Lesedauer: etwa 3 Minuten

Am 21. Oktober 2021 ist der neue Asterix-Band in Deutschland erschienen. Wie viele andere kaufe ich die neuen Hefte noch regelmäßig, nehme sie zur Kenntnis und stelle sie dann ins Regal. Die Begeisterung, die ich – vor nunmehr 45 Jahren – als Schüler hatte, ist längst abgeflaut und der Ernüchterung gewichen. Ich erwarte wenig, und doch – beim neuen Band, dem mittlerweile 39., musste ich oft schmunzeln und zuweilen auch laut lachen. Das Witzniveau ist generell hoch, die Anspielungen sind geschickt gewählt (heulen Wölfe, heißt es einmal, das sei „Der Ruf der Wildnis“).

 

Kryptozoologix?

Was das Heft hier zum Thema macht ist jedoch, dass es der erste Asterix mit einer kryptozoologischen Geschichte ist. Die beiden gallischen Helden müssen nach Osteuropa, nach Russland, in die Ukraine, eventuell sogar in die Mongolei, um den magischen Greif aufzuspüren.

 

Asterix und der Greif
Seine Reise führt Asterix diesmal in die kalten Steppen Asiens – auf eine kryptozoologische Expedition

 

Die Asterix-Hefte werden lange schon nicht mehr vom Duo Goscinny und Uderzo gemacht, sondern von Jean-Yves Ferri (Szenario) und Didier Conrad (Zeichnungen – weniger perfekt als früher und daher auch hübscher für mich). Das ist, Leser wissen es, besser als die vom alten Zeichner selbst getexteten Hefte.

 

Da Asterix ja bereits fast die gesamte antike Welt erforscht hat (selbst Indien und Amerika), reist er nun zu den Sarmaten, Amazonen und Skythen. Dort wollen die Römer den Greif fangen, um ihn im Zirkus abschlachten zu lassen, und das will der sarmatische Schamane nicht zulassen – klar, dass die Gallier helfen.

 

Wort- und Situationswitz – und Kryptozoologie

Es gibt jede Menge Witze zur Emanzipation (die oft genug aufgehen – so sagt die eine Amazone: „Krieg? Das ist doch Frauensache!“), aber auch zur Kryptozoologie. Für mich sehr spannend war die Entdeckung eines im Eis tiefgefrorenen Dinosauriers (das Thema eines Beitrags im nächsten Jahresband des Netzwerks für Kryptozoologie) und ein launischer Hinweis auf Caesars Einhornbericht im „Gallischen Krieg“ (bald Thema eines Beitrags auf dieser Seite).

Griechische und römische Vorstellungen von Fabeltieren werden mit modernen Deutungsversuchen vermischt – nach dem Zyklopen suchen die Römer beispielsweise in Sizilien (nach der modernen Erklärung, den Elefantenschädeln). Man kommt als Kryptozoologe fast auf jeder Seite auf seine Kosten. Und es kommt gar nicht gezwungen daher …

 

Über die Handlung sei nicht zu viel verraten – sie macht Spaß und unterhält die halbe Stunde lang, die man zum Lesen braucht, aber es ist eine vergnügliche, keine vergeudete Zeit.

 

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Band 39: Asterix und der Greif

Asterix 39: Asterix und der Greif ist am 21. Oktober 2021 bei der Egmont Comic Collection erschienen. Als gebundenes Buch hat es 48 Seiten, der Comic ist auch für den Kindle erhältlich.

 

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Von Ulrich Magin

Ulrich Magin (geb. 1962) beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Kryptozoologie, insbesondere mit Ungeheuern in Seen und im Meer. Er ist Mitarbeiter mehrerer fortianischer Magazine, darunter der „Fortean Times“ und Autor verschiedener Bücher, die sich u.a. mit Kryptozoologie befassen: Magischer Mittelrhein, Geheimnisse des Saarlandes, Pfälzer Mysterien und jüngst Magische Mosel.