Presseschau Kalenderwoche 52/2019

Die letzte Presseschau des Jahres

Auch „zwischen den Jahren“ passiert so viel, dass wir uns nicht einfach so zurücklehnen möchten. Statt dessen haben wir weiter recherchiert und Nachrichtenmeldungen für euch gesammelt. Leider haben in dieser Woche einige Social-Media-Schreiber „Altigkeiten“, also ältere Meldungen wieder hochgeholt, um sie erneut als News zu verkaufen. Wir versuchen, das zu vermeiden.

Wir wünschen allen Lesern ein schönes Silvester und einen guten Rutsch ins Jahr 2020.

Eure Redaktion


Die Dürre in Deutschland trifft das Wild – und die Jäger

Zwei Europäische Wildschweine
Wildschweine liefen auch 2019 den Jägern am häufigsten vor die Flinte

Den deutschen Jägern ist im vergangenen Jahr weniger Wild vor die Flinte gelaufen. Insgesamt konnte in Deutschland knapp 28.000 t Wildfleisch „gewonnen“ werden, das ist etwa ein Siebtel oder 14% weniger als in der Vorsaison.
Etwa die Hälfte des Fleisches kam vom Wildschwein, dessen Menge aber um mehr als ein Viertel zurück ging, die letzte Saison galt aber auch als besonders gut. „Die Jäger haben dagegen im Herbst 2018 viel weniger Frischlinge in den Wäldern antreffen können als gewöhnlich“, sagte ein Sprecher des Deutschen Jagdverbandes. Viele Jungtiere haben wohl das trockene Frühjahr 2018 nicht überlebt. Mittlerweile haben sich die Bestände jedoch erholt.

Das Angebot von Reh stieg um etwa 10%, Rot- und Damwild liegen auf dem Niveau des Vorjahres.


Gelbfiedrige Mutation des Banks-Rabenkakadu entdeckt

Solche Funde gibt es immer mitten im Nirgendwo. In diesem Fall ist das „Mitten im Nirgendwo“ die kleine Stadt Bunbury, etwa 150 km südlich von Perth in Westaustralien. In der Nähe der Polizeiwache wurde das seltsame Tier am häufigsten gesichtet. Wie der Name Banks-Rabenkakadu (Calyptorhynchus banksii*) erwarten lässt, sind normale Tiere der Art nahezu vollständig schwarz. Die Männchen tragen rot gebänderte Steuerfedern am Schwanz, die für ihren englischen Namen  „red-tailed black cockatoo“ Pate stehen.

Dieser Kakadu ist anders. Er ist nicht schwarz, sondern schwarz-gelb gescheckt. Johnny Prefumo, Biologe und Birdwatcher beobachtete den Vogel das erste Mal im Februar 2019, seit dem sieht er ihn regelmäßig. Er sagt: „Ich fuhr im Auto, als ich ihn das erste Mal sah. Ich dachte schon, es sei das Licht, und als ich realisierte, was ich sah, hatte ich beinahe einen Unfall.“ – „Ich ging hinter die Polizeiwache, hörte einen größeren Schwarm Kakadus, sah hoch und da war er.“

Laut dem australischen Sender ABC hat der Vogel eine Mutation, die zu Leuzismus, nicht Albinismus führt. Vermutlich der selbe Vogel wurde in Bedfortdale, direkt südlich von Perth, 150 km nördlich gesichtet. Die westliche Unterart der Banks-Rabenkakadus gilt als stark bedroht.

Bilder und ein Video des Vogels gibt es hier.


Bernstein mit Vogelküken entdeckt

Bernstein mit Inklusen
Bernstein hat häufig Inklusen, oft auch mit wissenschaftlichem Wert.

Mit etwa 100 Millionen Jahren ist das eines der ältesten Vogelküken, das je gefunden wurde. Es ist nahezu vollständig in einen Bernsteinklumpen eingeschlossen, den Arbeiter im Hukawng Valley im Norden Myanmars gefunden haben. Ein so besonderes Exemplar befeuert natürlich die Forschung und bringt neue Erkenntnisse über die Vielfalt und Evolution von frühen Vögeln und die Entwicklung der Federn.

Das Küken ist auf eine besondere Art konserviert. Die Knochen sind nicht erhalten, aber die äußere Begrenzung des Körpers liegt als Negativform vor, mit einer detaillierten Hautoberfläche und von Federn umgeben.

Erste Ergebnisse gibt es bereits, vor allem zu der -für die damalige Zeit- ungewöhnliche Form der Füße. Scientific Reports von Nature berichtete.


Blainville’s Schnabelwal in Spanien gestrandet

Ein junger Blainville-Schnabelwal Mesoplodon densirostris ist am 27. Dezember an der Küste des nordspanischen Ortes Ribiera (einige km südwestlich von Santiago de Compostella) gestrandet. Die spanische Organisation CEMMAcetaceos nimmt sich dem seltenen Fund an.

Leider wurde diese Meldung nur via Facebook veröffentlicht.


Weihnachtskarpfen leistet Widerstand

Karpfen sind wichtige Speisefische – und manchmal unberechenbar

Karpfen gründeln gerne. Dabei nehmen sie bestimmte Blaualgen auf, die ihnen einen „muffigen“ Geschmack verleihen. Damit dieser Geschmack verschwindet, pflegt man sie vor dem Verzehr einige Tage bis Wochen in sauberem Wasser.

Eine Kundin bei Ceska Lipa (Böhmisch Lipa, Tschechien) wollte offenbar einen besonders gut schmeckenden Karpfen auf den Weihnachtstisch bringen. Anstatt – wie üblich – den Fisch vom Fischhändler töten und ausnehmen zu lassen, setzte sie ihn in eine kleine Plastikwanne, legte eine Plastiktüte darüber und setzte die Wanne auf den Beifahrersitz ihres Autos. Der Fisch schien zu ahnen, was mit ihm passieren sollte und sprang irgendwann auf den Schoß der 62jährigen Fahrerin.

Die Frau erschrak so sehr, dass sie mit dem Auto gegen einen Betonmast der Straßenbeleuchtung krachte. Sie wurde schwer verletzt, ein Hubschrauber brachte sie ins Krankenhaus. Eine Sprecherin der örtlichen Polizei erklärte, dass die Frau nicht in Lebensgefahr sei. Was aus dem mutigen Karpfen wurde, ist unklar.


Feld-Ornithologisches

Nach den weihnachtlichen Festessen zieht es die Menschen vor die Tür. Das sonnigere Wetter unterstützt das – und schon gehen die Beobachtungszahlen wieder hoch:

Neu ist diese Woche:

  • Auf dem Müggelsee in Berlin schwimmt ein Gelbschnabeltaucher (Gavia adamsii).
  • Im Norden von Köln bzw. in Leverkusen Hitdorf melden mehrere Beobachter eine Ringschnabelmöwe (Larus delawarensis). Nach unseren Informationen war sie mindestens auch im letzten Winter hier. Sie schien aber nur über Weihnachten zu bleiben, ab 28.12. war sie nicht mehr vor Ort zu sehen.
  • Auf Helgoland ist wieder ein Taigazilpzalp aufgetaucht.
  • In Useburg, 20 km südlich von Magdeburg wurde ein beringter Goldhähnchen-Laubsänger (Phylloscopus proregulus) gemeldet.
  • Das kühlere Wetter hat einen weiteren Peak an Seidenschwanz-Beobachtungen ausgelöst. Sie finden nahezu alle an der Küste, in Niedersachsen, Hamburg und den neuen Bundesländern statt.

Zu den „immernoch da“-Meldungen gehört:

  • Der Schildrabe erfreut immer noch die Vogelfreunde in Olbernhau (Erzgebirge).
  • Die Kanadapfeifente ist immernoch auf dem Cospudener See bei Leipzig.
  • Die Eismöwe (Larus hyperboreus*) ist nach wie vor vor Helgoland unterwegs.
  • Die Ringschnabelente auf dem Hiltruper See in Münster bleibt zunächst vor Ort.
  • Die Polarmöwe, die letzte Woche auf Helgoland auf Helgoland beobachtet wurde, ist noch da.
  • Die Prachteiderente in der Schleimündung zeigt nun ihr volles Prachtkleid.

Nicht mehr gemeldet:

  • Die Ringschnabelente vom Rhein bei Rastatt wird nicht mehr gemeldet
  • Der vermeintliche Kaiseradler aus Hetlingen ist nicht wieder aufgetaucht

Zu guter Letzt: tausende von Meeresschildkröten


* Warum wir wissenschaftliche Namen nicht kursiv schreiben:

Wir wissen natürlich, dass man wissenschaftliche Namen in Texten kursiv schreibt. Wir würden das auch hier gerne machen, leider hat unser Template genau in dieser Funktion einen Bug (technischen Fehler). Dieser Fehler sorgt dafür, dass eine kursive Formatierung immer gleichzeitig fett hervorgehoben wird. Außerdem wird im Fließtext, jedoch nicht in Kurzzusammenfassungen und Suchmaschinentexten ein weiteres Leerzeichen vor und hinter dem Text angezeigt.
Daher haben wir uns entschieden, wissenschaftliche Namen nicht kursiv zu schreiben, bis wir eine Lösung für das Problem gefunden haben.

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