Kryptozoologische Presseschau 23/2020

Lesedauer: etwa 14 Minuten
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Liebe Leserinnen und Leser,

 

wie immer montags gibt es auch diese Woche die kryptozoologische Presseschau. Diese Woche gibt es ein paar skurrile Meldungen. Die wichtigste Botschaft dürften aber ein drei Jungs in Bolivien gelernt haben. Sie fanden beim Ziegenhüten eine Spinne mit rotschwarzer Zeichnung, die sie an Spiderman erinnerte. Da war natürlich die Versuchung groß, Spiderman’s Fähigkeiten selber zu erlangen, wie im Film mit einem Spinnenbiss. Sie ärgerten die Spinne, vermutlich eine Chilenische Witwe, so lange mit einem Zweig, bis die Spinne schließlich zubiss – alle drei.

 

Dummerweise fehlte ein zweiter Faktor, der aus den Jungs Spidermen werden ließ. Statt dessen mutierten sie zu Patienten im Kinderkrankenhaus von La Paz und entwickelten statt Superfähigkeiten nur Fieber, Schüttelfrost und Muskelschmerzen. Mit etwas Glück blieb auch eine Botschaft hängen wie „Superhelden tragen Kittel, keine Strampelanzüge mit Umhang“.

 

Die zweite skurrile Meldung hat noch mehr seltsame Parameter: ein Pornostar, ein toter Fotograf – und eine Kröte. Wie es zu dieser Mischung kam: siehe unten.

 

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen, einen schönen Feiertag und bleibt gesund!

 

Eurer / Ihr

 

Tobias Möser


Atlas der Fabelwesen: Sagen, Legenden, Mythen aus aller Welt

Von Griechenland bis China – wunderbar illustrierte Landkarten zeigen, wo mythische Wesen in aller Welt zuhause sind

 

Wo leben die Helden der Mythen und Legenden? Der „Atlas der Fabelwesen“ mit den spektakulären Kartenillustrationen von Stuart Hill eröffnet Kindern die ganze Welt der Selkies, Trolle, Riesen, Zentauren und Chimären, verpackt in einer spannenden Detektivgeschichte: In einer verstaubten Bibliothek wird ein sehr alter Atlas entdeckt. Er zeigt, wo Fabelwesen aus Legenden, Sagen und Mythen auf allen Kontinenten gefunden werden können.

 

Der Atlas der Fabelwesen ist im Oktober 2018 bei Prestel als gebundenes Buch erschienen und hat 64 Seiten. Es wird für Kinder ab 8 Jahre empfohlen.


 


Krefeld: Pläne für neues Affengelände vorgestellt

Das Menschenaffenhaus im Zoo Krefeld ist zum Jahreswechsel 2019/2020 abgebrannt, mit ihm sind mehr als 50 Tiere gestorben. Wir berichteten.

Orangutan Lea-Suria
Die ganze Orang-Utan-Gruppe um Lea-Suria ist Opfer der Flammen geworden (Foto: Zoo Krefeld)

Der Zoo Krefeld hat am Donnerstag, 4.6.2020 die neuen Pläne für die Zukunft seiner Menschenaffenhaltung der Öffentlichkeit vorgestellt. So soll kein zentrales Affenhaus mehr entstehen, sondern einzelne Gebäude für die unterschiedlichen Menschenaffen. In das Gelände wird dann der bereits bestehende Gorillagarten integriert und erweitert. So wollen die Krefelder Platz für die modernste Haltung von etwa 40 Menschenaffen sowie weiteren kleineren Tieren schaffen.

Die Gesamtkosten des Projekts schätzte Zoodirektor Wolfgang Dreßen auf mindestens 20 Millionen Euro. Man wolle das Gelände Schritt für Schritt errichten. Der erste Bauabschnitt soll spätestens in fünf Jahren fertig sein.

 

Die beiden Schimpansen, die das Inferno im Affentropenhaus überlebt haben, werden den Zoo bis Ende des Jahres verlassen. Schimpansen leben üblicherweise in Gruppen und genau das ist in Krefeld derzeit nicht möglich. Wohin die Tiere gehen, ist noch nicht bekannt.

 

Weitere Infos: WDR


Ursachen des Grauwalsterbens gefunden?

 

gestrandeter Grauwal
Mitarbeiter der Fisheries and Oceans Canada vermessen einen gestrandeten Grauwalkadaver, Mai 2020

Das Hakai-Magazin berichtet am 5.6.2020, dass die meisten Grauwale, die im letzten Jahr entlang der nordamerikanischen Westküste tot angeschwemmt wurden, untersucht worden sind. 215 Tiere waren das und sicher sind sie nur ein Teil der tatsächlich gestorbenen Wale. Die ersten Beobachter fragen sich, ob die Art nicht Opfer ihres eigenen Erfolges wurde und die Tiere nicht mehr genug Nahrung finden.

 

40% der Tiere waren erwachsen, 46% subadult, 11% waren Einjährige und 3% Kälber. Wissenschaftler haben 50 Tiere näher untersucht und die Todesursache festgestellt. 19 Tiere wurden von Orcas getötet, vor allem in Alaska. Acht weitere Tiere zeigten Anzeichen von Orca-Attacken. Zehn Tiere, vor allem in Kalifornien, hatten Verletzungen von Kollisionen mit Schiffen oder Propellern. Ein Tier hatte sich in Seilen oder Netzen verfangen, der Rest der Tode bleibt unklar.

 

Für 89 der 215 gestrandeten Wale konnten die Wissenschaftler die Fitness feststellen: 29 waren abgemagert, 38 dünn, nur 22 waren in durchschnittlicher bis guter Verfassung. Grauwale haben typischerweise auf der Nordwanderung wenig Fettreserven, aber in den letzten Jahren wurden die Tiere immer dünner. Etwa die Hälfte der lebenden Tiere zeigte in Mexiko Anzeichen von Mangelernährung.

 

Hier wirkt sich die Erderwärmung direkt aus: In der Bering und Tschuktschensee leben Algen auf der Unterseite des Meereises. Sie düngen den Meeresboden und liefern damit Nährstoffe für die Wirbellosen, die Grauwale fressen. Die Grauwale finden weniger zu fressen, müssen weiter wandern und teils in unbekannte Gebiete ziehen. Zeitgleich wandern auch Orcas verstärkt in die arktischen Gewässer ein. Weitere Bedrohungen bei der Arealerweiterung können unbekannte Pathogene und Toxine sein.

 

Den ganzen Bericht mit weiteren Informationen gib es beim Hakai-Magazin online.

 


Rückenschwimmender Weißhai gefilmt

Weißer Hai auf dem Rücken
Screenshot des Videos, kurz bevor sich der Hai wieder umdreht (Fox News)

Während eines Käfigtauchganges mit Weißen Haien in Australien beobachtete eine Gruppe Touristen ein ungewöhnliches Verhalten der Tiere. Ein etwa 3,5 m langer weiblicher Weißhai hielt sich einige Stunden in der Nähe der Tauchkäfige auf. Ein Video zeigt, wie das Tier mehrere Sekunden auf dem Rücken schwamm.

„Der Hai hatte das Boot mit dem Maul untersucht und ist dabei unabsichtlich auf dem Rücken gelandet. Dieser Vorgang kann Haie beinahe paralysieren“ sagt Molly Zaleski, Meeresbiologin dem Blog IFL science. „Haie und einige andere Tiere zeigen eine „tonische Immobilität“, wenn sie auf den Rücken gedreht werden. Sie sind dann kurz inaktiv.“

 

Bei Betrachtung des Videos auf Fox News teilt die Redaktion diese Ansichten.


Blaue Landkrabben in Miami unterwegs

Normalerweise hocken die Blauen Landkrabben in Florida tagsüber in ihren Bauten und gehen nachts Krabbendingen nach. Sie fallen kaum auf – es sei denn, es hat einen sehr starken Regen gegeben, der die Bauten überschwemmt. Dies ist jetzt passiert, tausende von Landkrabben sind auf dem Weg, sich eine neue Bleibe zu suchen. Dabei kennen sie keine Freunde und keine Feinde, Hinterhöfe, Wohnungseingänge, Gärten, alles wird durchsucht.

Blaue Landkrabbe
Die weltatlantische Blaue Landkrabbe kommt in Florida in großer Zahl vor.

Die Florida Fish and Wildlife Conservation Commission wies im Zusammenhang mit dem Massenauftreten auf gesetzliche Regularien hin. Blaue Landkrabben sind essbar, das Fleisch der Beine und Scheren gilt als Delikatesse. Aber die „Sammelsaison“ erstreckt sich nur von Anfang November bis zum 30. Juni. „Wenn Sie Ihre Krabbenrezepte ausprobieren wollen, beeilen Sie sich!“ schlägt der Miami Herald vor.


Aga-Kröten werden zum Problem in Florida

Der feuchte Frühling und Sommer, der die blauen Landkrabben auf Wanderschaft schickt, ist für eine andere Tierart in Florida nahezu ideal. Die eingeführte Aga-Kröte kann sich massenhaft vermehren.

Normalerweise fallen die Tiere kaum auf, aber im Moment kommen sie in großer Zahl in die Gärten – dort treffen sie auf Hunde und Katzen, für die das Gift der Aga-Kröte tödlich sein kann.

Aga-Kröte
Die Aga-Kröte ist eines der weltweit problematischsten Neozoen

Aga-Kröten sind in vielen tropischen Teilen der Welt ein großes ökologisches Problem. Sie gehören zu den größten Froschlurchen und ernähren sich auch von anderen Amphibien, Reptilien und anderen Kleintieren. Gleichzeitig sind sie durch ihr starkes Gift gut vor Fressfeinden geschützt.


Wo wir gerade bei Kröten sind…

Spanischer Pornostar verhaftet – er soll einen Fotografen mit Krötengift getötet haben

Der spanische Pornodarsteller und -produzente Nacho Vidal wurde im südöstlichen Valencia verhaftet. Der Vorwurf: Bei einem Ritual, das die Inhalation des Giftes der Coloradokröte Bufo alvarius beinhaltet, soll der Modefotograf José Luis Abad zu Tode gekommen sein. 

Zwei wichtige Bestandteile des Giftes der Bufo alvarius können angeblich spirituelle Erlebnisse hervorrufen. Rituell werden sie vor, während und nach dem Entzug harter Drogen verwendet, ohne dass hier eine medizinische Wirkung über ein kurzes, intensives High hinaus nachgewiesen werden kann.

Colorado-Kröte
Sieht eigentlich ziemlich normal aus: die Colorado -Kröte

Die Haut der Coloradokröte Bufo alvarius sondert Bufotoxin und 5-Methoxy-N,N-dimethyltryptamin ab. Bufotoxin ist ein psychedelisch und halluzinogen wirkendes Tryptamin-Alkaloid, es findet sich bei zahlreichen Kröten und wird rituell gebraucht. In der Regel wird das Hautgift der Kröten geraucht oder verdampft eingeatmet.
5-Methoxy-N,N-dimethyltryptamin ist ebenfalls psychedelisch und halluzinogen. Da die Einzelwirkung beider Substanzen nur unzureichend erforscht ist, kann über das Zusammenwirken nichts ausgesagt werden.
Im Krötengift kommen beide Substanzen in Kombination mit weiteren Giften vor, unter anderem Herzgiften. Diese könnten im Fall von Abad zum Tod beigetragen haben.

 

Quelle: IFLScience


Dimitrij Bayanov ist tot

Der russische Hominologe Dimitrij Bayanov verstarb vergangene Woche in Moskau an Herzversagen.

 

Dimitirj Bayanov
Dimitrij Bayanov (Bild: Loren Coleman)

Bayanov war lange Jahre wissenschaftlicher Direktor des International Center of Hominology. Sein Arbeitsschwerpunkt lag bei den „Relikthominiden“, einer Theorie, die hauptsächlich von ihm entwickelt wurde. Er ging davon aus, dass rezente Beobachtungen von unbekannten Hominiden auf Reliktpopulationen von Hominiden zurückgehen, die als ausgestorben gelten.
In diesem Rahmen befasste er sich unter anderem mit dem Alma und dem Bigfoot. Unter anderem nahm er an der Expedition von Marie-Jeanne Koffmann in den Kaukasus, auf der Suche nach dem Alma teil.

 

1982 wurde Bayanov Gründungsmitglied der International Society of Cryptozoology und blieb bis 1992 einer ihrer Leiter.

Als Wissenschaftler konnte Bayanov auch schon vor 1990 Kontakte mit westlichen Kryptozoologen knüpfen, was er intensiv getan hat. Einige seiner Bücher wurden ins Englische übersetzt, wo sie auch viel Erfolg hatten.

Dimitrij Bayanov starb am 1. Juni 2020 im Alter von 88 Jahren in Moskau an Herzversagen.

Den Nachruf von Loren Coleman kann man hier finden. 

 


Neu beschrieben:

  • Aus den Küstensümpfen der malayischen Halbinsel wurde eine neue Art der Keilfleckbärblinge beschrieben. Den Fotos nach ist Trigonostigma truncata bereits mehrfach unerkannt für die Aquaristik importiert worden. In der Originalarbeit stellen die Autoren alle bekannten Arten der Keilfleckbärblinge fotografisch dar und offenbaren so die Unterschiede. Link zum Blog novotaxa

 

Birding für Ahnungslose

Birding liegt voll im Trend. Kein Wunder, denn kaum ein anderes Hobby bietet solche Möglichkeiten, die Natur ohne großen Aufwand intensiv zu erleben. Damit der Einstieg mühelos gelingt und von Anfang an Spaß macht, hat Véro Mischitz das Thema unkonventionell angepackt: Mit lockerem Zeichenstift, Charme und Witz.

Wann und wo kann ich Vögel beobachten und welche Ausrüstung ist die Beste? Welcher Vogel ist das, wie lebt und singt er? Wie kann ich Vogelgruppen unterscheiden und bestimmen?

 

Birding für Ahnungslose ist bei Franckh Kosmos im September 2019 als Taschenbuch erschienen und hat 128 Seiten voller Humor und voller Vögel.

 


Kurz gemeldet:

Rezent

  • Der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) hat erstmals eine Erhebung über die Forschungsleistungen seiner Mitglieder vorgelegt. Im Zeitraum von 2008 bis 2018 waren die Mitglieder des VdZ an 1.058 wissenschaftlichen Publikationen beteiligt. Diese erfolgten in 284 unterschiedlichen Wissenschaftsjournalen und wurden anschließend 8.991 Mal zitiert.
  • Ein Bungalow-Hotel in Cairns im Norden Australiens hatte es mit einem ungewöhnlichen Gast zu tun. Jede Nacht um zwei, drei und vier Uhr ging ein Alarm im Bottle Shop des Hotels los. Hotel Direktor Stewart Gibson glaubte zunächst an einen Defekt, da nichts gestohlen wurde, fand dann aber einen „Kleinen Besucher“, ein Quoll. Diese gepunkteten Beutelmarder sind vom Aussterben bedroht und leben im hohen Norden Australiens. „Natürlich wollte er auch nur einen Drink im Hotel haben“, freute sich Gibson über die Lösung des Problems. Der Quoll muss aber dennoch in einen geeigneteren Lebensraum umziehen.
  • Krabbenregen in Bochum: Eine Familie hatte lebende Krabben für ein Sonntagsessen gekauft und die Box mit den Tieren auf den Balkon gestellt. Den Krabben gelang es, die Box zu öffnen, so dass sie flüchten konnten. Zahlreiche Tiere waren bereits vom Balkon gefallen und auf dem Boden verendet, andere sind auf den Balkon darunter gefallen.
    Leider geht aus der Pressemeldung nicht hervor, um welche Art Krabben es sich handelt. Das Pressefoto ist durch einen Blaulichteffekt stark verfälscht.
  • Am Cuxhavener Strand wurde ein Wolf gesichtet und fotografiert. Eine Urlauberin sichtete gegen 7:30 Uhr morgens den Wolf bei einem Ausflug ins Wasser. Er zog sich danach in einen nahe gelegenen Wald zurück. Nach Aussage des lokalen Wolfsberaters ist in der Gegend kein Rudel, sondern nur ein Einzeltier unterwegs. Siehe auch: butenunbinnen.de
  • Am Salt Beach bei Kingscliff, 800 km nördlich von Sydney, Australien ist ein Surfer Opfer eines Haiangriffes geworden. Zwei Mitsurfer konnten den Verletzten gegen den Hai verteidigen und ihn an den Strand bringen, wo der 60 Jährige trotz sofortiger Behandlung starb.
    In den Gewässern der Gegend habe es in der letzten Zeit viele Fische gegeben, viele Fischerboote seien auf dem Wasser gewesen, sagte Stuart Gonsal, der in Kingscliff lebt, dem Sender ABC.

Ausgestorben

 

So könnte der Overoraptor chimentoi ausgesehen haben. (Foto: Consejo Nacional de Investigaciones Científicas y Técnicas)
So könnte der Overoraptor chimentoi ausgesehen haben.
(Foto: Consejo Nacional de Investigaciones Científicas y Técnicas)
  • Mit 90 Millionen Jahren wesentlich jünger ist ein kreidezeitlicher Dinosaurier, dessen Anatomie neue Hinweise auf die Evolution von Vögeln geben soll. Overoraptor chimentoi war weniger als 1,5 m lang, hatte lange, graziöse Beine, aber lange und robuste obere Glidmaßen, wie bei heutigen Vögeln. Markus Kretschmer hat gestern schon ausführlich über das Tier berichtet.
    Die Originalarbeit ist in Science of Nature erschienen, das Bild oben zeigt eine Rekonstruktion.
  • Parasitismus ist mindestens 540 Millionen Jahre alt. Chinesische Wissenschaftler um Zhifei Zhang haben in Gesteinsformationen des frühen Kambriums bereits einen Parasiten entdeckt. Viele der Armfüßer der Fundstelle in der Provinz Yunnan trugen einen ungewöhnlichen Aufwuchs in Form von einer oder mehreren grauweißen, röhrenartigen Krusten. Zhang und seine Kollegen interpretieren sie als Wohnröhren von Parasiten. Wer in den Wohnröhren lebte, ist unbekannt. Siehe auch ScienceXX. Die Originalarbeit ist in Nature Communications erschienen.

Strandfunde

  • Am Strand von Florianopolis in Brasilien ist ein junger Buckelwal lebend angeschwemmt worden. Am Mittwoch bemühten sich Mitarbeiter des Instituto Australis und Freiwillige, das Tier bei Hochwasser wieder ins Meer zurück zu bringen. Der Erfolg war zum Zeitpunkt der Meldung unklar.
    Das Tier war sehr ausgezehrt und litt bei der Strandung unter einem starken Befall mit Walläusen. Der brasilianische Sender Globo1 TV berichtet mit mehreren Filmen.
  • Der letzte Woche im Twentymiles River gefangene junge Grauwal ist frei. Am 3.6. konnte er sich aus seiner Untiefe befreien und in tieferes Wasser schwimmen. Lokale Beobachter befürchten jedoch, dass der Wal in zu schlechter Verfassung ist, um zu überleben. Der Sender ktuu berichtete mit Bildern und Videos.
  • In Stanley, am der nordwestlichen Spitze Tasmaniens ist ein Zwerg-Glattwal gestrandet und von ortsansässigen Helfern wieder ins Wasser gebracht worden. Am 6.6., gegen Abend strandete das Tier, beobachtet von Alastair Houston, der ein Restaurant betreibt. Einmal alarmiert übernahmen Mitarbeiter des Parks and Wildlife Service mit einem speziellen Tragegestell die Rettung des Wals, der kurz vor Mitternacht wieder schwimmen konnte.
    Genaueres weiß the Advocate

 


Feld-Ornithologisches

Bemerkenswert ist ein offenbar größerer Einflug von Rosenstaren. Bis zu 26 Tiere wurden an einzelnen Tagen der vergangenen Woche beobachtet. Schwerpunkte liegen im Oberrheintal bei Freiburg, der schwäbischen Alb, am Fuß der Alpen, im Chiemgau, an der Isar und auf Helgoland.

Üblicherweise sind Rosenstare in der Schwarzmeerregion und weiter östlich in den Steppen Zentralasiens verbreitet und überwintern in Indien. Gelegentlich ziehen die hübschen Vögel in größerer Zahl nach Mitteleuropa. Vielleicht ist 2020 ein solches Jahr?

 

Zwei Rosenstare (Foto: Ron Knight, CC 2.0)

 

Neu in der vergangenen Woche

  • Im Renaturierungsgebiet der Lüderaue bei Gerebenhain im Vogelsbergkreis hat sich ein Rotkopfwürger eingestellt.
  • im Lühlingsbachtal bei Brilon (Sauerland) hat ein Vogelfreund einen Nonnensteinschmätzer (Oenanthe pleschanka) beobachtet. 
  • In Blieskastel im Saarland ist ein Gleitaar eingeflogen, ebenso in Penzlin in Meck-Pom.
  • Am Samstag hat sich in Braunfels in Hessen ein Gänsegeier eingestellt. Der Beobachter meldet „nur noch einer am Kreisen“ und „nach Norden abgeflogen“.
  • Im etwa 25 km weiter nördlich gelegenen Siegbach-Eisemroth wurden dann schon 12 Gänsegeier gezählt.
  • Kurze Zeit später bekam die Redaktion die Mitteilung, dass weitere knapp 50 km nördlich bei Frankenberg (Eder) 20 Gänsegeier beobachtet werden.

Die „immer noch da“-Meldungen:

  • Der Kaiseradler im Randowbruch entwickelt sich zur kleinen Medienpersönlichkeit.
  • Der Terekwasserläufer ist bei Kehnert, ca. 30 km nördlich von Magdeburg aufgetaucht.
  • Rallenreiher lassen sich auf Fehmarn, am Kochelseee und an der Wehramündung bei Rheinfelden beobachten.
  • Im Karwendelgebirge sind wieder Gänsegeier unterwegs.
  • Die Blauracke ist immer noch in Bernau am Chiemsee.

Zu guter Letzt:

Heute mal etwas, das nicht aus dem Wasser kommt: Blauracken und Bienenfresser, von Marko König in Bulgarien gefilmt:

 

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