Shunka-Wa-rak‘in – vom Hundejäger und Ringdocus

Lesedauer: etwa 13 Minuten
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Die Sagen und Erzählungen der amerikanischen Ureinwohner werden von den unwirklichsten Wesen bevölkert. Oft ist es nicht mehr möglich festzustellen, was genau diese Kreaturen sein sollen: Bloße Metaphern? Bekannte Tiere, deren Eigenschaften mystisch umschrieben werden? Oder vielleicht sogar Kryptiden?

Eine solche Frage stellt sich auch beim Shunka-Wa-rak’in, einer Sagengestalt des indigenen Volkes der Iowa. Was ist diese Wolfs-Hyäne, die keine Scheu vor dem Menschen und seinem besten Freund zu haben scheint? Nichts weiter, als ein seltsamer Wolf? Eine bloße Geschichte ohne reellen Hintergrund? Oder eben doch ein Kryptid?

 

Farm in Iowa
Eine Farm im ländlichen Iowa. So wirklich anders hat es 1881 hier auch nicht ausgesehen.

 

Was ist ein Shunka-Wa-rak’in?

Da das Kryptid selbst in der Kryptozoologie eher wenig beachtet wird, sollen im ersten Abschnitt zunächst grundsätzliche Fragen geklärt werden: Was wissen die Iowa über den Shunka-Wa-rak’in zu berichten und was bedeutet der Name eigentlich?

 

Spärliche Informationslage

Der Versuch des Verfassers, traditionelle Erzählungen der Iowa über das Kryptid zu finden, war nicht von Erfolg gekrönt. Zwar gibt es verschiedene Sammlungen mit Geschichten dieses indigenen Volkes – in keiner davon ist aber von diesem Kryptid die Rede. Ansonsten findet sich im Internet lediglich ein einziger Artikel, der angeblich eine Sage über den Shunka-Wa-rak’in wiedergibt. Da sein Autor allerdings keinerlei Quellenangaben macht, soll er auch nicht als Quelle für diesen Artikel dienen.

Zumindest ein Teilerfolg wurde dennoch erzielt: 1995 verfasste der amerikanische Kryptozoologe Loren Coleman einen Artikel über das Kryptid für die „Fortean Times“, ein britisches Magazin über anomale Phänomene. Darin zitiert er auch kurz die Schilderungen eines Iowa namens Lance Foster über das Wesen wieder. Herr Ulrich Magin, einer der Autoren des Netzwerks für Kryptozoologie, hat freundlicherweise seine private Sammlung nach diesem Magazin durchforstet. Daher kann an dieser Stelle auch die Übersetzung des – zugegeben sehr knappen – Berichts wiedergegeben werden:

 

 

„Wir hatten (früher) ein seltsames Tier namens Shunka Warak’in [sic], was „das Hunde davonträgt“ bedeutet. Nachts schlich es sich in die Lager und stahl Hunde. Man sagt, dass es irgendwie so aussah, wie eine Hyäne und wie ein Mensch schrie, als man es tötete. Angeblich hat noch immer irgendjemand sein Fell. In einem kleinen Museum in Idaho soll ein präpariertes Tier ausgestellt werden, das wie eine Mischung aus Wolf und Hyäne aussieht.“

 

 

Viel lässt sich aus dieser Quelle nicht entnehmen. Lediglich ein Gerücht kann aufgeklärt werden: Entgegen anderslautender Berichte sah der Shunka Wa-rak’in wohl eher nicht aus wie ein großer Wolf, sondern hatte hyänenartige Züge.

 

 

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Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer

Aus dem Wigwam: Uralte und neue Märchen und sagen der nordamerikanischen Indianer ist eine Fundgrube für jeden völkerkundlich Interessierten. Der Autor Karl Knortz wanderte 1863 in die USA aus und widmete sich hier dem Lehrerfach. Er war 1866–68 in Detroit (Michigan), darauf bis 1871 in Oshkosh (Wisconsin), später in Cincinnati (Ohio) für die deutsche Sprache und Literatur tätig.

Er arbeitete als Redakteur des „Deutschen Pioniers“ in Cincinnati und der „Indiana Deutschen Zeitung“ in Indianapolis. Knortz starb 1918 in North Tarrytown/ USA.

 

Dieser Nachdruck ist 2012 bei Let Me Print erschienen und hat 242 Seiten. Zusätzlich zum vorgestellten Paperback gibt es eine inhaltsgleiche gebundene Ausgabe.

 

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Zur Namensherkunft

Aufgrund dieser spärlichen Quellenlage ist es sinnvoll, zu überprüfen, ob „Shunka-Wa-rak’in“ denn wörtlich übersetzt tatsächlich „der Hunde wegträgt“ bedeutet. Zu diesem Zwecke hat der Verfasser ein Online-Wörterbuch befragt, das Begriffe aus Baxoje – diese Sprache wird mit minimalen Abwandlungen von den Iowa sowie zwei weiteren Völkern gesprochen – ins Englische übersetzt und umgekehrt. Dabei stellte sich heraus, dass der Name ein aus drei Begriffen zusammengesetztes Wort ist:

 

Iowa Volk
Mitglieder des Volkes der Iowa, auf einer „Völkerschau“ 1844 in London.

 

Der erste dieser Begriffe lautet „shunkéne“ und bedeutet übersetzt Hund. Nun wirken die Wörter „Shunka“ und „shunkéne“ nicht identisch. Wenn die Hypothese, dass das Wesen der ist, „der Hunde wegträgt“, korrekt ist, dürfte „shunkéne“ aber nicht im Nominativ Singular stehen. Diese Vermutung wird umso plausibler, wenn man das zweite Element des zusammengesetzten Wortes betrachtet:

Der Begriff Warak‘in existiert nicht als eigenständiges Wort. Allerdings existiert im Baxoje sehr wohl das Präfix Wa-. Dieses wird an sich nicht übersetzt. Viel mehr zeigt es an, dass das darauffolgende Verb nominalisiert wird.

Kommen wir nun zum dritten und letzten Element des Namens: rak’in. Dieses Wort bedeutet übersetzt „zusammenpacken, tragen“. Wenn man nun das Präfix Wa- vor das Verb setzt, bedeutet es folglich „Träger“.

Man hat es hier also mit einem Namen zu tun, in dem die Begriffe „Träger“ sowie „Hund“ (in einem unbekannten Kasus, allerdings nicht im Nominativ Singular) vorkommen. Dass „Shunka-Wa-rak’in“ also in der Tat „Träger des Hundes“ oder „der Hunde wegträgt“ bedeutet, liegt nahe.

Shunka-Wa-rak’in = Ringdocus?

Wer nun unter diesem Namen im Internet Berichte über dieses Wesen sucht, findet nicht allzu viele. In einigen davon wird allerdings erwähnt, dass der Begriff „Ringdocus“ ein Synonym für den Namen dieses Kryptids sei. Dieser Alternativname werde vor allem in Montana verwendet.

Wer genau den Begriff geprägt hat, lässt sich nicht ohne Weiteres feststellen. Sicher ist, dass der amerikanische Zoologe Ross E. Hutchins diesen Namen 1977 in seinem Buch „Trails to Nature‘s Mysteries“ verwendete. Darin beschrieb er ein Kryptid aus Montana, dass dem Shunka-Wa-rak’in in seinen Eigenschaften verblüffend ähnlich war. Ob der Begriff auch früher schon gebräuchlich war, konnte durch den Verfasser nicht ermittelt werden.

Ebenso ist die Bedeutung des Namens „Ringdocus“ unbekannt. Er hat allerdings – durch die Endung bedingt – einen lateinischen Klang. Um ein bekanntes lateinisches Wort handelt es sich höchstwahrscheinlich nicht. Jedenfalls ist es aber nicht geläufig genug, um Aufnahme in ein Wörterbuch gefunden zu haben. So liegt die Vermutung nahe, dass es sich um eine Verballhornung aus zwei Wörtern handeln könnte. In Frage kämen etwa „ringi“ und „doctus“.

Ringdocus Shunka Warakin
Das als Ringdocus ausgezeichnete Präparat, historische Aufnahme

„Ringi“ (Wortstamm ring-) ist die Infinitivform eines Deponens, d.h. eines Verbs, das ausschließlich im Passiv konjugiert wird, allerdings zugleich stets eine aktive Bedeutung hat. Dieses Verb bedeutet „grinsen“ oder „die Zähne zeigen“ bzw. auch „wütend sein“.

„Doctus“ wiederum ist das PPP (Partizip Perfekt Passiv) des Verbs docere (Wortstamm doc-]. Das PPP drückt eine passive Vorzeitigkeit aus. Docere bedeutet „lehren“ bzw. „unterrichten“. „Doctus (est)“ bedeutet demnach „(er ist) gelehrt (worden)“.

Der Ringidoctus oder Ringdocus wäre folglich sinngemäß der, „der gelehrt worden ist, die Zähne zu zeigen“. Auf den ersten Blick klingt diese Herleitung schon… nun sehr weit hergeholt. Vor dem Hintergrund eines Präparates, das angeblich vom Shunka-Wa-rak’in bzw. Ringdocus stammt, wird die Theorie allerdings wieder plausibler:

 

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Das Biest von Madison Valley – Die undurchsichtige Geschichte eines Präparates

Das zuvor genannte Präparat stellt die absolute Ausnahme unter den kryptozoologischen Funden dar. Das angebliche Kryptid wurde nach seinem Ableben nicht nur konserviert – nein, das Präparat ist sogar heute noch in einem Museum zu sehen.

Im Folgenden soll nun die Geschichte dieses faszinierenden Präparates chronologisch nacherzählt werden.

 

Kuriosität einer Kleinstadt

Berichten zufolge erschoss der Landwirt Israel Hutchins die Kreatur in den 1880er Jahren auf seiner Ranch im Madison River Valley. Diese war nördlich der Stadt Ennis im US-Bundesstaat Montana gelegen. Diese Beschreibung deckt sich mit einer Aufschrift an der Vitrine des Präparates. Diese besagt „Killed by [vermutlich Initialen des Vornamens] Hutchins, 1881“.

 

Madison River Valley, Heimat des Ringdocus
Landschaft im Madison River Valley, kommt hier der Shunka-wa-rak’in vor?

 

Der Landwirt behielt seine Jagdbeute allerdings nicht, sondern verkaufte die Kreatur an einen Herrn Sherwood. Der betrieb in der Nähe des „Henry Lake“ im benachbarten Bundesstaat Idaho einen Einzelhandel, an den auch ein Museum angeschlossen war. Dort wurde das Präparat ausgestellt.

 

Historisches Bild des Ringdocus
Historisches Foto des Präparates, das zunächst als „Rocky Mountain Hyena“ bezeichnet wurde, dann als „Guyasticutus“ und schließlich als „Ringdocus“.

 

Offenbar bewarb Sherwood seine neue Attraktion aber zumindest anfangs noch nicht unter dem Namen „Ringdocus“, geschweige denn „Shunka-Wa-rak’in“. Vielmehr bezeichnete er sie als „Rocky Mountain Hyena“ und gab ihr noch einen weiteren, seltsameren Namen: „Guyasticutus“.

Ist „Guyasticutus“ denn nun ein zweites Synonym für „Shunka-Wa-rak’in“ oder „Ringdocus“– und was soll das für eine Sprache sein? Durch eine eher ungewöhnliche Quelle lassen sich beide Fragen leicht beantworten: „Guyasticutus“ kann alles und nichts bedeuten, denn es handelt sich um ein reines Fantasiewort. Dieses wurde ursprünglich von Schaustellern erdacht, um so ihre angeblichen Wunder pseudowissenschaftlich bewerben zu können.

So wurde 1886 in einer Werbeannonce des „Saint Paul Daily Globe“ ebenfalls ein solches Wesen angepriesen. Dem Werbebild nach handelte es sich hierbei um einen dunkelhäutigen Mann mit unproportional kurzen Gliedmaßen, der eine Art Badeanzug im Leopardenlook trug. Angepriesen wurde er allerdings als Relikt aus grauer Vorzeit. Man sollte also nicht davon ausgehen, dass der Name „Guyasticutus“ nur Exponate eines ähnlichen Typs bezeichnete.

 

Vererbt und (fast) vergessen

Als Sherwood starb, vererbte er seine Präparatensammlung an das „Idaho Museum of Natural History“. Auch das Präparat des möglichen Shunka-Wa-rak’in war dabei. Die im Museum tätigen Wissenschaftler maßen ihm allerdings keine besondere Bedeutung bei. Daher wurde es lediglich in die Sammlung eingegliedert, jedoch nicht weiter untersucht und auch nicht ausgestellt.

Auf diese Art geriet der Standort des Präparates schnell in Vergessenheit. Selbst Ross E. Hutchins, ein Enkel des Mannes, der das Kryptid erlegte, wusste anscheinend nichts davon. Jedenfalls erwähnt der Zoologe in seinem Buch „Trails of Natures Mysteries“ nichts Gegenteiliges. Immerhin fügte er seinem Bericht über das Kryptid eine Postkarte bei. Diese bildete das Kryptid ab und war zu Lebzeiten Sherwoods wohl als Souvenir an Besucher verkauft worden.

Es ist natürlich verwunderlich, dass ausgerechnet ein Enkel des älteren Hutchins der erste Zoologe war, der dieser seltsamen Fotografie größere Beachtung schenkte. Fast entsteht so der Eindruck, dass das Präparat – wenn es auch zweifellos existiert – in erster Linie Teil der persönlichen Familien-Sage der Hutchins-Familie ist.

In Hutchins‘ Buch wird die Kreatur auch erstmals als „Ringdocus“ bezeichnet. Das Maul des Präparates steht weit offen, sodass es zu lachen scheint. Die zuvor vorgeschlagene Namenserklärung wäre also ein akademischer Scherz: Er war gelehrt worden, zu grinsen…

Angeregt durch Hutchins‘ Buch befassten sich nun auch Kryptozoologen mit diesem seltsamen Wesen. Der erste von ihnen war der US-Amerikaner Loren Coleman. Er war es auch, der die These aufstellte, dass der Ringdocus und der Shunka-Wa-rak’in ein und dasselbe Kryptid seien. Zu diesem Schluss kam er, nachdem er Erzählungen der Iowa über den Shunka-Wa-rak’in gehört hatte. Diese – zugegeben eher vagen – Beschreibungen glich er mit dem von Hutchins veröffentlichtem Foto ab.

 

Die Wiederentdeckung des Ringdocus

Das Präparat verblieb dagegen unbemerkt in der Museums-Sammlung – bis Jack Kirby, ein weiterer Enkel Hutchins‘ zufällig einen Zeitungsartikel über das Kryptid las. Er beschloss daraufhin, nach dem Präparat zu suchen. Dazu sei noch angemerkt, dass Jack Kirby lediglich durch seine Jagd nach dem Präparat lokale Berühmtheit erlangte. Mit dem gleichnamigen Comic-Zeichner ist er nicht identisch.

Wie genau er dabei vorging, ist nicht überliefert. Sicher ist dagegen, dass er im Jahr 2007 schließlich im „Idaho Museum of Natural History“ fündig wurde. Der zuständige Kurator erklärte sich bereit, das Präparat an Kirby zu verleihen. Einen Ausstellungsort musste dieser allerdings selbst finden.

 

History Museum von Madison Valley, Home of the Ringdocus
Das Museum der Madison Valley Historiy Association besteht aus einem alten Krankenhausbau und einer historischen Schmiede (Foto; MVHA)

 

Kirby entschloss sich, die Kreatur nach Ennis zurück zu transportieren. Sie sollte seinen Wünschen zufolge möglichst nahe am Wohnort seines Großvaters ausgestellt werden. Als einziges Museum kam das „Madison Valley History Museum“ in Frage. Dieses von Freiwilligen geführte Museum befasst sich mit der lokalen Geschichte, wovon das Kryptid ja ein Teil war.

In der Folgezeit wurde es zur Hauptattraktion des Museums. Dort wird das Präparat noch heute ausgestellt. Reich werden die Betreiber allerdings nicht damit werden: Der Eintritt zum Museum ist frei. Es werden lediglich Spenden erbeten und – wieder einmal – Postkarten mit Fotografien des Kryptids verkauft.

 

Ein Kryptid wechselt den Eigentümer

Ganz im Gegensatz zum Ausstellungsort soll der Eigentümer des Präparates seit der „Wiederentdeckung“ gewechselt haben. Und damit beginnt der undurchsichtige, man könnte auch sagen: dubiose Teil der Geschichte:

 

Jack Kirby und der Ringdocus
Jack Kirby mit dem Präparat des Tieres, das sein Großvater geschossen hat und dessen Flinte. (MVHA)

Loren Coleman hatte 2009 einen Artikel über das Kryptid für die Kryptozoologie-Website „Cryptomundo“ verfasst. 2012 meldete sich über die Kommentarfunktion der Website ein Mann bei ihm, der behauptete, Richard S. White, ein ehemaliger Direktor des „Idaho Natural History Museum“ zu sein. Weiterhin gab er an, dass das Museum das fragliche Präparat inzwischen aus der Sammlung ausgegliedert und Herrn Kirby geschenkt habe.

 

Zugegeben: Kein Museum hat unendliche Lagerkapazitäten und es ist besser, die überschüssigen Teile einer Sammlung zu verschenken oder zu verkaufen, als sie wegzuwerfen. Warum aber sollte ein Naturkundemuseum ausgerechnet ein Präparat fortgeben, das möglicherweise von einer wissenschaftlich noch unbeschriebenen Tierart stammt? Schließlich wurde es nie durch Fachleute untersucht, geschweige denn eine DNA-Probe vorgenommen.

 

Was letztere betrifft, erweist sich auch Jack Kirby als unkooperativ. Er gibt an, das Geheimnis der Kreatur erhalten zu wollen. Ob man durch eine DNA-Analyse möglicherweise zoologisch wichtige Erkenntnisse gewinnen kann, interessiert ihn deswegen nicht. Ebenso wie seinem Bruder bzw. Cousin Ross E. Hutchins scheint ihm also vor allem daran gelegen zu sein, die Familiensage lebendig zu halten.

 

Nun könnte man beinahe meinen, dass Kirby mehr weiß, als er zu wissen vorgibt – und dass das aktuell ausgestellte Präparat allen Ähnlichkeiten zum Trotz gar nicht das Original ist. Was aber hätte Kirby von diesem Betrug? Er hat – auch wenn es auf den Verfasser zunächst den Anschein erweckt hat – nie versucht, das Präparat gewinnbringend zu vermieten. Stattdessen überlässt er es nach wie vor einem reichlich unbedeutenden Museum, das ihn gewiss nicht reich entlohnen kann. Würde es sich dann wirklich lohnen, eine aufwändige Lügengeschichte um die Herkunft des Exponates zu spinnen?


 

Der 2. Teil dieses Beitrages erscheint am 27. August an dieser Stelle.

 

Das Literaturverzeichnis zum Shunka wa-rak’in / Ringdocus steht im 2. Teil zum Download bereit.

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