Presseschau Kalenderwoche 07/2020

Lesedauer: etwa 17 Minuten
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Wie immer montags gibt es auch heute die Presseschau mit Pressemitteilungen aus Zoologie, Kryptozoologie und Tierischem zum Schmunzeln aus der vergangenen Woche. Viel Spaß beim Lesen.

 

Letzte Mammuts waren krank

Mammut-Nachbildung mit Neanderthaler im LVL-Museum für Naturkunde Münster
Mammut im Naturkundemuseum Münster

Die letzten Mammuts lebten auf der Wrangel-Insel im Norden Sibiriens. Dort starben sie irgendwann zwischen 5600 und 4000 Jahren vor heute aus. Der genaue Grund war bisher nicht bekannt, aber es ging offenbar am Ende sehr schnell. Bisher wurden Probleme mit der Ernährung, dem Trinkwasser oder Bejagung durch den Menschen diskutiert.

Erin Fry von der University of Chicago ist anderer Meinung: „Die isolierten Wrangelinsel-Mammuts erlebten einen rapiden Populationsrückgang, was zu Inzucht, dem Verlust genetischer Vielfalt und als Folge zur Festsetzung potenziell schädlicher Allele führte“, erklärt sie.

Um dies zu belegen, untersuchten sie erhaltene Sequenzen von einem Wrangelinsel-Mammut, zwei älteren Mammuts und drei asiatischen Elefanten, den nächsten lebenden Verwandten der Mammuts. Dabei fanden sie eine Reihe von Mutationen, die wichtige Zell- oder Organfuktionen betroffen haben könnten: In der neurologischen Entwicklung, bei Insulin-Signalwegen, der Fruchtbarkeit und für den Geruchssinn wichtigen Genen.

Das Besondere an dieser Arbeit: Die Wissenschaftler haben nicht nur Mutationen ermittelt, sondern auch überprüft, ob sie schädlich waren: Zumindest manche Mutationen führten in den Zellen zur Produktion von Proteinen, die nicht normal funktionierten. „Unsere Ergebnisse bestätigen, dass manche Mutationen tatsächlich funktionsverändernd waren“, konstatieren Fry und ihre Kollegen. In gesunden, großen Populationen treten diese Defekte kaum zu Tage, da sie in der Regel rezessiv sind, bei mischerbigen Tieren also nicht auffallen. Durch die geringe Populationsgröße auf der Wrangelinsel kam es jedoch häufiger zur Verpaarung verwandter Tiere, so dass die mutierten Gene homozygot auftraten.

Wer mehr wissen möchte, insbesondere welche Gene wie betroffen sind, kann bei Daniela Albat nachlesen oder in Genome Biology and Evolution, 2020; doi: 10.1093/gbe/evz279


Robbe im Rhein gesichtet

Seehund im Wasser, Tierpark Bochum
Seehund

t-online war einer der ersten, später kamen weitere Nachrichtenlieferanten dazu und meldeten: Am 10.02.2020 wurde eine Robbe im Rhein bei Krefeld gesichtet. Fotos zeigen den Kopf eines Seehundees, was auch Jochen Reiter, Direktor des Aquazoos Düsseldorf bestätigte. Später wurde das Tier auch bei Mündelheim bei Duisburg fotografiert.

Seehunde im Rhein sind zwar selten, aber keine Sensation. 2014 tauchte ein Seehund mitten im Medienhafen Düsseldorf auf. Unser Autor Ulrich Magin wies darauf hin, dass Ende der 1980er ein Seehund bei Karlsruhe und Ludwigshafen beobachtet wurde und sogar die Freibäder im Altrhein besuchte. Er berichtet auch, dass Seehunde schon im Rheinknie bei Basel aufgetaucht sind.


Räuberischer Plattwurm aus Argentinien taucht immer öfter in Europa auf

Obama nungara
Obama nungara auf Erde. Foto by Piter Keo, CC 4.0

Der Wurm Obama nungara gehört zu den wenigen Plattwürmern, die an Land leben. Die Tiere werden etwa 5 bis 8 cm lang und stammt ursprünglich aus Argentinien. Sie ernährt sich hauptsächlich von Schnecken und Regenwürmern. Für eine Studie legten Forscher um Jean-Lou Justine vom Museum National d’Histoire Naturelle (MNHN) auf die Regionen Frankreichs. Dabei gab es zwischen 2013 und 2018 530 Sichtungen, in Einzelfällen seien Hunderte Tiere in einem Garten aufgetreten. Bemerkenswert dabei: Bisher fanden fast 50% der Sichtungen in einer Höhe von weniger als 50 m statt, oberhalb von 500 m konnte sich der Wurm vermutlich nicht etablieren.

Die Auswirkungen der Invasion des Wurmes sind noch nicht geklärt. O. nungara frisst vor allem Schnecken und Regenwürmer. Negative Folgen sind wahrscheinlich, denn Obama nungara gilt als der bedrohlichste unter den invasiven Land-Strudelwürmern. In Deutschland wurde er bisher noch nicht festgestellt, wohl aber an der deutsch-französischen Grenze. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit.

Der Gattungsname „Obama“ stammt aus der Sprache der Tupi, einem indigenen Volk aus Brasilien und setzt sich zusammen aus „oba“ für Blatt und „ma“ für Tier. In Frankreich sagt man zu dem Tier „marron plate“.

Literatur: Originalarbeit im PeerJ


Der rosa Manta

Der rosa Manta „Inspector Clouseau“ – Foto by Kristian Laine Photography

Als Unterwasserfotograf Krisian Laine bei Lady Elliot-Island, einer der südlichsten Inseln des Great Barriere Reefes tauchte, glaubte er zunächst an eine Fehlfunktion seiner Kamera. Der Bauch eines Manta-Rochens, der sonst hellgrau erscheint, war rosafarben. Doch die Kamera funktionierte richtig, bei allen Einstellungen blieb der Bau des Rochens rosa.

2015 konnte er den „Inspector Clouseau“, nach den Pink-Panther-Filmen, genannten Manta das erste Mal auf den Chip bannen, seit dem hat er ihn weniger als zehn Mal gesehen. Bereits 2016 konnte Amelia Armstrong vom Project Manta eine Biopsie des Tieres gewinnen. Die Forschungsgruppe veröffentlichte nun, dass der Manta eine Mutation in einem Gen habe, das die Ausbildung von Pigmenten steuert.


Kölner Zoo: Seltener Madagaskar-Buntbarsch nachgezüchtet

Ptychochromis insolitus
Ptychochromis insolitus, der Mangararhara-Buntbarsch, Männchen aus dem Zoo London. Foto by Bjoert Vedt, CC 3.0

Das Aquarium am Kölner Zoo hat den seltenen Madagaskar-Buntbarsch Ptychochromis insolitus nachziehen können. Etwa 200 Jungfische sind geschlüpft, meldete der Zoo dem WDR.

Die Art galt in der Natur als ausgestorben, in Aquarien waren nur zwei Exemplare in London und eines in Berlin bekannt. Alle drei Tiere waren Männchen. Das Londoner Aquarium ging 2013 auf die Suche nach Tieren in Privathand. Der Tilapia-Züchter und „Fisch-Flüsterer“ Guy Tam Hyock aus Madagaskar meldete sich daraufhin. Er habe die Fische in einem Teich gesichtet. Experten aus Toronto und London konnten daraufhin 18 Tiere fangen und ein Nachzuchtprogramm starten.

Seit Oktober 2019 ist auch der Kölner Zoo an diesem Programm beteilgt, jetzt ist die erste Nachzucht gelungen. Etwa 50 Jungtiere sind bereits in andere Zoos in Europa umgezogen, in der Ausstellung wird der auch als Mangarahara-Buntbarsch erst Mitte dieses Jahres zu sehen sein.

Ptychochromis insolitus ist in einem Flusssystem im Norden Madagaskars endemisch (gewesen). Durch Habitatverlust ist er in der Natur vermutlich ausgestorben. Bei den Zootieren handelt es sich also um „fancy animals“. Die Tiere erreichen eine Standardlänge von etwa 5,5 cm (Gesamtlänge 7 bis 8 cm) und sind metallisch blau gefärbt und haben rote Flossenspitzen.


„Neuer“ Raubsaurier in Kanada entdeckt

Passend ist der Gattungsname als „Sensenmann des Todes“ übersetzt. Thanatotheristes degrootorum war ein 79 Millionen Jahre alter Tyrannosaurier, also ein entfernter Verwandter von Tyrannosaurus rex. Anders als sein berühmter Verwandter war er mit einer langen, eher schmalen Schnauze ausgestattet, die charakteristische Rillen am Oberkiefer trug. Diese Rillen waren im Leben vermutlich mit Gewebe und Schuppen verdeckt und nicht sichtbar.

Thanatotheristes ist der älteste aus Kanada bekannte Tyrannosaurier. Seine nur fragmentarisch erhaltenen Fossilien fanden Forscher am Bow River in Alberta, Kanada. Das nicht ausgewachsene Tier wird auf etwa 8 m Länge geschätzt, hatte eine Standhöhe von etwa 2,4 m und 70 mm lange Zähne. Thanatotheristes degrootorum ist damit etwas kleiner als die im Schwestergruppenverhältnis stehende Gattung Daspletosaurus (mit bisher drei bekannten Arten). Der Fund dieses geologisch ältesten Tyrannosauriden in Kanada ermöglicht neue Einblicke in die Evolution dieser Gruppe.

Der Artname degrootorum ehrt die Finder, das Ehepaar Sandra und John De Groot, die den bisher unbekannten Dinosaurier auf ihrem Land fanden.

Die Originalarbeit ist in Cretaceous Research erschienen.


Wölfin läuft 14.000 km – und stirbt

Wolf auf einem bemoosten FelsenOR-54 war eine einsame Wölfin. Sie lebte in Nordkalifornien und Oregon und trug ein Sendehalsband. Damit konnten Wissenschaftler belegen, dass sie in ihrem Lebensraum täglich im Durchschnitt etwa 21 km zurücklegte, in den letzten zwei Jahren 14.000 km – auf der Suche nach einem Partner oder einem anderen Rudel. Am 5. Februar wurde sie tot im Nordosten Kaliforniens gefunden, ihr Halsband hatte bereits im Dezember aufgehört zu senden.

Woran das vier Jahre alte Weibchen gestorben ist, ist noch unklar. Das California Department of Fish and Wildlife stellte klar, dass das Töten von Wölfen ein Verbrechen darstellen und schwer bestraft werden kann. OR-54 war Tochter von OR-7, der in seinen frühen Jahren auch aus Oregon weit umherstreifte, jedoch nach Gründung eines Rudels sesshaft wurde. OR-54 bekam 2017 ein Sendehalsband, als sie nach Kalifornien wechselte. Während ihrer Suche hat sie die Counties Butte, Lassen, Modoc, Nevada, Plumas, Shasta, Sierra, Siskiyou und Tehama besucht. Dies sind die südlichsten Wolf-Nachweise, seit 2011 in Kalifornien wieder Wölfe vorkommen.

Der Tod von OR-54 ist ein schwerer Rückschlag für die fortgesetzte Wiederansiedlung von Wölfen in Kalifornien, egal durch was er verursacht wurde, sagt Amaroq Weiss, ein Wolf-Anwalt des Center for Biological Diversity.

Heute vermutet das California Department of Fish and Wildlife weniger als ein Dutzend Wölfe im Sunshine State. Der bekannte „Shasta-Pack“ aus schwarzen Wölfen verschwand 2015 nach nur drei Jahren, ein einziges Jungtier hat überlebt und ebenfalls den Staat verlassen.


Neues vom Krokodil im Reifen

Krokodil im Reifen
Das Krokodil im Reifen ist zu einer tragischen Berühmtheit geworden. Foto: phys.org

Nachdem zahlreiche Versuche fehlgeschlagen sind, ein indonesisches Salzwasserkrokodil aus einem Mofareifen zu befreien, hat sich ein australischer Fernsehstar zu Wort gemeldet. Der Wildtierexperte und Moderator der Sendung „Outback Wrangler“ Matt Wright hat einen Plan: Er will das Krokodil ködern und mit einer Harpune fixieren. Dann will er den Mofareifen vom Hals des Krokodils entfernen.

Die Harpune soll nur flach in die Haut eindringen. Der dadurch entstehende Schmerz gleiche lediglich dem eines Ohrlochstechens*, versicherte Wright in Palu. Sein Team habe das „Hauptereignis“ bereits erfolgreich an einem kleineren Krokodil geübt.

Wir berichteten bereits am 3. Februar über das Krokodil, das mit seinem Hals in einem Mofareifen steckt.

* Matt Wright trägt keine Ohrlöcher, soweit die Redaktion das anhand der im Web befindlichen Bilder erkennen kann. Wie will er das einschätzen?


Süd-Ontario: Angriff der schwarzen Höllenhunde?

Der Vorfall ereignete sich angeblich bereits im Oktober 2017, wurde aber jetzt erst bekannt: Ein Zeuge namens „RM“ und drei andere Männer waren nachts auf einem Maisfeld, um zu ernten. Das Feld lag südlich des alten Bethel Union Pioneer Friedhofes, an der Creemore Ave in Clearview, Ontario, Kanada (auf der Landenge zwischen dem Oberen See und dem Ontariosee, auf Internetkarten leicht zu finden). Der Mais war über 8 bis 10 ft. hoch gewachsen, so dass es Erntezeit wurde.
„RM“ berichtet (auszugsweise):

Wir gingen durch das Feld und teilten uns auf. Ich war ganz rechts. Vor mir sah ich einen blauen Blitz auf dem Friedhof, etwa 10 bis 15 ft. über dem Boden. Dann gab es ein Geräusch, als ob etwas schweres zu Boden gefallen wäre. Dann passierte ein paar Hundert ft. entfernt genau das selbe.

Diese ‚Dinge‘ kamen aus den Bäumen ins Maisfeld mit einer unglaublichen Geschwindigkeit, schneller als alle lebenden Kreaturen, die ich je gesehen habe. Sie begannen mit Scheinangriffen auf mich und meine Freunde. Drei bis viermal kamen sie an den Rand des Sichtfeldes. Sie waren groß wie Grizzly-Bären und schnell wie Rennwagen. Sie hatten große, wolfsähnliche Köpfe mit spitzen Ohren und breiten Schultern, auf denen der Kopf ohne Hals saß.

(Der Bericht geht noch weiter, bis RM anfängt zu Jesus Christus zu beten und die Kreaturen verschwinden)

Wenn man sich überlegt, dass auch in Kanada Silagemais mit Vollerntern abgebaut, stellt sich die Frage, was RM und seine Freunde nachts in einem Maisfeld wollten. RM sagt dies auch frank und frei: sie hatten zwischen den Maispflanzen Marihuana angebaut. Ob sich das irgendwie auf die Beobachtung ausgewirkt hat?

Quelle: phantomsandmonsters


Paul LeBlond verstorben

Paul Henry LeBlond (Foto: L. Coleman)

Der kanadische Ozeanologe und Kryptozoologe Dr. Paul Henri LeBlond ist am 8. Februar 2020 im Alter von 81 Jahren verstorben. Er litt unter einer unheilbaren Leukämie, deren Behandlung er willentlich einen Tag vor seinem Tod abbrach.

LeBlond war unter anderem Professor an der University of British Columbia und arbeitete mit Heuvelmans zusammen, unter anderem am Lake Champlain Monster und dem Cadborosaurus. Er forschte auch an Ogopogos, Nessie, Champs und Caddys, lehrte Kryptozoologie und trat in Dokumentationen auf.

Paul LeBlond hinterlässt eine Ehefrau und drei erwachsene Kinder.


TV-Vorschau

Auch für diese Woche hat Ulrich Magin wieder eine TV-Vorschau erstellt. Wir bieten sie diese Woche wieder zum Download und Ausdrucken an. So kann man sie direkt am Fernsehsessel unterbringen.

TV-Tipps für die aktuelle Woche.


Kurz gemeldet:

 

POK Löffler beim Befreien des Vogels mit fachmännischem Geschick.
Hat das Tier bei seinen Personalien gelogen? (Foto: Polizei Eschwege)
  • In der Nähe von Lough Neagh in Nordirland haben Berufsfischer Raymond McElroy und Charlie Coyle einen Schädel eines Riesenhirsches Megaloceros giganteus aus nur 20 Fuß tiefem Wasser gezogen. Der Schädel ist nahezu komplett erhalten mit zwei riesigen Geweihschaufeln.
  • In Uganda tötete am 3. Februar ein Blitzeinschlag vier Berggorillas. Sie stammten aus der ehemals 17 Mitglieder starken Hirwa-Familie, die im letzten Jahr aus dem Volcanoes National Park in Ruanda eingewandert war.
  • Ebenfalls aus dem Volcanoes National Park stammt diese Meldung: Zwei Berggorillas wurden hier dabei gefilmt, wie sie Wildererfallen demontierten. Ein Gorilla-Tracker wollte in Sichtweite des Kuryama-Clans eine Falle entschärfen, aber der Silberrücken hielt ihn mit Grunzlauten zurück, bis zwei vierjährige Gorillas kamen und die Falle demontierten. Offenbar erkannte der Silberrücken die Gefahr der Falle, schützte auch den Wildhüter und ließ zwei geübte Entschärfer ihren Job erledigen.
  • Aufnahmen aus Juli 2019 zeigen, wie ein bisher unbekannter Wolf eine Grünbrücke über die A3 überquert hat. Laut Landesumweltamt NRW lief der Wolf in hohem Tempo in Richtung Wahner Heide in der Nähe des Köln/Bonner Flughafens. Wo der Wolf geblieben ist, ist unklar.
  • Ebenfalls Wildkamerabilder belegen die Anwesenheit von Wolffamilien im nahe gelegenen Westerwald. Bei Bad Hönningen spielte eine Wölfin mit fünf Welpen vor einer Fotofalle, im Landkreis Altenkirchen sind im letzten Jahr zwei Schnappschüsse von einem Einzelwolf entstanden.
  • Die Polizei in Eschwege rückte aus, um einen angeblichen Falken zu befreien. Das Tier, zweifellos ein Greifvogel, war gegen eine Glasscheibe der Rückwand einer Bushaltestelle geflogen und zwischen dem Haltestellenhäuschen und einem Maschendrahtzaun gefangen. Die beherzten Beamten befreiten den Vogel aus seiner misslichen Lage und ließen ihn ohne Kontrolle der Personalien fliegen.
    Der Vogel auf dem Foto in der Pressemeldung sieht einem Sperber oder Habicht erstaunlich ähnlich.

Strandungen

  • Groß durch die Medien ging ein angeblich augenloses, delfinartiges Tier, das in Playa Los Destiladeras an der Pazifikküste Mexikos angeschwemmt wurde. Der Mirror berichtete. Wir nehmen morgen ausgiebig Stellung zu dem Fund.
  • Bei Nare Point an der Kanalküste von Cornwall ist am Freitag, 14.02. ein Finnwal lebend gestrandet. Die folgende Ebbe hat er trotz eifriger Bemühungen von Helfern nicht überlebt. Sein Körper zeigt Seil-Abdrücke, bei youtube gibt es ein kurzes Video des Tieres.
  • Auf der dänischen Insel Rømø (deutsch Röm) ist ebenfalls am Freitag, 14.02. ein Cuvier-Schnabelwal (Ziphius cavirostris)gestrandet. Für diese Tiefwasserbewohner ist die Nordsee ein untypischer Lebensraum. Hat das Auftauchen dieses Wales mit der Strandung von Pottwalen an der Küste Großbritanniens zu tun? Pottwale und Cuvier-Schnabelwale sind beides Tieftaucher, die sich hauptsächlich von Kalmaren ernähren.
  • Bereits am 13.02. ist ebenfalls ein Cuvier-Schnabelwal im Süden Brasiliens gestrandet. Obwohl er lebend strandete, konnte er nicht gerettet werden.
  • An der schottischen Nordseeküste bei Aberdeen ist ein größtenteils skelettierter Wal angespült worden. In den sozialen Medien hat dies für Wirbel und die üblichen Spekulationen geführt, vor allem, weil schlechte Fotos keine eindeutige Identifikation erlauben. Nick Davidson vom Scottish Marine Animal Stranding Scheme bestätigte, dass es sich um die Überreste eines Nordatlantischen Zwergwales handele, die im Oktober angespült worden sind und jetzt durch das schwere Wetter wieder freigelegt wurden.
  • Ein weiterer Strandfund gelang Erika Constantine in der Nähe von Charleston, South Carolina. Das halb verweste Tier, dessen Fotos auch für Wirbel sorgten, konnte aber schnell als Waschbärkadaver identifiziert werden.

Der Aberdeen-Fund mit Kind als Größenmaßstab, Reste eines Zwergwals

South Carolina Monster
Das South Carolina-Monster, ohne Größenvergleich, Reste eines Waschbären


Größere Arbeiten auf dem Server: Website ist am Wochenende kurzzeitig „down“

Ob die Nachtarbeit bei uns so aussehen wird?

In der Nacht von Samstag, 22.2. auf Sonntag, 23.2.2020 führen wir größere Wartungsarbeiten auf dem Server durch. Wir werden damit einige technische Probleme behandeln, zudem wird die Website ein neues Aussehen und einige Zusatzfeatures erhalten.

Wir bemühen uns, die „Downtime“ so kurz wie möglich zu halten. Samstag um 18 Uhr beginnen wir mit der Arbeit und sind hoffentlich bis Sonntagfrüh, 8:00 Uhr fertig.

Die Presseschau wird am nächsten Montag, den 24.2. wie üblich erscheinen, allerdings wird der Redaktionsschluss auf Samstag, 15 Uhr vorverlegt.


Feld-Ornithologisches

Allgemeines:

Unbekannte haben in der Nähe von Wesel die Bäume einer Kormoran-Kolonie abgesägt. Die Kolonie lag auf einer Insel in einem See, hier liegen nur noch Haufen von Ästen. Nach Aussage des NABU Wesel nutzen bis zu 100 Kormorane die kleine Insel im Bergen-See als sicheren Schlafplatz.

Peter Malzbender, Vorsitzender des NABU-Kreisverbands Wesel ist sich sicher, wer die Insel so zerstört hat, muss mit einem Boor und einer Motorsäge auf die Insel gefahren sein. Bereits im Januar hatte ein Vogelkundler den Schaden bemerkt und die Straftat angezeigt. „Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist die Beseitigung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten verboten“, sagt Klaus Horstmann, Vorsitzender der Untern Naturschutzbehörde des Kreises Wesel. „Eine solche Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.“ Die Behörde hofft auf Zeugenaussagen von Wanderern und Anwohnern.

Vor rund 30 Jahren war der Kormoran in mitteleuropäischen Binnenland beinahe ausgerottet, mittlerweile erobert er seine alten Lebensräume zurück. Die Bestände bei Bislich sind in den vergangenen Jahren nicht weiter gestiegen, der Vandalismus könnte diese Bestände bedrohen.

Tipp der Redaktion an die Ermittlungsbehörden: Geht undercover in die Vereinslokale der Angelvereine.

 

Neu in der vergangenen Woche

  • Der WDR-Rundfunk meldete am Freitag (14.02.), dass die ersten Störche im Naturschutzgebiet „Bislicher Insel“ bei Wesel am Niederrhein eingetroffen sind.
  • Der NABU meldet, dass der Kranichzug bereits im vollen Gange ist. Auf beiden Hauptrouten sind die großen grauen Vögel unterwegs, wobei die Südroute über Hessen den größeren Verkehr hat. Am 10.2. wurden im Lahntal bei Marburg 8400 Kraniche, am 13.2. an der selben Stelle zahlreiche kleinere Fluggemeinschaften mit noch einmal 6800 Tieren gezählt.
  • In den Niederlanden sind vier Baikal- oder Gluckenten (Anas formosa) aufgetaucht.
  • Auf dem Wylerberg bei Kranenburg (bei Kleve am Niederrhein) wurde ein Seidensänger Cettia cetti beobachtet.

Die „immer noch da“-Meldungen:

  • Die Polarmöwe in der Nordsee wird jetzt von Helgoland gemeldet.
  • Der Freiburger Schildrabe bleibt vor allem in Bahnhofsnähe. Ist es vielleicht ein Zugvogel?
  • Die neulich beobachtete Zwergammer am Drachenfels ist wieder da
  • Die Ringschnabelenten der Abgrabung Bärensee in Rastatt und im Neustädter (Rübenberge) Krankenhaus-Teich sind noch vor Ort. Die anderen beiden scheinen abgewandert zu sein.
  • Die Kanadapfeifente hält auf der Luppe in Leipzig die Stellung.
  • Auf dem Ismaninger Speichersee hat sich die Zwergscharbe wohl eingerichtet.
  • Eismöwen werden vom Meldorfer Speicherkoog, Helgoland und Lingen (Ems) gemeldet.

Nicht mehr gemeldet:

  • Nicht verwunderlich, dass die Großgreifvögel nur eine Stippvisite hatten.
  • Der Gelbschnabeltaucher vom Müggelsee wurde nicht mehr beobachtet.
  • Die Ringschnabelmöwe vom Hitdorfer Hafen ist wohl auch abgewandert. Die Fotoaktion letzte Woche war wohl gerade noch rechtzeitig.

In diesem Zusammenhang möchte die Redaktion auf den Atlas Deutscher Brutvogelarten hinweisen. Das umfassende Werk von über 300 Arten gibt es für nur € 29,95 beim Humanitas-Versand zum Download.


Zu guter Letzt: Weltgrößter Höhlenfisch entdeckt

In der Um Ladaw Höhle, im Bundesstaat Meghalayain Nordostindien hat der Biologe Daniel Harries den bisher größten, bekannten Höhlenfisch entdeckt. Dieser Fisch wiegt etwa zehnmal soviel, wie die bekannten Höhlenfische. „Meine erste Reaktion, als ich den Fisch sah war: ‚Wir brauchen ein größeres Netz!'“, sagte Harries der National Geographic. Die Tiere scheinen mindestens 40 cm Länge zu erreichen. Wie alle Höhlenfische hat die neu entdeckte Art zurückgebildete Augen und ist weiß gefärbt.

Bei den Tieren handelt es sich um Karpfenfische, die eng mit dem „Golden Mansheer“ Tor putitora verwandt sind. Möglicherweise ist der Prozess der Artbildung noch im Gange. Tor putitora ist einer der größten Karpfenfische und kann über 1,5 m Länge und mehr als 50 kg Gewicht erreichen.


* Warum wir wissenschaftliche Namen nicht kursiv schreiben:

Wir wissen natürlich, dass man wissenschaftliche Namen in Texten kursiv schreibt. Wir würden das auch hier gerne machen, leider hat unser Template genau in dieser Funktion einen Bug (technischen Fehler). Dieser Fehler sorgt dafür, dass eine kursive Formatierung immer gleichzeitig fett hervorgehoben wird. Außerdem wird im Fließtext, jedoch nicht in Kurzzusammenfassungen und Suchmaschinentexten ein weiteres Leerzeichen vor und hinter dem Text angezeigt.
Daher haben wir uns entschieden, wissenschaftliche Namen nicht kursiv zu schreiben, bis wir eine Lösung für das Problem gefunden haben.

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