Kryptozoologische Presseschau 01/2021

Liebe Leserinnen und Leser,

 

Nanu? Wo ist Markus Kretschmer’s „Wort zum Sonntag“ hin? Keine Sorge, Markus nutzt die freien Tage über Weihnachten und Silvester um ein paar private Dinge zu regeln und deswegen im Moment wenig Zeit, ein „Wort zum Sonntag“ zu schreiben. Um ihn zu unterstützen bin ich diese Woche eingesprungen und habe seinen Termin übernommen. Nächste Woche gibt’s dann zum Sonntag wieder News aus der Paläontologie und Archäologie. Freunde dieser Disziplinen müssen sich aber nicht völlig grämen, diese Woche haben wir erstaunlich viel über altes, verbuddeltes Zeuchs.

 

Wie so oft ist „zwischen den Jahren“ nicht viel passiert, die Presseschau ist deswegen entsprechend kurz. Wir freuen uns über eine kleine Sensation, auch wenn das Wollnashorn aus dem Permafrost Ostsibiriens auch wieder an den stattfindenden Klimawandel erinnert. Eine ähnlich eindringliche Mahnung spricht auch der WWF aus – wie immer wird auch sie weitgehend ungehört verhallen.

 

Dennoch wünschen wir, die Redaktion euch für die Zukunft, dass

  • Cornona bald wieder nur ein billiges Bier ist,
  • Tests bald wieder nur in der Schule geschrieben werden,
  • ein positives Ergebnis wieder ein Grund zur Freude ist,
  • Masken ein tolles Karnevals-Accessoire bleiben,
  • man bei Isolation an Häuser und Kabel denkt und
  • Donald bald wieder nur eine Ente ist.

 

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen und bleibt gesund – anders wär‘ nämlich schlecht!

 

Eurer / Ihr

 

Tobias Möser


Die Meldungen im Einzelnen:


Wollhaarnashorn im Permafrost gefunden

Ihr Auftauchen ist eigentlich alarmierend: Eismumien geben Forschern zwar ungeahnte Einblicke in die Welt des Pleistozäns, sie gehören zu den aufschlussreichsten und wertvollsten Funden von prähistorischen Tieren überhaupt. Aber sie stehen auch wie nichts anderes für die drastischen Auswirkungen des Klimawandels, der dafür verantwortlich ist, dass die Tundra ihre Schätze nun freigibt.

Wollhaarnashorn
Das Wollhaarnashorn von der Seite

In Yakutien ist nun der Kadaver eines jungen Wollnashorns entdeckt worden. Der Kadaver ist zu mehr als 80% vollständig und zusammenhängend, lediglich ein noch recht kleines Horn fand man einzeln. Entdeckt wurde das junge Eiszeit-Tier unweit der Fundstelle, wo man 2014 schon einen anderen Kadaver eines Wollnashorn-Kalbs entdeckte, dass liebevoll „Sascha“ getauft wurde.

 

Während Sascha ein rotblondes Fell trug und vor etwa 34.000 Jahren starb, scheint das neue Nashornkalb eine etwas dunklere Fellfarbe zu haben. Eine genaue Analyse steht allerdings noch aus: das Alter muss im Labor noch radiometrisch bestimmt werden, und die Forscher werden dann auch die Lebens- und Todesumstände genauestens untersuchen. Derzeitiger Stand: das kleine Nashorn ist wahrscheinlich ertrunken.

Wollhaarnashorn
Rückseite des Kadavers – Fotos: Valery Plotnikov

 

Quelle: Guardian – Danke an Markus Kretschmer für Meldung und Text.


Wie Anglerfische ihre Körper ohne Immunreaktion verschmelzen

Einige Tiefsee-Anglerfische haben eine extreme Form des sexuellen Kommensalismus gebildet. Das Männchen verbeißt sich in die Haut am Körper des Weibchens und verschmilzt permanent mit ihr. Er übernimmt ihren Blutkreislauf und wird auf die Dauer immer weiter reduziert – bis auf die Sexualorgane.

Tiefsee-Anglerfisch
Tiefseeanglerfisch mit parasitärem Männchen. Foto: Markus Bühler

In der artenreichen, jedoch individuen- und nährstoffarmen Tiefsee hat das offenbar Vorteile, zahlreiche Tiefsee-Anglerfischarten bedienen sich dieser Methode. Hierzu müssen sie aber einige Probleme lösen, unter anderem immunologische: Der Einbau eines fremden Körpers ins eigene Immunsystem würde eine Reihe von heftigsten Reaktionen auslösen, die unweigerlich zum Tod beider Individuen führten. Nicht so bei den Tiefsee-Anglerfischen.

 

Eine neue Untersuchung legt nahe, dass gerade bei den extremen Formen die Männchen Teile ihres Immunsystems verlieren. Bei diesen Formen verschmelzen mehrere Männchen lebenslang mit einem Weibchen. Diese Männchen können keine funktionellen Antikörper und T-Zellen produzieren. Monogame Spezies haben weniger stark reduzierte immunologische Fähigkeiten, so können sie noch bestimmte Antikörper produzieren.

 

Quelle: ScienceMag


Spitzmaus kann Gehirn schrumpfen und wachsen lassen

Etruskerspitzmaus – Foto: Trebol-A; Wikimendia Commons

Die Etrusker-Spitzmaus Suncus etruscus ist das kleinste landlebende Säugetier. Sie wiegt etwa 2,5 g, ist 38 bis 44 mm lang, hat einen Maximalpuls von 1500 Herzschlägen pro Minute und atmet bis zu 900mal in diesem Zeitraum. Diesen Rekord bezahlt sie mit einem gewaltigen Energieverbrauch: Sie muss etwa das Achtfache ihres eigenen Körpergewichtes pro Tag fressen, um ihr Gewicht zu halten – daher kann sie keinen Winterschlaf halten.

Wissenschaftler haben jetzt einen Trick entdeckt, mit dem sie in der nahrungsärmeren Zeit Energie spart: Sie kann ihr Hirn schrumpfen lassen. Mit Magnetresonanzscans haben sie nachgewiesen, dass die Regionen, die die Informationen von den Schnurrhaaren verarbeiten, im Winter um bis zu 28% schrumpfen können. Im Sommer wachsen die Nervenzellen dort erneut.

Dieses Phänomen zeigten die Spitzmäuse auch im Labor, wenn ihnen unbegrenzt Futter zur Verfügung stand und es keine Änderungen im Hell-Dunkel-Zyklus gab. Die Forscher schließen daraus, dass es sich hierbei um einen internen Regelzyklus handelt.

 

Etrusker-Spitzmäuse sind vom Mittelmeer bis nach Südost-Asien verbreitet. Sie bewohnen offene Wälder, Buschbestände und Grasländer. Gelegentlich findet man sie auch in Weinbergen und Olivenhainen.

 

Quelle: ScienceMag


DNA zeigt Ursprung historischer Elefanten-Stoßzähne

Waldelefanten
Waldelefanten sind unter anderem etwas kleiner als Steppenelefanten

Als ein portugiesisches Handelsschiff 1533 vor der Küste des heutigen Namibias sank, trug es unter anderem mehr als 100 Elefantenstoßzähne als Fracht. 12 Jahre nachdem das Wrack entdeckt wurde, haben Wissenschaftler herausgefunden, wo die Stoßzähne her kamen.

Das kalte Wasser des Benguelastroms hat die Zähne so konserviert, dass aus ihnen DNA gewonnen werden konnte. Die Analyse zeigte, dass das Elfenbein von Waldelefanten (Loxodonta cyclotis) aus 17 distinkten Herden stammte. Die genetischen Merkmale von vier dieser Herden konnten in heute lebenden Tieren wieder gefunden werden.

 

Waldelefanten unterliegen in den letzten vierzig Jahren einem starken Druck aus Habitatverlust und Elfenbeinwilderei. Das ist mutmaßlich der Grund dafür, dass nur vier der Familienlinien nachgewiesen werden konnten, so die Wissenschaftler.

 

Quellen: ScienceMag, NY Times, Current Biology


Neue Hypothesen über den Ursprung des Lebens

Die Frage des Ursprungs des Lebens ist eine Frage, die uns substanziell beeinflusst. Wo kommen wir her, wie sind wir entstanden? Jetzt haben Wissenschaftler in Nature dazu eine neue Hypothese veröffentlicht: Erstes Leben hätte sich auch auf dem Land und nicht im Meer bilden können. Sie stellten fest, dass Substanzen rein chemischen Ursprungs unter UV-Licht nur dann Schlüsselkomponenten der Zelle bilden, wenn man den Versuch periodisch austrocknen lässt. In reiner, konstanter Seewasserumgebung entstanden diese Komponenten nicht.

 

Schlamm

 

Die Wissenschaftler postulieren, dass hier zyklisch austrocknende Gewässer gespielt haben könnten. Diese liefern sowohl wechselnde Verfügbarkeit von Wasser wie auch starke UV-Einstrahlung. Die Forscher schlagen hierfür Krater vor, die Redaktion meint, dass periodische Gewässer heute ebenfalls in großer Zahl auftreten und man sie oft als Pfützen bezeichnet.

 

Die Originalarbeit ist bei Nature erschienen.


WWF: schnellstes Artensterben seit dem KT-Impakt

Mehr als 30% aller auf der Welt vorkommenden Tier- und Pflanzenarten sind in ihrem Bestand bedroht oder stehen sogar kurz vor dem Aussterben, dies meldet der WWF. Doch nicht nur die Arten werden weniger, auch die Individuenzahlen sinken dramatisch. Zwischen 1970 und 2016 sind die Bestände von aller Wirbeltiere durchschnittlich um 68% zurück gegangen.

 

„Die Klimakrise, Zerstörung von Lebensraum, Überfischung der Meere und Wilderei: Der Mensch verursacht gerade das größte Artensterben seit dem Ende der Dinosaurier-Zeit“, erklärte WWF-Vorstand Eberhard Brandes.

 

Bei einigen Leuchtturmarten wirken Artenschutzprogramme, so bei Spitzmaulnashorn, Wisent, Seegurken, Elch und Kegelrobbe. Zu ihrem Schutz werden oft Schutzgebiete ausgewiesen, in denen sich auch andere, weniger prominente Arten erholen können.

Feldhamster
Feldhamster, einst so häufig, dass man sie als Plage bezeichnet, heute von Schutzmaßnahmen abhängig.

Der WWF hat den Feldhamster als eine der Fokusarten für die nächsten Jahre gewählt. Er steht durch die intensive Landnutzung in Mitteleuropa massiv unter Druck und wird ohne Änderung der Verhältnisse die kommenden 30 Jahre nicht überleben. „Sein Überlebenskampf steht stellvertretend für den Tausender heimischer Tiere und Pflanzen, die unter den Folgen der intensiven Landwirtschaft leiden“, erklärte der WWF.

 


Neu beschrieben:

  • eine neue Zwergfroschart aus Amazonien der Gattung Adelophryne stammt vom Guyana-Schild und erreicht höchstens 14,4 mm Länge. In der Erstbeschreibung ist von weiteren, unbeschriebenen Arten der Gattung zu lesen. Bemerkenswert ist, dass die Autoren weder im Titel noch im Abstract der Originalarbeit den Artnamen des Tieres bekanntgeben. Die Arbeit ist in der Copeia erschienen.

Kurz gemeldet

Rezent an Land

Kuh frisst Schlange
Diese Kuh kaut seelenruhig auf einer Schlange herum. Foto: Andrew Gertz

  • Andrew Gertz aus Australien hat beobachtet und fotografiert, wie eine Kuh auf einer offenbar toten Schlange herumgekaut hat. Er war auf dem Sandover Highway im Northern Territory unterwegs und von der Beobachtung so erstaunt, dass er sie an das Kuriositätenportal Ozzyman weiter gab.
  • Eine Eule löste am 2. Weihnachtsfeiertag die Evakuierung einer S-Bahn in Düsseldorf aus. Nach Angaben der Bundespolizei löste der Vogel einen Kurzschluss in der Oberleitung aus, die dann durchbrannte und zu Boden fiel. Daher konnte die Bahn in der Unterführung am Düsseldorfer Flughafen nicht weiter fahren. 21 Fahrgäste konnten unverletzt aus dem Zug evakuiert werden, der Lokführer erlitt einen Schock, die Eule ist am Stromschlag verstorben.
  • Der Guardian bringt einen großen Artikel über DNA-Barcoding und das Splitten von Arten. Ersteres sieht er als wichtigen Schritt zum genetischen Erkennen von Spezies, letzteres bedeutet für den Redakteur, dass es eine weit größere Diversität gibt und diese stärker gefährdet ist, als bisher erwartet.
  • Am Silvestermorgen haben Bewohner eines Mehrfamilienhauses in Bochum eine abgestreifte Schlangenhaut entdeckt. Das Haus wurde daraufhin geräumt. Die Feuerwehr hatte Klebestreifen, Mehl und Fangfallen aufgestellt und den Keller versiegelt. Nachdem über Nacht keine Spur der Schlange in den Wohnungen gefunden wurde, konnten die Bewohner am 1.1. wieder zurück in ihre Wohnungen.
    Der Keller bleibt bis auf weiteres versiegelt und wird in den kommenden Tagen täglich kontrolliert.
    Im Sommer hatte eine Monokelkobra im benachbarten Herne für eine längere Evakuierung eines Wohnhauskomplexes gesorgt.

Strandfunde

  • in Yorkshire ist eine ganze Herde Pottwale gestrandet. Auch in diesem Winter kam es zu dem Phänomen, dass einzelne Gruppen von Pottwalen aus Norwegen auf dem Weg in den zentralen Atlantik vor Schottland zu früh „links abbogen“ und in die Nordsee gelangten. Dies führt dann häufig dazu, dass die Tiere sich in dem flachen und stark befahrenen = lauten Meer nicht orientieren können und stranden.
    Dieses Mal sind zehn Tiere zwischen Turnstall und Withernsea angespült worden. Die BBC berichtet.
  • In Narin / Donegal / Irland ist ein Globster angeschwemmt worden. Die „Wolligkeit“, große Strukturen an beiden Enden und die rippenähnlichen Formen am massigeren Ende deuten auf Walüberreste hin.
    Walstrandungen, auch in Form von Globstern sind in Irland vergleichsweise selten. Etwa 40 km südlich, bei Rossnowlagh waren am 19. August gleich sieben Nördliche Entenwale gestrandet. Sechs der Tiere verendeten vor Ort, eines konnte geschwächt wieder ins Meer gebracht werden. Was mit den Tieren passiert ist, ist unklar. Spekulationen, dass die Überreste eines der Wale jetzt in Narin angeschwemmt wurden, haben eine gewisse Berechtigung. (Danke an Markus Hemmler für die Meldung)

 


Aus Zoos und Museen

  • Der Strafprozess um den Brand im Zoo Krefeld vor fast genau einem Jahr ist jetzt vollständig beendet. Die letzte der drei Frauen, deren Himmelslaternen das Feuer entzündet hatten, hat ihre Geldstrafe akzeptiert. Sie sind damit wegen fahrlässiger Brandstiftung verurteilt. Die Geldstrafe beträgt je 180 Tagessätze, im Einzelnen 9000 €, 3600 € und 1800 € Strafe, die vermutlich größtenteils an den Zoo fließen wird.
    Der folgende Zivilprozess wird für die Frauen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit deutlich teurer.In der Silvesternacht von 2019 auf 2020 hatten die drei Frauen insgesamt fünf bereits verbotene Himmelslaternen aufsteigen lassen. Eine oder mehrere davon sind auf oder direkt neben dem Affenhaus des Krefelder Zoos niedergegangen und haben es in Brand gesetzt. Dabei starben über 50 Tiere, unter anderem Gorillas und Orang Utans. Der materielle Schaden ist kaum abschätzbar, aber übersteigt die Millionengrenze deutlich. Ein Wiederaufbau des Affenhauses von 1975 ist 1:1 natürlich nicht möglich und auch nicht erwünscht. Die Tierhaltung hat seit dem deutliche Fortschritte gemacht. Der Zoo plant bereits konkret.

Zu guter Letzt:

 

 

 




Freitagnacht-Kryptos: Kreaturen der Holzfäller: Der Funeral Mountains Terrashot

Der Funeral Mountain Terrashot

(Funericorpus displosissimum)

 

Dieses Tier ist für den Namen der Funeral Range, Kalifornien verantwortlich. Die Kreatur hat einen kistenartigen Körper, sechs bis acht Fuß lang, mit einem gewölbten Rückenschild, das sich über die gesamte Länge ihres Rückens erstreckt. Ihre vier Beine sind lang aber scheinen den massigen Körper kaum tragen zu können. Das führt dazu, dass der Terrashot auf seinem Weg unsicher von einer Seite zur anderen und vorwärts und rückwärts schwankt.

 

 

Das seltsame Tier wurde zuerst von einigen mormonischen Auswanderern gemeldet. Sie beobachteten eine eigenartige Prozession, die von einem bestimmten Gebirgszug in die Wüste zog.  Später wurden die Berge Funeral Range (Beerdigungsberge) genannt. Sie waren auch Zeugen des tragischen Schicksals der Kreaturen. Einer der Mormonen, erregt von seiner Neugier, führte eine Untersuchung durch. Er fand dabei alles heraus, was über den Terrashot bekannt ist.

 

Es scheint, dass das Tier in den kleinen Wiesen und Wäldern in den höheren Teilen des Verbreitungsgebiets lebt. Dort wächst ihre Zahl allmählich an, bis die Terrashots durch einen seltsamen Impuls von dem Wunsch nach Auswanderung erfasst werden. Sie bilden dann lange Prozessionen und marschieren in die Wüste hinunter. Sie haben offensichtlich die Absicht, andere Lebensräume zu erreichen, die in der Ferne zu sehen sind. Aber keiner von ihnen kommt jemals rüber. Wenn sie auf den heißen Sand treffen, dehnen sie sich schnell mit der Hitze aus, und einer nach dem anderen explodieren sie mit lautem Knall und hinterlassen tiefe, grabförmige Löcher im Sand.

 


Holzfäller
US-Holzfäller um 1900: Burschen wie sie haben William T. Cox ihre Geschichten erzählt

 

Die „Kreaturen der Holzfäller“ stammen aus einer Zeit, in der die Wildnis Nordamerikas weitgehend unbekannt war und nach den Waldläufern, Trappern und Goldsuchern die Holzfäller in die Wälder kamen. Es waren oft harte Kerle, die gerne auch ein gewisses Mythos um sich, ihre Arbeit und die gewaltigen Wälder des Kontinentes woben.

Die „Kreaturen der Holzfäller“ entstanden aus diesem selbst geschaffenen Mythos, einer gefährlichen Arbeit, Lagerfeuerromantik, Eintönigkeit einer harten Arbeit und zu viel Bier. Forstinspektor William T. Cox hat sie alle gesammelt und mit einem Augenzwinkern aufgezeichnet.

Wir bringen jeden ersten Freitag im Monat einer dieser Kreaturen kurzfristigen Internet-Ruhm.

 


Literatur:

Cox, William T.: Fearsome Creatures of the Lumberwoods; Press of Judd & Detweiler Inc.; Washington D.C.; 1910 mit Illustrationen von Coert Du Bois

 




Silvester, Zeit für einen Rück- und Ausblick

Sag Danke für das was war,
damit das, was wird
unter einem guten Stern beginnt.
(Unbekannt)

Der obligatorische Rückblick

2020 war ein seltsames Jahr, ein Jahr für die Geschichtsbücher, ein Jahr, das auf Terry Pratchett’s Scheibenwelt mit „Interessante Zeit“ umschrieben würde. Ganz klar, egal was es mit uns gemacht hat, es war interessant, aber nicht immer angenehm. Da über Corona in den letzten Tagen genug geschrieben wurde, möchte ich es nicht weiter ausführen.

Kryptozoologisch war es ein durchschnittliches bis ruhiges Jahr. Bemerkenswert sind sicherlich drei Permafrost-Mumien von je einem Wolf, Höhlenbär und Wollhaarnashorn, die Entdeckung eines „neuen“ Schnabelwals (der Wal ist garantiert schon älter, aber neu für uns), neuer alter Filme von Beutelwölfen, die Publikation des Jahrbuches des NfK und das Bekanntwerden des bisher nur gerüchteweise bekannten Almasty-Nagels in Besitz von Hans-Jörg Vogel. Die Webseite des NfK, also diese hier, hat ihr zweites Jahr „hinter sich gebracht“.

 

Das zweite Jahr ist für ein Internetprojekt immer ein spannendes Jahr. In diesem Jahr konsolidieren sich Themenbereiche und Mitarbeiter. So auch bei uns. Hier folgt normalerweise eine längere Selbstbeweihräucherung. Darauf verzichten wir, seht euch auf der Website um und stellt selber fest, wie sehr wir eure Erwartungen erfüllt haben.

honshu wolf
Der Honshu-Wolf war auf der Webseite eines der prominentesten Themen im Jahr 2020. Da auch Japan einem Lockdown unterlag, gibt es hier nicht viel Neues. Wir bleiben dennoch am Ball.

 

Insgesamt läuft die Redaktion ziemlich am Rand des Machbaren. 2021 steht für mich eine berufliche Veränderung an, ich kann dann keine 30 plus X Wochenstunden mehr in dieses Projekt investieren. Jede Art von Hilfe ist willkommen, von „ich hab 2 h Zeit und würde gerne was kurzes schreiben“ bis „ich würde mich gerne neben Schule, Studium, Job, Familie oder Rente regelmäßig ein paar Stunden pro Woche einbringen“. Eine besondere Qualifikation ist dafür nicht notwendig, wir bringen euch schon bei, was ihr so wissen müsst – und vermutlich viel mehr.

 

Apropos sich einbringen: Ohne unsere Autorinnen und Autoren wäre das Ganze nicht möglich gewesen. 16 Menschen haben 2020 für uns geschrieben, das ist für eine so junge Website mit so einer begrenzten Zielgruppe eine gewaltige Zahl. Unsere Autorinnen und Autoren haben 279 Artikel veröffentlichen können, das ist etwas mehr als ein Artikel pro Werktag.

 

Das ist eine ungeheure Leistung!

 

Hinzu kommt, dass die Artikel durchweg guter bis herausragender Qualität sind. Mittlerweile sind es drei Gutachter, die zweifelhafte Artikel begutachten und sachliche Fehler korrigieren. Sie sind entscheidend mit verantwortlich, gerade schwierige Sachverhalte „auf Kurs“ zu bringen. Da sie anonym bleiben sollen, nutze ich die seltene Gelegenheit einmal, ihnen zu danken.

 

 

Orang Pendek?
Der Orang Pendek ist ein klassisches Kryptid,

Ganz herzlichen Dank an unsere Autorinnen und Autoren!

Ganz herzlichen Dank an unsere Autorinnen und Autoren. Einen oder eine herauszugreifen, hieße, die anderen zurückzustellen. Der oder die eine zeichnet sich durch bereits im Vorfeld durchgeführte Recherchen aus und musste für Artikel nur ins Archiv greifen. Der oder die andere fing extra für die Webseite an zu recherchieren oder hat Erfahrungen aus Fernreisen eingebracht. In jedem Artikel hier steckt eine Menge Arbeit für den Autor und hoffentlich viel Vergnügen für die Leserinnen und Leser.

Daher vielen lieben Dank an:

  • André Kramer
  • Andreas Menz
  • Dominik Schindler
  • Esther Jansen als Gastautorin
  • Hans-Jörg Vogel
  • Julian Tetzlaff
  • Leif Inselmann
  • Unsere drei Markusse: Markus Bühler, Markus Hemmler und Markus Kretschmer
  • Natale Guido „Lino“ Cincinnati
  • Peter Ehret
  • Reena Pöschel
  • Suzan Reinert
  • Ulrich Magin

 

Ausblick auf 2021

Wir werden zunächst weiter machen, wie bisher. Wie auch bisher wird es im laufenden Betrieb kleine Änderungen geben. Wir werden weiterhin die Schlagzahl an Artikeln halten und hoffen, dass unsere Autoren uns auch 2021 so toll unterstützen. Ansonsten hoffen wir dringend auf Verstärkung.

 

Aber jetzt: Raus aus dem Netz und feiert Silvester – oder die Mitte der Rauhnächte

 

Alles Gute für 2021

 

für die Redaktion: Tobias Möser

 

 

 




Breaking News: Wollnashorn im Permafrost gefunden

Das Prehistoric Times Magazine meldet auf seiner Facebookseite einen besonderen Fund. In Jakutien, dem nordöstlichen Teil Sibiriens haben Forscher ein Wollnashorn aus dem Permafrost geborgen.

 

 

Das Prehistoric Times Magazin schreibt hierzu: „Ein weiteres ausgestorbenes Eiszeittier, das aus dem Permafrostboden exhumiert wurde: Forscher haben einen außergewöhnlich gut erhalteneen Kadaver eines jungen Wollnashorns in Jakutien entdeckt. Selbst die inneren Organe und der Mageninhalt sind erhalten. Sie müssen noch untersucht werden.

Wollnashorn
Das Wollhaarnashorn von der Seite

„Das junge Nashorn trägt dichte haselnussfarbene Haare und hatte ein Horn, das neben dem Kadaver lag. Gräber haben es Mitte August im Permafrostboden am Fluss Tirekhtyakh im Abyisky ulus (Distrikt) der Republik Sacha entdeckt.“

 

Wollhaarnashorn
Foto des Wollharnashorns von Valery Plotnikov

Es ist das bisher am besten erhaltene junge Wollnashorn aus Jakutien. Viele seiner inneren Organe – einschließlich seiner Zähne, eines Teils des Darms, eines Klumpens Fett und Geweben – sind seit Tausenden von Jahren im Permafrost erhalten.

Wollnashorn
Portrait des Wollhaarnashorns (Alle Fotos: Valery Plotnikov)

Erstaunlich gut erhaltenes Jungtier

Ersten Ergebnissen zufolge ist das Tier im Alter zwischen 3 und 4 Jahren zu Tode gekommen und blieb dann mindestens 20.000 Jahre im Permafrostboden erhalten. Der Kadaver hat noch alle vier Beine, einige Organe, sein Horn und sogar das wollige Fell ist teilweise erhalten. Die Fotos zeigen die besser erhaltene Seite des Tieres, die im Boden unten lag. Die andere Seite ist aufgebrochen, das Weichgewebe teilweise zersetzt, Knochen gucken heraus.

Der Kadaver wurde bereits im August entdeckt. Die Forscher danach mit der Bergung und Konservierung beschäftigt, so dass sie die Entdeckung erst jetzt publizierten. Eine genaue Untersuchung ist bereits angesetzt. Sie wird unter anderem den Mageninhalt identifizieren. Ebenso versuchen die Wissenschaftler, die Todesursache festzustellen und ein genaues Alter des Fundes zu ermitteln. Genug Material für genetische Proben scheint vorhanden zu sein, auch wenn das Wollnashorn an der anderen Seite nicht so gut erhalten ist, wie es die Fotos zeigen.


Permafrost-Mumien

Durch die Klima-Erwärmung tauen die Permafrostböden im Norden Russlands, Kanadas und Alaskas immer weiter ab. Vor allem in Russland gehen Menschen auf die Suche nach solchen Kadavern, nicht nur aus wissenschaftlichen Gründen. Durch das faktische weltweite Handelsverbot für Elfenbein von rezenten Elefanten ist Mammut-Elfenbein sehr begehrt und erzielt hohe Preise. Insbesondere dort, wo Flüsse den Permafrostboden an ihren Ufern erodieren, finden sie immer wieder Kadaver von eiszeitlichen Tieren.

 

Siehe auch:

 

Kalt konserviert – heiß diskutiert: Ein Wolfskopf aus Sibirien (13.06.2019)

 

14.000 Jahre alte DNA, na und? Was die Tumat-Welpen so besonders macht (07.08.2019)

 

Vollständiger Höhlenbär im sibirischen Permafrost gefunden (Wort zum Sonntag am 13.09.2020)

 




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Kryptozoologische Presseschau 45/2020

Liebe Leserinnen und Leser,

 

das letzte Mal in diesem Jahr kommt die kryptozoologische Presseschau. Ich glaube, nahezu alle Leser sind froh, dass dieses Jahr endet und 2021 die Chance hat, die Corona-Situation zu verbessern. Wir hoffen auf die Wirksamkeit der Lockdown-Maßnahmen, auch wenn sie vermutlich aufgrund der Dummheit einiger anhalten werden, bis wir eine gewisse Durchimpfung erreicht haben. Der Osterurlaub wird vermutlich ohne Reise ablaufen, ob der Sommerurlaub am Mittelmeer oder generell im Ausland stattfinden wird, darauf möchte ich nicht wetten.

 

Die Rauhnächte

Doch irgendwie bin ich mehr im hier & jetzt. Mit der Thomasnacht, zwischen dem 21. und 22. Dezember haben die Rauhnächte begonnen, Nächte der Gedanken, der Wünsche und Rituale. Wer glaubt, er habe in heutigen Zeiten nicht mehr viel damit zu tun, der irrt. Barbarazweige, Weihnachtsbäume, beleuchtete Häuser sind Bräuche an den frühen Rauhnächten. In der Mitte, um die Jahreswende kommen Vertreibungsbräuche wie das Böllern, Klappern und Ratschen, im Alpenraum die Perchtenläufe dazu, gepaart mit den oft intimeren Orakelbräuchen, von denen heute das Blei- bzw. Wachsgießen populär geblieben ist. In der Silvesternacht soll die „Wilde Jagd“ aufbrechen, eine Sage, die so vielfältig ist, wie die Stämme, die sie erzählen. Im Südwesten Englands wird die Wilde Jagd von Arthus angeführt, der generell nichts Schlechtes für sein Volk will, aber die Macht hat, Seelen in die Anderwelt herüber zu ziehen. Im Rheinland und der Eifel ist der Zug weniger geordnet, die Seelen Verstorbener können über das Land ziehen, sie können von Dämonen begleitet werden. Dem entsprechend sind Schutz- und Abwehrbräuche entstanden. Niemand sollte ein weißes Laken raushängen, es könnte sein Leichentuch werden – aber im Ernst: Wer wäscht zu dieser Zeit und lässt die Wäsche zum meist nasskalten Jahresende draußen hängen?

Die Ruhe nutzen

Die Redaktion möchte die Zeit „zwischen den Jahren“ nutzen, um etwas zu konsolidieren und zur Ruhe zu kommen. Der Umzug unter Corona-Bedingungen war hart und die Spuren sind immer noch nicht komplett beseitigt. Wir haben Krankheitsfälle in den Familien, zum Glück kein Corona, auch die kosten Aufmerksamkeit und Kraft.

 

Unsere Autoren versorgen uns nach wie vor mit tollen Artikeln, so dass wir auch „zwischen den Jahren“ nicht auf Aktuelles verzichten müssen. Bereits am Dienstag gibts wieder was aus dieser Ecke.

 

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen und bleibt gesund!

 

Eurer

 

Tobias Möser

 

 

 

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Wenn du Schüler/Schülerin bist oder studierst, helfen wir dir gerne bei deinen Arbeiten, knüpfen Kontakte und machen viele Dinge möglich, die sonst kaum erreichbar erschienen. Für nahezu jedes Studienfach ist eine mehrjährige praktische Erfahrung in der Wissenschaftskommunikation sehr sinnvoll.

 

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Wie ein Pavianschädel ein altägyptisches Rätsel lösen könnte

Die alten Ägypter galten zu Recht als Hochkultur, sie waren jedoch wenig reisefreudig. Das Land am Nil galt ihnen als der beste Ort zum Leben und sie fürchteten sich sehr davor, in der Fremde zu sterben.
Daher waren ihre Handelskontakte zum Ausland immer etwas beschränkt. Ein wichtiger Handelspartner war das Land Punt – oder auch nicht. Bisher ist unklar, wo dieses Land liegt, so dass einige Ägyptologen es für eine Erfindung findiger Händler halten.

 

Doch jetzt sind Ägyptologen auf einen 3300 Jahre alten Pavianschädel gestoßen, der dieses Rätsel lösen könnte. Das Objekt lag bereits einige Zeit mehr oder weniger unbeachtet in den Magazinen des British Museum. Der Schädel könnte aus dem sagenhaften Land stammen und so einen Hinweis geben, wo es genau gelegen hat. Erste Untersuchungen identifizierten ihn als Mantelpavian (Papio hamadryas). Anders als der im vorchristlichen Ägypten bekannte Anubis-Pavian kommt er am Horn Afrikas und auf der arabischen Halbinsel vor.

 

Die Forscher des Museums untersuchten die Isotope der Zähne des Pavians, um herauszubekommen, wo der Affe geboren und aufgewachsen war. Jede Region der Erde hat ihre charakteristische Verteilung von Strontium-Isotopen, so dass daraus auf die Herkunft eines Individuums geschlossen werden kann. Diese Verteilung haben sie mit der Isotopen-Verteilung bei modernen Pavianen verglichen. Hierbei kam heraus, dass das Tier aus einer Gegend kam, die sich vom heutigen Eritrea, Äthiopien und dem Nordwesten Somalias erstreckte.

Lag hier irgendwo das Land Punt?

 

Mehr weiß die Science.


Film eines jungen Beutelwolf aufgetaucht

Der wohl einzige Film eines jungen Beutelwolfes war für Jahrzehnte in einem Archiv verschwunden. Die nur etwa 7 Sekunden lange Sequenz stammt von einem Harold Doyle, der sie bereits 1982 ans Australia’s National Film and Sound Archive gegeben hatte.

Die Beutelwolf-Forscher Gareth Linnard, Branden Holmes und Mike Williams durchsuchen seit längerem die Archive des Landes nach vergessenen Filmsequenzen über den Beutelwolf. Im vergangenen Jahr haben sie mehrere Filmschnipsel veröffentlichen können.

 

Diese Sequenz legt nahe, dass Endling Benjamin nicht erst 1933 in den Zoo von Hobart gekommen war, sondern bereits 1930, als er nur ein paar Monate alt war. Es ist damit eine ausgesprochen wertvolle Sequenz, die wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen:

 

 

Vielen Dank an Ulrich Magin, der uns den Link schickte.


Warum in Thailand die Shrimps an Land spazieren gehen

Shrimps an Land
Diese Garnelen vermeiden die Stromschnellen, indem sie an Land vorbei laufen. Netzfund bei yimg.com

 

Mittlerweile sind sie sogar so etwas wie eine kleine Touristenattraktion. An den Lamduan-Stromschnellen in der Provinz Ubon Ratchathani wandern während der Regenzeit jede Nacht an Land. Lange Zeit wusste niemand, warum sie es tun, ja nicht einmal, um welche Art es sich handelt.

Nachdem das Verhalten der Tiere seit Jahrzehnten bekannt war, begann ein thailändischer Biologe die Sache zu untersuchen. Die Tiere verlassen das Wasser nur dort, wo die stärksten Strömungen herrschen, und gehen wieder ins Wasser, wo die Strömung schwächer ist. Dabei bilden sie dichte Paraden von Tieren, einige Tiere legen bis zu 65 ft. außerhalb des Wassers zurück.

Die Biologen identifizierten die Shrimps als Macrobrachium dienbienphuense. Sie konnten das Verhalten der Tiere auch im Labor induzieren. Von Verwandten der Art ist bekannt, dass sie in den Mündungsgebieten laichen und später im Strom aufsteigen. Bei M. dienbienphuense kennt man dieses Verhalten nicht, aber von der Art ist insgesamt fast nichts bekannt.

 

Quelle: National Geographic; Originalarbeit: Journal of Zoology


57.000 Jahre alter Wolfswelpen aus Kanada

Im Sommer 2016 fand ein Mitarbeiter einer Goldmine im kanadischen Yukon Territory einen unerwarteten Schatz. Neil Loveless zerlegte eine Wand aus Permafrost mit einem Wasserwerfer, um das darin enthaltene Gold freizusetzen. Dabei entdeckte er die älteste und vollständigste Wolfsmumie, die jemals gefunden wurde. Loveless sicherte den gefrorenen Welpen schnell in einem Gefrierschrank, bis Paläontologen einen Blick darauf werfen konnten.

Graues Wolfsbaby im Gras
Rezentes Wolfsbaby, etwa im Alter wie das Zhur-Welpen

Sie fanden heraus, dass das gut erhaltene Tier ein junges Weibchen war. Sie war kurzzeitig Teil eines verschwundenen Ökosystems im Nordwesten Kanadas, das amerikanische Mastodons und andere pleistozäne Megafauna beheimatet hatte.

Die einheimischen Tr’ondëk Hwëch’in nannten den 57.000 Jahre alten Welpen Zhur, was in der Sprache ihrer Gemeinde „Wolf“ bedeutet.

 

Schon mehrfach haben Prospektoren außergewöhnliche Säugetiere aus der sibirischen Tundra geborgen. Sie stammen ebenfalls aus dem Pleistozän, einem Zeitraum von etwa 2,6 Millionen bis 11.700 Jahren. Die junge Wolfsdame aus Yukon ist jedoch beispiellos. 

 

Fotos hat die National Geographic.


Wintereinbruch in Florida: Vorsicht vor Leguan-Niederschlägen

Grüner Leguan
Grüne Leguane vermehren sich in Florida gut – bis es zu kalt wird.

Im US-Bundesstaat Florida ist der Winter eingebrochen. Dies kommt selten, aber mehr oder weniger regelmäßig vor, nichts, womit die einheimische Tierwelt nicht klar käme. Leider ist Florida auch einer der Landstriche mit den meisten invasiven Tierarten, unter anderem Pythons und Grünen Leguanen.

Letztere kommen mit niedrigen Temperaturen nicht gut klar und bei etwa 4°C fallen sie in eine Art Kältestarre. Da hält es sie nicht immer auf den Bäumen. Da die Leguane in Florida üblicherweise zwischen 2 und 5 kg schwer sind, kann ein solcher Niederschlag schon einmal niederschlagende Wirkung haben.


Wolfsrudel im Kreis Wesel

Die beiden bekannten Einzelwölfe im Kreis Wesel haben sich dieses Jahr erfolgreich vermehren können. Bereits am 24. November sind in einem Waldgebiet bei Hünxe drei Wölfe in eine Fotofalle getappt. Dabei zeigten sich die beiden bekannten Tiere und ein etwa sechs Monate altes Jungtier. Damit gilt die Gruppe als Rudel.

Ein Wolf liegt auf einer Baumwurzel
Der Wolf kommt, die Frage ist, wie die Gesellschaft mit ihm umgeht.

Im August hatte es eine auffällige Häufung von „Vorfällen“ gegeben, bei denen Wölfe im Kreis Wesel Weidetiere angegriffen haben. Das Land hat deswegen die „Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf“ beauftragt, ein Gutachten zu erstellen, ob eines der Tiere nicht doch Verhaltensauffälligkeiten zeige. Das Gutachten wird im Januar erwartet.

Die lokale Zeitung „Rheinische Post“ hat bereits Ergebnisse und vor allem Zahlen veröffentlicht: „Die Wölfin im Kreis Wesel hat 2018 nachweislich 18 Mal auf Weidetiere übergegriffen, 2019 waren es 19 und in diesem Jahr rund 20 Übergriffe“ , sagte NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU).

 


Neu beschrieben:

  • Zu den Vielästigen, Polycladida, gehören die freilebenden Meeresplattwürmer der Cotylea. Die bunten Würmer sind oft recht auffällige Zeitgenossen. Die neu beschriebene Art Pericelis flavomarginata ist jedoch eher farblos. Sie wurde von der Pazifikküste Japans in der Zootaxa beschrieben.
  • Aus der sehr artenreichen Familie der Hakenkäfer stammt Ancyronyx lianlabangorum. Die Art wurde in den Kelabit Highlands im Norden Borneos entdeckt und in der Zookeys beschrieben.
  • Ein Scheibenzungen-Frosch, Limnonectes kuhlii, aus Kambodscha trägt bemerkenswerte Fangzähne im Unterkiefer. Er wurde in der Zootaxa beschrieben.
  • Aus Vietnam stammt die Höckernatter Achalinus zugorum. Originalarbeit in der Copeia.
  • Aus Bolivien wurden 20 bisher unbekannte Arten beschrieben, unter anderem eine Giftschlange und winzige Frösche. Das Portal Mongabay liefert eine interessante Zusammenfassung.

 


Kurz gemeldet:

Rezent an Land

  • Die Feuerwehr in Kamen (östl. Ruhrgebiet) hat an Weihnachten einen Mäusebussard befreit, der sich in 7 m Höhe in einer Schnur verfangen hat. Wie es dazu kam, ist unklar. Der WDR weist auf den besonderen Schutz der in NRW recht häufigen Greifvögel hin.
  • In den Abanda-Höhlen in Gabun haben Forscher eine ungewöhnliche, orange Farbvariante des Zwergkrokodils (Osteolaemus tetraspis) festgestellt. Mehr weiß der New Scientist.
  • Die ansteigenden Temperaturen in Sibirien werden zur Gefahr für die Rentiere. Flüsse sind kürzer zugefroren und die Tiere müssen längere Strecken schwimmen. Gerade Jungtiere geraten dabei an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit und ertrinken oder fallen am Ufer streunenden Hunden zum Opfer, so Wladimir Krewer von WWF Moskau. Der Bestand der Tundra-Rentiere hat sich in den letzten 10 Jahren halbiert.

Ausgestorben

  • In der Grube Messel haben Forscher eine 47 Millionen Jahre alte Schlange aus der Verwandtschaft der rezenten Pythons entdeckt. Das nur etwa 1 m lange Tier ist nahezu vollständig erhalten und wurde als Messelopython freyi beschrieben.

Strandfunde

  • Am Te Akau-Beach in Neuseeland ist ein seltener Zweizahnwal gestrandet. Der Bahamonde-Schnabelwal (Mesoplodon traversii) gilt zu Recht als einer der seltensten Wale überhaupt, jedoch ist die Bestimmung noch nicht ganz sicher.
    Das Tier ist bereits am 17.12. gestrandet, wurde aber aus unbekannten Gründen bisher nicht geborgen.
  • Am 11. Dezember ist bei Bredene in Belgien ein junger Nordatlantischer Zwergwal gestrandet. Das 3,89 m lange Tier war stark abgemagert und litt unter einem gebrochenen rechten Unterkiefer. Die Obduktion, die am 12. Dezember an der Universiteit van Gent stattgefunden hat, bestätigte den schlechten Zustand des Tieres: keine Reste einer Mahlzeit, dafür war das Verdauungssystem voll Parasiten. Die Wirbelsäule zeigte Abnormitäten, beide Unterkiefer waren gebrochen. Da die Frakturen sehr jung waren, müssen sie nicht der Grund für den schlechten Allgemeinzustand gewesen sein.
    Dies ist laut dem Portal zeezoogdieren.org erst der 7. Nachweis eines Zwergwales in Belgien.
  • Eine Gruppe von 10 Pottwalen ist an den Stränden von Ost-Yorkshire in England gestrandet. Die Strandung der jungen Männchen begann am 24.12. morgens gegen 8:30 Uhr Ortszeit. Am Dienstag meldete die British Divers Marine Life Rescue, dass alle 10 Wale nicht mehr leben. Die Sprecherin der Organisation sagte dem Guardian, dass man nach weiteren Walen gesucht, aber keine gefunden habe. „Wir können nur hoffen, dass nicht noch weitere Wale in der Gegend sind, die möglicherweise stranden.“
    In der Nordsee kommt es mehr oder weniger regelmäßig zu größeren Strandungsereignissen von jungen Pottwalmännchen. Sie biegen auf dem Weg von Norwegen in den Atlantik zu früh links ab und gelangen in die Nordsee. Oft stranden sie dann im flachen Wasser. Wie viele Tiere unbemerkt die Nordsee als Passage nutzen, ist natürlich unbekannt. Häufig finden diese Strandungen zwischen Ende Dezember und Ende Januar statt.

Pottwalfluke


Aus Zoos und Museen

  • Der letzte Amazonas-Süßwasserdelfin außerhalb Südamerikas ist kurz vor Weihnachten an Altersschwäche gestorben. Der Zoo Duisburg trauert und viele viele Zoobesucher mit ihm.
  • Knapp ein Jahr nach dem verheerenden Brand im Krefelder Affenhaus ist die Sache strafrechtlich ausgestanden. Das Amtsgericht Krefeld hat gegen die beschuldigten drei Frauen einen Strafbefehl erlassen. Sie sind somit ohne Gerichtsverhandlung zu Geldstrafen von bis zu 9000 Euro verurteilt worden. Der WDR weiß hierzu mehr.
    Mit der Anerkennung der strafrechtlichen Verantwortlichkeit kann der Zoo oder sein Träger jetzt in einem Zivilprozess an die Frauen herantreten und versuchen, Schadenersatz zu erhalten. Bei dem Brand in der Silvesternacht 2019/2020 waren etwa 50 Tiere ums Leben gekommen.
  • Ein Mississippi-Alligator ist im Alter von 84 Jahren im Zoo Moskau gestorben. Das wäre eigentlich keine Meldung wert, hätte das Tier keine so ungewöhnliche Geschichte. 1936 in den USA geboren, gelangte er in den Berliner Zoologischen Garten. Während eines Bombenangriffes brach er am 23.11.1943 aus. 1946 fanden ihn drei britische Soldaten (vermutlich im sowjetisch besetzten Sektor) und übergaben das Tier an die Behörden. So gelangte er nach Moskau und bekam den Namen Saturn. Wo das Tier in den drei Jahren zwischen 1943 und 1946 gewesen ist, ist unklar. In der UdSSR wurde spekuliert, das Tier gehöre zu Adolf Hitlers persönlicher Sammlung.

Zu guter Letzt:

Wenn schon das private Feuerwerk an vielen Stellen Deutschlands verboten ist, das Meeresleuchten lässt uns nicht im Stich. Diesmal beleuchtet es die Wellen vor San Diego in Kalifornien: