• Tag Archives Riesenwuchs
  • Der Sasquatch und das FBI

    In Filmen und Serien, auch in manchen Büchern ist das FBI, kurz für Federal Bureau of Investigation eine machtvolle Behörde. Je nach Ausrichtung sind sie mal die Guten und mal der Teufel in Amtsform. Dem NfK liegt allerdings nichts daran, die Moralität der zentralen Sicherheitsbehörde der Vereinigten Staaten zu bewerten. Wir werden erst aktiv, wenn es um Kryptozoologie geht.

    Und genau mit Kryptozoologie hat sich auch das FBI befasst. Der amerikanische „Freedom of Information Act“, das Gesetz zur Informationsfreiheit von 1967 gibt jedem Menschen auf der Welt das Recht, nach Informationen zu fragen, die in Akten einer Behörde der Vereinigten Staaten stehen und noch nicht veröffentlicht wurden. Ausnahmen betreffen geheimes Material, behördeninterne Kommunikation und nicht gerechtfertigtes Eindringen in die Privatsphäre einzelner Menschen.

    Hat das FBI Sasquatch-Proben untersucht?

    Auszug aus dem Atlas mit Bigfoot-Nachweisen
    Auszug aus dem Atlas des US Army Corps of Engineers mit einer Karte von Spuren und einer Sasquatch-Zeichnung.

    In diesem Rahmen forderte das „Bigfoot Information Center and Exhibition (BIC)“ Informationen vom FBI über den Sasquatch an – 1976. Die Idee, das FBI zu kontaktieren, kam dem BIC durch einen Scherz des US Army Corp of Engineers. Die Engineers publizierten zu dieser Zeit regelmäßig lokale Kartenwerke mit einer detailierten Darstellung der Fauna und Flora der USA. In der Ausgabe zum Pazfischen Nordwesten von 1975 gab es eine Referenz zum Sasquatch: Eine vollständige Karte mit möglichen Sichtungen und einem kryptischen Hinweis auf das FBI: „Angebliche Sasquatch-Haarproben, die von FBI-Laboratorien untersucht wurden, führten zu der Schlussfolgerung, dass bei keinem Menschen oder derzeit bekannten Tier, das darauf untersucht wurde, solche Haare vorhanden sind.“

    Jede Menge Anfragen

    Natürlich blieb dieses bisschen Information nicht ungelesen. Der eine Satz verursachte eine ganze Reihe von Nachrichtenmeldungen, das FBI bekam natürlich eine Menge Anfragen zum genauen Ergebnis der Haaranalyse.

    So bat auch Peter Byrne, damals Direktor des BIC, das FBI am 26.08.1976 um Aufklärung.

    Die Antwort des FBI

    Flußtal in Nordamerika
    Auf dieser Sandbank soll in den 1970er Jahren ein Sasquatch gesehen worden sein. War das ein Irrtum?

    Die Behörde antwortete, dass sie bisher keine Analyse von Haaren eines Kryptiden durchgeführt habe und daher auch keine weiteren Informationen zum Thema liefern könne. Doch die BIC wäre nicht die BIC, wenn Byrne dem FBI nicht hätte weiterhelfen können. Er schickte ein Paket mit einer Probe aus 15 Haaren auf einem Stückchen Haut nach Washington D.C. Er und sein Team könnten es nicht analysieren, ob das FBI nicht helfen könne.

    Das FBI konnte helfen. Obwohl man in erster Linie nach Beweisen für die Strafverfolgung suche, könnte man in Einzelfällen Ausnahmen machen, insbesondere wenn öffentliches oder wissenschaftliches Interesse bestehe, schrieb der damalige Assistant Director Jay Cochran am 24.02.1977 zurück. „Ergebnis unserer Untersuchungen war, dass die Haare von einem Tier aus der Familie der Hirsche stammen.“

    Nichts Neues aus Washington

    Fall geschlossen. Es gibt keinen Sasquatch, jedenfalls was die einzige bekannte Haaruntersuchung des FBI in der Kryptozoologie angeht.

    Quelle:

    Motherboard: The FBI has published its cache of Bigfoot Files

    FBI: Kopien des Vorganges


    Kommentar

    Von Tobias Möser

    Blick über Redwood-Wälder mit tiefhängenden Wolken
    Abends hört man aus den Redwood-Wäldern oft unheimliche Rufe und Trommeln. Nur ein Tier?

    Diese Meldung ist vorgestern auf dem Internetportal vice.com veröffentlicht worden und wurde in den sozialen Medien stark geteilt und diskutiert. Neu ist daran nichts, selbst die älteste „neue“ Tatsache, ist über 40 Jahre alt: 1976 hatte jemand beim FBI genug Interesse an Kryptozoologie, um die Anfrage von Peter Byrne nicht umgehend abzulehnen und den Brief zurückzuschicken.

    Allerdings hat sich seit der Antwort des FBI in Sachen Sasquatch nichts Substanzielles getan. Gute Aufnahmen fehlen nach wie vor, es gibt ein paar hundert vermeintliche Fußabdrücke, Wegzeichen und Berichte von Lautäußerungen. Eine groß angelegte, angeblich wissenschaftliche Studie haben unerfahrene Labormitarbeiter so sehr versaut, dass sich keine Peer-Review-Zeitschrift zur Publikation fand.

    Einzelne Projekte geben immer wieder an, sie hätten eine neue, heisse Spur. Die einen haben den Abdruck eines im Matsch sitzenden und Äpfel schmausenden Bigfoot. Die anderen kommen mit einer Nahaufnahme, die so sehr nach der Star Wars Figur Chewbakka aussah, dass man sich fragt, wo George Lukas bei seinen Nebenfiguren geholfen hat.


  • Kenia: Riesiges Raubtier versteckte sich 40 Jahre im Museum

    Die reiche fossile Fauna Kenias ist um eine weitere Art reicher. Die Paläontologen Matthew Borths und Nancy Stevens von der Ohio University beschrieben die ArtSimbakubwa kutokaafrika

    aus dem frühen Miozän vor etwa 20 Millionen Jahren. Auch wenn der Name Bezug auf den Löwen („Simba“ auf Suaheli = Macht oder Löwe) nimmt, hat das neu entdeckte Tier wenig mit den heutigen Löwen gemein.

    Ein Hyaenodont

    Ein Hyaenodon steht auf einer Wiese vor Palmen und fletscht die Zähne vom Betrachter abgewandt
    Hyaenodon ist die Typusgattung der ganzen Familie, mögliches Aussehen in einem Bild von Heinrich Harder

    Schon 2013 forschte der Paläontologe Matt Borths am Nairobi National Museum in Kenia über Hyaenodonten. Diese Tiere stellen eine bis heute etwas rätselhafte Gruppe fleischfressender Säugetiere dar, die möglicherweise mit den heutigen Raubtieren und den Schuppentieren eine eigene Kladde namens Ferae bildet.
    Die meisten Hyaenodonten ähnelten modernen Hunden oder Hyänen. Sie waren als Zehen- oder Sohlengänger für schnelles Laufen angepasst, trugen oft vergleichsweise große Schädel mit langen, schmalen Schnauzen. Sie waren spezialisierte Fleischfresser. Die Backenzähne waren als Brech- und Fleischschere ausgebildet, bei ihnen lag der Schwerpunkt auf dem zweiten Backenzahn im Oberkiefer und dem dritten Backenzahn im Unterkiefer. Bei den modernen Raubtieren liegt die Schere weiter vorne, sie wird vom vierten Prämolar im Oberkiefer und dem ersten Backenzahn des Unterkiefers gebildet.

    Die ersten fossilen Hyaenodonten traten vor 61 Millionen Jahren auf. Sie waren zunächst sehr klein, so war ein in Messel gefundenes Fossil der GattungLesmesodonmit etwa 20 cm ausgewachsen. Die größten Formen, zu denen auch die neu entdeckte Art gehört, waren ziemlich sicher größer als heutige Großkatzen. Sie starben im Oligozän in Europa aus, während sie in Afrika und Asien noch bis vor etwa 11 Millionen Jahren überlebten.

    Lächelnder Mann zeigt einen Unterkieferast mit drei Zähnen, der so breit ist, wie seine Schultern
    Matth Borths zeigt den Unterkiefer des neu beschriebenen Fossils. (Duke University)

    Die Hyaenodonten waren eine sehr erfolgreiche Tiergruppe, sie besiedelten mit Nordamerika, Europa, Afrika und Asien alle über Landbrücken erreichbaren Kontinente. Hierbei bildeten sie eine Vielzahl von Arten. Die neueste Revision der Gruppe zählt beinahe 100 Gattungen in 12 Gruppen. Die interne Systematik ist jedoch noch nicht ausreichend geklärt.

    Dem breiten Publikum wurden die Hyaenodonten durch die BBC-Animationsserie „Walking with beasts – Die Erben der Saurier“ bekannt. Im dritten Teil der Serie, der im späten Oligozän der Mongolei spielt, fressen sie die Todgeburt eines riesigen Huftieres.

    Simbakubwa kutokaafrika

    Bei der Suche nach bisher nicht untersuchten Fossilien in der Sammlung des Museums traf Matt Borths auf Teile des Schädels, Unterkiefers und anderer Knochen. Sie wurden 1978 und 1980 bei einer Ausgrabung an der Fundstelle Meswa Bridge, 1,5 Kilometer nördlich von Muhoroni in Kenia gefunden. Man hatte dort ursprüngliche Affen gefunden:Proconsul meswae. Er ist einer der frühesten bekannten Vertreter der Menschenaffen.

    Schädel eines rezenten Löwen und der Unterkiefer von Simbakubwa. Der Unterkiefer ist länger als der ganze Schädel
    Schädel eines modernen Löwen (oben) aus Kenia über dem Kieferfragment von Simbakubwa. Auch wenn der Schädel des Hyaenodontiers annähernd doppelt so groß war, wie der rezente Löwe, war das Tier selber „nur“ 15 bis 25% größer. Foto: Matt Borths

    Die Knochen vonSimbakubwawurden falsch als „Hyaene (?)“ beschriftet, was bei Nicht-Zielarten von Ausgrabungen regelmäßig vorkommt. Sie zeichnen sich durch eine beeindruckende Größe aus, so ist der nicht vollständig erhaltene linke Unterkiefer-Ast länger als der Schädel eines rezenten Löwen. Auf dem Fossil sind drei Zähne erhalten geblieben: ein Eckzahn, ein Vorbackenzahn und der letzte Backenzahn. Auch im Oberkiefer sind Zähne erhalten geblieben. Aufgrund der sehr geringen Abnutzung gehen die Erstbeschreiber von einem jungen, beinahe erwachsenen Tier aus.

     

    Probleme der Rekonstruktion

    Mauricio Antons Bild von Simbakubwa
    Simbakubwa war ein mächtiger Räuber. (Grafik: Mauricio Anton)

    Die Zähne vereinfachen die Rekonstruktion des Tieres deutlich:Simbakubwa„vereint Zahninformationen, ein wenig Schädelinformationen und ein paar Skelettinformationen. So kann man einen Großteil des Materials zu vereinen, das herumschwirrt. Es hilft wirklich, diese ganze Gruppe riesiger Fleischesser zu kontextualisieren“, sagt Borths. Er bezieht sich auch auf das Problem, dass die meisten Hyaenotontier nur durch bruchstückhafte Fossilien überliefert sind.

    Die Bruchstücke von Schädel und Kiefer lassen auf einen sehr großen Kopf und damit ein spektakulär großes Tier schließen. Leider ist nicht viel des Körperskelettes überliefert. So können Borths und Stevens über die tatsächliche Größe vonSimbakubwa kutokaafrikanur sehr unsichere Schätzungen abgeben. Sie nutzen drei Methoden, um das Gesamtgewicht des Tieres anhand der vorhandenen Knochen und Zähne abzuschätzen.

    • Methode 1 (Morlo 1999) wurde zur Größen- und Gewichtsabschätzung von Hyaenodontiern des Eozäns aus Nordamerika und Mitteleuropa entwickelt. Sie bezieht sich jedoch nur auf kleine bis mittelgroße Tiere von bis zu 10 kg. Nutzt man diese Methode, erhält man ein errechnetes Endgewicht von 1308 kg.
    • Methode 2 (Friscia & Van Valkenburgh 2010) nutzt die Länge des dritten Backenzahns, um die Körpermaße abzuschätzen. Sie bezieht sich auf Katzenartige, die aber ausreichend Ähnlichkeit im Körperbau haben, so Borths und Stevens. Nutzt man diese Methode, erhält man ein errechnetes Endgewicht von 1554 kg.
    • Methode 3 stammt von Van Valkenburgh 1999 und nutzt ebenfalls die Maße des dritten Backenzahns. Sie bezieht sich ausdrücklich auf Raubtiere über 100 kg. Sie schließt in ihrer Datenbasis stärker und weniger stark spezialisierte Fleischfresser mit ein. Nutzt man diese Methode, erhält man ein errechnetes Endgewicht von 280 kg.
    Simbakubwa im Größenvergleich zu einem rezenten Mensch. Er war gewaltig - und für die damals dort lebenden Tiere
    Silhouetten von Simbakubwa und Maßstabsmensch im Vergleich. Bild: Matt Borths / Mauricio Anton.

    Schlagartig populär

    Diese Riesenmaße lassen aufhorchen. Ein Fleischfresser von über 1,5 t Gewicht und das bei einem nicht ausgewachsenen Tier! Das muss doch der reinste Höllenhund gewesen sein! Dem entsprechend reagieren auch die Sozialen Netzwerke, die Nachricht über dieses Tier wird unkritisch hin und her geschoben.

     


    Kommentar: Methoden der Rekonstruktion und wahrscheinliche Ergebnisse

    von Tobias Möser

    Hinterfragt man die Methoden genauer, so kommen schnell Zweifel an den Maßen auf. Zunächst entsteht der generelle Zweifel, ob ein landbewohnender Fleischfresser von 1500 kg überhaupt in der Lage ist, sich zu ernähren. Die größten, heute lebenden Fleischfresser auf dem Land sind die Braunbären von Kodiak und Kamtschatka. Sie erreichen in Extremfällen und mit viel Winterspeck 750 kg. Das ist gerade einmal die Hälfte der Schätzung und bezieht sich zudem auf ein Tier mit massigerem Körperbau, das sich einen Großteil der Masse als Winterspeck mit Früchten und Fisch angefressen hat.

    Vergleich des Körperbaus von Simbakubwa und Panthera leo
    Vergleich des Körperbaus von Simbakubwa und einem rezenten Löwenmännchen. Der Mensch ist im gleichen Maßstab wie Simbakubwa, der Löwe wurde auf die Schulterhöhe von Simbakubwa vergrößert. (Bild: Borths/ Anton/ Möser)

    Die nächsten Zweifel entstehen, wenn man die Silhouette der Rekonstruktion näher betrachtet. Sie erscheint nicht übermäßig massig, sondern eher gestreckt. Ich habe zum Vergleich einmal die Silhouette eines rezenten Löwen (grün) darüber gelegt und diesen auf die Größe des Hyaenodonten vergrößert.
    Simbakubwaist etwas gestrecker und seine abfallende Hüfte und ein weiter vorgestreckter Kopf fallen auf. Daher dürfte das Gewicht des Körpers etwas unter dem eines gleich langen, hypothetischen Löwen liegen. Hier kommt aber zusätzlich das Gewicht des längeren Schädels und sicherlich auch stärkerer Nackenmuskulatur hinzu.

    Zahlen bitte!

    Zur weiteren Abschätzung habe ich mich an die Schattenrisszeichnung gehalten, die dem Pressematerial zur Originalarbeit beiliegt. Sie suggeriert als ungefähre Daten eine Schulterhöhe von 1,25 m und eine Kopf-Rumpflänge von 2,60 m (so, wie gezeichnet) bzw. 2,90 m (gestreckt). Dies entspricht etwa dem größten (ausgestorbenen) amerikanischen Löwen, der je gefunden wurde. Hier sind 1,25 m Schulterhöhe und 2,60 m Kopf-Rumpflänge (gestreckt) gemessen worden. Auch ein Liger (Löwe x Tiger Hybrid) kann als Vergleich herangezogen werden. Dieser hat den Vorteil, dass er heute lebt und man ihn relativ einfach wiegen kann. Hier sind Gewichte von über 300 kg bis zu 400 kg bekannt.  Hieraus würde sich ein realistisches Gewicht fürSimbakubwavon etwa 350 kg bis 450 kg ergeben.

    Größenvergleich zwischen Simbakubwa und einem männlichen Königstiger mit einer Schulterhöhe von 0,95 m. Der Mensch ist 1,8 m groß, alle Tiere sind im gleichen Maßstab gezeichnet.

    Eine andere Möglichkeit ist, aus den gegebenen Maßen zu extrapolieren. Ein männlicher Königstiger mit 95 cm Schulterhöhe und einer KRL von 200 cm bringt etwa 180 bis 230 kg auf die Waage. Dies habe ich in der Silhouetten-Zeichnung dargestellt, Tiger in orange.
    Hier kann man einfach extrapolieren (Simbakubwaist etwa 1,45 mal so lang, 1,19 mal so hoch, die Körperbreite lässt sich nur spekulieren, ich rechne je einmal mit 1,19 und 1,45). Hieraus ergibt sich eine Spanne zwischen 370 kg und 575 kg, am wahrscheinlichsten bei ca. 470 kg.

    Ungeeignete Schätzverfahren?

    Recherchiert man ein wenig im Netz, erhält man regelmäßig Abweichungen um ein Vielfaches bei der Gewichtsschätzung von Hyaenodonten. Ich gehe davon aus, dass mindestens eine der Methoden, die angewandt werden, grob fehlerhaft ist und deswegen so starke Abweichungen zustande kommen. Von vielen Hyaenodonten ist nur wenig Material und dann hauptsächlich Schädel- und Kieferknochen überliefert. Hinzu kommt, dass Hyaenodonten ein großes Spektrum an Körpergrößen abdeckten, von Wieselgröße bis jenseits rezenter Großkatzen, teilweise sogar innerhalb derselben Gattung. Dies ist zwangsläufig mit unterschiedlichen Proportionen verbunden, die unterschiedliche Gewichtsberechnungen erfordern.
    Da ist es verlockend, deren Maße in erprobte Formeln für Katzen- oder Hundeartige einzugeben. Hyaenodonten scheinen aber im Vergleich zu diesen moderneren Räubern einen wesentlich längeren Schädel und vor allem Kieferbereich gehabt zu haben. In nahzu allen wissenschaftlichen Darstellungen werden sie als massig, aber länger als gleichhohe Katzen dargestellt.

    Dennoch: ein Tier von 2,90 m KRL und 1300 bis 1550 kg wäre gebaut wie ein kleines Flusspferd. Wie dies den Realitätscheck des Autors und das Peer Review überstanden hat, ist mir unklar.


    Links

    Die Originalarbeit:
    Matthew R. Borths & Nancy J. Stevens (2019) Simbakubwa kutokaafrika, gen. et sp. nov. (Hyainailourinae, Hyaenodonta, ‘Creodonta,’ Mammalia), a gigantic carnivore from the earliest Miocene of Kenya, Journal of Vertebrate Paleontology, DOI: 10.1080/02724634.2019.1570222

    Abstract der 1. In der Originalarbeit verwendeten Methode, um das Gewicht des Tieres zu bestimmen:

    Michael Morlo (1999) Niche structure and evolutionin creodont (Mammalia) faunas of the European and North American EoceneNiches écologiques et évolution des faunes de créodontes (Mammalia) de l’Eocène de l’Europe et de l’Amérique du Nord, Geobios, DOI: 10.1016/S0016-6995(99)80043-6

     


  • Größte Biene der Welt wieder entdeckt

    Die größte Biene der Welt war die Wallace RiesenbieneMegachile pluto. Schwarz und etwa 4 cm lang erschien sie so etwas wie der Albtraum eines Insekten-Phobikers. Doch sie kam nur auf den indonesischen Inseln der nördlichen Molukken. Außerdem galt sie seit 1981 als ausgestorben.

    "AFP PHOTO / GLOBAL WILDLIFE CONSERVATION / CLAY BOLT"
    Dieses Foto wurde von der Global Wildlife Conservation am 21. Februar 2019 angeboten. Es zeigt den Entomologen und Bienenexperten Ely Wyman mit dem ersten entdeckten Exemplar der Wallace Riesenbiene (Megachile pluto) auf einer indonesischen Insel der Nordmolukken.
    „AFP PHOTO / GLOBAL WILDLIFE CONSERVATION / CLAY BOLT“

    Von Wallace entdeckt und beschrieben

    Alfred Russel Wallace, ein britischer Naturforscher sammelte ein einziges Exemplar der Biene 1859 im nördlichen Bereich der Molukken. Er beschrieb sie als „großes, schwarzes wespenähnliches Insekt mit gewaltigen Kiefern wie ein Hirschkäfer“. Danach verschwand die Megachile pluto für über 100 Jahre und wurde von keinem Wissenschaftler mehr registriert. 1981 untersuchte der Entomologe Adam Messer ihr Verhalten auf einer Reihe kleiner Inseln: Bacab, Halmahera und Tidore. Weitere Angaben sind widersprüchlich, nach seinem eigenen Bericht sind die Tiere den Einheimischen nicht bekannt gewesen. Er überlieferte dennoch den Namen „Raja ofu“: König der Bienen.

    Fotograf Clay Bolt fotografiert die größte Biene der Welt
    Die größte Biene der Welt an ihrem Nest. Nester werden nur von wenigen Weibchen genutzt, um dort Eier abzulegen.
    „AFP PHOTO / GLOBAL WILDLIFE CONSERVATION / CLAY BOLT“

    Die Weibchen sind tiefschwarz gefärbt und haben eine Gesamtlänge von bis zu 39 mm. Die Flügelspannweite kann 63 mm betragen. Auffällig sind die schon von Wallace beschriebenen Mandibeln („Zangen“), die drei Zähne tragen. Der Brustbereich und Hinterleib sind mit kurzen, schwarzen Haaren Bedeckt, am vorderen Hinterleib tragen sie eine dünne, helle Binde. Männchen bleiben deutlich kleiner und erreichen nur 18 bis 23 mm.

    Seit 1981 hat niemand mehr von einem Zusammentreffen mit der Riesenbiene berichtet. Sie galt als ausgestorben.

    Ist die größte Biene der Welt doch nicht ausgestorben?

    „Galt“, denn nun ist sie wieder entdeckt worden. Die Wiederentdeckung war kein Zufall. Clay Bolt, ein bekannter Naturfotograf und Bienenspezialist dokumentierte die Biene im letzten Monat. Dem Fund gingen Jahre harter Arbeit und Planung von Bolt voraus: Zusammen mit dem Bienenspezialisten Eli Wyman von der Princeton University planten sie die Suche nach Megachile pluto: „Wir wussten nicht, wo wir anfangen sollten, zu suchen“, sagte Bolt dem online-Magazin „Earther“. Über die Wallace-Riesenbiene ist nur sehr wenig bekannt, schon die Suche nach geeigneten Lebensräumen gestaltete sich schwierig.“


    Lage der nördlichen Molukken, die Insel Bacab ist markiert.

    Als dann Anfang 2018 ein Exemplar der Riesenbiene für 9000 US$ bei ebay versteigert wurde, bekam die Suche Dringlichkeit. „Wir entschieden, dass wir dahin fahren mussten“, sagte Bolt. „Erstens um sie in der Wildnis zu sehen, um sie zu dokumentieren, aber auch um die vor Ort Kontakte zu knüpfen, die zum Schutz der Biene beitragen können.“ – „Mein Traum ist es jetzt, diese Biene zu einem Symbol des Umweltschutzes in diesem Teil Indonesiens zu machen“, sagte der Fotograf.


    Empfehlung der Redaktion: Ton abstellen, auf der Tonspur kommen keine Informationen und die Musik nervt.

    Links:

    Spiegel online: Die größte Biene der Welt lebt doch noch

    Earther-tv: World’s Biggest Bee, Once Thought Extinct, Has Been Found Alive

    Vielen Dank an Lino für die Meldung