Kryptozoologische Presseschau 24/2021

Lesedauer: etwa 10 Minuten
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Einen wunderschönen Sonntag wünschen wir euch, liebe Leserinnen und Leser, herzlich Willkommen zur Presseschau aus der Kryptozoologie,

 

der Kryptozoologie-Kalender für das kommende Jahr war für gestern angekündigt. Leider hat irgendwas nicht geklappt, das Paket ist noch nicht angekommen. Schade, eigentlich wollte ich diese Presseschau mit eine paar Unboxing-Bildern des Kalenders anfangen.

Ganz nebenbei: in knapp 6 Wochen ist Weihnachten. So ein Kalender ist ein tolles Weihnachtsgeschenk!

 

 

Die Themen diese Woche sind rarer gesät. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass ich nur begrenzt Zeit habe, die Nachrichtenportale zu durchsuchen. Dennoch denke ich, eine Menge spannende Sachen gefunden zu haben.

Aktuell zur 4. Corona-Welle passend ist die Nachricht aus Singapur, wo vier Löwen an der Seuche erkrankt sind. Weitere wurden positiv, andere negativ getestet. Aber wie? Ich kann mir nicht vorstellen, dass da jemand dem Löwen mit einem Probestäbchen in der Nase herumfuhrwerkt. Wie also nimmt man einen Abstrich von einem Löwen? Hoffentlich sehr vorsichtig!

 

Viel Spaß beim Lesen und bleibt gesund!

 

Eurer

 

Tobias Möser

 

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Unser Kryptozoologie-Kalender 2022

Der Kryptozoologie-Kalender für 2022 zeigt 12 unterschiedliche Kryptide oder sicher existierende Tiere, die mit der Mythologie oder der Kryptozoologie zu tun haben. Bei den Abbildungen handelt es sich teilweise um historische Stiche oder Skizzen, teilweise alte oder aktuelle Fotos. Hierbei hat der Herausgeber auch Fotos von Tieren gefunden, die im deutschsprachigen Bereich so noch nicht in einer Druckveröffentlichung zu finden sind.

 

Der Kalender liegt als Wand-Monatskalender mit 14 Blättern (12 Monate und je ein Titel- und Textblatt) vor. Er ist auf hochwertigem 170 g-Papier gedruckt, hat ein mattes Finish und eine dunkle Metallspirale mit der Möglichkeit, ihn an einen Nagel oder Haken zu hängen.

 

Der Kalender kostet € 12,50.zzgl. Versand.

 

Die Bestellung ist nur über diesen Link möglich. Die Stückzahl ist begrenzt!

 

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Die Meldungen im Einzelnen:

Krill-Paradox gelöst – Wale fressen mehr als erwartet

Offenbar hat die Wissenschaft den gutgemeinten Fehler begangen, große und auffällige Elemente zu unterschätzen, um sie nicht zu überschätzen. So ist es jedenfalls Meeresbiologen bei den Walen gegangen: Sie haben die ökologische Bedeutung von Bartenwalen unterschätzt. Offenbar ist ihr Impakt auf das Plankton wesentlich höher, als bisher bekannt:

Bartenwale fressen Krill und anderes Makrozooplankton. Dies tun sie sowohl in der Tiefe wie an der Oberfläche. Ihre Fäkalien lassen sie aber vor dem Abtauchen ab und düngen so das Oberflächenwasser – und damit das Phytoplankton, das so stärker wachsen kann.

Bryde-Wal
Bryde-Wal vor Brasilien.

Das Krill-Paradoxon

Durch den industriellen Walfang des 20. Jahrhunderts wurden nahezu alle Großwalpopulationen an den Rand der Ausrottung bejagt. Da sie sich zu großen Teilen von Krill ernähren, müsste eine gewaltige Krillmenge nicht gefressen werden, die Population des Krills also stark ansteigen. Doch das Gegenteil ist der Fall, der Krill brach mit dem Niedergang der Wale quasi zusammen und zog große Bestände von krillfressenden Fischen, Vögeln und anderen Meeressäugern mit.

 

Ein Nature-Artikel einer Arbeitsgruppe um Matthew Savoca von der kalifornischen Stanford University klärt dieses Paradox nun teilweise auf. Die Wissenschaftler markierten 321 Bartenwale aus sieben Arten mit Sendern. Sie zeichneten Position und Bewegung auf und ermittelten, wie dicht das Plankton dort war, wo sich die Wale aufhielten.

 

Buckelwale
Zwei Buckelwale

 

Dabei bekamen sie folgende Resultate:

Ein ausgewachsener Blauwal frisst im östlichen Nordpazifik während der Futtersaison etwa 16 t Krill am Tag. Ein Glattwal (Eubalaena glacialis) im Nordatlantik schafft 5 t, ein Grönlandwal (Balaena mysticetus) ungefähr 6 t.
Je nach Beutespezies und deren Nahrungsstatus fressen Wale zwischen 5 und 30% ihrer Körpermasse am Tag. Dies ist dreimal so viel, wie bisher angenommen.

Wale im Zentrum eines kurzen Nährsstoffkreislaufes

Dies wirkt sich natürlich auch auf den Nährstoffkreislauf des offenen Ozeans aus. Im offenen Ozean ist der Mineralstoffmangel der wesentliche Mangel, der das Wachstum von Phytoplankton bremst – auf ein Niveau, das deutlich unter dem einer sehr unproduktiven Wüste an Land liegt. Düngt jetzt ein Wal mit seinen Fäkalien ein Stück des Wasserkörpers, können sich vor allem planktische Kieselalgen vermehren, sie sind die Basis der Nahrungskette im offenen Meer.

 

Den Forschern zufolge düngen Bartenwale heute das Südpolarmeer mit 1200 t Eisen im Jahr. Gesunde Walbestände haben vor dem Beginn des Walfanges wesentlich mehr freigesetzt. Eisen bleibt der Schlüsselnährstoff, der nicht nur die Krillbestände limitiert. Ihr Schwund ist durch die fehlende Eisendüngung zu erklären.

Hinzu kommt ein wesentlicher Effekt aufs Klima. Nicht jede gewachsene Kieselalge wird auch gefressen, einige sterben und sinken auf den Meeresboden – und das darin gebundene CO2 ebenfalls.

 

Walfluke

 

Letztlich müsste spätestens nach dieser Arbeit jeder zur Walzucht aufrufen: Mehr Wale = mehr Kieselalgen = mehr Krill = mehr Fisch = mehr Wale = mehr Klimaschutz.

 

Walschutz hat neben dem immer etwas romantisierten „Naturschutz-Faktor“ einen knallharten wirtschaftlichen Hintergrund.

 

Quelle: Savoca, M.S., Czapanskiy, M.F., Kahane-Rapport, S.R. et al. Baleen whale prey consumption based on high-resolution foraging measurements. Nature 599, 85–90 (2021). https://doi.org/10.1038/s41586-021-03991-5

 

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Aktuellste Forschung und ein Gespür für das Kuriose

Die Meeresbiologin Julia Schnetzer über Meeresmücken, giftige Kugelfische, Delfinnasen und andere faszinierende Meeresbewohner.

 

Das Meer ist unser erstaunlichstes und rätselhaftestes Ökosystem. Zu Unrecht, findet Meeresbiologin Julia Schnetzer. Denn in der Unsterblichkeit von Quallen, der Sprache der Delfine und dem Lebensrhythmus von Unterwassermücken verbergen sich nicht nur neueste Erkenntnisse über unsere Umwelt, sondern auch über uns Menschen.

 

Wenn Haie leuchten: Eine Reise in die geheimnisvolle Welt der Meeresforschung ist im April 2021 bei hanserblau erschienen und hat als gebundenes Buch 240 Seiten. Es ist auch für den Kindle erhältlich.

 

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PCB bei Schweinswalen immer noch ein Problem

Die Hälfte der gestrandeten Schweinswalkälber entlang der niederländischen Küste ist mit hohen Werten von PCB (polychlorierte Biphenylen) belastet. PCB werden durch Plazenta und Muttermilch von der Mutter auf das Kalb übertragen. Dies geht aus der Forschung der Wageningen Meeresforschung, der Universität Utrecht und des Galway-Mayo Institute of Technology an Schweinswalen hervor. Die Wissenschaftler haben Tiere untersucht, die im Zeitraum 2006 – 2019 an die niederländische Küste gespült wurden. Die Ergebnisse wurden in der wissenschaftlichen FachzeitschriftScience of the Total Environment“ veröffentlicht. Sie zeigen, dass die PCB-Verschmutzung auch Jahrzehnte nach dem Verbot immer noch zu Gesundheitsrisiken für Schweinswale in der Nordsee führen kann.

 

Schweinswal
Ein in den Niederlanden gestrandeter Schweinswal mit deutlicher Verletzung

 

PCBs sind Chemikalien, die im letzten Jahrhundert hauptsächlich in der Industrie verwendet wurden, zum Beispiel als Schmierstoffe, Kühlmittel und Hydraulikflüssigkeit. 1985 wurde die Herstellung und Anwendung in den Niederlanden verboten, 1989 in Deutschland, 2001 weltweit. PCB gehören zu den Substanzen, die in der Umwelt nahezu nicht abgebaut werden. Insbesondere in weichen Meeresböden sammeln sie sich an.

 

 

Corona bei Zoo-Löwen in Singapur ausgebrochen

 

Kermit der Frosch liegt im Bett und schnäuzt sich die Nase
So wie bei Kermit wird die Corona-Erkrankung bei den Löwen wohl nicht aussehen.

Nachdem bereits der Bronx-Zoo kurz nach Beginn der ersten Corona-Welle infizierte Großkatzen meldete (wir berichteten), wird dies auch aus Singapur bekannt. Vier Löwen zeigen Corona-Symptome wie Husten und Schnupfen. Die Tiere wurden positiv auf Corona getestet. Sie und fünf weitere Löwen des Night-Safari-Parks wurden unter Quarantäne gestellt.

 

Im benachbarten und wesentlich bekannteren Singapore Zoo ist ebenfalls ein Löwe erkrankt. Er soll auch getestet werden. Beide Zoos bleiben offen, nur die Löwen-Gehege werden gesperrt.

 

 

Themse erholt sich

Die Themse wurde auf der Höhe von London 1957 für biologisch tot erklärt. Mittlerweile hat sie sich deutlich erholt. Die Zoological Society of London (ZSL) hat nun die Ergebnisse eines „Gesundheits-Checks“ veröffentlicht.

 

London
London zu Zeiten, als die Themse noch – nicht so sauber war

 

Die Wissenschaftler haben 115 Fischarten in dem nur 346 km langen Fluss gefunden. Dazu kommen 92 Vogelarten. Unter den Fischen sind spektakuläre Tiere wie Seepferdchen, aber auch mehrere Haiarten: Heringshaie, Dorn- und zwei Arten Marderhaie gehören zu den Freiwasserarten im Mündungsbereich. Auch Seehunde und Kegelrobben konnten die Wissenschaftler finden.

 

Doch der berühmte Fluss Londons hat auch mit aktuellen Umweltproblemen zu kämpfen. Die Durchschnittstemperatur steigt jedes Jahr um 0,2°C, seit 1990 steigt der Flusspiegel um 0,17 inch (der geneigte Leser wird nachrechnen, dass das 4,318 mm sind). Natürlich haben diese beiden Faktoren Auswirkungen auf die Biologie des Flusses, letzterer früher oder später auch auf menschliche Gebäude.

 

CNN weiß auch nicht wirklich mehr, hat aber schöne Bilder

 

 

Krefeld: Projekt Affenpark gestartet

Nachdem das alte Affenhaus im Zoo Krefeld abgebrannt war (wir berichteten), hat die Stadt zusammen mit dem Zoo ein 20.000 m² großes Artenschutz-Zentrum geplant. Am 3.11. wurden Pläne und Planungsstand mit den konkreten Bauabschnitten vorgestellt.

 

Krefelder Affenhaus
So soll der Affenpark in Krefeld einmal aussehen

 

Um den Bau und die damit verbundene Logistik insgesamt zu entzerren, haben die Planer den Bau in drei Abschnitte aufgeteilt.

Der erste Abschnitt erweitert den Raum für die Gorillas um einen Trockengraben, Felswände, Klettergerüste und Rückzugsmöglichkeiten. Ist dieses Gehege fertig, kann auch die Gruppe von Silberrücken Kidogo vergrößert werden. Bei Gorillas haben sich kleine Gruppen in den Zoos oft als Zuchthemmnis herausgestellt.

 

Die Anlage wird insgesamt fast 28 Millionen Euro kosten. 10,5 Millionen davon soll der Zoo selbst tragen, 2 Millionen davon aus Spenden. Die Stadt ergänzt mit 17,5 Millionen Euro.

 

 

 

Kurz gemeldet:

An Land

In einer verlassenen Wohnung im rheinischen Dormagen haben Mitarbeiter des Ordnungsamtes zwei Madagaskar-Boas gefunden. Ein Reptilienfachmann der Feuerwehr Düsseldorf fing die etwa einen Meter langen Schlangen ein. Ein Tier- und Naturpark in Brüggen im Kreis Viersen hat die Tiere aufgenommen.

 

Im Aachener Wald leben Wildkatzen. Der BUND konnte das Vorkommen mit Hilfe von Wildkameras nachweisen. Die lokalen Behörden hoffen sogar auf Nachwuchs.

 

Im Leipziger Gondwanaland sind plötzlich einige Tiere gestorben. Bisher ist unbekannt, woran. Der Zoo hat deswegen eine seiner Hauptattraktionen vorerst für Besucher geschlossen und bereits seit dem 8.11. die 2G-Regel eingeführt.

 

San Rafael bei San Francisco: Polizeibeamte konnten durch ein beherztes Eingreifen verhindern, dass es zu einem Unfall kam. Ein junger Nördlicher Seebär ist in der 57.000-Einwohner-Stadt durch die Straßen gewatschelt. Die Polizisten entdeckten das Jungtier in einem Straßengraben in dichtem Efeu. Sie brachten es ins Marine Mammal Center in Sausalito. Dort wird das Tier erst einmal beobachtet.

Normalerweise sind Seebären um diese Jahreszeit im offenen Meer fernab der Küste unterwegs. Was die kleine Robbe in bzw. aus der San Francisco Bay an Land brachte, ist noch unklar.

 

In eigener Sache

Wer mich kennt oder wer meine Kommentare in den letzten Wochen verfolgt hat, weiß, dass ich mich aktuell hauptsächlich mit der Pflege meiner Eltern beschäftige. Sie sind jetzt in eine pflege-gerechtere Wohnung umgezogen. Die Folgen des Umzuges und die Verschlechterung des allgemeinen Gesundheitszustandes haben den Arbeitsanfall aber deutlich ansteigen lassen. Ich kann daher leider noch nicht sagen, wann ich den Betrieb der Webseite wieder normalisieren kann.

 

Dazu kommt, dass ich Anfang Dezember ein paar Tage Urlaub nehme. Falls die Corona-Lage es zulässt, werde ich mich in Norddeutschland mit ein paar netten Leuten treffen. Das Museum „Tor zur Urzeit“ wird dabei einen wesentlichen Platz einnehmen.

Bitte seid ein wenig geduldig mit mir, es wird auch wieder bessere Zeiten geben. Die Ideenkiste ist keineswegs leer und auch die Autoren liefern gerne und keinen Deut schlechter als sonst. Ich komme nur nicht immer hinterher, alles aufzubereiten.

 


Zu guter Letzt:

 

 

 

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