Ein Okapi 1873?

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Das Okapi gilt als eines der letzten sehr großen (über 100 kg schweren) Landtiere, das „entdeckt“ wurde. Nicht nur deswegen ist es ein Symboltier für die Kryptozoologie geworden, auch die postulierte Entdeckung gilt als Musterbeispiel für kryptozoologische Arbeitstechnik:

 

Okapi
Ein Okapi im Zoo

 

Die Legende der kryptozoologischen Methode

Typischerweise wird in der Kryptozoologie eine Entdeckungsgeschichte erzählt, die nahezu die exakte Methodik prototypisch widerzuspiegeln scheint:

 

Der Forschungsreisende und Diplomat im Sinne britischer Kolonialinteressen in Afrika, Henry Johnston sprach mit einigen Mitgliedern eines lokalen Pygmäenstammes. Sie bewunderten sein Pferd und die Tatsache, dass er auf dem Tier saß, ohne abgeworfen zu werden. Im Gespräch sagten sie ihm, dass sie ein ähnliches Tier kennen würden, das aber teilweise Streifen und andere Hufe hat. Johnston sei dann mit ihnen gereist, habe nach einigen Strapazen (ohne die geht es nie, dem allgemeinen Narrativ nach muss eine Entdeckung hart erarbeitet werden) schließlich ein Okapi zu sehen bekommen. Am Ende konnte er nach weiteren Strapazen ein Okapi-Fell und zwei Schädel nach London bringen.
Dort wurde er als Held gefeiert, bekam einen Orden, das Okapi wurde nach ihm benannt und alle waren glücklich und zufrieden, außer den Okapis, die Fell und Schädel rausrücken mussten.

 

Doch so ganz ist es nicht gelaufen.

 

Die wahre Geschichte des Okapi?

Bleistiftportrait von Henry Hamilton Johnston, Entdecker des Okapi
Henry Hamilton Johnston in mittlerem Alter

Henry Johnston war tatsächlich Afrikareisender, Diplomat und Vertreter britischer Interessen. Er studierte zunächst Zoologie und Fremdsprachen, schließlich auch Zeichnen. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in Frankreich reiste er 1876 nach Portugal und Spanien. Sechs Jahre später, 1882 begleitete er Dermot Bourke, Earl of Mayo nach Westafrika. Diese Reise sollte ihn durch mehr oder weniger bekannte Teile des Kontinentes führen: Mossamedes und Humpata, Städte im heutigen Namibia, waren die ersten Ziele. Von Humpata aus fuhr die Gruppe den Fluss Kunene im heutigen Angola und Namibia herauf.

Ein zweiter Teil der Reise führte dann den vom Meer aus schiffbaren Teil des Kongos bis in den Stanley Pool und nach Bololo. Danach kehrte er nach England zurück.

 

1885 ernannte man ihn zum Vizekonsul in Kamerun, 1889 wurde er auf die gleiche Stelle nach Mosambik versetzt. 1891 – 1894 wurde er britischer Kommissar für Zentralafrika. In dieser Tätigkeit sorgte er für die Verkehrswege am Malawisee. Eine Eisenbahnlinie von Mtwara an der Küste des Indischen Ozeans bis nach Mbamba Bay konnte Johnstone nicht durchsetzen, machte jedoch in der Folge rasch Karriere. 1897 war er britischer Generalkonsul in Tunis, 1899 schließlich Generalkonsul in Uganda, einer Neuerwerbung der britischen Krone. Karrierefördernd dürfte auch seine naturwissenschaftliche Neugier und Reiselust innerhalb seiner Wirkungsgebiete gewesen sein. So bestieg er im Jahr 1900 den Ruwenzori immerhin bis auf 4500 m Höhe.

 

Ruwenzori-Berge im Regen
Die Ruwenzori-Berge im Regen

 

1902, im Alter von nur 44 Jahren zog er sich hoch geehrt aus dem diplomatischen Dienst zurück. Er war seit 1896 Knight Commander des Order of the Bath und seit Knight Grand Cross des Order of St Michael and St George. Ungewöhnlich hierbei ist, dass er die Orden bereits während seiner Tätigkeit als Diplomat erhielt und nicht nach deren Ende.

 

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Im dunkelsten Afrika

Im Sudan, der ab 1821 unter die Herrschaft der osmanischen Vizekönige von Ägypten gekommen war, brach 1881 der Mahdiaufstand aus. Nach dem Abzug der anglo-ägyptischen Truppen aus dem Sudan behauptete sich der deutsche Forscher Emin-Pascha als Gouverneur der südlichsten Provinz des Sudan Äquatoria. Emin-Pascha, bürgerlich Eduard Schnitzer, schrieb einen Brief an die Times, in dem er um Hilfe bat. Die Empathie in der britischen Bevölkerung führte dazu, dass rasch die finanziellen Mittel für eine Expedition zur Befreiung Emin-Paschas aufgebracht wurden. Der Afrikaforscher Henry M. Stanley wurde beauftragt, die Expedition zu leiten. Ob und wie es Stanley gelang Emin-Pascha zu retten und welche Abenteuer er auf seiner Expedition erlebte, das beschreibt der Autor Stanley in diesem Buch.

 

Im dunkelsten Afrika ist eines der bekanntesten Bücher britischer Afrika-Entdeckungsreisender überhaupt. Diese Ausgabe ist 2021 bei BoD erschienen und hat 128 Seiten.

 

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Natürlich interessierte sich Henry Johnston auch für das, was weitere Afrikaforscher veröffentlichten. So las er offenbar bereits vor seiner Versetzung nach Uganda (1899) unter anderem das Buch „In the darkest Africa“ von Henry Morton Stanley (erschienen 1890). Dabei erfuhr er von einem Tier, das die Wambutti-Pygmäen aus dem Kongobecken „atti“ nannten. Es soll einem Esel ähneln und Blätter fressen.

 

 

 

Die Ureinwohner kennen das Okapi

Nachdem Johnston nach Uganda versetzt wurde, sprach er mit einer Gruppe gefangener Pygmäen, die das Tier kannten und das o’api mit dunklem Fell und gestreiften Beinen beschrieben. Dies regte Johnstons Neugier an. Er bewirkte die Freilassung der Pygmäen und reiste mit ihnen in die belgische Kolonie Kongo. Auch die belgischen Behörden in Mbeni am Fluss Semliki kannten das Tier dem Hörensagen nach.

 

Streifen aus dem Beinfell eines Okapis
Die besagten Streifen aus dem Beinfell eines Okapis. Sie sind nun Holotyp für die Art.

 

Hier gelangte Johnston mehr oder weniger zufällig an zwei Beinfellstreifen eines Okapis, die teilweise zu Trageriemen verarbeitet waren. Über diese Hautstreifen berichtet Michel Raynal im aktuellen Jahrbuch für Kryptozoologie 2022. Johnston konnte diese Fellstreifen im Jahr 1899 oder 1900 erwerben und an das Natural History Museum nach London senden. Dort erhielt sie der Säugetier-Forscher Philip Lutley Sclater, der anhand ihrer das Okapi wissenschaftlich erstbeschrieb. Er folgte Stanleys Einschätzung, dass es sich um eine Art Zebra handele und nannte es Equus johnstoni.

 

Verbreitungsgebiet des Okapi
Das Verbreitungsgebiet des Okapi. Es liegt vollständig in der Demokratischen Republik Kongo, ehemals Belgisch Kongo (Bild: U. Schröter, adaptiert, CC-SA-BY 3.0)

 

Währenddessen machte sich Johnston weiter mit den Pygmäen in Belgisch Kongo auf die Suche nach einem lebenden Okapi. Dies schien den belgischen Behörden nicht so ganz geheuer zu sein, denn sie boten an, Johnston so schnell wie möglich ein komplettes Fell des Tieres zukommen zu lassen. Vermutlich befürchteten sie, dass der britische Diplomat die Suche nach dem unbekannten Tier als Vorwand für Spionage oder Agitation nutzte.
Schließlich übergab ein schwedischer Offizier im Dienste der Belgier ein vollständiges Fell und zwei Schädel. Anhand der Hörner auf den Schädeln identifizierte Johnston das Okapi bereits als Verwandten der Giraffen. Fell und Schädel schickte er alsbald nach London, wo Edwin Ray Lankester die Überreste untersuchte. Nur kurz nach Sclater veröffentlichte auch er seine Ergebnisse und stellte das Okapi als Giraffenverwandter in die neue Gattung Okapia.

 

Okapi-Schädel
Der Schädel eines männlichen Okapis, den Johnston ans Natural History Museum schickte

 

Soweit die Story von der Entdeckung des Okapis für die europäische Wahrnehmung. Dennoch bleibt ein kleines antikes „Aber“ und ein nicht genau zu verifizierendes Fragezeichen an der Sache.

 

Doch was geschah vorher?

Das antike „Aber“

Die antike Stadt Persepolis war eine der Hauptstädte des Perserreiches. Sie liegt etwa 50 km von der modernen Stadt Schiras entfernt in der iranischen Provinz Fars. Die Stadt wurde 520 v. Chr, von Dareios I. als Planhauptstadt auf einer gewaltigen Terrasse angelegt. 14 Palastgebäude sind heute noch nachweisbar. 330 v. Chr. wurde sie von den Truppen Alexanders des Großen zerstört. Auch danach wurde die Stadt noch bewohnt, es gab Versuche des Wiederaufbaus, sie fiel jedoch bald weitgehend wüst.

 

Nun ist die Steppe im Süden des heutigen Irans nicht gerade der Ort, an dem man einen Urwaldbewohner, wie das Okapi erwartet. Es gibt auch keinerlei physische Überreste, die ein Okapi belegen. Aber es gibt ein Bas-Relief. Auf diesem ist ein Tier erkennbar, das als Okapi interpretiert wird.

Das Tier ist in eine Szene der Tributübergabe in der Apadana, einem Thronsaal eingebunden: Drei Äthiopier präsentieren Gaben. In Sachen Okapi ist ausschließlich der letzte der Reihe interessant. Er trägt einen Gegenstand auf der Schulter, der als Elefanten-Stoßzahn interpretiert wird und führt das mutmaßliche Okapi an einem Halfter mit sich.

 

Okapi und drei Tribut-Boten
Drei Äthiopische Tribut-Boten und ein Okapi. Foto: Diego Delso (Ausschnitt) CC BY-SA

 

Stimmt die moderne Interpretation?

Ich habe Schwierigkeiten, dieser Interpretation des Reliefs zu glauben. Offenbar hatten die Perser bereits vor der Gründung Persepolis Teile des heutigen Äthiopiens tributpflichtig gemacht. Ein Seekontakt zwischen der Ostafrikanischen Küste und dem Perserreich bestand also zumindest so regelmäßig, dass man in Afrika lieber Tribute an die Perser schickte, als sie aus dem Land zu werfen.

 

 

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Von Okapi, Scharnierschildkröte und Schnilch: Ein prekäres Bestiarium

Zhous Scharnierschildkröte hat das Social Distancing erfunden: Wann immer ihr etwas nicht behagt, geht sie in den Mini-Lockdown und kappt die Verbindungen zur Außenwelt. Der Tasmanische Beutelteufel ist der Wutbürger unter den Tieren, der stinkend, schreiend und mit roten Ohren durch die Gegend springt. Die Partula-Schnecke, benannt nach dem Trio der römischen Schicksalsgöttinnen, ist ein echter Albtraum aller Romantiker und von ElitePartner. Der Baumhummer, ein verunstalteter Südsee-Yeti mit schwankendem Gang und Rüstung, kann Klone erzeugen.

So seltsam und unterschiedlich wie diese Tiere sind, teilen sie doch eine traurige Gemeinsamkeit: Ihr Überleben steht auf der Kippe!

Städtebau, Abholzung von Wäldern oder Wilderei haben die Arten in eine prekäre Lage gebracht. Ein gallisches Dorf von engagierten Tierfreunden und –schützern rund um die Organisation Citizen Conservation sorgt durch ihren Einsatz in Zucht- und Auswilderungsprojekten dafür, dass das endgültige Aussterben verhindert werden kann.

 

Von Okapi, Scharnierschildkröte und Schnilch: ist im Februar 2022 bei Galiani-Berlin erschienen und hat als gebundenes Buch 240 Seiten.

 

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Ob ein Okapi eine solche Reise gesund überstand, ist eine andere Frage. Die Tiere haben sich in modernen Zoos zwar als gut haltbar erweisen, jedoch können sie beim Futter sehr heikel sein. Hier wird auch für den Winter Fütterung von (tiefgefrorenem und aufgetautem) Laub bestimmter Bäume empfohlen. Eine ständige Zufuhr von Frischlaub dürfte auf einer monsunabhängigen Seereise ebenso schwierig gewesen sein, wie auf einer längeren Reise auf einem Karawanenweg. Natürlich wird man damals recht pragmatisch mit sowas umgegangen sein: Man fing mehrere Okapis und überführte sie, zunächst aus dem Kongo-Hochland nach Äthiopien, und dann weiter. Wenn eins die Überfahrt überlebte, war das ein toller Erfolg.

Ist das wirklich ein Stoßzahn?

Die Darstellung an sich lässt mich zweifeln. Nimmt man den „Nubier“ als normalgroßen Menschen von etwa 1,75 m an, ist der „Elefantenstoßzahn“ in der Diagonale etwa 1 m lang und 5 cm dick. Das ist ein armseliger Stoßzahn!
Wenn diese Gesandten aus Äthiopien kamen, wie anzunehmen ist, dann kannten sie die Steppenelefanten Afrikas, die wesentlich größere Stoßzähne tragen können. Einem Herrscher würden sie dann mit Sicherheit einen kapitaleren Stoßzahn präsentieren, der eine Länge von etwa 2 bis 3 m und einen Durchmesser von 20 cm hat.

 

Entweder hatte der unbekannte Künstler, der das Relief schuf, noch nie einen Elefantenstoßzahn gesehen, er verzerrte das Relief oder die Interpretation ist falsch.

 

Die Tatsache, dass der Gesandte den Gegenstand in der Hand trägt, wird eine Waffe wie einen Säbel ausschließen. Niemals hätte man einen Tributpflichtigen bewaffnet auch nur in die Nähe des Königs gelassen. Ich interpretiere es daher vorsichtig als Horn eines Vertreters der Pferdeböcke (Hippotragini).

Ist das wirklich ein Okapi?

Das vermeintliche Okapi zeigt ebenfalls für Okapis ungewöhnliche Merkmale. Es ist vergleichsweise klein und gedrungen. Okapis sind eher groß und schlacksig. Sie erreichen eine Schulterhöhe von 1,5 m, also mindestens die selbe Schulterhöhe wie ein 1,75 m großer Äthiopier. Hier liegt die Schulter in Hüfthöhe des Menschen. Der Rücken fällt stark ab, die Hinterbeine sind sehr kurz. Dies kann alles technisch bedingt sein, da die Szene in die Außenseite einer Treppe eingearbeitet wurde.

 

Beine und Füße des Tieres zeigen doch sehr deutliche Giraffenähnlichkeit, insbesondere die Hufe scheint der Künstler sich sehr intensiv eingeprägt zu haben. Auch die Hörner und die Kopfform stimmen. Der Künstler hat zwar den recht langen Kopf verkürzt, das Kindchenschema lässt grüßen.

 

Ich komme zu dem Schluss: Ja, es handelt sich um ein Okapi.

 

Die Überraschung aus einer Jugendzeitschrift, 1873

Bei der Suche nach Tier- Illustrationen aus dem 19. Jahrhundert stieß ich auf eine Arbeit des Tiermalers Charles R. Knight. Er zeichnete zahlreiche lebendige Szenen mit Dinosauriern, so auch das bekannte Bild „Leaping Laelaps“ von 1897. Seine teilweise großflächigen Illustrationen schmücken noch heute zahlreiche Naturkundemuseen in den USA.

 

Charles Knights wohl bekanntestes Werk Leaping Laelaps
Charles R. Knights wohl bekanntestes Bild: „Leaping Laelaps“. Historische Lebendrekonstruktion von „Laelaps“ aquilunguis aus dem Jahr 1897. Die Tiere heißen heute Dryptosaurus aquilunguis. Das Bild ist wohl die erste Darstellung von agilen, rennenden, kämpfenden und springenden Dinosauriern.

 

Völlig unvermittelt stieß ich auf folgendes Bild. Es lag versteckt, tief in den Datenbanken der Wikimedia. Im Kontext stand, dass es von „1873 (1870er Jahre)“ stammt und in der Zeitschrift St Nicholas veröffentlicht wurde.

 

Okapi von Charles R. Knight
Das Okapi aus St. Nicholas, 1873

 

Die Zeitschrift St Nicholas erschien monatlich zwischen November 1873 und 1943 in den USA. Die Tatsache, dass man hier nicht „a milk-and-water variety“ von Erwachsenenzeitschriften produzierte, sondern sich speziell auf Kinder und deren Interessen einließ, begründete ihren Erfolg. Ein weiterer Stein zum Erfolg waren qualitativ hochstehende Bilder und Gravuren. Einer der Illustratoren war Charles R. Knight.

 

Eine Okapi-Zeichnung von 1873?

Eine solche lebensechte Okapi-Darstellung aus dem Jahr 1873, 26 Jahre vor den Fellstreifen Johnstons, das wäre eine Sensation. Ganz klar, Knight hatte eine unglaubliche Fantasie und ist regelmäßig sehr genau bei der Rekonstruktion ausgestorbener Tiere gewesen. Da traue ich ihm auch eine lebensechte Darstellung des Okapis zu. Aber wovon? Es ist nicht der Zipfel einer Information darüber bekannt, dass vor 1900 ein Fell eines Okapis nach Nordamerika gekommen ist oder dass der in New York lebende Charles Knight eine Afrikareise durchgeführt hätte.

 

Hinzu kommt ein weiteres Ausschlusskriterium: Charles Robert Knight wurde erst 1874 in Brooklyn geboren. Wie soll er dann 1873 bereits ein Okapi gezeichnet haben? Offenbar hat der Sortier-Algorithmus der Wikimedia ein Bild aus einer Zeitschrift, die seit 1873 erscheint, diesem Jahr zugeordnet, obwohl das Bild selbst deutlich später erschienen ist.

 

Schaut man sich das Bild einmal etwas näher an, findet man unten rechts eine Signatur:

 

Signatur CHa R. Knight - London - 1901
Ich lese hier „CHas R. Knight – London – 1901“

 

Eigentlich erklärt die Unterschrift alles. Knight war um 1900 / 1901, möglicherweise noch länger in Europa unterwegs, um zahlreiche naturwissenschaftliche Museen zu besuchen. Dabei könnten Sclater oder Lankaster dem bekannten Tier-Illustrator das von Johnston übersandte Fell gezeigt haben. Knight hatte mit Sicherheit mehr als ausreichend Vorstellungskraft, aus einem Fell und Schädel ein vollständiges Tier zu rekonstruieren.

 

Nach der Darstellung in Persepolis ist die Zeichnung von Charles Knight sicher die zweite Lebenddarstellung eines Okapis, die der westlichen Welt bekannt ist. Aber erst nach 1900.

 

Das heißt für mich: eine tolle Entdeckung, aber keine kryptozoologische Sensation. Sic transit gloria mundi.

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