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Breaking News: Chupacabras fotografiert!

USA – In Goatenburgh im US-Bundesstaat New Mexiko haben Supermarkt-Besucher auf dem Parkplatz eines Wall Mart-Supercenters am vergangenen Sonntag, den 25.10.2020 einen Chupacabras fotografiert.

 

 

Anders als die meisten anderen vermeintlichen Aufnahmen ist das Foto bei Tag und den besten Lichtbedingungen entstanden. Es handelt sich also nicht um eine geisterhafte Erscheinung auf den Bildern eine Wild- oder Überwachungskamera.

 

Das Wesen hielt sich bei klarem Tageslicht auf dem Parkplatz auf. Es war dunkelbraun gefärbt, und mit kurzhaarigem, dichten Fell besetzt. Das Gesicht erscheint nackt und hell mit stark verkürzter, dunkel gefärbter Schnauze. Hinterkopf und Rücken sind mit Strukturen unbekannter Funktion bedeckt, die wie Stacheln wirken, jedoch weder hart noch spitz sind. Diese Strukturen tragen in unregelmäßigen Abständen weiße Banden. Das Wesen bewegt sich offenbar aufrecht auf den Hinterbeinen fort. Große Krallen oder auffällige Zähne fehlen.

Das Kryptid schien unbeabsichtigt auf den Parkplatz gekommen zu sein. Es wirkte etwas desorientiert, möglicherweise war es vom Tageslicht geblendet oder von den vielen Autos und Menschen irritiert. Experten halten es übereinstimmend für ein Junges.

 

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Ein Skeptiker jagt die Legende: Tracking the Cupacabra

Benjamin Radfords Buch kombiniert fünf Jahre sorgfältiger Untersuchung einschließlich Informationen aus Augenzeugenberichten, Feldforschung und forensischer Analyse mit einer genauen Untersuchung der kulturellen und folkloristischen Bedeutung der Kreatur. Es ist das erste, das das jahrzehntealte Geheimnis der Chupacabras vollständig erforscht und zu lösen versucht.

 

Tracking the Chupacabra ist in englischer Sprache 2011 in der University Press of New Mexiko erschienen und hat als Taschenbuch 216 Seiten.

 

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Wohin das Cupacabras-Junge verschwunden ist, ist nicht bekannt. Augenzeugenberichten zufolge hatte es einen Jute-Beutel bei sich und übte das in Amerika derzeit beliebte „Trick or Treat“. Eine Gefahr für die Bevölkerung ging von ihm31 zu keinem Zeitpunkt aus.

 

Chupacabras-Jungtier
Das Chupacabras-Junge, von einem Supermarkt-Besucher aufgenommen. (Foto: O. Hardy)




Halloween Special: Zwei tierische Schocker – Versehen und Busenschlange

Unter allen Schrecken, die die Natur für uns bereithält, gehören das Versehen und die Busenschlange zu den Schlimmsten.

Das „Versehen“ fürchtet heute niemand mehr, die Busenschlange ist nach wie vor lebendig – wenn auch nur in den Sensationsnachrichten.

 

Das Versehen

Das „Versehen“ (engl. „maternal impression“) basiert auf dem gelehrten Modell der Magie, das auch Volksglaube war, dass es „wie oben, so unten, wie außen, so innen“ sei. Kurz: Ein Anblick, der die Mutter während der Schwangerschaft erschreckt, sorgt für eine Missgeburt oder ein Muttermal in Form des Schreckens. Zuweilen hielt man auch eine Obsession, der die schwangere Frau nachgibt (etwa die Vorliebe für eine besondere Nahrung) für die Ursache solcher „mütterlicher Beeinflussung“. Heute gilt natürlich als belegt, dass dieser Glaube ein falscher ist und dass sich Missgeburten auf genetische oder Umweltfaktoren während der Schwangerschaft zurückführen lassen.

Der Hühnermensch von Waldenburg

Hühnermensch von Waldenburg
Der Hühnermensch von Waldenburg

In die Anomalistik eingeführt hat eine Versehensgeschichte der Autor Hartwig Hausdorf in mehreren Magazinbeiträgen und 2008 in seinem Buch „:Begegnungen mit dem Unfassbaren“. Dort präsentiert er das „Sternenkind“ von Waldenburg. „Dort im Naturalienkabinett des beschaulichen, sächsischen Örtchens steht ein in Alkohol eingelegtes Kinderpräparat. ‚Monstrum Humanum Rarissimun‘ oder einfach ‚Hühnermensch‘ genannt ist ein missgebildeter Säugling, den eine Frau im Jahre 1735 gebar. Hausdorf möchte nun an dieser Missgeburt Merkmale festgestellt haben, die an die Beschreibungen der s.g. ‚Greys‘ erinnern“, also der „Außerirdischen“, die Menschen entführen: „großer Schädel, dürre Extremitäten, kleines Gesicht, große Augen…“ (Peiniger 2008) Es handelt sich jedoch nicht um einen Alien, sondern um einen körperlich fehlgebildeten Embryo. (Kramer 2008)

Diese Fehlbildung erklärte der Arzt Dr. Gottlieb Friderici, der den Embryo erstmals beschrieb, im 18. Jahrhundert damit, dass sich die schwangere Frau vor einem Iltis erschrocken hätte. Er erklärt die Missgeburt also so, wie es damals üblich war, mit der herrschenden „naturwissenschaftlichen“ Erklärung von Missgeburten. Man verstand sie nicht mehr als von Gott gesendete Zeichen oder Strafen. Man nahm – wie bereits gesagt – an, dass ein Schreck oder eine starke Vorstellung während der Schwangerschaft das Aussehen des Embryos prägte. Dieses falsche Konzept findet sich in medizinischen Fachtexten übrigens noch bis ins 19. Jahrhundert (Sommer 2008, S. 196).

Führt Gleiches zu Gleichem?

Es ist jedoch viel älter, galt vermutlich bereits im Mittelalter. Ab der frühen Neuzeit finden wir vermehrt Zeugnisse. Als Barbara, die Frau des sicherlich zu seiner Zeit sehr modernen Astronomen Johannes Kepler, im Januar 1598 ein missgebildetes Kind zur Welt brachte, gab ihr der Ehemann die Schuld: „Neun Monate nach der Hochzeit wurde das erste Kind geboren, ein Knabe, dessen Geschlechtsteile derart deformiert waren, daß sie ‚wie eine gekochte Schildkröte in der Schale‘ aussahen; was Kepler darauf zurückführte, daß seine Frau nichts lieber als gekochte Schildkröten aß. Nach zwei Monaten starb das Kind an Hirnhautentzündung.“ (Koestler 1963, S. 274)

Emys orbicularis
Europäische Sumpfschildkröte

1755 kam in London ein Kind zur Welt, mit zwei Köpfen, vier Augen, drei Ohren, das also „einem Affen ähnelte“. (Selbst wenn wir da keine große Ähnlichkeit erkennen mögen). Die Missgeburt blieb ein Rätsel, bis sich die Nachbarn erinnerten, die Frau sei im vierten Monat ihrer Schwangerschaft „von einem Affen sehr erschreckt worden“. 1763 kam ein Mädchen zur Welt, dessen Bauch „ein Geschwür in Form einer Schildkröte“ aufwies. Man nahm daher an, dass ihre Mutter während ihrer Schwangerschaft von einer Schildkröte erschreckt worden sei (Christie 1995, S. 250, 265).

Siamesische Zwillinge
Siamesische Zwillinge, Quelle: unbekannt, vor 1768

Wenn immer ein missgestaltetes Kind geboren wurde, suchte man also nach einem „Versehen“ während der Schwangerschaft, das dessen Gestalt erklären konnte. Manchmal suchte man dazu ziemlich lange. Eine Frau, die1764 in Frankreich einen Jungen mit Hasenkopf zur Welt brachte, erinnerte sich, dass sie zu Beginn ihrer Schwangerschaft Begierde nach rohem Hasenherz gehabt hatte; eine andere brachte ein Kind ohne rechten Arm zur Welt, als Ursache dafür galt, dass sie einem Bettler, dem der rechte Arm fehlte, Almosen gegeben hatte (Christie 1995, S. 266).

Thomas Sömmering und der Zeitgeist

Gegen diese allgemein vorherrschende Meinung wandte sich in Deutschland beispielsweise Samuel Thomas Sömmering 1791 in seiner Schrift „Abbildungen und Beschreibungen einiger Missgeburten“, in der er „die Wirkung der Einbildungskraft, oder das sog. Versehen schwangerer Weiber“ als Vorurteil bezeichnete (Schwegler 2004, S. 82); bereits im Juni 1765 veröffentlichte das „Gentleman’s Magazine“ in Großbritannien einen Artikel über ein Buch mit dem Titel „Letters on the force of imagination in pregnant women“, das den Aberglauben durch den Beweis, es sei physikalisch unmöglich, das ungeborene Baby durch Einbildung zu verformen, erbringen wollte (Christie 1999, S. 261).

Es war also einfach Zeitgeist und herrschende Lehrmeinung, wenn man bei der Beschreibnung eines missgestalteten Babys automatisch annahm, seine Mutter müsse sich während der Schwangerschaft erschreckt haben. Eine andere Erklärung für Missgeburten gab es damals nicht. Wir müssen historische Berichte stets im Kontext ihrer Zeit lesen, denn wir verstehen sie nicht, wenn wir sie ausschließlich durch moderne Brillen betrachten.

 

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Breverton’s Phantasmoria

ist mehr als ein modernes Bestiarium, das sich mit alten und neuen legendären Tieren und Vorfällen befasst. Über 250 Themen werden hier besprochen, im modernen Vintage-Look mit vielen alten Abbildungen. Vom Aberdeen Bestiarium über John F. Kennedy und den Oak Island Money Pit bis zu Zorro’s Schatz sind zahlreiche Mythen und Sagen verzeichnet.

 

Breverton’s Phantasmagoria beinhaltet auf 384 Seiten einen Querschnitt der Mythen der modernen Nerd-Subkultur. Eine tolle Basis, wenn man mitreden möchte.

 

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Die Busenschlange

Das Tierreich war voller Gefahren. Ganz besonders gefährlich war die „Bosom-Serpent“ (so der englische Ausdruck, einen definitiven deutschen gibt es leider nicht), also Busenschlange, die heimlich in schlafende Bauern und Mägde kroch und ihnen die Schwindsucht brachte. In dieser volkstümlichen Vorstellung mischen sich zahlreiche weitere Gerüchte, etwa die von der Milchschlange, die die Kühe molk, bis sie trocken wurden, oder die Idee von der Kröte im Stein (Magin 2017). Eine der Ursachen für diesen Glauben könnten – mit modernen Augen betrachtet – Bandwürmer und andere Parasiten gewesen sein, die man bei verendeten Tieren fand.

Ringelnatter kleine Schlange
Häufig wird kleinen Schlangen wie der Ringelnatter nachgesagt, sie würden in den menschlichen Körper eindringen

Anders als die von der Genetik überholte Idee vom „Versehen“ erfreut sich die Busenschlange nach wie vor der Schlagzeilen der Presse. Aus der Erinnerung (belegen kann ich es nicht) gab es in den letzten zwanzig Jahren wohl mindestens ein Dutzend Beispiele, die das britische Magazin „Fortean Times“ anführte. Sie sind vornehmlich aus Osteuropa und der Türkei.

Per Video dokumentiert – oder?

Noch Anfang September 2020 erschien in zahlreichen Zeitungen und Internetseiten (z.B. auf express.de am 3.9.2020) eine entsprechende, sogar durch ein angeblich in einem Krankenhaus in der russischen Republik Dagestan gedrehten Video dokumentierte Meldung:

 

 

Lewaschi – Es scheint wie das Szenario aus einem Horror-Film − aber kann das auch echt sein? Im Internet kursiert aktuell ein heftiges Video. Es zeigt, wie Ärzte eine etwa 1,20 Meter lange Schlange aus dem Hals einer Patientin ziehen. Das Tier soll im Schlaf in ihren Rachen gekrochen sein. Auf einem OP-Tisch liegt eine Frau, offenbar in Vollnarkose, ihr Mund ist weit gespreizt. Dann wird es ekelhaft: Eine Ärztin zieht mithilfe eines Endoskops einen schlauchförmigen Gegenstand aus dem Rachen der Frau. Plötzlich lässt die Medizinerin einen lauten Schrei los, denn was sie aus der Patientin zieht, ist lang und glitschig: eine Schlange.

 

Aber kann so ein Vorfall wirklich passieren? ‚Es ist extrem unwahrscheinlich. Wenn das echt ist, wäre das eine Rarität! Bei einer Magenspiegelung kann ein Patient auch nur das Endoskop schlucken, wenn man ihn vorher sediert‘, erklärt Mediziner Dr. Christoph Specht gegenüber RTL. Daher sei es sehr unwahrscheinlich, dass die Frau das Tier verschluckt hat. Vorher würden Abwehrreflexe wie Husten und Würgen greifen, sodass die Frau aufgewacht wäre, bevor die Schlange ihre Speiseröhre hätte herunterkriechen können.“

 

 

Das Video ist schnell als Fälschung entlarvt, und das Krankenhaus hat die Meldung längst dementiert.

 


(Anm. d. Red.: Wir konnten das vom Autor angesprochene RTL-Video nicht einbetten. Dieses Video von OE24 zeigt den selben Vorfall.)

Moderne und alte Sagen

Vergleichbare Berichte gibt es von vielen Orten, hauptsächlich aber Osteuropa. Carl Russwurm sammelte 1855 viele davon in seinem Buch „Eibofolke oder die Schweden an den Küsten Ehstlands“ (S. 210ff.):

 

„Sehr häufig erzählt man von Schlangen, Eidechsen und Würmern, die durch Zauber im Leibe der Menschen erzeugt worden seien. Es mag mitunter vorkommen, daß durch unvorsichtiges Trinken von Grabenwasser die Eier von einzelnen Amphibien im Magen sich entwickeln, bis sie durch starkes Erbrechen fortgeschafft werden; – auch sollen zuweilen Schlangen durch den geöffneten Mund einem Schlafenden in das Innere des Leibes hineinkriechen und daselbst große Schmerzen verursachen. So behauptete eine ehstnische Bauerfrau im Kirchspiel Haggers, eine Schlange im Magen zu haben, welche zuweilen bis an den Hals heraufkomme.

 

Eben so hatte 1849 ein Weib in Weißenstein eine Schlange im Magen, die ihr hineingekrochen sei. Wenn sie süße Milch trank, wurde es ihr leichter zu Muth, sonst litt sie viele Schmerzen, und das Kind, welches sie während dieser Zeit zur Welt brachte, war klein und jämmerlich. – Bald nachher wurde sie durch ein starkes Brechmittel von der Schlange befreit, die aber schon gestorben war.

Die Schlange und die Schwangerschaft

Ein Edelmann auf Dagö oder Ösel ging mit seiner Frau, die sich in gesegneten Umständen befand, auf den Heuschlag, und da sie müde wurde, konnte sie ihn nicht weiter begleiten, sondern legte sich auf einen Heuschober und schlief ein. Nach einiger Zeit kam er zurück und sah noch den Schwanz einer Schlange, die eben seiner Frau in den Mund gekrochen war. Erschrocken weckte er sie auf, sagte ihr aber nichts, sondern fragte nur, wie sie sich befinde, worauf sie erwiderte, daß sie etwas Kaltes unter der Brust fühle.

Er beruhigte sie und schob dies Gefühl auf eine Erkältung, zu Hause aber sandte er sogleich zum Arzte, der auch bald kam. Dieser ließ Milch warm machen und verordnete, daß die Frau, weil sie eine solche Kälte im Magen verspüre, den Mund offen darüber halten und den Dampf einathmen solle. Alsbald kam die Schlange heraus, stürzte in die Milch und wurde hinausgebracht, ohne daß die Kranke etwas davon bemerkte. Der Arzt gab ihr beruhigende Pulver, und sie fühlte sich gesund. Erst bei der Taufe es bald nachher geborenen Söhnleins erzählte der Mann vor einer großen Gesellschaft, was sich begeben hatte.“

 

Zahlreiche einschlägige Beispiele, auch im Internet

Spulwurm Ascaris lumbricoides
Sind das Verwechslungen mit dem Spulwurm Ascaris lumbricoides, der auch 30 cm erreichen kann?

Weitere Beispiele und Behandlungsarten, etwa Beschwörungen, folgen. Wer mit „Mund“ „Schlaf“ „Schlange“ „gekrochen“ unter Google sucht, findet Dutzende und Aberdutzende einschlägige, weitere Beispiele. Unzählige Exempel listete zum Beispiel ein Naturforscher der 19. Jahrhunderts, Arnold A. Berthold, 1850 in seinem 28 Seiten langen Aufsatz „Über den Aufenthalt lebender Amphibien im Menschen“ auf. Er geht zudem auch auf die unterschiedlichsten Erklärungsansätze ein, darunter Hexerei oder die Vorstellung, nicht Schlangen, sondern nur ihre Eier gelangten in das Opfer:

„Es seien solche Thiere oder deren Eier verschluckt worden; dieselben lebten im Magen und Darmkanal fort, entwickelten sich in demselben und vermehrten sich auch wohl daselbst, wie denn einer Frau bei Danzig während des Schlafens im Walde eine Schlange durch den Mund in den Magen gekrochen sei, worauf später 10 junge lebendige Schlangen, einige Zeit nachher die alte und noch etwas später, todt und stückweise, die noch übrigen jungen Schlangen abgegangen seien.“(Berthold 1850a, S. 11; Berthold 1850b, S. 159)

Berthold sammelt nicht nur Anekdoten, er macht auch Versuche

Berthold ging aber weiter, als nur die zahlreichen Anekdoten zu sammeln und zu sichten. Er machte Versuche mit Reptilien und Amphibien in Magensäure und unter Umständen, die denen der Augenzeugenberichte entsprachen. Nach all der Sichtung der Quellen und seinen Experimenten zog er folgende Schlussfolgerungen, die sicherlich noch heute zutreffend sein dürften:

 

„Aus diesen Versuchen ergeben sich nun folgende Resultate:

  1. Alle Beobachtungen, dass lebende Amphibien längere Zeit im Körper des Menschen sich befunden und in demselben als lebende Geschöpfe längere Krankheit veranlasst haben sollten, sind falsch.
  2. Verschluckte Eier der Amphibien verlieren im Magen sehr bald ihre Entwickelungsfähigkeit.
  3. Es ist aber möglich, dass Amphibien durch absichtliches oder zufälliges Verschlucken in den Magen des Menschen gelangen.
  4. Solche Thiere können, wenn bald nach dem Verschlucken Erbrechen erfolgt, entweder lebendig, oder asphyktisch wieder ausgeleert werden.
  5. Erfolgt ein solches Erbrechen nicht bald nach dem Verschlucken, sondern erst später, so sind die ausgebrochenen Thiere todt. Erfolgt aber kein Erbrechen, so werden dieselben mehr oder weniger verdauet, ganz oder theilweise, oder ihre Knochen und Epidermistheile durch Excretio alvi ausgeleert, oder man findet überhaupt keine Reste derselben in den Excrementen.
  6. Das einzige wahre Hinderniss, weshalb die Amphibien im Körper des Menschen dauernd nicht leben können, ist die nasse Wärme von mindestens 29° R. [Grad Réaumur = 36,25 °C], welcher keine Art der oben genannten Amphibien 2-4 Stunden hindurch zu widerstreben vermag.“ (Berthold 1850a, S. 28)

 

 

Den Menschen früherer Jahrhunderte drohte von der Tierwelt also allerlei Unbill – und jedes dieser Unbille war durch Augenzeugenberichte mehr als ausführlich belegt.


Literatur

Berthold, Arnold A.: Über den Aufenthalt lebender Amphibien im Menschen. Dieterichschen Buchhandlung 1850a

Berthold, Arnold A.: Über den Aufenthalt lebender Amphibien im Menschen. In: Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Band 4,·1850b

Christie, Peter: Fortean Extracts from The Gentleman’s Magazine. In: Fortean Studies 2, 1995, S. 246–272

Christie, Peter: Fortean Extracts from The Gentleman’s Magazine. In: Fortean Studies 6, 1999, S. 258–266

Hausdorf, Hartwig: Begegnungen mit dem Unfassbaren. Herbig 2008

Koestler, Arthur: Die Nachtwandler,. Bern: Alfred Scherz 1963

Kramer, André: Hühnermensch – Monstrum Humanum Rarissimum. https://mysteria3000.de/lexikon/huhnermensch-monstrum-humanum-rarissimum/ (2008, 2017)

Magin, Ulrich: Das Phänomen der „Kröte im Stein“ – Eine kommentierte Übersicht über den Diskurs zu einer Anomalie in Deutschland. Zeitschrift für Anomalistik. Band 17 (2017), S. 124–146

Peiniger, Hans-Werner: Besprechung von Hausdorf: Begegnungen mit dem Unfassbaren. JUFOF 181, S. 30

Russwurm, Carl: Eibofolke oder die Schweden an den Küsten Ehstlands und auf Runö. Eine historisch-ethnographische von der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften zu St. Petersburg mit einem Amidoneschen Preise gekrönte Untersuchung. Mit Urkunden, Tabellen und lithographirten Beilagen, Band 2. Fleischer 1855

Schwegler, Michaela: Kleines Lexikon der Vorzeichen und Wunder. Beck: München 2004

Sommer, Andreas: Besprechung von E. Kelly et al.: Irreducible Mind. In: Zeitschrift für Anomalistik 8, 2008, S. 191–206




Breaking News: Goldschakal erstmals in NRW nachgewiesen

In Nordrhein-Westfalen ist erstmals ein Goldschakal nachgewiesen worden. Bisher hat noch niemand das heimliche Tier gesehen, aber seine DNA konnte am Riss eines Schafes in Mülheim an der Ruhr nachgewiesen werden. Damit ist bewiesen, dass eines der scheuesten und unstetesten Tiere mitten im Ruhrgebiet nicht nur einfach unterwegs ist, sondern zumindest eine Weile gelebt hat.

 

Goldschakal
Ein Goldschakal (Canis aureus), Beispielfoto

 

Offenbar wandert das Tier den Rhein hinauf und hat den Strom auch schon überquert. Der bisher letzte Nachweis des Goldschakals erfolgte in Kranenburg, an der niederländischen Grenze zwischen Kleve und Nijmegen. Es könnte sein, dass der Schakal den Wölfen ausweicht, die ebenfalls im Norden des Ruhrgebietes angekommen sind. In Bottrop wurde Ende letzter Woche ein Pony mutmaßlich von Wölfen gerissen. Im Ortsteil Bottrop-Kirchhellen (bekannt durch den Movie Park) sind mindestens zwei Wölfe unterwegs, so vermuten Jäger und Landwirte. Vermutlich handelt es sich um Gloria (GW954f) und einen Halbbruder. Für die Wölfin Gloria hatte ein Schäfer aus Schermbeck am Niederrhein einen Antrag auf Abschuss gestellt. Mutmaßlich Wölfe hatten ihm mehrere Schafe gerissen. Der Antrag wurde als unbegründet abgelehnt.

Ein mitteleuropäisches Kryptid?

Goldschakale sind immer wieder Objekt der einheimischen Mikro-Kryptozoologie. Sie liegen in der Größe ziemlich genau zwischen Wolf und Fuchs und sind sehr anpassungsfähig. Ursprünglich waren sie (vermutlich) in Mitteleuropa nicht heimisch, sind aber in den letzten Jahren auf dem Vormarsch in wolfsfreie, aber wildreiche Gebiete. Da sie dem Menschen ausweichen und sehr heimlich sind, wird ihre Anwesenheit meist nur durch Zufall entdeckt. Risse wie in Mülheim und Kranenburg hinterlassen die Tiere selten, da sie meist von kleineren Tieren wie Insekten, Nagetiere, Vögel und Frösche. Bemerkenswert hierbei ist, dass der Erstnachweis für die Niederlande bereits 2016 erfolgte. Wie das Tier dorthin kam, ist völlig unklar.

André Kramer hat sich ausführlich mit dem Goldschakal, der in einigen Teilen Mitteleuropas als Rohrwolf bekannt ist, auseinander gesetzt: „Der Rohrwolf – ein mitteleuropäisches Kryptid“ vom 13. August 2020.

 

Goldschakal
Der Goldschakal liegt in der Größe zwischen Wolf und Fuchs

 

Weiteres zur aktuellen Sichtung weiß der WDR, der aber die Gefährlichkeit des Tieres massiv überschätzt.

 




Kawekaweau – der Drache der Maorilegende

Die Mythen der Ureinwohner Neuseelands beinhalten allerlei kuriose Geschöpfe. So finden sich etwa eine ganze Reihe von reptilienartigen Wesen wie der mokonui, der kumi, der gewaltige Te Ngarara Huarau oder der große menschenfressende taniwha. Seltsamerweise zeigten die Maori oft eine abergläubische Furcht vor vielen Reptilien. Sie töteten sie nicht selten und zerstörten ihre Nester wenn sich die Gelegenheit dazu bot.

Farnwald
Sind die Wälder Neuseelands Heimat des größten Geckos, den es je gab?

Eine dieser Echsen trug den Namen Kaweau oder Kawekaweau. Für diejenigen die ihn zu Gesicht bekamen, repräsentierte er die Vorfahren. Sein Erscheinen deutete darauf hin, dass es Zeit wurde diesen in der Geisterwelt beizutreten.
Vom Kawekaweau gibt es leider kaum Berichte aus erster Hand. Die meisten Beschreibungen stammen von Maori, die angaben dass ein Bekannter oder Verwandter ihn zu Gesicht bekommen haben will. Meist sollen solche Begegnungen „mehrere Dörfer entfernt“ stattgefunden haben.

 

Maori
Moderne Maori bei einer Vorführung. Tatsächlich handelte es sich um ein Volk erfolgreicher Jäger und Krieger.

 

Dies ist eigentlich keine besonders vielversprechende Basis zur Annahme dass dieses Wesen tatsächlich einen realen Hintergrund haben könnte, zu sehr scheinen die Angaben ein rein mystisches Tier zu beschreiben. Doch es existieren tatsächlich einige Aufzeichnungen von Maoris, welche angaben selbst einen Kawekaweau gesehen zu haben. Eine der interessantesten Beschreibungen wurde 1873 von W.G. Mair unter dem Titel „the existance of a large forest lizard, called by the maoris kaweau“ veröffentlicht:

 

 

„Im Jahre 1870 tötete ein Urewera-Häuptling einen unter der Rinde eines toten Rata (eine Baumart), er beschrieb es als etwa zwei Fuß lang, und so dick wie das Handgelenk eines Mannes; braun gefärbt, längsgestreift mit mattem rot.“

 

 

Diese Begegnung soll in Waimana stattgefunden haben, es gibt aber auch mögliche Berichte aus Wanganui und vom Waoku-Plateau, alles Orte welche sich auf der Nordinsel Neuseelands befinden.

 

 

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Spannung und Eigenständigkeit

In Neuseeland werden der Armeesergeant Taine McKenna und sein Trupp damit beauftragt, eine Gruppe Wissenschaftler in den Te-Urewera-Nationalpark zu begleiten. Eine ungewöhnliche Aufgabe für das Militär, obwohl die Wälder mit ihrem dichten Nebel und steilen Hängen tückisch sein können und zudem militante Separatisten in der Gegend ihr Unwesen treiben. Doch nichts konnte Taine und seine Männer auf die tatsächliche Gefahr vorbereiten, die sie dort erwartet. Ein Monstrum aus vergangener Zeit … oder ein real gewordener Dämon aus den Mythen der Maori?

 

Beutezeit ist von Lee Murray, einer der erfolgreichsten Phantastik-Autorinnen Neuseelands. Es ist am 5. August 2020 bei Luzifer erschienen und hat 368 Seiten.

 

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So groß wie eine kleine Brückenechse?

Es hieß auch vom Kawekaweau dass er etwa so groß wie eine kleine Brückenechse oder Tuatara gewesen sein soll, mit rötlicher Farbe und sich in Baumhöhlen versteckt haben soll. Nach anderen Quellen, welche ebenfalls das auffällige gebänderte Muster dieses Tieres erwähnen, hielt sich der Kawekaweau teilweise auch auf Bäumen auf, und soll in den tiefen Wäldern der Nordinsel noch wenigstens bis in die 60iger Jahre des 19. Jahrhunderts gelebt haben.

 

Tuatara
Die Brückenechse ist ein in Neuseeland vorkommendes „lebendes Fossil“.

 

Die Beschreibungen über das Aussehen und die Lebensart des Kawekaweau würden sehr gut auf eine große Echse passen, doch hier stellt sich natürlich die Frage, was für ein Reptil hierfür in Frage käme. Größere Reptilien kennt man aus diesem Teil der Erde überhaupt keine, und auch insgesamt ist die Anzahl der vorhandenen Gattungen aufgrund der abgelegenen Lage Neuseelands recht beschränkt. Als eine mögliche Identität wurde der Skink Oligosoma gracilicorpus vorgeschlagen, doch diese nur von einem einzigen Exemplar bekannte Art weißt eine Kopfrumpfänge von lediglich 97 mm auf, und das vorhandene Typusexemplar ist dazu noch völlig ausgeblichen, so dass keine Rückschlüsse auf die ursprüngliche Färbung gestellt werden können. Alles in allem ein sehr unwahrscheinlicher Kandidat für den Kawekaweau.

Der Zufall und ein mysteriöses Artefakt

Wahrscheinlich würden wir auch heute noch nur mit einem hohen Unsicherheitsfaktor sagen können, um was es sich beim Kawekaweau tatsächlich gehandelt haben könnte, hätte uns der Zufall nicht ein mysteriöses Artefakt in die Hände gespielt.

 

Hoplodactylus delcourti
Das einzige bekannte Exemplar von Hoplodactylus delcourti (Netzfund)

 

Es handelte sich dabei um einen recht unansehnlichen und nicht besonders gut präparierten Balg aus der Sammlung des Naturhistorischen Museums von Marseille. Die ausgestopfte und mit groben Stichen auf der Unterseite zusammengenähte Haut beinhaltete noch Reste des Schädels, sowie die Knochen der Gliedmaßen.

 

Hoplodactylus delcourti
Das Typusexemplar von Hoplodactylus delcourti dorsal (oben) und ventral (unten). (Netzfund)

 

Das Präparat wurde über viele Jahre zusammen mit unzähligen anderen Stücken ausgestellt. Viele tausende Besucher und Forscher müssen an ihm vorbeigelaufen sein, ohne seine Bedeutung zu erkennen. Erst Alain Delcourt nahm sich des alten Stückes an, über das keinerlei Informationen vorlag.

Die Kuratoren wussten weder woher es stammte, wann oder wer es gesammelt hat, noch was es überhaupt war. Umso größer war die Überraschung als sich zumindest über die Zugehörigkeit genaueres ergab, denn es handelte sich um einen Gecko. Aber nicht nur um irgend einen Gecko, sondern um nicht weniger als den größten Gecko der Welt, der noch dazu einer völlig unbekannten Art angehörte. Die Gesamtlänge beträgt volle 62 cm, wovon die Kopfrumpfänge 37 cm ausmacht. Bei dem Schwanz handelt es sich anscheinend um ein Regenerat, was bedeutet dass er, abhängig davon wann er seinen Schwanz verloren hat, ursprünglich sogar noch etwas länger gewesen sein könnte.

Wim Spiekman betrachtet Hoplodactylus delcourti
Taxidermist Wim Spiekman posiert mit Lupe vor dem Präparat (Foto: ay Pigney / Dominion Post)

 

Hoplodactylus delcourti ist der größte bekannte Gecko

Wie gewaltig diese Maße sind, verdeutlicht sich erst wirklich, wenn man sie mit jenen anderer Geckos vergleicht. Unter den mehr als 1200 bekannten Geckoarten erreichen weniger als 3% maximale dokumentierte Kopfrumpfängen von mehr als 13 cm, wie beispielsweise der auch in Terrarienhaltung häufig zu findende indonesische Tokee (Gekko gecko). Der Neukaledonische Riesengecko Rhacodactylus leachianus, welcher mit einem Exemplar aus der Sammlung des Bonner Zoologischen Institut A. Koenig, das eine Kopfrumpfänge von 240 mm aufweist. Dies ist bis dato der Größenrekord unter Geckos, wobei inzwischen mit 256 mm Kopfrumpflänge ein neuer Rekord für diese Art bekannt ist. Auch der erst 2006 beschriebene Uroplatus giganteus aus Madagaskar erreicht Kopfrumpflängen von mindestens 200 mm.

Uroplatus_giganteus
Uroplatus giganteus aus Madagaskar ist ein riesiger Gecko (Foto: Brian Gratwicke, CC 2.0)

Man kennt auch einige andere, inzwischen ausgestorbene Riesenformen von Geckos, der erst etwa in der Mitte des 19. Jahrhunderts ausgestorbene Rodriguez-Nachtgecko Phelsuma gigas. Er lebte auf der Maskareneninsel Rodriguez und ihren Satelliteninseln und erreichte eine Kopfrumpfänge von 190 mm.

 

Der ausgestopfte Gecko aus Marseille übertrifft folglich die bisher bekannte maximale Kopfrumpfänge für Geckos um 54%, und es handelt sich dabei nur um ein einziges Exemplar, einzelne Tiere dieser Art mögen noch ein gutes Stück größer geworden sein. Für einen Gecko handelte es sich wahrlich um einen Giganten.

 

Hoplodactylus delcourti
Lebendrekonstruktion von Hoplodactylus delcourti, gezeichnet von Markus Bühler

 

Wo kommt das Tier her?

Nun war geklärt dass es sich bei der alten ausgestopften Echse um einen Gecko handelte, doch viel mehr war nicht bekannt. Eine genauere Untersuchung durch Aaron M. Bauer ergab dass sich mit größter Wahrscheinlichkeit um einen Vertreter der Gattung Hoplodactylus handelte, welche ausschließlich auf Neuseeland vorkommt. Damit bestand eine ernstzunehmende Verbindung dieses in Ehren an Alain Delcourt Hoplodactylus delcourti genannten Geckos zum Kawekaweau. Hinzu kam aber noch ein weiteres, äußerst interessantes Merkmal. Er weist eine schmutzig gelbbraune Zeichnung auf und vom Nacken bis zum Bereich der Kloake ziehen zwei breite rötliche Streifen über den Rücken. Zweifellos haben die Farben nach vielen Jahrzehnten an Intensität verloren, außerdem scheint es dass die ohnehin schon nachgedunkelte Haut durch eine Behandlung mit einer Art Lack einen unnatürlich gelblichen Ton angenommen hat.

Regenwald Neuseelands, Heimat von Hoplodactylus delcourti
Was kreucht noch alles durch die Regenwälder Neuseelands?

Zu Lebenszeiten mag dieser Gecko wahrscheinlich von einem hellen Braun gewesen sein, und die beiden Streifen auf dem Rücken ziegelrot. In seiner Musterung ähnelte er damit sehr stark den neuseeländischen Streifengeckos der Gattung Toropuku. Diese gehörten früher ebenfalls zur Gattung Hoplodactylus, die Systematiker inzwischen aber in verschiedene eigene Gattungen aufgesplittet haben.

 

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Geschälte Sonnenblumenkerne als Vogelfutter

Bei uns am Feeder der Renner: geschälte Sonnenblumenkerne. Kein anderes Futter ist so begehrt und lockt so viele Vögel an, wie dieses. Der hohe Fettanteil und die gute Verdaulichkeit ist gerade bei nasskaltem Wetter optimal für die Körnerfresser unter den heimischen Vögeln, aber auch andere Tiere wie Rotkehlchen, Heckenbraunelle und sogar der Buntspecht lassen sich zum Kurzbesuch vor dem Fenster verführen. Dazu kommt, dass das Futter wenig schmutzt: wo keine Schale ist, muss sie nicht weggefegt werden.

 

Ida Plus kommt in drei Beuteln a 1,5 kg daher, bei uns reicht das für 9 oder 10 Tage.

 

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Streifengeckos waren nur von Stephen´s Island und Maud Island im Marlborough-Sund bekannt. Erst 1997 wurde der Coromandel-Streifengecko auf der Coromandel-Halbinsel auch auf einer der neuseeländischen Hauptinseln entdeckt. Auch der Goldstreifengecko Woodworthia chrysosireticus welcher nur in der Taranaki-Region im Nordwesten Neuseelands und der winzigen Insel Mana Island vorkommt, ähnelt in seinem Muster sehr stark an Hoplodactylus delcourti.

Hoplodactylus delcourti
Eines der wenigen Modelle von Hoplodactylus delcourti, vom Naturhistorischen Museum in Lille (Foto: Lamiot, CC 4.0)

Was alles nicht bekannt ist

Über die Lebensweise von Hoplodactylus delcourti kann man freilich nur spekulieren, doch in Anbetracht der enormen Größe und der speziellen ökologischen Situation in dem vermuteten geographischen Ursprungsgebiet, könnten durchaus gewisse Besonderheiten bestanden haben könnten. Wahrscheinlich war er wie die bekannten Vertreter der Gattung Hoplodactylus ovovivipar, das heißt die Jungtiere schlüpften direkt nach der Eiablage.

Die Hoplodactylus-Arten sind gute Kletterer, die sich häufig auf Bäumen oder in Sträuchern aufhalten. Während des Tages verbergen sie sich nicht selten unter Steinen, umgestürtzen Baumstämmen oder ähnlichen Orten, und werden erst in der Nacht aktiv. Ihre Nahrungpalette ist relativ breitgefächert und beinhaltet neben allerlei Insekten und anderen Kerbtieren sowie Nektar, den sie aus Blüten lecken. In Anbetracht der enormen Größe von H. delcourti kämen aber auch andere Reptilien, Frösche, kleine Vögel und ihre Brut als mögliche Beute in Betracht. Vielleicht nahmen sie wie der Kaledonische Riesengecko auch Früchte zu sich.

Wie kam Hoplodactylus delcourti nach Marseille?

Nun lagen zwar leider keinerlei historische Informationen vor, wie dieser Gecko in die Sammlung des Marseiller Museums gelangt ist. Sehr wahrscheinlich ist er zwischen den Jahren 1833 und 1869 dorthin gelangt. Aus dieser Zeit existieren keine schriftlichen Aufzeichnungen über die Neuzugänge des Museums. In der Zeit davor oder danach wird er nirgends erwähnt. Den verwandtschaftlichen Verhältnissen nach muss er ursprünglich irgendwo auf einer der Inseln im südwestlichen Bereich des Pazifischen Ozeans gelebt haben.

 

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Woodworthia maculata (Foto: Jaco Grundling)

 

Neukaledonien käme gut in Frage, da dies französisches Herrschaftsgebiet ist. Folglich kamen von dort auch große Mengen an zoologischen und botanischen Objekten in die Sammlungen der Museen Frankreichs. Allerdings stammen alle heutzutage im Museum befindlichen Objekte aus Neukaledonien aus dem Zeitraum von 1902 bis 1905. Außerdem sind aus diesem Gebiet keine Vertreter der Gattung Hoplodactylus bekannt. Da französische Wissenschaftler und Forscher einst auch auf der neuseeländischen Nordinsel sehr aktiv gesammelt haben, ist es am wahrscheinlichsten dass dieser Gecko tatsächlich von dort stammte. Möglicherweise aus der Gegend von Bay of Islands. Die Art der Präparation deutet stark darauf hin, dass das Präparat aus dem frühen 19. Jahrhundert stammt, zudem hat England Neuseeland im Jahre 1840 in Besitz genommen, so dass es höchstwahrscheinlich aus der Zeit davor datiert.

Zusammengenommen mit den alten Bescheibungen der Maori scheint es sehr wahrscheinlich, dass es sich bei dem Typusexemplar von Hoplodactylus delcourti tatsächlich um einen Kawekaweau handelt.

Zum Glück ist dieses eine Exemplar erhalten geblieben

Man kann von großem Glück reden, dass überhaupt dieses eine Präparat erhalten blieb, und Wissenschaftler seine Bedeutung erkannt haben. Es gibt noch eine ganze Reihe anderer großer Inselformen von Echsen, welche nur von einem oder ganz wenigen Exemplaren bekannt sind. Forscher haben sie in historischer Zeit gesammelt, heutzutage sind sie höchstwahrscheinlich ausgestorben. Hierbei stellt sich unwillkürlich die Frage wie viele Arten in den letzten Jahrhunderten ausgestorben sind, ohne überhaupt jemals bekannt zu werden. Lagern noch ähnliche unerkannte oder vergessene zoologische Schätze in den Archiven alter Museen?

Karteikästen
Was mag noch alles in den Magazinen der Museen lagern?

Viele dieser Arten starben wohl primär dadurch aus, dass mit dem Menschen auch Ratten, Katzen und teilweise auch andere Säuger auf die Inseln gelangten. Sie setzten wahrscheinlich vor allem den Jungtieren der kleinen Riesenechsen zu.

 

Im Falle des Kawekaweau kamen auch noch großflächige Zerstörungen der ursprünglichen Wälder hinzu. Schon die Maoris brachten Pazifsche Ratten (Rattus exulans) mit. Diese breiteten sich enorm stark ausbreiteten und wirkten sich katastrophal auf die Kleintierfauna Neuseelands aus. Sie rotteten auch die Brückenechsen in vielen Gebieten aus.

Doch ist Hoplodactylus delcourti auch tatsächlich ausgestorben?

Zwar ist die Art nur von einem einzigen weit über 100 Jahre alten Exemplar bekannt. Es gibt keine jüngeren Berichte über Sichtungen dieser Echse. Doch das schließt nicht völlig aus, dass sich in abgelegenen Gegenden Restpopulationen dieser wahrscheinlich nächtlich lebenden und am Tage gut versteckten Riesengeckos erhalten haben könnten. Immerhin wurde der Harlekingecko Tukutuku rakiurae erst 1981 entdeckt, der Schwarzaugengecko Mokopirirakau kahutarae 1984 und der Takitimu Gecko (Mokopirirakau cryptozoicus) wurde sogar erst 2004 beschrieben. Es wäre nicht der erste Fall in dem man Reliktpopulationen von für ausgestorben gehaltenen Inselriesenformen kleinerer Echsen wiederentdeckt hat.

Neuseeland
Was sich in den Wäldern von Neuseeland verbirgt?

So wurden auf den Kanaren einige in teils winzigen Rückzugsgebieten überlebende Populationen verschiedener Rieseneidechsen der Gattung Gallotia wiederentdeckt. Oder der lange nur von einem einzigen Exemplar bekannte Terrorskink Phoboscincus bocourti welcher im Jahre 1876 beschrieben wurde, und erst 1993 auf der winzigen Île des Pins vor Neukaledonien wiederentdeckt wurde. Leider konnten vor allem viele Arten von Echsen nur noch dort überleben, wo sie vor Ratten und wildernden Katzen sicher waren. Von Menschen eingeführte Tiere haben schon ganze Populationen und vielfach sogar komplette Arten auf zahllosen Inseln der Welt ausgerottet. Teilweise sogar ohne dass bis dahin viel über die betroffenen Spezies in Erfahrung gebracht werden konnte.

 

Ob auch der Kawekawekau-Gecko in irgendeinem abgelegenen Winkel Neuseelands die Zeiten überleben konnte, ist nach wie vor fraglich. Bislang bleiben uns einzig die alten Überlieferungen der Maoris welche uns von diesem faszinierendem Tier berichten.


Literatur

Aaron M. Bauer & Anthony P. Russell (1986) Hoplodactylus delcourti n. sp. (Reptilia: Gekkonidae), the largest known gecko, New Zealand Journal of Zoology, 13:1, 141-148, DOI: 10.1080/03014223.1986.10422655 (Download)

 

Hitchmough, Rodney A.; Geoffrey B. Patterson, and David G. Chapple 2016. Putting a Name to Diversity: Taxonomy of the New Zealand Lizard Fauna. in: Chapple, D.G. (ed). New Zealand Lizards. Springer, pp. 87-108

 

Jewell, T.R. & Leschen, R.A.B. 2004: A new species of Hoplodactylus (Reptilia: Pygopodidae) from the Takitimu Mountains, South Island, New Zealand. Zootaxa 792: 1-11

 

Shuker, K. P. (2012). The encyclopaedia of new and rediscovered animals: From the lost ark to the new zoo – and beyond (pp. 179-181). Landisville: Pennsylvania.




Medienmittwoch: Dinosaurier – Im Reich der Giganten

Mit Steven Spielberg’s Jurassic Park begann 1993 die „Neue Dinomania“. Obwohl lebensecht animierte Dinosaurier nur wenige Minuten im Film zu sehen waren, zeigte der Film auf, was in Zukunft möglich sein würde.

 

Diese Zukunft kam von der BBC. Produzent Jasper James und sein Team ließen nicht nur einfach irgendwelche Dinos animieren. Die Fragen, die sich bei der Animation stellten, landeten regelmäßig bei Paläontologen, die auch erst einmal nachforschen mussten, denn sie hatten sich auch nicht alle Fragen gestellt.

 

 

Ein Meisterwerk

Um den Dinosauriern eine angemessene Umgebung zu bieten, reisten Kamerateams um die Welt. Von Neukaledonien bis in die Mammutbaumwälder Kaliforniens, von der spanischen Küste nach Chile, von Mauritius ins Londoner Museum of Natural History. Überall filmten sie Dinosaurier, die gar nicht da waren, nur damit die Computerfachleute sie in die Hintergründe montieren konnten.

 

In sechs Folgen behandelt die Serie zahlreiche Zeiten und Orte. Angefangen bei gewaltigen Flugechsen über die Wald- und Ebenenbewohner, die Sauropoden des Jura und den Ceratopsiern und Hadrosauriern der späten Kreidezeit: Der Zuschauer wähnt sich immer in einer klassischen Tier-Dokumentation, in der natürlich der Dino-All-Star Tyrannosaurus rex nicht fehlen darf.

 

Ein offenes Wort

Die Animationsqualität dieser Serie ist hervorragend, sie wird von nachfolgenden Produktionen selten erreicht. Dennoch sollte man sich klar sein, dass man es mit einer 20 Jahre alten Produktion zu tun hat. Sie kann einen modernen 4k-Fernseher nicht voll unterstützen. Ebenso hat die Forschung in den letzten 20 Jahren deutliche Fortschritte gemacht, das Wissen ist auf dem Status des Jahres 1999. Modernere Erkenntnisse finden natürlich keine Beachtung, wie denn auch. Hinzu kommt, dass einige Maße der Tiere spektakulär überzogen sind, und von Federn war damals kaum die Rede.

Leider hat die BBC ihre eigene Serie auseinander gerissen. In der ursprünglichen Fassung gab es sechs Folgen, die im lockeren Zusammenhang standen. In dieser DVD sind nur drei enthalten, ein Medium mit allen sechs Folgen habe ich nicht gefunden.

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Der Klassiker der Dino-Mockumentarys

Das Zeitalter der Dinosaurier begann in der mittleren Trias und endete mit der Kreidezeit. Diese fantastische DVD erweckt die Kreaturen wieder zum Leben, die 160 Millionen Jahre die Erde beherrschten. Spannende Geschichten zeigen die größten jagenden Fleischfresser, die pflanzenfressenden Riesensaurier, die in die Tiefen der Ozeane lauernden Meeressaurier, die mit riesiger Spannweite durch die Lüfte gleitenden Flugsaurier und viele andere seltsame Lebewesen jener Zeit. Im Stil bester Natur-Filme wurde die beeindruckende Dokumentation in aufwendiger und modernster Computertechnik hergestellt.
Ein hautnahes Erlebnis mit den außergewöhnlichsten Tieren, die jemals unsere Erde bevölkert haben.

 

Dinosaurier – Im Reich der Giganten ist bereits im Jahr 2000 bei der BBC erschienen und hat eine Laufzeit von 3 h und 24 Minuten.

 

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Um die Produktion sind zahlreiche Ableger entstanden. Bekannt sind unter anderem „Die Ballade von Big Al“, „Die Ahnen der Saurier“, „Die Erben der Saurier“ und ein paar andere. Wir werden sie hier in lockerer Folge vorstellen.

 




Yetis in den Anden?

Derzeit arbeite ich an einem längeren Text, der noch etwas Recherche braucht, über Sichtungsmeldungen von Wildmenschen wie den Yetis und Sasquatches in den südamerikanischen Anden. Mir liegen dazu mehrere umfangreiche chilenische Pressemeldungen vor, die jedoch noch eingehend studiert werden müssen. Die meisten beziehen sich auf die Meldungen der 1950er Jahre, die auch hier Startpunkt sein werden, liefern aber zahllose neue Details.

 

Ist das chilenische Hochland Heimat eines Wildmenschen?
Die Landschaften in den chilenischen Anden ähneln teilweise denen in Westen Nordamerikas, aber sind sie Heimat von Wildmenschen?

 

Der erste Bericht über Wildmenschen von 1957

Den ersten deutschsprachigen Bericht über Riesen, die menschliche Fußstapfen in den Anden hinterlassen, finden wir in der Zeitschrift „Weltraumbote“, März/April 1957, S. 27–28, einem Magazin über Sichtungen von fliegenden Untertassen:

 

 

Zur Frage, ob in den Kordilleren Riesen gelandet sind (Nr. 11, S. 5), schreibt H. G. Ganteaume in der Londoner ‚Flying Saucer Review‘ noch einiges Interessante. Über die Gegenwart seltsamer Wesen bei Punta Saltena im Macon-Gebirge erzählen die Einheimischen, gelegentlich bei der Abenddämmerung ganz deutlich eigentümliche Schreie gehört und ferner zahlreiche Adler und Kondore tot, teilweise erwürgt, in ihren Nestern aufgefunden zu haben. Jedesmal seien riesenhafte menschliche Spuren in unmittelbarer Nähe gesehen worden. Die Abdrücke konnten nicht Bären zugeschrieben werden.

 

Nach Aussage aller Zeugen seien diese Dinge seit langem bekannt und wiesen zweifellos auf die Anwesenheit fremder Besucher in der Gegend hin. Um nicht ausgelacht zu werden, sprach man jedoch nicht davon in der Öffentlichkeit. Erst als der bekannte Geologe Claudio Level Spitch über die Spuren berichtete, rückten viele auch mit ihrem Wissen heraus.

 

 

Der ursprüngliche Bericht in der „Flying Saucer Review“ (Sept-Oct 1956, S. 17) ist umfangreicher, enthält aber kaum mehr Details außer einem Bericht über ein dort abgestütztes UFO. Wir ersehen daraus aber, dass die Ereignisse sich zwar nahe San Antonio de los Cobres, Salta, Argentinien, allerdings auf der chilenischen Seite der Grenze, abgespielt haben. Von Schreien und Viehverstümmelungen wird auch in Nordamerika erzählt.

 

Llamas in Chile, Begleiter eines Wildmenschen?
Häufig sind die Gebirge aber noch schroffer als die Rocky Mountains und die Hochflächen kahl und unwirtlich. Ist dies die Heimat eines Wildmenschen?

 

Der zweite Bericht von 1976

Wir springen zwanzig Jahre und kommen zum nächsten Bericht, dieses Mal von einem britischen Bergsteiger. „Fotos von den Spuren eines südamerikanischen ‚Schneemenschen‘ sind in London veröffentlicht worden. Sie wurden von dem 35jährigen britischen Bergsteiger Steven Read bei einer Expedition in den Süd-Anden im Gebiet der argentinisch-chilenischen Grenze aufgenommen. Nach Angaben Reads fand er die Spuren im Schnee auf einem knapp 2000 Meter hohen Gipfel Südpatagoniens. Die Fußabdrücke hätten einen Durchmesser von 10 bis 15 Zentimeter gehabt und müssten von einem ‚zweifüßigen Tier‘ stammen, erklärte der Alpinist. Read betonte, er sei vermutlich das erste Mal gewesen, dass ‚Yeti-Spuren‘ in den Süd-Anden gesichtet worden sein. Bisher waren ähnliche Spuren nur im Himalaya entdeckt worden.“ (kontinente, August 1976).

 

Kein Schneemensch, sondern nur ein Viscacha
Das Berg-Viscacha ist ein gelegentlicher Zweibeiner, mit großen Hinterfüßen, aber kann man seine Abdrücke für menschenähnlich halten?

 

Ein dritter Bericht über Wildmenschen von 1988

Die jüngste Sichtungsmeldung – bislang – kommt aus Ecuador, also praktisch vom anderen Ende der Anden (es handelt sich bei weitem nicht um den jüngsten Pressebericht, denn bis in die 2000er erschienen rückblickende Meldungen). Allerdings ist der Star dieser Meldung zwar ein behaarter Mensch, doch wolfähnlich. Die in Granada, Spanien, erscheinende Tageszeitung „Ideal“ berichtete am 25. April 1988 (S. 37):

 

 

Ecuador: Ein Werwolf hypnotisiert seine Opfer mit dem Schwanz.

Quito / Efe [span. Nachrichtenagentur] Ein geheimnisvolles Wesen, das in seiner Erscheinung einem Wolf ähneln soll, verursacht Angst und Schrecken in verschiedenen ländlichen Orten nahe Quito. Anwohner erklären, dass das Wesen mit seinem großen Schwanz seine Opfer hypnotisiert, bevor es sie angreift.

Nach Berichten der Bewohner von Tambillo, Amaguaya, Sangolquí und San Rafael ist der mutmaßliche ‚Werwolf‘ ein Zimmermann, der sich verwandeln konnte und der nach einem Jahr Abwesenheit zurückgekehrt ist, ‚um nach dem Sohn zu suchen, der dem Teufel die Seele für eine Mundvoll Gold und im Austausch für eine Silberkiste verkauft hat‘.

 

 

Beobachtet der Kondor auch Wildmenschen?
Gibt es den südamerikanischen Werwolf? Der Kondor weiß es sicher.

Er lässt sich nicht fassen

Die Anrainer, die ihn ‚Guaco‘ nennen, beschreiben ihn als Mensch mit einem beharrten Körper, Krallen und der Gestalt eines Wolfs, er verborgen im Gestrüpp lebt. Dorthin zieht er sich zurück, so dass man ihn bislang noch nicht einfangen konnte.

Die örtlichen Behörden haben diese Erzählungen bislang nicht bestätigen können und gehen unter anderen davon aus, dass er sich um eine Erfindung handeln könnte.

Die Bewohner der Region bestehen auf ihrer Version und fügen hinzu, dass sie sogar vor den Schulen Wachen aufstellen mussten, um die Sicherheit der Schüler zu garantieren, denn sie sollen die bevorzugten Opfer des Werwolfs sein.

 

 

Ein Werwolf mit einem langen Schwanz ist nicht gerade ein Bigfoot, allerdings wurden in den USA immer wieder Bigfoot-Exemplare mit langen Schwänzen gesehen, und der Typus geht oft ineinander über. Der Yeti der Anden ist also oft, wenn die Einheimischen von ihm berichten, mit anderen Phänomenen verbunden – den Raummenschen im ältesten, dem Werwolf im jüngsten Beispiel.

Eine genaue Analyse der Vorgänge in den 1950er Jahren wird später (allerdings nicht so bald) folgen.

 

Andenlandschaft mit Blume
Die Anden sind ein sehr unwirtlicher Raum. Können hier Wildmenschen überleben?