Beluga mit Beobachtern vor Holland. Foto: Jeroen Brandjes, CC-BY-NC-NDBeluga und Beobachter bei Julianadorp. Foto: Jeroen Brandjes, CC-BY-NC-ND
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Vor der niederländischen Nordseeküste ist ganz überraschend ein Beluga aufgetaucht.

Gestern, am 17.01.2026 gab es die ersten Meldungen aus der Nähe von Den Helder im Nordwesten des Landes. Nicht nur die Stichtig SOS Dolfijn, die sich um gestrandete Wale kümmert, sondern auch zahlreiche Beobachter waren auf dem Weg dorthin, um den ungewöhnlichen Gast zu sehen und zu fotografieren.

Insbesondere vor Julianadorp aan Zee wurde das Tier von zahlreichen Naturfreunden beobachtet und fotografiert. Es hielt sich im Bereich zwischen 100 und etwa 1000 m vor der Küste auf, tauchte regelmäßig und schien Heringe zu fressen.

Die initiale Beobachtung erfolgte am 17.01.26, gegen 12:30 Mittags bei Callantsoog, später wenige Kilometer weiter nördlich bei Julianadorp. Die ungewöhnliche Sichtung verbreitete sich schnell, bereits am frühen Samstagnachmittag (auch 17.01.) fanden sich Scharen von Fotografen auf den Dünen und Stränden des kleinen Ortes ein. Gegen 16:30 am Samstag wurde die letzte Sichtung veröffentlicht.

Auch am Sonntag (18.01.26) wurde das Tier beobachtet, ebenfalls vor Julianadorp und dem nördlich gelegenen Den Helder. Die erste Sonntagsmeldung stammt von 9:40 Uhr, die letzte von knapp 13 Uhr. Bei den letzten Beobachtungen bewegte sich das Tier wieder nach Süden.

Quelle: observation.org

Beluga vor Nordholland
Beluga-Wal vor Nordholland. Foto: CC-BY-NC-ND by Roy Slaterius

Beluga- oder Weißwale

Belugas (Delphinapterus leucas) oder Weißwale sind arktische Wale. Sie werden etwa 3 bis 6 m lang und erreichen 400 bia 1000 kg Gewicht. Damit gehören sie zu den kleineren Walen. Adulte Tiere sind nahezu schneeweiß, Jungtiere kommen grau zur Welt und färben sich erst nach einigen Jahren völlig weiß. Sie kommen ausschließlich im Nordpolarmeer und in der Hudson Bay vor und erreichen dort regelmäßig die Packeisgrenzen. Lediglich in der Mündung des St. Lorenz-Stromes gibt es eine kleine, subarktische Population.

Selten, aber regelmäßig wandern Einzeltiere nach Süden, wo sie sich häufig in Flussmündungen aufhalten. Der in Deutschland bekannteste Fall ist „Moby Dick“, der sich im Mai 1966 in den Rhein verirrte und bis nach Bonn aufstieg, den Fangversuchen des Direktors des Duisburger Zoos widerstand und schließlich wieder in die Nordsee zurück gelangte, wo er verschwand.

In diesem Jahrhundert wurde 2012 ein Weißwal in der Ostsee bei Olpenitz gesichtet, 2018 in der Themse-Mündung, im August 2020 in der Seine zwischen Rouen und Paris. Das Weibchen war bereits in schlechtem Zustand, als es entdeckt wurde und verstarb nach eine Weile.

Bekannt wurde Hvaldimir, ein Beluga, der sich im April 2019 im Norden Norwegens wiederholt Fischern näherte. Er trug anfangs ein Geschirr mit Kamerahalterung und dem Aufdruck „Equipment St. Petersburg“ in englischer Sprache. Er ließ sich kraulen, bettelte um Futter und apportierte Dinge, die absichtlich oder unabsichtlich ins Wasser fielen. Es wird vermutet, dass der Wal von der russischen Marine zu Spionagezwecken trainiert, dann aber entkommen war. Eine andere These geht davon aus, dass er ein Therapie-Wal war, der zur Arbeit mit Kindern ausgebildet wurde.

2023 tauchte das Tier kurzzeitig an der schwedischen Südwestküste auf, am 31. August 2025 wurde er tot treibend bei Stavanger in Norwegen geborgen.

 

Fotos: Roy Slaterus und Jeroen Brandjes, beide CC-BY-NC-ND am 17. und 18.01.2026, gefunden bei observation.org.

Von Tobias Möser

Tobias Möser ist Diplom-Biologie und hat zudem Geologie und Wirtschaftswissenschaften studiert. Schon als Kind war er vor allem an großen Tieren, Dinosauriern, später Walen interessiert. Mit der Kryptozoologie kam er erst 2003 in näheren Kontakt. Seit dieser Zeit hat er sich vor allem mit den Wasserbewohnern und dem nordamerikanischen Sasquatch befasst. Sein heutiger Schwerpunkt ist neben der Entstehung und Tradierung von Legenden immer noch die Entdeckung „neuer“, unbekannter Arten. 2019 hat er diese Website aufgebaut und leitet seit dem die Redaktion.