Kryptozoologische Presseschau 19/2021

Lesedauer: etwa 16 Minuten
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Einen wunderschönen Sonntag wünschen wir euch, liebe Leserinnen und Leser,

 

in den vergangenen 14 Tagen war vor allem bei den Hominiden einiges los, von alter DNA bis zur Nahrungsaufnahme bei Homo floresiensis steht so einiges auf dem Tablett.

 

Auch makro-kryptozoologisch ist wieder etwas dabei. Unglaublich aber wahr: Es gibt ein neues Bigfoot-Video, klar, deutlich, gutes Licht, halbwegs brauchbare Auflösung, nicht nur ein bewegliches Etwas, 300 m entfernt. Nein, die Bewegung ist im Detail erkennbar. Es gibt nur zwei Haken bei der Sache: Der Bigfoot ist halb von hinten gefilmt und das Video ist 1,5 Sekunden kurz. Genaueres zum Thema gibt’s unten.

 

Persönlich liegen einige harte Wochen hinter mir. Ein Familienmitglied ist ernsthaft erkrankt und liegt seit fast drei Wochen in der Klinik. Leider hat der Rest der Familie die tägliche Versorgung auf mich abgeschoben, nach dem Motto „Du hast doch Zeit“.

 

Zahlreiche andere Projekte und nicht zuletzt mein Brot-und-Butter-Job leiden darunter. Daher wird auch diese Woche die kryptozoologische Presseschau etwas kürzer ausfallen müssen, obwohl die Newsliste voll ist. Die nahezu 20 Meldungen über Erstbeschreibungen von Tierarten werden unter den Tisch fallen müssen. Ich sammle sie weiter und hoffe, sie gesammelt rausgeben zu können, wenn ich etwas mehr Zeit habe.

 

 

Viel Spaß beim Lesen und bleibt gesund!

 

Eurer

 

Tobias Möser

 

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Wie der Klimawandel unser Leben verändern wird

Deutschland 2050

Spätestens die Hitzesommer 2018 und 2019 sowie die auch 2020 anhaltende Trockenheit haben es deutlich gemacht: Der menschengemachte Klimawandel ist keine Bedrohung für die ferne Zukunft ferner Länder, der Klimawandel findet statt – hier und jetzt. Doch welche konkreten Auswirkungen wird er auf unser aller Leben in Deutschland haben? Selbst wenn es Deutschland und der Welt gelingen sollte, den Ausstoß von Treibhausgasen in den nächsten Jahrzehnten drastisch zu reduzieren – bereits jetzt steht fest: Das Klima in Deutschland verändert sich. Im Jahr 2050 wird es bei uns im Durchschnitt mindestens zwei Grad Celsius wärmer sein. Was sind die praktischen Konsequenzen dieses Temperaturanstiegs? Wie wird unser Leben in Deutschland in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts konkret aussehen, wenn es immer heißer, trockener und stürmischer wird?

 

Welche Anpassungen werden nötig und möglich sein? In ihrem neuen Buch geben die Autoren Nick Reimer und Toralf Staud konkrete Antworten auf die Frage, wie der Klimawandel uns in Deutschland treffen wird. Auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse aus zahlreichen Forschungsfeldern schildern sie, wie wir in dreißig Jahren arbeiten, essen, wirtschaften und Urlaub machen.

 

Deutschland 2050: Wie der Klimawandel unser Leben verändern wird ist brandaktuell im Mai 2021 erschienen und belegt seit dem einen der ersten Plätze auf diversen Bestsellerlisten. Die eindrucksvolle Zeitreise in die Zukunft hat 384 Seiten und ist als Paperback sowie für den Kindle erhältlich.

 

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Die Meldungen im Einzelnen:

IUCN: 40.000 Tierarten vom Aussterben bedroht

Die Weltnaturschutzunion IUCN hat ihre „Rote Liste“ überarbeitet. Die neuste Ausgabe, die in Marseille präsentiert wurde, umfasst 140.000 Arten. Davon sind 40.000 bereits „vom Aussterben bedroht“. Der Verlust der Lebensräume durch die Ausbreitung des Menschen, aber auch den menschengemachten Klimawandel ist die größte Bedrohung.

Wenn dieser Trend anhält, so werden in wenigen Jahren ein Viertel aller Tier- und Pflanzenarten verschwinden. Dies betrifft mittlerweile auch Schlüsselarten für ganze Regionen. Ein Zusammenbruch ökologischer Systeme ist zu erwarten.

 

Gus Speth
Fazit von vielen Jahren Arbeit für Umwelt und Lebensräumen von James Gustave Speth, US-amerikanischer Umweltanwalt und Diplomat

 

Greifvögel, Eulen und Falken besonders gefährdet

In die gleiche Kerbe schlägt eine Studie, die in den PNAS veröffentlicht wurde. Sie sieht 166 der 557 Raubvogelarten (normalerweise verwende ich diesen Begriff nicht, hier fassten die Autoren die Gruppen der Greifvögel, Falken und Eulen zusammen) in ihrem Bestand bedroht.

 

Besonders problematisch ist die Zerstörung der Lebensräume sowie die Belastung der Umwelt mit Schadstoffen. In Asien sterben ganze Geierpopulationen, weil Tierfreunde in Indien das Schmerzmittel Diclofenac an Kühe verabreichen, die unter Altersgebrechen leiden. Die wichtigste Schutzmaßnahme sei die Konzentration auf bereits bestehende Schutzgebiete, so die Wissenschaftler. „Das Schicksal aller Raubvögel im Besonderen und der biologischen Vielfalt im Allgemeinen hängt von unseren Schutzmaßnahmen in den nächsten zwei Jahrzehnten ab“, schreiben die Wissenschaftler.

 

Riesenseeadler
Riesen-Seeadler

 

Eine Besonderheit bei den „Raubvögeln“ ist, dass viele Arten nur ein sehr begrenztes Verbreitungsgebiet haben und oft nur in einem einzigen Land vorkommen.

 

NABU fordert ein „Notprogramm für die Natur“

Auch der in Deutschland umtriebige NABU fordert ein „Notprogramm für die Natur“. „Biodiversität muss endlich ein politisches Schwerpunktthema werden“, forderte NABU-Präsident Jörg-Andreas. In Deutschland seien die wichtigsten Ursachen Flächenfraß, industrielle Landwirtschaft und Umweltverschmutzung. Eine der in Deutschland bekanntesten, akut vom Aussterben bedrohten Arten ist der Feldhamster, aber auch die Würfelnatter und die Bayerische Kurzohrmaus. Letztere ist bereits als verschollen eingestuft.

 

Würfelnatter
Eine Würfelnatter, die ein Anwohner in einem Haus gefangen hatte

 

Der NABU fordert nicht weniger als einen „nationalen Renaturierungsplan“, der sicherstellen soll, dass sich die Natur auf mindestens 15% der Landes- und Meeresflächen erholen kann. So sollen Landwirte dafür bezahlt werden, 10% ihrer Flächen als nicht-bewirtschaftete Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen zur Verfügung zu stellen. Ebenso will der NABU 10% der Wälder unter Komplett-Schutz stellen und einen 10 m breiten Randstreifen an allen Gewässern, der nicht mit Pestiziden und Düngemitteln behandelt werden darf.

Der NABU weist dabei auf ein europäisches Ziel hin, bis Ende dieses Jahrzehnts 30% der Land- und Meeresflächen Europas unter Schutz zu stellen, davon 10% mit besonderem Vorrang.


Taxonomen verzweifelt gesucht

Ein Taxonom ist ein Wissenschaftler, der sich mit Arten auskennt. Er weiß, worin sich einzelne ähnliche Arten unterscheiden, welche Merkmale Artengruppen zusammenhalten und trennen. Er kann Arten bestimmen, die in keinem Bestimmungsbuch stehen.
Wie viele Arten (siehe unten) ist der Taxonom selber vom Aussterben bedroht. Grund hierfür ist eine Wissenschaftspolitik, die auf zeitgemäße Highlights setzt(e) und die Grundlagenforschung, ja sogar die Grundlagenkenntnis verkannte. Die Arbeitsgruppen und Institute für spezielle Zoologie und Botanik wurden geschlossen, die Museen ausgehungert, junge Wissenschaftler seit 30 und mehr Jahren in die Labors geprügelt: Genetik ist in, Biochemie ist gerade noch akzeptabel. Die Arbeit mit Museumsexemplaren, Artenlisten, Bestimmungstabellen ist so old fashioned, das zu fördern ist für Politiker kaum attraktiv.

 

Wissenschaftliche Käfersammlung
Wissenschaftliche Sammlungen sind kein Selbstzweck, sondern ein Speicher von Wissen

 

Jetzt stellt man „auf einmal“ fest, dass die Biodiversitätskrise, also das 6. große Aussterbeereignis gar nicht mehr qualifiziert dokumentiert werden kann, weil niemand mehr die Arten (er)kennt, die aussterben. Zwei ganze Generationen von jungen Biologen wurden in die Labors geprügelt („nur da gibt’s Geld und Stellen“), jetzt sind die wenigen Taxonomen alte Herren und in seltenen Fällen auch alte Damen, oft bereits im Ruhestand. Sie bestimmen die Tiere aus Sammlungen häufig ehrenamtlich, weil es weder Nachwuchs noch Stellen für den Nachwuchs gibt. Auf einmal fehlt die Grundlage der Forschung:

Genetische und biochemische Erkenntnisse sind nutzlos, wenn man sie nicht zuordnen kann

Was nützt es zu wissen, dass das Gift einer einzelnen Kegelschneckenart für Schmerztherapien sehr wertvoll sein kann, wenn niemand diese Art von nahe verwandten Arten mit anderen Giften unterscheiden kann?

 

Wenn eine möglicherweise invasive Art aus dem Ausland kommt und vom Biologischen Dienst am Hafen oder Flughafen entdeckt wird, nützt dies nur etwas, wenn jemand da ist, der die Art bestimmen kann. Erst danach kann man abschätzen, ob von ihr eine Gefahr ausgeht.

Museum Koenig
Das Museum Koenig in Bonn – Naturkundemuseen waren seit Schaffung der Taxonomie Kompetenzzentren hierfür.

Die Politik tut jetzt das, was Politiker immer tun: Man richtet Kompetenzzentren ein. Die Uni Hohenheim bekommt ein solches, ein weiteres entsteht in Karlsruhe. Beide agieren gemeinsam mit den Naturkundemuseen.

Dieser Aktionismus wäre gar nicht notwendig. Es hätte gereicht, an den großen Naturkundemuseen und auch den Regionalmuseen die zusammengelegten und gestrichenen Kuratorenposten neu zu schaffen und fehlende Assistenten wieder einzustellen.


Erste menschliche DNA aus der asiatischen Migrationsroute entdeckt

Prähistorische DNA ist aktuell so etwas wie ein Key-Feature der Evolutionsforschung. Um so unangenehmer ist, dass sie gerade in den Tropen, in denen besonders hohe Biodiversität herrscht, kaum erhalten bleibt.

Künstlerische Darstellung des Denisova-Hominiden
Eine junge Denisova-Frau mit etwas abwertendem Blick. (Image: Maayan Harel)

So auch in der südostasiatischen Inselwelt. Die Inseln und die Wanderbewegung von Urmenschen sind besonders interessant, da sich hier möglicherweise zahlreiche Inselformen gebildet haben. Homo floresiensis, der Flores-Hobbit, Homo luzonensis, der Philippinen-Zwergmensch und die Fossilien des Meganthropus sind nur einige Beispiele. Kryptozoologisch könnte der Orang Pendek ebenfalls hierzu gehören. Ebenso hat die Besiedlung Neuguineas und Australiens sowie der Polynesischen Inseln hier ihren Ursprung.

 

Jetzt haben Forscher erstmals DNA aus einem 7000 Jahre alten Skelett eines Teenagers aus einer Jäger-und-Sammler-Kultur auf Sulawesi extrahieren können. Die etwa 18 Jahre alte Frau war 2015 in einer Kalkhöhle in Sulawesi entdeckt worden. Die junge Frau könnte dem elusiven Volg der Toalea angehören, die nur durch einige wenige archäologische Funde belegt sind. Neben dem Skelett hat man Toalea-typische Steinwerkzeuge gefunden, ein starker Hinweis auf die Identität der Frau.

Sulawesi
Sulawesi hatte eine zentrale Rolle auf der möglichen „Nordroute“ bei der Besiedlung der Länder weiter im Osten

Das Genom der 18jährigen legt eine gleichwertige Verwandtschaft zu den heutigen Ureinwohnern Neuguineas und Australiens. Das wiederum lässt die Wissenschaftler vermuten, dass sich ihre Linie vor etwa 37000 Jahren von der des gemeinsamen Ursprungs der Aboriginals und der Neugunieer getrennt hat. Es ist möglich, dass die Urahnen der Dame Teil der Ausbreitungsbewegung über Sulawesi nach Australien waren, jedoch ihre eigene Linie auf der Insel Sulawesi verblieb.
Ebenso enthält ihr Genom Teile von Denisova-DNA. Diese Menschenart lebte von etwa 500.000 bis 30.000 Jahren im Bereich zwischen Sibirien und Tibet, möglicherweise war sie aber noch weiter verbreitet.

 

Quelle: doi: https://doi.org/10.1038/d41586-021-02319-7


Australischen Buckelwalen geht es gut

„Australische Wale vermehren sich wie die Kaninchen“ titelte der Economist bereits am 29. Mai diesen Jahres. Er bezieht sich dabei auf Buckelwale die in Sichtweite der australischen Metropole an der Ostküste des Kontinentes wandern. Mittlerweile sind es alleine in ostaustralischen Gewässern 40.000 Tiere.
Nachdem die Tiere 200 Jahre lang industriell bejagt wurden, waren in den ostaustralischen Meeren kaum 200 Buckelwale übrig geblieben.

 

Buckelwale
Zwei Buckelwale

 

Es könnte sein, dass die Buckelwale in Australien damit von der Liste bedrohter Arten gestrichen werden. Ob und welche Konsequenzen das für die Tiere hat, ist unklar. Sie sind durch weitere Gesetze streng geschützt.

 

Quelle: The Economist


Biofluoreszenz beim Tasmanischen Teufel nachgewiesen

UV-Teufel
Schaurig-schön: Tasmanischer Teufel im UV-Licht. Foto: Jake Schoen, Toledo Zoo Conservation Technician

Fluoreszenz ist die Eigenschaft eines Materials, unsichtbares UV-Licht in sichtbares Licht umzuwandeln. Dies ist vor allem von einigen Mineralien bekannt, aber auch für einige Tiere wie Skorpione galt es als typisch. Per Zufall wurde vor Kurzem entdeckt, dass das Fell von Schnabeltieren unter UV-Licht leuchtet. Nach und nach folgen nun Publikationen über weitere UV-aktive Säugtiere.

 

So auch der Tasmanische Teufel, der größte rezente Raubbeutler.  Mitarbeiter des Toledo-Zoos haben diese schaurig-schöne Eigenschaft dokumentiert.

 

Quelle: Earthly Mission


Neues Bigfoot-Video aufgetaucht

Im Internet kursiert seit etwa 14 Tagen ein neues angebliches Bigfoot-Video. Es zeigt eine große, zweibeinige Kreatur, die durch die Wildnis spaziert. Sie ist scheinbar mit Haaren bedeckt und geht zwischen einzelnen Büschen über eine Lichtung im Wald. Äußerlich hat sie große Ähnlichkeit mit dem Wesen aus dem berühmten Patterson-Gimlin-Film, auch ihr Gang ist ähnlich.

Bemerkenswert ist, dass die Kreatur sehr nahe zu sein scheint. Auch die Größe des Wesens ist beeindruckend.

Patty
„Patty“, das Wesen im Patterson & Gimlin-Film, 1967 konnte nie falsifiziert werden – und ist eine Ikone der US-Kryptozoologie.

Über den Ursprung des Filmes ist so gut wie nichts bekannt. Es soll aus Idaho stammen.

 

Für die einen ist es ein starker Beleg für die Existenz des Bigfoots, denn die Ähnlichkeit mit dem Wesen aus dem Patterson-Gimlin-Film (der gemeinhin als Gold-Standard gilt), ist unübersehbar.

Für die anderen handelt es sich um ein Fake, auch wenn bisher an den Bildern nichts nachgewiesen werden konnte. Tim Binnall von Coast-to-Coast AM fragt zurecht, wieso es im Film einige Unterbrechungen gibt und wieso der Filmer so eine interessante Szene bereits nach 1,5 Sekunden abbricht.

NvTv hat hier ein 10,5-minütiges Video draus gemacht, ich hatte noch nicht die Nerven, es zu gucken:

 

 

 

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Das Geheimnis von Tunguska

Schamanenfeuer (Roman)

Sommer 2008. Hundert Jahre sind vergangen, seit in Sibirien beim Fluß Tunguska eine gigantische Explosion stattgefunden hat. Der Auslöser dieser Naturkatastrophe ist immer noch ein Geheimnis. Viktoria Vanderberg, eine deutsche Wissenschaftlerin, versucht während einer Expedition dem Rätsel auf die Spur zu kommen. Hat es sich tatsächlich um den Einschlag eines Meteoriten gehandelt? Als sie während der Nachforschungen verunglückt, wird sie von einem geheimnisvollen Mann gerettet. Leonid verspricht Viktoria, ihr bei ihren Nachforschungen zu helfen. Er erhofft sich dabei selbst neue Erkenntnisse über seine schamanischen Wurzeln.

 

Leonids uralte Großmutter beschwört die beiden, ihre Untersuchungen einzustellen: Geister und böse Schamanen seien am Werk. Als es zu einer Serie von ungeklärten Todesfällen kommt, scheinen diese Prophezeiungen sich zu erfüllen. Doch Viktoria gibt nicht auf. Und sie begreift, dass Leonid den Schlüssel zu einer Wahrheit besitzt, die weitaus geheimnisvoller ist als ein Meteoriteneinschlag.

 

Schamanenfeuer. Das Geheimnis von Tunguska läuft als Hörbuch fesselnde 17 Stunden und 55 Minuten, in denen es keinesfalls langweilig wird. Als Taschenbuch hat es 496 Seiten, ist aber auch für den Kindle erhältlich.

 

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Neue Studie zum Kauverhalten des Homo floresiensis

Homo floresiensis-Schädel
Schädel des Homo floresiensis (Exemplar LB 1), keine Spur von affenartigen Eckzähnen

Die Ernährungsbiomechanik von Homo floresiensis, ähnelte sehr den Mustern, die bei modernen Menschen beobachtet werden. Zu dem Schluss kommt eine Studie unter der Leitung von Dr. Justin Ledogar von der Duke University.

 

Um dies genauer zu untersuchen, verwendeten Ledogar und Kollegen aus Italien und den USA ein virtuelles 3D-Modell des Schädels des als „Hobbit“ bekannten Hominiden.

 

Wer mehr wissen will, kann sich den Artikel bei SciNews oder die Originalarbeit ansehen.


Kurz gemeldet

Rezent im Meer

Niederlande: Dutzende tote Schweinswale gestrandet

 

An den Inseln des niederländischen Wattenmeeres sind in den letzten Tagen Dutzende toter Schweinswale angeschwemmt worden. Die Kadaver sind nach Angaben der Tierschutzorganisation SOS Dolphin alle ähnlich stark verwest. Experten gehen davon aus, dass die Tiere im Meer verendeten und dann ans Ufer getrieben wurden.

Mitarbeiter der Uni in Utrecht sollen den Gesundheitszustand und den Mageninhalt der Tiere untersuchen. Bisher ist noch keine Ursache bekannt. Sowohl das gefürchtete Morbillivirus als auch Arbeiten an Windparks im Wattenmeer oder die Beseitigung alter Munition könnten den Tod der Tiere verursacht haben.

 

Japan: Weiter Jagd auf Delfine

In Japan hat die traditionelle Delfin-Jagdsaison begonnen. Jedoch ist seit dem vergangenen Jahr die Zahl der gejagten Delfine und Kleinwale stark zurück gegangen. Das Fleisch der Tiere wird kaum noch konsumiert, die Jagd ist nur noch rentabel, wenn Jungtiere für die Haltung in Delfinarien gefangen werden, so Pro Wildlife.

Wollen wir hoffen, dass diese Tradition mangels Bedarfs stirbt.

 

Tümmler „Spirtle“ ist Mutter geworden

Spirtle ist Mitglied der Großen Tümmler-Gruppe im Muray Firth in Schottland. Diese Gruppe ist die nördlichste stationäre Gruppe der Großen Tümmler und zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Größe der Individuen aus.
Spirtle zog sich 2016 einen massiven Sonnenbrand zu, als sie 24 h im Comarty Firth gestrandet war. Jetzt zeichnet sie sich durch eine riesige, gezackte, weiße Narbe an der rechten Körperseite aus. Das wiederum macht die Identifikation einfach. So war es für Delfinbeobachter auf einem Whale-Watching-Boot einfach, festzustellen, dass sie ein Kalb begleitet.

 

Quelle: BBC


Rezent an Land

„Goldener“ Andenbär in Peru entdeckt

Goldener Brillenbär
Der goldene Brillenbär (Foto: Michael Tweddle)

 

„Goldene Bären“ sind unter anderem als Variante des Schwarz- und Braunbären bekannt. Bei ihnen fällt das Fell sehr hell aus, so dass sie hellbraun bis zimtfarben wirken. Mitglieder der Unis in Göteborg und Halle-Wittenberg sowie Stony Brook haben in Peru bei Studien zur Population der gefährdeten Andenbären ein solches Exemplar beobachtet und fotografieren können.

 

Kommentar: Ich wurde aufmerksam gemacht, dass der früher in Deutschland gebräuchliche Name „Brillenbär“ für diese Art nicht mehr verwendet werden soll. Siehe Kommentar am Ende der Meldung. Danke für den Hinweis!

 

Kenia: mehr Wildtiere als erwartet

Giraffengruppe am Lake Nakuru, Kenia
Giraffengruppe im Lake Nakuru-Nationalpark in Kenia

 

Kenia hat die Zeit der coronabedingten Tourismuspause unter anderem dafür genutzt, seine Wildtiere zu zählen. Der Direktor der kenianischen Wildtierschutzbehörde, John Waweru kann sich über teils deutliche Zuwächse freuen. Sogar die von Wilderei aktuell besonders bedrohten Giraffen haben sich vermehrt: Fast 35.000 von ihnen gibt es in Kenia, 10.000 mehr als vor zwei Jahren.

 

Der 132-seitige Bericht des Ministeriums für Wildlife und Tourismus kann hier herunter geladen werden.

 

New York: Puma aus Wohnungshaltung befreit

Einen Puma als Mitbewohner in einer Mietwohnung zu halten, ist nicht unbedingt eine clevere Idee. Das wurde auch einem New Yorker nach einigen Wochen klar und er meldete sich bei den Behörden. Mitarbeiter von Tierschutzorganisationen, Polizisten und Zoo-Mitarbeiter konnten das 11 Monate alte und etwa 30 Kilo schwere Tier sicher in den Bronx-Zoo bringen. Dort wird es zunächst betreut, bis es in eine Auffangstation Turpentine Creek im US-Staat Arkansas kommt.

 

Möwe klaut Golfball- mitten im Turnier

Bei den Women’s British Open im schottischen Carnoustie sorgt eine Möwe für Aufsehen. Kurz nach dem Schlag der Schwedin Madelene Sagstrom klaut der Vogel den Golfball vom Fairway und treibt ihn vergnügt vor sich her.

 

Die Redaktion ist sicher, wenn man nur lange genug in den Golf-Regeln sucht, findet man eine Passage, die genau beschreibt, wie in diesem Fall vorzugehen und zu werten ist.

 


 

 

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Warum Eidechsen Liegestütze machen

Warum ist Gähnen ansteckend? Wachsen Fingernägel schneller als Zehennägel und wenn ja, warum? Gibt es Bigfoot wirklich? Diese und weitere Fragen beantwortet der kanadische Populärwissenschaftler und Fernsehmoderator Jay Ingram allgemein verständlich und mit viel Witz ohne dabei die Fakten außen vor zu lassen. Ergänzt durch humorvolle Illustrationen wird die Wissensvermittlung hier nicht zur staubtrockenen Angelegenheit, sondern zu Infotainment im besten Sinne des Wortes.

 

Wissenschaftlich korrekte Antworten auf Fragen, die uns täglich begegnen ist 2017 im Plassen-Verlag erschienen und hat 272 Seiten. Es ist als Taschenbuch und für den Kindle erhältlich.

 

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Zu guter Letzt:

mal wieder was aus dem Wasser: Weiße Haie, Walhaie und Cuvier-Schnabelwale vor Guadeloupe

 

 

 

 

 

One Reply to “Kryptozoologische Presseschau 19/2021”

  1. Hinweis: Seit ungefähr 2000 wird die einzige südamerikanische Bärenart in allen Sprachen Andenbär (bzw. Andean bear) genannt. Der alte Name wurde zugunsten des conservationsbiologisch vorteilhafteren Namen verworfen. Dies ist insbesondere nachvollziehbar als die „typische“ Brillenzeichnung nur bei einer kleinen bolivianischen Population durchweg vorkommt.

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