Medienmittwoch: Die Reise zum Mittelpunkt der Erde

Lesedauer: etwa 3 Minuten
image_pdfimage_print

Professor Lidenbrock ist ein typischer Wissenschaftler des 19. Jahrhunderts. Unabhängig und nur in seine Wissenschaft vertieft, ein wenig verschroben und trotz seines Alters ständig auf der Suche nach neuen, ungewöhnlichen Erkenntnissen. Ein Spur, auf die er aufspringt, ergibt sich in einem Antiquariat: Am 24. Mai 1863 findet er in einem alten Buch ein Manuskript von Snorri Sturison findet er eine in Runen verschlüsselte Nachricht von Arne Saknussemm aus dem 16. Jahrhundert. Der Professor wittert eine große wissenschaftliche Entdeckung…

Reise zum Mittelpunkt der Erde
Eine der vielen tollen Illustrationen aus dem Buch – nicht aus dem Hörbuch.

Kurze Zeit später macht sich der ungeduldige Lindenbrock zusammen mit seinem 19-jährigen Neffen auf den Weg von Hamburg über Dänemark nach Island. In Reykjavik engagieren sie einen einheimischen Naturburschen als Führer. Zu dritt besteigen sie einen von Saknussemm genannten Berg, den Sneffels, heute Snaefellskökull. Dort gelangen sie über einen Lavaschacht ins Erdinnere. Dort erleben sie einige, entsprechend des Erscheinungsdatums des Buches beschriebene Besonderheiten, von akustischen Phänomenen über Kugelblitze, bis hin zu Meeressauriern. Offenbar führt der Weg tiefer in die Erdkugel auch immer weiter in die Erdgeschichte zurück. Was nach einer Explosion passiert…


Kommentar

„Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ gehört zum Frühwerk des französischen Schriftstellers Jules Verne. Viele Topics seiner späteren Romane finden sich bereits hier in Ansätzen. Seine unglaubliche Gabe, Dinge und Menschen zu beobachten und Orte zu beschreiben, beweist er hier bereits. Die Idee, durch eine ungewöhnliche Reise in eine der Vergangenheit ähnliche Region zu gelangen, war damals neu und der Roman begründete seinen Ruhm als Schriftsteller.

 

Heute ist neben der Geschichte auch noch die Meta-Ebene interessant. Jules Verne’s Sicht auf seine Personen zeichnet ganz nebenbei ein spannenden Blick auf die Gesellschaft und Wissenschaft des 19. Jahrhunderts.

 

Als Zehnjähriger habe ich dieses Buch geliebt. Spannenderweise bekam ich es zusammen mit einer kleinen Batterie-Lampe, die man an das Buch klemmen konnte, geschenkt. So konnte ich es abends nicht nur heimlich unter der Bettdecke lesen, sondern auch noch das Höhlen-Gefühl noch stärker erleben. Vielleicht hat das meine Leidenschaft für die Werke Jules Verne’s entzündet.

 

Das Hörbuch

Das Hörbuch „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ ist 2013 beim Hörbuchspezialisten cbj audio auf 4 Audio-CDs erschienen. In 4:40 Stunden bietet es die Lesung einer modernen, ungekürzten Übersetzung.

Als Sprecher fungiert Rufus Beck, den man unter anderem von den Harry Potter-Hörbüchern kennt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.