Medienmittwoch: 100 Fossilien

Lesedauer: etwa 3 Minuten
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Paul D. Taylor arbeitete 35 Jahre für das Earth Science Department am Natural History Museum in London und war dort von 1990 bis 2003 Leiter der Abteilung für Invertebraten und Pflanzen. Aaron O`Dea ist Paläobiologe am Smithsonian Tropical Research Institute in Panama. Er arbeitet mit Fossilien, um die Treiber der Evolution zu verstehen.

 

Mit 100 weltberühmten Fossilien, 100 großartigen Bildern und in 100 kenntnisreichen Geschichten zeichnen Paul D. Taylor und Aaron O’Dea die Entwicklung des Lebens auf der Erde nach. So wie der berühmte Ur-Vogel Archaeopteryx spielen weitere 99 faszinierende Lebewesen aus der Urzeit eine wichtige Schlüsselrolle in der evolutionären Vergangenheit. Von urzeitlichen Mikroben, die Stromatolithen bauten bis hin zu dem ersten bedeutenden Fund eines menschlichen Schädels in Afrika nehmen die Autoren den Leser mit auf eine Reise zu allen Kontinenten und durch 3,5 Milliarden Jahre Erdgeschichte.

 

„Die beiden Autoren Paul D. Taylor und Aaron O’Dea haben eine wunderbare Lektüre zusammengestellt, die nicht wie ein dröges Lehrbuch zum Nachschlagen daherkommt, sondern zum Hinsetzten und Schmökern einlädt.“ WDR5

 

Natürlich ist so eine Auswahl eine subjektive Sache und hängt auch stark von der Verfügbarkeit der Fossilien für gute Fotos ab. Daher dominieren Objekte aus den Sammlungen des Londoner Natural History Museums und der Smithsonian Institutions. Diesen vermeintlichen Nachteil haben die Autoren zu ihrem Vorteil umgemünzt, so dass nicht immer die selben Fossilien dargestellt werden. Zugegeben: Natürlich ist das Londoner Exemplar des Archaeopteryx dabei. Dafür fehlt die bekannte Lucy – sie ist in Addis Abeba und deswegen nicht einfach verfügbar. Diesen Mangel haben die Autoren genutzt und alternativ die Fußspuren von Laetoli aufgenommen. Sie sind ein wesentlich eindrucksvollerer Beweis für den aufrechten Gang in der Evolution des Menschen.

 

Die mehr oder weniger lineare Reise durch die Zeit wird immer wieder durch Spezialthemen durchbrochen. So befassen sich die Autoren mit dem Zwergwuchs von Inselpopulationen, ein Phänomen, mit dem die Kryptozoologie ja auch regelmäßig zu tun hat. Dankenswerterweise greifen sie die im englischsprachigen Bereich sehr wichtige Argumentation der „Kreationisten“ auf. Die Autoren zeigen, warum es nur sehr wenige als „Missing Links“ interpretierbare „Übergangsformen“ gibt. Klassisch ist hier die Entwicklung der Vögel, die ja in den letzten Jahren sehr gut erforscht und darstellbar geworden ist. 

 

Die Autoren verzichten nahezu vollständig auf die Verwendung von Fachsprache. Das macht das Buch auch für ältere Jugendliche und Laien gut lesbar. Wie schon der WDR schreibt: kein Nachschlagewerk, sondern zum Schmökern. Ob es diesen Sommer auf dem Balkon oder am Strand geht, wird sich wohl in den nächsten Wochen zeigen.

 

 

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Die Geschichte des Lebens in 100 Fossilien

Das Buch hat 224 in ein Hardcover gebundene Seiten voll hochwertiger Fotos von mehr oder weniger berühmten Fossilien. Es ist 2015 bei wbg Theiss in deutscher Sprache erschienen.

 

Als gebundenes Buch macht sich „Die Geschichte des Lebens in 100 Fossilien“ gut im Regal und kostet € 20,-. Es ist auch für den Kindle erschienen, dann aber deutlich teurer.

 

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