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Freitagnacht-Kryptos: „Seltsames Monster erschreckt Bürger“

The Barbour County Index - Zeitungstitel

2. Januar 1907

„Seltsames Monster erschreckt Bürger“

  • Seltsame pavian-ähnliche Kreatur in der Nähe von Darby, Pennsylvania gesehen.
  • Kann ein Witz sein.
  • Verspätete Wanderer aus Delaware County, die Angst vor mysteriösen Dingen haben.
  • Viele Einwohner bewaffnen sich.

Darby, Pennsylvania.

Das gesamte Delaware County ist über die angeblichen Mätzchen eines mutmaßlichen Wildtiers aufgeregt, das angeblich wie ein Gorilla aussieht und verspätete Wanderer in verschiedenen Teilen der Gegend fast zu Tode erschreckt hat.

 

Während die meisten Menschen glauben, dass das ganze ein Scherz von jemandem ist, der buchstäblich einen Affen aus sich macht, sind viele der ängstlicheren Sorte gründlich alarmiert und glauben voll und ganz an alle Geschichten, die von der mysteriösen Kreatur erzählt werden.
Diejenigen, die behaupten, das wundersame Tier gesehen zu haben, behaupten, dass es manchmal wie ein Mann aufrecht steht und dann mit erstaunlicher Geschwindigkeit auf allen vieren dahin rast und dabei einen seltsamen galoppierenden Gang beibehält.

Paviane in Tsavo
Ob Paviane „mit erstaunlicher Geschwindigkeit auf allen vieren dahin“ rasen?

Sie sind sich außerdem sicher, dass es ein dunkles Haarkleid hat, aber das wird nicht als bemerkenswert angesehen, da das Wetter kühl ist. Ihre Geschichten darüber, wie sie dem seltsamen Tier beinahe begegnet wären, waren so aufregend, dass viele der Leute im County nicht dazu gebracht werden können, die Stellen zu passieren, an denen es gesehen worden sein soll.
Andere haben sich Pistolen gekauft und gehen bewaffnet umher, entschlossen, ihr Leben nicht zu billig zu verkaufen, falls sie dem mythischen Monster in einem seiner hypothetischen Orte begegnen sollten.

 

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Andere nehmen die Sache ernst, ohne übermäßig beunruhigt zu sein, und versuchen, die Angelegenheit rational zu erklären. Dass es sich um einen Affen handelt, der aus der zoologischen Sammlung entkommen ist, ist die am häufigsten akzeptierte Theorie.

Diese wurde durch das Gerücht verstärkt, dass die Verwaltung der Zoologischen Gärten von Philadelphia im Delaware County auf der Suche nach einem verlorenen Affen waren. Aber eine telefonische Nachricht an den Zoo torpedierte diese Geschichte. Alle Philadelphia-Affen seien sicher verwahrt in ihren Käfigen. Die Einrichtung schlug jedoch mit allem Respekt vor, dass das Tier unten bei Darby wahrscheinlich ein entkommener Affe aus dem Delaware County selbst sein könnte.

Trotzdem sind einige Personen in der Gemeinde Springfield so überzeugt, dass ein seltsames Tier herumstreift, dass sie Fallen dafür aufgestellt haben. Frank Carr ist einer von ihnen, und er hat eine Reihe von Fallen in einem Gehege im hinteren Teil seines Hauses in der Nähe einiger Wälder aufgestellt, in denen die angebliche Kreatur gesehen worden sein soll. Von dort ist nun zu vernehmen, dass Fallen zerbrochen gefunden, die Köder aus ihnen verschlungen wurden, und alle Beweise für die Zerstörung durch ein Tier vorliegen.

 

Pavian im Zoo
Keinem der Bürger ist es gelungen „alles einzusacken, das wie ein Pavian aussieht“

 

Der Witzbold, der hier solche Angst verbreitet hat, wenn dies so der Fall ist, das in einem Ausmaß geschafft, das er sich nun selbst zu Schaden kommen könnte. Denn es gibt eine Reihe von Bürgern aus Delaware County, die, obwohl sie in dieser Angelegenheit nicht hysterisch sind, heimlich große Waffen in ihre Hüfttaschen gesteckt haben und nur auf die Chance warten, alles einzusacken, was wie ein Pavian aussieht.




Freitagnacht-Kryptos: Monster mit vielen Hörnern. Große Geschichte aus Wisconsin

Eine kürzlich erschienene Ausgabe des „Timberman“ berichtet von der angeblichen Gefangennahme eines sogenannten schwarzen Hodags.

Fluss Wisconsin
Was macht so ein wilder Hodag in der ruhigen Landschaft von Wisconsin?

Die Erfassung soll von einem E.S. Shepard stammen, der als bekannter Stammholz- Fahrer und Zuglotse aus Rhinelander, Wisconsin, beschrieben wird. Mr. Shephard soll die seltsame Kreatur in der Nähe der Linie der Rhinelander- und St. Paul-Eisenbahn gesehen haben. Er war zu dieser Zeit auf der Jagd. Und wie es bei Jägern in der Wildnis von Nordwisconsin scheinbar üblich ist, hatte er seine Kamera dabei, wahrscheinlich in der Hoffnung, einen Schnappschuss von dem Monster zu bekommen.

Dieser Hodag ist gefürchtet

Dieser schwarze Hodag soll in der Vergangenheit viele Haustiere getötet haben. Es war während einem seiner halbwöchentlichen Besuche am Lake Goodyear, als Mr. Shephard es schließlich sah. Das Tier kam in regelmäßig an diesen Ort, um sich von Schlammschildkröten und Wasserschlangen zu ernähren.

 

Wald
„Da hinten ist er. Ich hab ihn gesehen! Hinter dem Baum da. Ganz sicher!“

Nachdem der Holzkreuzer ein Foto des Monsters bekommen hatte, rief er einige Holzfäller herbei, mit deren Hilfe er sich an die Verfolgung machte. Sie sollen es bis zu seinem Nest in einer alten verlassenen Eisenmine zurückverfolgt haben. Die Verfolger befestigten unter gebührender Berücksichtigung ihrer Sicherheit einen mit Chloroform gesättigten Schwamm an einer Stange und ließen ihn vor der Nase des Tieres fallen. Es scheint auch üblich zu sein, dass Wisconsin-Jäger Chloroform und Schwämme mit sich führen, wenn sie dem Wild auf der Fährte sind.

 

Offenbar ein sehr wildes Tier

Wie auch immer, der Hodag war betäubt und wurde in diesem Zustand nach Rhinelander gebracht, wo ein ähnliches Nest für ihn eingerichtet wurde. Laut dem aufrichtigen Chronisten ist die Kreatur jedoch so wild und unbändig, dass es für notwendig gehalten wird, sie ständig unter dem Einfluss von Drogen zu halten. Mehrere Hunde, die den Hodag angriffen, wurden sofort von ihm getötet, und es wird ernstlich hinzugefügt, dass er, nachdem er sie mit wütenden Schlägen getötet und das Leben mit seinen Krallen aus ihnen herausgedrückt hatte, sie in Stücke riss und sie, nachdem er sie in Schlamm getaucht hatte, mit großer Begeisterung verschlang. Während das Tier auf diese Weise gefüttert wurde, stieß es das unheimlichste Heulen aus, das man sich vorstellen konnte, welches halb dem Brüllen eines verrückten Stiers ähnelte, halb dem Brüllen eines Löwen, nur erheblich lauter.

Farm in Wisconsin
Hat man der Zeitung einen Bären bzw. einen Hodag aufgebunden?

 

Dieses Rind legt Eier!

Dies ist nicht alles, was an dem Hodag seltsam ist, dessen wissenschaftlicher Name nach unserer Information „Bovinus spiritualis“ lautet. Es scheint, dass diese rinderartige Kreatur auch Eier legt, von denen einige in ihrem Nest gefunden wurden. Leider sagt die Erzählung nicht, wie viele. „Es wird geschätzt“, sagt der begabte Arbeiter, „dass die Eier bald schlüpfen werden und seine Tierhalter werden große Sorgfalt darauf verwenden, die Gewohnheiten des Monsters zu beobachten. Und auch darauf, dass keines von ihnen entkommen wird, um die Haustiere in diesem Abschnitt zu jagen.“ Wie es das Alttier in der Vergangenheit bekanntlich getan haben soll.

 

Es ist zu hoffen, dass der gefürchtete Hodag endgültig ausgerottet werden kann, und da nur für diese eine Familie Beweise vorliegen, ist es wahrscheinlich, dass das humane Ziel bald erfolgreich erreicht werden kann.


Der HodagWilliam T. Cox berichtete in seinen „Kreaturen der Holzfäller“ ebenfalls von einem Hodag. Abgesehen von einigen eher generellen Attributen hat dieser jedoch kaum Ähnlichkeit mit dem schwarzen Hodag.

 

Link zum Artikel: „Der Hodag




Freitagnacht-Kryptos: „Der Rivale der Seeschlange“

22. August 1879

„Der Rivale der Seeschlange.“

Ein Reptil, neun Meter lang und wahrscheinlich fünfzig Jahre alt – Eine Geschichte, bei der sich fragt, ob westliche Zeitungsleser sie glauben sollen.

Eine kürzlich erschienene Ausgabe des Cincinnati Commercial berichtet von einer gewaltigen Schlange:

Erste Erzählung 1847

Im Jahre 1847 lösten eidesstattlich versicherte Erzählungen alter und als vertrauenswürdig geltender Einwohner im nördlichen Teil des County Clermont über eine Schlange enormer Größe im dortigen „Hartman’s Mühlenteich“ große Aufregung aus.
Dieses Gewässer liegt dreieinhalb Meilen oberhalb von Williamsburg an der Ostgabelung des Little Miami River. Die Aufregung breitete sich allmählich aus, und erregte schließlich die öffentliche Aufmerksamkeit im ganzen Land.

In Batavia wurde eine von Colonel Howard und Captain J.A. Penn angeführte „Schlangenjagd- Gruppe“ organisiert, mit der Zielsetzung, das Monster zu fangen. An einem festgelegten Tag und zu einer festgesetzten Zeit versammelte sich eine riesige Menschenmenge aus allen Teilen des County, bewaffnet mit Waffen, Heugabeln, Maismessern, Knüppeln und fast jeder anderen denkbaren Waffe, an Hartman’s Mühle, die durch das Wasser des Teichs betrieben wurde.

Haus, See, Feld
Ist das der Mühlteich, der abgelassen wurde? Szene aus dem Clermont County

Der Mühlteich wird abgelassen

Nachdem die Anführer die Leute entlang der Seiten des Mühlenteichs organisiert und verteilt hatten, befahlen sie, den Damm zu öffnen, um das Wasserreservoir zu leeren. Das geschah wie befohlen, aber keine Schlange erschien. Unter einem hohen vorspringenden Felsvorsprung wurde jedoch eine Aushöhlung entdeckt, deren Ausmaß nicht zu bestimmen war, deren Öffnung jedoch so groß wie ein Schweinekopf war, und sich offenbar weit in den angrenzenden Hügel hinein erstreckte. Der Müller Hartman wollte die Öffnung seines Damms nicht bestehen lassen, es sei denn, die Schlangenjäger würden das Grundstück kaufen. Das lehnten diese aber ab, und da keine Anzeichen der Schlange entdeckt wurden, löste sich die Gruppe gegen Nacht auf und ging nach Hause. Die Öffnung im Damm wurde wieder geschlossen, das Wasser stieg wieder an und bedeckte wieder die Mündung der Höhle.

 

Eine Weile geschah nichts mehr, die Aufregung ließ allmählich nach, und wurde im folgenden Jahr nur durch gelegentliche Berichte über die große Schlange wiederbelebt, die noch immer dann und wann in dieser Nachbarschaft gesehen wurde. Herr Hartman war in dieser Folgezeit nicht in der Lage, viel mit seiner Mühle zu tun, da die Leute – selbst diejenigen, die sich ungläubig zur Existenz der Schlange bekannten – nicht mehr zur Mühle gingen, um ihr Korn mahlen zu lassen.
Die Sichtungen sorgten für so weitreichende Verunsicherung, dass Land in der Nachbarschaft der Mühle an Wert verlor. Und ein Lagertreffen, das in der Nähe stattgefunden hatte und an dem zuvor jährlich viele hunderte Menschen teilnahmen, fand nicht mehr statt, und wurde schließlich ganz aufgegeben. Die Lokalität schien allseits gemieden zu werden.

Bis gestern nun war seit einigen Jahren nichts mehr von der Hartman-Schlange gesehen oder gehört worden.

Eine Schlange, so dick wie ein Bierfass

Col. J.A. Penn reiste in eine der nördlichen städtischen Ansiedlungen, um vor Gericht an einer Klage teilzunehmen, und als er innerhalb einer halben Meile von demselben Mühlenteich die Straße entlangfuhr, sah er auf der Nordseite der Straße, ungefähr 100 m vor ihm, etwas auf dem Boden aus dem Feld auftauchen. Er trieb sein Pferd vorwärts und ritt innerhalb von fünfundzwanzig Metern um das Objekt herum.
Dabei stellte er fest, dass es sich um eine riesige Schlange handelte, die nicht weniger als neun Meter lang und so dick wie ein Bierfass war. Sie trug ihren Kopf in einer Höhe von ungefähr 1,5 m und bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 16 Kilometern pro Stunde. Der Oberst alarmierte sofort die Nachbarschaft, und in kurzer Zeit nahmen fünfzig Männer zu Fuß, in leichten Kutschen und zu Pferd unterwegs die Verfolgung auf. Unter den Frauen und Kindern herrschte die größte Aufregung, die sich wie ein Präriefeuer in der Gegend ausbreitete.

 

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Die lustige Tierwelt und ihre ernste Erforschung

Helmut Höge erforscht seit vielen Jahren alles, was kreucht und fleucht: von Mikroorganismen bis zu Elefanten. Dabei interessiert ihn nicht nur die wissenschaftliche Literatur über die jeweilige Spezies, sondern vor allem die Beobachtungen derjenigen, die mit Tieren konkret umgehen und ihr Verhalten studieren. Er ist überzeugt, dass durch solche Beobachtungen wichtigeres Wissen zu Tage gefördert wird als unter den Mikroskopen der Molekulargenetik und dass der Mensch vom Tier mehr lernen kann als umgekehrt. 2014 wurde Höge mit dem Ben-Witter-Preis ausgezeichnet, der Autoren verliehen wird, die „einen unkonventionellen Blick auf die Welt werfen, mit ungewöhnlichen literarischen oder journalistischen Formen experimentieren und gesellschaftskritischen Humor zeigen“. Dies trifft auf „Die lustige Tierwelt und ihre ernste Erforschung“ in jeder Hinsicht zu.

 

 

Die lustige Tierwelt und ihre ernste Erforschung hat 160 Seiten und ist 2018 bei Westend erschienen. Es kostet als gebundenes Buch € 16,-.

 

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Landschaft
Landschaft in Ohio. Ist hier die Schlange durchgebrochen?

Große Aufregung in Batavia

Ein Telegramm von Williamsburg an die Batavianer brachte die Stadt in größte Aufregung und Verwirrung. Die Schlange bewegte sich nach Süden und würde wahrscheinlich nahe der Stadt vorbeikommen, wenn sie ihre Route nicht änderte. Ein jeder stellte sich mit jeder Art Waffe heraus, die er bekommen konnte. Die meisten Leute fuhren in Richtung Afton und fanden dort Colonel Penn, der sein erschöpftes Pferd gegen ein frisches tauschte.
Er war zwei- oder dreimal in Sichtweite der Schlange gekommen und hatte mit seinem Revolver darauf geschossen, aber ohne erkennbare Wirkung. Die Schlange war ungefähr eine Viertelstunde zuvor vorbei gekommen und direkt durch den Hof von Hiram Sweet gekommen, von wo sie einen zweijährigen Jungen, der im Hof schlief, entführte. Colonel Penn, verstärkt durch die Batavia-Brigade, darunter Colonel Hukch, Richter Dowdney, Napoleon Bonaparte Ross, Dale Cowen und Postmeister Jameson, nahmen mit frischer Feurigkeit die Verfolgung wieder auf.

Die Schlange zieht verheerend durch das Land

Die gestaltete sich leicht, da die Schlange die Zäune entlang der Schienen nieder drückte, wo immer sie sie überquerte, und ihre Spur über die frisch gepflügten Getreidefelder sah aus wie von einem riesigen Sägeblatt geschlagen. Auf seinem Weg löste das Ungeheuer die größte Bestürzung und Verwüstung aus. Ganze Arbeitsteams ergriffen die Flucht; das Vieh auf den Farmen wurde panisch und raste über Zäune und durch die Getreidefelder, wodurch der Gegenwert von Tausenden von Dollar zerstört wurde. Die Leute rannten zu Tode erschrocken in alle Richtungen davon. Schusswaffen wurden abgefeuert, um das riesige Reptil zu erschrecken. Es schien, als wäre plötzlich das Pandemonium der Hölle losgelassen worden, doch die Verfolger blieben dem Untier weiter auf der Spur.

 

Bald waren die Hügel des Ohio erreicht. Der Weg der Schlange führte durch die Gemeinde Monroe und den Big Indian Creek hinunter. Ein Teil des Weges durch die Gemeinde Monroe hielt er sich direkt an der öffentlichen Straße. Der alte Simmons fuhr mit Tom Nichols in seiner Kutsche, deren Pferd, als es die Schlange näher kommen sah, scheute, den leichten Buggy umwarf und die Insassen auf die Straße schleuderte. Bevor diese noch aufstehen und aus dem Weg gehen konnten, war die Schlange aber auch schon an ihnen vorbei. Sie schlug Nichols mit ihrem Schwanz dabei so stark auf den Oberschenkel, dass er herumwirbelte und sich beim Aufprall auf den Boden das Bein brach.

 

Von 1000 Menschen verfolgt

Colonel Penn war zu dieser Zeit nur eine halbe Meile entfernt. Zu dieser Zeit verfolgten, brüllten, schrien und traten mindestens 1.000 Personen nach der Art von Sitting Bull und seinen Kriegern auf. An jeder Besiedlung entlang der Verfolgungsroute schlossen sich weitere Rekruten dem Zug an. Die Schlange floh den Hügel zum Indian Creek hinunter. In kurzer Zeit war sie in Sichtweite des Ohio, und nur noch knapp dahinter befanden sich der tapfere Colonel Penn und seine tapferen Männer und lauten Anhänger.

Doch sie waren etwas zu langsam. Die Schlange stürzte sich in den Ohio und verschwand in seinen schmutzigen, schlammigen Wellen. Es wird angenommen, dass ihre Fluchtroute von diesem Punkt an einen Kurs flussabwärts nahm, denn Kapitän Morgan, dessen Boot am Abend aus Cincinnati kam, sagte, er habe drei Meilen unterhalb des New Richmond etwas gesehen, was er zunächst für einen großen Baumstamm hielt, der im Fluss schwamm. Welcher beim Näherkommen aber verschwand, so dass der Kapitän mit Zufriedenheit wusste, dass es sich hierbei um die große Schlange gehandelt haben musste. William Fitzpatrick und mehrere andere Bürger von New Richmond waren an Bord und bestätigten diese Aussage.

 

Es besteht kein Zweifel mehr, dass die Schlange von Clermont Realität war und dass sie bis zum Ohio River gejagt wurde. Für Hiram Sweet wurde eine Spendensammlung gemacht, dessen Zäune und Ernten vom Monster schwer verwüstet wurden, und der um den Verlust seines jüngsten Kindes trauerte.

 

Die Tatsache sei jetzt festgestellt: Die Schlange von Clermont war kein Humbug!

 

Main Street von Batavia Ohio
Die Hauptstraße von Batavia (Ohio) heute. Foto: Aesopposea CC 4.0

Ein Bauer rückte ihr mit Nitroglycerin zu Leibe

Wir hoffen, dass Anstrengungen unternommen werden, sie zu töten, da sie zweifellos oft in ihrem neuen Lebensraum zu sehen sein wird. Es ist jetzt ziemlich sicher, dass sich diese große Schlange in der Höhle unter dem Ufer des Baches, die 1847 bei der Jagd entdeckt wurde, versteckt hatte.
Ein Bauer, dem das Land dort gehört und der ein Wohnhaus errichtet hat und der beim Setzen eines Brunnens auf ein Kalksteinbett gestoßen war, rückte diesem Felsbett mit viel Nitroglycerin zu Leibe. Dieser Brunnen ist ungefähr 420 m von der Mündung der Höhle entfernt, und etwa 15 m tief. Es wird angenommen, dass das Sprengen des Brunnens in den Fels den Unterschlupf der Schlange zerstörte und sie, wahrscheinlich aufgrund der Nähe des Brunnens zur Höhle, oder vielleicht seiner tatsächlichen Verbindung damit, erschreckte und in die Flucht trieb.




Freitagnacht-Kryptos: Der Fisch mit GooGoo-Augen

Aus der Zeitschrift „Wauwatosa News“ vom 17. September 1909

 

wauwatosa news

„Fisch mit GooGoo-Augen.“

Über ein Lebewesen mit Augen von der Größe eines Lokomotiv- Scheinwerfers

Der Kapitän Ross des Dampfers Dakotah unter der Flagge der Standard Oil Company, der gestern aus Manila heimgekehrt war, genoss am 11. Juli einen kurzen, aber seelenerregenden Flirt mit einem seltsamen Fisch.
Im Logbuch der Dakotah wird das flossige Rendezvouz als 12 m lang und 3 m breit beschrieben, mit einem höhlenartigen Mund und sehr großen Augen.
Kapitän Ross war auf der Brücke, als ein Kamerad ihn auf etwas aufmerksam machte, das er für einen Wal auf Backbord hielt. Als sie sich in etwa dreißig Metern Entfernung zu dem Monster befanden, sahen sie, dass keine Ähnlichkeit zu einem Wal bestand.

 

Wer weiß, was Kapitän Ross in der Nacht beobachtete?

 

„Als wir uns näherten“, sagte Captain Ross, „drehte die Kreatur ihren Kopf dem Schiff zu. Es war das wildeste Gesicht, das ich je gesehen habe. Das Maul war weit wie der Eingang eines Eisenbahntunnels, und die Augen groß wie Lokomotivscheinwerfer. Bei aller Wildheit des Gesichts hatten die Augen aber doch einen freundlichen Ausdruck in sich. In der Folge haben wir das Tier aufmerksam beobachtet. Gerade als wir fast direkt daneben waren, rollte es diese sanften Augen in einer verrückten Weise und sank außer Sichtweite. Ein Wal wäre kopfüber hinuntergegangen und hätte mit seinem Schwanz zum Abschied gewinkt. Wir haben den Schwanz dieses Tieres nie gesehen, und ob er mit seinen Augen „Auf Wiedersehen“ oder „Kommt, Männer“ sagte, ist mehr als ich sagen kann. Ich bin seit vielen Jahren auf See, habe aber noch nie einen solchen Fisch gesehen.“

 

45° 30′ N, 152° W, hier ist absolut nichts los.
 

Als Beweis dafür, dass der beschriebene Fisch real war, zeigt Kapitän Ross auf den Eintrag im Logbuch, der besagt, dass die Begegnung bei 45 Grad 30 Minuten nördlich und 152 Grad westlicher Länge stattgefunden hat.




Freitagnacht-Kryptos: „Virginias schwellende Kröte“

Aus der Zeitschrift „The Eagle“ vom 21. August 1895

„VIRGINIA’S SCHWELLENDE KRÖTE.“

Ein seltsames Amphibium, das stark einem Fisch ähnelt.

Das Wunder der Gattung Batrachia und die größte naturkundliche Kuriosität entlang der Atlantikküste der Vereinigten Staaten ist die anschwellende Kröte, eine semi-aquatische Kreatur, die Naturforschern als Bufo machalatus bekannt ist.

Colorado-Kröte im Kies
Eine Colorado-Kröte im Terrarium

Sie kommt von New York City bis herunter nach Jacksonville, Florida, vor, ist an den Küsten von Virginia, Maryland und North Carolina jedoch am häufigsten anzutreffen.

 

 

In ihrem natürlichen Zustand hat die „Schwellkröte“ etwa die Größe eines großen Ochsenfrosches, sieht aber einem Fisch ähnlicher als ein Frosch oder eine Kröte. Sie ist ungefähr 15,5 cm lang und hat die merkwürdige Fähigkeit, auf die Größe eines Footballs anschwellen zu können, an dem Beine, Schwanz und sein Kopf kaum mehr sichtbar sind. Irritation scheint der Hauptfaktor zu sein, der diese neugierigen Kreaturen dazu veranlasst, Luft einzuatmen, bis sie fast zum Platzen anschwellen. Die Bäuche sowohl der Männchen als auch der Weibchen sind fast reinweiß und mit Stacheln bedeckt

Kugelfisch
Könnte es sich bei der Schwellkröte um einen Kugelfisch handeln?

Personen, die die „Schwellkröte“ kennen und wissen, was für ein reizbarer kleiner Schlingel sie ist, fangen sie und reiben die Stacheln auf ihrem Bauch, bis sie anschwillt, bis sie völlig hilflos ist. Ein weiterer merkwürdiger Punkt bei der Kreatur ist, dass sie, solange sie auf dem Rücken bleibt, die Luft nicht ausstoßen kann, um die Schwellung zu verringern.


Anm. d. Red.: Die Zeitung „The Eagle“ ist für uns nicht eindeutig zu identifizieren. Unter diesem Namen sind 1895 mindestens zwei, möglicherweise noch weitere Zeitungen erschienen. Bekannt sind uns „The Eagle“ aus Hennessy in Oklahoma und „The Eagle“ aus Plymouth, Michigan. Beide Orte liegen (zu) weit von der Ostküste entfernt, um eine solche Meldung zu bringen.

 

Auch die Identifikation der Bufo machalatus ist schwierig. Es gibt eine Krötenart, die früher Bufo maculatus hieß (heute heißt sie Sclerophrys maculata). Sie lebt aber in Afrika und erreicht keineswegs auch nur annähernd die Größe eines Ochsenfrosches. Wie alle Kröten hat sie auch keine Stacheln an den Bäuchen.




Freitagnacht-Kryptos: „Tödliche Wirkung des Stiches einer fast unbekannten Kreatur“

 

30. September 1890

„Von einem Geißelskorpion gebissen.“

 

Tombstone (Arizona Territorium)
Special für Pittsburgh Dispatch.

 

Ein alter Mexikaner namens Miguel Delgado, der hier in der Nähe lebt, wurde gestern von einem sogenannten Geißelskorpion gebissen und starb nach wenigen Stunden in großer Qual.

 

Diese schrecklichen Kreaturen, die anscheinend nie von Naturforschern bemerkt wurden oder jedenfalls nie von ihnen benannt wurden und die nur in dieser Region zu finden sind, sind kleine schwarze Kreaturen, die einer Languste oder einer kleinen Süßwasserkrabbe ähneln. Sie befinden sich an tief liegenden, feuchten Orten unter Felsen und Baumstümpfen und halten sich normalerweise dicht am Boden auf.

Geißelskorpion
Ein Geißelskorpion

 

Sie sind jedoch sehr aggressiv und verursachen einen Biss, für den noch kein Gegenmittel gefunden wurde, und der in drei bis zwölf Stunden zum Tod führt. Ein heftiges Fieber setzt fast sofort ein, die Zunge schwillt an und wird trocken und rissig Die Lippen werden schwarz und ein Ausschlag wie beim Drei Tage- Fieber bricht am ganzen Körper aus. Der Patient wird gegen Ende wahnsinnig, sehr gewalttätig und entfaltet außergewöhnliche Stärke.

Die Wunde, die der Geißelskorpion verursacht, wird durch einen Stachel unter dem Schwanz verursacht und ist klein, wie die Punktion einer Impfnadel. Das Fleisch bleibt dennoch wie verbrannt und blasig, als wäre die Nadel glühend heiß gewesen.
Diese Wunde wird nach dem Tod der gebissenen Person vollkommen weiß und riecht so streng, dass es fast unerträglich ist. Glücklicherweise wird der Geißelskorpion nach und nach ausgerottet, da die Menschen im Frühjahr die Eier und Jungen suchen und zerstören.


Anm.d.A.: Geißelskorpione sind heute in vielen, verschieden großen und versteckt lebenden Arten bekannt. Keine von ihnen ist tödlich giftig, auch stechen sie nicht, sondern versprühen ein Verteidigungssekret mit u.a. bis zu 84 %iger Essigsäure. Diese reizen Augen und Schleimhäute stark, wenn getroffen, wirken aber nicht unmittelbar tödlich.