Kryptozoologische Presseschau 16/2021

Lesedauer: etwa 16 Minuten
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Einen wunderschönen Sonntag wünschen wir euch, liebe Leserinnen und Leser,

 

wir blicken auf interessante 14 Tage zurück. Persönlich hat mich die Überschwemmung meiner Heimatstadt Leichlingen (Rheinland) in Folge eines Starkregen-Ereignisses heftig getroffen. Wir hatten 2018 bereits einmal einmal eine große Überschwemmung, damals kamen Schlammlawinen aus den völlig durchnässten Bergen herunter.

Überschwemmung zuhause …

Diesmal war es anders. Es hat seit Tagen immer wieder geregnet, aber Mittwoch kam doch deutlich mehr herunter, als ich das hier gewohnt bin. So einen heftigen Regen habe ich bisher nur in den Redwood-Wäldern im Norden Kaliforniens mitbekommen, dort, wo der Sasquatch zuhause ist. Ich hatte einen Termin und dachte „die 50 m kannst du zu Fuß gehen“. Von wegen: ich war nass bis auf die Haut.

 

Gegen Abend intensivierte sich der Regen noch, gegen 19 Uhr rief mein Bruder an, das unter mir gelegene Steuerbüro laufe Gefahr, voll zu laufen. Also: Wassersauger geschnappt und die volllaufenden Kellerschächte leer gepumpt. Leider waren wir dann doch etwas zu spät, 2 cm Wasser standen dann doch in den Räumen. Das putzten und saugten wir zusammen mit dem Besitzer und seiner Familie dort raus.

 

Als ich dann wieder zuhause war, las ich eine Warnung auf Facebook. Hier sind die Leichlinger Rettungs- und Notdienste sehr aktiv vertreten, so dass das eine der ersten Info-Quellen ist. Dort war zu lesen, dass Teile der Stadt gebeten werden, Keller und Erdgeschoss zu räumen, weitaus mehr Straßen, als ich erwartet hatte.
Ab Mitternacht ging es dann alles sehr schnell. Ich hörte die Alarmsirene, dann folgten Durchsagen der Feuerwehr, die uns zum Glück nicht betrafen.

Gegen 0:45 Uhr passierte es dann tatsächlich: Die Wupper trat in der Innenstadt über die Ufer, Treibholz sammelte sich an den Brückengeländern, alle fünf innerstädtischen Brücken wurden überschwemmt. Dazu kam Wasser aus den beiden Bächen, die im Stadtgebiet münden. Über FB kamen die Meldungen dann im Minutentakt. Fotos aus überfluteten Straßen, dann Stadtteilen, der Discounter, den es vor drei Jahren fast weggeschwemmt hätte, stand wieder unter Wasser und am schlimmsten waren die Schwächsten dran. Die Paul-Klee-Schule für Körperbehinderte stand vollständig unter Wasser.

Gegen 1:35 Uhr fiel bei uns der Strom aus.

3 Tage ohne Strom

Am Donnerstag früh hatte ich einen Termin auf der anderen Wupperseite. Obwohl er mir sehr wichtig war, musste ich absagen. Alle Wupperbrücken waren gesperrt, eine Fußgängerbrücke schwer beschädigt, die Stadt stand immer noch, teilweise 2 m hoch unter Wasser. Ein Haus brannte dort, es wurde mit einem Polizeihubschrauber mit Löschsack gelöscht.

 

Über die folgenden Tage änderte sich das Bild in der Stadt. Dort, wo das Wasser verschwand, blieb kinderkackegelber Schlamm zurück, der sehr schnell zu einer betonähnlichen Konsistenz aushärtete. Ich war hauptsächlich damit beschäftigt, die älteren Leute aus der Nachbarschaft mit Essen und Medikamenten zu versorgen, sah aber eine Menge vor allem jüngere Leute, die mit Besen, Schaufeln und Schubkarren auf dem Weg in die Stadt waren, oder bereits anfassten. Leider waren gerade am Wochenende auch „Helfer“ mit weißen Leinenschuhen, weißen Kleidern etc. dabei.
Die Gelegenheit beim Einkaufen nutzte ich dann auch, Rundnachrichten zu schicken „Leichlingen ist hart getroffen, uns geht’s gut, aber wir haben keinen Strom und sind daher nicht zu erreichen.“

 

So zog es sich bis Sonntag, alle Termine gecancelt, Nachbarschaft versorgen, aber es hatte sich schnell eine Art Routine aufgebaut, man lernt schnell, was es wo (noch) gibt… und dann war auf einmal der Strom wieder da. Drei Stunden später kamen auch Internet- und Fernsehsignal sukzessive wieder, so dass für uns sowas wie Normalität wieder hergestellt war.


… und im Wasser watende Bigfoots

Auch kryptozoologisch gab es in den vergangenen 14 Tagen einiges. Ich konnte nicht alles verfolgen, weil ich ein paar Tage aus der Welt des Internets ausgeschlossen war. Dennoch: diesmal liegen die Highlights tatsächlich bei „echten“ Kryptiden, sogar einem der Prominenten: Bigfoot hat es mal wieder in die Schlagzeilen gebracht, sogar doppelt.

 

Wie immer bei Bigfoot ist alles so solide wie Treibsand im Nebel.

 

Viel Spaß beim Lesen und bleibt gesund!

 

Eurer / Ihr

 

Tobias Möser

 

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Riesen, Menschenfresser, Monster: Bigfoot in der Kultur der Ureinwohner

Viele Erzählungen drehen sich im Wesen mit übernatürlichen Kräften. Eines dieser Wesen ist heute als Bigfoot bekannt und schaffte es, die Grenzen der Ureinwohner-Sagen zu durchbrechen und fester Teil der Gegenwartskultur zu werden.

 

Viele Jahre bevor die Europäer kamen, besiedelten die Ureinwohner Amerika. Sie lebten von einem Land der Fülle, entwickelten einzigartige Kulturen und Geschichten von Helden und Abenteuern wurden von Generation zu Generation weiter gegeben. Viele von ihnen drehten sich um fürchtenswerte Kreaturen, von denen sie glaubten, sie durchstreiften das Land und die schattene Grenze zwischen Realität und dem Unbekannten.

 

Giants, Cannibals and Monsters: Bigfoot in Native Culture ist 2020 auf englischer Sprache erschienen und hat 288 Seiten. Die Autorin Mathy Moskowitz Strain ist B.A. in Anthropologie und M.A. in Behavioral Science. Sie arbeitete 20 Jahre als Archäologin und als Stamm-Kontakt-Managerin im Stanislaus National Forest. Nahezu genauso lang ist ihr Kontakt mit dem „Haarigen Mann“.

 

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Die Meldungen im Einzelnen:

Neues Bigfoot-Video aufgetaucht

Das 4,7 Sekunden lange Video eines Paddlers zeigt eine aufrecht gehende Gestalt, die durch den Cass River in Michigan (USA) watet. Der Cass River ist ein Nebenfluss des Saginaw River und liegt etwa 120 km nördlich von Detroit in einer dicht besiedelten und landwirtschaftlich intensiv genutzten Gegend am Huron-See.
Die Gestalt wirkt rotbaun mit helleren Anteilen, sie watet durch etwa (für sie) oberschenkelhohes Wasser und bewegt dabei den Oberkörper intensiv rotierend. Dabei wirkt sie, als würde sie auf der körperlinken Seite etwas großes tragen.

 

Scrrenshot aus dem Video
Zoomaufnahme des Cass River Bigfoot Videos. Aufnahme: Eddie V.

 

Unsere erste Analyse versucht, Anzeichen für ein Fake zu finden. Die Kreatur wirft eine der Geschwindigkeit entsprechende Welle auf, auch hinter ihr ist das Wasser aufgewühlt. Schatten fallen so, wie man es bei dem Sonnenstand erwarten würde, die Spiegelung im Wasser passt ebenfalls. Auch die Bewegung ist eher sparsam und passt zu jemandem, der vorsichtig, aber doch eilig durch ein offenes Gewässer watet.

Erste Interpretationen

Ein us-amerikanischer Kommentator meint, auf den Bildern zu erkennen, dass das Wesen ein größeres Kind auf dem Arm trägt. Ich kann der Argumentation anhand eines Einzelbildes folgen, aber in den folgenden Bildern sieht die Sache für mich anders aus. Weiterhin habe ich den Eindruck, in einem Bild eine große, weibliche Brust zu sehen. Dies ist ggf. noch von Bedeutung.

 

Der Kommentator gibt noch an, der vermeintliche Bigfoot würde den Fluss in unmittelbarer Nähe einer Überland-Stromleitung überqueren. Die ist im Film nicht zu sehen, das Wissen muss also auf die Aussage des Filmenden zurückgehen. Angeblich folgen Bigfoots gerne den Schneisen von Stromleitungen, es gibt auch Sichtungsberichte von dort.

Zweifel am Filmer

Nun zu dem, was nicht gezeigt wird: Zunächst wurde nur ein Standbild veröffentlicht, dann folgte eine nur 4,7 s lange Filmsequenz. Angeblich ist der Film länger, aber die Filmer haben technische Probleme, so große Dateien zu versenden.
Das als Ausrede erscheint mir zu Zeiten von Dropbox, Wetransfer, Cloud-Speicher oder der Möglichkeit, eine Speicherkarte per Post zu verschicken, ohne sich direkt in immense Kosten zu stürzen, unwahrscheinlich. Wir werden also über den tatsächlichen Grund spekulieren müssen, und den Rest des Videos möglicherweise niemals zu Gesicht bekommen.

Ein weiterer Punkt lässt mich misstrauisch werden: Wenn das, was ich für eine Brust halte, tatsächlich eine solche ist, dann stimmt mit der Sache höchstwahrscheinlich etwas nicht. Alle nicht-menschlichen Primaten-Weibchen tragen vergleichsweise kleine, flach anliegende Brüste, selbst wenn sie stillen. Nur beim Menschen sind sie außerhalb der Stillzeit in der Silhouette deutlich sichtbar, so war es vermutlich auch bei unseren näheren Verwandten. Mangels Skelettbestandteile ist das aber nicht überliefert. Da aus geologischen Gründen der Bigfoot (sofern es ihn gibt) den Menschenaffen und nicht den Menschen im weiteren Sinne zugeordnet werden müsste, ist eine pralle Brust nicht zu erwarten. Dies könnte auf einen Fehler des Kostümbauers und damit auf einen Hoax hinweisen.

 

Das Video:

 

 

Falls (!) sich das Video als echt herausstellt, dürfte es ähnlich wertvoll für die Bigfoot-Forschung sein, wie der Patterson-Gimlin-Film von 1967.


Und genau dieser Film schafft es nach über 50 Jahren wieder in die Schlagzeilen:

Gibt es eine Filmaufnahme, die den Patterson-Gimlin-Film eindeutig widerlegt?

Die aktuelle Bigfoot-Times von Juli 2021 hat einen Hinweis veröffentlicht. Filmemacher und Autor Russel Acord, der von der Travel Channel Serie ‚Expedition Bigfoot‘ bekannt ist, behauptet, er habe ein Video. In diesem Video soll Bob Gimlin zugeben, dass er den berühmten Patterson-Gimlin-Film gefälscht habe.

 

„Patty“, das Wesen im Patterson & Gimlin-Film, 1967 konnte nie falsifiziert werden – und ist eine Ikone der US-Kryptozoologie.

 

Acord deutet an, dass er das Video so lange zurückhalten möchte, wie Gimlins Frau noch lebt. Bob Gimlin, der dieses Jahr 90 Jahre alt wird, vermied es immer, das Video öffentlich zu diskutieren und war nur selten bereit, Interviews zu geben und auf Bigfoot-Konferenzen aufzutreten.

Die Erklärung, warum Bob Gimlins Frau für die Veröffentlichung bzw. die Nicht-Veröffentlichung des Videos maßgeblich ist, ist Acord schuldig geblieben.

 

Das Verhalten, eine Veröffentlichung „vorab“ anzukündigen, aber noch auf Expertisen oder den Tod eines Menschen warten zu müssen, bis diese tatsächlich erfolgt, ist in der Kryptozoologie leider weit verbreitet.
Der Redaktion ist kein Fall bekannt, bei dem die Veröffentlichung das hielt, was die Vorveröffentlichung versprach. Die einzige Ausnahme ist der Bericht von Neil Gemmell über die eDNA-Analyse auch Loch Ness. Und auch diese verlief aus Sicht der Monstersucher unter den Kryptozoologen enttäuschend.


 

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Verschwundene Menschen, die unheimlichsten „Missing 411“-Fälle

Überall auf der Welt verschwinden Menschen. Immer wieder. Die Anzahl der Fälle geht in die Tausende. Aber diese Menschen verschwinden nicht nur, sie verschwinden spurlos. Die Umstände ihres Verschwindens sind nicht selten mysteriös bis in sich widersprüchlich. Suchhunde finden keine Fährte, Suchmannschaften finden über Wochen keine Spur der Vermissten, Hubschrauberfinden auch mit modernsten Methoden wie FLIR einfach nichts. Gar nichts.
Auch keine Ausrüstungsgegenstände, Kleidung, keine Spuren eines Kampfes oder eines Überfalls von Tieren oder Menschen. Dann plötzlich tauchen die Opfer wieder auf. In aller Regel ohne Schuhe. Oft an einer Stelle wo die Suchmannschaften schon viele Male gesucht hatten. Oft so weit vom Ort ihres Verschwindens entfernt, dass es schwerlich bis überhaupt nicht vorstellbar ist, wie sie dorthin gelangt sein sollen. Meistens sind sie tot, aber ohne eine feststellbare Todesursache.

 

Verschwundene Menschen: Die unheimlichsten ‚Missing 411‘ Fälle ist als Taschenbuch, Hörbuch oder für den Kindle erhältlich. Die Taschenbuchausgabe hat 323 Seiten und ist der 1. Teil einer bisher dreiteiligen Reihe um unheimliches Verschwinden von Menschen.

 

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„Unfall im Aquarium“ könnte Marmorkrebse die Fähigkeit verliehen haben, die Welt zu erobern

Marmorkrebse sind in den Süßwasser-Aquarien der Welt (noch) weit verbreitet. Die hübsch gezeichneten Krebse erreichen etwa 10 cm Körperlänge und verhalten sich im Aquarium erfreulich zahm. Bisher haben sie sich einer Bestimmung entziehen können, da hierfür Männchen notwendig sind – der Aquarienstamm vermehrt sich aber durch Parthenogenese, also Jungfernzeugung.

Marmorkrebs
Junger Marmorkrebs im Aquarium. Foto: André Karwath, CC BY 2.5

Vor etwa 2 Jahrzehnten entkamen einige dieser Tiere in Deutschland und fingen an, sich auch außerhalb in Wildgewässern zu vermehren. Mittlerweile trifft man sie nahezu überall in Mittel- und Südeuropa und Afrika an, immer nur Weibchen und sie sind resistent gegen die Krebspest. Wissenschaftler haben nun herausgefunden, was um 1995 geschah. Etwa in diesem Jahr importierte ein Zierfischhändler die Art Procambarus fallax aus Florida. Diese paarten sich und irgendwo kam es zu einer Mutation im gesamten Genom: Der Krebs wurde triploid, das heißt, er hat drei statt der üblichen zwei Chromosomensätze. Zwei sind nahezu identisch, der dritte weicht deutlich von den beiden ab. Die Wissenschaftler vermuten, dass sich hier zwei Populationen kreuzten, die geographisch weit von einander getrennt waren und nur im Aquarium zusammenkamen.

Eines der Elterntiere gab eine Eizelle oder ein Spermium mit doppeltem Chromosomensatz bei der Paarung weiter, so ist das triploide Tier entstanden. Durch das sehr diverse Genom hat der so entstandene Marmorkrebs die Fähigkeit, unter sehr unterschiedlichen Wasserbedingungen zu überleben – ideal für den Aquarienhandel, katastrophal für die Umwelt.

 

In der EU ist der Handel, die Zucht, Weitergabe und das Freisetzen von Marmorkrebsen verboten. Dennoch sind sie in nahezu allen EU-Ländern verbreitet, nur in Belgien, Dänemark, Spanien und Portugal gibt es bisher keinen Hinweis. Hat man in diesen Ländern nicht ausreichend nachgesehen?

 

Quelle: Sci-Mag doi:10.1126/science.aat2188


Erneut Wolf-Nachwuchs in Schermbeck

Wolfwelpen
Wolfwelpen, aber im Zoo

 

Der WDR meldet, dass am 27. Juni und am 4. Juli in Hünxe (Kreis Wesel, Niederrhein) ein wenige Wochen altes Wolfsjunge nachgewiesen wurde. Vermutlich stammt das Jungtier von der bekannten wie umstrittenen Wölfin Gloria. Ihr 2020 geborenes Jungtier hat sich vor etwa einem Monat in Belgien sehen lassen, wo man die ersten Wölfe bereits erwartete.

Wo Gloria und ihr Partner aktuell sind, ist unbekannt. Das Landes-Umweltamt empfiehlt „Halterinnen und Haltern von Schafen, Ziegen und Gehegewild im Wolfsgebiet Schermbeck ihre Tiere mit geeigneten Zäunen wolfsabweisend zu sichern.“

 


Erstmals beobachtet: Schimpansen töten Gorillas

Schimpansen gelten als die -nach dem Menschen- aggressivsten Menschenaffen. Jetzt haben Wissenschaftler der Universität Osnabrück und des Max-Planck-Institutes für evolutionäre Anthropologie erstmals dokumentiert, wie eine große Schimpansengruppe im Loango-Nationalpark in Gabun gezielt Gorillas angegriffen hat.

Schimpanse
Schimpanse in einem Zoo

Die Wissenschaftler wollten eigentlich die innere Sozialstruktur einer etwa 45-köpfigen Schimpansengruppe beobachten. Die Schimpansen hatten zu den ebenfalls im Nationalpark lebenden Gorillas ein offenbar gutes Verhältnis. Die plötzlichen Angriffe der Schimpansen auf die Gorillas waren deshalb sehr unerwartet. „Zunächst hörten wir nur Schreie der Schimpansen und dachten, wir würden eine typische Begegnung zwischen benachbarten Schimpansen-Gemeinschaften beobachten. Doch dann hörten wir Brusttrommeln, ein Imponierverhalten, das charakteristisch für Gorillas ist, und stellten fest, dass die Schimpansen auf eine Gruppe von fünf Gorillas gestoßen waren“ berichtet Lara Southern vom MPI.

 

Die Forscher konnten zwei Kämpfe beobachten, bei denen die Schimpansen in einer großen Übermacht die Gorillas angriffen. Dabei waren jeweils 27 Schimpansen beteiligt, einmal eine fünfköpfige und einmal eine siebenköpfige Gorillagruppe anzugreifen. Die Gorillas versuchten zunächst, ihre Kinder zu verteidigen. Als sie unterlegen die Flucht ergriffen, konnten die Schimpansen zwei Gorillajunge entreißen und töten.

 

Die Ursache der Attacken ist unbekannt. Ob es sich um ein natürliches Verhalten handelt oder durch das dichte Zusammenleben von Waldelefanten, Gorillas und Schimpansen im Nationalpark entstanden ist, können die Forscher derzeit nur spekulieren.

 

Scientific Reports, doi: 10.1038/s41598-021-93829-x

Nature


Clevere Kakadus

Die Vögel australischer Städte sind für einen Europäer maximal exotisch. Heilige Ibisse stochern mit ihren langen, gebogenen Schnäbeln in Papierkörben, in Gartenbäumen brüten Kookaburras, Australische Elstern, die eher wie übergroße schwarz-weiße Beos aussehen, verfolgen Radfahrer und die hübschen Gelbhaubenkakadus können morgens ganz schön Radau machen.

 

Gelbhaubenkakadus
Gelbhaubenkakadus

 

Die Kakadus haben eine besondere Technik entwickelt, sich in Großstädten durchzuschlagen. Sie können voneinander durch Zuschauen lernen, wie man Mülltonnen öffnet. Das MPI für Verhaltensbiologie in Radolfzell hat dies näher erforscht und veröffentlicht. Ein Video zeigt einen solchen Vogel, wie er mit seinem Schnabel und einem Fuß, den schweren Deckel anhob. Dann lief er an der Seite entlang, um den Deckel umzudrehen und kam so an eine reiche Beute aus Essensresten.

2018 wurde der Trick nur in drei Gebieten beobachtet, 2019 bereits in 44. Dabei stellten die Forscher fest, dass es sich vor allem in benachbarte Gebiete ausbreitete. Sie folgerten daraus, dass sich die Vögel das Verhalten abschauen und es nicht genetisch bedingt ist.

Übrigens: nicht alle Kakadus öffnen Mülltonnen. Nur etwa 10% der Tiere zeigen dieses Verhalten. Die anderen warten, bis die Mülltonne offen ist und bedienen sich dann.


 

Neu beschrieben:


Kurz gemeldet

Rezent im Meer

  • Durch massive Lobbyarbeit hat Australien es geschafft, dass das Great Barrier Reef nicht auf die Liste der gefährdeten Welterbe-Stätten kommt.
    Das Riff ist durch eine Erhöhung der Wassertemperaturen, aber auch Nährstoffe und Schlamm aus dem Flüssen vom Land stark gefährdet und streckenweise bereits abgestorben.
    Die konservative Regierung Australiens setzt bei der Stromerzeugung nach wie vor fast ausschließlich auf heimische Steinkohle, Australien hat eine der höchsten CO2-Produktionen pro Einwohner.

Rezent im Süßwasser

  • Gras-, Marmor- und Silberkarpfen sind in einigen Staaten der USA ein großes ökologisches Problem. Sie werden von offiziellen Stellen bekämpft, auch die Bevölkerung wird dazu aufgerufen, gefangene Tiere nicht zurück zu setzen. Dort wurden sie oft aufgrund ihrer Herkunft als asiatische Karpfen zusammengefasst.
    Die Behörden wollen diesen Begriff nicht mehr verwenden, um die um sich greifenden, rassistischen Ansichten vieler US-Amerikaner gegenüber asiatischstämmigen Menschen nicht zu verstärken. Statt dessen sprechen sie nur von invasiven Karpfen.

Strandfunde

  • An der Südküste des Murray Firth sind drei Sowerby-Schnabelwale leider tot gestrandet. Von militärischer Aktivität (Aktiv-Sonar) ist nichts bekannt. Die Kadaver werden untersucht, möglicherweise auch präpariert.
  • Im Süden Israels wurde ein totes Pottwalkalb angeschwemmt. Es handelt sich um ein 4 m langes Weibchen, bei dem auch die Milchzähne noch nicht durchgebrochen sind. Pottwalfunde sind vor Israel sehr selten.
  • Im Norden Oregons ist ein dort seltener Opah oder Gotteslachs (Lampris guttatus) angeschwemmt worden. Das Tier war etwa 1 m lang und wog um die 45 kg. Dies ist der zweite Nachweis eines Opah in Oregon, der erste war ein Hochseefang 2009. Quelle: https://www.beachconnection.net/news/opah_orcoast071421.php
Opah Oregon
Dieser Opah wurde bei Gearhart in Oregon angeschwemmt. Foto: Seaside Aquarium

Rezent an Land

In der Wildnis von Alaska ist ein Mann offenbar eine Woche lang von einem Grizzlybären verfolgt worden, der ihn zuvor attackiert hatte. Mit viel Glück entdeckten die Retter der Küstenwache den Verletzten von einem Hubschrauber aus.

Die Einsatzkräfte fanden den etwa 60-jährigen Mann mit Verletzungen am Bein und am Oberkörper und brachten ihn nach Nome ins Krankenhaus. Die Wunden rührten nach Angaben des Verletzten von einem Bärenangriff her. Der Bär sei nach der Attacke eine ganze Woche lang nachts immer wieder zum Lager zurückgekehrt und habe ihn verfolgt.


 

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PRIMORDIA – Auf der Suche nach der vergessenen Welt

Als Ben Cartwright in sein elterliches Heim zurückkehrt, um den Tod seines Vaters zu betrauern, stößt er zufällig auf eine Reihe von kryptischen Briefen zwischen Arthur Conan Doyle und seinem Ur-Urgroßvater, welcher 1908 während einer Dschungelexpedition im Amazonas spurlos verschwand. Dieser Briefwechsel lässt den unglaublichen Schluss zu, dass die Expeditionen seines Ahnen dem berühmten Autor als Basis für seine fantastische Geschichte über eine vergessene Welt voller urzeitlicher Lebewesen diente. Ben stellt auf eigene Faust Nachforschungen an

 

PRIMORDIA – Auf der Suche nach der vergessenen Welt: Roman ist ein 2018 im Luzifer-Verlag erschienener Roman. Er hat 400 Seiten und ist als Paperback, Kindle und Hörbuch erschienen.

 

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Zu guter Letzt:

Hier sollte eigentlich ein Video der AFP zu sehen sein. Die Presseagentur AFP war aber der Meinung, dass ein Video, das ihnen vom Max-Planck-Institut (das komplett vom deutschen Steuerzahler finanziert wird) nur über ihren eigenen Youtube-Kanal zu sehen sein und nicht geteilt werden darf. Macht nichts. Sie sind nicht die einzigen, Live Science hat auch so etwas:

 

 

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