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Medienmittwoch: Afrika-Expeditionen

Afrika-Expeditionen stehen immer wieder im Mittelpunkt der Kryptozoologie. Kein Kontinent setzt solche Abenteuerlust frei. Namen wie Ubangi, Ruvenzori, Mombasa oder Kikwit locken Abenteurer und Forscher aus aller Welt. Das ist nicht nur heute so, wo man jeden dieser Orte virtuell besuchen kann. Schon vor dem eigentlichen Beginn der Kolonialzeit waren Abenteurer und Forscher im „schwarzen Kontinent“ unterwegs. Sie haben die „weißen Flecken“ der Landkarten gefüllt, ihre Umgebung beobachtet und aufgeschrieben, was sie fanden.

Afrika spielt in der nächsten Zeit eine große Rolle im NfK

Regen über Ruwenzori
Regen über dem Regenwald im Kongo

 

Nicht nur der zweite Teil der Mokele-Mbembe-Veranstaltung ist angesagt, auch am vergangenen und den kommenden Donnerstagen geht es in den Dschungel des Kongo-Gebietes. Wir folgenden Spuren von David Livingstones, Henry Morton Stanley, Richard F. Burton, John Hanning Speke, Pierre Savorgnan de Brazza, aber auch Deutschen wie Heinrich Barth oder Herrmann von Wissmann. Mit Mary Kingsley ist sogar eine höchst bemerkenswerte Dame unter den Entdeckern Afrikas.

 

Expeditionen ins vor- und koloniale Afrika sind auch immer Expeditionen ins Unbekannte und daher auch in die Kryptozoologie gewesen. Heinrich Barth gilt als einer der ersten Kryptozoologen im deutschsprachigen Bereich. Aber auch alle anderen Entdecker haben Ungewöhnliches aufgezeichnet, das sich lohnt, modern zu untersuchen.

 

Regenwald-Ufer
Diese üppig grünen Ufer der Regenwaldflüsse dürften sich den Entdeckern wochen- bis monatelang gezeigt haben.

Der tredition-Verlag und die Edition Erdmann haben in den letzten Jahren historische Reiseberichte überarbeitet, auf Deutsch übersetzt und in moderne Form gebracht. Viele dieser Bücher sind als Gebundenes Buch, Taschenbuch und für den Kindle erhältlich – und im Vergleich zu antiquarischen Originalen erfreulich erschwinglich.


1861: Die Entdeckung der Nilquellen: Victoriasee

Die zweite Reise des John Hanning Speke

John Hanning Speke war auf seiner ersten Expedition zu den Quellen des Nils immer wieder mit seinem Partner, dem berühmten Forscher und Abenteurer Richard F. Burton, in Konflikt geraten. Als Speke vor Burton nach England zurückkehrt und das Gros seiner Erkenntnisse der Öffentlichkeit berichtet, stiehlt er Burton endgültig das Rampenlicht.

 

Viktoriasee
Der Victoriasee gilt als Sammelbecken der Nilquellen

 

Ein legendärer persönlicher und wissenschaftlicher Konflikt entbrennt. Auf seiner zweiten – hier dokumentierten – Reise bestätigt Speke endgültig seine spektakulären Ergebnisse und geht mit der Lösung des „Nilproblems“ in die Entdeckungsgeschichte ein.

John Speke – Kollege und Widersacher Burtons

Doch zwischen den Zeilen ist Spekes Reisetagebuch viel mehr als nur das Dokument einer geographischen Sensation. Aus erster Hand berichtet, erfährt der Leser von der komplexen kulturellen und politischen Landschaft Afrikas.

 

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Die Entdeckung der Nilquellen: Am Victoriasee

 

Die Entdeckung der Nilquellen: Am Victoriasee | 1861-1862 ist eine bearbeitete Übersetzung des Original-Reiseberichtes von John Speke. Als gebundenes Buch hat es 368 Seiten und ist bei edition erdmann erschienen. Es ist auch als Taschenbuch erhältlich.

 

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1875: Vom Ogowé zum Kongo: Pierre Brazza

Es ist ein Schlüsselmoment im Wettlauf europäischer Mächte um den Zugriff auf afrikanische Gebiete und Wasserwege am Äquator: Henry Morton Stanley, ein Journalist und skrupelloser Selfmademan, bahnt für den belgischen König mit Gewehr und Dynamit eilig einen Weg entlang des Kongo ins Landesinnere.

 

Wasserfälle des Kongo
Wo Livingstone militärische Zerstörung präsentierte, ging Brazza diplomatisch vor – aber die Kongo-Katarakte waren trotzdem ein Problem.

 

Währenddessen erkundet Pierre Savognan de Brazza, venezianischer Adeliger und Offizier, entflammt für Abenteuer und die Werte der französischen Republik, zwischen 1874 und 1882 bedächtig den nördlich des Kongo fließenden Ogowe. Unter der französischen Flagge befreit er Sklaven, schließt Freundschaftsvertäge und Koalitionen mit Einheimischen. Er verspricht Wohlstand und Frieden. Dann findet er einen schiffbaren Zufluss des Kongo und kommt an dessen Nordufer Stanley zuvor.

 

Seine erstmal ins Deutsche übersetzten Vorträge und Briefe berichten von de Brazzas Expeditionen und seinem vergeblichen Versuch unter französischer Flagge einen friedlichen Handel zu etablieren.

 

Pierre Savorgnan de Brazza, ein Visionär und Idealist

Pierre Savorgnan de Brazza (1852-1905) wurde in Rom geboren und gehörte einem italienischen Adelsgeschlecht an. Schon früh faszinierten ihn die zahlreichen Karten und Reiseberichte der Familienbibliothek. Er absolvierte die französische Marineschule und nahm die französische Staatsbürgerschaft an, bevor er im Alter von 20 Jahren zum ersten Mal nach Afrika reiste. Dort führte er mehrere Expeditionen ins Gebiet der heutigen Staaten Gabun und Republik Kongo durch, gründete die Militärposten Franceville und Brazzaville und war von 1886 bis 1898 Generalkommissar von Französisch-Kongo.

 

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Expedition nach Westafrika

Expedition nach Westafrika: Vom Ogowé zum Kongo. übersetzt das erste Mal die Vorträge und Briefe Brazzas ins Deutsche. Das gebundene Buch ist bei edition erdmann erschienen und hat 296 Seiten.

 

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1883: Die zweite Afrikareise Herrmann von Wissmanns

Im Auftrag des belgischen Königs Leopold II. tritt Hermann von Wissmann 1883 seine zweite Afrikareise an, bei der er den Verlauf des Kasai und die Zuflüsse im Kongo erkunden soll. Vom Lulua aus, einem Nebenfluss des Kasai, wo Wissmann die Station Luluaburg gründet, startet er mit seinen Trägern und Eingeborenen des Baschilange-Volks auf selbstgebauten Kanus die Erkundung des Kasai.

 

Der undurchsichtige Verlauf des reißenden Flusses, sowie Kämpfe mit Eingeborenen stellen nur einen Teil der Schwierigkeiten dar, mit denen die Expedition zu kämpfen hat. 1885 gelangt man schließlich wieder an die Küste und hat wichtige Ergebnisse vorzuweisen: die Zugehörigkeit des Kasai zum Kongogebiet, Klarheit über den Verlauf einiger Kongonebenflüsse und die Eröffnung neuer Binnenschifffahrtswege.

 

Regenwaldfluss
Auch von Wissmann folgte den Flüssen, oft die einzigen Reisewege im Dschungel

Hermann von Wissmann, der Entdecker

Hermann von Wissmann wurde 1853 in Frankfurt an der Oder als Sohn eines Regierungsrats geboren. Er schlug eine Offizierslaufbahn ein, lernte bald den Afrikaforscher Paul Pogge kennen und bestritt 1880, begeistert von dessen Erzählungen, als Begleiter seine erste Afrika-Expedition. Seitdem bereiste er mehrmals das Inland Afrikas, um bislang unerforschte Gebiete zu erkunden. Von 1895-1896 war er Gouverneur von Deutsch-Ostafrika. Wissmann kam 1905 bei einem Jagdunfall in der Steiermark ums Leben.

 

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Die Erforschung des Flusses Kasai

Im Innern Afrikas: Die Erforschung des Flusses Kasai ist der Reisebericht der zweiten Afrikareise des Herrmann von Wissmann. Er reiste keineswegs zum Selbstzweck, sondern im Auftrag König Leopold II. von Belgien, um Verkehrswege im Kongo zu erforschen. Das Buch lebt von seiner atmosphärischen Dichte der Beschreibung Westafrikas in den frühkolonialen Jahren. Es ist mit einigen, aber sehr hochwertigen Tuschezeichnungen illustriert.

 

Der Reisebericht ist als gebundenes Buch mit 536 Seiten und für den Kindle bei edition erdmann erschienen.

 

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1893: Auf der Jagd nach Fisch und Fetisch

Die Reisen der Mary Kingsley in Westafrika

Wie kam eine viktorianische Lady ausgerechnet auf die verrückte Idee, ins Grab des weißen Mannes zu reisen? Zeigte sich doch schon die Karte von Westafrika in Rabenschwarz, von Sierra Leone bis über den Kongo hinaus. Eine deutliche Warnung, um die sich Mary Kingsley jedoch wenig scherte. Mit ihren 30 Jahren galt die Viktorianerin als „alte Jungfer“. Niemand erwartete von ihr, dass sie ihren Seesack packt und einen alten Kohlendampfer besteigt. Und niemand hätte je geglaubt, dass sie in der Gesellschaft trinkfester Händler alleine nach Westafrika fährt.

Als „alte Jungfer“ auf Entdeckungsreise

Was sie auf ihren abenteuerlichen Reisen (1893 bis 95) an der Küste, in den krokodilreichen Flüssen und Mangrovensümpfen, in den Dörfern der kannibalischen Fang oder hoch oben auf dem Kamerunberg erlebte, hielt sie in Briefen, Buschjournalen und Tagebüchern fest.

 

Flussinsel
Solchen Flussinseln dürfte Mary Kingsley auch begegnet sein.

 

Ihre erste Begegnung mit Eingeborenen fand Miss Kingley allerdings erschreckend. Als in Tabu plötzlich eine Horde tätowierter schwarzer Männer an Bord erschien, flüchtete sie in ihre Kabine. Dort waren bereits ein paar spärliche bekleidete Gentlemen damit beschäftigt, ihre Koffer zu durchwühlen. Sie begutachteten ihre Käfersammlung und erkundeten die Funktion ihrer Zahnbürste. Die gefährlichen „Wilden“ entpuppten sich jedoch als freundliche Kru. Ihnen sollte Mary Kingsley in Westafrika öfter begegnen, als einem Krokodil, Elefanten oder einem Nilpferd.

Eine Lady als Kolonialwaren-Diplomatin

Um ihre magere Reisekasse aufzubessern, marschierte sie mit einer Warenkiste voll Tabak, Schnaps und allerlei Krimskrams durch den Urwald. Als Buschhändlerin saß sie als Ehrengast am abendlichen Feuer und palaverte mit den Häuptlingen. Sie entlockte dem Hexendoktor ein paar Fetischgeheimnisse und feilschte geschickt um den besten Preis für Rohgummikugeln und Elfenbein. Gefährliche Situationen, bei denen ein Haudegen wie Stanley wohl um sich geschossen hätte, löste Mary Kingsley mit „stundenlangem Palaver und etwas Tabak“.

 

Trotz ihrer Begeisterung für Westafrika, fragte sich die Lady gelegentlich selbst: „Was mache ich kapitaler Esel eigentlich in diesem Land“?

 

 

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Eine „alte Jungfer“ auf Expedition

 

Auf der Jagd nach Fisch und Fetisch: Die Reisen der Mary Kingsley in Westafrika ist eine bearbeitete Übersetzung des Original-Reiseberichtes der Mary Kingsley. Sie beschreibt beide. Afrika-Reisen. Es ist bei tredition erschienen und hat als gebundenes Buch 252 Seiten, ist auch als Taschenbuch und für den Kindle erhältlich.

 

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Reisen in Westafrika:

Durch Französisch-Kongo, Corisco und Kamerun

Mary Kingsley war keine gewöhnliche Reisende. Als ein Krokodil versucht in ihren Einbaum zu klettern, zieht sie ihm einen Schlag mit dem Paddel über den Kopf. Während der Regenzeit besteigt sie den 4095 Meter hohen Kamerunberg, was sie zur ersten Frau auf seinem Gipfel macht. Bis zum Kinn im Wasser watet sie durch Sümpfe. Sie stürzt in eine Fanggrube für Tiere voller spitzer Pfähle. Dank ihrer guten Entscheidung, entgegen dem Rat ihrer Freunde aus England auch in Afrika keine Männerkleidung zu tragen, klettert sie unverletzt wieder heraus.

 

Einbaum, auch heute noch in Afrika gebräuchlich

 

Die hier versammelten Berichte handeln von der zweiten Westafrikareise 1894/1895 der britischen, heute als Nationalheldin gefeierten, Entdeckerin und Schriftstellerin.

Mit großem anthropologischem Interesse beschäftigt sich Kingsley intensiv mit dem Leben der westafrikanischen Völker. Sie revolutioniert das Bild des „primitiven Schwarzen“, tritt gegen den Sklavenhandel und für die Rechte der afrikanischen Ureinwohner ein.

 

Blumen aus dem Kongo-Regenwald
Eine der vielen blühenden Pflanzen im Regenwald des Kongo

Mary Henrietta Kingsley wurde 1862 in London geboren und starb 1900 in Südafrika an Typhus. Mary Kingsleys Vater hat als Arzt und medizinischer Betreuer reicher Aristokraten weite Reisen unternommen. Sie selbst jedoch war bis zum Tod ihrer Eltern nie irgendwohin gereist. Sie blieb zu Hause und versorgte ihre kranke Mutter. Einzig in Büchern ging sie auf Reisen, las sehr viel über Afrika und wusste eine Menge über den Kontinent, ohne je dort gewesen zu sein. Dann, als Mary Kingsley dreißig Jahre alt war, starben beide Eltern. 18 Monate später stach sie Richtung Afrika in See.

 

 

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Mary Kingsley’s zweite Westafrikareise

Reisen in Westafrika: Durch Französisch-Kongo, Corisco und Kamerun: Durch Französisch-Kongo, Corisco und Kamerun. 1895 ist bei edition erdmann erschienen und hat als gebundenes Buch 480 Seiten. In diesem Buch berichtet Mary Kingsley ausschließlich über ihre zweite Afrikareise, 1894 und 95. Wer das darüber vorgestellte Buch „Auf der Jagd nach Fisch und Fetisch“ gelesen hat, wird also Vieles wieder erkennen. Hier wird Miss Kingsley aber deutlich ausführlicher.

Derzeit ist die Druckauflage nur mit Glück antiquarisch erhältlich, jedoch bietet es Amazon für den Kindle an.

 

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Kisangani
Abendstimmung bei Kisangani am Kongo