Wort zum Sonntag – 09.01.2022

Lesedauer: etwa 17 Minuten

Hallo und einen schönen Sonntag (09.01.2022) wünsche ich dir! Und allen, die mich bislang noch nicht gelesen haben auch ein frohes Neues Jahr!

 

Für viele von uns konnte das alte Jahr kaum schnell genug vergehen. Immer noch stecken wir tief in der Pandemie. Neue Varianten des Virus breiten sich rasant aus. Und wieder leben wir tagtäglich mit der Ungewissheit, ob und wann dieser ganze Mist endlich einmal vorbeigehen wird. Ich bin selber auch wieder ausgesprochen skeptisch, wie ich meine Jahresplanung gestalten soll. Deshalb habe ich vorerst, anders als angekündigt, darauf verzichtet, Dino-Treffen und Lesungen genau zu planen. Lediglich einige vage Zeiträume stehen inzwischen fest.

 


Vorläufige Jahresplanung der Veranstaltungen fürs erste Halbjahr 2022

Januar und Februar:

Im Januar und Februar werde ich definitiv keine Veranstaltungen anbieten. Da habe ich erstens noch kein gutes Gefühl, zweitens bin ich gerade auch sehr mit Schreiben beschäftigt. Der zweite Teil der Traumreise in die Urzeit soll bis dahin fertig werden. Die ersten zwei Geschichten habe ich sogar schon! Wann mein neues Kinderbuch erscheint, erfährst du natürlich hier zuerst. Das erste Buch kennst du noch gar nicht? Kein Problem, hier kannst du es bestellen:

 

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Traumreise in die Urzeit

Fantasiereisen für Kinder in die Welt der Dinosaurier zur Förderung von Entspannung und Achtsamkeit. Lass dich dort von unseren liebenswürdigen Dinosauriern in ihren Bann ziehen. Angel mit Raptor Razor Fische im Fluss, erhebe dich mit dem Flugsaurier Pedro in die Lüfte und tauche mit der Fischsaurier-Dame Stella zu geheimnisvollen Riffen. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Die zahlreichen zauberhaften Illustrationen im Buch helfen Kindern dabei, das Kopfkino der Traumreise mit Leben zu füllen.

Erhältlich ist die Traumreise in die Urzeit als Taschenbuch, als hochwertige Hardcover-Ausgabe und auch als E-Book.


März:

Im März wird es wahrscheinlich wieder möglich sein, eine Fossiliensuche unter freiem Himmel stattfinden zu lassen, natürlich mit entsprechenden Hygieneregeln. Organisiert vom Museum Tor zur Urzeit, werde ich bei dieser Veranstaltung bestimmt wieder in der Kiesgrube Dohrn / Eggers in Negenharrie anzutreffen sein.

 

Fossiliensuche Kiesgrube Negenharrie 1


April:

Sollte es die Lage zulassen, möchte ich im April aber wieder mit einigen Ausflügen starten. Zuerst geht es dabei nach Nordrhein-Westfalen. Am Samstag, den 09.04.2022 möchte ich zuerst das Neandertal Museum Mettmann besuchen.

 

Neanderthal Museum Mettmann
Das Neandertal Museum Mettmann.

Das Geologisch-Paläontologische Museum Münster steht einen Tag später, am 10.04.2022 auf dem Programm. Was wir dort vorhaben, zu welchen Urzeiten wir uns treffen und ob wir sonst noch etwas in unser Programm aufnehmen, wird aber erst später bekanntgegeben.

 

Geologisch-Paläontologisches Museum Münster
Das Geologisch-Paläontologische Museum Münster.

Mai:

Im Mai wird wahrscheinlich eine weitere Urzeitreise nach Baden-Württemberg stattfinden, ganz ähnlich, wie wir das schon letztes Jahr gemacht haben. Wir wollen dabei das Urwelt-Museum Hauff und die Geologische Sammlung der Universität in Tübingen erkunden und natürlich auch einige Erddeponien besuchen, um dort Fossilien zu finden. Angepeilt ist diesmal das Himmelfahrtswochenende, vom 26.05. bis 29.05. 2022.

 

Urzeitreise nach Baden-Württemberg


Juni:

Am Pfingstsonntag, den 05.06.2022, steht dann natürlich wieder das traditionelle Dino-Treffen im Dinosaurierpark Münchehagen an. Wie schon 2019 und 2021 wollen wir dort wieder einen gemeinsamen Tag verleben und uns über unser Lieblingsthema austauschen.

 


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Der Geologenhammer

Überall dort, wo es zum Fossilien-Suchen in die Steine geht, ist ein Geologenhammer nützlich, ja unverzichtbar, Der EO-22P von Estwing ist das Einstiegsmodell des Marktführers und hat bereits alles, was ein Geologenhammer braucht: Er ist aus einem Stück geschmiedet und verfügt damit über keine Sollbruchstellen. Der stoßdämpfende Griff reduziert Vibrationen um 70%.

 

Der 625 g schwere Geologenhammer mit Spitze ist das optimale Modell für Einsteiger wie Profis.

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Paläo-News

In der Weihnachtszeit habe ich mir eine kleine Auszeit gegönnt, deshalb sind in den letzten Wochen nicht allzu viele Beiträge bei mir aufgetaucht. Ich habe also noch einiges an Material aufzuarbeiten. In den kommenden Tagen wird es also wieder viele weitere Urzeitnachrichten geben! Trotzdem war auch am Jahresanfang schon einiges spannendes Material dabei. Einen neuen Dinosaurier hat 2022 allerdings bislang noch nicht. Allerdings könnte man die bereits aus dem letzten Jahr bekannten Gattungen Menucocelsior, Papiliovenator und Sierraceratops schon als erste Dinosaurier 2022 begrüßen, da die Erstbeschreibungen erst in diesem Jahr offiziell erscheinen werden. In meiner offiziellen Liste sind nun auch alle anderen neuen Dinosaurier aus dem Jahr 2021 mit dabei. Du darfst gerne nochmal reinlesen!

 

Highlight Paläo-News

Starten wir aber nun mit unseren Paläo-News, den ersten des neuen Jahres:


Dinosaurier könnten wahrscheinlich bunt gefärbt gewesen sein – und nicht nur die gefiederten!

Carotinoide sind Pigmente, die für die meisten leuchtenden Gelb-, Rot- und Orangetöne bei Vögeln verantwortlich sind. Ihre Verbreitung wurde im Gefieder von Vögeln untersucht, nicht jedoch in der Haut und anderen Körperstrukturen. Carotinoide versteinern allerdings nicht so gut wie braune und schwarze Pigmente, was bedeutet, dass Wissenschaftler die Farbe lebender Tiere untersuchen müssen, um nach Hinweisen auf den Farbausdruck ihrer ausgestorbenen Vorfahren zu suchen.

 

Bei ihrer Analyse, ob bei lebenden Dinosaurier-Verwandten (Schildkröten, Krokodile und über 4.000 Vogelarten) eine helle Körperfarbe vorhanden war, stellten Sahra Davis und Julia Clarke von der University of Texas in Austin (USA) fest, dass schon die letzten gemeinsamen Vorfahren dieser Tiere eine 50-prozentige Chance hatte, helle Farben an den meisten Keratin-Elementen (Haut, Schuppen, Wachshaut) auszubilden. Im Gegensatz dazu stellten die Forscherinnen fest, dass die Wahrscheinlichkeit für hellgefärbte Krallen und Federn bei 0 % liegt. Dass Vögel und auch manche Dinosaurier zum Teil auch buntgefärbte Federn entwickelten, ist auf eine sekundäre, unabhängige Evolution zurückzuführen.

 

Auch einen Zusammenhang zwischen der Ernährung und Farbe der Tiere konnte Nachgewiesen werden: pflanzenfressende Vögel nehmen häufiger pflanzlichen Carotinoide auf, und sie haben deshalb an mehr Stellen ihres Körpers leuchtende Farben als Fleisch- oder Allesfresser. Insofern waren vermutlich auch die pflanzenfressenden Dinosaurier bunter als ihre fleischfressenden Zeitgenossen.


In 100 Jahre alter Zeitung eingewickelt: Forscher finden Fossilien von Dinosaurier-Expedition wieder

Am Südcampus der University of Alberta in Edmonton (Kanada) ist bei Renovierungsarbeiten ein interessanter Fund gemacht worden: Studenten entdeckten beim Ausräumen eines verstaubten Regals einen Stapel Kartons, in denen sich einige Fossilien aus der späten Kreidezeit befanden. Dem Zeitungspapier zufolge, in das sie eingewickelt waren, und den handschriftlichen Notizen darauf zufolge stammen sie von einer Expedition des berühmten amerikanischen Paläontologen und Fossilienjägers George Sternberg und wurden 1920 oder 1921 im Dinosaur Provincial Park gefunden.

 

Die Zeitungen enthalten vor allem Wirbeltierfossilien, darunter auch einige sehr seltene Schildkrötenschädel. Von den meisten Schildkröten dieser 76 bis 72 Ma alten Formation sind bislang vor allem bloß Panzerfragmente bekannt, somit könnte die Wiederentdeckung einige interessante Fragen zur Entwicklung der kreidezeitlichen Schildkröten liefern. Der Rest der Fossilien hat jedoch vielmehr historischen Wert, als naturwissenschaftlichen. Wahrscheinlich wurden die wiederentdeckten Fossilien tatsächlich ein ganzes Jahrhundert lang nicht mehr angefasst. Sie gingen verloren, als sie wahrscheinlich in den späten 60ern oder 70ern aus Platzgründen in Kartons verpackt und ohne Vermerk in besagtes Regal verfrachtet wurden.

Artikel zum Weiterlesen bei Phys.org:


Exzellent erhaltenes Ei eines Oviraptorosauriers

Trotz der Entdeckung vieler Dinosauriereier und -nester in den letzten 100 Jahren sind artikulierte In-Ovo-Embryonen, also Fossilien, die einen Embryo im Ei zeigen, nach wie vor bemerkenswert selten. Lida Xing von der China University of Geosciences in Beijing und ihr internationales Forschungsteam beschreiben in ihrer aktuellen Studie einen außergewöhnlich gut erhaltenen, artikulierten Embryo eines bislang unbestimmten Oviraptoriden.

 

Den Embryo tauften die Forscher auf den informellen Spitznamen „Baby Yingliang“. Er und das Ei stammen aus der Hekou-Formation der späten Kreide in Südchina. Das Fossil wurde dort bereits um die Jahrtausendwende gefunden, geriet bald darauf in Vergessenheit und wurde erst im Jahr 2010 wiederentdeckt.

 

Baby Yingliang in seinem Ei. Rekonstruktion von Julius Csotonyi.

Der Kopf von Baby Yingliang liegt zwischen seinen Füßen, der Rücken ist entlang des stumpfen Pols des länglichen Eies gebogen. Diese Haltung erinnert an einen modernen Vogelembryo im Stadium kurz vor dem Schlupf. Zuvor war so etwas nie bei einem anderen Dinosaurier bemerkt worden. Doch ein Vergleich mit anderen Oviraptoriden-Embryonen im späten Stadium deutet darauf hin, dass auch andere Oviraptoriden vor dem Schlüpfen vogelähnliche Haltungen entwickelten, und dass sie wohl genauso schlüpften wie heutige Laufvögel oder Hühner. Dies legt den Schluss nahe, dass dieses Schlupfverhalten schon bei den frühen Theropoden entstanden sein könnte.


Arthropleura: Der größte bekannter Gliederfüßer aller Zeiten?

Ein neuer erdgeschichtlicher Weltrekord könnte durch ein spektakuläres Fossil aufgestellt worden sein, dass in einem großen Sandsteinblock entdeckt wurde, der von einer Klippe auf den Strand von Howick Bay in Northumberland gefallen ist. Spaziergänger entdeckten und meldeten den Sensationsfund schon 2018, Neil Davies von der University of Cambridge und sein Team beschrieben ihn nun in einer aktuellen Studie. Es handelt sich um einen schier gewaltigen Verwandten der heutigen Tausendfüßer, der im Steinkohlezeitalter, während des Karbons vor etwa 326 Ma lebte und zur Gattung Arthropleura gehörte.

 

Das Fossil ist etwa 76cm lang und 36cm breit, es musste nach seiner Entdeckung von vier kräftigen Männern abtransportiert werden. Obwohl einige Teile des Tiers fehlen, konnten die Forscher die Länge auf 2,6m und ein Gewicht von etwa 50kg rekonstruieren. So große Fossilien von Riesentausendfüßern sind sehr selten, es sind weltweit nur zwei weitere, aber kleinere Exemplare bekannt. Ausgehend von diesen früheren Fossil-, aber auch Fährtenfunden konnten solche gewaltigen Ausmaße bislang nur geschätzt werden. Der neue Fund bestätigt die vorherigen jedoch nicht nur, sondern übertrifft sie sogar knapp.

 

Arthropleura konnte wahrscheinlich sogar länger werden als die größten urzeitlichen Seeskorpione wie Jaekelopterus und Trilobiten wie Isotelus, die ebenfalls um den Titel „größter Gliederfüßer aller Zeiten“ mit im Rennen sind. Möglicherweise waren die Meerestiere jedoch etwas schwerer als der an Land lebende Arthropleura. Die riesigen Land-Arthropoden starben zu Beginn des Perm aus, als der Sauerstoffgehalt in der Atmosphäre absank, der ihnen ihren Riesenwuchs gestattete, und auch ihr Lebensraum verschwand, als die Kohlesümpfe austrockneten.


Cymbospondylus youngorum: früher Ichthyosaurier illustriert explosionsartigen Riesenwuchs der Meeresreptilien der Trias

Die größten Tiere, die je gelebt haben, bewohnten die Meeresumwelt. Moderne Wale haben ihre Größe über Dutzende von Millionen Jahren als Reaktion auf die erhöhte Produktivität der kalten Meeresgewässer entwickelt. Wale waren jedoch nicht die ersten Meeresriesen, die sich entwickelten. Paul Martin Sander vom Institut für Geowissenschaften in Bonn und sein Team beschreiben einen 246 Millionen Jahre alten fossilen Ichthyosaurier, der in der Größe mit modernen Walen konkurrieren könnte. Das Tier existierte höchstens 3 Ma nach dem Auftauchen der ersten Ichthyosaurier, was auf eine viel schnellere Größenexpansion hindeutet, die möglicherweise durch Prozesse nach dem Massenaussterben im Perm angeheizt wurde. Ichthyosaurier und heutige Wale sind trotz ihres zeitlichen Abstands von gut 200 Ma zwei gute und einander sehr ähnliche Beispiele, um die sekundäre Rückkehr eines vorherigen Landtiers ins Meer zu veranschaulichen (konvergente Evolution).

 

Bei ihrer Feldarbeit im Fossil Hill Member in Nevada (USA) traten Funde von riesigen Ichthyosauriern aus der Mittel- und Untertrias zutage, mit deren Hilfe Sander und sein Team Daten sowohl für fossile als auch für lebende Wale aus der umfangreichen Literatur zusammenstellen konnten. Zusammen bilden diese Daten die Grundlage für computergestützte Analysen der maximalen Körpergröße des Ichthyosauriers Cymbospondylus youngorum, seiner Entwicklungsgeschichte und seiner Ökologie. Besonders verblüffend: nach den Modellrechnungen könnte C. youngorum Körpermaße von 12 bis 17m erreicht haben, also vielleicht die mehr als achtfache Länge seiner Vorfahren, die nur 3 Ma zuvor erstmalig ins Meer zurückkehrten. Die Wale brauchten für so einen außerordentlichen Riesenwuchs deutlich länger. Offenbar profitierten die Ichthyosaurier von der ebenfalls sehr raschen Entwicklung von Ammonoideen und Conodonten, die ihnen als Nahrungsgrundlage dienten.


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Berühmte Fossilienfundstellen der Welt

Fundstellen außergewöhnlich gut erhaltener Fossilien (Fossillagerstätten) erlauben uns wichtige Einblicke in die Geschichte des Lebens auf der Erde. Die Erforschung solcher Lokalitäten auf allen Kontinenten und aus verschiedensten geologischen Zeiten ergibt ein recht vollständiges Bild von der Entwicklung der Ökosysteme durch die Erdgeschichte. Um dies dem Leser näher zu bringen, haben die Autoren knappe und prägnante Darstellungen von vierzehn gut untersuchten Fossillagerstätten zusammengestellt und mit mehr als 250 farbigen Fotos und Grafiken ausgezeichnet illustriert.

 

Fenster zur Evolution: Berühmte Fossilfundstellen der Welt ist 2006 im Spektrum Akademischer Verlag erschienen und hat 160 hochformatige Seiten. Es ist nur noch antiquarisch erhältlich, 20 bis 25 € werden für gute Exemplare aufgerufen.

 

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Urzeit-Pathologie: riesige Donnervögel wurden von Knocheninfektionen geplagt

In den seltenen Fällen, in denen Paläontologen aus fossilen von ausgestorbenen Tieren auch Anzeichen von Krankheiten herauslesen können, die diese Tiere einst plagten, bekommen sie einen ungeahnten Einblick in die Lebenswirklichkeit dieser Tiere. So geschehen nun auch durch Fossilen des „Donnervogels“ Genyornis newtoni, dessen Fossilien am Lake Callabonna in Südaustralien gefunden wurden.

 

Phoebe L. McInerny von der Flinders University in Adelaide (Australien) und ihr Team untersuchten für ihre aktuelle Arbeit die fossilen Überreste von insgesamt 34 Individuen der entfernt mit Gänsen verwandten, bis zu 230kg schweren Riesenvögel, die während des Pleistozäns gelebt haben. Bei sechs davon konnten sie Läsionen feststellen, die typisch für eine Osteomyelitis (eine schwerwiegende Knocheninfektion) sind. Sie betrafen ein Brustbein, einen Tarsometatarsus und vier Phalangen (Fingerknochen) bei vier Individuen.

 

Die optisch stimulierte Lumineszenzdatierung zeigte außerdem, dass diese Tiere in Seebodensedimenten mit einem Alter von 54.200 bis 50.400 Jahren versunken waren und wahrscheinlich während einer langwierigen Dürrephase ums Leben kamen, bei welcher der See vollständig austrocknete. Ganz ähnliche pathologische Befunde wurden auch in den Phalangen von zwei anderen Dromornithiden, des sogar noch größeren Dromornis stirtoni und Ilbandornis woodburnei, aus der miozänen Alcoota-Lagerstätte des Northern Territory festgestellt, die ebenfalls als dürrebedingt interpretiert werden. Es ist möglich, dass dürrebedingter Stress und durchweg immunsuppressive Wirkungen zu einer Verringerung der Knochendichte und zu Läsionen bei den untersuchten Vögeln beigetragen haben.


Sauropoden bevorzugten ein warmes Klima

Die Dinosaurier dominierten während des Mesozoikums fast alle Land-Ökosysteme auf der ganzen Welt. Es gab viele verschiedene Arten, die sich den Großgruppen der Ornithischiern (Vogelbeckendinosaurier, wie z.B. Stegosaurus, Triceratops und Parasaurolophus) und den Saurischiern (Echsenbeckendinosaurier) zuordnen lassen. Die Saurischier werden wiederum in die Gruppen der Theropoda (zumeist fleischfressende Tiere wie Tyrannosaurus oder Velociraptor) und Sauropodomorpha (langhalsige Pflanzenfresser wie Brachiosaurus und Diplodocus) aufgeteilt.

 

Alfio Alessandro Chiarenza von der Universade de Vigo (Spanien) und sein Team untersuchten für ihre neue Studie die Rolle des Klimas bei der Gestaltung biogeografischer Muster während des Jura und der Kreidezeit (vor 201–66 Ma). Dazu kombinierten die Forscher die Erkenntnisse der fossilen Überlieferung, Klimadaten aus Erdsystemmodellen und Modellierungen der Habitateignung für Dinosaurier. Die Ergebnisse zeigen, dass Sauropoden, einzigartig unter allen anderen Dinosauriern, nur klimatische Nischen besetzten, die durch hohe Temperaturen gekennzeichnet waren. Dies schränkte die Verbreitungs- und Ausbreitungswege von Sauropoden in nicht-tropische Gebiete ein und schloss sie von hohen Breitengraden aus, insbesondere in der nördlichen Hemisphäre.

 

Auf den südlichen Kontinenten waren insbesondere in der späten Kreidezeit mehr solcher tropischen Klimazonen verfügbar als auf der Nordhalbkugel. Dies könnte der Schlüssel zur hohen Diversität der Sauropoden im Süden im Vergleich zu den nördlichen Landmassen sein, wo sie im Fossilbericht viel seltener sind. Ornithischier und Theropoden waren dort dagegen weniger wählerisch und kamen auch in kälteren Regionen vor, was auf grundlegende thermophysiologische Unterschiede zu den anderen Gruppen hinweist.


Statue von Mary Anning in Lyme Regis (endlich) genehmigt

Die Wohltätigkeitsorganisation „Mary Anning Rocks“ hat das Ziel, an den Klippen von Lyme Regis eine Statue von Mary Anning aufzustellen. Die berühmte Fossiliensammlerin soll nun mit einem Denkmal geehrt werden. Das hat der Rat von Dorset nun offiziell verabschiedet.

 

Mary Anning wurde 1799 geboren. Sie machte zahlreiche bahnbrechende Entdeckungen an der Küste von Dorset, die noch heute in Museen auf der ganzen Welt ausgestellt sind. Die Kampagne für die Statue begann 2018 unter der Leitung der Schülerin Evie Swire und brachte etwa 100.000 Pfund ein. Sie machte sich zusammen mit ihrer Mutter daran, Spenden zu sammeln, nachdem sie festgestellt hatte, dass das Resort bislang noch gar keine Statue hatte, die Annings Leistungen würdigte. (Nicht nur in ihren, sondern auch in meinen Augen ein Skandal!) Dem Local Democracy Reporting Service zufolge ist Swires Wohltätigkeitsorganisation guter Hoffnung, die Statue am 21. Mai enthüllen zu können – dem 223. Geburtstag ihrer berühmten Heldin.

Bild- und Artikelquelle: BBC


Neue Studie: Weiterhin starke Unklarheit über die Hautbeschaffenheit von Nichtvogel-Theropoden

Federn sind komplexe Gebilde, die bereits in der Gruppe der Theropoden-Dinosaurier (Maniraptoriformes) weit verbreitet waren. Zu Maniraptoriformes gehören auch alle heutigen Vögel, aber auch berühmte Dinosaurier wie Archaeopteryx, Velociraptor oder Oviraptor gehören. Für die meisten anderen Theropoden wird jedoch eine reptilienartige Schuppenhaut angenommen. Christophe Hendrickx von der Unidad Ejecutora Lillo in San Miguel de Tucumán (Argentinien) und sein Team überprüften in ihrer aktuellen Studie den Aufbau und die Verteilung von nicht gefiederten Hautstrukturen bei Nichtvogel-Theropoden, die sowohl Schuppen, nackte Haut sowie Verknöcherungen zeigen.

 

Fossile Fußabdrücke zeigen z.B. immer nur winzige, netzartige Schuppen, die aber auch mit einigen überlieferten Hautfossilien übereinstimmen, z.B. bei Carnotaurus, Allosaurus, Concavenator, Lourinhanosaurus, Juravenator, Santanaraptor, Albertosaurus, Daspletosaurus, Gorgosaurus und Tarbosaurus. Mosaikförmige Verknöcherungen (Osteoderme) konnten nur bei Ceratosaurus nachgewiesen werden. Eine nackte, nichtschuppige Haut findet sich bei Sciurumimus, Ornithomimus und möglicherweise Santanaraptor, sowie auf der Flughaut von Ambopteryx und Yi.

 

Schuppen sind bei Nichtvogel-Theropoden im Vergleich zu einigen Dinosauriergruppen (z. B. Hadrosauriden) überraschend konservativ. Ihre Muster variieren innerhalb der Körperregionen bei Carnotaurus, Concavenator und Juravenator stark. Sie umfassen auch schlangenartige Bauchschuppen am Schwanz (bei den letzten beiden). Ungewöhnliche, aber gleichmäßiger verteilte Muster treten auch bei Tyrannosaurus auf, während Merkmalsskalen nur bei Albertosaurus und Carnotaurus vorhanden sind.

 

Nur wenige Theropoden zeigen derzeit überzeugende Beweise für das gemeinsame Vorkommen von Schuppen und Federn. Filamentöse Strukturen scheinen nur innerhalb der Maniraptoriformes die schuppigen Integumente ersetzt zu haben. Die Haut von Theropoden und die von Dinosauriern im weiteren Sinne bleibt somit weiterhin ein praktisch unerschlossenes Studiengebiet.


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Eigene Beiträge:

In den letzten Tagen des alten und den ersten Tagen des neuen Jahres war ich trotz meines Urlaubs nicht untätig. Zwischen den Jahren habe ich zum Beispiel als Gastautor einen Beitrag für die Seite Netzwerk für Kryptozoologie geschrieben und meinen Freund Tobias bei der Kryptozoologischen Presseschau vertreten. Ähnlich wie beim Wort zum Sonntag findest du da auch viele verblüffende Tier-Berichte, allerdings aus dem 21. Jahrhundert.

 

Außerdem habe ich natürlich auch einen eigenen Jahresrückblick 2021 auf meiner Seite geschrieben. Dieses Jahr hatte seine Höhen und Tiefen, war für mich allerdings doch insgesamt betrachtet ein wirklich fruchtbares und schönes. Lies gerne noch einmal nach, was ich dieses Jahr so alles gemacht und welche spannenden Abenteuer ich dabei erlebt habe!

 

Zudem habe ich am Jahresanfang noch einmal meinen Artikel über die neuen Dinosaurier 2021 überarbeitet und auf den wirklich allerneuesten Stand gebracht. Jetzt sind sie wirklich alle mit dabei! Wenn du die Dinosaurier-Parade noch einmal gern lesen möchtest, dann schau gerne vorbei!


Ich wünsche dir jetzt noch einen schönen Sonntag und einen erholsamen Rest vom Wochenende. Morgen geht in vielen Bundesländern, auch bei mir, die Schule wieder los. Allen Schülern wünsche ich also auch noch schöne Restferien! Genießt den freien Tag.

 

Liebe Grüße,

 

Dein Markus Peter Kretschmer

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