Orcas im Kattegat

Naturführer der Vogelstation Skagen an der Nordspitze Dänemarks haben am Sonntagmorgen (05. Mai 2019) eine Gruppe von mindestens sieben Orcas im Kattegat auf dem Weg in die westliche Ostsee beobachtet.

Der Stationsleiter der Vogelstation Skagen, Simon Christiansen, sagt dem deutschsprachigen Internetportal SH-Ugeavisen.dk: „Es ist ein sehr ungewöhnlicher Anblick. Dies ist eine der ersten Beobachtungen von Orcas in diesem Jahr im Skagerak. Letztes Jahr wurden zwei Schwertwale beobachtet. Davor lag es aber schon einige Jahre zurück, dass an Dänemarks Küste Orcas zu sehen waren. Normalerweise sieht man in den Gewässern nur Schweinswale, und daher sind alle anderen Wale ungewöhnlich.“

Das Wetter sei am Sonntagmorgen außergewöhnlich gut gewesen, es gab nur leichten Wind, der keinen Wellengang verursachte. Das seien die besten Voraussetzungen, um die Wale zu sehen, so Christansen weiter.

Offshore-Orcas vor Kalifornien
Symbolbild: Offshore-Orcas vor Kalifornien

Für gute Fotos waren die Tiere leider viel zu weit auf See, selbst mit Teleskopen konnten die Naturführer der Vogelstation die Wale nur schwer erkennen. Mit dem Fernglas hat man wohl wenig Chancen, die Tiere zu Gesicht zu bekommen. „Die Vogelstation leiht Teleskope an Interessierte aus, egal ob sie Vögel oder Wale beobachten wollen.“, so Christiansen.

Ähnliches meldet die shz.de, jedoch hinter einer Paywall.

Orcas kommen öfter in den Kattegat

Orcas kommen mehr oder weniger regelmäßig in den Kattegat und können über die Beltensee in die Ostsee gelangen. Vor ziemlich genau einem Jahr, Mitte April 2018 meldete das niederländische Internetportal zeezoogdieren.org eine Gruppe von drei Orcas. Auch hier hatten Ornithologen sie in der Nähe von Skagen gesichtet. Das Portal vermutet, dass die Wale damals den Heringsschwärmen gefolgt sein dürften. Sie könnten jedoch auch in der Ostsee Robben und Schweinswale jagen.

Die Zeezoogdieren.org (niederländisch für „Meeressäuger“) erwähnt eine Publikation von Carl Kinze und Andreas Pfander: „Wale in der Eckernförder Bucht einst und jetzt“. Die Autoren berichten von mehreren Schwertwalsichtungen, die erste stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Die Broschüre kann bei der zwischenzeitlich aufgelösten Gesellschaft zum Schutz der Meeressäuger heruntergeladen werden: pdf: 26 Seiten, 2,7 MB

 

Am 7. März berichteten wir über den geheimnisvollen D-Type-Orca aus den südlichen Subpolarmeeren.

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