Kryptozoologische Presseschau 38/2020

Lesedauer: etwa 14 Minuten
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Liebe Leserinnen und Leser,

 

die Presseschau kommt diese Woche das letzte Mal montags. Ab nächste Woche wechselt sie mit dem „Wort zum Sonntag“ ab. Diese Woche Sonntag erscheint dann das „Wort zum Sonntag“ und Sonntag in einer Woche wieder die Presseschau.

 

In der vergangenen Woche hatten wir eine große Zahl von Meldungen in der Presse, insbesondere der vermeintliche schwarze Panther von Granada hat und ein paar Tage in Atem gehalten. Wie etwa bei der Hälfte der Fälle hat sich die Beobachtung dann als ganz normale schwarze Hauskatze herausgestellt. Schade, dass es so schnell ging, unser Autor Peter Ehret lebt in unmittelbarer Nähe zum Hotspot der Beobachtungen und hatte sich schon gefreut, Freiland-Kryptozoologie zu betreiben.

Biomarker auf der Venus?

Etwas weiter entfernt, genauer auf der Venus haben Astronomen das Molekül Monophosphan (englisch Phosphine) entdeckt. Dieses kann auf der Erde nicht natürlich entstehen, sondern setzt biologische oder technische Quellen voraus. Daher gilt es als möglicher Hinweis auf Leben auf Exoplaneten. Damit rückt neben dem Mars auch die unwirtliche Venus wieder in den Focus der Raumforschung.

Ig-Nobelpreise verliehen

Die Harvard University hat die Ig-Nobelpreise verliehen. Diese auch als Anti-Nobelpreise bekannten Ehrungen werden seit einigen Jahren an Wissenschaftler und andere Menschen verliehen, die sehr ungewöhnliche Forschung betrieben haben oder Forschung oder Umwelt stark verändert haben. Normalerweise wird die Verleihung der Preise mit viel Pomp, Ironie und Nerd-Humor zelebriert, dieses Jahr ging es leider nur online.
Unter anderem gab es Preise für die Entdeckung der Misophonie, einer krankhaften Abneigung gegen heftige Schmatz- und Essgeräusche. Ebenso wurde die Erkenntnis geehrt, dass Messer aus gefrorenen menschlichen Fäkalien schlecht schneiden. Praktische Anwendung könnte die Möglichkeit bieten, Narzissten an der Stellung der Augenbrauen zu erkennen.

 

Die Top-Erkenntnis dürfte 2020 aber zum Preis für Medizindidaktik geführt haben. Er basiert auf der Erkenntnis, dass Politiker beim Thema Covid-19 größere Schäden anrichten, als Wissenschaftler. Die Versuchsleiter Donald Trump, Recep Tayyip Erdogan, Jair Bolsonaro, Boris Johnson und Alexander Lukaschenko konnten oder wollten an der online-Veranstaltung leider nicht teilnehmen.

 

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen und bleibt gesund!

 

Eurer / Ihr

 

Tobias Möser

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Elfen, Satryn, Nixen und andere, anatomisch korrekt?

Philadelphia, in den späten 1870er Jahren. Eine Stadt mit Gaslampen, Kopfsteinpflasterstraßen und Pferdekutschen – und Heimat des umstrittenen Chirurgen Dr. Spencer Black. Der Sohn eines Grabräubers, der junge Dr. Black, studiert an der angesehenen Akademie der Medizin in Philadelphia, wo er eine unkonventionelle Hypothese entwickelt: Was wäre, wenn die berühmtesten mythologischen Bestien der Welt – Meerjungfrauen, Minotauren und Satyrn – tatsächlich die evolutionären Vorfahren der Menschheit wären?

 

The Resurrectionist bietet zwei außergewöhnliche Bücher in einem. Die erste ist eine fiktive Biografie von Dr. Spencer Black aus einer Kindheit, in der er Leichen während seiner medizinischen Ausbildung exhumierte. Es erzählt von seinen Reisen mit Schaustellern und dem mysteriösen Verschwinden am Ende seines Lebens. Das zweite Buch ist Blacks Magnum Opus: The Codex Extinct Animalia, eine Gray-Anatomie für mythologische Bestien – Drachen, Zentauren, Pegasus, Cerberus -, die alle in akribisch detaillierten anatomischen Abbildungen wiedergegeben sind. Die Bilder zeigen detailliert das Werk eines Besessenen.

 

The Resurrectionist: The Lost Work of Dr. Spencer Black (English Edition) ist ein üppig ausgestattetes Buch zum Schmökern und Staunen. Das fast DIN A4 große Format lässt die liebevollen und detaillierten Zeichnungen richtig zur Geltung kommen. Für Liebhaber von skurrilen Einfällen, Verrücktheiten und intelligenter Spinnerei.

 

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Ist der Bär aus dem Permafrost ein Höhlenbär?

In der letzten Woche ging es kräftig durch den Blätterwald, sogar die Massenmedien berichteten: Auf der Großen Ljachow-Insel  in der ostsibirischen See haben Forscher einen kompletten Bären aus dem Permafrost geborgen. Schnell wurde aus dem Bären ein Höhlenbär, wieso auch immer.

möglicher Höhlenbär
Handelt es sich bei dem Permafrostkadaver tatsächlich um einen Höhlenbären?

Mittlerweile wird diese Identifikation von mehreren, kompetenten Seiten angezweifelt. Vor 39.000 Jahren lebten auch Höhlenbären, aber bisher ist diese Spezies nur aus Europa und dem Westen Asiens, bis etwa zum Kaspischen Meer bekannt. Die Art gilt als Mittelgebirgsbewohner und bevorzugte offenbar kalkreiche Gegenden. Aus offenen Ebenen wie sie in Sibirien vorlagen, ist sie nicht bekannt.

Genauso aussagekräftig ist die schlanke, flache Form des Schädels, die der eines Braunbären gleicht. Ein ausgewachsener, männlicher Höhlenbär hatte eine deutlich stärker hochgewölbte Stirn, fast wie bei einem Bernhardiner. Da auch ein Jungtier im Säuglingsalter gefunden wurde, liegt nahe, dass der Bär ein Weibchen ist, aber auch für diese ist die Stirn zu flach.

Ob nun Braun- oder Höhlenbär: Der erste Permafrostkadaver eines Bären ist sehr interessant

Wir harren der Dinge die da kommen, insbesondere die genetische Analyse wird Klarheit bringen. Genug Material zur DNA-Extraktion ist jedenfalls vorhanden.


Das Polareis zieht sich zurück, Orcas fressen vermehrt Glattwale

Nachdem sich dieses Jahr auch wieder das Packeis des Nordpolarmeeres weiter zurück gezogen hat, wandern Orcas immer weiter nach Norden. Dort finden sie Narwale, Belugas und die bedrohten pazifischen Nordkapper.

Die Anchorage Daily News bezieht sich auf die National Oceanic and Athmospheric Association (NOAA). Dort ging man davon aus, dass die Pazifischen Nordkapper (die zu den Glattwalen gehören) in den Gewässern Alaskas nur selten Probleme mit Orcas haben. Dieses Jahr scheint es anders zu sein, die Anchorage Daily News zeigt drei Kadaver von Orca-Rissen. In Alaska gibt es noch Eskimo-Gemeinschaften, die von Subsistenz-Walfang abhängig sind und jährlich wenige Nordkapper jagen dürfen. Sie fürchten jetzt, dass ihnen die Orcas die Lebensgrundlage entziehen.

 

Eine 33 Jahre lange Studie hierzu wurde online bei Springer-Nature veröffentlicht.


Gottesanbeterin im Siebengebirge nachgewiesen

Mantis religiosa
Die europäische Gottesanbeterin Mantis religiosa (Beispielbild)

Am Rhein, gegenüber von Bonn steht das Siebengebirge, Kryptozoologen hauptsächlich durch den Drachenfels bekannt. Nun gibt es dort eine weitere, kryptozoologische Attraktion: Mitarbeiter der Biostation Rhein Sieg haben bei Mäharbeiten auf einem Südwesthang eine Gottesanbeterin nachgewiesen.

 

Auch wenn man ein ausgesetztes Tier nicht völlig ausschließen kann, wird es sich vermutlich um ein Insekt der Population aus dem benachbarten Rheinland-Pfalz handelt. Wie viele andere Insekten weiten diese großen, auffälligen und sympathischen Tiere ihr Areal in den letzten warmen Sommern nach Norden aus.

 

Quelle: Biostation Rhein Sieg. Danke an Ulrich Magin, der uns drauf aufmerksam machte


T.rex „Stan“ steht zum Verkauf!

Er ist eines der vollständigste und bekanntesten Tyrannosaurus-Exemplare überhaupt: BHI 3033, oder auch „Stan“, wie sein Spitzname lautet. Und wer in seinem Schlafzimmer noch 11,8 m an seiner langen Wand Platz für 199 Knochen machen kann, der darf in Zukunft im Schatten dieses Giganten schlafen: das renommierte amerikanische Auktionshaus Christie’s bietet Stan demnächst zum Verkauf!
1987 wurde das Fossil vom Knochenjäger Stan Sacrison in South Dakota gefunden. Seit dieser Zeit wurden mehrere Abgüsse von ihm angefertigt, die in zahlreichen Museen auf der ganzen Welt zu sehen sind. Das Original stand jahrelang im Black Hills Institute for Geological Research in South Dakota.

Stan
Skelett von Tyrannosaurus rex „Stan“

Da Neil Larson, der zusammen mit seinem Bruder Peter Hauptanteilseigner des Instituts ist, sich von diesem 2018 zurückzog, müssen die Bestände des Instituts nun auf richterliche Anordnung hin aufgelöst werden, weshalb auch Stan nun zum Verkauf steht. Bei „Stan“ handelt es sich zudem um eine Marke: wer den Dinosaurier erwirbt, erwirbt auch alle Merchandising-Rechte, sowie das Recht an den 3D-Abgüssen.

 

(Meldung von Markus Kretschmer übernommen)


Vermutete Todesfälle durch Blitzschlag bei Giraffen

Ciska P. J. Scheijen von der Rockwood Conservation Area, einem privaten Wildreservat in Südafrika hat untersucht, wie viele Giraffen durch Blitzeinschläge sterben und welches Verhalten die Tiere haben, um das zu vermeiden.

Dazu wurde seit Juni 2018 eine Herde von zunächst sechs, später acht Giraffen in dem Gebiet beobachtet. Während eines sehr regenreichen Gewitters starben einige der Tiere, scheinbar spontan, so dass Scheijen eine direkte oder indirekte Blitzwirkung vermutet. Leider ist das Paper frei nicht vollständig online verfügbar, so dass die Redaktion weder über Zahl noch Symptome der betroffenen Tiere berichten kann.

 

Quelle: African Journal of Ecology  https://doi.org/10.1111/aje.12785


Kölner Zoo wird weiter erneuert

 

Kölner Zoo neu aufgestellt
So soll sich der Eingangsbereich des Kölner Zoos 2030 präsentieren. Bild: Zooaquariumdesign

Der Kölner Zoo hat seinen Masterplan für die weitere Entwicklung bis 2030 vorgestellt. Baumaßnahmen mit einem Volumen von 127 Millionen Euro sind geplant oder laufen bereits. Das erste Projekt ist die Wiederinbetriebnahme des historischen Südamerikahauses, eigentlich ein völlig neues Gebäude in den Fassaden eines historischen Baus aus dem 19. Jahrhundert.

 

Auch die Giraffen, Pinguine und Seelöwen sollen neue Gehege bekommen, zudem will man ein Jaguargehege bauen. Diese Tiere gibt es in Köln noch nicht. Mit den neuen Gehegen möchte sich der Zoo weiter auf die Zucht bedrohter Arten konzentrieren und die Tiere noch gezielter nach geographischer Verbreitung unterbringen.

 

Wenn man sich Bauten wie das Menschenaffenhaus, das Hippodrom, das Eulenkloster und natürlich den Elefantenpark betrachtet, ist wieder mit überraschenden Ideen zu rechnen.


Python schützt nicht vor Corona

Ein Python gilt auch dann nicht als ausreichende Mund-Nase-Bedeckung, wenn er um den Hals seines Besitzers gewickelt wird. Die öffentlichen Nahverkehrsbetriebe in Nordwestengland sahen sich veranlasst, dies zu veröffentlichen: In einem ihrer Busse wurde ein Mann mit einer lebendigen Schlange um Hals und Mund gesichtet. Die Augenzeugen reagierten britisch gelassen: „Niemanden im Bus hat das wirklich gestört, aber ein Mann hinten hat ein Video gedreht. Es war auf jeden Fall unterhaltsam.“

Python Bus Manchester
„Wir denken nicht, dass Schlangenhaut ein geeigneter Mund-Nase-Schutz ist, vor allem, wenn sie noch an der Schlange dran ist.“, so ein Sprecher der Nahverkehrsbetriebe Manchester

Ein Sprecher der Nahverkehrsbetriebe für den Großraum Manchester erinnerte, dass Masken, Schals oder Halstücher als Bedeckung akzeptabel seien. Es gebe zwar etwas Interpretationsspielraum aber: „Wir denken nicht, dass dies die Nutzung von Schlangenhaut umfasst, vor allem, wenn sie noch an der Schlange dran ist.“


Neu beschrieben:

  • Aus der Kaukasus-Region wurden elf bisher unbekannte Arten Tausendfüßler beschrieben und eine neue Gattung aufgestellt. Quelle
  • Der Fiji-Muschelwächter, eine Krabbe, die kommensalisch in Muscheln lebt, hatte lange Zeit einen obskuren taxonomischen Status, da die Erstbeschreibung zu kurz und schematisch war und die Typen verloren sind. Im Rahmen der Wiederbeschreibung wurden auch neue Arten beschrieben. Quelle 
  • Eine baumlebende Echse aus Mexiko: Abronia morenica: Quelle
  • Aus Kambotscha, Vietnam und einigen indonesischen Inseln wurden zwei Walzenschlangen-Arten, Cylindrophis jodiae und C. mirzae beschrieben. Quelle
  • Die Pipistrelle-ähnlichen Fledermäuse aus Ostafrika wurden überarbeitet, dabei wurden neue Gattungen und Arten beschrieben. Quelle
Abronia morenica
Eine baumlebende Echse aus Mexiko: Abronia morenica
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Monster der Tiefe

Diese DVD ist ein weiteres Spin-off der „Walking with“-Reihe. Nigel Marven spielt hier eine größere Rolle, er reist mit seiner Crew auf einem Segelboot durch die Zeit, auf der Suche nach immer gefährlichen Tieren im Meer. Dabei trifft er nicht nur Monster, sondern auch andere, ebenso interessante Tiere, bekommt Atemprobleme und zeigt einige Tricks moderner Tierfilmer.

 

Monster der Tiefe – Im Reich der Urzeit läuft etwa 90 Minuten und wird auf einer DVD ausgeliefert. Es macht Spaß, diese mittlerweile 13 Jahre alte Produktion zu sehen.

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Kurz gemeldet:

Rezent im Wasser

  • Die australische Tageszeitung Perth Now meldet einen 7 m langen Hai bei Secret Harbour an der australischen Westküste. Surf Life Saving Australia meldet, dass ein Bürger den Hai nur 20 m vom Strand beim Secret Harbour Surf Club beobachtet habe. 7 m entspricht der Größe des Modells „Bruce“, das Steven Spielberg für den Film „Jaws“ verwendete.
    Bei Albany City, etwa 350 km südlich wurde 2014 der bisher größte Weiße Hai Australiens gefangen und markiert. Er maß 5,3 m. Über die Qualität der Längenschätzung mache man sich selber Gedanken.
  • Noch einmal Australien: Im Hawkesbury River in New South Wales, einige Dutzend km nördlich von Sydney ist ein „Seeungeheuer“ aufgetaucht. Anwohner ziehen schon Parallelen zum Loch Ness Monster, während andere anhand der Bilder eher an eine Meeresschildkröte oder Robbe denken.
    Monstermeldungen am Hawkesbury River haben eine lange Tradition, unter anderem wurde hier eine Felsritzung der lokalen Aborigines gefunden, die man als Plesiosaurier interpretiert.

Rezent an Land

  • Zum Jahreswechsel wird der Gewässerökologe Prof. Dr. Klement Tockner Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Er löst zum 1. Januar 2021 Prof. Dr. Dr. h.c. Volker Mosbrugger als Senckenberg-Generaldirektor ab.
  • Der australische Botschafter in Kambotscha hat eine Schildkrötensuppe gegessen. Was in Kambotscha völlig normal ist, hat in seiner Heimat zu einer öffentlichen Empörung geführt, für die er sich entschuldigen musste.
    Die betroffene Weichschildkröte stammte aus einer Farm, in der Tiere zum Auswildern, aber auch für die Küche gezüchtet werden. Der Umwelt ist kein besonderer Schaden entstanden, der Schildkröte allerdings schon.
  • In Saudi-Arabien wurden 120.000 Jahre alte Fußabdrücke von Menschen. Hunderte von Fußabdrücken, die vermutlich von unserer Art, dem Homo sapiens stammen, haben sich im versteinerten Schlamm erhalten. Neben menschlichen Fußabdrücken haben Forscher auch Kamel- und Elefantenfußspuren gefunden. Quelle: web.de

Ausgestorben

  • Ein 13 Millionen Jahre alter Vorläufer moderner Gibbons wurde von Christopher Gilber vom Hunter College in Nordindien entdeckt. Das Fossil besteht aus einem kompletten unteren Backenzahn und wurde als Kapi ramnagarensis beschrieben. DOIhttps://doi.org/10.1098/rspb.2020.1655
  • 10 Millionen Jahre alt ist eine bisher unbekannte Art Bartenwal, die aus dem südlichen Nordseebecken beschrieben wurde. Die ursprünglichen Fossilien langen im Royal Belgian Institut of Natural Sciences (RBINS) und wurden bei Bauarbeiten in Antwerpen-Wommelgem gefunden. Protororqualus wilfriedneesi sp. nov. heißt die Art jetzt. Quelle: PeerJ
  • In einer theoretischen Arbeit postulieren Sophia C. Anderson und Graeme D. Ruxton einen hypothetischen gemeinsamen Urahnen aller Fledertiere. Dieses noch namenlose Tier war ein nachtaktiver Baumbewohner mit großem auditorischen Kortex im Gehirn, verlängerten Fingern mit verbindenden Häuten, möglicherweise einer Flughaut wie bei Gleitern und Ultraschallrufen zur Kommunikation. DOI: 10.1111/mam.12211

    Abstammung der Fledertiere
    Postulierte Abstammung der Fledertiere (Chiroptera) nach Anderson_et_Ruxton

Strandfunde

  • Im Nordwesten Islands, am „Kopf der Ente“, in Snæfellsnes sind zehn Langflossen-Grindwale gestrandet. Bevor Helfer vor Ort waren, starben acht von zehn Tieren. Über das Schicksal der beiden lebend gestrandeten, die bei Hochwasser wieder frei kamen, ist nichts bekannt.

    gestrandeter Grindwal
    einer der gestrandeten Grindwale. Bild: Náttúrufræðistofnun


Sonstige Meldungen

  • Der Khao Yai National Park in Thailand hat ein Umweltproblem, viele Touristen  werfen einfach ihren Müll weg. Der Park hat daher reagiert, Polizisten registrieren Besucher, die ihren Abfall nicht mitnehmen – und schicken ihnen den Dreck per Post nach Hause.
  • Nicht nur in Frankreich gibt es Ärger wegen der Geräusche, die Nutztiere auf dem Land machen. Auch in Deutschland wird regelmäßig gegen Hühner, Schafe, Ziegen und Kühe geklagt. Jetzt gibt es eine Petition, auch hier das „sinnliche Erbe der Landschaft“ gesetzlich schützen zu lassen.
    Wer unterschreiben möchte: Hier geht’s zu Openpetition.

Feld-Ornithologisches

Diese Woche macht sich der Vogelzug bereits deutlich bemerkbar, es gibt zahlreiche Irrgäste. Vor allem auf den Nordseeinseln ist richtig was los.

  • Im Naturschutzgebiet Altneckar in Heidelberg wurde ein „eigenartiger Vogel (reinweiß)“ beobachtet, der vor dem Beobachter flieht.
  • Ein Triel steht in Weißenburg in Bayern herum. Ein weiterer ist bei Bernburg an der Saale unterwegs.
  • Ein Dunkler Sturmtaucher ist vor Wangerooge unterwegs, auch vor Amrum wurden zwei von ihnen beobachtet.
  • Bei Cuxhaven schnepft eine Doppelschnepfe herum.
  • Vor Helgoland rennt ein Wellenläufer über die Wellen. An Land lässt sich dort ein Feldrohrsänger (Acrocephalus agricola) sehen.
  • Auf Langeooge ist ein Isabellsteinschmätzer (Oenanthe isabellina) unterwegs.
  • Am Niederrhein, dicht an der deutsch-niederländischen Grenze singen jetzt drei Seidensänger.
  • Bei Dannenberg an der Elbe sichelt ein Sichler durch den Schlamm.
  • In Ratekau an der Trave-Mündung lässt sich ein Rosapelikan beobachten. Das Tier ist unberingt.

 

Die „Immer noch da“-Meldungen

  • Der junge Rosenstar ist immer noch auf Helgoland unterwegs. Viel hat er von der Welt noch nicht gesehen, aber immerhin eine tolle Insel.
  • Zwei bis drei Marmelenten sind noch in Erlangen.
  • Die Graubruststrandläufer in Kloster Lehnin, Mittelstetten an der Donau und an der Jade sind noch vor Ort.
  • Das Purpurhuhn Porphyrio porphyrio von letzter Woche sucht immernoch offshore im Kubitzer Bodden vor Rügen nach Nahrung.
  • Die Ringschnabelente aus Lübben ist noch vor Ort.

Zu guter Letzt:

Risso’s Delfine oder Rundkopfdelfine gehören zu den eher ungewöhnlichen Delfinen. Sie sind Hochseebewohner, Tieftaucher und leben in großen bis sehr großen Gruppen. Als Kalmarjäger unterscheiden sie sich zudem auch noch in der Nahrung von vielen anderen Delfinen. Hier besucht eine Gesandtschaft aus sechs Tieren ein Boot, um es näher in „Augenschein“ zu nehmen.

 

Risso’s dolphins males checking our vessel from Karin Hartman on Vimeo.

 

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