Kryptozoologische Presseschau 12/2021

Lesedauer: etwa 16 Minuten
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Ein wunderschönes Wochenende wünschen wir euch, liebe Leserinnen und Leser,

 

den meisten von uns steht eine kurze Woche bevor, in vielen Bundesländern ist Donnerstag Feiertag. Dem entsprechend passend kamen nicht nur die ersten spürbaren Öffnungen, sondern auch das für weite Teile des Landes angesagte, warme und sonnige Wetter. Auch ich werde das nutzen und einen Teil meiner Homeoffice-Tätigkeiten auf den Abend verlegen. So kann ich am Tag die während der letzten Wochen liegen gebliebenen Arbeiten im und am Garten erledigen.

 

Umweltprozesse in den Niederlanden …

Apropos Wetter und Klima: Weltweit haben in der letzten Woche zwei Gerichte jeweils ein ebenso überraschendes wie zukunftweisendes Urteil gesprochen: Die Rechtsbank in Den Haag (Niederlande) Hat am vergangenen Mittwoch den Energiekonzern Shell dazu verurteilt, seine Kohlendioxid-Emissionen bis zum Jahr 2030 um netto 45 Prozent im Vergleich zu 2019 zu senken. Wenn dieses Urteil Bestand hat (die Rechtsbank ist die niedrigste Gerichtsform der Niederlande, vergleichbar dem deutschen Amtsgericht), wird es auch Konsequenzen für andere Energiekonzerne haben, unter Umständen sogar auf die gesamte Industrie der EU.

 

Erde Atmosphäre

 

… und in Australien

Ähnlich, wenn nicht sogar noch maßgeblicher ist ein Urteil des australischen Bundesgerichtshofes in Melbourne. Dort hatten acht Teenager gegen die australische Umweltministerin geklagt. Sie wollten zunächst nur die Vickery Kohlemine stoppen. Hier sollten in den nächsten 25 Jahren 33 Millionen Tonnen Kohle gefördert werden, die zu mehr als 120 Millionen Tonnen Kohlendioxid verbrennen würden.

Das Gericht hat festgestellt, dass die Ministerin eine Sorgfaltspflicht gegenüber Kindern und schwächeren Personen hat. Sie darf in keiner Weise handeln, die Schaden hervorruft, auch zukünftigen Schaden für junge Menschen durch den Klimawandel.

Richter Mordecai Bromberg in seiner Urteilsbegründung:

 

 

Vielleicht der verstörendste Aspekt darunter ist, dass eine Million der heutigen Kinder Australiens mindestens einen Hitzeschaden erleiden werden, der sie ins Krankenhaus bringen wird. Viele Tausende werden einen vorzeitigen Tod sterben durch Hitzestress oder Buschfeuerrauch. Es ist mit substanziellen wirtschaftlichen Verlusten und Eigentumsschaden zu rechnen. Das Great Barrier Reef und der Großteil von Australiens östlichen Eukalyptuswäldern wird nicht länger existieren durch wiederholte, schwere Buschfeuer.

 

 

Viele Experten halten dieses Urteil für einen Durchbruch: Nun können in Australien Unternehmen für die Verletzung der Sorgfaltspflicht zukünftiger Generationen gegenüber verklagt werden. Dies schließt Schäden durch den Klimawandel mit ein. Die australische Bergbauindustrie wird das nicht gerne hören, Australiens Jugend dafür um so lieber.

Quelle: ARD

 

Wie sich der Klimawandel in Mitteleuropa auswirkt, ist noch nicht absehbar. Vielleicht waren die trockenen Sommer 2018 und 19 ein solcher Ausblick oder das kalte Frühjahr 2021. Bei steigenden Meeresspiegeln dürften Investitionen an Nord- und Ostsee immer riskanter werden.

 

Trotzdem, oder genau deswegen: geht raus, genießt das tolle Wetter, haltet euren Abstand und kommt spätestens Dienstag zum Lesen hierher zurück. Es steht Spannendes im Raum!

 

Viel Spaß beim Lesen und bleibt gesund!

 

 

Eurer / Ihr

 

Tobias Möser

 

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Der Kosmos-Vogelführer

Der Kosmos-Vogelführer ist das umfassendste Bestimmungsbuch für Vögel aller Arten in Europa, Nordafrika und Vorderasien. Er beinhaltet Brutvögel, Durchzügler, Wintergäste, Irrgäste und eingebürgerte Tiere, insgesamt 900 Arten, die in meisterhaften Aquarellzeichnungen dargestellt werden. Damit ist kaum ein Vogel nicht abgedeckt, der in Europa zu finden ist.

 

Detaillierte Texte beschreiben die Tiere, nicht nur in  Größe, Lebensraum, Kennzeichen, Verbreitung und Stimme. Hinzu kommen aktuelle Verbreitungskarten.

 

Der Kosmos Vogelführer: Alle Arten Europas, Nordafrikas und Vorderasiens ist der legitime Nachfolger des berühmten „Parey’s Vogelbuch“ und damit das neue Standardwerk für alle Vogelfreunde. Die aktuelle Ausgabe ist vom 2.2.2017.

 

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Die Meldungen im Einzelnen:

Breaking News: Brood X ist geschlüpft

nach Redaktionsschluss erreichte uns folgende Meldung:

 

Zikade der Brood X
Zikade der Brood X

 

Was sich beinahe wie der Titel eines SciFi-Horrorfilmes anhört, ist eigentlich „nur“ die Meldung, dass die zahlenstarke Brutgruppe 10 der nordamerikanischen 17-Jahr-Zikade derzeit stark schlüpft. Aktuell ist der Höhepunkt des etwa vier Wochen langen Spektakels erreicht: Millionen von 5 cm langen Zikaden schlüpfen in den östlichen US-Bundesstaaten zwischen Georgia und New York. Die Zikadennymphen kriechen aus dem Boden, klettern an einem Gegenstand hoch, sprengen die Nymphenhülle, klettern heraus und härten ihre Chitinoberfläche aus. Danach paaren sie sich, legen Eier und sterben. Aus den Eiern entwickeln sich Larven, die 17 Jahre im Boden leben, um dann für wenige Tage ihr Leben in einem gemeinsamen Schlusshöhepunkt auszuhauchen.

 

Die „Brood X“ ist eine der zahlenstärksten Bruten, sie ist seit 1715 dokumentiert, seit 1732 ist ihr Zyklus bekannt, das Massenauftreten 1800 konnte bereits vorhergesagt werden.

 


Tod im Dinosaurier

Der Dino der Tragödie
In diesem Dino-Modell kam es zur Tragödie (Screenshot eines Videobeitrages von ch media)

In Spanien ist ein Mann auf eine ungewöhnliche Weise ums Leben gekommen. Er steckte in einem Pappmaché-Dinosaurier fest. Ein Mann, der mit seinem Sohn in der Nähe spielte, bemerkte den leblosen Körper durch ein kleines Loch im Pappmaché und rief die Polizei.
Das Stegosaurus-Modell diente einem bereits geschlossenen Kino in der Umgebung als Werbung.

 

Der Tote war bereits einige Stunden vor dem Fund am vergangenen Samstag vermisst gemeldet worden. Wie der 39-Jährige in den Dinosaurier kam, ist unklar. Es gab Medienmeldungen, er habe im Inneren der Statue sein Handy gesucht, sei kopfüber herein gefallen und habe sich nicht selbst befreien können. Dies wirft allerdings die Frage auf, wie das Handy des Mannes in den Dinosaurier kam. Äußerst mysteriös!

 

Weniger mysteriös ist, dass die Feuerwehr von Sant Coloma de Gramenet bei der Bergung Probleme bekam. Nachdem man ein größeres Loch in den Dino schnitt stellte man fest, dass der Tote sehr groß und schwer gewesen sei. Man habe deswegen einen Kran einsetzen müssen. Anzeichen für ein Verbrechen gab es zu keinem Zeitpunkt.


Mittelmeer-Grauwal verstorben?

Am Donnerstag, den 20. Mai erreichte uns die Meldung, der junge Grauwal, der im Mittelmeer beobachtet wurde, sei nun vor der Ferieninsel Mallorca aufgetaucht. „Wally“, wie er nun genannt wurde, sei stark abgemagert und schwimme in der Bucht von Santa Ponca im Südwesten der Insel. Txema Brotons von der Meeresschutz-Organisation Tursiops sagte dem „Diario de Mallorca“, dass das Tier bereits stark abgemagert sei und vermutlich bald verhungern würde. Im Mittelmeer gäbe es nicht genug dichte Krusten- oder Weichtierbestände, von denen sich Grauwale ernähren.

Gtauwal
Ein Grauwal vor Kalifornien (Beispielbild)

Laut n-tv gilt als sicher, dass es sich um ein Tier handelt, das im März vor Nordafrika, im April vor Italien und später Südfrankreich gefilmt wurde. Die Sichtung vor Mallorca zeigt einen stetigen Westkurs an. Mit etwas Glück kann der Wal die Straße von Gibraltar durchqueren und im Atlantik bessere Nahrungsgründe finden. Möglicherweise ist er hierfür aber schon zu geschwächt.


Australien: 100 Jahre lang verschollene Bienenart wieder aufgetaucht

Von der Bienenart Pharohylaeus lactiferus wussten Biologen so gut wie nichts. Sie existierte, verschwand vor etwa 100 Jahren spurlos, mag es tropisch warm und feucht und ist an die Blüten des Feuerradbaumes Stenocarpus sinulatus und den Flaschenbaum Brachychiton acerifolius gebunden. Die Bienen sind 9 bis 11 Millimeter lang, schwarz mit weißem Gesicht und weißer Körperzeichnung.

Pharohylaeus lactiferus
Pharohylaeus lactiferus

 

Die jüngsten Sammlungsexemplare stammten aus dem Jahr 1923. Forscher hatten drei Männchen in den Atherton Heights bei West Cairns gesammelt. Der Biologe James Dorey von der Flinders University machte sich auf die Suche nach ihnen. Dorey sammelte an insgesamt 245 Stellen in den Bundesstaaten New South Wales und Queensland. Dabei fand er drei Gruppen dieser Bienenart.

 

Die Spezialisierung auf nur zwei Nahrungspflanzen, die durch die Regenwaldrodung und Waldbrände gefährdet sind, gefährdet auch die wieder entdeckte Bienenart. Dorey schlägt in seiner Veröffentlichung weitere Forschungen vor, um die Art besser kennenzulernen.

 

Originalarbeit; Pressebericht


Rätsel um tote Schlangen in Hattingen

 

tote schlangen
Tote Schlangen bei Hattingen. Foto: Martin Maschka / Wildnisschule Ruhrgebiet

Eine Familie machte am 18.5. in den Hattinger Ruhrauen einen ungewöhnlichen Fund. Sie stießen auf drei tote, zerstückelte Schlangen, die oberflächlich verscharrt waren. Martin Maschka, Schlangenbeauftragter des Ennepe-Ruhr-Kreises identifizierte sie als zwei Europäische Hornottern und eine Klapperschlange.

Die Familie hatte kurz zuvor einen Mann beobachtet, der an der Stelle in den Ruhrwiesen etwas vergraben hatte. Auf Nachfrage sagte er der Familie, er habe den toten Hamster seiner Tochter beerdigt. Die Familie grub an der Stelle und fand die töten, zerstückelten Schlangen. Der Mann konnte zwischenzeitlich anhand des Nummernschildes seines Autos identifiziert werden.

 

Doch damit nicht genug. Am Freitag, den 21.5. durchsuchten Mitarbeiter des Veterinäramtes die Wohnung des Mannes. Dabei entdeckten sie eine lebende Schlange und mehrere tote in der Tiefkühltruhe. Wie die Tiere gestorben sind und zu welcher Art sie gehören, war zum Zeitpunkt der Pressemeldung unklar.

 

Der Staatsanwalt ermittelt nun gegen den Hattinger wegen des Verdachtes auf Tierquälerei sowie den illegalen Besitz von giftigen Tieren. Das Veterinäramt hat ein Tierhaltungsverbot ausgesprochen.

Quelle: WDR vom 19.5. und 21.5.2021


Australien: Yowie-Sucher wollen den bisher besten Beleg haben

Der Yowie ist so etwas wie der nordamerikanische Bigfoot – nur in Australien. Beide weigern sich hartnäckig, ihre Existenz belegen zu lassen, obwohl es eine nicht minder hartnäckige Fangemeinde gibt, die genau das betreibt.

Dean Harrison, der sich eine ganze Weile der Yowie-Jagd verschrieben hat, hat nun einen möglichen Beleg erzeugen können. Er war im Springbrook National Park an der Gold Coast (im Osten Australiens) unterwegs. Dabei will er mit seiner Infrarot-Kamera zwei etwa 9 ft. große Yowies aufgenommen haben.

 

„Auf den Aufnahmen sieht man die Yowies, wie sie die Bäume umarmen, bei dem Versuch, sich selbst zu verbergen.“, erklärte Harrison der Zeitung The Courier-Mail. Harrison hat den Film sogar bei Youtube hochgeladen. Warum wir den Film nicht einbinden? Warum wohl?

 

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Gutes Einsteiger-Spektiv

Das Spektiv SV17 von Optik-Spezialist Svbony bietet viel, was Einsteiger und Profis bei der Tierbeobachtung schätzen. Das 70 mm große Objektiv hat 10 mm mehr Durchmesser als die meisten Spektive der Preisklasse und ist daher besonders lichtstark.
Der Zoom kann von 25x bis 75x eingestellt werden, eine gut greifbare Focusschraube erleichtert das Scharfstellen.

 

Mit dem Spektiv wird ein Dreibein-Stativ von 138 cm geliefert, das eine 1/4″-Standardaufnahme für einen Schnellverschluss bietet oder direkt mit dem Spektiv verschraubt werden kann.

 

Fotofreunde werden sich über die separat erhältliche Handy-Halterung oder den DSLR- bzw. Systemkamera-Adapter freuen.

 

Das Svbony SV17 Spektiv wiegt 1044 g, wird mit Tasche, Stativ, Objektiv- und Okulardeckel geliefert. Es ist in den Farben Schwarz und Kompostgrün erhältlich.

 

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Schlange nach 150 Jahre langem Irrtum identifiziert

Bereits im Jahr 2016 sammelte der Museumsmitarbeiter Dr. Deepak Veerappan eine Schlange im indischen Bundesstaat Tamil Nadu. SIe unterscheidet sich von den anderen Schlangen der Umgebung, Morphologie, Zeichnung und Genetik legen nahe, dass es sich um eine bis dahin unbekannte Art handelt.

 

„Diese Art ist nicht wie die meisten anderen neu beschriebenen Arten. Sie hat eine sehr bewegte Vergangenheit in der Literatur“, erklärt Veerappan. „Sie ist weit verbreitet und die Leute haben ihr viele Trivialnamen gegeben. Eines der Probleme dabei ist, dass die Namen mit zwei der am weitesten in Indien verbreiteten Arten verwechselt werden können.“

 

Jospeh-Schlanknatter
Die neu beschriebene Joseph-Schlanknatter. Foto: Surya Narayanan

 

Diese Verwechslung zieht sich bis zum deutschen Zoologen Albert Carl Günther hin. Dieser bekannte Taxonom arbeitete von 1875 bis 1895 am Natural History Museum in London. Günther verwechselte die beiden Arten und in den folgenden fast 150 Jahren folgten viele seinem Beispiel.

 

Die Art heißt jetzt Joseph-Schlanknatter nach einem verstorbenen Kollegen des Erstbeschreibers. Ihr englischer Name ist Joseph’s racer, wissenschaftlich Platyceps josephi. Das Natural History Museum hat einen Beitrag hierzu auf seiner Webseite, die Erstbeschreibung findet sich hier.


Neu beschrieben:

Caliphaea hermannkunzi Zhang & Hämäläinen, 2020
Caliphaea hermannkunzi, Abb. aus der Erstbeschreibung von
Zhang & Hämäläinen, 2020
  • Takedactylus compressus und Lichtylus kaisha heißen zwei neu beschriebene Krabbenarten von den japanischen Südinseln, die sehr hell und ungewöhnlich eckig aussehen. DOI10.1080/03946975.2017.1395163
  • Caliphaea hermannkunzi ist eine neu beschriebene weiß- und kupferfarben gezeichnete Kleinlibelle aus Yunnan, China. DOI: 10.11646/zootaxa.4895.1.5
  • Drei neu beschriebene Gottesanbeterinnen heißen Pliacanthopus (Malayamantis) visayanus, Compsogusa rheae & Theopompa schulzeorum. Sie kommen von Panay, Philippinen. DOI10.18476/insy.v03.a2
  • Synapturanus zombie, S. mesomorphus & S. ajuricaba heißen drei neu beschriebne Frösche mit spitzem Maul aus der Familie Microhylidae vom östlichen Guajana-Schild. DOI10.1016/j.jcz.2021.05.003
  • Der Baumfrosch Litoria mira aus Neuguinea sieht zwar verlockend schokoladig aus, man sollte dennoch vermeiden, ihn zu kosten: Er verfügt über ein potentes Hautgift. Erstbeschreibung. 
Litoria mira
Der Schokoladenfrosch Litoria mira (Foto: Steve Richards)
  • Der Gecko der Woche heißt Gecko pradapdao und stammt aus der Provinz Lopburi in Zentralthailand.
  • Die elfte beschriebene Art der Peitschennattern heißt Ahaetulla rufusculara und stammt aus dem Delta des Mekong in Vietnam.  DOI10.11646/zootaxa.4966.3.2 
  • Von der Philippineninsel Mindanao stammt  Eutropis alcalai, eine neu beschriebene Skink-Art. DOI: 10.26757/pjsb2020b14012

Kurz gemeldet

Ausgestorben

  • … ist Pluridens serpenti, eine neu beschriebene Mosasaurier-Art aus dem Maastrichian aus Marokko: DOI: 10.1016/j.cretres.2021.104882 
  • Paläontologen haben das erste vollständige Ei des ausgestorbenen King-Island-Zwerg-Emus gefunden. Das Ei hat etwa die Größe eines normalen Festland-Emus, während die Vögel selber etwa 44% kleiner waren. Die Unterart starb auf King Island 1805 aus, auf Tasmanien überlebte sie bis etwa 1850.

Rezent im Meer

  • Der berühmte Felsbogen „Darwin’s Arch“ im Norden der Galapagos-Inseln ist eingestüzt. Auf Boldern, die das ecuadorianische Umweltministerium veröffentlichte, sind nur noch die beiden Stützpfeiler zu sehen. Wird er jetzt „Darwin’s Columns“ genannt?
    Darwin's Arch
    Darwin’s Arch 2006 (Foto: obv)

    Darwin's Columns
    Die aktuelle Situation (Foto: Umweltministerium Ecuador)

  • Am Tuncurry Beach, etwa 220 km nördlich von Sydney, Australien hat ein Hai einen Surfer getötet. Der etwa 50-jährige Mann starb noch vor Ort nach einem Biss in den Oberschenkel an einem Herzinfarkt. Dies ist der erste tödliche Haiunfall in diesem Jahr in Australien. 2020 gab es 26 registrierte Unfälle mit 8 Toten. Quelle: n-tv.

Strandfunde

  • Bei Carnon an der französischen Mittelmeerküste ist am 26. Mai ein toter Buckelwal angeschwemmt worden. Das 7 m lange Jungtier wurde mit Hilfe eines Radladers vom Strand entfernt und in den nächsten Tagen autopsiert.
  • Wesentlich länger lag ein 6 m langer, toter Schnabelwal am Karioitahi Beach bei Waiuku an der Westküste der Nordinsel Neuseelands. Er liegt an einer sehr abgelegenen Stelle, laut „1 News“ ist man dorthin 6 km zu Fuß unterwegs. Nach Absprache mit den lokalen Eingeborenen wird der Wal zunächst an Ort und Stelle belassen. Sie beraten noch über eine angemessene Beerdigung.

 

Rezent an Land: Raubtiere

  • Im Stadtteil Bernal Heights in San Francisco ist mindestens zwei Tage lang ein Puma unterwegs gewesen. Wildhüter konnten den 45 kg schweren und zwei Jahre alten Kater „Mr. Handsome“ mit einem Betäubungspfeil ruhig stellen und einfangen. „Er ist prachtvoll, sehr gesund und gut ernährt“, teilte die Veterinärin Dr. Alex Herman nach einer Untersuchung mit.
    Der Puma wurde nach der Untersuchung in ein Wildnisgebiet im Bezirk Santa Clara ausgesetzt. In den USA dringen Pumas öfter in Randgebiete von Ortschaften vor. Innerstädtisch sind sie extrem selten – die Frage ist, wie lange noch.
  • Nahezu ähnlich ist die folgende Meldung: In Köln wurde ein Wolf nicht nur gesichtet, sondern auch von mehreren Beobachtern und Überwachungskameras gefilmt. Am 19. Mai, kurz nach Mitternacht hat ihn eine Kölnerin gefilmt, wie er in Ehrenfeld eine Straße entlang lief. Danach zeichneten Überwachungskameras auf, wie er sich auf dem Parkplatz eines Firmengeländes verirrte. Gegen 2:30 wurde der Wolf im Stadtteil Bilderstöckchen beobachtet, kurze Zeit später in Weidenpesch, wo er eine Straße überquerte und im Grüngürtel verschwand.Am Morgen des 20. Mai hat man in den nördlichen Kölner Rheinauen vier tote Schafe gefunden. Ob sie dem/ einem Wolf zum Opfer fielen, ist noch unklar, eine DNA-Analyse läuft bereits.

Rezent an Land: andere Tiere

  • Nach Angaben des kasachischen Umweltministeriums wurden am Freitag, 14.5. rund 350 Saiga-Antilopen aus ungeklärten Umständen getötet. Bewohner fanden die Kadaver mit „so etwas wie Spuren von Blitzschlag“.
    Saiga-Antilopen gelten als kritisch bedroht, etwa 124.000 geschlechtsreife Tiere existieren noch. In der Vergangenheit haben sie sich durch extreme Populationsschwankungen ausgezeichnet. Heute gilt Wilderei wegen der Verwendung der Hörner in der sogenannten chinesischen Medizin als ihre Hauptbedrohung, jedoch sind die Populationen auch anfällig für Krankheiten.
  • Im Khao Yai National Park, Thailand sind mindestens 11 Elefanten ums Leben gekommen. Ein Jungtier rutschte bei den bekannten Hell’s Abyss-Wasserfällen aus und geriet in den Fluss. Beim Versuch, das Jungtier und später ihre Herdenmitglieder zu retten, stürzten zehn weitere Tiere ins Wasser.
  • Oklahoma hat ein Kopfgeld auf Bigfoot ausgesetzt. Wem es als erstem gelingt, einen lebenden Bigfoot in diesem US-Bundesstaat zu fangen, hat Anspruch auf 3 Millionen US-Dollar. Hauptgrund für das Kopfgeld ist aber wohl nicht die kryptozoologische Forschung. „Wir wussten, dass das international bekannt wird und wir so eine Menge Aufmerksamkeit erhalten.“, so der staatliche Pressesprecher J.J. Humphrey. Ein Preisgeld auf Bigfoot in Oklahoma gibt es schon eine Weile, erst am 26.2.2021 wurde es von US$ 25.000 auf 1 Million erhöht. Nun folgte die weitere Verdreifachung.
    Eine gewisse Ähnlichkeit zur Bielefeld-Million ist nicht von der Hand zu weisen.

 

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Birding für Ahnungslose

1. „Richten sie das Fernglas auf den Vogel“. Birding liegt voll im Trend. Kein Wunder, denn kaum ein anderes Hobby bietet solche Möglichkeiten, die Natur ohne großen Aufwand intensiv zu erleben. Damit der Einstieg mühelos gelingt und von Anfang an Spaß macht, hat Diplom-Biologin und Illustratorin Véro Mischitz das Thema unkonventionell angepackt: Mit lockerem Zeichenstift, Charme und Witz.

Wann und wo kann ich Vögel beobachten und welche Ausrüstung ist die Beste? Welcher Vogel ist das, wie lebt und singt er? Wie kann ich Vogelgruppen unterscheiden und bestimmen? Diese und viele weitere Fragen werden mit Zeichnungen amüsant und kenntnisreich beantwortet.

Ein verführerischer Einstieg in ein faszinierendes Hobby.

 

Birding für Ahnungslose ist 2019 bei Franckh Kosmos erschienen, hat 128 Seiten voller Humor, Vögel, Birder und solcher, die es werden wollen.
Es ist als Taschenbuch und fürs Kindle erhältlich.

 

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Aus Zoos und Museen

  • Nach dem verheerenden Brand im Zoo Krefeld in der Silvesternacht 2019/2020 ist nun endgültig geklärt, wo die überlebenden Schimpansen bleiben. Ein Umzug in einen dänischen Zoo war geplant. Dort hätten Bally und Limbo eine optimale Gruppenstruktur vorgefunden.
    Nachdem er aus finanziellen Gründen gescheitert ist, werden die beiden Tiere in Krefeld bleiben. Sie erhalten ein Gehege im geplanten Neubau „Artenschutzzentrum Affenpark“ mit Innen- und Außenanlagen. Später werden weitere Tiere aus dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm EEP hinzu stoßen und hoffentlich für Nachwuchs sorgen. (Quelle: WDR)
  • Kurz vor Pfingsten hatten Unbekannte fünf Papageien aus einem kleinen Tierpark in Ennepetal gestohlen. Vier von ihnen fanden sich in einem Pappkarton vor einer Wuppertaler Tierarztpraxis wieder. Der ebenfalls gestohlene Graupapagei „Charly“ war gesundheitlich stark angeschlagen. es könnte sein, dass er seine Entführung nicht überlebt hat.
    Dies ist der zweite Diebstahl von Papageien in dem Tierpark in kurzer Folge. Im Februar wurden mehrere Papageien aus der selben Voliere gestohlen, auch sie tauchten vor der gleichen Tierarztpraxis in Wuppertal wieder auf. Die Polizei vermutet, dass die Vögel gestohlen wurden, um sie zu verkaufen. Möglicherweise kamen die Diebe aber mit den quirligen und lauten Vögeln nicht klar, so dass sie sich ihrer entledigten. (Quelle: WDR)
  • Eisbärin Herta aus dem Tierpark Berlin (Ost) ist nicht, wer sie scheint. Bei einem Gentest stellte sich heraus, dass sie ein Inzuchttier ist. Eisbärin Tonja aus dem Zoo Moskau wurden bei der Geburt 2009 falsche Papiere zugeordnet. Der Vater von Herta, Wolodja stammt von den selben Eltern ab, wie Tonja.
    Für Herta heißt das, dass sie kinderlos bleibt. n-tv weiß mehr, einschließlich Schuldzuweisungen an die ehemalige Tierparkleitung und den üblichen Protesten der Zoo-Gegner.

Zu guter Letzt:

 

Livyatan und Megalodon, eine Animation. Trotz zahlreicher Fehler recht sehenswert:

 

 

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