Ein zweites Montauk-Monster auf Staten Island aufgetaucht?

New York ist eine der Metropolen der Welt. Die größte Stadt der USA ist nicht nur einer der wichtigsten Wirtschaftsräume der Welt, eine Kulturmetropole erster Güte. Die Stadt und der gleichnamige Staat sondern besitzen auch zahlreiche berühmte Strände – und dort wird gelegentlich etwas angeschwemmt, das niemand identifizieren kann.

Am oder kurz vor dem 12. Juli 2008 strandete ein Kadaver eines mittelgroßen Säugetieres am Ditch Palm Beach im District Montauk an der Ostspitze von Long Island. Spaziergänger fanden das Tier und fotografierten es. Eine definitive Identifikation erscheint bis heute unsicher, auch weil der Kadaver verschwand. Vermutlich hat das Meer das berühmte Kryptid für immer verschwinden lassen.

Das Staten-Island-Monster?

Die Erinnerung an das Montauk-Monster wurden wieder wach, als etwa 200 km westlich davon, am Wolfe‘s Pond Beach auf Staten Island, New York ein ähnlicher Kadaver angeschwemmt wurde. John Graziano aus Huguenot berichtet dem Internetportal siLife: „Meine Freundin und ich gingen mit dem Hund Wolfe’s Pond Park Beach entlang, und wir fanden das hier auf den Strand gespült.“ Er ergänzt seine Mail mit sechs Bildern. Sie zeigen ein mittelgroßes Tier mit dunkelbrauner, teilweise rotbrauner Haut, ohne sichtbares Fell. Der Kadaver liegt auf dem Rücken und ist um die Taille beschädigt. Das Gebiss liegt teilweise frei, Graziano hat es recht gut fotografiert. Die Vorderpfoten zeigen fünf Finger mit stumpfen Krallen, die Hinterbeine die mäßig verlängerten Füße eines Sohlengängers. Der Schwanz ist länger als die Beine und wirkt drehrund. Eine genaue Größenangabe gibt es nicht.


Wolfe’s Pond Beach, ungefährer Fundort des Kadavers

Unbekannter Kadaver am Strand
Auffindesituation des „Staten Island Monsters“: so lag er am Strand.

Unbekannter Kadaver am Strand 2
Der Kadaver lag an der Brandungslinie zwischen Meersalat-Resten

Unbekannter Kadaver und Hund
Der Hund ist wohl der Finder, hier auch als Größenvergleich

Unbekannter Kadaver liegt am Strand
Nahaufnahme des Tieres, die Verletzung am Maul ermöglicht…

Portrait des Kadavers
… eine relativ gute Aufnahme des Gebisses. Das erleichtert die Identifikation.

Vorderpfote des Kadavers
Die handähnliche Vorderpfote mit den langen Zehen und Krallen. Alle Fotos: John Graziano

Leichter zu identifizieren

Zur Identität des ungewöhnlichen Kadavers gibt es in den sozialen Medien zahlreiche Spekulationen. Bei den Usern stehen die „üblichen Verdächtigen“, Kojote und Waschbär hoch im Kurs, auch wenn derzeit laute Stimmen für einen Fischotter sprechen. Nordamerikanische Fischotter kommen in der Umgebung von New York tatsächlich vor.

Die Identifikation dieses Kadavers ist im Vergleich zum Montauk-Monster relativ einfach, da ein recht gutes Foto des Gebisses vorliegt. Netzwerk-Mitglied Markus Bühler schreibt hierzu: „Wer versucht, ein Tier anhand der allgemeinen Anmutung zu identifizieren, macht häufig Fehler. Die Identifizierung muss anhand von spezifischen, aber oft sehr kleinen Merkmalen erfolgen. Wichtige Merkmale bei Säugetieren sind das Gebiss und die Form der Füße. So auch in diesem Fall: Der Kadaver hat das Gebiss eines Raubtieres. Nagetiere wie Nutria oder Biber haben ein völlig anderes Gebiss mit deutlich sichtbaren Nagezähnen.

Ein Raubtier

Ein Hund könnte in Frage kommen. Sie haben ein Raubtiergebiss und sie kommen überall dort, wo Menschen leben, in großer Zahl vor. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Größen, Kopf- und Körperformen. Die Hinterpfoten des Staten Island Monsters sind aber die eines plantigraden Tieres (Sohlengänger, d. Red.), was sämtliche digitigraden Tiere (Zehengänger) wie etwa alle Hunde- und Katzenartigen ausschließt.
Der öfter diskutierte Otter ist es ebenfalls nicht. Nordamerikanische Fischotter kommen in der Gegend zwar häufig vor und oft sind solche „Monster- Kadaver“ von häufig vorkommenden Tieren. Aber Otter haben einen langen, schlanken Körperbau, während das „Staten-Island-Monster“ gedrungen und kräftig wirkt. Otter haben ein völlig anderes Gebiss und Schwimmhäute zwischen den Fingern. Die fehlen bei dem Kadaver ebenfalls.

Die handähnlichen Pfoten sind sehr typisch für Waschbären, sie laufen auch auf den Sohlen der Hinterfüße. Hier passen auch das Gebiss und die Körperform. Als Kulturfolger leben Waschbären in großer Zahl auch in städtischer Umgebung. Bei dem Tier handelt es sich um einen Waschbären.“

Die Redaktion teilt seine Meinung.

Ach ja: auch der Kadaver des Montauk-Monsters wurde eindeutig als Waschbär identifiziert.

Vorderpfote eines Waschbären. Die Ähnlichkeit zum Staten Island Monster ist groß. Foto: Gaby Müller, CC 3.0

Waschbär-Schädel
Waschbär-Schädel zum Vergleich.
Foto: Klaus Rassinger und Gerhard Cammerer, Museum Wiesbaden, CC 3.0

Zwei Waschbäären sitzen auf einem Baum
Zwei lebendige Waschbären sonnen sich auf einem Baum im Naturschutz-Tierpark Görlitz. Foto: T. Möser

Quellen:

silive.com, der erste Beitrag

silive.com, der zweite Beitrag

gawker.com, die Originalmeldung zum Montauk-Monster

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