Presseschau 1/22

Lesedauer: etwa 17 Minuten

Einen wunderschönen Sonntag, liebe Leserinnen und Leser,

 

nach längerer Zeit melde ich mich mal wieder. Markus Kretschmer hat mich mit seinem „Wort zum Sonntag“ würdig vertreten. Mit dem morgigen Tag beende ich meine Pflege- und Trauerauszeit. Das bedeutet leider nicht, dass wir hier sofort den vollen Betrieb aufnehmen können. Im Gegenteil: Bis Ende des Monats bin ich noch damit beschäftigt, eingesandte Manuskripte zu sichten, zu planen und zu setzen. Erst dann wird es hier wieder los gehen, und auch das zunächst mit reduzierter Zahl von vier Beiträgen pro Woche.

 

Um die Seite mit Inhalt zu füllen, können wir noch jede Menge Artikel gebrauchen. Jedes zoologische oder kryptozoologische Thema ist willkommen. Bitte kurz Bescheid sagen, ich helfe gerne. Es gibt im Hintergrund auch noch eine Liste von Themen, die wir gerne vergeben würden.

 

Einen kleinen Erfolg kann ich noch vermelden: Über die Amazon-Links, die in den Artikeln eingebaut sind, habe wir im vergangenen Jahr genug Geld eingenommen, um jedem Autor einen Kalender als Dankeschön für die geleistete Arbeit zukommen zu lassen. Natürlich ist dies kein angemessener Lohn, aber wenigstens reichts für eine kleine Anerkennung.

 

Von Mesoplodon bis autofahrenden Goldfischen

Für die erste Presseschau seit Weihnachten hat sich einiges angesammelt. Insbesondere bei den Walen war eine Menge los, mehrere Schnabelwale um Mesoplodon und Berardius sind gestrandet. Darunter eine der am wenigsten bekannten Arten überhaupt, Mesoplodon hotaula.

aber auch in allen anderen Bereichen der Zoologie und der Kryptozoologie gibt es viel zu berichten. Wir wissen gar nicht, was die Schlagzeile sein soll, von autofahrenden Goldfischen bis zur riesigen Brutkolonie von Antarktischen Eisfischen im Weddellmeer, oder doch die Meerkatzen-Hybriden, die Meldung von Alien Big Cats in Großbritannien? Alle sind sie lesenswert.

 

Übrigens: Im Osten der USA hat sich eine Schnee-Eule verflogen. Sie wurde vor einigen Tagen aus dem New Yorker Central Park gemeldet, danach vom Capitol in Washington. Wir bleiben am Ball.

 

In diesem Sinne: Noch ein frohes und gesundes neues Jahr.

 

Viele Grüße

 

Euer/ Ihr Tobias Möser

 


 

Seltene Schnabelwale bei Port Macquarie gestrandet

Drei Schnabelwale sind an einem Strand von Port Macquarie, gut 300 km nördlich von Sydney, Australien angespült worden. Die Wale wurden am Nachmittag des 5.1.22 im seichten Wasser vor einem zerklüfteten, felsigen Strand gesichtet und starben kurze Zeit später am Strand.

 

Mesoplodon grayi
Einer der drei gestrandeten Wale im Sand. Mesoplodon grayi? Foto: Shane Robinson

 

Shane Robinson, Gebietsleiter des National Parks and Wildlife Service, sagte, es sei unklar, warum sie so nahe an die Küste gekommen seien.

„Die Tiere sind körperlich in einem guten Zustand, aber als wir ankamen, wurden sie auf den Felsen herumgespült und wären dadurch zusammengestoßen und verletzt worden“, sagte er. „Wir hatten in der letzten Woche oder so schwere See und große Flutwellen, das könnte ein Faktor sein. Aber wir wissen es nicht genau.“

 

Fliegender Schnabelwal Mesoplodon grayi
Die Bergung der Mesoplodon-Kadaver war alles andere als einfach. Ein Hubschrauber kam zum Einsatz. Foto: Shane Robinson

 

Am späten Nachmittag wurde die jeweils etwa 500-600 Kilogramm schweren Walkadaver geborgen. Hierzu verwendete der National Parks and Wildlife Service einen Hubschrauber, da der Strand für Fahrzeuge nicht zugänglich ist.

 

Die Tiere wurden vorläufig als Mesoplodon grayi identifiziert.

 

Quelle: MSN News Australia


Die vorhergehende Meldung ist eigentlich kaum noch steigerbar. „Eigentlich“, dachte ich, und dann kam das:

Super seltener Schnabelwal bei Bougainville gestrandet

Auf einer der Carteret-Inseln bei Bougainville, einer Nebeninsel von Papua Neuguinea ist bereits am 30. Dezember 2021 ein Mesoplodon-Schnabelwal gestrandet. Obwohl die lokalen Medien von einem „Delfin“ sprechen, handelt es sich auf den Fotos unzweifelhaft um einen jungen, etwa 2 bis 2,5 m langen Schnabelwal.

 

 

Wojtek Bachara, Schnabelwalexperte, schließt Ziphius cavirostris, Mesoplodon ginkgodens und  Indopacetus pacificus aus. In der Gegend ist sonst nur noch die super seltene Art Mesoplodon hotaula bekannt. Bei der Strandung handelt es sich dann vermutlich um das 8. bekannte Exemplar, die zweite Strandung eines Jungtieres und die einzige dokumentierte Strandung von Mesoplodon hotaula überhaupt.

 

Mesoplodon hotaula?
Portrait des gestrandeten Schnabelwal-Kalbes. Mesoplodon hotaula?

 

Die lokale Bevölkerung hat versucht, das Tier wieder in tiefes Wasser zu bringen. Über den Erfolg gibt es keine Meldungen.

 

Mseoplodon hotaula?
Einwohner der Insel versuchen, das Tier wieder zum Schwimmen zu bringen.

 

Einzige bekannte Quelle ist ein Artikel bei Facebook


Und noch zwei Schnabelwal-Strandungen

Auf der Coromandel-Halbinsel in Neuseeland ist am 8.1. ein Baird-Schnabelwal Berardius bairdii gestrandet. Das Tier lebte zunächst noch, starb aber in der Nacht zum 9.1. trotz Befreiungsversuchen. Es handelte sich um ein junges Weibchen.

 

Quelle: NZ-Herald

 

Kommentar: Sowohl der Baird-Schnabelwal wie auch der vor Kurzem beschriebene Berardius minimus sind aus dem Nordpazifik bekannt und kommen in den Gewässern Neuseelands nicht vor. Regelmäßig findet man hier aber den Südlichen Schnabelwal Berardius arnuxii, der den Baird-Schnabelwal sehr ähnelt. Kam es zu einer Verwechslung? (TM)

 

 

In  Dunsborough, Westaustralien, 200 km südlich von Perth ist ein weiterer Gray-Schnabelwal, Mesoplodon grayi, lebend gestrandet. Die Meldung kam am 10.1. über Facebook. Das Bild lässt eine schwere Verletzung des Wales vermuten, Teile des Unterkiefers scheinen zu fehlen. Den Kommentaren nach wurde er euthanasiert.

 

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DAS Standardwerk über Schnabelwale

Schnabelwale waren den größten Teil des 20. Jahrhunderts geheimnisumwittert. Als Bewohner tiefer, abgelegener Meeresgewässer und sehr widerstandsfähig gegen Leben in Gefangenschaft, haben sie sich für den Menschen als schwierig zu beobachten erwiesen. In den letzten Jahrzehnten haben Wissenschaftler jedoch ein besseres Verständnis dieser besonderen Gruppe von Walen gewonnen und die Naturgeschichte der 22 Schnabelwalarten entschlüsselt. Hier rücken der berühmte Künstler und Naturforscher Richard Ellis und der führende Schnabelwalforscher James G. Mead diese schwer fassbaren Meeressäuger ins Rampenlicht.

 

Ellis, R: Beaked Whales: A Complete Guide to Their Biology and Conservation  ist 2017 bei der Johns Hopkins Press erschienen und hat 194 Seiten.

 

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Klassisch kryptozoologisch-phänomenologisch sind die folgenden Meldungen:

Es regnet Fische in Texas

 

Im kleinen Ort Texarkana im US-Bundesstaat Texas regnete es kurzzeitig Fische. Bei den höchstens 10 bis 13 cm langen Tieren handelte es sich nach den Fotos um Süßwasserfische unterschiedlicher Arten, hauptsächlich Cypriniden.

Fischregen entsteht üblicherweise, wenn eine Windhose über eine Wasserfläche gelangt und größere Mengen Wasser (mit Fischen) in die Luft zieht. Dieses Phänomen wurde in den USA, aber auch in anderen Ländern mehrfach beobachtet, unter anderem 2017 in Kalifornien.

 

Quelle: der Insider


Mirror: Großkatzen leben auf dem Land in Großbritannien

Große Katze im Lake District
Eine große Katze aus dem Lake District. Quelle: Sun.

 

Die bekannte britische Zeitung The Mirror meldet in der Ausgabe vom 1. Januar, dass offenbar überall im Vereinigten Königreich Großkatzen leben. Insbesondere aus den Grafschaften Gloucestershire und Somerset kommen immer wieder Sichtungsberichte. Die Zeitung zitiert Frank Tunbridge, der Großkatzen seit Jahren studiert: „Sie werden oft nahe von Städten und Dörfern gesehen.“

 

Mehr dazu gibt es hier: The Mirror, man beachte aber die eher basale journalistische Qualität der Herausgeber.

 


 

The Sun: Die besten Bigfoot-Begegnungen

Das vielleicht berühmteste Organ der britischen Qualitätspresse, die Sun, hat eine Liste der 10 „besten Bigfoot-Begegnungen“ in den letzten fünf Jahren veröffentlicht.

 

Scrrenshot aus dem Video
Zoomaufnahme des Cass River Bigfoot Videos. Aufnahme: Eddie V.

 

Gewinner ist ein Bigfoot, der im Mai 2021 durch den Cass River in Michigan watet und dabei von einem Kajak-Fahrer gefilmt und fotografiert wird. Wir berichteten.

 

Bemerkenswert fand die Redaktion eine kurze Filmsequenz, die von einer US-Strafverfolgungsbehörde aufgenommen wurde. Sie hatte eine Kamera im Hinterland des Sequoia-National-Forest installiert, um Drogendeals zu dokumentieren. Statt dessen zeigten die Bilder haarige Arme und die Mitarbeiter fanden die typischen Fußabdrücke vor Ort.

 

Wer genaueres wissen will: The Sun!

 

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Igor Burtsev’s Forschung

Auf den Spuren von Bigfoot, Yeti & Co: Fakten und Beweise aus Russland bringt Igor Burtsev’s Forschung der letzten 70 Jahre an Wildmenschen in der UdSSR und Russland auf den Punkt. Es ist 2017 im Ancient Mail Verlag erschienen. Das deutschsprachige Taschenbuch hat 200 Seiten.

 

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Affen-Hybride in Südafrika entdeckt

Ein Affenhybride
Einer der Affenhybriden, Jive. Foto: Karin Saks

 

In den  Midlands der KwaZulu-Nata-Region in Südafrika sind zwei Tier einer bis dato unbekannten Affen-Hybride entdeckt worden. Es handelt sich um Hybriden zwischen Weißkehlmeerkatzen Cercopithecus albogularis und Südlichen Grünen MeerkatzenChlorocebus pygerythrus. 

Die Tiere wurden bereits 2017 entdeckt, eine Vorstellung im peer-review-Journal Primates Africa ist erst jetzt erfolgt.

 

Quelle: Independent Online


Schwefelmollies und die LaOla-Welle: wie man Vögeln entkommt

 

Ein großer Fischschwarm ist alles andere als unauffällig und lockt entsprechend viele Räuber an. Jeder kennt die beeindruckenden Aufnahmen, wenn zahlreiche Jäger einen Schwarm kleiner Fische im Freiwasser zu einem „Baitball“ zusammentreiben und schließlich völlig auffressen. Schwefelmollies Poecilia sulphuraria leben endemisch in den Baños del Azufre bei Teapa im mexikanischen Bundesstaat Tabasco. Die Baños del Azufre sind Mineralquellen mit hoher Schwefelwasserstoff-Konzentration.

Schwefelmollies leben in Schwärmen von oft mehr als 100.000 Individuen. Damit sie kein leichtes Opfer für Fischfresser werden, haben sie eine Art „LaOla-Welle“ entwickelt, mit der sie fischfressende Vögel abwehren.

 

Schwefelmollies, Foto: aquaportrail
Schwefelmollies; Foto: aquaportail.com, Creative Commons

 

Nach Ansicht des Teams von der Humboldt-Universität, der Technischen Universität Berlin und des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) könnte das Verhalten der zwei Zentimeter langen Schwefel-Mollys ein Signal an Raubvögel sein: „Wir wissen, dass ihr da seid. Verschwendet nicht eure Zeit damit, uns anzugreifen!“

 

Sie beobachteten demnach, wie die Fische in Schwärmen von oft mehr als 100.000 Individuen mehrmals hintereinander gestaffelt von der Wasseroberfläche abtauchten, wenn sich Raubvögel näherten oder angriffen. Statt tief im Wasser zu bleiben, kehrten sie immer wieder an die Oberfläche zurück. Dabei erzeugten sie mit ihren Schwänzen Wellen, die zusätzlich das Wasser aufwühlten.

 

Vögel wie der Grünfischer, ein amerikanischer Eisvogel, warten mit dem nächsten Angriff um so länger, je mehr Wellen sie beim ersten Versuch erlebten. Ebenso verringert sich der Jagderfolg. Die Forscher halten das Wellenverhalten für eine gezielte Abwehrreaktion, da die Wellen wiederholt und regelmäßig kommen und die Intervalle zwischen den Wellen immer ähnlich lang sind.

 

DOI:https://doi.org/10.1016/j.cub.2021.11.068

 

 


Mittelmeer-Mönchsrobbe zurück in Israel

Die einzige Robbe des Mittelmeers, die Mittelmeer-Mönchsrobbe ist stark gefährdet. Durch intensive Schutzmaßnahmen ist es gelungen, ihr Aussterben gerade noch abzuwenden. Mittlerweile wachsen die Populationen langsam und unstetig an. So werden auch neue Bereiche wieder besiedelt, in denen sie seit langer Zeit verschwunden waren.

 

Mittelmeer-Mönchsrobbe
Mittelmeer-Mönchsrobbe (Foto: V. Andreou)

 

Ein solcher Bereich ist die israelische Küste. Wissenschaftler haben ein Tier vor der Küste von Rosh HaNikra im Norden an der Grenze zum Libanon ein Tier beobachten können. Dies ist bisher die dritte Beobachtung einer Mittelmeer-Mönchsrobbe in Israel. Das Tier ist durch charakteristische Narben einfach zu identifizieren. Es wurde das erste Mal 2010 bei Herzliya, etwa 100 km südlich beobachtet.

 

Mittelmeer-Mönchsrobben haben neben ihrem Beinahe-Aussterben auch kryptozoologische Bedeutung. Sie können für einige (historische und rezente) vermeintliche Seeungeheuer verantwortlich sein. Außerdem kommen sie als „Lieferanten“ für ein bisher unbekanntes Material, das die Bundeslade verdeckt, in Frage. Bisher wurde dieses sonst nicht benannte Material als „Seehundfell“ übersetzt, wobei Seehunde nicht im Mittelmeer vorkommen und ihre Felle nur sehr selten Israel erreicht haben können.

 

Quelle: Israel21c.org

 

 


Nur noch zwei handgefütterte Delfine in Monkey Mia

Delfine Monkey Mia
Delfine an einem Pier in Monkey Mia, Westaustralien

 

Der Ort Monkey Mia an der Shark Bay in West-Australien ist so ziemlich „am Arsch der Welt“. Bei Geologen und Paläontologen ist er als einer der wenigen Orte bekannt, an denen lebende Stromatolithen untersucht werden können. Für Touristen ist er vor allem der Ort, wo man „freundliche Delfine“ aus der Hand füttern kann. Dies ist seit etwa 50 Jahren Usus.

 

Nur einzelne Gruppen von Delfinen haben die Tradition angenommen, zu den Touristenstränden zu schwimmen und sich dort von Hand füttern zu lassen. Von den etwa 45 Großen Tümmlern, die in der inneren Bucht leben, nehmen typischerweise fünf bis sieben Tiere an Fütterungen teil. Jetzt meldet das Department of Biodiversity, Conservation and Attractions (DBCA), dass nur noch zwei der Delfine übrig sind. Seit 2018 sind mehr als 50% der Delfine dieser Gruppen gestorben.

 

Quelle und weitere Infos: Abc.net.au


Drama um Spinnenbiss im Supermarkt

In einem Aldi-Supermarkt im niedersächsischen Georgsmarienhütte hat sich am 29.12.21 ein kleines Drama abgespielt. Ein Mitarbeiter soll von einer Spinne gebissen worden sein, die aus einer Bananenkiste gekrabbelt ist. Glücklicherweise zeigte der Mann einige Zeit nach dem Biss keine Vergiftungserscheinungen, so dass es sich entweder um einen „trockenen“ Abwehrbiss ohne Gift oder um eine ungefährliche Spinnenart gehandelt hat.

 

Steatoda nobilis
Steatoda nobilis, Weibchen. Foto: Stu’s Images CC-SA BY 4.0

 

Beamte der Feuerwehr und Spinnenexperten suchten drei Stunden nach dem flüchtigen Achtbeiner – zunächst ohne Erfolg. Erst am Folgetag, Donnerstag, 30.12. konnte die Spinne unter einem Aufbau für Obst und Gemüse von einem Experten dingfest gemacht werden. Es handelte sich nicht um eine Bananenspinne der Gattung Phoneutria, die für ihre Aggressivität und starke Giftwirkung bekannt sind. Vielmehr war die Täterin eine Edle Kugelspinne (Steatoda nobilis).

 

Steatoda nobilis ist eine Haubennetzspinne und war ursprünglich auf den Kanaren und Madeira verbreitet, ist aber nun weltweit in warmen Gebäuden zu finden. Aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit den Echten Witwen wird sie gelegentlich als „Falsche Witwe“ bezeichnet. Weibchen erreichen eine Körperlänge von etwa 14 mm, Männchen bleiben kleiner.
Die Spinne ist nicht aggressiv und beißt nur bei Bedrohung. Die Cheliceren sind stark genug, die Haut zu durchdringen. Das Gift löst Wespenstich-ähnliche Symptome aus. Es kommt gelegentlich zu Komplikationen, weil mit dem Biss auch Bakterien übertragen werden können, in einigen Fällen sogar multiresistente Keime. 

 

Die Spinne wurde – nicht ganz sachgerecht – in einem Gebüsch in der Nähe ausgesetzt. Die folgenden winterlichen Temperaturen wird sie dort vermutlich nicht überstanden haben.

 

Quellen: n-TV, Die Zeit

 

 

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Die Spinne in der Yucca-Palme und andere Urban Legends

Sie waren in aller Munde und ein echter Hit Anfang der 1990er Jahre: „absolut wahre“ Geschichten, von Mund zu Mund weitererzählt im letzten Jahrzehnt ohne Internet. Alle sind sie selbst erlebt von dem Freund eines Freundes oder der Schwägerin eines guten Bekannten oder der Nichte der Schwester einer Arbeitskollegin. Sie erzählen von der todbringenden Spinne in der Yucca-Palme, der blonden Freundin, die in einem Harem landet, oder dem Pudel in der Mikrowelle. Eigenartig nur, das diese Geschichten sich fast genauso nicht nur in Göttingen oder Hamburg, sondern auch in Sydney oder Rio de Janeiro zugetragen haben.

 

Die Spinne in der Yucca-Palme: Sagenhafte Geschichten von heute hat als Paperback 157 Seiten und ist 2016 bei C.H. Beck erschienen.

 

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Möglicherweise hätte ein anderer unfreiwilliger Einwanderer mit der Spinne „kurzen Prozess“ gemacht:

 

Das Chamäleon im Blumenkohl

Am 30.12. entdeckte ein Verkäufer in Bilsen in Schleswig-Holstein ein Chamäleon in einer Kiste Blumenkohl aus Frankreich. Die zur Hilfe gerufene Polizei schrieb folgendes in ihre Einsatzmeldung:

 

Das Chamäleon im Blumenkohl. Foto: Polizei Bad Segeberg
Das Chamäleon, das aus dem Blumenkohl kam. Foto: Polizei Bad Segeberg

 

„Vor Ort gab man an, im Blumenkohl einen „blinden Passagier“ festgestellt zu haben. Blind war der ungebetene Gast jedoch ganz und gar nicht. Beim Blick in die Blumenkohlkiste starrten uns zwei voneinander unabhängige Augen aus dem Gestrüpp an. Die Augen gehörten einen etwa neun Monate alten Chamäleon, welches offenbar gemeinsam mit dem Blumenkohl die beschwerliche Reise aus Frankreich nach Bilsen angetreten hatte. Der vermutlich gebürtig aus Afrika stammende Vierbeiner ließ sich die immensen Reisestrapazen nicht anmerken und wurde durch uns wohlauf in Empfang genommen.

 

Eine weitere Fernreise konnte dem Schuppenkriechtier anschließend erspart werden und so ging es nonstop von Bilsen nach Klein Offenseth-Sparrieshoop in die dortige Wildtierauffangstation. Dort wurde das Tier bei bester Gesundheit in die fähigen Hände der Tierpfleger übergeben.“


Goldfische können Auto fahren!

 

Forscher der Ben-Gurion-Universität in Israel haben Goldfischen das Autofahren beigebracht. Dies ist zwar nur ein Nebenerfolg einer Untersuchung zur Orientierung der Tiere, aber dennoch bemerkenswert.

 

 

Aquarium in einem Auto
Ich glaube, so war das nicht gemeint. Auto-Aquarium in einem Schauaquarium

 

Um die Orientierung im Raum zu untersuchen, entwickelten die Forscher ein Aquarium auf Rädern. Ein Kamerasystem zeichnet die Bewegung des Fisches im Aquarium auf und ein Computer überträgt die Schwimmrichtung auf die Räder. Dabei stellte sich schnell heraus, dass der Fisch in seinem „Auto“ nicht etwa ziellos umher fährt.

 

Ganz im Gegenteil. Sobald die Fische bemerkt hatten, dass sie an einer roten Wand mit Futter belohnt wurden, lernten sie schnell. Brauchten einige zunächst eine halbe Stunde, um das Ziel zu erreichen, schafften sie es später in etwa einer Minute. Auch ein veränderter Startpunkt, Hindernisse und Sackgassen, konnten die Fische nicht vom Ziel abhalten.

 

Bemerkenswert: nach nur 10 „Fahrstunden“ beherrschten die Fische ihr Gefährt und erreichten das Ziel. Aber nicht alle Goldfische sind gleich talentiert: „Einige Fische haben es echt drauf, während manche das Aquarium zwar kontrollieren, aber weniger gut fahren können.“, sagt Ronen Segev, der das Experiment leitete.

 

Für Menschen sind in Deutschland sind mindestens 12 Fahrstunden für die Zulassung zur Führerscheinprüfung notwendig.


https://www.science.org/content/article/goldfish-are-good-drivers-new-fish-operated-vehicle-reveals


Kurz gemeldet

„Waschbär“ gerettet

Wie das Presseportal der Polizei meldet, hat die Hamburger Feuerwehr am Silvestertag einen völlig erschöpften Waschbär aus der Elbe gerettet. Auf den Fotos hat er verdächtige Ähnlichkeit mit einem Marderhund.

 

Marderhund. Foto: Polizeidirektion Bad Segeberg
Der „Waschbär“ aus dem Wedeler Elbhafen. Foto: Polizeidirektion Bad Segeberg

Die Polizei hat den Irrtum in einer folgenden Pressemitteilung korrigiert.

 

Sternrochen in der südlichen Nordsee

Eine Urlauberin hat auf Baltrum einen toten Sternrochen entdeckt. Sternrochen, so Birger Kreutz vom Multimar Wattforum in Tönning, kommen vor allem in den tieferen Gebieten der mittleren Nordsee vor. Dass sich ein Tier nach Baltrum verirrt, sei eher ungewöhnlich. Es handelt sich um ein männliches Jungtier von etwa 30 cm Körperlänge (plus Schwanz).
Neben vermehrten, aber immer noch seltenen Funden von Rochen-Eikapseln könnte dies ein Hinweis auf die Rückkehr der Rochen in die südliche Nordsee sein. Quelle: ndr

 

EU-Verbot für den Handel mit Elfenbein

Das EU-Verbot für den Elfenbeinhandel ist in Kraft getreten. Es verbietet den Import, Export und internen Handel nicht vollständig, einige wenige Ausnahmen gibt es. Unter anderem zur Reparatur antiker Artefakte, verarbeitete Objekte von vor 1947 und Musikinstrumente vor 1975. Teilweise ist der Verkauf dieser Objekte aber nur an Museen erlaubt.

 

Baugenehmigung fürs Krefelder Affenhaus

Fast genau ein Jahr nach dem verheerenden Brand im Affenhaus des Krefelder Zoos wurde die Baugenehmigung für den ersten Bauabschnitts des Neubaues der Affengehege erteilt. Mehr weiß der WDR.

 

Britische Regierung schützt Hasen besser

Die britische Regierung will illegale Hetzjagden auf Hasen beschränken, dazu hat sie die Strafen deutlich verschärft. Das sogenannte „Hare Coursing“ ist nichts anderes als die traditionelle Fuchsjagd, die allerdings einen Hasen als Ziel hat. Ablauf und Ende sind quasi identisch. Nun soll neben Geldstrafen in praktisch unbegrenzter Höhe auch Haftstrafen möglich sein.“Hare Coursing bedeutet nicht nur Grausamkeit gegen Wildtiere, sondern ist auch mit einer Reihe anderer krimineller Aktivitäten verbunden, wie Diebstahl, Sachbeschädigung, Gewalt und Einschüchterung.“ begründet das Umweltministerium in London sein Vorhaben.

 

Emscher abwasserfrei

Die Emscher, einst als dreckigster Fluss Deutschlands bekannt, ist seit Jahresbeginn abwasserfrei. Nach 30 Jahren Umbau konnten die letzten Abwasser-Anschlüsse kurz nach Weihnachten fertiggestellt werden. Damit hat die Emschergenossenschaft ihr Versprechen eingehalten, 2022 kein ungeklärtes Abwasser mehr in den kleinen Fluss im nördlichen Ruhrgebiet einzuleiten.
Alle Abwässer der Region werden im „Emschersammler“, einem Kanal unter dem Fluss gesammelt und in drei Klärwerken gereinigt. Das gereinigte Wasser wird der Emscher zugeführt.
Bis zur Renaturierung des etwa 80 km langen Flüsschens wird jedoch noch weitere Zeit benötigt.

 


Am Ende:

 

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