es in den folgenden Jahren.

Aus einem anderen Winkel

Die originale Beschreibung

und eine Abbildung aus dem Flugblatt (Alle Fotos: Markus Bühler)

In meinem Blog stellte der Leser „Gregor“ die Frage, ob der Hirsch nicht das Geweih einfach hätte abwerfen können.

Meine Antwort hierzu: Hirsche können ihr Geweih nicht willentlich abwerfen, da es fest mit dem Schädelknochen verwachsen ist. Das Abwerfen der Geweihstangen wird hormonell gesteuert, und darauf haben sie keinen direkten Einfluss, das hat mit der Jahreszeit zu tun. Rehe werfen ihr Geweih im Herbst oder Spätherbst ab, Rothirsche im späten Winter. Es kann also durchaus passieren dass ein mit dem Geweih irgendwo hängengebliebener Hirsch oder Rehbock jämmerlich verendet.


Literatur:

Die Arbeit ist primär am 12. Juli 2016 auf Markus Bühler’s Blog „Bestiarium“ veröffentlicht worden. Übersetzung: Tobias Möser


Dieser Beitrag ist in der Reihe „Freitagnacht-Kryptos“ erschienen und unterliegt dem Urheberrecht des oben genannten Autors.

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