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Das Prehistoric Times Magazine meldet auf seiner Facebookseite einen besonderen Fund. In Jakutien, dem nordöstlichen Teil Sibiriens haben Forscher ein Wollnashorn aus dem Permafrost geborgen.

 

 

Das Prehistoric Times Magazin schreibt hierzu: „Ein weiteres ausgestorbenes Eiszeittier, das aus dem Permafrostboden exhumiert wurde: Forscher haben einen außergewöhnlich gut erhaltenen Kadaver eines jungen Wollnashorns in Jakutien entdeckt. Selbst die inneren Organe und der Mageninhalt sind erhalten. Sie müssen noch untersucht werden.

Wollnashorn
Das Wollhaarnashorn von der Seite

„Das junge Nashorn trägt dichte haselnussfarbene Haare und hatte ein Horn, das neben dem Kadaver lag. Gräber haben es Mitte August im Permafrostboden am Fluss Tirekhtyakh im Abyisky ulus (Distrikt) der Republik Sacha entdeckt.“

 

Wollhaarnashorn
Foto des Wollharnashorns von Valery Plotnikov

Es ist das bisher am besten erhaltene junge Wollnashorn aus Jakutien. Viele seiner inneren Organe – einschließlich seiner Zähne, eines Teils des Darms, eines Klumpens Fett und Geweben – sind seit Tausenden von Jahren im Permafrost erhalten.

Wollnashorn
Portrait des Wollhaarnashorns (Alle Fotos: Valery Plotnikov)

Erstaunlich gut erhaltenes Jungtier

Ersten Ergebnissen zufolge ist das Tier im Alter zwischen 3 und 4 Jahren zu Tode gekommen und blieb dann mindestens 20.000 Jahre im Permafrostboden erhalten. Der Kadaver hat noch alle vier Beine, einige Organe, sein Horn und sogar das wollige Fell ist teilweise erhalten. Die Fotos zeigen die besser erhaltene Seite des Tieres, die im Boden unten lag. Die andere Seite ist aufgebrochen, das Weichgewebe teilweise zersetzt, Knochen gucken heraus.

Der Kadaver wurde bereits im August entdeckt. Die Forscher danach mit der Bergung und Konservierung beschäftigt, so dass sie die Entdeckung erst jetzt publizierten. Eine genaue Untersuchung ist bereits angesetzt. Sie wird unter anderem den Mageninhalt identifizieren. Ebenso versuchen die Wissenschaftler, die Todesursache festzustellen und ein genaues Alter des Fundes zu ermitteln. Genug Material für genetische Proben scheint vorhanden zu sein, auch wenn das Wollnashorn an der anderen Seite nicht so gut erhalten ist, wie es die Fotos zeigen.


Permafrost-Mumien

Durch die Klima-Erwärmung tauen die Permafrostböden im Norden Russlands, Kanadas und Alaskas immer weiter ab. Vor allem in Russland gehen Menschen auf die Suche nach solchen Kadavern, nicht nur aus wissenschaftlichen Gründen. Durch das faktische weltweite Handelsverbot für Elfenbein von rezenten Elefanten ist Mammut-Elfenbein sehr begehrt und erzielt hohe Preise. Insbesondere dort, wo Flüsse den Permafrostboden an ihren Ufern erodieren, finden sie immer wieder Kadaver von eiszeitlichen Tieren.

 

Siehe auch:

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Von Tobias Möser

Tobias Möser hat Biologie, Geologie und Wirtschaftswissenschaften studiert. Schon als Kind war er vor allem an großen Tieren, Dinosauriern, später Walen interessiert. Mit der Kryptozoologie kam er erst 2003 in näheren Kontakt. Seit dieser Zeit hat er sich vor allem mit den Wasserbewohnern und dem nordamerikanischen Sasquatch befasst. Sein heutiger Schwerpunkt ist neben der Entstehung und Tradierung von Legenden immer noch die Entdeckung „neuer“, unbekannter Arten. 2019 hat er diese Website aufgebaut und leitet seit dem die Redaktion.