Kryptozoologische Presseschau 07/2021

Lesedauer: etwa 16 Minuten
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Liebe Leserinnen und Leser,

 

nein, heute schreibe ich nichts über die Seuche, unten ist dazu genug zu lesen und so lange die Bundesregierung zeigt, dass „in alle Richtungen arbeiten“ zwangsläufig „keine Richtung haben“ bedeutet. Jeder, der jetzt Öffnungen bekommt oder durchsetzt, wird für hunderte Tote verantwortlich sein.

 

Kryptozoologisch hat sich das Fahrwasser wieder etwas geglättet. Die Beutelwolf-Manie der letzten Woche ist abgeklungen, ohne handfeste Ergebnisse geliefert zu haben. Jetzt kommt der Verhaltensökologe Karl-Hans Taake auf den Plan, der im Research Gate einen Artikel über historische Wellen von „Wolfsüberfällen“ auf Menschen in Frankreich und eine solche in Deutschland analysiert. Die bekannte Bestie von Gevaudan spielt da keine unerhebliche Rolle und seine Ergebnisse sind bemerkenswert. Wir werden uns bald wieder mit dem Thema befassen, keine Sorge.

 

Ein weiteres, aktuelles Thema kommt aus den USA auf uns zu. Dort wird am 20. April eine TV-Serie starten, die sich in drei Teilen mit dem Bigfoot befasst. Dabei geht es nicht um den friedlichen Riesen, den man aus den moderneren Überlieferungen kennt. Im Gegenteil, drei Tote legen die Macher den Bigfoots zur Last.
Mal sehen, wann die Welle zu uns herüber schwappt.

 

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen und bleibt gesund!

 

Eurer / Ihr

 

Tobias Möser

 

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Rätsel und Mysterien der Eifel

Die Eifel steckt voller Geheimnisse: Da erzählt man sich von brüllenden Maaren, versunkenen Städten und geheimen Regierungsbunkern, wundert sich über ungewöhnliche Gesteinsformationen oder nächtliche Leuchterscheinungen. Manch einer will gar UFOs, Kugelblitze oder Phantomkatzen gesehen haben! Ulrich Magin hat recherchiert und geht anhand von Augenzeugenberichten und rätselhaften Funden den Bruchstellen auf den Grund, an denen unsere gewohnte Alltagswelt jäh ins Unheimliche abgleiten kann. Aber während einige der Eifel-Rätsel sich zumindest theoretisch erklären lassen, bleiben andere wohl für immer ein Mysterium…

 

Rätsel und Mysterien der Eifel ist am 12. März 2021 im Eifelbildverlag erschienen und ist für ein Taschenbuch mit 308 Seiten ungewöhnlich umfangreich.

 

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Die Meldungen im Einzelnen:

Südtirol: Gerissener Goldschakal entdeckt

 

toter Goldschakal in den südtiroler Alpen
Beim Goldschakal wurden Bissspuren am Hals festgestellt. – Foto: © privat

Bei Gröden, etwa 25 km von Bozen in Südtirol hat ein Hütten-Besitzer einen sehr ungewöhnlichen Fund gemacht. Er fand einen toten Goldschakal, wie aufgebahrt auf einem kleinen Felsen. „Der Zustand des Tieres deutete darauf hin, dass der Todeszeitpunkt nicht mehr als ein paar Tage her ist, da die Kolkraben noch nicht viel davon verspeist haben“, berichtet Bezirksjagdaufseher Rino Insam. „Unweit der Fundstelle wurden in den vergangenen Tagen Wolfsspuren gefunden“ und der Goldschakal weist Bisspuren am Hals auf. Es ist also davon auszugehen, dass ein oder mehrere Wölfe den Goldschakal gerissen haben.

 

Dies ist der Erstnachweis eines Goldschakals in diesem Bezirk, der Insam erst wenige Tage zuvor gemeldet wurde. Laut eines Jagdaufsehers wurden alleine im Januar 11 tote Rehe im Revier gefunden. Eine Exkrement-Analyse bestätigt: Hier ist ein Wolf unterwegs.

 

stol.it berichtete am 15. März


Alle 17 Jahre: Zikadenschwärmen in Amerika

17-Jahr-Zikade
Die 17-Jahr-Zikade Magicicada septemdecim. Foto: Martin Hauser

Die 17-Jahr-Zikade ist ein ungewöhnliches Insekt. Sie wird mit 4 cm Körperlänge und fast 12 cm Flügelspannweite nicht nur ungewöhnlich groß. 17 Jahre verbringt sie in fünf aufeinander folgenden Larvenstadien unauffällig im Boden. Dann kommen sie auf einmal, innerhalb von vier bis sechs Wochen aus dem Boden und vollziehen die letzte Häutung zum Imago, dem geschlechtsreifen Insekt. Etwa eine Woche brauchen sie, um das Chitin der Haut auszuhärten, dann kümmern sie sich „um Dinge, die nur Erwachsene machen“, also die Fortpflanzung. Dies überleben sie nur wenige Wochen.

 

Bemerkenswert ist, dass die Tiere 17 Jahre lang sehr unauffällig sind und dann auf einmal in Massen auftreten. Und Massen kann man wörtlich nehmen, Insektologen haben bis zu 370 Tiere pro Quadratmeter gezählt. Peter Peart aus dem Washingtoner Stadtteil Columbia Heights beschreibt die Sache so: „Es ist laut, ununterbrochen. Man kann ihnen nicht entkommen, sie sind überall.“

Dies wird in den nächsten Wochen zwischen Illinois, Connecticut und Virginia erwartet.

 

In Nordamerika gibt es mehrere Zikadenarten, die lange Entwicklungszyklen haben. Im Nordosten der USA, südlich der großen Seen von Cape Cod bis an den Mississippi leben drei Arten mit 17-jährigen Zyklen, südlich etwa ab der Nordgrenze Tennessees bis an den Golf sind die Zyklen 13 Jahre lang.

Schon lange bekannt

Um die Sache nicht so einfach zu machen, haben die Insekten mehrere Bruten entwickelt, die sich zwar an ihre 13 oder 17-Jahre-Zyklen halten, aber untereinander versetzt kommen. Bemerkenswert hierbei ist, dass die Bruten mehrere Arten umfassen können, die koordiniert erscheinen.

Der Einfachheit halber hat man die Bruten nummeriert, so hat dieses Jahr die Brood X, die Great Eastern Brood. Sie ist lange bekannt, 1749 beobachtete der schwedische Naturforscher Pehr Kalm die Tiere und berichtete später über den 17jährigen Zyklus.

 

Weitere große Bruten werden für 2030, 2033 im Norden sowie 2024 und 2027 im Süden erwartet.


Tasmanien: Bruny Island will Katzen managen

Bruny Island liegt an der Südwestküste Tasmaniens. Sie ist mit 360 km² etwa so groß wie Bremen, hat aber nur 600 Einwohner. Sie lebt hauptsächlich vom Tourismus und hat, wie viele Gegenden Australiens ein Katzenproblem. Verwilderte Hauskatzen und Freigänger fressen sich durch die Wildtierpopulationen, vor allem brütende Alken und Pinguine, aber auch Quolls, eine Beuteltierart, fallen ihnen zum Opfer.

Hauskatze in Falle
Das Fangen von Streunerkatzen ist essenziell

Jetzt hat Paul Davis, der viele Jahre für unterschiedliche Umweltprogramme auf der Insel gearbeitet hat, ein Katzencenter gegründet. Ziel seiner Arbeit ist es, freilaufende Katzen einzufangen, zu sterilisieren und sie ihren Besitzern zurück zu bringen. „Wenn man eine Streunerkatze von beinahe der Größe eines Hundes sieht und weiß, was sie anrichten kann, ärgert mich das“, sagt Davies zu ABC News. Eine große Streunerpopulation ist seit Jahren eines der größten Probleme auf der Insel.

Das Katzencenter wird einen Anlaufplatz für Katzenbesitzer und Leute sein, die Katzen in Lebendfallen fangen. Das Projekt wird „helfen, das Handbuch zum Katzenmanagement zu schreiben“, hofft Noel Hunt von „Ten Lifes“.

 

ABC.net.au weiß noch mehr. 


Rotkehlchen ist Vogel des Jahres 2021

Rotkehlchen
Rotkehlchen

Das Rotkehlchen ist der erste öffentlich gewählte Vogel des Jahres. Es hat mit 59.267 Stimmen vor Rauchschwalbe und Kiebitz das Rennen um den Titel gemacht. Insgesamt über 455.000 Menschen beteiligten sich an der Wahl. Das Rotkehlchen trägt nun zum zweiten Mal den Titel.

 

Obwohl das Rotkehlchen mit dem Slogan „Mehr Gartenvielfalt“ in die Wahl der letzten 10 geschickt wurde, dürfte etwas anderes als die ökologische Stellvertreterfunktion den Ausschlag für die Wahl gegeben haben. Die meisten Leute, die ich gefragt hatte, wählten den Vogel, weil er zutraulich und niedlich ist.

 

Quelle: Nabu


Vierte „offizielle“ Nessie-Sichtung dieses Jahr

Eoin O’Faodhagain gibt an, zwei dunkle Buckel ungefähr 3 m von einander entfernt im Loch Ness herumplanschen gesehen zu haben. Die Sichtung geschah, wie so oft, in der Nähe von Urquhart Castle. Eoin konnte eine seltsame Störung auf einer der zahlreichen Webcams beobachten und aufzeichnen. Sein Video zeigt zwei größere Wellen, obwohl kein Boot in der Nähe war.

 

 

 

Die Sichtung wurde sofort an das „Offizielle Loch Ness Monster Sichtungs-Register“ gemeldet. Es ist seine 12. Sichtung seit 1987.

 

deadlinenews.co.uk weiß mehr.


Historische Raubtierangriffe auf Menschen – neu betrachtet

Der Verhaltensökologe Karl-Hans Taake, der bereits für seine Arbeit mit der Bestive von Gevaudan bekannt wurde, hat im Wassenschaftsnetzwerk Research Gate einen Artikel publiziert. In dieser Arbeit analysiert er einzelne Angriffe und Angriffsserien von Raubtieren auf Menschen im historischen Frankreich und Deutschland.

 

Leopard
Leoparden, könnten für einige der Angriffsserien verantwortlich sein

 

Spannend zu lesen sind Angriffsserien während der Regentschaft von Ludwig XIV., die Bestie von Limosin, die Bestie von Gevaudan und die Interpretation des Begriffes „loups“. Ebenfalls interessant sind Aufzeichnungen aus dem 30-jährigen Krieg in Deutschland.

 

Das Ganze bekommt vor der Diskussion um ein paar Dutzend wiedergekehrte Wölfe in ganz Deutschland natürlich auch eine aktuelle Dimension, die nicht zu unterschätzen ist.

 

Download der Arbeit als pdf im Volltext (englisch)

 

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Bienenweide

Die Gardemics Saatgutmischung enthält Samen von mehr als 50 einheimischen ein- und mehrjährigen Wiesenpflanzen. Die Staffelung der Arten ermöglicht sich permanent verändernde Blühbilder von Juni bis in den Herbst hinein.
Einfach im April auf eine freie Fläche aussäen und warten.

 

Blumensamen Bienen – Saatgut Ein- & Mehrjährig enthält 50 g Samen

 

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Neu beschrieben:

  • die südost-asiatische Karpfenfischgattung Henicorhynchus ist überarbeitet worden. Dabei „sank“ die Artenzahl auf fünf, jedoch wurde die Gattung Gymnostomus wieder als gültig aufgestellt.  DOI10.1643/CI-19-304 
  • Micryletta immaculata heißt eine neu beschriebene Froschgattung von Hainan, China. Link zur Erstbeschreibung
  • Auch die Verbreitungsmuster der Engmaulfrösche im Amazonasgebiet haben Wissenschaftler klären können. Dabei zeigt sich eine spektakuläre Diversifikation der Phänotypen:
  • Aus Brasilien haben Wissenschaftler eine bisher unbekannte amerikanische Lanzennotter erstbeschrieben. Bothrops oligobalius heißt sie jetzt.

Wo man nach „neuen“ Arten suchen soll

Ökologen haben in „Nature Ecology & Evolution“ eine Karte herausgegeben, auf der abgelesen werden kann, wo die Wahrscheinlichkeit, eine bisher unbekannte Art zu entdecken, am höchsten ist. Dabei differenzieren sie in Säugetiere, Vögel, Reptilien und Amphibien.

 

Co-Autor Mario Moura ist ein leidenschaftlicher Taxonom, der es fast als persönliche Beleidigung aufnimmt, dass 85% aller Arten unbeschrieben sind. Er sagt dazu „Die Chancen, entdeckt und beschrieben zu werden, sind nicht für alle Arten gleich.“ Große Säugetiere, die in der Nähe von Menschen leben, haben wesentlich bessere Chancen, als winzige Frösche, die in kaum erreichbaren Regenwäldern leben (ob das ein Vorteil ist, sei dahin gestellt).

 

„Unser Ansatz ist, bekannte Arten dazu zu nutzen, Unbekannte vorherzusagen“, so Moura. Über zwei Jahre haben er und Mitautor Jetz alle 32.000 bekannten Wirbeltierarten (ohne Fische) nach Größe, Habitat und neun weiteren Attributen untersucht, darunter die Zahl der Forscher, die sich mit der Art beschäftigten. Mit diesen Daten fütterten sie ein Computermodell, das die Artendichte in einem Lebensraum vorhersagt und davon die Zahl der bekannten Arten abzieht.

 

Insgesamt kam eine Karte mit einigen deutlichen Hotspots heraus: Mehr als 10% der unentdeckten Landwirbeltiere leben in je einem der Hotspots Brasilien, Madagaskar, Kolumbien, dazu 5% in Indonesien. Insgesamt erwarten Moura und Jetz 70% aller unentdeckten Landtiere auf 10% der Landfläche.

 

Also: Karte studieren, Forschungsgenehmigung einholen und los!

 

Ach ja, der Link zur Karte ist natürlich nicht geheim: Map of life


Hund beißt Postboten – Hundebesitzer verklagt Postboten

Das ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Der Hundebesitzer hatte das Gartentor offen gelassen, so dass sein Jagdhund im Mai 2018 entkam und einen Postboten in den Oberschenkel biss. Der Postbote war vier Wochen dienstunfähig, die Versicherung des Halters zahlte ein (vergleichsweise hohes) Schmerzensgeld von € 1500,-

Münsterländer
Häufig werden Münsterländer als Jagdhunde genutzt (Symbolbild!)

Soweit wäre die Sache erledigt. Doch der heute 79jährige Hundebesitzer hat den Briefträger verklagt, weil er sich einem Strafverfahren ausgesetzt sah. Dafür fordert er nun Schmerzensgeld. Der heute 79jährige Hundehalter erklärt, sein Hund habe den Postboden „gezwackt“, weil der Postbote „unangemessen reagiert“ habe. Daher verlangt der Hundebesitzer, dass der Postbote nicht mehr behaupten darf, er sei Opfer einer Bissattacke durch den Hund geworden und dass der Hund gefährlich sei.

 

Sollten sich Postbote und Hundebesitzer nicht einigen, kommt es im Mai zum Termin am Bonner Landgericht. Ich würde den Fall gerne verfolgen.

 


Kurz gemeldet

Rezent im Meer

  • Diesmal keine Fake-Meldung: In den Kanälen von Venedig haben Beobachter tatsächlich Delfine, vermutlich Große Tümmler gefilmt. Die Aufnahmen sind (trotz des blauen Wassers!) eindeutig der Lagunenstadt zuzuordnen. Siehe unten (Zu guter Letzt)
  • Das selbe hat New York zu bieten, auch wenn es sich hier um Gemeine Delfine handelt. Im East River vor dem Stadtteil Brooklyn tummelte sich am 23. März eine Schule dieser Tiere – natürlich von zahlreichen New Yorkern gefilmt. Fox5 weiß mehr

Rezent an Land (Deutschland)

Drohender Uhu
Uhus sind beeindruckende Vögel, und zum Glück breiten sie sich wieder aus.

 

  • Aus dem Garten eines Mehrfamilienhauses in Düsseldorf hat die Feuerwehr ein entkräftetes Fuchsbaby gerettet. Es war einen Hang herunter gerutscht und kam ihn aus eigener Kraft nicht mehr hoch. Die Rettungskräfte brachten den unterkühlten Fuchs in eine Tierauffangstation, von wo er so bald wie möglich wieder ausgewildert werden soll. WDR am 13.03.21
  • In einem ungenannten Supermarkt in Hessen hat ein Azubi eine große Spinne in einer Bananenkiste entdeckt. Da es sich um die giftige Phoneutria nigriventer handeln könnte, rief man die Feuerwehr. Diese zog die Bananenkiste ins Freie, betäubte das Tier mit einem CO2-Löscher und tötete sie. Um welche Spinnenart es sich handelt, ist noch unbekannt und wird vermutlich nie veröffentlicht. n-tv am 14.03.21
  • in einem Wald bei Langenfeld (Rheinland) hat eine Frau eine Vielzahl von Farbmäusen ausgesetzt. Da diese Tiere als Haustiere gezüchtet werden, haben sie draußen keine Überlebenschance. Deswegen sammelten mehrere Polizeibeamte insgesamt etwa 60 Tiere ein und brachten sie in ein Tierheim. WDR am 15.03.21
  • In Balve, im Märkischen Kreis (NRW) hat die Polizei am Mittwoch, 10.3. einen leicht verletzten Uhu von einer Bundesstraße aufgesammelt. Ein Autofahrer hatte das Tier entdeckt, die Polizei alarmiert und so lange den Verkehr um die verletzte Eule herum geleitet. Das Tier ist ein einer Auffangstation gelandet und wird vom Tierarzt behandelt.

Neues von den deutschen Wölfen

Ein Wolf liegt auf einer Baumwurzel
Der Wolf kommt, die Frage ist, wie die Gesellschaft mit ihm umgeht.

 

  • In Swisstal, am Rand der Ville, vor den Toren Bonns wurden im Februar auf einer Weide fünf Schafe gerissen. Jetzt hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz dem betroffenen Landwirt mitgeteilt, die DNA-Analyse am Riss habe die Beteiligung eines Wolfes bewiesen. Er hat damit Anrecht auf Entschädigung. Der WDR drückt mit der Meldung, dass zwei Lämmer ohne Mutter aufwachsen müssen, kräftig auf die Tränendrüse. WDR am 19.03.21
  • Dazu passt die Meldung, dass ein totes Schaf, das Ende Februar in der Eifel bei Nettersheim (nur 30 km Luftlinie von Swisstal entfernt) gerissen wurde, ebenfalls einem Wolf zum Opfer fiel. Der WDR ergänzt, dass die Wölfe im Oberbergischen und Westerwald Junge haben.

Rezent an Land (außerhalb Europas)

  • Die IUCN stuft die afrikanischen Waldelefanten als „vom Aussterben bedroht“ ein. In den vergangenen 30 Jahren seien die Populationen um 86% zurück gegangen – nein, sie sind zusammengeschossen worden, da der Hauptgrund für den Rückgang die Elfenbeinjagd ist.
    Der Elfenbeinhandel ist weltweit kriminell organisiert und kaum kontrollierbar, nur 10% des geschmuggelten Elfenbeins wird überhaupt entdeckt, so Daniela Freyer von der Tierschutzorganisation Pro Wildlife.

Rezent aus dem Süßwasser

  • In Plettenberg im Sauerland machten Spaziergänger eine ungewöhnliche Entdeckung. Nach dem Schneeschmelze-Hochwasser fanden sie den Kadaver eines störartigen Fisches, etwa 10 m vom Ufer der Lenne entfernt. Das Tier war bereits vertrocknet und in einem fortgeschrittenen Verwesungszustand.
    Das Nachrichtenportal come-on hat den Fisch als Sterlet identifiziert. Hiermit sind einige Mitglieder des NfK nicht einverstanden, Acipenser ruthenus oder ein Hybride, z.B. ein Bester stehen ebenfalls in der Diskussion. Da dem Kadaver die Hautknochen fehlen, ist die Identifikation anhand des Fotos kaum möglich. Come-on am 18.03.21

Strandfunde

  • Auf Okinawa ist vor einiger Zeit ein 4,78 m lange Longman-Schnabelwal gestrandet. Das junge Männchen wurde im Churashima Research Center untersucht, die Ergebnisse in Aquatic Mammals publiziert. Longman-Schnabelwale gehören zu den am wenigsten bekannten Walen, nur etwa 20 Tiere sind in den letzten 100 Jahren gestrandet. DOI: https://doi.org/10.1578/AM.47.2.2021.153
  • Auf Valentia Island im äußersten Südwesten Irlands hat sich ein Walross niedergelassen. Es handelt sich hierbei um ein Jungtier, das etwa 2 m lang ist. Die Stoßzähne erreichen gerade 30 cm. Walrosse verirren sich selten in die gemäßigten Zonen, aber aus Irland gibt es seit 1980 etwa 20 Nachweise. Quelle: RTE.ie am 15.03.21
    Das Walross wanderte bald weiter und wurde kurze Zeit später an der Küste von Wales beobachtet.
  • Am Blyth Beach, am Nordrand der Agglomeration Newcastle upon Tyne ist ein Buckelwalkadaver angespült worden. Das Tier ist etwa 11 m lang und in der Nacht auf den 19.03.21 angeschwemmt worden. Es weist bereits Zeichen des Verfalls auf. Möglicherweise ist der Kadaver mit einem letzte Woche, 50 km weiter nördlich offshore gemeldeten toten Wal identisch. Quelle: The Northern Echo 19.03.21
  • Die Untersuchung eines Kleinen Schwertwals (Pseudorca crassidens), der im Februar tot bei Maui auf Hawaii angeschwemmt wurde, hat einige neue Erkenntnisse ergeben. Das Labor fand die Schnabelteile von 25 pelagischen Oktopussen im Magen. Bisher war nicht bekannt, dass sie zum Nahrungsspektrum gehören. Quelle: University of Hawaii
  • In der Nähe von Coff’s Harbour in New South Wales, Australien ist ein Blainville-Schnabelwal (Mesoplodon bidens) gestrandet. Im Rahmen der Partnerschaft des Dolphin Marine Rescue Animal Rehab Trust und dem Aboriginal Land Council wurde das Herz des Tieres den Ureinwohnern übergeben. Die als „traditionelle Landbesitzer“ geltende Gemeinde wird es im Rahmen einer Zeremonie beerdigen.
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Individualtierschutz contra Arterhaltung: Das Dilemma der überzähligen Zootiere

Ein Urteil des Amtsgerichts Magdeburg sowie seine Bestätigung durch das Oberlandesgericht Naumburg laufen auf ein grundsätzliches Euthanasie-Verbot für überzählige Zootiere hinaus, auch wenn diese im Rahmen eines Erhaltungszuchtprogramms geboren werden. Auf Grund einer umfassenden Würdigung ethischer, juristischer und tiergartenbiologischer Argumente sowie unter Berücksichtigung der öffentlichen Akzeptanz kommen die Autoren zu der Schlussfolgerung, dass in begründeten Ausnahmen die angst- und schmerzfreie Tötung – möglichst mit anschließender Verfütterung – nicht im Widerspruch zu moralischen und rechtlichen Normen steht. Eine solche Lösung sollte aber nur unter der Bedingung einer umfassend artgerechten Haltung, die per definitionem eine Möglichkeit zur Vermehrung einschließt, toleriert werden.

 

Individualtierschutz contra Arterhaltung ist 2012 bei K. Schüling erschinen und von zahlreichen führenden Köpfen der deutschen Zooszene verfasst, wie Klaus Eulenberger und Jörn Junhold.

 

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Aus Zoos und Museen

  • Im Zoo Heidelberg sind Ende Februar drei junge Sumatra-Tiger auf die Welt gekommen. Noch ist das Geschlecht der Tiere unbekannt. Sumatra-Tiger gehören zu einer der am meisten in Bedrängnis stehenden Tiger-(Unter-)art.
  • Weniger erfreulich ist der Tod aller Schwarzschwanz-Seidenaffen im Duisburger Zoo. Die vier Tiere starben laut dem Ergebnis einer pathologischen Untersuchung an einer Veränderung von Leber, Niere und Milz, die zu einem Organversagen geführt hat. Warum das in kürzester Zeit bei allen vier Tieren unterschiedlichen Alters aufgetreten ist, ist noch offen. Corona sei nicht beteiligt, die Lungen der Tieren seien unauffällig, so der Zoo auf seiner Facebook-Seite.
  • Im belgischen Zoo Pairi Daiza bei Mons hat ein Großer Panda einen Tierpfleger schwer verletzt. Der Pfleger hatte in einem Korridor aus ungeklärter Ursache direkten Kontakt mit dem vierjährigen Tian Bao gehabt. Dieser hat den Pfleger an einem Arm und einem Bein verletzt. Kollegen konnten den Bären wegbringen, ohne ihn zu verletzen. Der Zoo hat – wie die meisten Zoos – jeden direkten Kontakt von Menschen mit ausgewachsenen Pandas verboten.
  • Der Dortmunder Nashorn-Jungbulle Willi ist tot. Er starb am Dienstag, 23.3.21 in Folge kolikartiger Bauchschmerzen, die weder Pfleger noch Tierärzte lindern konnten. Am Ende wurde er eingeschläfert.
    Die Obduktion zeigte, dass Willi an einem zweifachen spontanen Darmverschluss und in dessen Folge an einer Vergiftung litt. Beides war veterinärmedizinisch nicht behandelbar.
    Seit seiner Geburt Anfang Januar 2020 war Willi in den sozialen Medien ein Star geworden, weil der Zoo immer wieder Videos von ihm online stellte.

Zu guter Letzt:

 

 

 

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