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  • Kryptozoologie 2019 – unser Jahresrückblick

    von: Redaktion

     

    Um Weihnachten herum ist die Zeit der Jahresrückblicke. Wir möchten uns dieser Tradition anschließen und uns noch einmal mit den Themen befassen, die dieses Jahr in der Kryptozoologie für Wirbel gesorgt haben.

    Bekannte und weniger bekannte Kryptide

    Die indische Armee twittert „Fußspuren des Yetis entdeckt“, die Netzgemeinde jubelte: „Yeti bewiesen“. Dummerweise unterlief einigen Soldaten ein Fehler, sie hätten lieber auf ihre einheimischen Scouts gehört: Die wussten, dass es sich um die Spuren eines Bären handelte.

    Ein Kadaver, der dem Montauk-Monster ähnelt, ist in Staten Island, New York aufgetaucht. Genau wie der Montauk-Kadaver handelt es sich um die Wasserleiche eines Waschbären.

    Auch der Bigfoot war mal wieder in den Medien, zunächst mit einem Video, dann mit einem Portrait, das eine Wildkamera geschossen haben soll. Auch einige alte Bigfoot-Geschichten werden wieder aufgewärmt, einschließlich 40 Jahre alter FBI-Akten: Wie immer nichts substanziell Neues.

    Unbekannter Kadaver liegt am Strand
    Nahaufnahme des Staten Island Kadavers (Foto: John Graziano)

    Portrait eines toten Berardius minimus
    Kopf von B. minimus. Aufällig ist die steile Stirn und das kurze Rostrum. Bild aus der Erstbeschreibung.

    Ein kryptozoologisch lange bekannter Schnabelwal wird wissenschaftlich beschrieben. Damit „wechselt“ er vom Objekt der Kryptozoologie zum Objekt der Zoologie. Berardius minimus* ist mit etwa 7 m Gesamtlänge vermutlich das oder eines der größten, noch unbeschriebenen Tiere der Welt gewesen. Er lebt in der Hochsee des Nordpazifiks und ernährt sich, wie fast alle Schnabelwale vor allem von Tintenfischen, die er in der Tiefsee fängt.

    Das australische Department of Primary Industries, Parks, Water and Environment veröffentlicht acht Berichte von Beutelwolf-Beobachtungen zwischen September 2016 und September 2019.

     

    Sensation an Loch Ness?

    Der neuseeländische Professor Neil Gemmell hat in Loch Ness Umwelt-DNA-Proben genommen. Im Sommer veröffentlichte er, dass er dabei „etwas ungewöhnliches“ entdeckt habe. Die Pressekonferenz am 5. September ließ die größte kryptozoologische Meldung seit vielen Jahren vermuten.

    Die mit viel Vorschusslorbeeren ausgefütterte Veranstaltung brachte aber „nur“ eine eher alltägliche Erklärung: Als „etwas ungewöhnliches“ bezeichnet er, dass in jeder seiner Umwelt-DNA-Proben die DNA von Aalen enthalten war.

    Loch Ness mit einer Nessie-Stoffpuppe
    Loch Ness mit Monster, wenn auch winzig klein und freundlich

    Tafel, die Plesiosaurier, Haie und Welse als Nessie ausschließt und einen Riesenaal vorschlägt
    Der Stein bzw. der Aal des Anstoßes. Gemmell et al. fanden riesige Mengen Aal-DNA, aber keine Menge Riesenaal-DNA. Image Credit: University of Otago

    Leider kam Gemmell auf die Idee, den Kryptozoologen einen hypothetischen Aal zu liefern, der doppelt so lang sein soll, wie die größten bisher bekannten Aale. So wurde eine Spekulation durch eine andere ersetzt.

    Von den Ausgestorbenen zurückgekehrt:

    Keine Frage, durch Umweltzerstörung, Jagd und Fischerei und den menschengemachten Klimawandel rotten wir jedes Jahr tausende von Arten aus, viele ohne sie kennenzulernen. Doch manchmal tauchen Arten, die man ausgestorben glaubt, wieder auf.

    Die Wallace-Riesenbiene, die seit 1981 als ausgestorben galt, wurde auf einer der kleinen Sundainseln wiederentdeckt und gefilmt.

    "AFP PHOTO / GLOBAL WILDLIFE CONSERVATION / CLAY BOLT"
    Dieses Foto wurde von der Global Wildlife Conservation am 21. Februar 2019 angeboten. Es zeigt den Entomologen und Bienenexperten Ely Wyman mit dem ersten entdeckten Exemplar der Wallace Riesenbiene (Megachile pluto) auf einer indonesischen Insel der Nordmolukken.
    „AFP PHOTO / GLOBAL WILDLIFE CONSERVATION / CLAY BOLT“

    Nebelparder-Portrait
    Portrait eines Festland-Nebelparders aus dem Duisburger Zoo

    Der Taiwan-Nebelparder, der zum letzten Mal 1983 beobachtet wurde, ist wieder aufgetaucht. Die Taiwan News meldete Anfang des Jahres einige Sichtungen im Zentralgebirge an der Südspitze der Insel.

    Obwohl sie nicht wieder auferstanden sind, hat Israel Mammuts zur bedrohten Art erklärt. Somit kann der Handel mit Mammutelfenbein kontrolliert und eingeschränkt werden. Häufig wird Elfenbein rezenter Elefanten als Mammutelfenbein deklariert und so gehandelt. Israel will das unterbinden.

     

    Bemerkenswerte Fossilienfunde

    Auf den Philippinen wurde eine zweite, stark verzwergte Menschenart entdeckt. Analog zum Flores-Hobbit scheint es sich bei Homo luzonensis* um eine Inselverzwergung. Diese Menschen wurden nur etwa 1,2 m groß und lebten vor nur 67.000 Jahren dort. Über den Ursprung der geschickten Jäger ist noch nichts bekannt.

    Ein riesiges Raubtier aus dem Miozän Afrikas – doch nicht so riesig, wie es die Presse gerne hätte. „Nur“ 400 bis 500 kg schwer war Simbakubwa kutokaafrika* und nicht etwa 1300 bis 1500 kg, wie es einige Medien behaupteten und die Sozialen Medien es liebend gern aufnahmen.

    Größenvergleich zwischen Simbakubwa und einem mittelgroßen Königstiger mit einer Schulterhöhe von 0,95 m. Der Mensch ist 1,8 m groß, alle Tiere sind im gleichen Maßstab gezeichnet.

    Der kaum erkennbare Kopf eines Wolfes aus dem Permafrost
    Dieser Kopf war im Frühjahr in den Schlagzeilen
    Albert Protopopov / Siberian Times

    Aus dem sibirischen Permafrost wird ein Wolfskopf geborgen- Fehlinformationen lassen auch ihn zu einem Monster werden.

    Wirklich riesig hingegen ist „Scotty“, der größte bisher gefundene Tyrannosaurus rex. Seit dem Frühjahr ist sein Skelett in einer Sonderausstellung des Royal Saskatchewan Museum in Regina, Kanada zu sehen. Er ist mit über 13 m der größte terrestrische Theropode, der je gefunden wurde.

     

    Out of place

    Auch dieses Jahr gab es wieder eine ganze Reihe von Out-of-Place-Sichtungen. Es begann bei einem Stinktier im Westfälischen Hagen, ging über mehrere Supermarktspinnen, Känguru und Luchs im Ruhrgebiet. Etwas besonderes war dann doch die Lederschildkröte, die sich in Kanada verschwommen hatte und vermutlich im letzten Herbst erfroren ist.

    Eine Schildkröte liegt in einem Loch im Eis
    Die tote Schildkröte musste vom dicken Eis befreit werden, bevor sie an Land gezogen werden konnte. (Foto: Sue MacLean)

    Reise des Mönchsgeiers Brinzola von Frankreich über Belgien, die Niederlande und Deutschland bis nach Fehmarn. Image: Proyecto Monachus, google earth
    Auszug aus der Reise des Mönchsgeiers Brinzola von Frankreich über Belgien, die Niederlande und Deutschland bis nach Fehmarn.

    Doch einen Großteil unserer Aufmerksamkeit hat eine Mönchsgeierdame namens Brínzola auf sich gezogen. Dieser Vogel ist spontan aus ihrer Heimat in Nordspanien aufgebrochen. Nach einer Schleife durch die Wälder der französischen Gascogne ist sie auf mehr oder weniger direktem Weg zur Vogelfluglinie nach Skandinavien aufgebrochen. Dort hat sie in einer wildreichen Gegend in Zentralnorwegen ihren Sommer und einen Teil des Herbstes verbracht. Da die Geierdame einen Sender trägt, so konnte das „Proyceto Monachus“ ihren Flug fast metergenau aufgezeichnen veröffentlichen. Wo sich die schwarze Schönheit zur Zeit aufhält, ist unbekannt.

    Nicht nur Vögel sind entflogen

    In Düsseldorf und mitten in Essen wurde ein Wolf beobachtet. Anwohner konnten in Essen filmen, wie das Tier über den breiten, begrünten Mittelstreifen einer Allee in einem der besten Viertel der Stadt lief. Ob es sich tatsächlich um einen Wolf, einen wolfsähnlichen Hund (ohne Halsband) oder einen Mischling handelt, wollten die Behörden klären. Bisher haben wir nichts hierzu gehört.

    Schwarzer Panther vor dem Fenster einer Dachwohnung
    Ein Fenster einer typisch französischen Dachwohnung – nur der schwarze Panther passt nicht dazu.

    Bär in der Fotofalle
    Bär in der Fotofalle. Foto: Bayerische Staatsforsten

    Eine Räuberpistole ganz anderer Art barg die unschuldige Meldung, dass im nordfranzösischen Armentiéres ein schwarzer Leopard, auf der Regenrinne eines Häuserblockes spazieren geht. Diese völlig unglaubwürdige Meldung wird binnen Sekunden zum Faktum, denn mehrere Fotografen und ein Filmteam haben die Raubkatze im Bild festgehalten. Nachdem das Tier eingefangen werden konnte, kam es in den Zoo im nahegelegenen Maubeuge, wo man sich praktischerweise mit der Haltung von Leoparden auskennt. Dennoch wird das Tier nur ein paar Tage später dort gestohlen und bleibt verschwunden.

    Zwölf Jahre nach Bär Bruno „JJ1“ hat sich wieder ein Bär nach Bayern verirrt. Außer einem Kothaufen und einem Foto auf einer Wildkamera hinterlässt er nichts: keine Spuren, keine Schäden, ein paar Fotos und einige Fans. So mag man bei Füssen seine Touristen.

     

    Der Sasquatch und das Infrarotlicht

    Angebliches Bigfoot-Foto
    Das angebliche Sasquatch-Foto. Urheber unbekannt

    Sasquatches oder Bigfoots sind als Wesen bekannt, die sehr auf ihr Privatleben achten. Sie schätzen es nicht, einfach so beobachtet zu werden und lassen sich deswegen auch nicht mit Wildkameras fotografieren. Ein angeblich aus dem US-Bundesstaat Georgia stammendes Bild einer solchen Wildkamera zeigt angeblich einen Teil des Gesichtes eines Bigfoots.

    Die tiefergehende Recherche des NfK zeigte bereits ganz am Anfang Unstimmigkeiten, denn auch der Ort Manyberries im Süden Kanadas wird als Ursprungsort genannt. Natürlich wollten wir die Echtheit oder Unechtheit des Bildes zu belegen. Dazu mussten wir zunächst herausfinden, wie menschliche und tierische Augen auf Blitze reagieren, die deutlich außerhalb des sichtbaren Strahlungsspektrums liegen: Siehe da: Das Auge eines Menschen und noch stärker das eines waldbewohnenden Tieres hätte in der dargestellten Situation den Blitz reflektiert, wie auf einem „rote Augen“-Foto der 2000er Jahre.

    Wir wissen nicht, was die Kamera fotografiert hat, aber ein Lebewesen war es nicht.

    Der Discovery-Channel-Ableger „Travel Channel” hat passend zu Weihnachten ein Team für eine sechsteilige Miniserie zusammengestellt und sie in Zentral-Oregon auf die Suche nach Bigfoot geschickt. Sie kamen auch mit einem Infrarotbild zurück. Diesmal handelt es sich um eine passive Infrarotaufnahme oder Wärmebild. Die Experten des Senders werten es als Beweis für den Bigfoot, wir bleiben skeptisch.

    Ausgebüxte Tiere

    Wie immer gibt es eine ganze Reihe von ausgebüxten Haus- und Zootieren, die in den Meldungen erscheinen.
    Für einen Luchs, der im vergangenen Dezember aus einem Wildpark in Haltern am See entkam, nahm die Sache ein außerordentlich gutes Ende. Er streunte mehrere Monate durchs zentrale Ruhrgebiet, bis er im Mai in eine Falle ging – in bestem Gesundheitszustand. Eine Rückführung des Luchses in seine Gruppe war nicht möglich, auch andere Wildparks und Zoos hatten kein Interesse an dem Tier. Im Oktober wurde er nach Polen gebracht, wo er im folgenden Jahr ausgewildert werden soll.

    Weniger erfolgreich verlief der Freigang eines Stinktieres, das in schlechtem Ernährungszustand in Hagen eingefangen wurde. Ein weißes Känguru entkam dieses Jahr seinem Halter im Essener Süden mindestens zweimal.

    Passend zum Sommerloch hielt eine Monokelkobra den Ruhrgebietsort Herne in Atem. Ein Wohnhauskomplex wurde evakuiert und musste mehrere Tage gesperrt bleiben, bis die Schlange im Kellerabgang des Hauses aufgeschreckt und eingefangen wurde.

     

    Kongress zum Thema „Mokele-Mbembe: Sind die Dinosaurier wirklich ausgestorben?“

    Am 12. Oktober trafen sich zahlreiche Kryptozoologen und interessierte Laien zum Fachkongress um das Kryptid Mokele Mbembe. Die Gastgeber von den Sauerland-Pyramiden in Lennestadt hatten auch diese Veranstaltung wieder mit professioneller Routine hervorragend organisiert.

    Die Referenten: (von links): Hans-Jörg Vogel, Tobias Möser, Michel Ballot, Wolfgang Schmidt, Thomas Piotrowski und Francois de Sarre

    Vortrag und Übersetzung
    Michel Ballot (re) kommentiert seine Bilder, Francois de Sarre (li) übersetzt

    In vier Vorträgen berichteten die Referenten von unterschiedlichen Methoden, sich dem Phänomen „Mokele Mbembe“ zu nähern. Jeder der Vorträge lieferte völlig neue Sicht- und Herangehensweisen: Hans-Jörg Vogel forschte in den Archiven Berlins nach den Aufzeichnungen zweier der bekannten deutschen Afrikaforschern. Michel Ballot hingegen nahm den direkten Weg und besucht seit vielen Jahren regelmäßig die Grenzregion zwischen Kamerun und Kongo. Thomas Piotrowsky kann dies nicht so einfach und fing an, Satellitenbilder zu analysieren, bis er etwas bemerkenswertes fand. Wolfgang Schmidt säte die für Wissenschaftler so wichtigen Zweifel einmal neu.

     

    Fazit, Dank und Ausblick:

    2019 war ein sehr interessantes Jahr in der Kryptozoologie. Nicht nur die großen Themen wie Sasquatch, Loch Ness und sogar der Beutelwolf standen im Focus. Auch viele weniger bedeutenden Kryptiden schenkten wir Aufmerksamkeit. In einigen Fällen wurden sie erst ins mediale Gedächtnis geschoben, wie der Basajaun, der bei uns in der letzten Woche zum ersten Mal auftauchte. Zahlreiche interessante, aber nicht-kryptozoologische Tiere rundeten die Meldungen ab. Wir freuen uns, euch, liebe Leserinnen und Leser, durch das Jahr begleitet zu haben und in regelmäßigen Abständen etwas Neues geboten zu haben.

    Genauso geht der Dank an unsere Autoren Ulrich Magin, Markus Bühler, Peter Ehret, André Kramer, Hans-Jörg Vogel, Reena Pöschel, Dominic Schindler und an meine Redaktionskollegin Suzan Reinert. Ebenso danke ich denjenigen, die mich direkt oder über die Mailingliste auf neue Themen hingewiesen haben.

    Ausblick

    2019 war als Jahr der Erprobung geplant, nach einigen Versuchen haben wir ab August ein recht stabiles Modell gefunden, das Ihr – den Besucherzahlen zufolge – gerne angenommen habt. Für 2020 planen wir, die zeitintensiven technischen Probleme im Hintergrund anzugehen. Die Zeit können wir dann für Neuerungen nutzen.

    Eine Bitte haben wir an euch, liebe Leserinnen und Leser: Die Website machen wir für euch. Gebt uns Rückmeldung, wenn euch etwas nicht gefällt oder auch, wenn‘s euch gefällt. Sagt weiter, wenn etwas gut ist, postet es in den sozialen Medien. Wenn Ihr Interesse an einem Thema habt, fragt nach, ob wir es behandeln können. Oder forscht selber nach und schreibt uns den Artikel: Autoren können wir immer brauchen!


    * Warum wir wissenschaftliche Namen nicht kursiv schreiben:

    Wir wissen natürlich, dass man wissenschaftliche Namen in Texten kursiv schreibt. Wir würden das auch hier gerne machen, leider hat unser Template genau in dieser Funktion einen Bug (technischen Fehler). Dieser Fehler sorgt dafür, dass eine kursive Formatierung immer gleichzeitig fett hervorgehoben wird. Außerdem wird im Fließtext, jedoch nicht in Kurzzusammenfassungen und Suchmaschinentexten ein weiteres Leerzeichen vor und hinter dem Text angezeigt.
    Daher haben wir uns entschieden, wissenschaftliche Namen nicht kursiv zu schreiben, bis wir eine Lösung für das Problem gefunden haben.


  • Dinosaurier auf Neubritannien? Teil 2

    von: Tobias Möser

    Link zu „Dinosaurier auf Neubritannien, Teil 1

     

    Dinosaurier in der heutigen Welt, das ist seit vielen Jahren ein Thema, mit dem sich Romanautoren gerne abgeben. Mit der Erforschung der Welt wanderten die Orte, zu denen die Reisenden fahren mussten, um Dinosaurier zu sehen, immer weiter von den bekannten Gebieten weg.

    Was bietet sich da besser an, als Neuguinea? Es liegt am Ende der Welt, südlich liegt nur noch Australien und westlich Indonesien. Östlich und nördlich liegt der endlose Pazifik…

    Doch der Pazifik ist ein Ozean voller Inseln, die Melanesischen Inseln grenzen direkt an Neuguineas Norden. Zu ihnen gehören bekannte und weniger bekannte Inseln wie Bougainville oder Neubritannien. Noch nie gehört? Keine Sorge, Sie sind nicht der oder die erste, der oder die diese Weltregion ignoriert. Doch nicht die großen Inseln sind Ort der Beobachtung. Nein, eine Insel, die so klein ist, dass google Maps sie auf seiner Karte nicht einmal abbildet: Ambungi Island ist tropfenförmig und etwa 1000 x 600 m groß. Es liegt etwa 3 bis 4 km vor der Südküste Neubritanniens und wird von etwa 90 Menschen bewohnt. Die meisten von ihnen leben in einer Siedlung im Westen der Insel und leben von Landwirtschaft und Fischerei im „inoffiziellen Sektor“, sie bieten ihre Produkte nur auf lokalen Märkten an. Tropisches Klima und fruchtbarer Vulkanboden werden aber auch Kleinfarmern eine auskömmliche Arbeit ermöglichen.


    Die Insel ist so klein, dass google Maps sie nicht einzeichnet!

    Im Satellitenbild gleichen Maßstabs ist sie aber zu sehen.

    Der zweite Bericht, von 1999

    Vermutlich zu diesen Kleinfarmern gehört auch Alice, die 1999 eine interessante Beobachtung machte. Sie arbeitete in ihrem Garten, als sie ein zweibeiniges Reptil sah, das etwa drei Meter lang war und einem Tyrannosaurus rex* ähnelte. Der Australier Brian Irwin, der einige Jahre mit dem Studium von Dinosaurier-Berichten aus Papua-Neuguinea verbracht hat, interviewte die Zeugin. Er berichtete später von dem Tier:

    Das Tier war rotbraun, im Brustbereich weiß. Die Haut wirkte weich, Hautkämme gab es nur auf dem Schwanz. Es bewegte sich langsam, hielt den Hals nahezu vertikal. Alice sah es an einer hartblättrigen Pflanze fressen. Sie konnte ihm folgen und beobachten, wie es kehrt machte und von einer kleinen Klippe ins Meer sprang. Das Tier bemerkte Alice dabei nicht. Nachdem der Besucher verschwunden war, entdeckte Alice fünfzehige Fußabdrücke auf dem Boden und zeigte diese auch anderen Bewohnern von Ambungi. Das Tier könnte ihren Garten in der Nacht vom Strand an der Westseite der Insel erreicht haben.

    Der dritte Bericht, von 2004

    Er stammt von der etwa 55 km östlich gelegenen, unbewohnten Insel Dililo. Diese Insel formt einen Teil der seeseitigen Begrenzung einer großen, von Mangroven und zahlreichen Inselchen durchsetzten Lagune.  Eine Gruppe aus drei Erwachsenen und mehreren Kindern tauchte nach Fischen, als sie das Gefühl hatten, am Rande ihres Sichtfeldes von etwas verfolgt und beobachtet zu werden. Als erfahrene Taucher nahmen sie diese Gefühle ernst und verließen das Wasser. Als sie herauszufinden versuchten, was da vor sich ging, entdeckten sie ein etwa 20 m lange, langhalsiges Reptil, das durchs Wasser schwamm. Es hatte einen ovalen Kopf wie eine Eidechse, große Augen und eine Reihe von Hautkämmen, die „wie eine Säge“ auf dem Rücken wirkten. Es schwamm angeblich in einer gemächlichen Geschwindigkeit weiter, bis es unter die Wasseroberfläche sank und verschwand.

    Der vierte Bericht, von 2005

    Nur ein Jahr später, 2005 erreichte Irwin ein weiterer Bericht eines Zeugen. Auch dieser will einen Dinosaurier gesehen haben. Das Tier, das er beobachtet haben will, schätzt er auf 10 bis 15 m Länge. Er beschreibt es „Wie ein sehr großes Wallaby (ein kleines Känguru, Anm. d. Red.) mit dem Kopf einer Schildkröte“. Es hatte angeblich glänzende, braune Haut und war „so hoch, wie ein Haus“. Auch dieses Tier wurde dabei beobachtet, wie es einige Zeit friedlich an Pflanzen fraß, bevor es sich auf den Weg zum Wasser machte und davon schwamm.

    Etwa zur selben Zeit beobachteten zwei Frauen aus dem Dorf eine ähnliche Kreatur. Die beiden sahen das Tier, als es auf einem Felsen am Fuß eines abgelegenen Kliffs stand. Auch auf dem nahe gelegenen Alage Island (1,6 km südwestlich von Ambungi) soll das Tier gesehen worden sein.

    Der fünfte Bericht, von 2007

    2007 kam es bereits zur nächsten Sichtung. Diesmal war auch Ambungi Island Ort des Geschehens. Die Bewohnerin Jasinta Pitim gibt an, sie habe ein langhalsiges Tier mit schuppiger und unebener Haut, die aussah, wie die eines Krokodils gesehen. Sie lief nach Hause und holte ihren Mann, der das Tier auch sehen konnte.


    Die Analyse

    Leider erreichten diese Berichte die Redaktion nur auf sehr indirektem Wege. Brent Spencer berichtet auf Mysterious Universe von Brian Irwin, der wiederum Augenzeugen oft Jahre nach der Beobachtung befragt. Hinzu kommt, dass das Ganze zweimal übersetzt wurde. Man kann sich vorstellen, wo da die Details geblieben sind.

    Die im ersten Teil berichtete Begegnung (4 m lang, langer Schwanz, kurze Vorderbeine, kräftige Hinterbeine mit Füßen mit Schwimmhäuten) lässt sich noch recht zwanglos als Kontakt zu einem Leistenkrokodil (Crocodylus porosus*) interpretieren. Andererseits sollte ein Speerfischer, der regelmäßig im Wasser unterwegs ist, die dort relativ regelmäßig vorkommenden Leistenkrokodile kennen, insbesondere weil von ihnen eine direkte Gefahr für Leib und Leben ausgeht.

    Krokodil unter Wasser
    Unter Wasser sieht man deutlich die kräftigen Hinterbeine und die Schwimmhäute der Krokodile

    Das Wallaby als Vorbild für Dinosaurier
    Ist dieses Whiptail Wallaby ein Vorbild für Dinosaurier?

    Diese Einfachheit ist bei den weiteren Beobachtungen nicht mehr gegeben. Oder anders ausgedrückt: es gibt kein bekanntes Tier, das dem entspricht, was die Augenzeugen gesehen haben wollen.

    Bemerkenswert ist, dass nicht ein Dinosaurier“typ“ beobachtet wurde, sondern mindestens zwei: ein zweibeiniger Typus und ein langhalsiger. Alle diese Tiere scheinen eine besondere Assoziation zum Wasser zu haben, wenn sie auf Inseln beobachtet werden, die nicht einmal einen halben Quadratkilometer Fläche haben.

    Weiterhin bemerkenswert ist, dass bei keiner der Beobachtungen auf dem Land eine Gefahr von den Tieren auszugehen schien. Die zweite Beobachterin verfolgte das ruhig laufende Tier bis ans Wasser, die Zeugin des fünften Berichtes lief sogar nach Hause und holte ihren Mann, damit er es sich ansehe. Wenn die Tiere beim Fressen beobachtet werden, fressen sie Pflanzen. Nur im Wasser sind die Tiere bedrohlich, die Menschen verlassen das Wasser, sobald ein solches Tier auftaucht. Bei Speerfischern, die bei ihrem Job regelmäßig mit Haien und großen Zackenbarschen, möglicherweise auch mit Salzwasserkrokodilen zu tun haben, ist das bemerkenswert.

    Jurassic Park?

    Die „Sichtungswelle“, sofern man davon sprechen kann, begann 1995, zwei Jahre nachdem Jurassic Park ins Kino kam und die Vorstellung von Dinosauriern revolutionierte. Wie gut die Versorgung mit Kinofilmen in Neubritannien ist, ist mir unbekannt. Ich rechne nicht damit, dass der Zeuge Alphones Likky 1995 den Film bereits gesehen hat. Aber Devotionalien nehmen durchaus ihren Weg, hinzukommt, dass die Inseln nicht so primitiv sind, dass es dort kein Fernsehen gibt. 1995 gab es mindestens zwei terrestrische Fernsehsender. Selbst wenn Jurassic Park nicht gelaufen ist: moderne CGI-Animationen von Dinosauriern wird es nach 1993 sicher dort zu sehen gegeben haben. Um so bemerkenswerter, dass die Dinos in den Filmen und den Beobachtungen deutlich voneinander abweichen: braune Haut (vielleicht mit Schlamm bedeckt?), fünf Zehen am Hinterfuß, gehen ins Wasser…

     


    Literatur:

    Spencer, Brent, 2019: Mysterious Dinosaur Monsters in Papua New Guinea

    Wikipedia: zu Papua-Neuguinea, Neubritannien, Melanesien, Leistenkrokodil


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  • Dinosaurier auf Neubritannien? Teil 1

    von: Tobias Möser

     

    Die Frage, ob Nichtvogel-Dinosaurier bis heute überlebt haben, ist immer wieder ein Thema in der Kryptozoologie. Spätestens seit dem Roman „Die vergessene Welt“ von Sherlock-Holmes-Erfinder Arthur Conan Doyle 1912 gibt es immer wieder Autoren, die lebende Dinosaurier an irgendwelchen versteckten Ecken der Welt vermuten. Die im Oktober stattgefundene Veranstaltung „Auf der Suche nach Mokele-Mbembe“ hat das nur weiter unterstrichen.

    Woran das liegt, an der Faszination der Dinosaurier selbst, der Suche nach möglichst spektakulären Monstern oder der Hoffnung, möglichst lange ausgestorbene Tiere zu finden, ist unklar. Die Motive der jeweiligen Autoren unterscheiden sich sicher auch.

    Leider sind die meisten Gegenden, in denen man Dinosaurier vermutete, in der Zwischenzeit gut erforscht. Sir Arthur Conan Doyle verlegte seinen Roman bereits auf die 1912 unerforschbaren Tepuis Südamerikas, später mussten geheimnisvolle Inseln, Höhlen und am Ende gentechnische Anlagen und Freizeitparks herhalten. Doch halt: eine Ecke der Welt ist tatsächlich kaum erforscht, bietet ein „angemessenes“ tropisches Klima und die Biodiversität der Region gehört zu den höchsten weltweit: Neubritannien und seine Tochterinseln.

    Neubritannien


    Neubritannien ist die größte Insel im Bismarck-Archipel, nördlich von Neuguinea. Mit gut 36.000 km² ist die Insel etwas größer als Belgien. Sie liegt vollständig im Bereich tropischen Regenwaldes und deckt mit Gebirgen über 2400 m auch fast alle Höhenklimate dieser Zone ab. Durch tief geschnittene Täler und unzählige vorgelagerte Inseln und Inselchen ist sie als Lebensraum extrem diversifiziert: In nahezu jedem Flusstal gibt es andere, endemische Arten. Die Lage am Rande der australischen und der pazifischen tektonischen Platte bringt Vulkanismus hervor.

    Flora und Fauna

    Die Insel gehört zur australischen Faunengesellschaft, dennoch gibt es einige asiatische Elemente auf Neubritannien. Die Inselflora ist jedoch asiatisch geprägt und gilt als sehr artenreich mit zahlreichen Endemiten. Auch die Tierwelt ist einzigartig. Im Gegensatz zur Flora ist sie australisch geprägt, vor allem Vögel haben in den dichten und teils steilen Wäldern eine enorme Artenzahl erreicht.

    Rabaul
    Abendlicher Blick auf den Vulkan Rabaul im Norden der Insel. Der Vulkan ist regelmäßig aktiv und ist auch vor kurzer Zeit noch ausgebrochen.

    MacKinlay Kakadu-Taube
    Die Fuchsrote Kuckuckstaube (Macropygia mackinlayi*) ist auf Neubritannien und einigen Nachbarinseln endemisch (Foto: David Cool CC 2.0)

    Fische sind mit etwa 2500 Arten im Meer und einer unbekannten Artenzahl im Süßwasser vertreten. Bei den Süßwasserfischen ist noch viel Forschungsarbeit zu leisten, einige Flussgebiete sind kaum besammelt worden. Von Süßwasser-Wirbellosen ist sehr wenig bekannt, dieser Forschungszweig ist relativ neu und hat beispielsweise auf Sulawesi bei der ersten Besammlung erstaunliche Ergebnisse gebracht.

    Für die Tropen charakteristisch sind zahlreiche Reptilien- und Amphibienarten, ebenso unzählige Wirbellose, die vermutlich in die 10.000 gehen.

    Die Chance für die letzten Entdecker – oder auch nicht

    Die Weltregion um Neuguinea und den Bismarck-Archipel gilt als vergleichsweise schlecht erforscht. Dies bedeutet wiederum, dass heute noch relativ viel zu entdecken ist. Eigentlich müssten sich die Forschungsmuseen um diese Insel reißen. Dennoch findet relativ wenig Forschung westlicher Institute statt, denn die Korruption und Menschenrechtslage auf beiden Teilen Neuguineas und den anderen Inseln Papua Neuguineas erschweren es, Genehmigungen zu bekommen und zu nutzen. Insbesondere Großfarmer befürchten Schwierigkeiten bei der Landwirtschaft und Ackerlandgewinnung für Ölpalmen, die auf Neubritannien beängstigend schnell verläuft.
    Hinzu kommt, dass Deutschland hier Kolonialherr war und mit Sicherheit nicht zimperlich mit den Einwohnern umgegangen ist. Wie man hier einer deutschen Forschungsgruppe begegnen würde, steht in den Sternen.

    Unbekannte Tonsulptur
    Tonskulptur aus Neubritannien. Zeigt sie wirklich einen Menschen beim Yamsreiben? (Foto: TheSupermat CC 4.0)

    Leistenkrokodile sind auch im Bismarck-Archipel verbreitet, jedoch selten. Sie können jahrelang im Meerwasser leben.

    Das Reisen innerhalb der Inseln ist in den Flachlandregenwäldern schwierig. Die einzige Möglichkeit ist ein Boot, das klein genug ist, die kleinen Flüsse zu befahren, aber auch stabil genug im Wasser liegt, um außerhalb des Korallensaumes auf dem offenen Meer von einem Fluss zum nächsten wechseln zu können. Dringt man tiefer ins Landesinnere ein, erschweren das teils steile Gelände, schnell fließende Bäche das Vorankommen: Jedes Teil der Ausrüstung muss über Stock und Stein getragen werden. Und es gibt Eingeborene, die den Weißen aufgrund schlechter Erfahrung nicht unbedingt freundlich gesonnen sind.

    Die Insel weiß ein paar Geheimnisse zu waren.

    Dinosaurier auf einer winzigen Nebeninsel?

    Wie oben beschrieben, eignet sich die Region natürlich hervorragend, um Dinosaurier hin zu schreiben. Aber was ist, wenn die Einheimischen von ihnen berichten?


    Die Insel ist so klein, dass google Maps sie nicht einzeichnet!

    Im Satellitenbild gleichen Maßstabs ist sie aber zu sehen.

    Uns liegen mehrere Berichte von der Insel Ambungi vor. Diese Insel ist tränenförmig und etwa 1000 m x 600 m groß und liegt im Korallenmeer vor Neubritannien. Sie ist so klein, dass sie auf der Karte von Google Maps nicht verzeichnet ist, jedoch gibt es beim gleichen Dienst recht gute Satellitenbilder. Etwa 90 Menschen leben überwiegend in einer Siedlung im Nordosten der Insel.

    Der erste Bericht von 1995

    1995 tauchte einer dieser 90 Menschen, Alphones Likky, im Flachwasser vor der Küste, um Fische zu harpunieren. Er hörte etwas hinter sich ins Wasser fallen und gegen das Korallenriff stoßen. Als er sich umdrehte, sah er einen völlig untergetauchten „Dinosaurier“, mit langem Hals und Schwanz, kurzen Vorderbeinen und muskulösen Hinterbeinen und Füßen mit Schwimmhäuten. Der Kopf war klein und schlangenartig geformt. Das Tier trug Hautkämme auf dem Rücken und Schwanz. Likky schätzte es auf etwa 4 m Gesamtlänge.

    Das Tier tauchte mit ruhigen Bewegungen langsam, bevor es in einer Unterwasserhöhle verschwand. Likky machte sich so schnell wie möglich auf den Weg zu seinem Kanu und verließ die Gegend, so schnell er konnte.

     

     

    Link zu Teil 2 mit weiteren Augenzeugenberichten


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  • Ausstellung „Giganten der Meere“ ab heute in Rosenheim

    Ab heute (26.09.2019) zeigt der Rosenheimer Lokschuppen 22 lebensechte Meeressaurier als Modelle.

    Neben 200 Fossilien, Skeletten und einem „3D-Aquarium“ sind die in Originalgröße gehaltenen Modelle der Höhepunkt der Ausstellung. Die Ausstellungsmacher haben die Modelle nach dem neuesten Forschungsstand entwickelt. „Am wichtigsten ist die Diskussion am Anfang, wie das Modell aussehen muss. Die Haltung, die Haut, die Augen, die Größenverhältnisse – alles muss stimmen“, sagt der Kurator der Ausstellung Dr. Bernd Herkner.

    Modelle aus Italien – und aus Kunstharz

    Die Firma Prehistoric Minds aus Norditalien produziert schließlich die Modelle zusammen mit Wissenschaftlern, Kunsthandwerkern und Künstlern. Paläontologe Dr. Simone Maganuco und Zeichner Davide Bonnadonna gelten als kongeniales Team beim Sauriermodellbau, sie kombinieren neueste wissenschaftliche Erkenntnisse mit den Überlegungen, wie weit sich ein Tier innerhalb seiner Möglichkeiten bewegen wird.

    Zweibeinig laufender Saurier
    Dieses Baryonyx-Modell steht in einer anderen Wanderausstellung

    Aus Bonnadonnas Zeichnungen wird schließlich ein digitales 3D-Modell. Computergesteuerte Spezialwerkzeuge fräsen dann dieses Modell aus einem soliden Styroporblock. Anschließend wird es mit Kunstharz und Polyester überzogen. Die Hautschuppen fertigt er klassisch aus Ton. „Stets achten wir aber darauf, dass wir streng nach den wissenschaftlichen Vorlagen arbeiten“, erläutert Simone Maganuco diese Detailarbeit.
    Über den feuchten Ton ziehen die Mitarbeiter von Prehistoric Minds eine Hülle aus Kunstharz. Die Tonhaut drückte sich auf der Innenseite der Hülle mit allen Details ein. Die Hülle wurde danach abmontiert – so entstand eine Gussform für die einzelnen Abschnitte eines Saurierkörpers. Mit diesen Gussformen wurden dann die endgültigen Modelle gegossen. Die Produktion eines der großen Modelle dauert so bis zu 600 Stunden.

    Bis zu 12 m lang

    Mit einem Sattelschlepper kommen dann die Einzelteile der Meeressaurier nach Rosenheim. Vor Ort werden sie zu einem ganzen Tier zusammengesetzt – keine leichte Sache, bei einem Gewicht von bis zu 250 Kilogramm und einer Länge von bis zu 12 Metern.
    Die Modelle müssen aber auch noch in Szene gesetzt werden. Den Entwurf und die Planung der Ausstellungsarchitektur übernahm das Münchner „Atelier Hammerl und Dannenberg“. „Die großen Modelle im Lokschuppen zu platzieren und um diese Inszenierungen die originalen Exponate in den Vitrinen zu arrangieren – das war eine spannende Aufgabe für uns“, erklärt die Gestalterin Tanja Hammerl.

    Das Who-is-Who der mesozoischen Ozeane

    schlankes, schwimmendes Reptil mit Beinen und abenteuerlichen Zähnen
    Mosasaurus aus der Ausstellung im Löwentormuseum, Stuttgart

    Unter den dargestellten Tieren findet sich ein gewaltiger Tylosaurus, der zu den größten Mosasauriern gehört. Neben dem fast obligatorischen Liopleurodon und einem Spinosaurus sind aber auch verschiedene Ichthyosaurier, ein Pliosaurier und ein Plesiosaurier zu sehen. Bemerkenswert ist, dass die Ausstellungsmacher einen Nothosaurus zeigen, ein eher unspektakuläres Tier, mittelgroß, aber seine Überreste findet man an vielen Stellen in Deutschland.
    Prominent ist auch der Archelon, die größte bisher bekannte Schildkröte aller Zeiten.

    Auch Originale sind zu sehen

    Neben den Modellen sind auch Originalfossilien zu sehen. Mehr als 200 Ausstellungsstücke konnten die Aussteller nach Rosenheim holen und in Spezialvitrinen ausstellen. Sie stammen aus der Senckenberg-Sammlung und anderen renommierten Museen Europas. Teilweise werden sie das erste Mal der Öffentlichkeit präsentiert.

    Viel Mühe hat man sich auch mit dem 3D-Aquarium gegeben. Hier werden Szenen aus den mesozoischen Meeren dargestellt, nicht als Film, sondern in zufälliger Sequenz, so dass immer wieder mit Überraschungen gerechnet werden kann.

    Wohin die Ausstellung nach der Premiere in Rosenheim wandert, war zum Redaktionszeitpunkt noch nicht klar.
    Wir nutzen Bilder aus anderen Ausstellungen, da die Betreiber des Lokschuppens uns mit Strafe bedrohen, wenn wir ihre Pressefotos mit Ende der Ausstellung nicht von der Website entfernen. Das Risiko möchten wir nicht eingehen.

    Allgemeine Infos

    Die Ausstellung ist von heute an bis zum bis zum 13. Dezember 2020 im Lokschuppen Rosenheim täglich, auch Montags zu sehen. Nur am 24. und 31.12.19 ist der Lokschuppen geschlossen.

    Der Eintritt kostet für Erwachsene € 15,-, Kinder zahlen € 5,-. Es gibt zahlreiche Rabatte für Familien, Gruppen und an bestimmten Tagen. Tickets gibt es unter lokschuppen.de, bei den bekannten Vorverkaufsstellen und natürlich vor Ort.

    Der Lokschuppen ist für Rollstuhlfahrer geeignet, die zweite Ebene kann über einen Lift erreicht werden, der Boden ist gut befahrbar. Für Blinde und Sehbehinderte gibt es kontrastreiche Gestaltung und Audioguides, Blindenhunde sind in der Ausstellung zugelassen. Hörbehinderte profitieren von ausführlichen Ausstellungstexten, Audioguides mit Induktionsschleife für Hörgeräte sind an der Kasse erhältlich.


    Kommentar

    von Tobias Möser

    Soweit die allgemeinen Infos zur Ausstellung.Ausstellungen mit Sauriermodellen gibt es mittlerweile zahlreiche. Meist werden bekannte und spektakuläre Dinosaurier präsentiert, die mehr oder weniger gut ihren Vorbildern entsprechen. Teilweise sind sie animiert, oft brüllen sie, ich habe sie auch schon mit Nebelmaschinen gesehen. Viele der Modelle entsprechen den Tieren, die in der BBC-Serie „Walking with Dinosaurs“ und ihren Derivaten dargestellt werden. Ob es damit zu tun hat, dass diese Tiere dem breiten Publikum bekannt sind, oder dass hier 3D-Modelle vorliegen, weiß ich nicht.

    Ich habe die Ausstellung noch nicht gesehen (wie denn auch?). Auch hier rennen wieder vor allem die Tiere die aus den BBC-Serien herum.

    Das, was man von der Animation „3D-Aquarium“ sieht, erscheint nicht befriedigend. Die Tiere bewegen sich mit den selben „Fehlern“, wie man sie aus der Nigel Marven-Serie „Monster der Tiefe“ kennt. Gerade bei den Feinheiten ist die Animationstechnik nicht weiter gekommen.

    Die Ausschnitte, die ich gesehen habe, beziehen sich auch hauptsächlich auf möglichst spektakuläres Jagen und Fressen. Ob das nur für den Presse-Release so ist, oder ob sich die ganze Animation so darstellt, ist von hier aus nicht zu ermitteln. Einen Vorteil haben die Meeressaurier gegenüber den Land-Dinos: Unter Wasser ist das nervige Brüllen vieler Animationen nicht möglich.


  • An einem Tag wie heute – vor 66 Millionen Jahren

    von: Tobias Möser

     

    Seit Tagen ist die Welt nicht mehr so, wie sie sein sollte. In der Nacht ist ein kleiner, aber heller Punkt im sichtbar. Wie ein Komet zieht er einen Schweif hinter sich her, doch dieser wird seit Tagen kürzer und scheint am Abend in eine andere Richtung zu deuten, als vor Sonnenaufgang. Doch dies beunruhigt die Dinosaurier auf der Erde nicht. Selbst wenn sie es bemerken würden, würden sie nicht verstehen, was das aussagt.

    Chancen für die Räuber

    Beunruhigender sind andere Dinge. Der Komet ist mittlerweile so hell, dass viele Tiere in der Nacht halbwegs sehen können. Die Theropoden nutzen das aus, sie haben ihre Angriffe schnell auf die Nacht verlegt. Die Pflanzenfresser kommen nicht mehr zur Ruhe, ihre Warn- und Sammelrufe hallen ständig durch die Wälder. Aber die Jäger haben Vorteile. Trotz der besseren Sicht ist ihre Tarnung im Licht- und Schattenspiel der permanenten Dämmerung besser als am Tag. Sie sehen mehr als vorher, aber lange nicht alles. Das ist ihr strategischer Vorteil: sie müssen nur einen Pflanzenfresser von vielen finden, die Pflanzenfresser müssen aber jeden Räuber erkennen. Die hellen Nächte sind die Zeit der Räuber.

    Nachthimmel
    Wirkte der Bolide am Nachthimmel anfangs so? Zwei Schweife, die in unterschiedliche Richtungen zeigen, sind bei Kometen häufig

    Sauropode in der Nacht
    Die Sauropoden sind, wie nahezu alle Dinosaurier tagaktiv und können nachts nicht gut sehen

    Ein flacher, stachelbewehrter und stark gepanzerter Dinosaurier
    Doch jetzt sind die Räuber auch nachts unterwegs, daher sind die Ankylosaurier noch ungenießbarer

    zwei zweibeinige Dinosaurier in der Nacht
    Auch diese Hadrosaurier sehen kaum etwas und finden keine Ruhe. Sie flüchten bei jeder Beunruhigung unkontrolliert

    Drei kleine Flrischfresser greifen ein größeres Tier an
    Zu Recht, denn die Jäger haben nachts noch mehr Erfolg als tagsüber

    Tyrannosaurus frisst an einem Kadaver
    Und sogar die großen Tyrannosaurier haben machen jetzt nachts Beute.

    Für sie hat sich die Welt verbessert, wären da nicht die Sternschnuppen und sogar Meteore, die immer wieder kleinere und größere Lichtstreifen über den Himmel ziehen. Immer häufiger wirken sie sich auf der Erde aus. Feuerstreif, Überschallknall und schon rennen die sowieso bereits übernervösen Pflanzenfresser in heller Panik davon. Jeder noch so gut gelegte Hinterhalt ist dahin.

    Die Apokalypse?

    Der Tag versprach, noch schlimmer zu werden. Noch mehr Meteoriten, als in den letzten Tagen jagten über den Himmel, längst war „der Große“ auch am Tage zu sehen, doch nun schien er auch noch Hitze auszustrahlen. Die folgenden Ereignisse kann kein Augenzeuge überlebt haben: Als der etwa 10 km große Hauptkörper des Meteoriten in 100 km Höhe in die Atmosphäre eintrat, wurde er zunächst nur langsam vom Luftwiderstand abgebremst. Zwischen drei und zehn Sekunden brauchte der Brocken aus iridiumhaltigem Gestein und gefrorenen Gasen, um die Atmosphäre zu durchqueren und im Flachmeer des heutigen Golfes von Mexiko einzuschlagen.

    Komet mit langem, breiten Schweif am Abendhimmel
    Ähnlich wie der Koment McNaught 2006 könnte auch der KP-Bolide kurz vor dem Impakt ausgesehen haben. (Foto: Europäische Südsternwarte)

    Der Bolide erreicht tiefere Zonen der Erdatmosphäre
    Frühe Phase des Impaktes. Der etwa 10 km große Kern des Hauptkörpers trifft auf die Atmosphäre und fängt an, durch die Reibungshitze zu verdampfen.

    Hierbei wurde seine Bewegungsenergie in Wärme umgewandelt, der gesamte Meteor verdampfte. Natürlich führte das zu einer gewaltigen Explosion, deren Druckwelle um den ganzen Erdball lief. Das Meerwasser verdampfte schlagartig, die eingeschlossenen Gase wurden frei, die Einschlagenergie war so gewaltig, dass das Grundgestein aufschmolz und vom verdunstenden Wasser in die Höhe gerissen wurde. Eine oder mehrere Erdbebenwellen der Stärke 11 oder 12 liefen durch die Erdkruste in alle Richtungen.

    Der Einschlag verdrängte aber auch große Mengen Wasser, die nicht vollständig verdampften. Diese Massen wurden zum ersten Tsunami, der sich ringförmig mit dreifacher Schallgeschwindigkeit vom Impakt entfernte. Kaum flossen die ersten Wellen zurück, sorgte die ungeheure Menge von aufgeworfenem und herabfallendem Gestein für eine zweite Flutwelle, die der ersten folgte und sich teilweise mit ihr vereinte.

    Der erste Killer: Der Einschlag

    So gewaltig der Einschlag auch war, er war der erste, aber nur regionale Killer. Neben den unzähligen Gesteinsbomben von Sandkorn bis Felsgröße töte er vor allem durch die ungeheure Hitze. Wasser verdunstete mehr oder weniger schlagartig, Heißdampf verbrühte alles Leben, Wälder verdorrten schneller, als sie sich entzünden konnten. Die dabei entstehende Thermik sorgte für lokale Stürme, die alle Feuer anfachten – bis die Druckwelle kam.

    Doch der Einschlag hatte noch weitere, längerfristige Folgen. Das Material, aus dem der Bolide bestand, ist verdunstet und befindet sich in der Atmosphäre, zunächst als Gas, dann als Staub. Der Boden, den der Meteorit traf, bestand aus sulfat- und kohlenwasserstoffreichem Kalkstein. Kalkstein zerlegt sich bei Hitze, hierbei wird unter anderen Kohlendioxid frei. Dieses Kohlendioxid verblieb zunächst in der Atmosphäre und begann, für einen Treibhauseffekt zu sorgen. Das Sulfat gelangte als Schwefeldioxid ebenfalls in die Atmosphäre, während die Kohlenwasserstoffe zu Ruß und Kohlendioxid verbrannten. Zusammen mit dem iridiumhaltigen Staub schatten Ruß und Schwefeldioxid die Erde ab, was nach einigen Tagen zu einem rapiden Temperaturabfall und schließlich zu einem Impaktwinter führte.

    Der zweite Killer: Die Druckwelle

    Die überschallschnelle Druckwelle raste durch die Atmosphäre. Sie war der zweite Killer. Bäume wurden entwurzelt und davon geweht, Äste, Geröll, ja sogar Sand und Blätter wurden zu tödlichen Geschossen. Die Winde erreichten alles, was nicht zufällig im Windschatten sehr solider Felsen lag, und dort bestand die Gefahr, von schwereren mitgerissenen Körpern erschlagen oder von Sand und Kies bedeckt zu werden. Wer nicht in Höhlen Schutz suchen konnte, war verloren.

    Weltkarte mit den Kontinenten am Ende der Kreidezeit
    Karte der Erde vor etwa 69,4 Millionen Jahren. Rot markiert der Chixulub-Krater, Gelb der Réunion-Plume, der die Dekkan-Trapps ausspieh

    Schwarzweißbild mit unzähligen in eine Richtung umgeworfenen Baumstämmen
    Das Tunguska-Ereignis 1927 hat „nur“ große Waldflächen in Mitleidenschaft gezogen. So etwas ist am besagten Tag auch passiert.

    Zunächst löschte die Druckwelle die Feuer, wie wenn man eine Kerze oder ein Streichholz ausbläst. Aber das Brennmaterial kühlte in der Impakthitze nicht ab, so brachen die Feuer schnell wieder aus. Meteoriten und geschmolzenes Gestein aus dem Impakt fachten weitere Brände an. Gewaltige Brände, die in den folgenden Stürmen genug Sauerstoff bekamen, um zu verheeren. Ein Feuersturm zog über den Südosten Nordamerikas und das heutige Mexiko hinweg. Aber nicht lange.

    Der dritte Killer: Die Erdbeben

    Ebenso schnell wie die Druckwelle begann sich ein Erdbeben vom Einschlagkrater weg zu bewegen. Anders als die Luft wurde es nicht verlangsamt, sondern bewegte sich mit Schallgeschwindigkeit durch Erdkruste und Erdmantel. Die ursprüngliche Stufe 11 oder 12 wird es nicht an jedem Ort erreicht haben, aber nahezu überall wird es schwere Schäden angerichtet haben. Lose Flanken an Bergen lösten sich und fielen als Lawinen zu Boden, sie werden auch lokal erste Tsunamis ausgelöst haben. Schwemmlandböden wurden kurzzeitig weich, Lockergesteine zerfielen, so dass Dünen und Flussterrassen einbrachen. So wurden die Erdbeben zu den dritten Killern, Killern mit Langzeiteffekt:

    Einbrechende Flussterrassen oder Berghänge haben Flüsse kurz oder lang aufgestaut. Stauseen sind entstanden, die sich bald mit ausgerissenen Bäumen füllten. Diese Biomasse war zu viel für die Seen, viele von ihnen kippten um. Gleichzeitig wurden durch die Beben ungeheure Mengen Sedimente mobilisiert. Sie trübten Bach- und Flussläufe und gelangten früher oder später ins Meer.

    blaues Wasser mit einem abgestorbenen Baum
    Der saure Regen und die ungeheuren Mengen Biomasse lassen die Gewässer umkippen

    Schäumender Gebirgsfluss
    Erdbeben lassen Seen ablaufen und stauen Flußläufe auf. Die Landschaft verändert sich

    Die Erdbebenwellen erreichten aber noch weitere Zerstörungen. Durch die starken Beben lösten sich lokale Verspannungen der Kontinentalplatten. Das führte zu weiteren Nachbeben, oft noch Tage oder Wochen später. Hierdurch verschoben sich auch Vulkanschlote unter den bisher abdichtenden Kratern. Insgesamt stieg die vulkanische Aktivität an.

    Am dem Einschlag entgegengesetzten Teil der Erde trafen sich die Schockwellen und addierten sich. Dieser Punkt liegt im Indischen Ozean, etwa dort, wo sich heute der Reunion-Plume befindet. Vor 66 Millionen Jahren lag die Landmasse des Indischen Subkontinentes über diesem vulkanischen Hotspot. So kam es zu den Ausbrüchen, aus denen die Dekkan-Trapps entstanden, bis zu 2000 m mächtige Schichten aus Basalt, die sich ursprünglich über mehr als 1,5 Millionen Quadratkilometer erstreckten. Sie entstanden in einem Zeitraum zwischen 500.000 und 9 Millionen Jahren. Vermutlich war der Einschlag des Meteoriten am besagten Tag Auslöser für die vulkanische Aktivitäten.

    Der vierte Killer: Flutwellen

    Luftdruckwelle, Erdbeben und die daraus resultierenden Bergstürze werden lokale, vielleicht regionale Tsunamis ausgelöst haben, doch der größte Tsunami war bereits unterwegs. Während am heutigen Golf immer noch Gestein vom Himmel regnete und sich im Laufe eines Tages zu einem Kraterring von 130 m Höhe auftürmte, rasten Wassermassen als vierter Killer den Kontinenten entgegen. Das erste Land, das sie erreichten, war das flache Schwemmland im heutigen südlichen und mittleren Westen der USA. Er rollte weiter durch den nach Süden offenen Western Interior Seaway, erreichte die Molassegebiete am Fuße der Rocky Mountains und wälzte sich weit auf den Kontinent, bis ins heutige Illinois. Der Tsunami begrub alles unter sich, brennende Wälder, frisch zerrüttete Schwemmländer – und Dinosaurier. Die sich zurückziehenden Wassermassen spülten die verbrannte Vegetation ins Meer. Zurück blieb ein völlig verwüstetes Land, über das möglicherweise noch weitere Tsunamis hereinbrachen.

    Doch nur eine regionale Katastrophe?

    In schwächerer Form erreichten die Tsunamis auch Südamerika, Nordwest-Afrika und Europa. Auch hier richteten sie großflächige Verwüstungen an. Dennoch war die Zerstörung bei weitem nicht so verheerend wie in Nordamerika. Kleinere Meteoriten werden auch hier eingeschlagen sein, was zu lokalen Bränden geführt hat. Und nicht zu vergessen: Erdbeben der Stärke 10 bis 12 sind gewaltige Killer, selbst wenn man nicht in Gebäuden lebt.

    Zwei Männer mit Pferden in hüfttiefem Schlamm und Staub
    So heftig die Schäden am Mt. St. Helens 1980 auch waren, bald begann die Natur, die Verwüstung zurück zu erobern. (Foto: US Geological Service)

    der ausgebrochene Mount St. Helens ohne Spitze und der davor liegende Spirit Lake voller Baumstämme
    Seen sind voller Baumstämme und Schlamm, oft ist der Abfluss blockiert, bis…. (Foto: US Forest Service)

    Durch die Druckwelle und die Erdbeben hatte sich die Landschaft in wenigen Minuten gewaltig verändert. Viele, vor allem die großen Tiere werden diesen Kräften direkt zum Opfer gefallen sein, kleinere sollten erst später ernsthafte Probleme bekommen. Generell ist aber nichts passiert, was die Natur nicht hätte wegstecken können.

    Der Overkill erfolgt durch Vulkane

    Doch da waren ja noch die Vulkane. Sie stießen gewaltige Mengen schwefelhaltige Verbindungen aus. Diese reflektieren das Sonnenlicht und führten zu einer Abkühlung des Klimas. Damals, so schätzen Wissenschaftler, wurden über 300 Milliarden Tonnen Material in die Atmosphäre gepumpt, durch den Impakt, die Feuer und Vulkanismus. Die globale Temperatur sinkt nach dem Hitzepeak des direkten Einschlages um sagenhafte 26°C. Zum ersten Mal seit mindestens 100 Millionen Jahren sinkt die globale Durchschnittstemperatur unter den Gefrierpunkt.

    Ausbruch eines Vulkanes mit glühender Lava und dunklen Aschewolken
    Dünnflüssige Lava wie die der Dekkan-Trapps tritt heute auf Hawaii zutage, doch in Indien waren es mehrere Jahrmillionen.

    Grünes Farn zwischen Lava-Gestein
    Das Leben findet seinen Weg, auch die Lavafelder der Dekkan-Trapps wurden schnell besiedelt

    Anders als der Krakatau, dessen Ausbruch nur fünf Tage dauert, spien die Vulkane der Dekkan-Trapps viele hunderttausend Jahre basaltige Lava. So wurde über sehr lange Zeit das Sonnenlicht gefiltert, die Temperatur der Erde sank. Pflanzen fehlten Wärme und Licht zum Wachsen, denn der Impakt und die Vulkane verschoben die Klimazonen zum Äquator. Wo es vor wenigen Tagen noch subtropisch war, herrschte nun kaltgemäßigtes Klima, wo es kaltgemäßigt war, drohten nun subpolare Bedingungen. Dies war das Ende für viele Nahrungsketten an Land: die kleineren Tiere fanden nichts zu fressen, nachdem die Kadaver der Großtiere aufgebraucht waren.

    Die Nahrungsketten im Süßwasser wurden auf ähnliche Weise unterbrochen. Sie bekamen zusätzlich noch die neue, starke Sedimentfracht zu spüren: Bodenlebewesen wurden zugedeckt, Laich von Fischen und Amphibien konnte sich nicht entwickeln. Wasserpflanzen und Algen hatten nicht genug Licht, das erste Mal seit mehreren Millionen Jahren froren die Gewässer außerhalb der Antarktis zu. Dazu kam eine Überfrachtung mit Nährstoffen aus toten Tieren und Pflanzen. Viele Gebirgsflüsse werden aufgestaut worden sein, überall dort, wo Wasser stagniert, reichte der Sauerstoff nicht mehr aus, um die Nährstoffe oxidativ abzubauen, die Gewässer kippten um. Fische erstickten, Landtiere starben am vergifteten Wasser.

    Der Regen als Vollstrecker

    Durch den Impakt verdunsteten enorme Mengen Wasser. Sie verteilten sich schnell in der aufgeheizten Atmosphäre, aber fielen genauso schnell als Regen wieder herunter, sobald sich die Atmosphäre abkühlte.

    Dabei vollstreckten sie, was die anderen Reiter der Apokalypse begonnen hatten. Sie wuschen Staub aus der Luft, der als Schlamm in allen Gewässern landete. Was für Landtiere nur lästig war, wurde im Wasser zum ernsten Problem. Die Wasserkörper trübten sich ein, das sowieso schon schwache Sonnenlicht drang nicht mehr zu den Wasserpflanzen, planktonischen Algen und nicht zuletzt zu den Korallen durch, sie begannen, abzusterben.

    Schlammiges Ufer mit abgestorbenen Baumstümpfen
    Schlamm, wohin das Auge blickt. Die Korallenriffe sind unter diesem Leichentuch begraben

    Lehmiger Fluss
    Der Regen nimmt den Staub und die Asche vom Land, gräbt Rinnsale und trägt sie in die Flüsse

    Auf dem Land fehlte die Vegetation, die den Humus fixiert, fehlte. So konnte Regen große Mengen davon ausspülen. Flüsse brachten ihn ins Meer, wo sich die feinen Humuspartikel mit der Strömung verteilten. Sie deckten sich wie ein Leichentuch über sterbende Korallenriffe und Seegraswiesen.

    Aber selbst diese apokalyptischen Zustände sind noch zu toppen. Und wieder ist es der Regen, diesmal gemeinsam mit den Vulkanen, der es vollbringt. In der Atmosphäre reagieren Kohlendioxid, Schwefeldioxid und Schwefeltrioxid mit der Luftfeuchtigkeit. Es entsteht genau das, was schon in den 1980er Jahren ein großes Umweltthema war: saurer Regen. Nicht ein bisschen, von ein paar tausend Tonnen Braunkohle, sondern weltweit und von vielen Millionen Tonnen vulkanischem Auswurfmaterial. Über mindestens 500.000 Jahre. Böden laugten aus, Pflanzen wurden verätzt und die Meere versauerten.

    Der Zusammenbruch des Nahrungsnetzes im Meer

    Der saure Regen wird es am Ende gewesen sein: Mindestens 90% des Planktons verschwand, insbesondere Arten mit Kalkschalen. Auf dem Plankton bauen nahezu alle marinen Organismen ihre Nahrungsgrundlage auf. Fehlt es, verhungern die Planktonfresser, die kleinen Raubfische haben nichts zu fressen und die größeren Tiere schwimmen nur noch suchend durch die Meere. Der Zusammenbruch dauerte vermutlich einige tausend Jahre länger als an Land, war aber mindestens genauso nachhaltig.

    Das Ende der Dinosaurier

    Der Impakt hat regional, vor allem in Nord- und Mittelamerika, Teilen von Südamerika und Afrika sofort nahezu alles an Leben zerstört. Hier hat kaum ein Dinosaurier den Einschlag überlebt, und wenn doch, wird er kurze Zeit später verhungert sein.

    In Europa, Teilen Afrikas, Südamerikas, Asiens, in Australien und auf der Indischen Insel wird es anders gewesen sein. Der Impakt hat große Opfer gefordert, möglicherweise sind ganze Tierarten direkt durch ihn ausgestorben. Aber er hat nicht so verheert wie in den Amerikas. Ohne die Vulkanausbrüche mag es 5.000 bis 10.000 Jahre gedauert haben, bis sich die Natur von den Impaktschäden erholt hat. Viele, vor allem große Tierarten wären ausgestorben, aber kleinere Arten, auch Dinosaurier hätten überlebt. Dass sie das Potenzial hatten, wieder zu Riesen heranzuwachsen, hatten sie mehrfach bewiesen.

    Doch die fehlende Wärme und das fehlende Licht bringen die Land-Ökosysteme zum Zusammenbruch. Vielleicht hat es noch eine Generation Dinosaurier geschafft, sich fortzupflanzen. Wenn, dann war vermutlich die Gegend, in der heute Pakistan liegt, die letzte Bastion. Bis hier hatten sich die Folgen des Impaktes nur sehr abgeschwächt zu spüren bekommen, die Vulkanwolken wurden vom tropischen Windsystem zunächst vermutlich auf der Südhalbkugel gehalten und die Sonne sorgte noch für angenehme Temperaturen. Vermutlich waren es kleine bis mittelgroße Tiere, die sowohl von Aas wie von kleinen Tieren leben konnten. Sie fanden anfangs Nahrung, ihre Feinde waren größtenteils verschwunden, wenn sich Paare gefunden haben, werden sie sich vermehrt haben – bis ihnen die Nahrung ausging.

    Wie starb der letzte Dinosaurier?

    Im Zwielicht des Tages stapft er durch den Matsch. Einzelne Büschel Farn, vielleicht auch Gras sind gewachsen, sie reichen bei Weitem nicht, um den Boden zu bedecken. Eiskristalle knirschen unter seinen Füßen, deren Haut ist aufgeweicht, zerschnitten, entzündet. So sehr, dass er kaum auftreten kann. Seine Federn sind zur Unkenntlichkeit verschlissen, die Augen trüb und gelb verkrustet. So richtig kann er nicht mehr hören und die Knie machen auch nicht mehr das, was er will. Er ist weit gewandert, in der Hoffnung, hier Wasser zu finden – Wasser und vielleicht einen toten Fisch, eine Eidechse oder sogar ein leckeres Ei eines größeren Tieres.

    Doch außer altem Holz wittert er nicht viel. Bevor er sich ran macht, mit den Krallen einen der morschen Stämme aufzukratzen, um wenigstens ein paar Käferlarven zu finden, möchte er einen Schluck Wasser trinken. Danach geht es im sicher besser. Am Ufer angekommen beugt er sich vor, legt den Unterkiefer ins Wasser, wie er es immer getan hat. Doch diesmal versagen die Knie den Dienst, der letzte Dinosaurier kippt auf die Seite. Noch einmal durchatmen…

    Ein Ammoniten-Schlachtfeld
    Am Strand wurden massenhaft tote Ammoniten angeschwemmt,

    Ein frühes Säugetier beobachtet den letzten Dinosaurier
    Starb der letzte Dinosaurier, ohne wirklich gelebt zu haben?

    Oder war es weniger dramatisch?

    Schon tagsüber war das Piepsen zwischen den Eiern im Sand zu hören, dem letzten Nest eines Dinosauriers. Von zehn Eiern hat sich in der vergifteten Atmosphäre nur eines entwickelt. Doch wider Erwarten konnte das Tier schlüpfen. Eine kleine Schnauze durchbricht bei Sonnenuntergang die Eierschale, wenige Minuten später schaut der Kopf aus dem Ei. Er erblickt den Sand um sich herum und ein paar dürre Ästchen, die sich nach dem fahlen Licht einer staubigen Sonne recken. Eine Mutter hat das Junge nicht mehr, sie ist vor Tagen gestorben.
    Selbst wenn das Küken gesund wäre, ist das Verlassen der Eierschale ohne die Hilfe der Mutter ein schwieriger Akt. Aber es ist nicht gesund, Arme und Beine sind verkrüppelt, die Knochen verkrümmt und zu weich. Die Eierschale zu zerbrechen und einige Schritte zu laufen, so dass sich der schwarzgrüne Schwanz entfalten kann, hat seine ganze Energie verbraucht. Wie zusammengebrochen liegt es im Nest. Vorsichtig nähert sich ein braun-weiß gezeichnetes, haariges Tier. Sein Instinkt sagt dem Küken, dass es jetzt piepsen soll. Der Instinkt trügt…

    Kaum wurde es kalt, wurde es auch schon wieder warm

    In der Wissenschaft herrscht Uneinigkeit, wie lange die Kältephase dauerte. Einig sind die Forscher, dass an ihrem Ende eine rapide Erwärmung der Erde stattfand. Das Kohlendioxid aus dem Impakt und vulkanisches Kohlendioxid aus den Dekkan-Trapps sorgten für ein Treibhausklima, so dass die Temperaturen von vor dem Impakt für etwa 50.000 Jahre sogar übertroffen wurden. Welchen Einfluss das auf das Massenaussterben hatte, wird kontrovers diskutiert.

    Sind alle Dinosaurier ausgestorben?

    Natürlich sind nicht alle Dinosaurier ausgestorben. Mittlerweile weiß jedes Kind, dass sie in Form der Vögel weiter existieren. Doch die Nicht-Vogeldinosaurier haben dieses Inferno vor 66,04 Millionen Jahren nicht überlebt. Ob sie nun direkt beim Impakt oder einige Jahre später gestorben sind, spielt erdgeschichtlich keine Rolle.

    Mit den großartigsten Tieren aller Zeiten starben auch alle Meeresreptilien bis auf die Wasserschildkröten. Die Ammoniten wurden vom Antlitz des Planeten gefegt, ebenso verschwanden viele andere kalkschalige Meerestiere. Was kaum jemand weiß: auch die Vögel mussten Federn lassen. Alle archaischen Gruppen, z.B. Enantiornithes, Ichthyornithes, Hesperornithes sind ausgestorben, nur die „modernen“ Vögel der Neornithes überlebten den Impakt.

    Sonnenuntergang hinter einem Wald mit einem fliegenden Schwarm Vögel
    Vögel sind die Nachkommen der Dinosaurier, aber auch sie mussten Federn lassen

    Sitzender Emu mit goldenen Augen
    … wer weiß, wieviel Dinosaurier noch im Blick dieses Emu steckt?

    Insgesamt nimmt man heute an, dass die Detritus-Fresser, die am unteren Rand des Nahrungsnetzes stehen, eine Schlüsselfunktion beim Überleben nach der Impakt-Katastrophe hatten. Detritus ist in großer Menge angefallen, wie ja auch oben mehrfach geschildert. Wer von Detritus lebte, hatte eine gute Chance, zu überleben. Genauso wie kleinere Generalisten, während spezialisierte Fleisch- oder Pflanzenfresser unter den Säugern ausstarben. Eidechsen und Schlangen wurden hart getroffen, Krokodile schienen den Impakt vergleichsweise gut weggesteckt zu haben. Kein Landtier mit mehr als 15 bis 25 kg überstand die Krise, hier darf spekuliert werden, ob Trinkwasser die limitierende Ressource war.
    Süßwasserbiotope waren wohl ein vergleichsweise sicherer Lebensraum, denn hier sind „nur“ 50% der Arten verschwunden.

    Letztlich verursachte der Impakt, der als Chicxulub-Einschlag bekannt wurde, eines der einschneidendsten Massenaussterben der Erdgeschichte. Ob es der einzige Grund war, dass Säugetiere die „Herrschaft“ von den Dinosauriern übernehmen konnten, ist unklar. Vermutlich wäre mit einer langsameren, über Jahrmillionen laufenden „Übergabe“ zu rechnen gewesen. Möglicherweise gäbe es Nichtvogel-Dinosaurier sogar heute noch.

    Eine Bisonherde mit Jungtieren
    Hätten sich die Säugetiere durchsetzen können, ohne die Konkurrenz der Dinosaurier?

    Rekonstruktion eines großen Fleischfressers vor Hochhäusern
    Wer weiß, vielleicht ist es doch besser, dass sie ausgestorben sind?

    Sind die Dinos wirklich ausgestorben?

    Graphic Design zum KongressOder haben einzelne Dinosaurier doch bis heute überlebt? Auf der Vortragsreihe „Auf der Suche nach Mokele Mbembe“ am 12. Oktober diskutieren wir das mit drei internationalen Referenten die Frage, ob es im Kongo-Raum noch überlebende Dinosaurier gibt.

    Immer wieder gibt es entsprechende Beobachtungen, auch einige Pygmäenvölker berichten von unheimlichen Riesentieren, die sogar Elefanten töten.

    12. Oktober 2019 im Galileo-Park in Lennestadt-Meggen im Sauerland. Noch gibt es Restkarten!


    Literatur:

    Gulik et al. (2019): The first day of the Cenozoic; https://www.pnas.org/content/early/2019/09/04/1909479116

    Robertson et al. (2004): Survival in the first hour of the Cenozoic; https://doi.org/10.1130/B25402.1

    Robertson et al. (2013): K‐Pg extinction: Reevaluation of the heat‐fire hypothesis; https://doi.org/10.1002/jgrg.20018

    Brugger et al. (2016): Baby, it’s cold outside: Climate model simulations of the effects of the asteroid impact at the end of the Cretaceous; https://doi.org/10.1002/2016GL072241

    Longrich et al. (2011): Mass extinction of birds at the Cretaceous–Paleogene (K–Pg) boundary; https://doi.org/10.1073/pnas.1110395108

    Europäische Südsternwarte mit dem Foto des Kometen McNaught


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    Daher haben wir uns entschieden, wissenschaftliche Namen nicht kursiv zu schreiben, bis wir eine Lösung für das Problem gefunden haben.