Kryptozoologische Presseschau 04/2021

Lesedauer: etwa 13 Minuten
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Liebe Leserinnen und Leser,

 

„in den letzten 14 Tagen war kryptozoologisch wenig los.“, dieses Gefühl stellte sich bei mir ein, als ich die Meldungen durchsah und für die heutige Presseschau sortierte. Doch dann bekamen die Meldungen eine eigene Dynamik. Haben wir es mit einer Art Bigfoot-Entführung zu tun, die einem kleinen Jungen in North Carolina das Leben gerettet hat? Reena Pöschel hatte zu dem Thema schon etwas geschrieben.

 

Auch für die Wale scheint die Zeit besser zu werden. Die Fangaktionen für Tümmler in Taiji in Japan gingen ohne Fänge zu Ende (siehe Film: Die Bucht). Ähnlich bemerkenswert: Der japanische Staat hat die direkten Subventionen für den offshore-Walfang gestrichen und vergibt nur noch einen (nicht genannten) Bruchteil der über 40 Millionen Euro als Kredit an das einzige Unternehmen, das noch industriellen Walfang betreibt. Hinzu kommt, dass das Walfang-Mutterschiff, die Nisshin Maru nach vielen Jahren Einsatz ersetzt werden müsste. Dies ist vermutlich wirtschaftlich nicht darstellbar.

 

„Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“, sagt der Volksmund. Die Kraniche kümmern sich nicht drum. Anfang des Monats nahm der Kranichzug bereits Schwung auf, wurde aber mit dem Beginn der aktuellen Kältewelle wieder ausgebremst. Wir, die Redaktion, sitzen im Bereich der nördlichen Route und warten eigentlich nur darauf, die ersten V-förmigen Formationen der beeindruckenden Vögel am Himmel zu sehen und zu hören. Da halten wir euch gerne auf dem Laufenden.

 

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen und bleibt gesund – anders wär‘ nämlich schlecht!

 

Eurer / Ihr

 

Tobias Möser

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Vogelfutter

So lange es so kalt draußen ist, brauchen die Vögel fettreiches Futter. Bei uns sind geschälte Sonnenblumenkerne die bevorzugte Nahrung für Finken, Meisen und Tauben, sogar Amseln, Rotkehlchen und die Heckenbraunelle picken gerne daran. Bis auf das feine Silberhäutchen gibt es keine Spelzen, die man wegkehren muss, also optimal für „faule“ Vogelliebhaber.

 

Die Firma Donath produziert das Futter in der Manufaktur in Süddeutschland, mit festem Anteil an Bruch (für kleinere Vögel), frei von Ambrosia und im eigenen Labor geprüft. Beim Durchlauf an unseren Futtersäulen brauchen wir 2kg geschälte Sonnenblumenkerne in der Woche.

 

Mit dem Kauf über den Link unterstützt ihr den Betrieb dieser Website.

Die Meldungen im Einzelnen:

Wilde Spekulation: Wie überlebte Dreijähriger zwei Tage im Wald?

Von Anfang an: Am 22. Januar ging der dreijährige Casey Hathaway in den Wäldern im östlichen North Carolina (USA) verloren.  Er spielte im Garten seiner Großmutter an der Toler Road in Ernul, North Carolina mit zwei anderen Kindern, aber kam nicht mit ihnen zurück. Trotz einer groß angelegten Suchaktion konnte er nicht sofort gefunden werden. Die Behörden rechneten mit akuter Lebensgefahr, denn die Temperaturen sind nachts bis auf -8°C gefallen. Ein Dreijähriger ohne Wildnis-Erfahrung und Ausrüstung kann das nur mit Glück überleben.

 

 

Am 24.1. hörte eine Frau beim Hunde-Ausführen die Stimme von Casey und informierte die Rettungskräfte, die den Jungen in der Nähe der Aurora Road fanden. Keine 800 m vom Ort des Verschwindens entfernt. „Es geht im den Umständen entsprechend gut“ sagte die Finderin, nachdem der Junge etwa 50 m von der Straße entfernt aus Brombeergestrüpp befreit wurde. Die folgenden Tage hat er zur Überwachung im Krankenhaus verbracht.

Es folgten die üblichen Berichte über den Gesundheitszustand des Jungen, engagierte Verwandte und öffentliche Dankesgebete. Schön, dass der Junge wieder da ist, doch was ist daran kryptozoologisch?

 

Kryptozoologisch wurde die Sache, als Casey seiner Tante erzählte, er habe die Zeit mit einem Bären verbracht. Die postet das Ganze in den sozialen Medien. Der örtliche Sheriff Chip Hughes wollte die Geschichte zunächst nicht kommentieren, sprach es aber dann doch auf einer Pressekonferenz an: „Ich weiß nicht, ob das bedeutet, dass er einen Bär gesehen hatte oder ob sich ein Bär um ihn gekümmert hat oder was Casey meint. Ich glaube, das ist eine tolle Geschichte und wenn es dem Kind hilft, die Sache zu verarbeiten, dann übernehme ich die Geschichte, die ein Dreijähriger seiner Mutter erzählt hat.“

Wirklich Bären oder etwas anderes?

Die Sache mit dem Bären hat natürlich Spekulationen Tür und Tor geöffnet.

Sheriff Hughes, der die ganze Rettungsaktion leitete, sagte dem TV-Sender WCTI, dass er keine Hinweise darauf habe, Casey sei gegen seinen Willen festgehalten worden. Er wurde definitiv nicht in einem geheizten Haus oder Fahrzeug festgehalten: „Seine Körperkerntemperatur war sehr niedrig und seine Finger haben Spuren von Erfrierungen.“

Craven County, North Carolina, gehört zum kleinen Teil des Staates, in dem tatsächlich Schwarzbären vorkommen. Diese halten aber üblicherweise im Januar Winterruhe, aus der sie nur schwer zu wecken sind. Wenn es sich also nicht um eine Dschungel-Buch-Fantasie des Kindes handelt, wer oder was hat sich um Casey gekümmert? Das International Cryptozoology Museum hat dazu eine eigene Meinung: „Sasquatch-Forscher schlagen vor, dass der Junge in der Obhut eines Tieres war, das er „Bär“ genannt hat, weil er nicht wusste, was ein Sasquatch (oder auch nur ein Affe) war, wenn es denn einer war.“

Schwarzbär in Lousiana

Aus Craven County gibt es laut BFRO keine Berichte von Bigfoot-Sichtungen. Die Gegend stellt sich in Google Maps als land- und forstwirtschaftlich intensiv genutzte Landschaft dar. Angepflanzte Sekundärwälder aus Nadelholz bilden mit Weiden und Mahdwiesen sowie Feldern mit Mais, Süßkartoffeln, Soja, Erdnüssen und Tabak. Verglichen mit den Wäldern der Rocky Mountains und dem Pazifischen Norden wirkt die Gegend nicht wie eine Bigfoot-Landschaft. Allerdings haben die Nadelwälder dichten Unterwuchs, vermutlich aus jagdlichen Gründen.

 

(Diese Kurzmeldung habe ich nur oberflächlich recherchiert. Besteht Interesse, den Fall tiefergehend zu beleuchten? Bitte Mail an Redaktion@netzwerk-kryptozoologie.de. Danke)


Gestrandete Walkadaver verändern das Verhalten Weißer Haie

Weiße Haie sind die größten Raubfische unserer Meere und stellen zumindest eine gewisse Bedrohung für Wassersportler dar. Insbesondere Australien, wo Wassersport aller Art sehr populär ist, forscht daher daran, die Gefahr für Menschen möglichst klein zu halten.

Skelettierter Walkadaver an der Nordsee bei Aberdeen

Eine Arbeitsgruppe von Paul A. Butcher vom National Marine Science Centre in Coffs Harbour hat nun erforscht, wie sich angeschwemmte Walkadaver auf das Verhalten der großen Haie auswirken. Hierzu nutzten sie Drohnen, um die Tiere zu beobachten und kamen nach der Auswertung der Aufnahmen auf folgende Ergebnisse:

  • Weiße Haie verändern ihr Verhalten in der Nähe eines Walkadavers signifikant.
  • Sie bewegen sich schneller (ca. 0,46 m/s schneller als sonst) , schwimmen weniger zielgerichtet und ihre Schwimmstrecken werden kurviger.
  • Die Haie in der Nähe der Kadaver sind (ca. 0,26 m) länger als der Durchschnitt in dem Gebiet.
  • Das Verhalten der Haie könnte tatsächlich ein höheres Risiko für Wassersportler darstellen.
  • Beim Management von Walkadavern sollte das Verhalten der Haie berücksichtigt werden.

Bild aus: https://doi.org/10.1016/j.ocecoaman.2020.105477

 

Abbildung aus dem Paper. Quelle und Bildnachweis: https://doi.org/10.1016/j.ocecoaman.2020.105477


Neue, tödliche Krankheit bei Schimpansen entdeckt

In einer Auffangstation in Sierra Leone haben Wissenschaftler der University of Wisconsin-Madison eine bisher unbekannte Krankheit untersucht. Das Erschreckende: sie ist zu 100% tödlich! Der Erreger dieser Krankheit ist kein Virus, sondern das Bakterium Sarcina troglodytae, die Krankheit heißt Epizootic Neurologic and Gasteroenteric Syndrome, kurz ENGS. Das Sarcina-Bakterium ist obligat anaerob, grampositiv, kokkoid und säuretolerant. Es ist unter anderem mit dem Bakterium Clostridium botulinum, das Botulinustoxin produziert, verwandt. Es fermentiert Monosaccharide über eine alkoholische oder Buttersäuregärung, bei denen als Nebenprodukte CO2 und/oder H2 entstehen. Symptome der Krankheit deuten auf die Produktion eines bakteriellen Giftes hin.

 

Schimpanse
Schimpanse in einem Zoo

 

Ein Schimpanse, der am Vortag noch völlig gesund wirkte, überträgt die Krankheit bereits und verliert bald seine Koordination, er wirkt wie betrunken. Sein Magen und seine Organe blähen sich auf, vermutlich ist die Todesursache Gaseinlagerung in den inneren Organen. Gefährlich ist besonders die Tatsache, dass zwischen den ersten Symptomen und dem Tod des Trägers weniger als 24 h vergehen. Für eine übliche Antibiose ist das zu kurz. Hinzu kommt die Frage, wann ein befallener Schimpanse die Krankheit unbemerkt weiter gibt, und ob das Bakterium in Wasser, auf Oberflächen oder im Boden überleben kann.

 

Da es nur sehr wenige Krankheitserreger gibt, die Schimpansen, aber keine Menschen befallen, ist die Weltgesundheitsorganisation aufmerksam geworden.

 

Quelle: nature communications


Lord Howe Island ist frei von Nagern

Lord Howe Island, das ist eine Insel, die knapp 800 km ost-nordöstlich von Sydney im Pazifik liegt. Sie war ursprünglich nicht von Landsäugern bewohnt und hatte daher eine einzigartige und in großen Teilen endemische Landtierfauna. Dann kam der Mensch und mit ihm Ratten und Mäuse, Ziegen, Wildschweine und Katzen.

Lord Howe Island
Lord Howe Island

1976 scheiterte der erste Versuch, die Ziegen auszurotten. 1980 wurde die letzte verwilderte Katze gefangen, 1981 das letzte Wildschwein erlegt. Das führte dazu, dass sich Ratten und Mäuse auf etwa 360.000 Tiere vermehrten.

 

2019 begann die australische Regierung über das Department of Planning, Industry and Environment, die Nager systematisch zu bekämpfen. 15 Millionen Australische Dollar kostete das Programm, um die Nager auszurotten. Hier wurde vor allem auf 22.000 verschließbare Fallen mit einem spezifischen Gift gesetzt, in unwegsameren Gebieten wurden Giftpellets von Hubschraubern abgeworfen. Das Programm war bei der Inselbevölkerung umstritten, hauptsächlich, weil einige Bewohner fürchteten, mit dem Gift auch andere Tiere zu treffen und die Gewässer dauerhaft zu belasten.

 

Wanderratte Rattus norvegicus
Wanderratten sind aggressive Invasoren

 

Die Kampagne war allerdings sehr erfolgreich. 15 Monate nach Beginn war die Nagerpopulation zusammengebrochen, nach mehreren Monaten ohne Nachweis (z.B. Fraßspuren an Ködern) wurde die Insel „nagerfrei“ erklärt. Der ökologische Erfolg zeigte sich viel schneller, als die begleitenden Wissenschaftler erwartet hatten: „Wir hören Grillen, die es früher selten gab. Wir hören sie jede Nacht“, sagt der Lord Howe Island Board Manager Hank Bower. Dr Terry O’Dwyer vom Ministerium sagt hierzu:

 

„Das ist ein bemerkenswertes Ergebnis, das hätten wir so nicht erwartet“.

 

200 flugunfähige Lord Howe-Waldhühnchen wurden vor der Ausrottungskampagne eingefangen und im Taronga-Zoo Sydney untergebracht. Die Population hat sich im ersten Jahr nach dem Wiederaussetzen auf 460 Tiere mehr als verdoppelt. Auch der Black-Winged Petrel und endemische Landschnecken haben sich stark vermehrt. „Unsere Senioren sagen, dass sie diese oder jene Frucht oder Blume noch nie gesehen hätten. Wir sehen Sprösslinge auf der Insel, die wir noch nicht kannten – Es ist eine ökologische Renaissance, einfach wunderbar“ freut sich Hang Bower.

Quelle: abc.net.au


Finnwal in der Eckernförder Bucht

 

Finnwal bläst
Finnwal der atlantischen Population (CC 2.0 by Aqqa Rosing-Asvid)

Am 8.2. meldeten die Kieler Nachrichten, dass Vogelbeobachter in der Eckernförder Bucht einen etwa 10 m langen, also juvenilen Finnwal gesichtet haben. Das Tier soll am vorhergehenden Sonntag an der Lindhöfter Küste gesehen worden sein.

Am 17. Januar hatte der dänische Walexperte Carl Kinze einen großen Wal im Langeland-Belt beobachtet. Es könnte sich um das gleiche Tier handeln. Die „shz“ berichtet, vor 6 Jahren sei bereits einmal ein Finnwal in der Eckernförder Bucht gewesen.


Japan kürzt Walfangsubventionen drastisch

Im vergangenen Jahr hat Japan seine Walfangindustrie mit rund 40,4 Millionen Euro (5,1 Milliarden Yen) direkter Subvention unterstützt. Dies wird 2021 nicht mehr passieren, die Regierung macht nur noch einen Bruchteil dieser Summe locker und will sie nur als (rückzuzahlender) Kredit an die Walfangunternehmen auszahlen.

 

Altes Walfangschiff auf dem Trockenen
Die beste Verwendung für Walfangschiffe: Ein Museum

 

Unabhängig davon steckt der japanische Walfang in einer existenziellen Krise: im letzten Jahr wurde nur halb so viel Walfleisch „produziert“, wie in den Jahren davor. Der Grund ist ähnlich wie in Norwegen und Island: Die Nachfrage nach Walfleisch ist sehr gering, vor allem die jüngere Generation nimmt das Angebot nicht einmal wahr.

 

Ein weiteres Problem kommt hinzu: Die Nisshin Maru, das Walfangmutterschiff der Jagdflotte ist in schlechtem Zustand und muss ersetzt werden. Aufgrund der gekürzten Subventionen und des ständig sinkenden Umsatzes dürfte das dem Betreiberunternehmen Kyodo Senpaku sehr schwer fallen.


 

Neu beschrieben:

  • Schleimaale (Myxinidae) kennen die wenigsten Europäer. Diese Tiere gehören zu den Kieferlosen, meist leben sie in mittleren bis großen Tiefen der Meere, viele Arten sind Aasfresser. So kennt man sie unter anderem von Walkadavern, aber auch anderen Ködern mit toten Tieren. Die bei den Galapagos-Inseln lebenden Arten wurden jetzt von einer multinationalen Arbeitsgruppe überarbeitet. Dabei haben die Wissenschaftler vier „neue“ Arten beschrieben.
  • Cyrtodactylus arunachalensis heißt eine neu beschriebene Art der Bogenfingergeckos aus der Provinz Arunachal in Indien. Sie ist eine von über 200 Arten der Gattung. Erstbeschreibung

Kurz gemeldet

Ausgestorben

  • Eine bisher unbekannte Singvogelart aus dem frühen Oligozän ist in Polen gefunden worden. Crosnoornis nargizia stellt nicht nur eine neue Art und Gattung dar, sondern ist erst der fünfte Singvogel, der weltweit im Paläogen gefunden wurde. Der Gattungsname Crosnoornis bezieht sich auf die Stadt Krosno, in deren Nähe das Tier gefunden wurde. DOI10.1007/s10336-021-01858-0

Rezent im Meer

  • Fischer haben in der Ägäis einen jungen Riesenhai gefangen und wieder frei gelassen. Kleine Riesenhaie in der Größe von etwa 1 bis 1,5 m werden selten gesehen. Bisher sind keine Kinderstuben der zweitgrößten Fische des Meeres bekannt.

Rezent an Land

  • Auf der indonesischen Insel Borneo sind zwei Tiger nach einem Erdrutsch aus einem Zoo entkommen. Bei dem Versuch, sie zurück zu halten, griffen sie einen Pfleger an und verletzten ihn tödlich. Ein Tiger wurde erschossen, als er sich einem Wohngebiet näherte. Was mit dem anderen Tier passiert ist, weiß n-tv auch nicht.
  • In einem vietnamesischen Restaurant in der Hamburger Hafenstadt hat die Hamburger Polizei am 6. Februar 180 lebende Hähne gefunden und sichergestellt. „Die Meldung war aufgeploppt, weil die Hähne am frühen Morgen zu viel Krach gemacht haben. Wie es eben ihre Natur ist. Es gab ein lautes Krähen nicht nur eines Hahns aus dem Restaurant“, sagte ein Polizeisprecher in Hamburg.
  • Ist das noch „an Land“? In Neuss bei Düsseldorf ist ein neugieriges Wildschwein auf die vereiste Wasserfläche eines eingewinterten Swimmingpools gelangt und eingebrochen. Die zur Hilfe gerufene Feuerwehr versuchte zunächst, dem verängstigten Tier eine Treppe zu bauen. Das Schwein hatte aber zu viel Angst vor den menschlichen Bauten, so dass die Wehrleute schließlich zu Trick 17 greifen mussten: Sie füllten den Pool so weit auf, dass die Sau von selbst herausklettern konnte. Sie verschwand klitschnass, aber wohlbehalten im nahen Wald. Schwein gehabt!

Strandfunde

  • Am 26.1. ist an der Küste Taiwans bei Yilan ein noch unidentifizierter Schnabelwal gestrandet. Das 5 m lange Weibchen wird provisorisch der Gattung Mesoplodon zugerechnet. Mitarbeiter der Taiwan Cetacean Society konnten es nicht mit letzter Sicherheit identifizieren.

    Mesoplodon spec.
    Das fragliche Tier in der Fundsituation. Foto: Taiwan Cetacean Society


Bexit-Folgen für Fischerei und Fische

Die britischen Fischer gehörten zu den leidenschaftlichsten Vertretern des Brexits, hatte ihnen Boris Johnson doch versprochen, die EU-Boote aus den traditionellen Fischereigewässern zu vertreiben und sie ohne die EU-Quote fischen zu lassen. Den Fang sollten sie dann, so seine Vorstellung, zollfrei nach Europa verkaufen können.
Doch es kam anders, die Situation der Fischer hat sich durch den Brexit sogar verschlechtert. Sie erhielten nur einen Bruchteil der Rechte, die Johnson ihnen versprochen hatte.

 

Um den Verkauf wenigstens im Inland zu verbessern, wird der Megrim-Fish (auf Deutsch: Flügelbutt) seines grimmigen Beiklanges beraubt und als Cornish Dole (Cornwall-Seezunge) vermarktet. Die Art heißt wissenschaftlich weiterhin Lepidorhombus whiffiagonis.
Flügelbutte sind wirtschaftlich eher unbedeutend, auch in der britischen Fischerei sind sie vor allem Beifang, der allerdings angelandet und vermarktet wird. Der Großteil der britischen Fänge wurde in der Vergangenheit in Spanien und Frankreich gegessen. Der Export in die EU lohnt sich wegen der Bürokratie, Zollvorschriften und Grenzkontrollen nicht mehr. Für Frischfisch dauert die Prozedur zu lange.

 

Ähnlich ergeht es der Spider Crab, die demnächst Cornish King Crab heißen wird. Wissenschaftlich heißt sie weiterhin Lithodes maja. Diese Tiere werden als Delikatessen geschätzt und teuer bezahlt – allerdings ebenfalls in Spanien.


Fake der Woche

Deinotherium?
Nein, das ist kein Deinotherium in einem Zoo, sondern nur eine Fotomontage. (Netzfund)

Zu guter Letzt: Spiekeroog im Schnee

mit entspannender Musik, drei Minuten zum Entschleunigen,

 

 

 

2 Replies to “Kryptozoologische Presseschau 04/2021”

  1. Hallo André,

    vielen Dank für die tiefergehende Information.

    Ich hatte auch so etwas im Hinterkopf, aber keine Zeit, länger zu recherchieren. Bereits am Sonntag bekam ich aus mehreren Quellen die Meldung „Moment, das kenne ich irgendwoher“. Spannenderweise enthielten diese Mails unter anderem einen Link zum Charlotte Observer, der auch jetzt die Meldung von Casey gebracht hat.

    Ganz klar: Diese Information ist für die Bewertung des Falles sehr wichtig, vermutlich sogar die Kern-Information.

    Vielleicht sollte man doch mal nachsehen, ob nicht eine ganze Reihe von Kindern dort kleine geschnitzte Holzeulen besitzt -> Beitrag von Reena Poeschel.

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