Medienmittwoch: „Into the Forest“

Lesedauer: etwa 5 Minuten
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Der deutsch-amerikanische Naturfilmer Bryan Maltais erkundet drei volle Monate lang einen geheimnisvollen Wald im Herzen Europas. Dabei beobachtet er den Wechsel der Jahreszeiten vom Ende des Winters bis zum Anbruch des Sommers. Er filmt das Leben faszinierender Wildtiere, insbesondere der heimischen Reptilien und Amphibien. Unser Autor Markus Bühler hat ihn als Scout vor Ort begleitet.

Der Film ist inzwischen auch auf Amazon Prime verfügbar, sowohl in englischer als auch in deutscher Sprache.

 

 

Ein Großprojekt

Aber „Into the Forest“ wurde ein viel größeres und umfangreicheres Projekt als nur ein paar Touren in den Wald. Bryan verbrachte drei ganze Monate in Deutschland, um die Entwicklung der Natur vom letzten Schnee bis zum Frühsommer im Juni zu dokumentieren. Er filmte fast jeden Tag und manchmal sogar nachts. Wenn er nicht filmte, arbeitete er daran, die Videos zu bearbeiten und zu schneiden.

 

Um einen hochwertigen Dokumentarfilm zu produzieren, verwendete er eine 4k-Kamera, damit die Bildqualität auch auf einem großen Bildschirm TV-Qualität entspricht. Er machte Zeitlupen- und Zeitraffervideos, Unterwasser- und Nachtsichtaufnahmen und nahm auch einige erstaunliche Landschaftsvideos mit einer Drohne.

 

Bryan beim Filmen von Feuersalamandern
Aufnahme vor Bequemlichkeit: Das Filmen von Feuersalamandern erfordert Körpereinsatz.

 

 

 

Feuersalamander
Ein Feuersalamander bei der Geburt seiner Larven.

 

Feuersalamander als gefährdete Art

Der Feuersalamander spielt auch eine Schlüsselrolle in der Dokumentation, aber nicht nur wegen seines charmanten Aussehens, sondern auch, um das Bewusstsein für die Gefahren des Chytrid-Pilzes Bsal (kurz für Batrachochytrium salamandrivorans) zu schärfen, der über den Amphibien-Terraristikhandel aus Asien auf den europäischen Kontinent gelangt ist. Bsal hat bereits ganze Feuersalamanderpopulationen in Belgien und den Niederlanden ausgerottet und Norddeutschland bereits erreicht. Leider dürfte es sich in Europa noch weiter ausbreiten.

 

Unsere letzte Tour in den Schwarzwald führte uns nach Kaltenbronn, einem Gebiet mit mehreren Mooren. Wir hatten hier im Jahr zuvor die beiden Kreuzottern im Jahr gefunden. Leider war alles, was wir in dieser Zeit fanden, eine einzige frischtot auf der Straße liegende Kreuzotter.

Nebel über dem Schwarzwald
Nebel über dem Schwarzwald (MB)

 

Vieles direkt vor der Haustür

Einen erheblichen Teil des Dokumentarfilms wurde im Schönbuch, einem großen Waldgebiet bei Tübingen, gedreht. Die tiefen und weitläufigen Wälder bieten zahlreiche interessante Drehorte, von Wildgehegen mit Rotwild und Wildschweinen bis zu großen Teichen voller Kaulquappen. Deutschland ist ziemlich dicht besiedelt und selbst die meisten Naturschutzgebiete werden auf die eine oder andere Weise durch menschliche Aktivitäten verändert. In vielen Fällen geschah dies bereits vor Jahrhunderten. Die Spuren menschlicher Aktivitäten sind oft tief mit der umgebenden Landschaft verwoben.

 

Schönbruch Teich
Einer der Teiche im Schönbruch (MB)

 

Ein besonders schöner Überrest der menschlichen Kultur war auch das alte Kloster Bebenhausen, das sich direkt vor dem Schönbuch befindet. Umgeben von jahrhundertealten Fachwerkhäusern, seiner gotischen Architektur, alten Mauern und alten Türmen war es auch ein perfekter Ort für Drohnenaufnahmen, um die gesamte Bandbreite des Komplexes zu zeigen. Das Kloster wurde 1190 gegründet. Nach der Reformation wurde es unter anderem als Jagdschloss genutzt und war später Wohnsitz des letzten Königs von Baden-Württemberg im frühen 20. Jahrhundert.

 

Kloster Babenhausen
Das alte Kloster Babenhausen (MB)

 

 

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Der Magische Wald

Naturfilmer Bryan Maltais erkundete volle drei Monate einen geheimnisvollen Wald im Herzen Europas. Dabei beobachtete er den Wechsel der Jahreszeiten vom Ende des Winters bis zum Anbruch des Sommers. Er filmte das Leben faszinierender Wildtiere, insbesondere der heimischen Reptilien und Amphibien.
Unser Autor Markus Bühler hat ihn auf einem Teil seiner Expeditionen begleitet.

 

Der Magische Wald: Reptilien und Amphibien ist 2019 erschienen und im Amazon-Prime-Paket, zum Download oder auf Datenträger erhältlich.

 

Mit dem Kauf über den Link unterstützt ihr den Betrieb dieser Website.

 

Fazit

„Der Magische Wald“ wurde zu einem wirklich wunderbaren Dokumentarfilm, zumal es sich bei den gezeigten Arten vor allem um Tiere handelt, die trotz ihres faszinierenden Lebens meist nur wenig Aufmerksamkeit in den Medien bekommen. Ich kann mir vorstellen, dass nicht nur nicht-europäische Zuschauer Freude daran haben, einige der rätselhaften Tiere, die umliegenden Landschaften und die Geschichte Süddeutschlands kennenzulernen.

 

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