Mein Wort zum Sonntag – 7. Juni 2020

Lesedauer: etwa 13 Minuten
image_pdfimage_print

Einen schönen Sonntag wünsche ich dir!

 

Der Juni hat begonnen, und damit auch der Sommer 2020. Kaum zu fassen, oder? Die letzten Monate, mit Lockdowns und Kontaktbeschränkungen fühlten sich für mich jedenfalls viel länger an. Wenigstens startet der Sommer dieses Jahr mit etwas Regen, sodass ich die Hoffnung habe, dass wir nicht wieder ein Dürrejahr erleben. Hier bei mir in Kiel ist jedenfalls alles sehr schön grün.

 

Leider gibt es was mein neues Buch angeht einen weiteren Rückschlag: Der Ehrlich Verlag hat nach Ansicht der Zuständigen keinen Anspruch auf Soforthilfe. Eine Sauerei, wie ich finde: Mächtige Industriekonzerne bekommen Milliardenhilfen und profitieren von der Mehrwertsteuersenkung, die sie im Traum nicht an den Bürger weitergeben werden. Kleinunternehmen werden dafür im Stich gelassen, während sich Großfirmen ins Fäustchen lachen und von den ihnen in den Hals geworfenen Steuergeldern sogar noch Dividenden an ihre Anleger – größtenteils natürlich ihre Eigner – ausschütten. Ich kann solche politischen Entscheidungen wirklich nicht mehr nachvollziehen.

 

Meinen Verleger Christoph hat es deshalb nun zurück in seine alte Heimat in den Spreewald gezogen, wo er bei seinem Bruder nun im Hotel arbeiten muss, um finanziell nicht unterzugehen. Ob fürs Lektorieren meines Buches dann noch Zeit bleibt? Ich kann es nicht sagen. In der letzten Woche ist jedenfalls nichts passiert, was ein Vorankommen signalisieren könnte. Ich bin deshalb natürlich sehr enttäuscht, meine Leser wahrscheinlich noch mehr. Ich schäme mich, dass ich hier nun schon monatelang um Geduld bitten muss. Leider muss ich es diese Woche auch noch einmal tun.

 

Mein zweites Buch „Blut der Sonne“ ist trotzdem noch beim Ehrlich Verlag bestellbar, auch wenn sich das Erscheinungsdatum nun wohl noch weiter verzögert. Doch egal, ob es noch bis in den Herbst hinein dauert: Das Buch wird kommen! Das hat mir Christoph ganz fest versprochen!

 

Deshalb möchte ich euch alle bitten: drückt ihm und mir die Daumen, dass sich diese schlimme Lage endlich wieder entspannt. Helft mit, dass sich dieses grässliche Virus nicht weiter ausbreitet. Bleibt vorsichtig und wachsam, und vor allem gesund, damit wir die Seuche besiegen.

 

Link zur Vorbestellung von „Die weißen Steine“

 

Wer es nicht erwarten kann, wie die Geschichte weitergeht, kann aber auch jetzt schon einen kleinen Teil davon genießen: Auf YouTube lese ich ein spannendes Kapitel, indem es zu einem actionreichen Fight zwischen riesigen Dinosauriern kommt. Außerdem gibt’s in der Lesung selbst auch etwas Action… Auch ich musste beim Aufnehmen des Videos kurzzeitig die Flucht vor einer Naturgewalt ergreifen. Neugierig geworden? Dann schaut rein!

 

 

Anlässlich der Online-Lesungen bitten wir Autoren sehr darum, uns für unsere Arbeit einen kleinen Obolus in den „virtuellen Hut“ zu werfen. Jeder Cent hilft, unsere Projekte weiter zu unterstützen!

 

Virtueller Spendenhut


Das Bild der Woche

 

Die heutige Hell-Creek-Szene zeigt den Kampf eines Tyrannosaurus, der in das Revier zweier Dakotaraptoren eingedrungen ist. Vom Kampf aufgeschreckt suchen zwei Quetzalcoatlus schleunigst das Weite. Das Bild stammt von Jerry LoFaro, gefunden habe ich es auf FineArt America.

Bildquelle


Die Paläo-News

Kommen wir nun wieder zu den Nachrichten aus der letzten Woche: Spannende neue Funde aus der Paläontologie, zur Frühmenschenforschung, eine beeindruckende Studie zum Tyrannosaurus rex und auch die Entdeckung mehrerer ganz neuer Dinosaurier wurden in den letzten Tagen bekannt. Vom Sommerloch also noch lange keine Spur, also los geht’s!


Älterster bekannter Land-Gliederfüßer entdeckt!

Wissenschaftler sind heute nicht mehr nur auf Fossilienfunde angewiesen, um den Zeitpunkt zu bestimmen, wann sich gewisse Tierarten entwickelt haben. Eine weitere Methode kommt aus der Genetik: indem man das Erbgut der Mitochondrien untersucht, lässt sich mithilfe von Wahrscheinlichkeitsberechnung feststellen, wann sich zwei heute noch lebende, miteinander verwandte Tiergruppen getrennt haben.
Dieser „Mitochondrialen Uhr“ zufolge könnten sich die ersten Vorfahren der Insekten, Hundert- und Tausendfüßer sowie der Spinnentiere schon im späten Kambrium entwickelt haben. Fossilien aus dieser Zeit zeigen jedoch, dass es zu dieser Zeit offenbar noch kein Leben an Land gegeben haben kann.

 

Die ersten Fossilien von Landpflanzen wie Kooksonia sind ebenfalls deutlich jünger und stammen aus dem Silur, aus genau der gleichen Zeit wie der nun neuentdeckte Kampecaris obanensis, den Forscher in Ablagerungen aus dem Silur von vor 425 Millionen Jahren in Schottland fanden. Dieses Tier sieht einem Tausendfüßer recht ähnlich und könnte in den allerersten „Wäldern“ zuhause gewesen sein, die damals allerdings erst wenige Zentimeter hoch wuchsen. Die ersten richtigen Wälder mit hohen Bäumen tauchten allerdings schon 20 Millionen Jahre später im Devon auf – die Evolution hat in dieser faszinierenden Phase der Erdgeschichte also eine Art Schnellgang eingelegt.

 

Wie das Leben allerdings vorher auf der Erde aussah, und wann die ersten Pioniere das Land tatsächlich eroberten, ist weiterhin ein Geheimnis.

 

Link zur Studie

Das älteste Fossil eines Land-Arthropoden. Bild- und Artikelquelle


Das Massenaussterben in der späten Trias hatte mehr als nur eine Ursache!

Wie fast jeder weiß, ereignete sich am Ende der Kreidezeit ein großes Massenaussterben, wahrscheinlich verursacht durch einen Meteoriteneinschlag, der die Herrschaft der Dinosaurier beendete. Weit weniger bekannt ist die Tatsache, dass es im Laufe der Erdgeschichte noch viel mehr solcher Ereignisse gab, an denen in einem relativ kurzem Zeitraum ein großer Teil der Artenvielfalt auf unserem Planeten verschwand.

 

Es hat jedoch auch eine ganze Reihe von Massenaussterben gegeben, die nur wenige Arten betraf und sich weniger schwer auf die Artenvielfalt auswirkte. Ihre Folgen waren trotzdem weitgreifend: häufig verschwanden nämlich sogenannte Schlüsselspezies, und ihr Verschwinden ebnete dann den Weg für neue, ganz andere Lebewesen, die die freigewordenen ökologischen Nischen neu besetzten.

 

Genau das ist in der späten Trias passiert, in der Zeit vor 220 bis 210 Millionen Jahren. Bislang wurde hier ebenfalls ein Meteoriteneinschlag mit einem schweren Klimawandel verantwortlich gemacht. Forscher der University of Rhode Island fanden jedoch nun heraus, dass nicht nur ein einziges Ereignis hierfür der Grund gewesen sein kann. Der Manicougan-Krater in Quebec, Kanada ist mit 215 Millionen Jahren nicht alt genug, um für den Beginn der Katastrophe verantwortlich zu sein. Und der Klimawandel ereignete sich erst 3 Millionen Jahre später, also erst zum Ende des Artenniedergangs hin, als viele Archosaurier und Therapsiden verschwanden.

 

Es hat den Anschein, als ob mehrere, voneinander unabhängige Ereignisse über einen langen Zeitraum ineinandergriffen und sich ungünstig ergänzten.

 

Link zur Studie

Szene aus der späten Trias, als das Massensterben begann. Bildquelle: Pixabay, Artikelquelle


Neandertaler waren mit uns enger verwand als Eisbären mit Braunbären!

Was ist eigentlich eine Spezies? Biologen definieren diesen Artbegriff so, dass er alle Individuen einer Population umfasst, die miteinander ohne Einschränkungen fruchtbare Nachkommen zeugen können. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht, denn manchmal entstehen auch bei der Paarung zweier unterschiedlicher Arten fruchtbare Hybriden.

 

Ausschlaggebend hierfür ist vor allem die Zeit, bzw. die Generationenfolge, die vergangen ist, seit sich die Angehörigen der einen Population und einer anderen voneinander getrennt und der genetische Austausch unterbrochen waren. Eine Artgrenze vollzieht sich nur sehr langsam und in einem fließenden Prozess. So können z.B. Löwen mit Tigern, Pferde mit Eseln und auch Braun- mit Eisbären trotz unterschiedlicher Artzugehörigkeit Nachwuchs bekommen. Oft ist dieser Nachwuchs dann aber selbst unfruchtbar, wie z.B. die Maultiere und Maulesel, aber manchmal eben auch nicht.

 

Wie war es aber nun bei modernen Menschen und Neandertalern? Eine neue Studie der University of Oxford untersuchte, wie nahe zwei Säugetierspezies noch miteinander verwandt sein müssen, um sich untereinander fortzupflanzen. Neandertaler und moderne Menschen waren demnach miteinander näher verwandt als Braunbären mit Eisbären, die sehr oft fruchtbare Hybriden zeugen können. Es ist somit recht wahrscheinlich, dass auch Neandertaler-Hybriden fortpflanzungsfähig waren: die Hybrid-Frauen auf jeden Fall, die Männer vielleicht auch.

 

Link zur Studie

Gesichtsrekonstruktion eines Neandertalers.
Bildquelle: Kennis & Kennis Reconstructions, Artikelquelle


Großartiges Paper über Tyrannosaurus erschienen!

Tyrannosaurus rex ist einer der am besten erforschten Dinosaurier. Inzwischen wissen wir sogar ziemlich genau, wie er zu dem wohl gefürchtetsten Tier seiner Zeit heranwuchs. In einer groß angelegten Studie verglich Thomas D. Carr von der University of Toronto 1.850 Datensätze zu den morphologischen Eigenschaften von insgesamt 44 Exemplaren, darunter Vertreter aus verschiedenen Wachstumsphasen und trug die Daten aus mehr als 30 Jahren Forschung zusammen.

 

Herausgekommen ist dabei eine sehr genaue Statistik, wie Tyrannosaurus heranwuchs, die wir auch mit anderen Tyrannosauriden vergleichen können. Im Vergleich zu diesen zeigt Tyrannosaurus nämlich eine beispiellos schnelle Wachstumsgeschwindigkeit als Teenager: bis zu einem Alter von etwa 13 Jahren wuchsen junge T. rex nur recht langsam und erreichte kurz vor der Pubertät „nur“ etwa 1,5 Tonnen Gewicht. In nur vier Jahren verdoppelten sie ihr Gewicht jedoch nahezu, als gerade geschlechtsreife Tiere wogen Tyrannosaurier dann schon mehr als 3 Tonnen. In den folgenden Jahren verlangsamte sich das Wachstum dann zwar allmählich, doch brachten die größten und ältesten Tyrannosaurier wie das Exemplar „Scotty“, die auf 28 bis 30 Jahre geschätzt werden, beinahe 9 Tonnen auf die Waage.

 

Bemerkenswert ist nicht nur diese rasante Gewichtszunahme, auch der Körperbau änderte sich beim T. rex während des Heranwachsens stark: der Schädel verbreiterte sich deutlich, die Anzahl der Zähne reduzierte sich, der Körper wurde bulliger und die Hinterbeine im Verhältnis dicker, kräftiger, aber auch kürzer.

 

Bildquelle: Thomas D. Carr

Link zur Studie

Diese Grafik aus Thomas Carrs Studie veranschaulicht die Wachstumskurve von Tyrannosaurus.


Neue Forschungen zur Evolution der Schildkröten

Schildkröten sind der wohl rätselhafteste Zwei im Stammbaum der heutigen Reptilien, denn ihre Entwicklungsgeschichte ist noch weitestgehend unbekannt. Insbesondere der einzigartige, völlig fensterlose Bau ihrer Schädel stellt die Wissenschaftler vor ein kniffliger Rätsel. Manche Forscher stellen die Schildkröten in die Nähe der Archosaurier, also zu den Krokodilen, Dinosauriern und Vögeln, andere eher zu den Lepidosauriern, also den Schlangen, Brückenechsen und Echsen.

 

Eine neue Studie könnte nun neues Licht auf dieses Rätsel werfen: Die Autoren, darunter auch Forscher der Uni Tübingen, untersuchten hierbei vor allem die mögliche Evolution des Schädels und des Halses, der im Laufe der Zeit immer flexibler wurde.

 

Die Fossilien sehr altertümlicher Schildkröten aus dem Jura wie Proganochelys (im Bild) lassen darauf schließen, dass sich der zunächst noch in sich bewegliche Schädel zu einer unbeweglichen Struktur umbildete. Dabei schlossen sich auch die Schläfenfenster. Gleichzeitig entwickelte sich eine einzigartige, mit einem Seilzug vergleichbare Anordnung der Kiefermuskulatur, die aber erstaunlicherweise nicht mit einer Steigerung der Beißkraft einherging. Vielmehr deutet die Entwicklung aber auf ein verändertes Fressverhalten hin, das nötig wurde, als sich der Schildkrötenpanzer entwickelte und der Hals flexibler werden musste.

 

Link zur Studie

Die jurassische Schildkröte Proganochelys. Bild- und Artikelquelle


Älteste Parasiten der Erdgeschichte entdeckt!

Dass man seine Zeitgenossen ausnutzt, sie bestiehlt und auf ihre Kosten lebt, ohne sich selbst großartig anzustrengen, haben nicht erst die Menschen erfunden. Parasiten gibt es wahrscheinlich schon solange, seit es höheres Leben auf der Erde gibt.

 

Den bislang ältesten Nachweis für eine parasitäre Lebensweise haben Forscher nun in China entdeckt: in den Schalen von. 541 Millionen Jahre alten Armfüßern (Brachiopoden) aus dem unteren Kambrium fanden sie merkwürdige, röhrenartige Strukturen, die offenbar von Fremdorganismen geschaffen wurden. Was genau in diesen Gängen lebte und die armen Brachiopoden plagte, lässt sich heute nicht mehr sagen, da die Weichteile nicht erhalten blieben, aber irgendwelche kleinen Tierchen nutzten hier die Gelegenheit, den Brachiopoden beim Durchfiltern des Meerwassers das Plankton als Nahrung wegzuschnappen.

 

Link zur Studie

Ein Brachiopode filtert Kleinstlebewesen aus dem kambrischen Urmeer. Bildquelle: Zhifei Zhang/ Northwest University; Artikelquelle


Neues 3D-Modell eines Ankylosaurier-Gehirns!

Forscher der Universität von St. Petersburg haben ein detailliertes 3D-Modell aus dem nahezu perfekt erhaltenen Schädelinnenraumes eines Ankylosauriers angefertigt: Bissektipelta archibaldi lebte vor etwa 90 Millionen Jahren während der Oberkreide auf dem Gebiet des heutigen Usbekistans, wo man seine Überreste schon Ende der 1990ger Jahre gefunden hat.

 

Das Modell zeigt sehr gut die verschiedenen Hirnareale und Blutgefäße und veranschaulicht auch, wie der Schädel durch ein ausgeklügeltes Kühlsystem vor Überhitzung geschützt wurde, wie man bereits vor einigen Monaten anhand eines anderen Ankylosauriers herausgefunden hat. Die neue Studie fügt ein weiteres Steinchen ins Mosaikbild ein, um die Gehirnanatomie der Ankylosaurier zu verstehen: Ankylosaurier besaßen nur sehr kleine Gehirne, im Vergleich zu Säugetieren gleicher Körpergröße waren ihre Gehirne um rund 75% kleiner. Ankylosaurier waren also offenbar keine Intelligenzbestien. Allerdings waren ihre Gehirnzellen wohl neuronal gut verknüpft und das Gehirn wie bei vielen Dinosauriern nach dem Energiesparprinzip konstruiert – sodass der Bissektipelta in seiner Umwelt trotzdem bestens zurecht kam.

 

Link zur Studie

Die Gehirnrekontruktion von Bissektipelta archibaldi.
Bildquellen: St. Petersburg State University (oben); José Carlos Cortés (unten).


Neuer Theropode aus Patagonien: Overoraptor chimentoi

In den 95 Millionen Jahre alten Ablagerungen der Huincul-Formation im Süden Patagoniens, wo auch der gewaltige Argentinosaurus und der berüchtigte Mapusaurus lebten, fanden Forscher die Überreste eines kleinen Theropoden, der zu einer bislang unbekannten Art aus der Gruppe der Paraves gehört und vermutlich den Dromaeosauriern oder Troodontiden nahesteht.

 

Der nun neubenannte Overoraptor chimentoi war ein räuberisch lebender, vogelähnlicher und etwa 1,5 m länger Dinosaurier, dessen Name „gescheckter Dieb“ bedeutete: die Fossilien sind eigenartig gescheckt, durch chemische Prozesse während der Fossilisation.

Link zur Studie

Lebendrekonstruktion des neuentdeckten Theropoden Overoraptor chimentoi.
Bildquelle: Gabriel L. Lio


Zwei neue Ceratopsier aus New Mexico beschrieben: Navajoceratops sullivani und Terminocavus sealeyi

Nordamerikaner während des Campaniums und Maastrichtiums ein wirklich einzigartiger Kontinent: ein Binnenmeer durchzog ihn damals noch komplett von Nord nach Süd, sodass eine Westhälfte (Laramidia) und eine Osthälfte (Appalachia) entstanden, auf denen sich eine völlig unterschiedliche Tierwelt entwickelte.

Der westliche Teil war Lebensraum einer reichhaltigen Tierlandschaft, vor allem unter den Tieren, die hier den Ton angaben: den Dinosauriern. Besonders die Horndinosaurier (Ceratopsier) waren hier besonders vielfältig vertreten: in den vielen voneinander durch Meere und Gebirge getrennten Lebensräumen entwickelten sie viele verschiedene Arten, über deren Verwandtschaft zueinander noch große Verwirrung besteht.

 

Zwei neue Funde bringen nun etwas mehr Licht in die Ceratopsier-Evolution: Navajoceratops sullivani lebte vor 75,1 Millionen Jahren, der etwas jüngere Terminocavus sealeyi vor 74,5 Millionen Jahren. Beide Arten gehörten zur Unterfamilie der Chasmosaurier und lebten in New Mexico, der berühmten Kirtland Formation. Sie waren eng miteinander verwandt, Terminocavus stammt möglichweise sogar direkt von Navajoceratops ab. Damit schließen die Funde möglicherweise eine entwicklungsgeschichtliche Lücke zwischen dem noch älteren Utahceratops und Anchiceratops, der noch nach ihnen lebte. Der Stammbaum der Chasmosaurier ist nun jedenfalls um zwei neue Dinosaurier reicher.

 

Link zur Studie

Das Fossilmaterial der beiden Nackenschilde von Navajoceratops und Terminocavus. Artikel- und Bildquellen: Ville Sinkkonen & Denver Fowler


Das war es aus dieser Woche mit den Neuigkeiten aus der Paläontologie. Ich wünsche Dir nun viel Spaß weiterhin auf dieser Seite und einen dinostarken Sonntag!

Liebe Grüße,

Markus Peter Kretschmer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.