Mein Wort zum Sonntag – 11. Oktober 2020

Einen schönen Sonntag wünsche ich dir!

Zwei ereignisreiche Wochen liegen hinter uns. Leider hat der Oktober keinen guten Anfang genommen, für mich nicht und auch für viele andere Menschen auf der Welt. Während ich mir den Fuß verknackst und mir dann auch noch eine Erkältung eingefangen habe, bereiten mir vor allem die steigenden Infektionszahlen und die Meldungen in den Nachrichten große Sorge. In vielen Bundesländern sind schon wieder schärfere Maßnahmen in Kraft getreten, immer wieder hört man sorgenvolle Spekulationen über einen neuen Lockdown.

 


 

Für mich als Schriftsteller sind das schlimme Hiobsbotschaften. 2020 habe ich keine einzige Lesung veranstalten können. Seit Ende Februar, was mir schon eine Ewigkeit lang her zu sein scheint, gab es auch keine Dino-Treffen mehr. Nicht nur, dass mir diese Aktionen und Treffen auch persönlich sehr fehlen, so reißt mir die gegenwärtige Lage auch ein ordentliches Loch in den Geldbeutel. Als Autor verdient man nur minimale Prozente am Buchverkauf, die Lesungen sind der eigentliche Zughebel, um in diesem Metier ein Bein auf die Bude zu bekommen, genau wie die Bühne für den Schauspieler oder Musiker. Wenn all das fehlt – und es wird wahrscheinlich so sein, dass es den ganzen Winter über fehlen wird! – ist das für alle Kunstschaffenden eine Katastrophe.

 


 

Ich möchte hier nicht großartig rumjammern. Ich mache auch kein Posting mit einem Link zu einem Spendenkonto, denn so schlecht geht es mir dann auch wieder nicht. Womit ihr mich aber wirklich unterstützen könnt, und nicht nur mich, sondern alle eure Mitmenschen: Bitte nehmt die Abstands- und Hygieneregeln ernst. Bitte fahrt nicht in den Urlaub. Bleibt hier. Bleibt zuhause! Nehmt Rücksicht auf eure Mitmenschen. Vermeidet unnötige Kontakte. Verzichtet bitte auf Partys oder große Menschenmengen. Nur so können wir der Ausbreitung des Virus Einhalt gebieten, bis wir hoffentlich bald ein wirksames Heilmittel oder einen Impfstoff haben. Auch andere Infektionskrankheiten feiern im Herbst ja ihr Comeback – ihr könnt euch aber mit dem Einhalten der Corona-Regeln auch gegen sie schützen!

 


Bild der Woche

Eine Triceratops-Herde auf der Flucht! Was hat die Tiere so in Panik versetzt? Ein Unwetter? Ein gefährlicher Raubsaurier? In Panik stürmt die Herde aufs Wasser zu, doch ob es dort sicher für sie ist, steht keineswegs fest…

Das Bild stammt von Damir G. Martin.

Anzeige

Drei Urzeitbäume

Falls ein pflanzenfressender Dino auf einen Snack vorbei kommt, sollte man vorbereitet sein: Mit den drei Bäumchen von Seedo hat man eine kleine Mahlzeit für ihn parat:

  • Berg – Mammutbaum 3 Jahre alt 10 – 20 cm hoch
  • Ginkgo biloba ca. 2,5 Jahre alt ca. 20 – 30 cm hoch
  • Urwelt-Mammutbaum 2,5 Jahre alt 35 bis 45 cm hoch

Falls er nicht kommt, ist das auch nicht schlimm, die Bäumchen machen sich auch im Topf oder im Garten sehr gut. Anders als in vielen sonstigen Sets wird kein (billiges) Saatgut ausgeliefert, sondern bereits gestandene Bäumchen. Das erleichtert dem angehenden Urzeit-Gärtner das Leben.

Die 3 Pflanzen aus der Zeit der Dinosaurier werden als junge Bäumchen geliefert, die den nächsten Winter im Garten oder auf dem Balkon gut überstehen. Eine ausführliche Pflegeanleitung ist ebenfalls enthalten. Die winterkahlen Bäumchen (Ginkgo und Metasequoia) kommen im Winter natürlich ohne Blätter/ Nadeln an.

Mit dem Kauf über unserem Link unterstützt ihr den Betrieb dieser Website

Paläo-News

Trotz der sorgenvollen Entwicklungen der letzten Tage gab es in den vergangenen zwei Wochen auch viel Interessantes aus der Welt der Urzeitforschung zu vermelden. Los geht’s mit den Paläo-News!


Crocodylus checchiai: wieder aufgespürter Krokodilschädel gibt neue Einblicke in die Evolution der modernen Krokodile

Die Gattung Crocodylus umfasst heute 13 bekannte Krokodilarten, darunter sowohl das afrikanische Nilkrokodil sowie vier südamerikanischen Krokodile: Das Orinoko-Krokodil, das Spitzkrokodil, das Beulenkrokodil und das Kubakrokodil. Diese fünf Arten sind, wie genetische Analysen und morphologische Studien nahelegen, sehr eng miteinander verwandt, und es ist aus evolutionsgeschichtlicher Sicht sogar noch gar nicht so lange her, dass sie sich voneinander trennen. Vor nur neun Millionen Jahren könnte ihr letzter gemeinsamer Vorfahre in Afrika gelebt haben. Dies deuteten bereits im frühen 20. Jahrhundert in Libyen entdeckte Krokodilfossilien an, deren Schädel man einst zwar wissenschaftlich untersuchte und beschrieb, die aber allesamt im Laufe der Zeit verloren gingen.

 


Einen der vier verschollenen Schädel konnten italienische Forscher nun aber in der Sammlung der Sapienza-Universität von Rom wieder aufspüren. Mithilfe modernster Vermessungstechniken wurde dieser Schädel genauestens untersucht und in einer neuen Studie als neuer Typus-Schädel der Art Crocodylus checchiai beschrieben. Das Fossil weißt deutliche Ähnlichkeiten zu den südamerikanischen Krokodilen auf und dürfte ihr engster afrikanischer Verwandter, möglicherweise sogar ihr direkter Vorfahre sein, der irgendwie über den Ozean in die Neue Welt gelangte.

Während des Pliozäns war der Atlantik zwischen Brasilien und der Westspitze Afrikas nur wenige hundert Kilometer breit. Die Krokodile, die durchaus längere Strecken im Salzwasser schwimmen konnten, gelangten wohl erst zu jener Zeit über den Seeweg nach Westen, wo sie sich zu den heutigen Arten weiterentwickelten.

 

Bildquelle (oben) und Link zur Studie

 

Lebendrekonstruktion von Crocodylus checchiai in seiner natürlichen Umgebung. Bildquelle: D.A. Iurino.

 

 


Panzerfisch trug sie in seinem Leib: Älteste bislang bekannte Wirbeltier-Embryonen gefunden!

Einem internationalen Ausgrabungsteam gelang im hohen Norden Schottlands ein a

ufsehenerregender Fund: in den Schichten der Eday Flagstone Formation aus dem mittleren Devon, die ein Alter von etwa 385 Millionen Jahren haben, legten sie die Überreste eines Placodermen der Art Watsonosteus fletti frei. Panzerfische wie er sind in diesen Schichten relativ häufig, also deutete zunächst nichts auf eine Sensation hin.

Doch im Innern des Fossils wartete eine Überraschung: die noch kleinen Plattenpanzer von ungeborenen Placodermen! Diese Embryonen sind der älteste bekannte Nachweis von Wirbeltier-Nachwuchs, und außerdem ein weiterer Beleg dafür, dass auch Watsonosteus, wenn nicht sogar alle größeren Placodermen lebensgebärend waren. Ähnliche Funde legten dies bereits bei dem etwas jüngeren Incisoscutum ritchiei nahe, der im Jahre 2008 ebenfalls mit ungeborenem Nachwuchs im Leib entdeckt wurde.

Lebendrekonstruktion eines Placoderm (hier Dunkleosteus) von Dimitry Bogdanov. Watsonosteus sah wahrscheinlich ganz ähnlich aus.

Weiterhin wurden im Innern des Fossils auch die Überreste anderer Panzer-, aber auch Knochenfische gefunden. Watsonosteus war ein gefürchteter Raubfisch mit einem reichhaltigen Speisezettel.

Link zur Studie


Fluffige Giganten – sind Pycnofibern der Pterosaurier in Wahrheit Federn?

Seit Jahren schon wird unter Wissenschaftlern eifrig diskutiert, ob Flugsaurier Federn hatten. Einige jüngere Entdeckungen aus China zeigen im Fossil winzige, nur Millimeterbruchteile dünne Filamentstrukturen, die an ihren Enden wie ein Flaum ausgefranst waren und deshalb von den chinesischen Wissenschaftlern als analog zu den Protofedern der Dinosaurier betrachtet wurden.

Pterosaurier – wie sahen sie wohl aus? Bildquelle: Megan Jacobs.

Der Fund wäre damit eine wahre Sensation: er würde bestätigen, dass sich die Federn der Dinosaurier (und Vögel) sowie die Körperbedeckung der Flugsaurier gemeinsam schon beim letzten gemeinsamen Vorfahren beider Tiergruppen entwickelt hätten. Dies hieße dann nicht nur, dass jeder Flugsaurier gefiedert war, sondern auch, dass jeder Dinosaurier zumindest die Erbanlagen für Federn in seinen Genen trug, auch wenn manche (wie die Sauropoden) ihren Federschmuck wohl sekundär wieder verloren.

 


Die Flugsaurier-Experten David Unwin und Dave Martill sind jedoch anderer Ansicht. Sie kritisieren, dass die Filamente auch durch Verwesung und Umwelteinflüsse nach dem Tod des Tieres ausgefranst sein könnten, und dass der Beleg für eine Homologie immer noch aussteht. Dies sei ihrer Ansicht nach viel wahrscheinlicher, als die Herkunft der Feder 80 Millionen Jahre nach hinten zu verorten, wobei es in dieser ganzen Zeit dazwischen kaum bzw. gar keine Belege für gefiederte Dinosaurier und Flugsaurier gäbe.

 

Link zur Studie


Chicxulub-Katastrophe: Vulkanische Asche und Krater-Auswurfmaterial waren für Impaktwinter verantwortlich

Der Einschlag eines gewaltigen Meteoriten, der vor 66 Millionen Jahren vor der Halbinsel Yukatan die Erde traf, markiert das schlagartige Ende der Kreidezeit. Er löste eine Kettenreaktion verheerender Naturkatastrophen und damit ein Massenaussterben aus, das zu den fünf größten der Erdgeschichte zählt. Als Dinokiller ist der Chicxulub-Meteorit, der nach seiner Einschlagsstelle benannt wurde, berühmt geworden.

Der Einschlag vor 66 Millionen Jahren war eine der fünf größten Katastrophenereignisse der Erdgeschichte.

Einer der wesentlichen Faktoren, die zum Aussterben so vieler Arten führte, war der sich an dieses Ereignis anschließende Impaktwinter. Doch lange Zeit war nicht klar, wodurch die Temperaturen nun genau sanken: waren es die Staubwolken, die nach den verheerenden Waldbränden die Sonne verdunkelten? Oder waren es die vulkanischen Aerosole, die während und nach der Katastrophe in die obere Atmosphäre geschleudert wurden?

Wahrscheinlich spielte beides schon auf gewisse Weise zusammen und beide waren schon für sich alleine genommen stark wirkende Klimafaktoren. Doch wie Forscher der University of California nun herausfanden, machten hierbei doch die vulkanischen und Auswurf-Aerosole den entscheidenden Anteil aus.

Grafik aus der Studie: Weltkarte der späten Kreidezeit mit Fundstellen von Sektionen, wo Auswurfmaterial nachgewiesen wurde.

In mehreren Proben aus verschiedenen Teilen der Welt, wo sich während und nach dem Impaktwinter Ablagerungen bildeten, konnten sie durch chemische Analyse hohe Konzentrationen von Kohlenwasserstoffen, Schwefelverbindungen und anderen Stoffen nachweisen, die – noch in der Atmosphäre – das Sonnenlicht reflektierten und für eine starke Wärmeabstrahlung ins Weltall verantwortlich waren. Der Anteil an Kohlestoff, der aus Asche und Staub gebildet wurde, ist zwar höher, dürfte aber doch einen geringeren Abkühlungseffekt erwirkt haben.

 

Link zur Studie


Solnhofen: Isoliert gefundene Feder gehört wahrscheinlich wirklich zu Archaeopteryx

Zu den ersten gefundenen Fossilien des „Urvogels“ Archaeopteryx gehört ein Federfossil, dass schon 1861 im bayrischen Steinbruch von Solnhofen entdeckt wurde. Doch einige Wissenschaftler zweifeln aufgrund einiger morphologischer Unterschiede die Zugehörigkeit des Fossils zum Urvogel an.

 

Lebendrekonstruktion von Archaeopteryx. Bildquelle: Nobu Tamura.

In einer neuen Studie legten Ryan M. Carney, Helmut Tischlinger und Matthew D. Shawkey die Feder ein weiteres Mal auf den Prüfstand und analysierten sie genau. Dabei stellten sie doch sehr viele Gemeinsamkeiten zu den aus anderen Fossilien bekannten Federn des Archaeopteryx fest, sodass sie zu dem Schluss kommen, dass die Feder wohl doch zu einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit vom Urvogel stammt.
Außerdem konnten sie wie schon in vorherigen Forschungen an dem ausgezeichnet erhaltenen Fossil Melanosome nachweisen, die indizieren, dass die Feder zu Lebzeiten des Tieres mattschwarz gefärbt war.

 

Link zur Studie


Jagdverhalten säbelzahntragender Raubtiere erforscht

Ein internationales Team von Forschenden aus dem Vereinigten Königreich und Spanien sowie unter Beteiligung vom Museum für Naturkunde in Berlin, untersuchten über 60 verschiedene säbelzahntragende Tierarten. Mittels Computersimulationen überprüfte das Team die funktionellen Kapazitäten von Zähnen und Schädeln um u.a. deren Beißkraft und Biegefestigkeit zu überprüfen. Eine neue Studie belegt, dass säbelzahntragende Raubtiere eine bisher ungeahnte Diversität in Bezug auf Jagd- und Tötungsverhalten im Laufe der letzten 250 Millionen Jahre entwickelten.

 

 

Säbelzahnkatzen gehören zu den bekanntesten Fossilien. Allerdings gab es Tiere mit Säbelzähnen in einer wesentlichen größeren Vielfalt. Fast einhundert verschiedene Tierarten sind der Wissenschaft bisher bekannt und nicht alle davon gehören zur selben Familie wie die modernen Katzen. Manche lebten sogar schon in der Zeit vor den Dinosauriern.

 

Bildquelle imd Link zum Artikel


Torvosaurus – gab es ihn auch bei uns in Deutschland?

Ein fragmentarischer Kieferknochen aus der mittel-jurassischen Ornatenton-Formation aus dem
Wiehengebirge zeigt zwei Alleinstellungsmerkmale des großen Fleischfressers Torvosaurus, der ansonsten bloß aus Nordamerika und Portugal bekannt ist.

 

Allerdings stammt der Fossilrest aus Schichten, die rund zehn Millionen Jahre älter sind als alle anderen Torvosaurus-Funde. Diese Entdeckung ist also ein weiterer Mosaikstein für die Theorie, dass die großen Megalosauriern ursprünglich aus Mitteleuropa kamen und von dort aus nach Amerika einwanderten, als es noch Landbrücken zwischen den Kontinenten gab.

Megalosaurus bucklandii. (Wikipedia)

Wiehenvenator albati. (Wikipedia)

Auch aus Westeuropa (England) ist mit Megalosaurus (übrigens der erste überhaupt beschriebene Dinosaurier!) ein großer Megalosaurier bekannt, und aus den gleichen Schichten wie der neue Torvosaurus-Kiefer stammt auch der riesige Wiehenvenator. Es gab im Mitteljura also offenbar gleich zwei riesige Megalosaurier bei uns in Deutschland!

Torvosaurus – auch er könnte in Deutschland gelebt haben. (Wikipedia)

Eine spannende Frage ist nun natürlich, ob auch andere berühmte Dinosaurier den Weg zu uns nach Deutschland gefunden haben. Von irgendwas müssen die großen Beutegreifer ja gelebt haben, also dürfte es nicht überraschen, wenn auch große Sauropoden und Stegosaurier oder auch die gefürchteten Ceratosaurier in Zukunft bei uns auftauchen würden…

 

Bildmaterial und Link zur Studie


Stammbaum der Meereskrokodile: Forscher erstellen umfassende phylogenetische Analyse der Teleosauoidea

Rekonstruktion von zwei Thalattosuchiern: Machimosaurus (oben) und Metriorhynchus von Dimitri Bogdanov.

Während im Erdmittelalter die Dinosaurier die Landlebensräume dominierten, beherrschten Reptilien die Meere. Dort war allerdings eine Vielzahl verschiedener Tiergruppen vertreten, die alle eine hohe Diversität in den vielen Jahrmillionen hervorbrachten. Neben den Plesiosauriern, Ichthyosauriern, Mosasauriern und Meeresschildkröten waren es auch die Krokodile, die sich damals perfekt an ein Leben im Meer anzupassen vermochten. Eine der großen Untergruppen dieser Meereskrokodile (Thalattosuchia) waren die Teleosaurier, die vom Unterjura bis zur frühen Kreidezeit die Meere unsicher machten. Sie kamen vor allem im warmen Tethysmeer vor, das damals auch große Teile Deutschlands bedeckte.

Mit ihrer zum Teil stark verlängerten Schnauze und den ineinander greifenden Zähnen waren sie perfekt für die Jagd auf Fische angepasst. Äußerlich hätte man bei der Begegnung mit einem dieser Tiere aber wohl zuerst nicht an Krokodil gedacht: sie besaßen keinen Panzer, so wie ihre heutigen Verwandten, dafür aber Flossen und sogar eine Art Fluke wie ein Delfin.

 


Michaela M. Johnson, Mark T. Young und Steven L. Brusatte von den Forschungseinrichtungen in Edinburgh haben sich nun daran gemacht, die Forschungsarbeiten aus 300 Jahren zu diesen interessanten Tieren auszuwerten, und mithilfe dieser Daten einen umfassenden Stammbaum der Teleosauoidea erstellt. Darin finden sich 153 Taxa in 27 Gattungen wieder, die in zwei große Familien geteilt werden, die Teleosauridae und die Machimosauridae.

 

Link zur Studie


Neuer Oviraptorosaurier aus der Mongolei: Oksoko aversan

Ein Forscherteam der University of Edinburgh hat einen neuen Dinosaurier aus der Gruppe der Oviraptorosaurier beschrieben. In einem Sandstein-Block, der schon 2006 von den mongolischen Behörden sichergestellt wurde, nachdem sie ihn einer Bande von Schmugglern abgenommen hatten, waren die fossilen Überreste von fünf Individuen erhalten geblieben.

 


Die Tiere befanden sich in einer Pose, die vermuten lässt, dass sie einst im Schlaf gestorben sind. Vier der Individuen waren vermutlich gerade mal ein Jahr alt, das fünfte, ausgewachsene Exemplar wurde geschätzt etwa fünf Jahre alt, bevor es starb. Dies leiteten die Forscher von dem unterschiedlichen Verschmelzungsgrad der Schädelknochen ab.

Lebendrekonstruktion von Oksoko aversan. Das Tier wurde nach einem dreiköpfigen Adler aus der mongolischen Mythologie benannt. Bildquelle: Michael W. Skrepnick

Der Fund wirft neues Licht einerseits auf das Sozialverhalten, andererseits auf die Entwicklungsgeschichte der Oviraptorosaurier und zeigt, wie divers diese Tiergruppe am Ende der Kreidezeit war: Oksoko besaß nämlich anders als alle bisher bekannten Vertreter dieser Gruppe nur zwei Finger an seinen flügelähnlichen Armen, der dritte Finger war nur noch rudimentär angelegt. Dass hier wieder mehrere Individuen unterschiedlichen Alters zusammen gefunden wurden, untermauert die Theorie, dass Oviraptorosaurier in Gruppen lebten.

 

Link zur Studie


Brustkorb der Neandertaler war schon bei der Geburt ganz anders gebaut als der von Homo sapiens

 

Neandertaler waren uns zwar äußerlich recht ähnlich, aber sie besaßen doch einige anatomische Details, die sich schon deutlich von unserem eigenen Körperbau unterschieden. Zu ihren hervorstechendsten Merkmalen gehörte ein breiter, bulliger Brustkasten. Wahrscheinlich war dies ein weiteres Anpassungsmerkmal gegen die widrigen Lebensbedingungen im eiszeitlichen Europa, die dem Neandertaler dazu verhalf, weniger Energie an seine Außenumgebung zu verlieren.

 


Wie wichtig dieses Merkmal für unsere Verwandten war, zeigt sich nun auch durch die Ergebnisse einer neuen Studie eines internationalen Forschungsteams, bei welcher die fossilen Brustkästen von vier unterschiedlich alten Individuen verglichen wurden. Die verglichenen Überreste aus Mezmaiskaya, Le Moustier, Dederiyeh und Roc de Marsal, die von Säuglingen und Kleinkindern stammen, zeigen, dass schon bei der Geburt die Neandertaler einen deutlich breiteren Brustkorb besaßen.

 


Als Preis für die höhere Widerstandsfähigkeit gegen Kälte und widrige Lebensumstände hatten Neandertaler der Studie zufolge einen deutlich höheren Bedarf an Energie und Sauerstoff als ein moderner Mensch. Dies könnte auch einer der Gründe für ihren Niedergang gewesen sein, als die „sparsameren“ modernen Menschen ihre bulligeren Vettern nach und nach verdrängten: Neandertaler waren erheblich mehr auf tierische Fette und Proteine angewiesen, Homo sapiens konnte sich dagegen von einer abwechslungsreicheren Kost ernähren.

 

Interessanterweise haben auch einige heute noch lebende Ethnien Anpassungstrategien entwickelt, wie sie auch schon die Neandertaler besaßen. Auch Völker wie die Inuit oder die Samen weisen einen kräftigen Thorax auf. Man kann also hier nicht verallgemeinernd von einem Merkmal sprechen, dass nur und ausschließlich die Neandertaler besaßen. Auch schon bei früheren Formen wie dem Homo erectus ist er überliefert, wie in der Studie auch angemerkt wird.

 

Link zur Studie


Gavialimimus almaghribensis: Mosasaurier trägt nun neuen Namen!

Ein internationales Team unter der Leitung der kanadischen University of Alberta hat sich im Rahmen einer Studie die Fossilien die Fossilien eines Mosasauriers aus der oberen Kreidezeit vorgenommen, dessen Überreste einst in einer Phosphatmine in Marokko gefunden wurden.

 


Anhand des fast einen Meter langen Schädels, der zuerst der Gattung Platecarpus zugeschrieben wurde, konnten die Forscher doch einige Unterschiede und genug Alleinstellungsmerkmale festmachen, um eine eigene Gattung aufzustellen: Gavialimimus almaghribensis. Der „Gavial-Nachahmer“ trägt seinen neuen Namen zu recht: mit seiner verlängerten Schnauze war er wie heutige Gaviale imstande, flinke Fische zu schnappen.

Lebendrekonstruktion von Gavilomimus. Bildquelle: Tatsuya Shinmura.

Der Fund offenbart außerdem die große Diversität der Mosasaurier und ihre hohe Anpassungsfähigkeit: in der oberen Kreide besetzten sie eine Menge unterschiedlicher ökologischer Nischen, von flinken Fischjägern, Verköstigern von Schalentieren bis hin zu gewaltigen Super-Prädatoren, die die Meere damals beherrschten. Allein aus Marokko sind mehr als ein Dutzend verschiedener Mosasaurier fossil überliefert.

Link zur Studie


T. rex „Stan“ ist verkauft!

Für sage und schreibe 31,8 Millionen Dollar ging das berühmte Tyrannosaurus-Fossil über die Ladentheke des Auktionshauses Christie’s – das Vierfache der eigentlich erwarteten Summe! Er ist damit der teuerste Dinosaurier, der jemals ersteigert wurde.

 

Stan im Auktionsraum von Christie’s.

 

Die spektakuläre Auktion war relativ zügig vorbei: schon nach 14 Minuten waren die Gebote so dermaßen nach oben geschnellt, dass nur noch drei Bieter im Rennen waren. Wer letztendlich das Rennen machte, darüber schweigt sich das Auktionshaus derzeit noch ganz diskret aus. Gerüchten zufolge war es eine Privatperson aus London, die sich über einen echten Tyrannosaurus freuen darf.

 

Noch bis Ende Oktober wird das Exponat bei Christie‘s zu sehen sein, bevor es demontiert wird und in sein neues Zuhause kommt. Wo das sein wird, wissen wir derzeit wie gesagt nicht – aber sobald es durchsickert, erfahrt ihr es hier natürlich zuerst. Ein Tyrannosaurus wird sich ja sicherlich nicht so einfach verstecken können.


Das war’s für heute mit den Paläo-News!


Anzeige

Die große Bild-Enzyklopädie: Dinosaurier und andere Lebewesen der Urzeit

Lassen Sie sich auf eine atemberaubende Reise in die Urzeit entführen! Von der Entstehung unserer Erde vor ca. 4,5 Milliarden Jahren bis zum Erdzeitalter Quartär – dieses Buch berichtet über die Lebewesen der Urzeit in über 2.200 beeindruckenden Fotos & 3D-Grafiken. Ob winziges Bakterium, riesige Dinosaurier, frühe Säugetiere, Fossilienfunde oder die ersten Menschen – atemberaubende visuelle Darstellungen dokumentieren eindrucksvoll die Entwicklung des Lebens.

Dinosaurier und andere Lebewesen der Urzeit ist am 5. Oktober 2020 erschienen und bereits jetzt Bestseller Nr. 1 in der Kategorie Paläontologie bei Amazon. Das Buch ist fest gebunden und hat 440 Seiten voller beeindruckender Bilder und Grafiken.

Mit dem Kauf über unserem Link unterstützt ihr den Betrieb dieser Website

Artikel der Woche

Im Artikel der Woche war wieder eine weitere Folge der preisgekrönten BBC-Doku „Dinosaurier – Im Reich der Giganten“ an der Reihe, sich in meiner Serie „Film vs. Wissenschaft“ auf Herz und Nieren prüfen zu lassen. Diesmal war meine Lieblingsfolge dran: Untergang einer Dynastie spielt wie mein Roman „Die weißen Steine“ in der Hall Creek Formation. Doch wie sehr sich die Geschichte mit dem Blick aus aktuellen Tagen von der vor mehr als 20 Jahren unterscheidet, kannst du in meinem Artikel nachlesen!

Link zum Artikel

Außerdem gab es zum Tag der Deutschen Einheit wieder ein Spezial zu den Dinosauriern aus Deutschland. Den aktuellen Artikel findest du hier:

Link zum Artikel


Vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit, viele Grüße aus Kiel und einen schönen Sonntag! Wir lesen uns in zwei Wochen wieder!

Markus Peter Kretschmer