Kryptozoologische Presseschau 25/2021

Lesedauer: etwa 9 Minuten

Einen wunderschönen Sonntag wünschen wir euch, liebe Leserinnen und Leser, herzlich Willkommen zur Presseschau aus der Kryptozoologie,

 

eine Hiobsbotschaft jagt die nächste. Kaum hat man sich vom (beinahe erwartungsgemäß) nahezu erfolglosen Klimagipfel erholt, klopft Corona mal wieder an die Tür. Hätten wir nicht bereits Inzidenzen und vor allem Krankenhausbelegungen jenseits von Gut und Böse, kommt auch noch eine neue Variante ins Spiel. Was Omikron kann und was zu befürchten steht, ist kaum abzusehen. Durch den psychologischen Faktor („Wann ist endlich der Scheiss zu Ende?“ – „Och nein, noch eine neue Variante“ – „Keinen weiteren Lockdown!“) besteht die Gefahr, dass wir zu leichtsinnig mit einer weit gefährlicheren Variante umgehen.

 

Dieser kleine, aber extrem gefährliche Faktor rückt die Omikron-Variante in die Nähe eines Andromenda-Stammes. Bisher wurden hochansteckende Erreger vor allem durch kurze Inkubationszeiten und Angst der Bevölkerung daran gehindert, sich schnell und weit auszubreiten. Die – sowieso nur begrenzte – Angst ist nach zwei Corona-Jahren dem Überdruss und damit verbundener Ignoranz gewichen. Die Inkubationszeit ist relativ lang, so dass ein Infizierter lange Zeit herumlaufen und zahlreiche andere Menschen infizieren kann.
Ob Omikron schneller infiziert und zu schwereren Verläufen führt, ist noch nicht bekannt. Genauso wenig ist bekannt, ob Impfungen schützen. Am meisten Erfolg versprechen möglichst diverse Mehrfachimpfungen, es sollten mindestens drei mit mindestens zwei unterschiedlichen Impfstoffen sein.

 

Diesmal wird es mal wieder etwas politisch. Es gibt eine EU-Initiative gegen den Handel mit isolierten Haifischflossen. Wenn es genug Unterstützer gibt, könnte so der Im – und Export von Hai-  und Rochenflossen wirtschaftlich unsinnig machen.
Zur Wichtigkeit des Haischutzes muss hoffentlich nicht mehr viel gesagt werden. Daher die Bitte: falls es euch möglich ist, sie zu unterschreiben: Gebt euch einen Ruck und tut es!

 

Viel Spaß beim Lesen und bleibt gesund!

 

Eurer

 

Tobias Möser

 

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Unser Kryptozoologie-Kalender 2022

Der Kryptozoologie-Kalender für 2022 zeigt 12 unterschiedliche Kryptide oder sicher existierende Tiere, die mit der Mythologie oder der Kryptozoologie zu tun haben. Bei den Abbildungen handelt es sich teilweise um historische Stiche oder Skizzen, teilweise alte oder aktuelle Fotos. Hierbei hat der Herausgeber auch Fotos von Tieren gefunden, die im deutschsprachigen Bereich so noch nicht in einer Druckveröffentlichung zu finden sind.

 

Der Kalender liegt als Wand-Monatskalender mit 14 Blättern (12 Monate und je ein Titel- und Textblatt) vor. Er ist auf hochwertigem 170 g-Papier gedruckt, hat ein mattes Finish und eine dunkle Metallspirale mit der Möglichkeit, ihn an einen Nagel oder Haken zu hängen.

 

Der Kalender kostet € 12,50.zzgl. Versand.

 

Die Bestellung ist nur über diesen Link möglich. Die Stückzahl ist begrenzt!

 

Mit dem Kauf über den Link unterstützt ihr den Betrieb dieser Website.

Die Meldungen im Einzelnen:

Schweinswal als Tier des Jahres 2021 vorgestellt

Hafen-Schweinswal
Hafen-Schweinswale sind die kleinsten und häufigsten Wale in Nord- und Ostsee

 

Der Hafen-Schweinswal Phocoena phocoena ist am vergangenen Freitag als Tier des Jahres 2021 vorgestellt worden. Nach Informationen der Deutschen Wildtierstiftung ist der Schweinswal der einzige Wal, der in Deutschland „heimisch“ ist, also sich in den deutschen Gewässern der Nord- und Ostsee regelmäßig fortpflanzt. Ein wichtiges Fortpflanzungsgebiet liegt vor der Nordwestküste Sylts.

 

Durch Fischerei, zunehmenden Lärm in den Meeren und Pestizide ist die Art in Deutschland stark gefährdet.

 


Goldschakale im Schwarzwald

Goldschakal
Ein Goldschakal (Canis aureus), Beispielfoto

 

Nach Angaben des Umweltministeriums Baden-Württemberg ist erstmalig in Deutschland ein Paar von Goldschakalen genetisch nachgewiesen worden. Bereits im Oktober sind beide Tiere im Schwarzwald-Baar-Kreis in eine Fotofalle gelaufen. In der Nähe gefundene Kotproben wurden genetisch untersucht und belegen, dass sie von einem Paar stammen.

 

In Deutschland gibt es seit 1997 Goldschakale. Sie haben sich natürlich angesiedelt.

 

Quelle: Stimme.de


Massensterben bei den Manatis in Florida

Manati
Die Florida-Manatis haben mit vielen Problemen zu kämpfen.

 

Die Karibik-Manatis vor Florida stellten lange trotz zahlreicher zivilisationsbedingter Probleme eine stabile Population. Sie waren und sind nach wie vor eine Touristenattraktion. Seit kurzem sieht die Sache anders aus: Die Tiere hungern. Menschengemachte Einleitung von Nährstoffen aus Abwässern verstärken das Algenwachstum, was wiederum den höheren Wasserpflanzen schadet. Sie sind die Nahrung der Seekühe.

 

Quelle: n-tv


Erneut Leopard mit Strawberry-Mutante gesichtet

Strawberry-Leoparden zeichnen sich durch eine helle Fleckenzeichnung aus. Hierdurch wirken sie nahezu rosafarben. Aus Südafrika sind einige Sichtungen bekannt (wir berichteten von 2019). Jetzt haben Bürger in Ranakpur ebenfalls Träger dieser Mutante beobachten können: Im Kumbhalgarh forest wurde mindestens eines der Tiere fotografiert.

Weiteres bei:
http://timesofindia.indiatimes.com/articleshow/87616657.cms


Hubbs-Schnabelwal identifiziert

 

 

Bei einer meeresbiologischen Expedition konnten die Teilnehmer einen der Seltensten der Seltenen identifizieren. Am 23. September 2021 konnten Robert Pitman, einer der besten Walforscher der heutigen Zeit und einige wenige Wissenschaftler einen Mesoplodon carlhubbsi lebend beobachten. 400 km vor der Küste Oregons gelang dieses ungewöhnliche Unterfangen.

 

Den Forschern gelang es durch einen Zufall, zwei dieser Schnabelwale zu beobachten. Zunächst kamen sie nur 400 m vor dem Schiff an die Oberfläche. Die Biologen konnten sie etwa eine halbe Stunde beobachten. Sie tauchten später direkt am Boot auf und konnten genetisches Material mittels Pfeil und Bogen sammeln. Ebenso identifizierten sie den Ruf des Wales.

 

Die genetische Untersuchung lieferte den Beweis: Bei den beiden Tieren handelte es sich um Hubbs-Schnabelwale. Der Ruf, der als BW37V bekannt war, konnte mit den Tieren in Verbindung gebracht werden.

Noch sind etwa 10 Rufe von Walen aufgezeichnet, die keiner bekannten Art zugewiesen werden können. Entweder gehören sie zu unbekannten Arten oder wurden noch keiner bekannten Art zugeordnet.

 

Mehr weiß Science org.


Iran: Klerus will Katzen- und Hundehaltung verbieten

Der Iran ist bekanntlich durch einige wenige Menschen in einen islamischen Gottesstaat verwandelt worden. Unklar ist, wieso dies auch beinhaltet, dass den Bürgern alles verboten wird, was Spaß macht. So wird jetzt der Besitz von Hunden und Katzen verboten.

 

Greife Persepolis
Im Land der Greife sind Hunde und Katzen nicht mehr gerne gesehen.

 

Im Parlament des Staates wurde ein Gesetzentwurf vorbereitet, der die Haltung von „unreinen“ Tieren im Sinne des Islam verbietet. So soll Gassigehen, aber auch das Vermieten von Wohnungen an Hunde- und Katzenbesitzer verboten werden. Ebenso sollen Autos, in denen diese Tiere transportiert wurden, für Monate beschlagnahmt werden können.

Bisher gab es mehrere Versuche, die Haustierhaltung zu verbieten, letztlich alle erfolglos. Die Zahl der Haustierhalter steigt, ebenso die der Läden für Heimtierbedarf und Tierärzten.

 

Quelle: n-tv.


Borneo-Orang-Utans erstmals bei Jagd beobachtet

Orang-Utan sitzt auf einer steilen Flußböschung auf Borneo
Orang Utan in der Wildnis

 

Orang-Utans gelten als strikte Vegetarier. Um so erstaunlicher war, was Wissenschaftler jetzt veröffentlichten. Bereits 2017 konnten sie in der Kapuas Region in Zentral-Kalimantan beobachten, wie ein junges Männchen mehrere Plumploris (Nycticebus borneanus) töteten und aufaßen. Das Männchen wurde von einem Weibchen und ihrem 3- bis 5-jährigen Kind begleitet, mit denen er die Plumploris jedoch nicht teilte.
Dies ist, so die Urheber der Studie, der erste Beleg für Jagd auf Plumploris durch Borneo-Orang-Utans.

 

Mehr dazu in der Originalarbeit, sogar mit Video

 


Der Handel mit Haiflossen aus Europa muss unterbunden werden!

Haifinning ist eine der übelsten Praktiken im Fischfang. Haie werden gefangen, bei lebendigem Leib die Flossen abgeschnitten und dann lebend ins Wasser geworfen. Dort sterben sie langsam und qualvoll.

Haifischflossen sind vor allem in China und angrenzenden Ländern sehr beliebt. Sie dienen dort weniger als Lebensmittel, sondern eher dazu, einer Suppe eine geleeartige Konsistenz zu verleihen. Da Haifischflossensuppe sowohl Glück verheißt, wie auch Reichtum darstellt, ist sie mit wachsendem Wohlstand im Land der Mitte immer beliebter.

 

Spanien ist einer der führenden Hersteller von Haifischflossen für den Weltmarkt. 2016 wurden in Spanien 29.000 t Blauhai angelandet, das entspricht 1 Millionen Tieren. Auch stärker bedrohte Arten werden gefischt: Im Mittelmeer ist jede 2. Haiart vom Aussterben bedroht.

Weltweit werden etwa 73 Millionen Haie ausschließlich für den Flossenhandel gefischt, das ist mehr als jeder 4. gefangene Hai.

 

Aktuell ist Finning auf europäischen Schiffen verboten, jedoch nicht der Verkauf von Haifischflossen. Angelandet werden dürfen nur Flossen, die „auf natürliche Weise mit dem Körper verbunden sind“. Somit werden die Tiere angelandet, die Flossen an Land abgeschnitten und exportiert. Europa exportierte 3500 t Flossen offiziell.

 

Derzeit ist der Export von Haifischflossen aus der EU gestattet, falls es sich nicht um geschützte Arten handelt. Die Bürgerinitiative „STOP FINNING – STOP THE TRADE“ bemüht sich, die EU-Gesetzgebung so zu verändern, dass der Handel mit Haifischflossen verboten wird und nur unverarbeitete, „auf natürliche Weise mit dem Körper verbundene“ Flossen exportiert werden dürfen. Dies macht den Handel mit Haien und Rochen unrentabel, so dass er von selbst verschwinden wird.

 

Link zur „STOP FINNING EU“-Bürgerinitiative

 

Kurz gemeldet:

An Land

In Blaru gut, 50 km von Paris ist seit vielen Jahren wieder ein Wolf gesichtet worden. Die Nationale Behörde für Biodiversität (OFB) habe das gesichtete Tier offiziell als Wolf identifiziert, berichtete die Zeitung „Le Parisien“ unter Verweis auf die Behörde.
Ähnlich wie in Deutschland sind Wölfe in Frankreich seit etwa 30 Jahren wieder heimisch. Sie sind dort weiter verbreitet. Ungefähr 600 Tiere sollen in dem Land leben. Quelle: n-tv

Auf dem Weg ins Wasser

Wissenschaftler haben eine recht unappetitliche Arbeit im Journal Environmental Research veröffentlicht. Sie untersuchten den Whitelake River auf … hm, sagen wir mal: illegale Substanzen, die Teilnehmer auf dem Musikfestival in Glastonbury 2019 konsumiert haben. Dabei analysierten sie das Wasser oberhalb und unterhalb des Festivalgeländes vor, während und nach dem Festival. Sie fanden vor allem während des Festivalwochenendes unterhalb des Geländes beunruhigend große Mengen MDMA und Kokain.

Besonders europäische Aale reagieren sehr empfindlich auf Kokain. Es verursacht bereits in niedrigeren, als nachgewiesenen Konzentrationen eine verspätete Geschlechtsreife.

Im Wasser

Die Gesetzgeber in Großbritannien haben Cephalopoden, also Oktopusse, Tintenfische und Kalmare und Decapoden, also Zehnfußkrebse wie Hummer, Langusten, Krabben, Garnelen und Süßwasserkrebse als fühlende Wesen deklariert. Es sei klar, dass diese Tiere „pain, pleasure, hunger, thirst, warmth, joy, comfort and excitement“ („Schmerz, Vergnügen, Hunger, Durst, Wärme, Spaß, Wohlfühlen und Erregung“) fühlen können.

 

Zunächst ändert sich jedoch wenig, eine spezielle Verordnung zum Schutz der Tiere wird aktuell noch erarbeitet.

 

Quelle: gov.uk

Ausgestorben

Neue Fossilien von Australopithecus sediba ermöglichen es, das untere Rückgrat und damit die Fähigkeit, Laufen und Klettern zu können, zu untersuchen. Wissenschaftler um Scott A. Williams haben 2008 bei Malapa in Südafrika gefundene Fossilien näher analysiert und können nun Aussagen zur Entwicklung des aufrechten Ganges machen.

Ich bin sicher, Markus Kretschmer wird nächste Woche intensiv über das Thema berichten. Wer es sonst nicht aushält, kann die Originalarbeit in Evolutionary Biology lesen.

 

Zu guter Letzt:

Der einsamste Wal der Welt:

 

 

 

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