Kryptozoologische Presseschau 35/2020

Lesedauer: etwa 14 Minuten
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Liebe Leserinnen und Leser,

 

wie immer montags gibt es auch diese Woche die kryptozoologische Presseschau.

Aus dem Meer…

Auch diese Woche ist wieder eine Menge Marines dabei, hauptsächlich geht es um die immer noch rätselhaften Schnabelwale und ihre Strandungen. Letzte Woche meldeten wir, dass zwei Sowerby-Schnabelwale in der Nordsee auf der Höhe von Mittelengland gesichtet wurden. Noch bevor wir diese Meldung publizieren konnten, ist das erste Tier bereits gestrandet, ein zweites Tier folgte kurz danach. Bei dem ersten Tier handelt es sich relativ sicher um eines der gemeldeten Tiere, da die Strandung nur wenige Kilometer von der Sichtung entfernt statt fand. Das zweite Tier muss sich auf direktem Weg in den Ärmelkanal begeben haben, wo es dann im Solent zwischen der britischen Hauptinsel und der Isle of Wright strandete.

… und aus der Vergangenheit

Erfreulicher ist sicher, dass es mal neue, akademische Forschungsergebnisse vom Beutelwolf gibt. Thylacinus cynocephalus war vermutlich deutlich leichter als die üblicherweise angegebenen „15 bis 30 kg“. Mit den jetzt ermittelten knapp 14 bzw. knapp 20 kg liegt das Gewicht im Bereich eines mittleren Kojoten. Natürlich hat das auch Auswirkungen auf die ökologische Betrachtung und die Frage, ob der Beutelwolf der Schafsjäger war, als der er verteufelt wurde.

Leider gibt es nahezu keine Freilandbeobachtungen, keine Untersuchung von Nahrungsorganismen oder Kot, so dass die theoretischen Daten mit Beobachtungen untermauert werden können.

 

Eine seltene Beobachtungsmöglichkeit kryptozoologischer Art hatte sich in den letzten Wochen in Berlin ergeben. Am Anleger der Touristenboote in Treptow trieb sich ein Italiensperling und ein Hybrid herum. Für viele Berliner Leser ergab sich die Möglichkeit, sich bei Eiskaffee oder Hopfenkaltschale in einem der vielen Strandbars kryptozoologisch zu betätigen und eine echte out-of-Place-Sichtung zu dokumentieren. Und das im BVG-Bereich A/B.
Ich hoffe, Ihr habt reichlich Gebrauch davon gemacht.

 

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen und bleibt gesund!

 

Eurer / Ihr

 

Tobias Möser

 

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Ellis, R: Beaked Whales: A Complete Guide to Their Biology and Conservation

Schnabelwale gehören zu den geheimnisvollsten Meeresbewohnern. An der Oberfläche heimlich, werden die Tieftaucher sehr selten beobachtet. In den letzten Jahrzehnten haben Wissenschaftler die Tiere immer besser verstanden. Der bekannte Wissenschaftler und Künstler Richard Ellis hat zusammen mit dem führenden Schnabelwalforscher James G. Mead die heimlichen Stars der Meere ins Rampenlicht gesetzt.

Beaked Whales ist 2017 bei Johns Hopkins University Press erschienen und repräsentiert auf 208 Seiten das aktuelle Wissen über diese Tiere.

Mit dem Kauf über den Link unterstützt ihr den Betrieb dieser Website.

 

Neues vom Beutelwolf

Seit Langem wurde mal wieder Neues vom Beutelwolf veröffentlicht, das über spekulative Sichtungen hinausgeht:

Der letzte Beutelwolf?
„Benjamin“, der letzte bekannte Beutelwolf 1932.

In Neuseeland hat ein Museums-Konservator ein Beutelwolf-Fell entdeckt, das wohl im besten bekannten Zustand ist. David Thurrowgood sah Bilder des Fells, die online zirkulierten und stellte Nachforschungen an und konnte es für die Wissenschaft sichern. Es stammte von Archibald Robertson, einem Sammler aus Neuseeland, der es 1923 erstanden hat. Das Fell lag spätestens seit den 1970ern in einem Schubfach gegen Licht und Staub geschützt. So konnten heute Haaruntersuchungen mit dem Mikroskop und Raster-Elektronenmikroskop gemacht werden. Näheres weiß abc.net.au. Diese Untersuchungen ermöglichen detaillierte Aussagen über die gedeckten, aber doch hoch attraktiven Farben des Raubbeutlers.

 

Die zweite Nachricht vom Beutelwolf betrifft lebende Tiere: Sci-News hat einen Artikel über neue Abschätzungen des Gewichtes des größten, rezenten Raubbeutlers veröffentlicht. Hierbei nutzten Wissenschaftler aus … Daten von 40 bekannten Exemplaren, unter anderem zwei Dermoplastiken und vier montierten Skeletten. Anstatt bei knapp 30 kg scheint das Durchschnittsgewicht der Tiere deutlich niedriger. Ein durchschnittliches Männchen wog wohl etwa 19,7 kg, ein Weibchen 13,7 kg. Dies ist deutlich unter der 21 kg-Marke, die üblicherweise die Grenze zum Großtierfresser markiert.

 

Die Arbeit ist im Volltext verfügbar und liefert interessante Details.


Irische Armee soll Soldaten dazu ausbilden, Wale zu erschießen

Es klingt martialisch, fast nach einem Sakrileg: Die Irische Armee soll Soldaten dazu ausbilden, Wale zu töten. So wollen es zumindest die Tierschutzorganisation Irish Whale and Dolphin Group und der National Park and Wildlife Service. Der Wunsch wurde in Folge der Strandung von sieben Nördlichen Entenwalen vor gut einer Woche in der irischen Region Donegal geäußert. Einige der Tiere erstickten langsam an ihrem eigenen Körpergewicht, ohne dass Aussicht auf Rettung oder wenigstens einen schmerzlosen Tod bestand.

Entenwale
Zwei der in Donegal gestrandeten Entenwale. Foto: Thomas & Louise Coleman

Die üblichen Wege verbaut das Gesetz

Aufgrund der strengen irischen Gesetze ist das Analgetikum Etorphin (M99) im Land nicht verfügbar. Es ist das einzige Medikament, mit dem man einen gestrandeten Wal sachgerecht einschläfern kann. Der Kadaver muss danach aber entsorgt werden, denn es ist auch in kleinsten Mengen für Aasfresser tödlich.

 

Die irische Polizei trägt normalerweise keine Waffen. Nur spezielle Einheiten verfügen über Faustfeuerwaffen, die bei kleinen Tieren wie Delfinen und Grindwalen für einen Gnadenschuss eingesetzt werden könnten. Bei größeren Tieren wie einigen Schnabel- und Bartenwalen sind sie hierfür nicht geeignet. Alleine die Irische Armee verfügt im (derzeit) friedlichen Inselstaat über ausreichend starke (legale) Waffen, um damit großen, hoffnungslos gestrandeten Walen ein Leiden zu ersparen.

 

Die Irische Armee arbeitet bereits gut mit dem National Park and Wildlife Service zusammen. Für das kommende Jahr soll der Kooperationsvertrag erneuert werden, die Frage der Wale wird dabei auch besprochen. Generell hat die Armee Bereitschaft signalisiert.
National Park and Wildlife hält sie für den optimalen Partner. Bis es zu so einer Zusammenarbeit kommt, müssen jedoch Soldaten ausgebildet werden. Unklar ist, mit welchen Waffen wohin geschossen werden muss, wie weit um den Wal abgesperrt wird und vieles mehr. Und es muss ein Wal stranden. Dies passiert in Irland eher selten, 2019 sind nur 21 Lebendstrandungen berichtet worden, die meisten davon Delfine und Schweinswale.

 

Details weiß der Independent


Nach der Kobra-Suche in Herne: Einsatzkosten noch nicht bezahlt

Fünf Tage im vergangenen August schaute Deutschland auf die kleine Stadt im Ruhrgebiet. Ein Bewohner eines Wohnhauskomplexes hatte eine hochgiftige Monokelkobra im Keller entdeckt. Mehrere Häuser wurden evakuiert, die umliegenden Gärten gesperrt, sogar die New York Times berichtete. Einzig die Schlange schien das Spektakel nicht zu berühren, sie blieb verschwunden.

Eine Kobra erhebt sich aus dem Korb eines Schlangenbeschwöreres und spreizt den Nacken
Die Monokelkobra ist gut im Terrarium haltbar, aber sehr giftig.

Nach fünf Tagen schlug jemand vor, in einem verwilderten, angrenzenden Grundstück zu suchen. Kaum wurde ein lauter Rasenmäher gestartet, entdeckte ein Arbeiter das Reptil, das in Richtung Wohnhaus flüchtete und sich in einem Kellerschacht verkriechen wollte. Ein Schlangenexperte fing das Tier ein.

 

Die Stadt Herne hat gegen einen im Haus lebenden Schlangenhalter ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Dieser bestreitet nicht, Schlangen, auch Monokelkobras gehalten zu haben. Er verneint aber, genau diese Schlange besessen zu haben. Bis es zum Abschluss des Verfahrens kommt, wird die Stadt auf die Erstattung der Kosten für die aufwändige Suchaktion warten müssen. Sie belaufen sich auf mehrere 10.000 €.

 

Quelle: WDR


Zwei Sowerby-Schnabelwale in England gestrandet

Wir berichteten in der Presseschau letzte Woche, dass Mark Chapman in Norfolk, England zwei Sowerby-Schnabelwale auf dem Weg nach Süden beobachtet hatte. Beide Wale scheinen den Weg aus der Nordsee nicht geschafft zu haben. Das CSIP meldete schon von Samstag einen Totfund am Strand von Lowestoft in der Grafschaft Norfolk. Bei dem Tier handelte es sich um ein subadultes Weibchen von 3,8 m Länge.

 

Am Sonntagabend (23.08.) gegen 18:30 Uhr Ortszeit strandete ein weiteres Tier bei Portsmouth, an der Kanalküste. Es war ebenfalls eine subadulte Sowerby-Schnabelwal-Kuh. Bei dieser Strandung konnten die Mitarbeiter des CSIP nur Proben nehmen, aber keine komplette Untersuchung durchführen.


US-Giftspinne in Deutschland?

Loxosceles reclusa
Loxosceles reclusa, der Körper ist zwischen 12 und 20 mm lang. Man beachte die Zeichnung!

RTL.de meldete am Montag, dass die Braune Einsiedlerspinne Loxosceles reclusa jetzt auch in Deutschland nachgewiesen worden sei. Auf seiner Website zeigte das Nachrichtenportal, wie ein  Mann ein Einzeltier aus der Heckklappe eines Autos mittels eines Schlüssels entfernt und offenbar als giftig identifiziert, Urheber ist Enrico Kramer, über dessen Qualifikation nichts zu erfahren ist.

 

Loxosceles reclusa kommt normalerweise im mittleren Westen der USA vor, wo sie auch in der direkten Nähe von Menschen lebt. Problematisch ist, dass sie über ein nekrotisches Gift verfügt, das nach dem unauffälligen Biss nicht wahrgenommen wird. Die eigentlichen Schäden werden erst Stunden bis Tage später spürbar, mit starken Schmerzen und Kreislaufsymptomen. Sekundär kann eine Sepsis auch zum Tode führen.

 

RTL.de verbreitet einen Einzelnachweis. Das bedeutet noch nicht, dass die Art in Deutschland auch etablieren kann. Auch nach längerer Websuche hat die Redaktion keinen Hinweis darauf gefunden.


Frankfurt Senckenbergmuseum: Ausstellungseröffnung

Auch das Senckenbergmuseum in Frankfurt hat die Corona-Ruhe nicht ungenutzt verstreichen lassen. In einigen bisher gesperrten Räumen haben die Museumspräparatoren und -Modellbauer eine neue Ausstellung zum Thema „Tiefsee und Meeresforschung“ vorbereitet. Sie wird am 4. September für den Publikumsverkehr geöffnet.

 

Die feierliche Eröffnung findet am 3. September um 18 Uhr per Livestream statt. 

 

Erste Bilder lassen Großartiges erwarten. Unter anderem wird die „Nahrungs-Oase“, die ein toter Wal in der Tiefsee darstellt, in vier Phasen dargestellt. Natürlich findet man auch die „üblichen Verdächtigen“ vom Riesenkalmar bis zum Pelikanaal, vom Tiefsee-Beilbauchfisch bis zur Alarmqualle.

Biotop eines toten Wales
Ein toter Wal als Nahrungsoase in der Tiefsee, im fast frischen Zustand.

Wir sind gespannt und freuen uns auch auf einen Besuchsbericht!


Riesige Schnappschildkröten in Florida gefangen

Macrochelys suwanniensis
Macrochelys suwanniensis, das größte Tier aus der Aufsammlung, dennoch durch die Perspektive vergrößert. Foto: FWC.

abc3340.com, ein lokales US-Nachrichtenportal berichtet von einer riesigen Schnappschildkröte, die angeblich eine eigene Art darstellt. Das Tier wurde in einer Falle der Florida Fish and Wildlife Conservation Commission (FWC) entdeckt. Ihr Gewicht wird mit über 100 pound, also mehr als 42 kg angegeben.

 

Die Facebookseite des FWC identifiziert sie als Macrochelys suwanniensis und wird präziser: In sechs Reusen mit 4 ft. Durchmesser fanden sie im New River, nördlich von Gainesville, Florida drei sehr große Schildkröten dieser Art. Ein Männchen von 42 kg, ein Männchen von 27 kg und ein Weibchen von 19 kg.

 

Macrochelys suwanniensis wurde 2014 unter anderem von Mitarbeitern des FWC erstbeschrieben, daher vermutlich die Interpretation des Portales, es handele sich um eine „neue Art“. Beeindruckend sind die Tiere auf jeden Fall und ich möchte nicht in Reichweite des Maules gelangen.


Neu beschrieben:

  • Star diese Woche ist die Somali-Elefantenspitzmaus Galegeeska revoilii, die bisher als „verlorene Art“ galt, weil außer 39 Museumsexemplaren nichts von ihr bekannt war. Seit den 1970-ern wurde sie nicht mehr nachgewiesen. Jetzt haben Wissenschaftler das Tier, das in einer Fels- und Geröllwüste lebt, wieder entdeckt: DOI10.7717/peerj.9652
  • Pilzzungensalamander gehören zu den lungenlosen Salamandern und bilden derzeit die größte Gattung innerhalb der Schwanzlurche. Nach Angaben zum taxonomischen Status zweier bekannter Arten haben Juan C. Cusi, Giussepe Gagliardi-Urrutia, Isabela Carvalho-Brcko, David B. Wake and Rudolf von May eine weitere Art beschrieben. Sie heißt Bolitoglossa awajun und  stammt vom Ostabhang der Anden in Nordperu. DOI10.11646/zootaxa.4834.3.3
  • Platymantis navjoti heißt ein bisher unbekannter „Echter Frosch“ von Leyte und Samar von den Philippinen. Das Paper erschien in der Zootaxa.
  • Die Süßwasser-Zwerggarnelen der Gattung Caridina von den Salomonen ist überarbeitet worden. Dabei haben die Wissenschaftler 13 bekannte Arten wieder und 11 unbekannte Arten neu beschrieben. Hierbei sind einige attraktive Tiere, die sich sicher auch für die Aquaristik eignen würden.  DOI: 10.5852/ejt.2020.696 

 

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Die Strnat´sche Enzyklopädie der – leider Gottes bzw. Gott sei Dank – ausgestorbenen Tierarten: Sowie minuziöse Darstellung deren Genese, Entdeckung … aller begleitender Umstände und Protagonisten

Wem der Titel noch nicht alles sagt, der möge einmal nach dem Autor googlen. Es ist nicht das erste Buch, in dem Jost Strnat seinen skurrilen Humor bei der heiteren Betrachtung tierischer und menschlicher Auswüchse.

 

Alle, die sich gerne zum Schmunzeln und Lachen bringen lassen, die Herzmanovsky-Orlandos Skurrilität schätzen und für alle, die Comics auf hohem Niveau lieben. Einfach: alle lieben und gescheiten Leute.

 

Die Strnat´sche Enzyklopädie ist 2004 bei Kremayr & Scheriau erschienen und hat 208 Seiten voller schrägen Humors. Leider nur noch antiquarisch erhältlich. Gute Exemplare bekommt man nur noch mit Glück für unter 20 €.

 

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Kurz gemeldet:

Rezent

  • In China hat eine Hauskatze einen Mann k.o. geschlagen. Sie fiel aus dem Fenster eines Hochhauses direkt auf den Fußgänger und verletzte ihn dabei so schwer, dass er 23 Tage im Krankenhaus behandelt werden musste, meldet n-tv. Die Katze blieb unverletzt, musste sich jedoch direkt nach dem Sturz mit dem Hund des Passanten auseinander setzen.
    Überwachungskameras filmten das ungewöhnliche Geschehen.
  • In Alaska hat die Forscherin Stephanie Hayes eine weiße Orca-Kuh beobachtet. Das Tier war mit seinem Pod in Küstennähe unterwegs. Das Tier selbst ist seit 2018 bekannt.
  • Auf Spitsbergen wurde in der Nacht zum vorletzten Freitag ein Mann von einem Eisbären getötet. Er schlief auf einem Campingplatz bei der Hauptstadt Longyearbyen. Bei dem Vorfall wurde der Eisbär angeschossen und später in einiger Entfernung auf dem Parkplatz des Flughafens gefunden.
  • Im Zoo von Heidelberg sind zwei seltene Mitchell-Loris geschlüpft. Diese Papageien gelten als mit die seltensten Vögel der Welt, sie sind in der Natur ausgestorben. Neben Heidelberg gibt es diese Tiere in Deutschland nur noch in Berlin. Selbst bei der Wikipedia gibt es nur schlechte Fotos
Trichoglossus forsteni mitchellii
Der Mitchell Lori Trichoglossus forsteni mitchellii von Bali und Lombok ist in der Natur ausgestorben (Foto: domdomegg in Birdworld, CC 4.0)

Ausgestorben

  • Auf Costa Rica haben Wissenschaftler eine neue Gattung der Riesenfaultiere beschrieben. Sibotherium ka lebte vor etwa 5,8 Millionen Jahren im Coto Brus Valley. Die Art erreichte aufgerichtet etwa 3 m Höhe und wog etwa 7 t.

Dr. Erich Ritter verstorben

Der Schweizer Biologe und Haischützer Dr. Erich Ritter ist in der Nacht auf den vergangenen Freitag (29.08.2020) in seinem Haus in Florida eingeschlafen und nicht wieder aufgewacht.
Ritter war Fachmann auf dem Gebiet der Verhaltensökologie der Fische, hat jedoch vor allem als Erforscher des Aggressions- und Fressverhaltens von Haien von sich Reden gemacht. Er war von 2002 bis 2005 wissenschaftlicher Leiter des Sharkproject und arbeitete an Unfall-Analysen und Rekonstruktionen für das Global Shark Attack File. Er entwickelte mit ADORE-SANE ein Konzept, das Verhaltensregeln beinhaltet, mit denen Schwimmer und Taucher gefährliche Situationen nicht weiter eskalieren lassen.

2002 hatte Erich Ritter während der Dreharbeiten für die Serie „Shark Week“ auf den Bahamas einen Unfall. Ein angefütterter Bullenhai, der eigentlich mit Ritter vertraut sein sollte, schnappte nach dessen Wade. Als sich Ritter losriss, verlor er seine Wade.

Vielen Menschen ist Erich Ritter vor allem durch seine zahlreichen Vorträge in Erinnerung, bei denen er die Häufigkeit von Haiunfällen (etwa 10 Todesopfer weltweit pro Jahr) mit denen anderer Todesursachen ins Verhältnis setzte. Besonders aktiv setzte er sich für den Erhalt und Schutz von Haien, insbesondere gegen das Finning ein.

 

Ich habe Ritter bei einem seiner Vorträge an meiner damaligen Arbeitsstätte kennenlernen dürfen. Er stellte sich mir als sehr offener, freundlicher Mensch mit einem faszinierenden Charisma dar. Sein Sendungsbewusstsein war jederzeit spürbar, aber nie unangenehm, was auch damit zu tun haben mochte, dass wir am selben Strang zogen.

 

Ritter verstarb am 28. August 2020 mit 61 Jahren an einem Herzleiden.


In den Medien

In der Unstrut im Burgenlandkreis in Sachsen Anhalt soll sich ein Krokodil herumtreiben. Drei Zeugen hatten bei dem Ordnungsamt Unstruttal gemeldet. Kräfte von Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt sind im Einsatz, sogar ein Polizeihubschrauber wurde hinzu gezogen.

Eine erste Suche am vergangenen Freitag blieb erfolglos, bis zum Redaktionsschluß (Samstag, 20 Uhr) gab es keine Fundmeldung. Die Schleusen in Tröbsdorf und Wendelstein bleiben geschlossen. Der Kanu-Verleih ist im Bereich zwischen den Schleusen eingestellt.

 


Feld-Ornithologisches

Neu in der vergangenen Woche

  • Auf der Deponielache Gaschwitz bei Merkkleeberg schwimmt eine Zwergscharbe.
  • Am vergangenen Sonntag (23.8.) zeigte sich am Himmelhorn bei Oberstdorf ein Bartgeier.

Die „immer noch da“-Meldungen:

  • Der Graubrust-Strandläufer ist am vergangenen Sonntag, 23.8. bei Krummhörn aufgetaucht.
  • Der dunkle Sturmtaucher von Helgoland lässt sich immernoch gelegentlich sehen.
  • Immer mal wieder wird ein Pazifischer Goldregenpfeifer gemeldet. Diesmal ist das Tier auf dem Borkumer Flugplatz unterwegs.

Nicht mehr gemeldet

  • Der Italiensperling aus Teltow wurde in den letzten beiden Wochen nicht mehr beobachtet. Ein Hybride ist möglicherweise noch vor Ort, der Beobachter kann ihn aber nicht genau zuordnen.

Zu guter Letzt:

Der oben beschriebene Vorfall: In China hat eine Hauskatze einen Mann k.o. geschlagen. Sie fiel aus dem Fenster eines Hochhauses direkt auf den Fußgänger und verletzte ihn dabei so schwer, dass er 23 Tage im Krankenhaus behandelt werden musste, meldet n-tv. Die Katze blieb unverletzt, musste sich jedoch direkt nach dem Sturz mit dem Hund des Passanten auseinander setzen.

 

 

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