Kryptozoologische Presseschau 32/2020

Lesedauer: etwa 8 Minuten
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Liebe Leserinnen und Leser,

 

wie immer montags gibt es auch diese Woche die kryptozoologische Presseschau. Das Sommerloch und die Hitze hat uns voll im Griff. Die Redaktion sitzt schon im provisorisch eingerichteten neuen Büro in Leichlingen, der echte Umzug steht in den nächsten 3 Wochen an. 29,1°C zeigt das Thermometer, aber es macht keinen Sinn zu lüften:

Draußen ist es noch wärmer.

 

Auch diese Woche halten sich die (krypto)zoologischen Themen eher in Grenzen, Wald, Schwimmbad oder Eiscafé sind eher angesagt. Dem entsprechend kurz ist auch die Presseschau diese Woche.

 

Ach ja, wir sind in der letzten zeit öfters gefragt worden, wieso wir Amazon-Links posten. Rechts, in der Leiste mit den Tools haben wir einen Text verankert, in dem wir das erklären.

 

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen und bleibt gesund!

 

Eurer / Ihr

 

Tobias Möser


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Die Wölfe sind da!


Sri Lanka: Drogen schmuggelnde Katze entkommt dem Gefängnis

Das Gefängnis Welikada in Sri Lanka ist ein Hochsicherheitsgefängnis. Daher ist es entsprechend schwer, Gegenstände rein- und raus zu schmuggeln. Bisher waren nur Fälle bekannt, in denen Menschen kleine Pakete mit Drogen, Mobiltelefonen oder Ladegeräten über die Gefängnismauern warfen.

Jetzt haben Mitarbeiter des Gefängnisses eine Katze erwischt, die eine kleine Plastiktasche mit zwei Gramm Heroin, zwei SIM-Karten und einen Speicherchip enthielt. Das Schmuggelgut konnte sichergestellt werden, aber die Katze entkam.

Katzen gehen, wohin sie wollen
Wie bekommt man eine Katze dazu, Drogen in ein Gefängnis zu schmuggeln? (Symbolbild)

Sri Lanka hat ein großes Drogenproblem, in das auch Mitarbeiter der Strafverfolgungsbehörden involviert sind. Im Juli hatte die Polizei in Colombo einen Adler beschlagnahmt, der mutmaßlich Drogen in den Vororten der Hauptstadt verteilen sollte.

 

Der Telegraph weiß auch nicht mehr.


Ein Riesenkranich aus dem Allgäu

Den Schädel eines sehr großen Kranichs haben Frankfurter und Tübinger Wissenschaftler an der mehr als elf Millionen Jahre alten Fossilfundstelle Hammerschmiede im Allgäu, Bayern, entdeckt und beschrieben. Es handelt sich um den frühesten Nachweis eines solch großen Kranichs in Europa. Insgesamt ähnele das Fossil dem Schädel des heutigen, sehr langschnäbeligen Sibirischen Kranichs, berichten Dr. Gerald Mayr vom Forschungsinstitut Senckenberg Frankfurt sowie Thomas Lechner und Professorin Madelaine Böhme vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen.

 

Weiterlesen bei geohorizon und Pia Gaupels


Australien: Taucherin zwischen zwei Walen fast zerquetscht

Wale sind unsere geistigen Brüder, sanfte Riesen und die Freunde unterwasser, so stellt es jedenfalls eine esotherisch-romantische Sicht der Natur dar. In Wahrheit interessieren sich viele Wale für schwimmende oder tauchende Menschen, aber wenn es darum geht, wichtige Wal-Dinge zu tun, sinkt das Interesse schnell.

Buckelwale
Zwei Buckelwale

Das musste eine Taucherin im westaustralischen Ningaloo-Riff am eigenen Leib spüren. Sie wurde auf einem organisierten Wal-Tauchgang zwischen zwei Buckelwalen eingeklemmt. Auch andere Teilnehmer des Tauchganges wurden leicht verletzt, vermutlich sind sie in Paarungsauseinandersetzungen der Ozeanriesen geraten.

Die schwer verletzte Taucherin wurde mit einem Hubschrauber nach Perth ins Krankenhaus gebracht. Dort stellten die Ärzte unter anderem mehrere gebrochene Rippen und innere Blutungen fest. Sie rechnen aber damit, dass sich die Frau vollständig erholt.

 

Quelle: Perth Now vom 3. August


Der Wildsau-Überfall vom Teufelssee

So oder so ähnlich könnte auch eine TKKG-Jugendkrimi-Folge heißen. Doch gemeint ist ein ungewöhnlicher Vorfall in Berlin. Eine Wildschweinbache mit zwei Jungtieren tauchte auf einmal an einer Badestelle am Berliner Teufelssee auf, schnappte sich eine gelbe Tasche und machte sich damit auf den Weg. Doch damit nicht genug: der splitterfasernackte Besitzer rannte den Tieren hinterher – kein Wunder, dass das Video viral ging.

 

Am Ende ging es glücklich aus, der Besitzer bekam seine Tasche zurück, niemand wurde verletzt und die Wildschweine haben sich wieder verzogen.

Nackter Mann verfolgt Wildschweine
Ziemliches Glück hatte dieser Mann – es hätte auch anders ausgehen können. (Foto: Privat)

Die Sache war nicht ganz ungefährlich. Die Bache war sehr jung und die Frischlinge schon etwas älter. In anderer Kombination hätte sich das Wildschwein vermutlich gegen den Mann zur Wehr gesetzt, was durchaus ernsthafte Verletzungen zur Folge gehabt haben könnte.

 

Der Sprecher der Senatsverwaltung für Umwelt nutzte diesen Vorfall für einen Appell an die Berliner: „Bitte lassen Sie Ihren Müll und Ihre Nahrungsmittel nicht am Wasser oder im Wald.“


Mit vier Augen gegen Löwen?

Sieht ja doch etwas gewöhnungsbedürftig aus: eine vieräugige Kuh von hinten

Seit sich Wölfe in Deutschland wieder ausbreiten ist das Problem „Raubtier schlägt Nutztier“ auch in Mitteleuropa wieder in der Diskussion. Doch in vielen Teilen der Welt ist das ein alltägliches Problem, so auch in Botswana. Hier sind Farmer auf die Idee gekommen, ihren Kühen Augen auf den Hintern zu malen. Dies suggeriert von hinten angreifenden Raubtieren, sie seien entdeckt. „Löwen sind heimliche Jäger, die sich aufs Anschleichen verlassen“ erklärt Dr. Neil Jordan von der University of New South Wales in Australien. „Fällt das Überraschungselement weg, weil ihre Beute sie entdeckt, brechen sie meist die Jagd ab. – Daher haben wir überprüft, ob dieser Trick die Verluste bei den Rindern reduziert. Das würde dann Löwen und Rinder gleichermaßen schützen.“

 

So haben die Forscher Tiere aus 14 unterschiedlichen Herden, in denen es bereits Löwenangriffe gab, bemalt. Ein Drittel erhielt Augen auf den Hintern, ein Drittel wurde mit einfachen Kreuzen markiert und ein Drittel blieb unbemalt. Während der vierjährigen Untersuchung ging keine einzige „veräugige“ Kuh verloren, bei den mit Kreuzen markierten Tieren wurden nur vier Tiere erbeutet, während die Löwen 15 unmarkierte Tiere töteten.

 

Die Forscher haben ihre Ergebnisse und Methoden in praktische Anleitungen auf Englisch und Setswana umgesetzt und hoffen, dass mehr Farmer diese billige, einfache und ökologische Methode nutzen.

 

IFLScience weiß noch mehr. 


Verstorben

Die US-amerikanische Bigfoot-Forscherin Danielle Auclair ist am 5. August 2020 in Florida an den Folgen einer schweren Krebserkrankung verstorben. Auclair galt als erfahrene Waldläuferin und Geländereiterin und war in der nordamerikanischen Bigfoot- und Skunk-Ape-Szene wegen ihrer Landschaftskenntnisse sehr geschätzt.

Durch ihre regelmäßigen Auftritte bei kryptozoologischen Konferenzen war sie vor allem in Nordamerika allen Beobachtern der Szene bekannt.

 

Danielle Auclair wurde nur 52 Jahre alt.


 

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Von Fischen, dem Meer und dem Leben

Eine Reise in die faszinierende Unterwasserwelt. Fische beherrschen die Meere und Süßgewässer und damit sieben Zehntel der Erdoberfläche. Seit Millionen Jahren bevölkern sie in vielfältigsten Formen ein gigantisches Wasserreich. Vom 20 m langen Walhai bis zum millimeterkleinen Winzling, würfel- oder ballonförmig, in allen Farben schillernd oder reglos als Blatt getarnt haben Fische einzigartige Lebensstrategien entwickelt und sind den meisten von uns doch fremd geblieben. Als leidenschaftliche Meeresbiologin nimmt Helen Scales uns mit auf ihre Tauchgänge, erzählt unter anderem von elektrischen, phosphoreszierenden und giftigen Fischen und erklärt, wie sie Botschaften senden, Klänge hören, ozeanweite Wanderwege bewältigen und im Schwarm funktionieren.

 

Im Auge des Schwarms ist im Folio-Verlag im März 2020 erschienen und hat 320 gebundene Seiten.

 


Kurz gemeldet:

Strandfunde

  • An der Seebrücke von Nieuwpoort, Belgien ist am Donnerstag. 6. August 2020 ein Sowerby-Schnabelwal Mesoplodon bidens lebend gestrandet. „Freiwillige, Wasserwacht und Polizisten“ konnten das Tier bergen und mit einem Boot in tieferes Wasser schleppen, so die Seite zeezoogdieren.org. Das Tier war verletzt und strandet erneut, 35 km weiter nördlich. Da kam jede Hilfe zu spät.

Feld-Ornithologisches

Neu in der vergangenen Woche

  • Vergangenen Sonntag wurde bei Langhagen/Güstrow ein Gänsegeier beobachtet.
  • Ebenfalls am Sonntag ist an der Aartalsperre bei Mudersbach im Lahn-Dill-Kreis ein Rallenreiher aufgetaucht.
  • Am Donnerstag kreiste in Lütjenbrode, Ostholstein ein Adlerbussard
  • Offshore vor Amrum lief ein Terekwasserläufer durchs Watt, zusammen mit mindestens einem Knutt.
  • Star der Woche ist die Blauracke, die am Freitag in Kodersdorf bei Görlitz posierte. Offenbar ein Wildvogel, war aber Samstag bereits wieder weg. Mal sehen, wo sie wieder auftaucht.

Die „immer noch da“-Meldungen:

  • Der Nonnensteinschmätzer an der Alten Elbe in Belgern hält die Stellung und singt auch arttypisch.
  • Der Graubrust-Strandläufer aus Bad Wurzach ist am Dienstag noch vor Ort gewesen.

Zu guter Letzt:

Zur Abkühlung mal wieder etwas aus dem Meer. Casey war lange Zeit der einzige Seeleopard, der in einem Zoo lebte. Das Tier wurde geschwächt gefunden und vom Taronga Zoo in Sydney aufgepäppelt. Nachdem man festgestellt hatte, dass nicht nur Krabbenfresserrobben, sondern auch Seeleoparden „singen“, nahm sich ein offenbar Jazz-kundiger Pfleger Zeit und ein Saxophon und gab Casey ein wenig Behaviour Enrichment.

 

 

 

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