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Puma

VonTobias Möser

Mrz 10, 2020

Der Puma (Puma concolor) ist eine große Katzenart, die ursprünglich fast vollständig über die Amerikas verbreitet war.

Merkmale

Puma in Jütland?
Puma in einem bekannten Habitat

Obwohl er die viertgrößte rezente Katzenart (nach Tiger, Löwe und Jaguar) ist, gehört er taxonomisch zu den Kleinkatzen. Seine Schulterhöhe liegt bei etwa 60 bis 90 cm, seine Kopf-Rumpf-Länge bei 95 cm bis knapp 2 m. Der Schwanz misst 60 bis 100 cm.
Männchen sind generell größer als Weibchen, entsprechend der Bargmann’schen Regel sind die Pumas der Tropen am kleinsten und die der kalten Regionen in Nordamerika und Feuerland die größten.

Das Fell ist einfarbig, dicht und kurz. Der Farbton ist variabel von silbergrau bis rötlich braun. Die Unterseite mit Kinn und Brust ist weiß gefärbt. Schwärzlinge sind selten, aber aus Südamerika dokumentiert.

 

Pumas ernähren sich primär von Säugetieren aller Größen, vom Elch bis zu Erdhörnchen. In Nordamerika fressen sie vor allem Hirsche. Sie fressen kein Aas und keine Reptilien, jedoch auch Vögel und Fische.
Dort, wo auch der (größere) Jaguar vorkommt, weichen Pumas auf kleinere Beutetiere aus.

 

Verbreitung

Puma im Schnee
Pumas kommen mit fast allen Klimabedingungen zurecht

Pumas waren natürlich über nahezu den gesamten amerikanischen Doppelkontinent verbreitet. Sie fehlten nur auf den Inseln der Karibik, im nördlichen Kanada und Alaska. Aus großen Teilen der USA westlich der Rocky Mountains und der Gegend um den Rio de la Plata wurden sie verdrängt. Mit sinkendem Jagddruck durch stärkere Schutzmaßnahmen beginnen sie, diese Gebiete wieder zu erobern.

Pumas bewohnen nahezu alle Habitate, von tropischen zu gemäßigten und borealen Wäldern. Prärie und Gebirge, sogar die Everglades in Florida. In einigen Regionen Nordamerikas scheuen sie die Nähe der Städte nicht mehr.

 

Der Gesamtbestand der Pumas wird auf etwa 50.000 erwachsene Tiere geschätzt, in Nordamerika ist er stabil, die Bestandsentwicklung in Südamerika ist lokal sehr unterschiedlich.

Im deutschsprachigen Bereich werden Pumas aktuell in folgenden Zoos gehalten (in grau: letzter Nachweis der Zootierliste.de, Stand 03/2020)

  • Raubtier- und Exotenasyl Ansbach, 2017
  • Tiererlebnispark Bell (Hunsrück), 2018
  • Zoo am Meer in Bremerhaven, 2020
  • Tierpark Hamm, 2019
  • Tier- und Freizeitpark Eichholz in Oranienburg, 2020
  • Zoo Saarbrücken, 2018
  • Tierpark Ströhen (Landkreis Diepholz), 2017
  • Zoologische Station Wassenberg (Niederrhein), 2017

Österreich

  • Tierpark Altenfelden, o.a.
  • Tierpark Stadt Haag, 2018
  • Tiergarten Hellbrunn in Salzburg, 2019
  • Tierwelt Herberstein in St. Johann, 2019

Schweiz

  • Bellevue (Parc dAccueil Pierre Challandes), 2018
  • Crémines (Zoo Jurassien Siky-Ranch), 2018
  • Frauenfelt (Plättli-Zoo), 2017

 

Kryptozoologisches

Pumas sind regelmäßig Objekte der Kryptozoologie:

  • durch ihre weite Verbreitung, als sehr heimlich vorkommendes Tier, das Jagdkonkurrent und gelegentlich sogar Jäger von Menschen ist, kommt er in den Mythen der First Nations und anderer indigener Völker Amerikas regelmäßig vor. Sie haben große Achtung vor dem Puma und schreiben ihm Eigenschaften wie Führungskraft, Stärke, Treue, Findigkeit und Mut zu.
  • Pumas werden regelmäßig als Erklärungen für Alien Big Cats herangezogen, Großkatzen, die außerhalb ihres Verbreitungsgebietes auftauchen. Durch die große ökologische Flexibilität und die Anpassungsfähigkeit an den mitteleuropäischen Winter sind sie gute Kandidaten hierfür. Das zeichnungsarme Fell tritt häufig bei Alien Big Cats auf und schließt andere Großkatzen aus.
    Mit Felicity wurde 1980 ein freilebender Puma in Schottland gefangen.
  • Das KryptidOnza“ ist möglicherweise eine leicht gebaute, mexikanische Unterart des Puma.
Felicity war ein out-of-place-animal, das 1980 in Schottland gefangen wurde. Dermoplastik im Museum Inverness, Schottland

Wieso ist der Puma keine Großkatze?

Pumas sind ohne Zweifel große Katzen, aber wieso zählt man sie nicht zu den Großkatzen?

 

Die strenge Einteilung in Groß- und Kleinkatzen ist schon länger zoologisch nicht haltbar. Da es keinen echten Schnitt mit einer Lücke zwischen groß und klein gibt, auch nicht sinnvoll.
Heute stellt man den Puma mit dem kleineren Jaguarundi in eine Gattung (Puma) und mit dem rezenten und den ausgestorbenen nordamerikanischen Geparden der Gattung Miracinonyx in eine Familie.

Von Tobias Möser

Tobias Möser hat Biologie, Geologie und Wirtschaftswissenschaften studiert. Schon als Kind war er vor allem an großen Tieren, Dinosauriern, später Walen interessiert. Mit der Kryptozoologie kam er erst 2003 in näheren Kontakt. Seit dieser Zeit hat er sich vor allem mit den Wasserbewohnern und dem nordamerikanischen Sasquatch befasst. Sein heutiger Schwerpunkt ist neben der Entstehung und Tradierung von Legenden immer noch die Entdeckung „neuer“, unbekannter Arten. 2019 hat er diese Website aufgebaut und leitet seit dem die Redaktion.