Presseschau 23/22 mit einer Fasantaube, einem Biest mit Hörnern, einem neuen Affen und invasiven Hornissen

Lesedauer: etwa 13 Minuten

 

 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

in der Kolumne von letzter Woche habe ich die Aktivisten von „Last Generation“ in Schutz genommen. Ich habe eine unfaire und nicht gerechtfertigte Beschuldigung hinterfragt. Damit habe ich nicht die Methoden der Gruppe hinterfragt.

Ganz klar, der Verkehr, vor allem der motorisierte Individualverkehr ist einer der größten Verursacher von Treibhausgasen, die wir haben. Dass man diesen Verkehr angreift, ist verständlich. Die Folge: Einige Leute kommen zu spät zur Arbeit, ist gewollt und akzeptabel. Das ist peinlich, diese Leute ärgern sich, aber das wars dann auch als Konsequenz. Niemand wird wegen einmal „zu spät kommen“ rausgeworfen, sondern wegen „einmal zuviel“.

 

Ein ganz anderer Punkt sind die Angriffe auf Museen. Museen leben vom gesellschaftlichen Konsens des „bitte nicht anfassen“. Der Museumsbesucher verspricht stillschweigend, Ausstellungsobjekte auch dann nicht zu berühren, wenn er es könnte. Das Museum verlässt sich in einem gewissen Rahmen darauf und verzichtet auf zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen wie Panzerglas. Damit kann der Besucher den tatsächlichen Farbeindruck von Kunstwerken ohne Verfälschung durch das Glas erleben. Er kann nahe an die Objekte heran und muss sie nicht wie im Zoo aus der Entfernung betrachten. Man stelle sich nur einmal vor, dass der von den Aktivisten angegriffene Berliner Giraffatitan auf einmal hinter Glas müsste. Dass Monet’s Nymphaeas nur noch auf dem Bildschirm zu sehen wären. Dass man der Nürnberger Schnellfahr-Ellok E 19 nicht mehr über den Rahmen streicheln dürfte usw.

 

Sorry, Leute, das hat nichts mehr mit legitimer Aufmerksamkeit fürs Thema zu tun. Im Gegenteil. Das ist Missbrauch des Themas, als Anlass um kulturelle Tabus zu brechen, nur um selber bekannt zu werden. Andy Warhol vermutete bereits in den 1960ern „In Zukunft wird jeder 15 Minuten weltberühmt sein“, um das zu schaffen, habt ihr eines seiner Werke besudelt. Leider wird es Konsequenzen haben, dank euch wird nun Klimaschutz auch immer mit Übergriffen auf Kulturgut in Verbindung gebracht. Im Namen aller ernsthaften Klimaschützer danke ich euch ganz herzlich.

(Krypto-) Zoologisches diese Woche

Zum Thema Kryptozoologie kommen diese Woche die Monster mal wieder zu kurz. Dafür gibt es ein wundervolles Beispiel gelebter und erfolgreicher Kryptozoologie von einer der entferntesten Inseln der Welt. Zudem wurde eine „neue“ Affenart beschrieben. Der Rest ist mal wieder zoologisch bis paläontologisch, aber doch auch irgendwo krypto…

 

Dennoch wünsche ich viel Spaß beim Lesen

 

Euer

 

Tobias Möser

 

Der NfK-Kalender 2023

Der Kalender 2023 des Netzwerkes für Kryptozoologie sieht völlig anders aus, als sein Vorgänger. Dieses Jahr zeigen wir 13 Tierarten aus alten Aquarellen oder kolorierten Stichen, vom 16 bis 19. Jahrhundert. Hier sind tatsächlich vier echte Kryptiden dabei.

Der NfK-Kalender hat 14 Seiten mit 13 bestechend schönen Abbildungen. Ein Textblatt mit einem Infotext über die Tiere ergänzt den Kalender. Er ist im Din A4-Format auf hochwertiges Papier mit mattem Finish gedruckt.

 

Der Kalender kostet € 14,90 (zzgl. P&P) und kann über unsere Medienseite bestellt werden.

 

Auf unserer Medien-Seite könnt Ihr ihn bestellen

 

Die Meldungen:

 

Forscher entdecken 140 Jahre verschollene Fasantaube wieder

Die Initiative „The Quest for lost Birds“ ist eigentlich die größte kryptozoologische Organisation der Welt. Die von drei großen Vogelschutzorganisationen finanzierte Einrichtung sucht permanent noch „verschollenen“ Vogelarten, die noch nicht als ausgestorben gelten, aber für die es mehr als 10 Jahre lang keine Nachweise gibt.

Systematisches Chaos

Im australasiatischen Bereich gibt es keine Hühnervögel, viele ökologische Gilden werden dort von Taubenvögel vertreten. So gibt es auf Neuguinea und einigen vorgelagerten Inseln die Fasanentauben, die dort eine ökologische Nische besetzen, die sonst kleine Hühnervögel nutzen. Sie sind etwa so groß und ähnlich gebaut wie ein Fasan, leben am Boden und fressen Beeren und Insekten. Alle Fasanentauben sind dunkel blaugrün befiedert. Flügel und Rücken sind rostrot. Schnabel und Augenhäute sind kräftig, die Beine blassrot. Jede „Variante“ hat eine andere Färbung des Nackens. Sie gehören unzweifelhaft zu den Taubenvögeln (Columbiformes), wie sie innerhalb der Familie der Tauben (Columbidae) einzuordnen sind, ist umstritten.

Auch die Einordnung der vier „Varianten“

  • Bronzenacken- Fasantaube (nobilis), 
  • Graunacken- Fasantaube (cervicalis), 
  • Weißnacken- Fasantaube (aruensis) und 
  • Fergusson- Fasantaube (insularis)

ist umstritten. Je nach Autor handelt es sich um Farbformen, Unterarten oder eigene Arten, wobei die letztere Ansicht sich in den letzten Jahren durchgesetzt hat. Die Bronzenacken-Fasantaube ist die Nominatform, Otidiphaps nobilis. Dem entsprechend wird die Graunacken-Fasantaube als Otidiphaps nobilis forma cervicalis (als Form), Otidiphaps nobilis cervicalis (im Unterartstatus) oder als Otidiphaps cervicalis (im Artstatus) bezeichnet.

 

Vier Varianten = Vier Arten?

Jede dieser vier „Varianten“ hat ein diskret begrenztes Verbreitungsgebiet, das nicht mit dem einer anderen „Variante“ überlappt. Damit können keine Naturhybriden entstehen, so dass eine nicht-geographische Fortpflanzungsbarriere nicht überprüft werden kann. Würde eine solche bestehen, wären es getrennte Arten. In der Folge folge ich der Mehrheit der Vogelkundler und betrachte die „Varianten“ als eigene Arten.

Bronzenacken- Fasantaube (Otidiphaps nobilis)

Bronzenacken- Fasantaube (Otidiphaps nobilis)
Bronzenacken- Fasantaube (Otidiphaps nobilis) aus dem Zoo von Bristol, Foto: Adrian Pingstone

Die Bronzenacken- Fasantaube (Otidiphaps nobilis) lebt im Westen Neuguineas. Sie gilt als ungefährdet, der Jagddruck ist gering, aber sie benötigen unberührten Primärwald. Aktuell wird die Art in 13 europäischen Zoos gehalten, darunter Berlin (Zoo), Köln und Walsrode. Die Zucht gelingt in allen der drei Zoos.

 

Graunacken- Fasantaube (Otidiphaps cervicalis)

Otidiphaps cervicalis Tampa Lowry Park Zoo by Dick Daniels CC SA 30 Graunacken- Fasantaube
Graunacken-Fasantaube Otidiphaps cervicalis aus dem Tampa Lowry Park Zoo by Dick Daniels CC SA 30 (Bestimmung unsicher!)

Die Graunacken- Fasantaube (Otidiphaps cervicalis) lebt im Osten und Südosten Neuguineas. Sie ist tendenziell etwas kleiner als O. nobilis, aber sonst sehr ähnlich. Die Art gilt aus ähnlichen Gründen als ungefährdet. In Europa gab es einen einzigen Versuch der Zoohaltung, ein Einzeltier unbekannten Geschlechts kam 1923 nach London. Über den weiteren Verbleib ist nichts bekannt.

 

Weißnacken- Fasantaube (Otidiphaps aruensis)

Otidiphaps aruensis Cincinnati Zoo by Greg Hume: Weißnacken- Fasantaube
Weißnacken-Fasantaube Otidiphaps aruensis Cincinnati Zoo by Greg Hume

Die Weißnacken- Fasantaube (Otidiphaps aruensis) lebt ausschließlich auf den Aru-Inseln, südlich des „Halses“ von West-Neuguinea. Aufgrund der geringen Größe der Aru-Inseln (etwa 95 Inseln und Inselchen haben zusammen 8500 km², das entspricht der Größe Korsikas) besteht die Gefahr des Aussterbens schon bei kleinen Problemen. In europäischen Zoos hält man diese Art dann auch regelmäßig, in Deutschland in Berlin (Zoo), Duisburg, Köln, Krefeld, Schwerin und Walsrode. Die Nachzucht scheint schwieriger zu sein und gelang nur in Berlin und Krefeld.

 

Fergusson- Fasantaube (Otidiphaps insularis)

Erst die vierte Art, die Fergusson- Fasantaube (Otidiphaps insularis) ist für die Audubon-Society tatsächlich interessant. Sie lebt ausschließlich auf der Fergusson-Insel, einer Insel östlich des „Schwanzes“ von Neuguinea. Die Insel ist mit knapp 1500 km² etwa ein Viertel kleiner als Teneriffa und hatte im Jahr 2000 etwa 22.000 Einwohner. Die Insel gehört zu den mit öffentlichen Verkehrsmitteln am schlechtesten erreichbaren Orten der Welt. Dennoch wurde sie in den Jahren zwischen 1882 und 1901 mindestens von neun ornithologischen Expeditionen besucht, seit dem ebenfalls neunmal.

 

Eine „Ein-Exemplar-Art“

Dabei wurde die Fergusson- Fasantaube nur 1882 in einem einzigen Exemplar gesammelt. Außer dem Typus-Exemplar haben westliche Wissenschaftler nie wieder ein Vogel dieser Art gesehen. Hier greift die Initiative „The Search for Lost Birds“ ein. Mitglieder dieser Initiative suchen Vögel, die noch nicht als ausgestorben gelten, aber seit mehr als einem Jahrzehnt nicht gesehen wurden.

 

Folglich machte sich ein Team auf den Weg nach Fergusson und ging dort mit klassisch kryptozoologischen Methoden auf die Suche nach dem Vogel. Mit Plakaten stellte man die Art in den Dörfern vor, hörte sich um und stellte Wildkameras auf. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass die Bergwälder unter großem Druck von Holzfirmen stehen.

Nach etwa einem Monat auf der Insel ohne ein Lebenszeichen der Insularis-Fasantaube begann man, die Wildkameras wieder einzusammeln. Die Chance, den Vogel jetzt noch nachzuweisen war unter einem Prozent, so der stellvertretende Leiter Jordan Boersma. Doch nur Stunden vor dem Verlassen der Insel fand er auf einer seiner Kameras ein charakteristisches Bild: Helle Beine, rostrote, fast goldene Flügel und ein dunkel grünblauer Bauch. Es war eindeutig eine Fasantaube, die quicklebendig etwa 10 Sekunden vor der Kamera umherlief. Und sie unterschied sich auch farblich deutlich von den anderen drei Formen.

 

Jetzt geht es darum, den Dorfbevölkerungen der Insel verständlich zu machen, warum der Vogel so wichtig ist und dass sie die einzigen Menschen auf der Welt sind, die ihn schützen können – weil es ihn nur bei ihnen gibt.

 

 

Quellen: 
Englischsprachige Wikipedia zu Pheasant pigeon

Deutschsprachige Wikipedia zu: Fergusson-Insel, Aru-Inseln,

Audubon.org: Like finding a Unicorn

zootierliste.de


Südamerika: „Neue“ Affenart beschrieben!

Eine bisher unbekannte Affenart ist mehr als eine kleine Sensation. Der bisher nicht benannte Aquino-Springaffe trägt nun den Namen Cheracebus aquinoi. Die formale Erstbeschreibung erfolgt in der Fachzeitschrift Mammal Study. Da die Printausgabe erst im kommenden Jahr erscheinen wird, gilt die Art auch als erst 2023 erstbeschrieben.

 

Der Beitrag zur neu beschriebenen Affenart wird länger, freut euch auf Dienstag, 17 Uhr.

 


Schnabelwal in Neuseeland gestrandet

Gestrandeter Schnabelwal

 

In der Hawke’s Bay bei Napier auf der Nordinsel Neuseelands ist ein bisher nicht identifizierter Schnabelwal gestrandet. Die zuständige Behörde DOC (Department of Conservation) konnte nur den Tod des Tieres feststellen, den Kadaver vermessen und Gewebeproben nehmen. Mitglieder der örtlichen, indigenen Gemeinde der Mana Ahuriri nahmen in einer Zeremonie Abschied von dem Tier, bevor der Körper gemeinsam mit der DOC in der Nähe vergraben wurde.

 

 

Es ist bereits der dritte tote Schnabelwal, der in der Hawke’s Bay in diesem Jahr angeschwemmt wurde. Die Gründe hierfür sind nicht bekannt.

 

Quelle: https://www.doc.govt.nz/news/media-releases/2022-media-releases/beaked-whale-found-dead-in-hawkes-bay

 


Freiwasserhaie besser geschützt

Auf dem CITES-Treffen haben die beteiligten Staaten den Schutz für Haie deutlich verbessert. 56 Arten der „Requiem-Haie“ um die Gattung Carcharhinus sowie 6 Hammerhai-Arten fallen nun unter das Washingtoner Artenschutzabkommen. Sie dürften nur noch nachhaltig gehandelt werden.

 

Viele Haie im Freiwasser
Solche Ansammlungen von Haien findet man nur noch selten

 

Gerade diese Tiere waren ein hitziger Diskussionspunkt. „Wenn wir jetzt nicht handeln, werden wir in den kommenden Jahrzehnten alle diese ikonischen Arten und Spitzen-Raubtiere verlieren“, unterstrich die Vertreterin des Gastgeberlandes Panama ihren Antrag. Länder wie Japan, Kanada, Indonesien, aber auch Spanien und Peru versuchten, die Zahl der zu schützenden Arten zu reduzieren. Insbesondere die Listung des Blauhaies wollten sie verhindern. Dennoch kam der Antrag am Ende durch.

 

Falls nun auch die ebenfalls schützenswerten Geigenrochen auf die Artenschutzliste kommen, stehen fast alle Haiarten und ähnliche Fische, deren Flossen international gehandelt werden, unter der Kontrolle von CITES. Aktuell sind das laut n-tv und dpa 25%.

 

In Panama wird in diesen Tagen noch über den Schutz von 600 weiteren Wildtierarten und 120 Baumarten entschieden.


Dortmund: Amazonashaus im Zoo wird geschlossen

Das Amazonas-Haus im Zoo Dortmund wird zum 31. Dezember 2022 dauerhaft schließen. Die Anlage ist stark renovierungsbedürftig und verbraucht unzeitgemäß viel Energie. Langfristig ist der Bau eines neuen Tropenhauses im Zoo vorgesehen.

 

Amazonashaus
Das Dortmunder Amazonashaus. Foto: Zoo Dortmund / Marcel Stawinoga

 

Das Amazonas-Haus im Zoo Dortmund wurde 1992 eröffnet und sollte bis zur Fertigstellung eines neuen Tropenhauses weiter betrieben werden. Doch durch die häufig defekte Heizungs- und Lüftungsanlage, die veralteten Fenster und die schlechte Isolierung der Baukonstruktion verbraucht das Haus unzeitgemäß viel Energie. Hinzu kommt, dass die Einrichtung wegen der Corona-Gefahr für die Affen derzeit für Besucher nicht zugänglich ist. 

Mit Schließung des Hauses hofft der Zoo, den Gesamtenergiebedarf um ein Drittel zu senken.

Die 150 tierischen Bewohner in 35 Arten des Amazonas-Hauses ziehen zum Teil bereits um. Die Tiere werden im Rahmen von Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen (EEP) bzw. des EAZA Ex situ Programmes in andere Zoos abgegeben. Dieser Prozess läuft zurzeit.

 

Wir wünschen den Beteiligten um Zoodirektor Dr. Frank Brandstätter Nerven wie Drahtseile, der schnelle Abbau, die Umsiedlung der Tiere und die kommende Großbaustelle „beleben“ sicherlich das Tagesgeschäft deutlich.

 

Quelle: Aus einer Pressemitteilung des Zoos Dortmund.

 


Grevenbroich: Asiatische Hornissen

Am vergangenen Donnerstag (17.11.22) ist in Grevenbroich- Frimmerstorf ein Nest einer asiatischen Hornissenart entfernt worden. Tätig wurde ein Imker im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises. Mit Hilfe der Feuerwehr konnte er das in rund 20 m Höhe über der Frimmersdorfer Frankenstraße in einem Baum hängende Nest entfernen.

 

Die aus China stammende Art gilt als invasiv, der Gesetzgeber schreibt sinnvollerweise vor, die Ausbreitung zu verhindern. Als schädlich gilt die Art vor allem, da sie große Mengen Insekten sammelt, darunter auch Honigbienen. Deswegen mussten auch die noch vorhandenen, lebenden Tiere getötet werden.

 

In der WDR-Meldung war nur unscharf von „asiatischer Hornisse“ die Rede. Nach Lage und Form des Nestes handelt es sich um Vespa velutina, nicht um die asiatische Riesenhornisse Vespa mandarinia, die derzeit in den USA und Kanada Schlagzeilen macht.

 

Vespa velutina-Nest
Nest der Vespa velutina (Beispielbild)

 

Vespa velutina breitet sich derzeit in Europa aus. In Nordrhein-Westfalen war sie bisher aus Duisburg-Rummeln und Düsseldorf-Unterbach bekannt. Die Art hat sich in Europa nicht als aggressiver oder gefährlicher als die wenig problematische Europäische Hornisse Vespa crabro erwiesen.

 

Quelle: WDR Lokalnachrichten Rheinland vom 18.11.


Clickbait oder wie man aus einer Mücke eine viel besuchte Webseite macht

Spannende Überschriften und ein guter Anreißer fesseln die Leser und halten sie fest. Das ist nichts ungewöhnliches und insbesondere bei Tageszeitungen und im Web gilt: Die beste Schlagzeile verkauft am besten. Doch die Schlagzeile sollte dem Ereignis angemessen sein:

 

Schädel eines ausgestorbenen Hornbiestes am Strand gefunden

Technisch ist das richtig und Tom Kershae, Content Editor bei LeichestershireLive hat eine tolle Schlagzeile daraus gemacht. Die Realität ist dann aber doch etwas weniger poetisch. Das, was da am Blyth Beach, etwa 10 km nördlich von Newcastle upon Tyne angeschwemmt wurde, war der Schädel eines Auerochsens. Keine Frage, ein toller Fund und Auerochsen sind ausgestorben*, und Hörner tragende Biester waren die Rinder mit mehr als 1,70 m Schulterhöhe auf jeden Fall.

 

Abgesehen von der Überschrift liest sich der Artikel angenehm unaufgeregt und informativ.

 

*wenn man eine Art als ausgestorben zählt, die mit 1,5 Milliarden Nachkommen in diversen Zuchtformen das häufigste Großlandtier der Welt ist.


Naturkundemuseum Berlin: Tiger on the Rocks

Tiger on the Rocks (C. Vasseleu, 2022) ist ein Dokumentarfilm, der die bis heute fortdauernde kulturelle Bedeutung des ausgestorbenen Tasmanischen Tigers (Thylacinus cynocephalus) und seine noch wenig bekannte indigene Geschichte untersucht. Der Film bietet Anlass zu einem Austausch darüber, wie Museen ausgestorbene Tiere ausstellen und ihren komplexen kulturellen und historischen Bedeutungen gerecht werden können.

 

Im Anschluss an den Film werden Katrina Schlunke (Universität Tasmanien) und Anja Schwarz (Universität Potsdam) aus zwei Forschungsprojekten berichten, die sich mit den australischen Sammlungen des MfN befassen: „Beyond Extinction: Reconstructing the Global Thylacine Archive“ (gefördert durch das Australian Research Council) und „Berlin’s Australian Archive“ (gefördert durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste).

Informationen zur Veranstaltung

  • Datum: Mittwoch, 23. November 2022
  • Beginn: 18:40 Uhr (Einlass: 18:30 Uhr)
  • Ort: Museum für Naturkunde, Invalidenstr. 43, 10115 Berlin
  • Bitte melden Sie sich unter diesem Link an.
  • Der Eintritt ist frei.
  • Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

Zu guter Letzt:

Diese Bilder konnten wir in den letzten Tagen auch erleben (Ton ausstellen):

 

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