Mein Wort zum Sonntag – 8. November 2020

Lesedauer: etwa 27 Minuten
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Einen schönen Sonntag wünsche ich dir!

Was waren das für zwei Wochen! Die Wahl in den U.S.A., grausame Terroranschläge, steigende Fallzahlen bei Covid-19 und auch die Tatsache, dass wir jetzt den nächsten Lockdown an der Backe haben, all das hat wohl jeden von uns schwer berührt. Man mag gar nicht daran denken, was dieses furchtbare Jahr 2020 noch für uns bereit hält, und ob es im kommenden Jahr endlich wieder besser wird, mag man zwar hoffen, kann man sich aber derzeit kaum vorstellen.


Für mich hatte der zweite Lockdown auch wieder drastische Folgen. Ein Projekt für Jugendliche im Museum „Tor zur Urzeit“, das ich gerade erst begonnen hatte, liegt jetzt zusammen mit vielen anderen Plänen wieder auf Eis. Ich kann es persönlich absolut nicht nachvollziehen, dass die Politik gerade die Einrichtungen dicht macht, die wohl am meisten gegen die Ausbreitung von Corona getan haben. Nicht nur die Museen, auch die gesamte Gastronomie- und Veranstaltungsbranche haben diese Entscheidungen schwer getroffen, die in meinen Augen schlecht durchdachte Kurzschlussreaktionen waren. Jetzt verlagert sich der gesamte Freizeitbereich wieder ins Private, was ein deutlich höheres Risiko birgt, und wo man die Einhaltung von AHA-Regeln nicht kontrollieren kann. Ich blicke den kommenden Entwicklungen deshalb mit großer Sorge entgegen.


Dennoch besteht heute Grund zur Freude: immer deutlicher wird die Gewissheit, dass die Herrschaft eines Despoten und Narzissten nun endlich nach vier langen Jahren endlich zu Ende geht. Einem Mann, dem es in seinem Amt nur um sich selbst ging, der die Auswirkungen einer Pandemie herunterspielte, der schwelende Konflikte zu rivalisierenden Staaten anfeuerte und insbesondere sein eigenes Land tief gespalten hat. Natürlich heißt Bidens Wahlsieg nicht, dass ab Januar alles besser wird, es heißt auch nicht, dass es in Amerika nicht noch richtig hässlich werden könnte, weil der Verlierer die Wahl nicht anerkennt. Biden wird wohl seine gesamte Amtszeit dafür hergeben müssen, die Scherben zusammenzukehren, die sein Vorgänger hinterlassen hat. Aber heute, an diesem schönen Sonntag, können wir diese Nachricht einfach mal genießen, wie ich finde. Genauso wie die spannenden Paläo-News!


Bild der Woche

Eine Gruppe Dakotaraptoren hat sich ausgerechnet auf dem Wanderpfad einer Alamosaurus-Herde zur Ruhe begeben. Diesen Giganten stellt sich nichts und niemand in den Weg…

Bildquelle: Damir G. Martin; Dinosaurs in the Wild
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Pterosaurs: Natural History, Evolution, Anatomy

150 Millionen Jahre lang gehörte der Himmel nicht den Vögeln, sondern den Flugsauriern. Diese fliegenden Reptilien, zu denen auch die Pterodaktylen gehören, teilten die Welt mit den Nichtvogel-Dinosauriern bis zu ihrem Aussterben vor 65 Millionen Jahren. Einige Flugsaurier, wie die riesigen Azhdarchiden, waren die größten fliegenden Tiere aller Zeiten mit Flügelspannweiten von mehr als zehn Metern und Stehhöhen, die mit modernen Giraffen vergleichbar waren. Dieses reich bebilderte Buch wirft einen beispiellosen Blick auf diese erstaunlichen Kreaturen und präsentiert die neuesten Erkenntnisse zu Anatomie, Ökologie und Aussterben.

 

Pterosaurs ist 2013 bei Princeton Univ. Press erschienen und hat 291 Seiten in englischer Sprache.

 

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Paläo-News

Das einzig erfreuliche in diesen zwei Wochen: die Nachrichten aus der Urzeit. Haltet euch fest, denn dieses „Wort zum Sonntag“ wird wohl das längste des gesamten Jahres! Und eine Sensation jagte die nächste, sodass ich mit dem Abfassen der einzelnen Meldungen gar nicht mehr hinterher gekommen bin.


Perm-Massenausterben: Neue Studie erkennt Muster einer kaskadenartigen Katastrophe

Forscher des GEOMAR in Kiel haben Proben aus den Schalen fossiler Brachiopoden (muschelähnliche Meeres-Organismen) auf Bor-Isotope untersucht, um dadurch herauszufinden, in wieweit eine Übersäuerung der Ozeane durch Methanwasserstoffe beim Perm-Massenausterben eine Rolle spielten. Dieses Massenaussterben in der Zeit vor 252 Millionen Jahren gilt als das verheerendste der gesamten Erdgeschichte. Etwa 70% aller Arten an Land und weit mehr noch in den Meeren starben damals aus.

 

Die kaskadenartige Apokalypse im Oberperm. Bildquelle: Dawid Adam Iurin.

 

Den Anfang dieser Katastrophe verursachten wahrscheinlich schwere Vulkanausbrüche, die den heutigen sibirischen Trapp gebildet haben. Über mehrere Jahrtausende hinweg setzten sie mehr als 105.600 Gigatonnen CO2 frei und sorgten so für einen verheerenden Treibhauseffekt. Die höheren Temperaturen förderten die Ausbreitung der Bakterien so stark, dass dir Meere übersauerten und das Phytoplankton großflächig abstarb.

 

Durch sauren Regen wurden auch an der Oberfläche giftige Chemikalien ausgewittert und gelangten über die Flüsse in die Meere, was den ökologischen Kollaps dort noch verstärkte. Große Teile der Ozeane waren nun komplett lebensfeindlich.

 

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Bronzezeitliche Viehhirten lebten im Kaukasus weniger nomadisch als bislang gedacht

Lange Zeit glaubten Forscher, dass in der Frühgeschichte der Nutzviehhaltung, besonders im Osten Europas das Nomadentum eine wichtige Rolle gespielt hat: Hirten zogen mit ihren Herden über große Strecken durch die Bergregionen, die sich an die vorderasiatischen Steppen anschlossen und durch die üppigen Graslandschaften wie geschaffen dafür zu sein scheinen. Doch dieses Bild ist offenbar falsch.

 

Archäologen von der Universität Basel fanden durch Stickstoff- und Kohlenstoff-Isotopenanalysen von Knochen, die in Grabhügeln aus dem 5. bis 1. Jahrtausend vor Christus stammen heraus, dass das Durchzugsgebiet der Hirten deutlich kleiner war als bislang gedacht. Die Nahrung der Menschen muss folglich aus der gleichen Region gestammt haben, in der sie auch begraben wurden. Offenbar waren die Hirten damals doch nicht so wanderfreudig.

 

Einer der Grabfunde im Kaukasus. Bildquelle: Anatoliy Kantarovitsch.

 

Dies wirft die Frage auf, wie sich neue Technologien, aber auch Sprachen und Brauchtum sowie Kunststile damals überhaupt verbreiten konnten. Die Forscher vermuten eine Art „Stille-Post“-Prinzip hinter diesem Austausch, der offenbar auch ohne großartige Migration stattgefunden hat.

 

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Ferganoceratodus: ein neuer Lungenfisch aus dem Jura

Forscher entdeckten in Thailand einen bislang unbekannten Vertreter der Lungenfisch-Gattung Ferganoceratodus, der dort am Übergang vom Jura zur Kreidezeit lebte. Lungenfische sind eine heute noch lebende Tiergruppe, die noch immer ans Wasser gebunden sind, aber den Landwirbeltieren am nächsten stehen. Während einige sich schon vor über 380 Millionen Jahren zu Landtieren entwickelten, blieben andere dem Wasser treu und haben diese Lebensweise bis heute beibehalten.

 

Der neuentdeckte Lungenfisch ist deshalb ein wichtiges Puzzleteil im Verständnis dieser interessanten Tiere, die von Oberdevon bis in unsere Zeit überdauert haben, und dabei vier große Massenaussterben nahezu unverändert überstanden.

Der neuentdeckte Lungenfisch.

 

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Furchteinflößender Ur-Delfin entdeckt: Ankylorhiza tiedemani

In der oligozänen Ashley-Formation in South Carolina, wo Forscher kürzlich erst die Kinderstube eines gewaltigen Urzeit-Hais ausmachen konnten, wurden nun die Überreste eines kaum minder gefährlichen Meeresbewohners entdeckt: ein früher Verwandter der heutigen Delfine trieb dort ebenfalls sein Unwesen, und vielleicht war er sogar gelegentlich hinter den jungen Haien her: Ankylorhiza tiedemani.

 

 

Der Monster-Delfin erreichte stattliche fünf Meter Länge und war damit der größte Zahnwal seiner Zeit. Es ist gut möglich, dass er im Oligozän die freigewordene Nische besetzte, die ihm die nun ausgestorbenen Basilosaurier (keine „Dinos“, sondern bis zu 18 m lange Urwale aus dem Eozän) hinterlassen hatten.

 

Ankylorhiza tiedemani wies bereits viele Merkmale auf, wie sie auch heutige Delfine noch teilen. Auch bei ihm kam der Antrieb aus einer verbreiterten Schwanzfluke, die von oben nach unten für Wasserverdrängung und damit für Tempo sorgte. Bis zu 50km/h sollen ihm möglich gewesen sein. Das Fossil wirft demnach neues Licht auf die komplexe Evolution der Delfine und ihre Fortbewegungsweise.

 

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Früher Elasmosauride entdeckt: Jucha squalea

Die meisten denken wohl zuerst an Nessie, wenn sie dieses Bild sehen, doch dieses Tier ist nicht nur ein Mythos: Plesiosaurier gehörten zu den erfolgreichsten Meeresreptilien des Erdmittelalters, und die wahrscheinlich bekanntesten sind die Elasmosaurier. Mit einem kurzen Körper, dafür aber mit einem sehr langen Hals ausgestattet, waren diese geschickten Schwimmer perfekt an die Jagd auf kleine Fische angepasst.

 

Lebendrekonstruktion von Jucha squalea. Bildquelle: Fischer et al.

 

Noch heute wirft die Entwicklungsgeschichte der Elasmosaurier viele Fragen auf. Neue Einblicke in ihre frühe Entwicklungsphase könnte nun das Fossil einer bislang unbekannten Gattung geben, das vor etwa 130 Millionen Jahren in den Flachmeeren zuhause war, die früher das heutige Russland bedeckten. Jucha squalea, wie das Tier genannt wurde, weißt noch viele sehr basale Merkmale auf, die späterer Elasmosaurier nicht mehr besaßen, und hatte auch noch nicht so enorm viele Halswirbel.

 

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Gigantische Pesudozahnvögel über der Antarktis

Nach dem gewaltigen Massenaussterben am Ende der Kreidezeit wurden viele ökologische Nischen geradezu leergefegt. Doch es dauerte oft nicht lange, bis sie von anderen Tieren wieder neu besetzt wurden. So tauchten nur wenige Jahrmillionen nach dem Verschwinden der großen Flugsaurier neue Giganten am Himmel auf: die Pelagornithiden.

 

Ein riesiger Pelagornithide im Konkurrenzkampf mit prähistorischen Sturmvögeln. Bildquelle: Brian Choo.

 

Diese Vögel hatten sich bereits in der Kreidezeit entwickelt und spezialisierten sich nun auf ein küstennahes Leben. Zum Fangen von Fischen entwickelten sie einen gezackten Schnabel – ohne richtige Zähne zwar, aber ideal, um zappelnde Fische aus dem Wasser zu holen. Und einige dieser Vögel wurden so groß, dass sie sich kaum hinter den großen Flugsaurier verstecken konnten. Spannweiten von über sechs Metern waren möglich, also doppelt so groß wie der Wanderalbatros, der heute die größte Spannweite besitzt.

 

Überreste dieser großen Vögel wurden nun von einer Forschergruppe um Peter A. Kloess erforscht und beschrieben, nachdem sie schon in den 1980ern auf der entlegenen Seymour-Insel vor Antarktika geborgen wurden. Dort herrschte im Paläozän und Eozän noch ein relativ mildes Küstenklima vor, mit starken Aufwinden, die den Vögeln beim Segelflug entgegenkamen. Während der kleinere entdeckte Vogel schon vor ca. 63 Millionen Jahren und damit kurz nach dem Aussterben der Flugsaurier lebte, floh der größere, dessen Fossilien sich durchaus mit den größten jemals entdeckten Vogelfossilien vergleichen lassen, vor rund 40 Millionen Jahren durch die Lüfte.

 

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Neues triassisches Meeresreptil entdeckt: Brevicaudosaurus jiyangshanensis

In Fuyuan in Südwestchina entdeckten Paläontologen die ausgezeichnet erhaltenen Fossilien eines bislang unbekannten Vertreters aus der Gruppe der Nothosaurier, die zu den ersten marinen Reptilien der Trias zählten. Der neuentdeckte Nothosaurier wurde als Brevicaudosaurus jiyangshanensis beschrieben und lebte vor rund 240 Millionen Jahren.

 

 

Das interessante an dem Fund sind einige Merkmale, die eher untypisch für Nothosaurier sind. Zum Beispiel besaß Brevicaudosaurus einen recht kurzen Schwanz (daher auch der Name, der „Kurzschwanzechse“ bedeutet.) Auch die verbreiterten Flossen deuten darauf hin, dass er ein eher gemächlicher Lauerjäger war, der nicht auf lange Verfolgungsjagden im Wasser, sondern auf Überraschungsangriffe setzte.

 

Lebenrekonstruktion von Brevicaudosaurus von Tyler Stone.

 

Außerdem besaß das Tier offenbar ein gutes Gehör, was wahrscheinlich auch überlebensnotwendig war: Brevicaudosaurus war zwar ein Jäger, müsste aber selbst auch auf der Hut vor anderen großen marinen Beutegreifern sein, wie etwa den gewaltigen Ichthyosauriern, mit denen er sich diese Gewässer teilte.

 

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Opalisierte Dinosaurier-Zähne aus Australien belegen: Artenvielfalt der Sauropoden war dort höher als bislang gedacht!

In der Lightning Ridge, einer berühmten Fossillagerstätte in New South Wales in Australien, fanden Forscher schon häufiger die Fossilien von Dinosauriern aus der frühen Oberkreide, die infolge einzigartiger Fossilisationsbedingungen zu Opalen geworden sind. Die im Laufe der Jahrmillionen zu Edelsteinen gewordenen Dinosaurier-Knochen sind ein echter Blickfang in allen Museen, in denen man sie bewundern kann.

 

Die Sauropoden aus Lightning Ridge: Wunderschön funkelnde Halbedelsteine.

 

Insgesamt 25 besonders gut erhaltene opalisierte Zahnfossilien waren nun Gegenstand einer neuen Studie, bei der die Zähne mehreren Sauropoden-Typen zugeordnet werden konnten. Aus der frühen Oberkreide Australiens sind bislang vier verschiedene Sauropoden bekannt: Savannasaurus elliotorum, Diamantinasaurus matildae, Austrosaurus mckillopi und Wintonotitan wattsi.

 

Rekonstruktionen von Diamantinasaurus (oben) und Austrosaurus von Matt A. White.


Zwar kann man mangels Vergleichsmöglichkeiten die Zähne nicht einer dieser Arten zweifelsfrei zuweisen, die große Diversität der Zähen legt jedoch nahe, dass die Artenvielfalt der Sauropoden in der australischen Oberkreide sogar noch deutlich höher gewesen sein könnte. Australien gehörte also ebenfalls zu den größeren Refugien, in denen Sauropoden auch in der Kreidezeit noch sehr erfolgreich waren.

 

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Dinosaurier litten unter grausamen „Blutwürmern“!

Forscher der Federal University of Rio Grande do Norte haben eine beängstigende Entdeckung gemacht: in den fossilen Beinknochen eines Titanosauriers aus der 80 Millionen alten Adamantina Formation in Südbrasilien entdeckten sie Strukturen, die einst die Blutgefäße der gewaltigen Sauropoden gewesen wären. Doch diese Gefäße waren voller Löcher und Läsionen, wahrscheinlich verursacht durch gefährliche Endoparasiten, die sich vom Blut ihrer riesigen Wirte ernährten.

 

 

Diese Mikrofossilien sind die ersten entdeckten ihrer Art. In einer neuen Studie, bei der zum ersten Mal Forscher sowohl aus den Disziplinen der Paläontologie, Histologie, Pathologie und Parasitologie gemeinsam arbeiteten, konnten neue Aspekte aufgeführt werden, die uns verraten, wie große Dinosaurier einst lebten und unter welchen Gebrechen sie litten – und wahrscheinlich auch starben. Bei dem vorliegenden Fund hatte der parasitäre Befall offenbar zu einer Osteomyelitis geführt: eine schwere Entzündung des Knochenmarks, die das Tier schwächte und möglicherweise auch umbrachte.

 

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Zwei neue Sauropoden aus Südamerika entdeckt: Punatitan coughlini und Bravasaurus arrierosorum

In der Nähe von Quebrada de Santo Domingo in der argentinischen Provinz La Rioja stießen Paläontologen auf die Überreste von Sauropoden und ihrer Nistplätze. Bei der Ausgrabung wurden die fossilen Knochen zweier bislang unbekannter Rinconsaurier, eine Gruppe von mittelgroßen Titanosauriern gefunden. Wahrscheinlich dürften auch die dort gefundenen Eierfossilien – übrigens mehrere Dutzend! – ebenfalls zu einer der beiden neuen Spezies gehören, die als Punatitan coughlini und Bravasaurus arrierosorum beschrieben wurden. Der Fundort gehört damit zu den größten bekannten Dinosaurier-Nistplätzen überhaupt.

 

 

Bravasaurus war für seine Familie relativ klein, seine Fossilien lassen auf ein Tier von knapp 7m Länge schließen. Punatitan war mindestens doppelt so lang und damit ein mittelgroßer Sauropode. Beide lebten am Ende der Kreidezeit, am Übergang vom Campanium zum Maastrichtium vor etwa 72 Millionen Jahren. Der Fund zeigt ein weiteres Mal, wie artenreich die Sauropoden-Fauna auf der Südhalbkugel gewesen sein muss, und das noch bis zum Ende der Kreidezeit, als die riesigen Langhals-Dinosaurier für immer ausstarben.

 

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Neue Studien geben Einblick in die räumliche und zeitliche Verbreitung der geheimnisvollen Denisova-Menschen

Forschende des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der Mongolischen Akademie der Wissenschaften haben das Genom des ältesten menschlichen Fossils, das bis jetzt in der Mongolei gefunden wurde, analysiert. Sie konnten belegen, dass die 34.000 Jahre alte Frau rund 25 Prozent ihrer DNA von Westeurasiern geerbt hat.

 

 

Die Vorfahren heute lebender Menschen hatten den eurasischen Kontinent folglich schon kurz nach der ersten Besiedlung erneut durchquert. Die Studie zeigt auch, dass das Erbgut der Frau, sowie auch das eines 40.000 Jahre alten Individuums aus China, DNA-Segmente von Denisovanern enthielt, einer ausgestorbenen Homininenform, die vor der Ankunft des modernen Menschen in Asien lebte.

 

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Anhand von weiterem Material, das in der Baishiya Karsthöhle im Hochland von Tibet gefunden wurde, konnten chinesische Forscher außerdem mitochondriale DNS von Denisova-Menschen nachweisen, die dort zu verschiedenen Zeitpunkten – vor ca. 100.000, 60.000 und 45.000 Jahren anwesend waren. Auch diese Studie gibt neue Einblicke in die zeitliche und räumliche Verbreitung dieser mysteriösen Frühmenschen.

 

 

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Forscher lüften Geheimnisse um kristalline Kalkschalen von Dinosaurier-Eiern

In einer neuen Studie untersuchten mexikanische Wissenschaftler die Schalen von fünf fossiler Eier, die an der Westküste von Baja California gefunden wurden. Drei dieser Eier wurden beim Vergleich mit anderen Fossilien Hadrosauriern (Entenschnabelsaurier) zugeordnet, eines stammte offenbar von einem kleinen Theropoden aus der Gruppe der Troodontiden. Das fünfte Ei war zu beschädigt, um es zweifelsfrei zuzuordnen, aufgrund einiger Ähnlichkeiten in der Schalenstruktur dürfte es aber einem Ornithopoden gehören.

 

 

Die Forscher fanden mithilfe hochauflösender Elektronenmikroskope heraus, dass die kristalline Struktur der Ornithopoden-Eier sich deutlich von der des Theropoden-Eis unterschied. Die Studie könnte in Zukunft sehr hilfreich dabei sein, auch schlecht erhaltene Schalenfragmente auf Basis ihrer Mikrostruktur zu identifizieren, und um zu verstehen, wie der Fossilisationsprozess bei Eiern genau abläuft.

 

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Räuberische Algen überlebten Massenaussterben am Ende der Kreidezeit – Nachweis für lange Impaktnacht

Vor 66 Millionen Jahren traf ein Meteorit die Erde und löste eine zerstörerische Kettenreaktion aus, die das Leben auf unserer Welt auf den Prüfstand stellte. Die wohl verheerendste Folge der Katastrophe war der Impaktwinter – oder auch die lange Impaktnacht, bei der sich der Himmel für lange Zeit verdunkelte, kein Sonnenstrahl mehr den Erdboden erreichte und die Temperaturen überall auf dem Globus weit unter den Gefrierpunkt sanken. Dieses Ereignis konkret nachzuweisen ist schwierig, aber Forschern der University of Southampton haben nun ein wichtiges Indiz gefunden: sie untersuchten die „Skelette“ aus Calciumcarbonat einzelliger Algen aus den Ablagerungsschichten direkt um die Kreide-Paläogen-Grenze.

 

 

Dabei stellten die fest, dass die photoautotrophen Algen, die lediglich über die Fotosynthese Nährstoffe herstellen, zu dieser Zeit extrem stark abnahmen und nahezu völlig aus dem Fossilbericht verschwanden. An ihrer Stelle fanden die Forscher aber dafür eine außergewöhnliche Anzahl von mixotrophen Algen, die sich neben der Fotosynthese auch von anderen Mikroorganismen ernähren können. Sie zeichnen sich durch große Löcher in der Skelettstruktur aus: in diesen Löchern saßen sogenannte Flagellen, also Antriebsmechanismen, mit denen die Algen sich aktiv fortbewegen und Bakterien jagen und verschlingen konnten.

 

 

Dass die „Raubalgen“ in dieser Zeit so häufig sind, kurz danach aber wieder durch ihre „friedlicheren“ Artgenossen verdrängt wurden, werten die Forscher als ein ziemlich deutliches Anzeichen dafür, dass es zu der Zeit, als diese Ablagerungsschicht entstand, für einen längeren Zeitraum stockfinster war und die lichtabhängigen Algen damals abstarben. Sie erhielten sich erst wieder, als es wieder hell wurde.

 

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Hundezucht begann bereits in der Altsteinzeit

Hunde gelten als die „besten Freunde“ des Menschen. Wahrscheinlich wurden sie bereits vor 25.000 bis 40.000 Jahren domestiziert – als erste Tierart überhaupt. Anders als beispielsweise Schweine, die mehrfach unabhängig voneinander in verschiedenen Teilen der Welt domestiziert wurden, gehen dem heutigen Erkenntnisstand zufolge alle Hunde auf eine einzige, heute wahrscheinlich ausgestorbene Linie von Wölfen zurück. Dennoch gab es bereits vor 11.000 Jahren eine erhebliche genetische Vielfalt, wie ein internationales Team um Anders Bergström vom Francis Crick Institute in London nun gezeigt hat.

 

 

Die Forscher präsentieren neue Einblicke in die uralte gemeinsame Geschichte von Hund und Mensch: Sie haben das Erbgut aus 27 bis zu 11.000 Jahre alten Hundeskeletten untersucht. Dabei zeigte sich, dass es schon damals mindestens fünf verschiedene Abstammungslinien von Hunden gab, deren Erbe sich in späteren Rassen zu unterschiedlichen Anteilen mischte. Die Verbreitung der Hunde hängt dabei eng mit Wanderungsbewegungen der Menschen zusammen.

 

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Sauropode aus der Schweiz neu benannt: „Ornithopsis greppini“ heißt jetzt „Amanzia

Die bereits in den 1860ern gefundenen Fossilien eines Sauropoden aus dem Oberjura, die bei Moutier in der Schweiz entdeckt wurden, haben eine interessante Forschungsgeschichte. Da neben den versteinerten Knochen auch ein Theropoden-Zahn gefunden wurde, hielt man das Fossil zuerst für einen großen Raubsaurier und schrieb es dem Megalosaurus zu. Später wurde der Sauropode als solcher erkannt und zuerst der neuen GattungOrnithopsis„, danach auch dem Cetiosaurus zugeordnet.

 

 

In einer neuen Studie wurde das Material, dass sich heute im Naturkundemuseum von Basel befindet, noch einmal genau unter die Lupe genommen und mit den Fossilien der anderen beiden Arten verglichen. Die Forscher fanden dabei genug Unterschiede und Alleinstellungsmerkmale, um eine neue, eigene Dinosauriergattung aufzustellen. Der schweizer Sauropode heißt nun Amanzia greppini und lebte in der Zeit vor etwa 155 Millionen Jahren.

 

 


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Erster Entenschnabelsaurier in Nordafrika gefunden: Ajnabia odysseus!

Die Hadrosaurier gehören zu einer der erfolgreichsten Tiergruppe der Erdgeschichte. Die friedlichen Pflanzenfresser mit ihrem charakteristischen Entenschnabel entwickelten sich in der Kreidezeit und waren über die gesamte Nordhalbkugel verbreitet. Bis zum Aussterben der Dinosaurier verdrängten sie dort zunächst die mächtigen Sauropoden und dominierten die nördlichen Ökosysteme: sie gehörten dort zu den häufigsten, aber auch größten Dinosauriern ihrer Zeit.

 

Die Südkontinente waren damals noch durch das weltumspannende Tethys-Meer vom Norden getrennt, also gingen die Forscher bislang auch mangels fossiler Belege davon aus, dass die Entenschnabelsaurier in Afrika fehlen. Diese Annahme muss nun allerdings korrigiert werden: aus Ablagerungen der oberen Kreidezeit Marokkos tauchten Fossilien auf, die zu einem Hadrosaurier aus der Gruppe der Lambeosaurinen gehören.

 

 

 

Nach erster Beschreibung des Fossilmaterials war der afrikanische Entenschnabel wohl am engsten mit Arenysaurus (siehe Bild) aus Spanien verwandt, und tatsächlich könnte er einst über nur kurzzeitig vorhandene Landbrücken aus Spanien in Afrika eingewandert sein. Der neue Dinosaurier wurde als Ajnabia odysseus beschrieben – nach dem arabischen Wort für „Fremder“ und dem griechischen Sagenheld, den es im Rahmen seiner vielen Irrfahrten ebenfalls an viele ungewöhnliche Orte verschlug. Ajnabia lebte vor etwa 66 Millionen Jahren, also kurz vor Ende der Kreidezeit an der Seite des gefährlichen Abelisauriers Chenanisaurus und eines großen, aber bislang unbeschriebenen Titanosauriers.

 

Lebendrekonstruktion von Ajnabia odysseus von Raul Martín.

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Filikomys primaevus: Frühes Säugetier lebte sozial mit Artgenossen und in Erdbauten

Der Egg Mountain in Montana ist berühmt für seine hervorragend erhaltenen Eierfossilien, die aus der oberen Kreidezeit erhalten geblieben sind. Doch neben den Dinosauriern, die diese Eier einst gelegt hatten, gab es dort vor etwa 77 Millionen Jahren natürlich auch viele andere Tiere, die diese Gegend einst ihre Heimat nannten.

 

 

Darunter waren auch mehrere frühe Säugetiere. Ein neuer Vertreter aus einer heute ausgestorbenen Linie, der Multituberkulaten, wurde jüngst an der Fundstelle entdeckt – zusammen mit mehreren Artgenossen. Wahrscheinlich kamen die Tiere gemeinsam in ihrem selbst gegrabenen Unterschlupf ums Leben. Dies ist der bislang älteste Beleg für soziales Zusammenleben unter Säugetieren. Das neuentdeckte mausähnliche Säugetier (obwohl nicht mit den Mäusen verwandt!) trägt nun den Namen Filikomys primaevus.

 

Lebendrekonstruktion von Filikomys primaevus von Misaki Ouchida.

 

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Die verwirrende Phylogenie der Meereskrokodile: Metriorhynchus neu beschrieben

Die Familie der Metriorhynchidae war eine Gruppe ausgestorbener Krokodile, die sich perfekt an ein Leben in den Flachmeeren und Lagunen angepasst hatten, die ihrer Zeit das mesozoische Europa bedeckten. Die TypusgattungMetriorhynchus“ ist eine der am besten bekannten Krokodil-Gattungen des Erdmittelalters.

 

Skelettrekonstruktion eines Metriorhynchus.

 

Tatsächlich wurden zu irgendeinem Zeitpunkt der Forschungsgeschichte beinahe alle Meereskrokodile des Oberjuras einmal der Gattung Metriorhynchus zugeschrieben, meist in Bezugnahme auf die Art M. superciliosus. Es liegt auf der Hand, dass diese Gattung definitiv nicht monophyletisch ist (also nicht nur alle Arten umfasst, die tatsächlich von einem gemeinsamen Vorfahren abstammen). Die Typusart M. geoffroyii ist sogar nur eine Chimäre, zusammengesetzt aus den Fossilien mehrerer verschiedener Meereskrokodile!

 

Der neubenannte Thalattosuchus. Lebendrekonstruktion von Dimitry Bogdanov.

 

Grund genug für eine Gruppe Forscher um Mark T. Young von der Universität von Edinburgh, sich der verwirrenden Phylogenie der Meereskrokodile anzunehmen. Die Forscher Sprachen sogar von einem „gordischen Knoten“, den sie nur durch einen „Schwerthieb“ zu lösen imstande sahen: die Gattung Metriorhynchus neu zu beschreiben, ihre diagnostischen Charakteristika neu zu definieren und die aus diesem Raster fallenden Exemplare neu zu benennen. M. superciliosus wurde somit in die neue GattungThalattosuchus“ gestellt.

 

Link zum Gordischen Knoten


Buriolestes schultzi: ziemlich clever für einen Sauropodomorphen!

Wer an Dinosaurier denkt, dem fallen schnell die Namen schier gewaltiger Riesen ein, unter deren Füße die Erde erzitterte: Brachiosaurus und Diplodocus, Apatosaurus und Brontosaurus gehören wohl zu den bekanntesten Dinosauriern überhaupt. Bekannt sind sie aber nicht nur für ihre ungeheure Körpermasse, sondern auch für ihren nur geringen Hirnschmalz: Tiere von der Höhe eines Mehrstöckigen Hauses und der Länge eines Tennisplatzes besaßen Gehirne, die kaum größer waren als eine Mandarine.

 

Fundort und Fossilbeschreibungvon Buriolestes, Bildquelle: Rodrigo Temp Müller.

 

Dass dies einmal ganz anders war, und dass die Vorfahren dieser gewaltigen Tiere sogar einmal zu den cleversten ihrer Zeit gehört haben könnten, legt eine neue Studie nahe, die Forscher der Universidade Federal de Santa Maria in Brasilien unlängst veröffentlicht haben. Mit ihrer Analyse des gut erhaltenen Schädels eines Buriolestes schultzi, der 2015 entdeckt wurde, konnten sie belegen, dass frühe Sauropodomorphen einst kleine, agile Allesfresser waren, die außerdem mit einem erstaunlich großen Gehirn ausgestattet waren.

 

Das Gehirn und die mögliche Lebendrekonstruktion des Buriolestes von Márcio L. Castro.

 

Mit so viel Grips ausgestattet, war Buriolestes ein flinker Jäger, dessen scharfen Augen nicht viel entging. Sein Geruchssinn war dagegen weniger gut ausgestattet, stattdessen deuten bestimmte Hirnareale aber auf eine schnelle Reizverarbeitung und gute Reflexe hin.

 

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Schwere Form von Knochenmarkentzündung bei Tyrannosaurus rex nachgewiesen!

Um zu erforschen, an welchen Krankheiten Dinosauriern ihrer Zeit litten, sind Paläontologen allein auf die akribische Untersuchung der fossilen Knochen angewiesen. Mit Voranschreiten der Technik gewinnen sie dabei immer neue Einblicke in die Pathologie der Urzeitriesen.

Skelettrekonstruktion von „Sue“ nach Scott Hartmann.

 

Besonders das hervorragend erhaltenen Skelett eines Tyrannosaurus rex mit der Katalognummer FMNH PR208, oder auch liebevoll „Sue“ genannt, ist schon seit Jahrzehnten ein wahres Füllhorn für die Paläo-Pathologie. Forscher konnten an diesem Exemplar bereits zahlreiche Rückschlüsse über das Leben dieses großen Beutegreifers gewinnen. Zum Beispiel, dass er immer wieder in Kämpfe mit Artgenossen verwickelt war, sich im Laufe seines Lebens mehrfach Knochen gebrochen hatte und im (für einen Tyrannosaurus!) hohen Alter von 28 Jahren wahrscheinlich verhungern musste, weil Sue aufgrund einer schweren bakteriellen Infektion des Kiefers nicht mehr imstande war, zu fressen und zu schlucken.

 

„Sue“ im Field Museum von Chicago.

 

Doch Sue litt vor ihrem Tod auch unter einer schweren Knochenmarksentzündung, wie Forscher der Humboldt-Universität Berlin nun durch CT-Untersuchungen herausfanden. Wirbelknochen und Wadenbein waren durch eine Infektion, auch als Osteomyelitis bezeichnet, stark angegriffen. Die pathologischen Muster ähneln denen, die bei einem Fossil des Labidosaurus, eines frühen Reptils aus dem Perm entdeckt wurden. Diese gelten als ältester Nachweis für so eine Infektion.

 

Schwere Knochenläsionen an den Schwanzwirbelknochen und am Wadenbein des erkrankten Tyrannosaurus deuten auf eine Infektion und Knochenmarksentzündung in.

 

Sue muss am Ende ihres Lebens also wohl erhebliche Schmerzen gehabt haben. Der Tod kam für einen Tyrannosaurus wohl erst nach einem langen und bitteren Leidensweg.

 

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Neandertaler-Mütter stillten ihre Kinder nicht länger als heutige Frauen

Modell einer Neandertaler-Mutter im Krapina Neandertal Museum, Kroatien.

In der Vergangenheit wurde als einer der wesentlichen Nachteile des Neandertalers, der letztlich mit zu seinem Aussterben beitrug, eine deutlich längere Stillzeit der Kleinkinder hypothetisiert. Doch diese Annahme ist nun nicht länger zu halten. Forscher der Universität Frankfurt haben zusammen mit Kollegen aus Italien die Milchzähne von vier Neandertaler-Kindern untersucht, die vor 40.000 bis 70.000 Jahren in norditalienischen Höhlen gelebt hatten. Die Zähne wurden in Harz eingebettet, in Hauchdünne Schichten zerteilt und dann mit einem Laser die Zahnsubstanz abgetragen. Anschließend bestimmten die Wissenschaftler mithilfe eines Massenspektrometers den Gehalt von Strontium und Calcium.

 

Aus dem Mengenverhältnis beider Elemente ließen sich Rückschlüsse auf die Ernährung der Kinder ziehen: Ein niedriger Strontium-Gehalt deutet auf Muttermilch hin, denn mit dem Wechsel zu pflanzlicher und tierischer Nahrung nimmt der Anteil dieses Elements im Zahnschmelz zu. Auf diese Weise konnten die Forscher ermitteln, dass die Mütter ihre Kinder vier bis sechs Monate nach der Geburt abgestillt hatten. Das ist nicht später, als es heute bei Babys üblich ist.

 

 

Link zur Studie


Plateosaurus-Kinder sahen ihren Eltern sehr ähnlich

Das Museum nahe der Fossilfundstelle Frick in der Schweiz ist um eine hübsche Attraktion reicher: ausgestellt wird nun das 2015 entdeckte Skelett eines jungen Plateosaurus, den die Forscher liebevoll „Fabian“ tauften. Fabian war zum Zeitpunkt seines frühen Todes erst etwas länger als 2m und dürfte ein Gewicht von 40 bis 60 kg erreicht haben. Seine Eltern erreichten allerdings Körperlängen von bis zu 10 m und brachten mehrere Tonnen auf die Waage.

Der neuausgestellte Plateosaurus „Fabian“ im Sauriermuseum Frick.

Über den kleinen Fabian ist nun von Forschern der Uni Bonn auch eine wissenschaftliche Studie erschienen, die herausstellte, dass der kleine Sauropodomorph seinen Eltern schon sehr ähnlich war. Dies deutet darauf hin, dass Plateosaurier bereits relativ früh eine weitgehend voll entwickelte Morphologie ausbildeten, was auch wichtige Erkenntnisse für Fortbewegung und Lebensweise dieser Tiere bedeutet.

Rekonstruktionen eines Mussaurus, eines anderen frühen Sauropodomorphen aus Südamerika zeigen, dass diese Tiere zu Beginn ihres Lebens noch Vierbeiner waren, bevor sie sich ihren Elterntieren beim Heranwachsen morphologisch anglichen. Bildquelle: Alejandro Otero et al.

 

Zu Beginn ihres Lebens waren Plateosaurier ausgehend von früheren Forschungen noch Vierbeiner, die sich wahrscheinlich auch noch ganz anders verhielten als ihre erwachsenen Pendants. Binnen weniger Monate legten die Tiere aber einige Kilos an Gewicht zu und richteten sich dann auf ihre Hinterbeine auf. Auch der zunächst kurze Hals wurde immer länger.

 

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Kataigidodon venetus: neuer Cynodontier in Arizona entdeckt!

Die Cynodontier waren eine höchst erfolgreiche Tiergruppe des frühen Mesozoikums. Nachdem sie schon im späten Perm erstmalig auftraten, überlebten sie nicht nur das größte Massenaussterben aller Zeiten, sondern gelangten danach sogar zu neuer Blüte. Sie gelten außerdem als wichtiges Bindeglied zwischen Reptilien und Säugern.

 

 

In der triassischen Chinle-Formation in Arizona wurden nun die Überreste eines weiteren Cynodontiers gefunden: Kataigidodon venetus hinterließ den Forschern allerdings nur die winzigen Kieferknochen und einige Zähne. Das Tier kann dadurch allerdings auf eine Länge von 9 cm und ein Gewicht von weniger als 100 g geschätzt werden. Es lebte wahrscheinlich als kleiner Waldbewohner und Insektenfresser, der immer auf der Hut vor frühen Dinosauriern und anderen Archosauriern sein musste, die seinen Lebensraum vor rund 220 Millionen Jahren beherrschten.

 

Lebendrekonstruktion von Kataigidodon venetus von Ben & Hannah Kligman.

 

Der Fund gibt neue Einblicke in die frühe Evolution der Säugetier-Verwandten, ihre Diversität und Lebensweise.

 

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Frauenrolle in der Altsteinzeit: Gab es auch Jägerinnen?

Die Jäger- und Sammlergesellschaft: schon in der Grundschule lernen wir, dass die Kulturen eine strikte Geschlechtertrennung bei der Bewältigung ihrer täglichen Aufgaben kannten: während sich die Frauen um die Kinder kümmerten und im Wald auf die Suche nach Beeren, Nüssen und Pilzen gingen, gingen die Männer auf die Jagd. Doch ein neuer Fund aus den peruanischen Anden straft dieses althergebrachte Bild lügen: zumindest dort scheinen auch die Frauen hoch angesehene Jägerinnen gewesen zu sein. In einem Grab aus der Altsteinzeit, rund 9.000 Jahre alt, fanden Forscher das Skelett einer jungen Frau, zusammen mit mehreren Grabbeigaben wie Speerspitzen, Messer und Schaber zum Abziehen von Tierfellen.

 

Die Beigaben aus dem Jägerinnen-Grab.

 

Es ist also ab der Zeit für ein drastischer Umdenken: in der Altsteinzeit wurde man Jäger, wenn man jagen konnte – und das unabhängig vom Geschlecht, sondern allein von den individuellen Fertigkeiten.

 

Eine peruanische Jägerin nach der Vorstellung von Matthew Verdolivo.

 

Andere Knochenfunde von Frühmenschenfrauen auf der ganzen Welt legen nahe, dass diese ähnlich gut trainiert waren wie heutige Olympia-Ruderinnen. Und das diese Frauen nicht die Kraft oder Ausdauer besaßen, um mit ihren männlichen Zeitgenossen mitzuhalten, ist doch eine höchst gewagte Annahme. Wenigstens die Hälfte der prähistorischen Frauen waren Jägerinnen, vermuten die Forscher, die den aufsehenerregenden Fund nun beschrieben haben.

 

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Artikel der Woche

Im Artikel der Woche habe ich wieder eine Filmdoku auseinandergenommen. Diesmal hat es die Episode „Alphas Ei“ aus der Reihe „Die letzten Jahre der Dinosaurier“ (2003) erwischt. Wer wissen möchte, was aus heutiger Sicht an dieser Doku alles korrigiert werden müsste, darf gerne meinen Artikel lesen:

 


Ich wünsche dir nun noch einen schönen Sonntag, bleib gesund und bis zum nächsten Mal!

 

Liebe Grüße,

 

Markus Peter Kretschmer

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