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Presseschau 2/23 – mit Schimpansen, vielen Orcas und einem Hund als Jäger

 

Einen wunderschönen Sonntag wünschen wir euch!

 

die letzte Presseschau ist schon eine Weile her, seit dem hat sich nicht nur in Sachen Zoologie und Kryptozoologie einiges getan. Heute gibt es ungewöhnlich viele Meldungen, die sich auf Menschenaffen besonders Schimpansen beziehen, allerdings aus den unterschiedlichsten Themengebieten. Trotzdem haben wir sie in einem größeren Block zusammengefasst.

 

In diesem Sinne: Einen schönen Sonntag

Euer

Tobias Möser

 

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Gorillas im Nebel

1967 ließ Dian Fossey ihr Leben voller Bequemlichkeit zurück, um in Afrika die letzten vom Aussterben bedrohten Berggorillas zu studieren. In einem Land voller Schönheit und Gefahren setzte sie alles aufs Spiel. Um die Gorillas um Nebel zu retten. Doch jemand wollte das verhindern…

Sigourney Weaver hat ihre Oscar-Nominierung als Beste Darstellerin für Gorillas im Nebel mehr als verdient. Sie dominiert jede Einstellung von Michael Apteds biografischem Epos über die Primatologin Diane Fossey. Ob sie fürsorglich ein verwaistes Gorilla-Baby großzieht oder mit einem inszenierten Lynching einen afrikanischen Wilderer terrorisiert, der eindrucksvolle Star ist immer voll und ganz dabei und eine glamouröse Kämpferin für die Rechte der Tiere.

 

Gorillas im Nebel ist einer der eindrücklichsten „Öko-Thriller“. Er läuft etwa 120 Minuten und ist auf zahlreichen Medien erschienen.

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Die Menschenaffen-Box:

Schimpansen zeigen pubertäres Verhalten

Ähnlich wie ihre menschlichen Verwandten zeigen Schimpansen beim Heranwachsen so etwas wie eine Pubertät. In dieser Zeit gehen auch Schimpansen mehr Risiken ein, handeln unbedacht, jedoch weniger impulsiv als menschliche Teenager.

 

Schimpansen sind die kleinsten Menschenaffen
Zwei Schimpansen zweier Unterarten

 

Der biologische Hintergrund der Pubertät beim Menschen hängt mit der vergleichsweise langen körperlichen und geistigen Entwicklung zusammen. Die Geschlechtsreife geht intern mit einem rasanten Umbau des Gehirns einher. Nach außen hin orientiert sich der junge Mensch in der Gesellschaft der gleichaltrigen und Erwachsenen. Einmal mehr werden hier die Karten für die Zukunft neu gemischt.

So ist es auch bei Schimpansen. Die Tiere werden aggressiver und konkurrieren bereits um den Rang in der Gruppe. Insbesondere die Risikobereitschaft steigt:

 

Forscher untersuchten dies in einem Auswahlexperiment. Die Schimpansen konnten zwischen zwei Optionen wählen: Eine umgedrehte Schale enthielt immer eine Erdnuss. Die ist für einen Affen als Belohnung ganz okay, aber mehr auch nicht. Die andere umgedrehte Schale enthielt entweder ein Stück Gurke, quasi der Zonk, oder ein Stück Banane, der Hauptgewinn.
Die Forscher stellten sicher, dass die Affen die Erdnuss immer sehen konnten, jedoch nicht, ob Banane oder Gurke in der anderen Schale war.

Erwachsene Schimpansen gingen häufiger auf Nummer Sicher und wählten die Erdnuss, während jüngere Tiere eher auf die Banane hofften und riskierten, die Gurke zu bekommen.
Dass das Ganze funktionierte, zeigte sich darin, dass alle Schimpansen ähnlich negativ auf die Gurke reagierten.

 

In einem zweiten Experiment zeigten die Schimpansen, dass ihre bekannte Geduld auch bereits bei Teenagern vorhanden ist. Sie hatten die Möglichkeit, entweder ein Bananenstück sofort oder drei Stücke nach einer Minute Wartezeit zu erhalten. Menschliche Jugendliche tendieren dazu, die kleinere Belohnung sofort zu erhalten. Schimpansen haben statt dessen schon früh die kognitive Fähigkeit, eine verzögerte, aber größere Belohnung vorzuziehen.
Eine Ähnlichkeit zu menschlichen Teenagern gab es dann aber doch wieder: Die längeren Wartezeiten lösen bei den jüngeren Affen häufiger Wutanfälle aus.

 

Leider ist von der Studie nur das Abstract kostenlos verfügbar:

Rosati et al.: Distinct developmental trajectories for risky and impulsive decision-making in chimpanzees. Journal of Experimental Psychology: General, Jan 23 , 2023, No Pagination Specified


Menschen verstehen Schimpansen – Gesten

Menschen kommunizieren häufig mit Gesten. „Da lang“, „komm her“, „bleib stehen“, „Ich hab dich lieb“, aber auch Drohungen wie die gereckte Faust und der Stinkefinger gehören dazu. Affen, insbesondere Schimpansen nutzen ebenfalls Gesten.

 

Schimpansen haben viele Gesten im Angebot. Dieser streckt einen Finger hoch
Diese Geste wollte ich eigentlich nicht haben. Es war leider das einzige Schimpansen-Foto mit Geste, das ich finden konnte.

 

Das Ergebnis einer Studie zweier Forscherinnen aus St. Andrews in Schottland ist überraschend. Sie zeigten mehr als 5500 Probanden Videoclips mit den zehn häufigsten Gesten von Großschimpansen und Bonobos. Dabei konnten die Probanden zwischen mehreren Antworten auswählen, ähnlich wie bei Günther Jauch (aber ohne Gewinn und Joker).

 

Dabei war eine „Trefferquote“ von 25% statistisch zu erwarten. Tatsächlich tippten die Teilnehmer in 52% richtig. Auch als die Studienleiter die Teilnehmer über den Zusammenhang der Geste informierten, wurden die Ergebnisse nur geringfügig besser.

 

Bisher ist unklar, ob das Verständnis für Affengesten im menschlichen Genom verankert ist oder ob es an der Art der Gesten liegt.

 

Quelle: Towards a great ape dictionary: Inexperienced humans understand common nonhuman ape gestures Graham KE, Hobaiter C (2023) Towards a great ape dictionary: Inexperienced humans understand common nonhuman ape gestures. PLOS Biology 21(1): e3001939. https://doi.org/10.1371/journal.pbio.3001939


Ältester bekannter Menschenaffe gestorben

Am vergangenen Freitag verstarb Bonobo-Weibchen MARGRIT mit über 70 Jahren. Sie war aktuell wohl die älteste Vertreterin ihrer Art und vermutlich sogar der älteste Menschenaffe der heute lebenden Population.

 

Zwerg- Schimpanse, Bonobo Margrit
„MARGRIT war eine Persönlichkeit, freundlich, kooperativ und mit Schalk im Nacken. Ihr Tod macht uns traurig und hinterlässt eine Lücke“

 

Friedlich und schnell ist MARGRIT am vergangenen Freitagnachmittag in ihrer Gruppe im Menschenaffen-Haus des Frankfurter Zoos gestorben. Dem hochbetagten Weibchen ging es bis zum Schluss gut. Lediglich zwei Tage zuvor nahmen die mit ihr vertrauten Pflegerinnen und Pfleger leichte Veränderungen an ihr wahr. Sie war etwas weniger aktiv und fraß auch nicht mehr ihre üblichen Mengen. Zeichen von Schmerzen zeigte sie nicht.

 

„Über 60 Jahre lang lebte MARGRIT bei uns im Zoo. Lange Zeit war die vielfache Mutter die Matriarchin und bis zum Schluss ein wichtiges Mitglied ihrer Gruppe. 2008 erlebte sie den Umzug der Menschenaffen in den Borgori-Wald mit seinen großzügigen Innen- und Außenanlagen, Generationen von Zoomitarbeiterinnen und -mitarbeitern hat sie kennengelernt. Im letzten Herbst haben MARGRIT und ihre Gruppe an einer groß angelegten Verhaltensstudie des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie Leipzig teilgenommen“, sagt Dr. Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft.

 

„MARGRIT war eine Persönlichkeit, freundlich, kooperativ und mit Schalk im Nacken. Ihr Tod macht uns traurig und hinterlässt eine Lücke vor allem bei den Kolleginnen und Kollegen, die sie über lange Jahre hinweg gepflegt und betreut haben. Sie starb innerhalb von Minuten unter Beobachtung durch das Pflegeteam während das jüngere Weibchen HANNAH an ihrer Seite saß. MARGRIT hatte ein ungewöhnlich langes Leben und war unter ihren Artgenossen beliebt und geachtet. Jetzt war es Zeit für sie, zu gehen“, so Zoodirektorin Dr. Christina Geiger.

Vermutlich Anfang der 1950er Jahre wurde MARGRIT in den Regenwäldern des Kongo geboren. Im November 1959 kam sie zusammen mit einem anderen Bonobo-Weibchen aus dem Zoo Kinshasa, der heutigen Hauptstadt der DR Kongo, in den Frankfurter Zoo. Siebenmal hatte sie Nachwuchs. Ihr verdankt der Zoo auch die Welterstzucht bei den Bonobos im Jahr 1962. Drei ihrer Kinder leben heute noch in den Zoos von Wuppertal, Köln und La Vallée des Singes in Frankreich. Aktuell hat MARGRIT mehr als 80 lebende Nachkommen. Bonobos werden weltweit in nur 19 Zoos gehalten, in 17 davon leben ihre Nachkommen. Mittlerweile hat sie sogar Ur-Enkel der 5. Generation – einige davon leben noch in Frankfurt.

 

Quelle: Zoo Frankfurt


Krefeld: Neuer Affenpark kann gebaut werden

Der Ersatz für das in der Silvesternacht 2020 abgebrannte Affenhaus in Krefeld kann gebaut werden. Der Stadtrat gab am 1.2. in einem Grundsatzbeschluss grünes Licht und direkt auch eine erste Tranche von 13,3 Millionen Euro frei.

 

Krefelder Affenhaus
So soll der Affenpark in Krefeld einmal aussehen

 

Insgesamt soll für knapp 33 Millionen Euro ein hochmoderner Affenpark entstehen, in dem auch wieder mehrere Arten von Menschenaffen, Schimpansen, Gorillas, Orang-Urans gezeigt werden können. Die Finanzierung ruht auf mehreren Säulen. Ein Teil des Geldes kommt von der Versicherung, ein anderer aus dem Budget des Zoos und der Vereinigung der Zoofreunde. Nach dem Brand haben viele Privatleute Geld gespendet, das ebenfalls in den Bau des neuen Affenparkes fließen wird.

 

Quelle: WDR vom 2.2.2023


Doch keine Jungferngeburt bei alleine gehaltenem Gibbon

Im Februar 2021 brachte die Gibbon-Dame Momo im Saikai National Park Kujukushima Zoo & Botanical Garden ein gesundes Jungtier zur Welt. Das ist sicherlich Grund zur Freude, aber auch verwunderlich, denn Momo bewohnt ihr Gehege alleine. Von Jungfernzeugung ist bei höheren Säugetieren nichts bekannt*.

 

Gibbon
Moderner Weißhandgibbon (Beispielbild)

 

So sammelte der Zoo genetische Proben von Momo, ihrem Sohn und vier in angrenzenden Gehegen gehaltenen Gibbon-Männchen und ließ sie an der Uni in Kyoto analysieren. Schnell stellte sich heraus, dass eines der Männchen, Itoh, der Vater ist. Wie es zu einer Paarung kam, ist unklar, denn es gab keinen direkten Kontakt, weder im Tageskäfig, noch im Nachtgehege. „Wahrscheinlich haben die beiden durch ein Loch kopuliert, als Itoh im Tageskäfig war.“, vermutete der Superintendent Jun Yamano.

 

Tatsächlich ist das Nachtgehege von Momo nur durch eine Holzplatte mit zahlreichen Löchern vom Ausstellungsgehege abgetrennt. Die Löcher haben einen Durchmesser von 9 mm Wie es durch eines dieser Löcher zu einer erfolgreichen Paarung kam, ist ein fast noch größeren Rätsel als eine Jungferngeburt. Der Zoo hat nun die Platte durch eine Stahlplatte ohne Löcher ausgetauscht.
Nichts mehr mit Glory Hole für die Affen.

 

*sieht man einmal von einem schlecht dokumentierten Fall vor etwas mehr als 2000 Jahren in den heutigen Palästinensischen Autonomiegebieten ab

 

Quelle: ifl-Science vom 2.2.2023


 

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Von Okapi, Scharnierschildkröte und Schnilch: Ein prekäres Bestiarium

Zhous Scharnierschildkröte hat das Social Distancing erfunden: Wann immer ihr etwas nicht behagt, geht sie in den Mini-Lockdown und kappt die Verbindungen zur Außenwelt. Der Tasmanische Beutelteufel ist der Wutbürger unter den Tieren, der stinkend, schreiend und mit roten Ohren durch die Gegend springt. Die Partula-Schnecke, benannt nach dem Trio der römischen Schicksalsgöttinnen, ist ein echter Albtraum aller Romantiker und von ElitePartner. Der Baumhummer, ein verunstalteter Südsee-Yeti mit schwankendem Gang und Rüstung, kann Klone erzeugen.

So seltsam und unterschiedlich wie diese Tiere sind, teilen sie doch eine traurige Gemeinsamkeit: Ihr Überleben steht auf der Kippe!

Städtebau, Abholzung von Wäldern oder Wilderei haben die Arten in eine prekäre Lage gebracht. Ein gallisches Dorf von engagierten Tierfreunden und –schützern rund um die Organisation Citizen Conservation sorgt durch ihren Einsatz in Zucht- und Auswilderungsprojekten dafür, dass das endgültige Aussterben verhindert werden kann.

 

Von Okapi, Scharnierschildkröte und Schnilch: ist im Februar 2022 bei Galiani-Berlin erschienen und hat als gebundenes Buch 240 Seiten.

 

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San Diego-Zoo kündigt die Geburt eines Klon-Wildpferdes an

Der Zoo von San Diego in Kalifornien kündigt die Geburt eines Przewalski-Fohlens an. Eigentlich nichts besonderes, die den Wildpferden sehr nahe stehende Rasse vermehrt sich in Zoos recht gut. Das Besondere daran ist, dass das Erbgut des jungen Hengstes seit 1980 in der San Diego Zoo Wildlife Alliance’s (SDZWA) Wildlife Biodiversity Bank eingefroren war.

 

Przewalski-Pferde
Eine nicht ganz so kleine Herde Przewalsi-Pferde in Berlin-Friedrichsfelde.

 

Der San Diego Zoo und seine Genbank haben bereits im Jahr 2020 ein Przewalski-Fohlen namens Kurt geklont. Der demnächst zu erwartende Hengst wird – ebenso wie Kurt – die genetische Basis der Population zu vergrößern.

 

Quelle: ABC-News

 


Orcas treffen sich im Bremer Canyon – keiner weis, woher sie kommen

Jedes Jahr treffen sich hunderte Orcas vor der Südküste Westaustraliens. Sie treffen sich zwischen Januar und April, um Schnabelwale, Thunfische und große Kalmare zu jagen. Gleichzeitig ergibt sich bei solchen Treffen immer die Möglichkeit sich außerhalb des Pods zu paaren und so die Gene neu zu vermischen.

Die Zahl der Tiere ist enorm, möglicherweise ist dies die größte regelmäßige Versammlung von Orcas, die es auf diesem Planeten gibt. Doch ein Rätsel bleibt: Wo kommen die Massen an schwarz-weißen Großdelfinen überhaupt her?

 

Orca_ Wale in der Gruppe
Wale wie Orcas leben meist in Schulen, man findet sie selten alleine.

 

Die üblichen Versuche, die Tiere mit einem Satellitensender zu versehen, scheitern. „Es gab einige Versuche, die meisten waren sehr erfolglos. Das sind sehr, sehr clevere Tiere“, sagt Meeresbiologin Jennah Tucker zum Verhalten von Orcas. „Es läuft wirklich so: ‚Oh, was ist das an deinem Rücken? Lass es mich mal abmachen“ – und das wars mit einem 10.000 $ teuren Satelittensender.“

Also heißt es „Zurück zu den Wurzeln der Walbeobachtung.“, die Tiere werden fotografiert, die Fotos analysiert und in eine Datenbank eingegeben. Diese Datenbank enthält dann nicht nur Ort und Datum des Fotos, sondern auch Querverweise, wer mit wem zusammen aufgenommen wurde.

 

Es bleibt spannend.

 

Quelle: ABC.net vom 30.1.2023


Riesige Aga-Kröte in Australien gefangen

Die Aga-Kröte wurde nach Australien eingeführt, als biologische Bekämpfung von Schädlingen im ebenfalls eingeführten Zuckerrohr. 1935 und 36 wurden nach vehementen Forderungen von Plantagenbesitzern im Nordosten des Kontinents etwa 45.000 Kröten ausgesetzt.

 

Aga-Kröte
Aga-Kröte in „Normalgröße“

 

Die Tiere vermehrten sich explosionsartig und breiteten sich auch so aus. Inzwischen ist ein Großteil des feuchtwarmen Australiens von etwa 200 Millionen Aga-Kröten besiedelt. Die Tiere fressen nicht nur die einheimischen Insekten und Amphibien weg, sondern töten oder schädigen eine Reihe von potenziellen Fressfeinden mit ihrem Hautgift. Normalerweise werden Aga-Kröten in der Natur etwa 10 bis 15 Jahre alt und erreichen dann etwas mehr als 20 cm und ein Gewicht von immerhin einem Kilogramm. Durchschnitt sind aber eher 450 g. Männchen bleiben kleiner.

 

Im Conway Nationalpark in Queensland haben Nationalpark-Ranger am 13.1.23 eine Kröte gefangen, die 2,7 kg wiegt und 25 cm lang ist. Das Riesenvieh wurde standesgemäß „Toadzilla“ getauft. Das Tier wurde euthanasiert und schwimmt vermutlich jetzt in einer zoologischen Sammlung – in Alkohol.

 

 

Quelle: Spiegel vom 20.1.23


Deutschland hätte genug Raum für Großtiere

Eine Studie der Humboldt-Uni in Berlin hat ermittelt, dass Deutschland genug Platz für Großtiere wie Elch, Wisent, Wolf und Luchs hätte. Wir müssten ihn nur schaffen. Insbesondere im Nordosten, beispielsweise in der Schorfheide, der Uckermark und der Mecklenburgischen Seenplatte gibt es große Habitatgebiete für Großtiere. Ebenso können einige Mittelgebirge genug Raum bieten.

 

Wisente
Wisente am Waldrand

 

Tatsächlich kommen vor allem aus Polen immer wieder Elche und gelegentlich Wisente nach Ostdeutschland. Wir hatten in der Vergangenheit mehrfach darüber berichtet. Um die dauerhaften Überlebenschancen oder sogar Ansiedlungsmöglichkeiten zu ermitteln, untersuchte ein internationales Forscherteam mögliche Habitate. Die Wissenschaftler des geografischen Instituts der Humboldt-Universität und von Partnern in Polen, Tschechien, Österreich und Schweden kartierten alle aus ökologischer Sicht geeigneten Lebensräume. „Uns hat überrascht, wie viele ökologisch geeignete Lebensräume wir für beide Arten identifizieren konnten“, erklärte Studienleiter Hendrik Bluhm.

 

Elchbulle
Elche sind die größten Hirsche, und eigentlich in Teilen von Deutschland heimisch

 

Das größte Problem für die Wiederansiedlung ist die Zerschneidung der Landschaft durch Straßen. Weitere Probleme sind Zäune an der EU-Außengrenze oder an der Deutsch-Polnischen Grenze zur Eindämmung der Schweinepest. Diese Grenzen sind durch Grünbrücken einfach zu überwinden.

 

Letztlich hängt der Erfolg solcher Maßnahmen an der Akzeptanz in der Bevölkerung. Eine der Fragen ist, wie wir mit Konflikten im Bereich der Land- und Forstwirtschaft umgehen.

 

Quelle: n-tv vom 24.1.23, leider ohne Originalarbeit


Strandfunde:

In Neuseeland scheint Schnabelwal-Saison zu sein. Am 14.1. strandete ein Gray-Schnabelwal am Hokio-Beach bei Levin (südliche Nordinsel). Helfer konnten das Tier lebend ins Wasser bringen und zudem verhindern, dass zwei weitere Schnabelwale strandeten.

 

Am selben Tag wurde ein toter Schnabelwal vom Ruapuke Beach bei Raglan, knapp 500 km nördlich gemeldet. Bisher haben wir noch keine Daten, um welche Art es sich handelt.

 

Der folgende Sonntag war nicht weniger ereignisreich: Zunächst wurden zwei gestrandete Wale vor dem Wenderholm-Park bei Auckland gemeldet, die sich zum Glück als flacher Felsen entpuppten.

Der am gleichen Tag gemeldete Schnabelwal bei Manukau Heads war leider echt – und bereits bei der Strandung tot.

 

Ein Orca-Weibchen ist am 11. Januar bei Palm Coast in Florida gestrandet. Blair Mase-Gutherie, Koordinatorin für Meeressäuger-Strandungen der US-Wetter- und Ozeanbehörde berichtete von der schnell folgenden Obduktion des Kadavers: „Es handelte sich um ein älteres Weibchen, nahezu geriatrisch. Sie litt unter einer Vielzahl von Krankheiten. Es gibt keine Hinweise auf eine direkte Einwirkung von Menschen und definitiv kein Trauma.“

Die Untersuchungen der Proben gehen weiter. Zwischenzeitlich wird der Kadaver vergraben, um zu verwesen. Das später wieder auszugrabende Skelett bekommt die Smithsonian Institution in Washington D.C..

 

 

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Die Jurassic Park / Jurassic World-Filme

  1. Jurassic Park (1993)
  2. Vergessene Welt – Jurassic Park (1997)
  3. Jurassic Park III (2001)
  4. Jurassic World (2015)
  5. Jurassic World – Das gefallene Königreich (2018)
  6. Jurassic World – Ein neues Zeitalter (2022)

 

Kurzmeldungen

 

Köln: Jurassic World-Ausstellung kommt

Ab dem 31. März läuft die Jurassic World-Ausstellung im Odysseum in Köln. Die Erlebnisausstellung basiert auf dem bekannten „Jurassic World“ Franchise. Auf rund 2.500 Quadratmetern können Besucher durch die Tore von „Jurassic World“ schreiten, lebensgroßen Dinosauriern begegnen und abwechslungsreiche Themenbereichen erkunden. Dabei können sie einen Velociraptor aus nächster Nähe betrachten, unter einem imposanten Brachiosaurus stehen und den gefährlichen Tyrannosaurus rex begutachten.

Die Ausstellung ist auf Welttournee, sie startete 2016 in Melbourne, dann ging sie nach London, San Diego, Paris, Dallas und Madrid.

 

Jurassic World
Jurassic World, Detail der Ausstellung

 

Ähnlich beeindruckend wie die Dinos der Ausstellung sind die Eintrittspreise. Erwachsene zahlen ab € 29,50, Kinder (3 – 16 J.) immerhin ab € 23,50. Tatsächlich gibt es diese Preise nur mit langer Vorlaufzeit und zu schwach besuchten Zeiten. Der Veranstalter gibt eine Verweildauer von 45 bis 60 Minuten in der Ausstellung an.

 

Weblink: https://jurassicworldexhibition.com/


Fleischer bietet Nutria-Fleisch an

Neulich hatten wir es angesprochen, schon ist es Realität: Kommt man den Nutrias anderweitig nicht bei, ist es sinnvoll, sie aufzuessen. Die Fleischerei Bickert in Essen verkauft Nutria-Ragout.

 

Nutria-Familie
Nutria-Familie

 

Fleischermeister Jürgen Bickert jagt in Schermbeck auf dem Gebiet eines Landwirtes die Nutrias höchstselbst. Sie stellen eine Gesundheitsgefahr für Pferde dar, da ihre Höhlen einbrechen können, wenn Pferde darüber laufen. Das Fleisch der erlegten Großnager bietet er als Ragout an. Beinahe ein Grund, einmal nach Essen-Schönebeck zu fahren. Die Fleischerei liegt in der Nähe der A 40 an der Anschlussstelle Mülheim-Winkhausen.

 

Weiterführender Link: https://www.bickert-essen.de/


Das Letzte:

Hund erschießt Jäger

Im US-Bundesstaat Kansas ging ein Jagdausflug so völlig anders aus, als sich alle Beteiligten ausgemalt haben. Auf der Rückbank eines Autos hatte sich ein geladenes und entsichertes Gewehr befunden. Der ebenfalls dort befindliche Hund sei „auf das Gewehr getreten und hat dabei einen Schuss ausgelöst“, erklärte die Polizei. Der Schuss traf einen Mann auf dem Beifahrersitz, der noch vor Ort seiner Schusswunde erlag.




Medium der Woche: The Curse of Oak Island

Oak Island ist eine kleine Insel im Osten von Nova Scotia in Kanada. Sie zieht seit mindestens 1795 die Augen der Schatzsucher der Welt auf sich. Randall Sullivan, Redakteur des Musik- und Popkultur-Magazins „Rolling Stone“ hat sich der Sache einmal angenommen und betrachtet sie von einem anderen Standpunkt, als die bisher veröffentlichten Dokumentationen.

 

Die Geschichte der längsten Schatzsuche der Geschichte

In The Curse of Oak Island erkundete Randall Sullivan, langjähriger Redakteur und Journalist des Rolling Stone, die merkwürdige Geschichte der Eichen-Insel, so die Übersetzung, und die Generationen von Menschen, die versuchten und es nicht schafften, seine Geheimnisse zu lüften. Gestützt auf seinen exklusiven Zugang zu Marty und Rick Lagina, den Stars der Fernsehsendung The Curse of Oak Island des History Channel, liefert Sullivan eine aktuelle Chronik ihrer andauernden Suche nach der Wahrheit.

 

Oak Island-Buch

 

Was auf Oak Island geschah

1795 entdeckte ein Teenager auf Oak Island in Nova Scotia, Kanada, eine mysteriöse kreisförmige Vertiefung im Boden. Das löste Gerüchte über vergrabene Schätze aus. Frühe Bagger legten einen mit Ton ausgekleideten Schacht frei. Er enthielt Erdschichten, die mit Holzplattformen durchsetzt waren. Aber als sie eine Tiefe von 25 m erreichten, ergoss sich Wasser in den Schacht und machte ein weiteres Graben unmöglich.

 

Seitdem hat das Mysterium des „Money Pit“ von Oak Island Generationen von Schatzsuchern in ihren Bann gezogen. Darunter war ein Bostoner Versicherungsvertreter, dessen Besessenheit ihn ruiniert hat, der junge Franklin Delano Roosevelt und Filmstar Errol Flynn. Verblüffende Entdeckungen haben die Fantasie der Entdecker beflügelt: ein flacher Stein, mit einem Code beschriftet. Ein Fluttunnel, der von einem künstlich angelegten Strand gespeist wird. Ein zerrissenes Stück Pergament. Steinmarkierungen, die ein riesiges Kreuz bilden. Die Schatzsucher haben große Teile der Insel auf der Suche nach Antworten planiert. Ausgrabungsversuche haben bisher zwei Menschenleben gefordert.

 

Es gibt viele Theorien darüber, was auf Oak Island verborgen ist. Könnte es sich um den Schatz der Piraten oder um die verlorenen Juwelen von Marie Antoinette handeln? Oder vielleicht der Heilige Gral oder Beweis für die Identität des wahren Autors von Shakespeares Stücken?

 

Was hat es mit dem Fluch auf sich?

In diesem reichhaltigen, faszinierenden Bericht nimmt Sullivan die Leser mit, während die Lagina-Brüder die bisher umfassendste Anstrengung unternehmen, um das Geheimnis zu lüften. Sullivan zeichnet die unglaubliche Geschichte des „Fluchs“ von Oak Island auf, wohin zwei Jahrhunderte lang Träume von vergrabenen Schätzen geführt haben unerschrockene Schatzsucher alles zu opfern.


 

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The Curse of Oak Island

 

Die Publikation von Randall Sullivan ist 2018 – 2020 in unterschiedlichen Medien erschienen, 2018 das gebundene Buch mit 410 Seiten, 2019 das Hörbuch auf MP3-CD und schließlich 2020 die Taschenbuchausgabe mit 422 Seiten.

 

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Unser Jahresrückblick 2022, Teil 2

 

Juli

Frankreich: Erneut ein Wal in der Seine-Mündung bei Le Havre, diesmal handelt es sich um einen etwa 10 m großen Zwergwal, der bei den ersten Beobachtungen in guter Verfassung zu sein scheint.

 

Kambotscha: Ein Fischer hat im Mekong den womöglich größten Süßwasserfisch der Welt gefangen. Es handelt sich um einen Mekong-Riesenrochen, er wog etwa 300 kg, hatte eine Länge von 3,98 m und eine Breite von 2,2 m. Nach Messen und Fotosession wurde der Fisch besendert und wieder frei gelassen.
Der Mekong gilt allgemein als Fluss der Riesenfische, von denen die meisten Arten durch Überfischung am Rand der Ausrottung stehen.

 

Mekong Riesenstechrochen Juni 2022
Der besagte Mekong-Riesenstechrochen bei der Freilassung (Foto: Wonders of the Mekong)

 

London: Große Aufregung um angeblich tödliche Riesenschnecken. Schnell stellte sich heraus, dass es sich hierbei um zwei gewöhnliche Achatschnecken handelte, die zwar mit 20 cm Gehäuselänge zu den größten Landschnecken gehören, aber keinesfalls tödlich sind.
Die Panik, die Mirror und Sun zu zitieren wussten, stammte aus Florida, wo die Art invasiv ist und große Schäden in der Landwirtschaft verursacht. In England ist das bei einer hochtropischen Art nicht zu erwarten. Tödlich hingegen kann ein Parasit, der Rattenlungenwurm Angiostrongylus cantonensis sein. Menschen werden aber nur selten infiziert.

 

Schnecke auf Hand
Die Große Achatschnecke wird auch gerne als Haustier gehalten

 

Niederlande: Der seit Monaten in der südlichen Nordsee kreuzende Buckelwal ist tot. Er wurde am 5.7. auf einem Truppenübungsplatz auf der 2. westfriesischen Insel Vlieland angeschwemmt. Das Tier war 7 m lang, also gerade selbstständig geworden. Es litt unter Nahrungsmangel, vermutlich hatte es nie lernen können, sich im flachen Wasser zu ernähren.

 

So sterben Wale - manchmal
Der auf Vlieland gestrandete Buckelwal. Foto von Carl Zuhorn, CC-BY-NC-ND, aufgenommen am 5. Juli 2022

 

Australien: Im Süden des Inselkontinentes, bei Mallacoota Beach ist ein weißer Buckelwal tot gestrandet. Das Weibchen maß 10 m. Befürchtungen, dass es sich um das bekannte weiße Buckelwalmännchen Migaloo bestätigten sich nicht. Zur Todesursache haben wir nichts erfahren.

 

Weißer Buckelwal Wale
Der weiße Buckelwal, der in Australien gestrandet ist. Die Markierungen 2 bis 5 zeigen, dass es sich um ein Weibchen handelt, 1 zeigt eine Schwanzflossenkerbe, die anders als bei Migaloo geformt ist.

 

Kanada: Sicherlich das kryptozoologische Fake des Jahres hat ein Blogger namens Coyote Peterson geschaffen. Er hat eine Kunststoff-Nachbildung eines Gorilla-Schädels in einer Pfütze im pazifischen Regenwald „gefunden“ und geschickt nicht behauptet, es handele sich um den Schädel eines Sasquatch.
Ganzer Artikel: hier.

 

Der vermeintliche Bigfoot-Schädel in situ
Der mutmaßliche Bigfoot-Schädel in Situ

 


August

China: Schwertstör ausgestorben. Einer der größten Süßwasserfische, der chinesische Schwertstör ist offiziell ausgestorben. Überfischung hatte sie bereits selten gemacht, der Gezhouba-Damm den Weg vom normalen Lebensraum im Unterlauf zu den Laichplätzen im Oberlauf verbaut. Die letzten Jungtiere wurden 1995 gefangen, seit dem ließ sich keine Reproduktion mehr nachweisen.
Genaueres hier: News

 

Chinesischer Schwertstör Psephurus gladius
Ein chinesischer Schwertstör Psephurus gladius, 1993 am Ufer des Jangtsekiang bei Nanjing gestrandet. Foto: Wei Qiwei CC BY SA 3.0

 

Türkei: Ein junger Braunbär hat sich so sehr mit Pontischem Honig beduselt, dass er von den Behörden buchstäblich eingesammelt und zur Ausnüchterung eingesperrt wurde. Pontischer Honig ist der Honig des Pontischen Rhododendrons, Rhododendron ponticum, und enthält mehrere berauschende Graynotoxine.

Nachdem er den Rausch ausgeschlafen hatte, wurde der Jungbär mit einem gewaltigen Kater wieder in die Wildnis entlassen.

 

Frankreich: Der dritte Seine-Wal dieses Jahr war ein Beluga! Der Weißwal wurde Anfang August entdeckt und war zu diesem Zeitpunkt bereits in schlechtem Allgemeinzustand. Es irrte zwischen Paris und Rouen hin und her, nahm aber keine Nahrung zu sich. Am 10.8. entschieden die Behörden, das lebende Tier einzufangen, es sollte in der Normandie aufgepäppelt werden und dann gestärkt entlassen werden. Auf dem Transport verstarb es.

Ist der Megalodon verantwortlich?
Darstellung eines Megalodon durch einen Paläoartist

 

Washington D.C.: Eine neue Studie zum Großzahnhai Otodus megalodon erregt Aufsehen. Über ein 3D-Modell, das auf einem der wenigen Fossilien (die über Zähne hinausgehen) basiert, konnten die Wissenschaftler neue Daten produzieren. Zu diesen Daten gehörten Bewegung- und Fressökologie, die sich spürbar von den kleineren, heute lebenden Haien unterscheidet.
Siehe News-Artikel und Originalarbeit


September

Birmingham: Britische Kryptozoologen gehen mit einer neuen Art der Falle auf Großkatzenjagd. Sie nageln Teppichstücke an Bäume, die mit Duftölen getränkt sind. Jeder, der eine Katze hat, weiß, dass sie sich gerne an so etwas reiben, das tun Großkatzen genauso. Haare könnten nun an den Teppichen oder Nägeln hängen bleiben, hieraus kann man DNA gewinnen.

Von einem Erfolg der Methode hat die Redaktion noch nichts erfahren.

 

Amerikanische Jungferninseln: „Blue Goo“, blauer Glibber wurde ein Lebewesen genannt, das Mitarbeiter der US-Wetter- und Ozeanforschungsbehörde NOAA vor der Insel St. Croix in Tiefen zwischen 407 und 611 m in größerer Zahl fanden. Bisher konnte es nicht eingeordnet werden, Spekulationen gehen in Richtung Weichkoralle, Schwamm oder Manteltier.

 

Blue Goo, der unidentifizierte Blaue Glibber am Meeresboden
„Blue Goo“, Blauer Glibber wurde das Wesen getauft, das Forscher der NOAA am Meeresboden der Karibik gefunden haben (Foto: NOAA)

 

Neuseeland: Am Strand des Abel Tasman Nationalparks am Nordende der Südinsel Neuseelands ist ein wirklich großer Riesenkalmar angeschwemmt worden. Wenn die Angaben von Stern.de stimmen, hat der „Kopfmantel“ (sic!) eine Länge von 4 m. Damit ist vermutlich die Standardlänge gemeint (siehe: Kalmar). Die größte, bisher sicher dokumentierte Standardlänge liegt bei 2,25 m. Dieser Kalmar überschreitet sie deutlich.

 

Die Cook-Straße zwischen den beiden Hauptinseln Neuseelands ist für eine große Pottwal-Population bekannt. Der Fundort dieses Kadavers ist nicht weit davon entfernt.

 

Finnwal bläst
Finnwal der atlantischen Population (CC 2.0 by Aqqa Rosing-Asvid)

 

Frankreich: In der Bretagne sind drei Finnwale innerhalb weniger Tage gestrandet. Am 2. September strandete an der Südküste der Ile de Sein ein toter, 15 – 20 m langer Finnwal. Am 10. September strandete ein weiterer Finnwal am Strand Kermabec in Tréguennec. Der dritte Finnwal strandete in der Nacht zum 19.9. am Strand von Ploéven in der Bucht von Douarnenez. Es war mit 15 m das kleinste Tier und lebte zum Zeitpunkt seiner Entdeckung, morgens um 8 Uhr noch. Alle diese Strandungen fanden im Umkreis von weniger als 25 km statt. 

 

Niederlande: Drei Schüler aus Duisburg hatten sich bei einem Ausflug in den Safaripark Beekse Bergen vermutlich vom Handy ablenken lassen und landeten auf einmal im Geparden-Gehege. Dazu kam die zweite schlechte Idee, nämlich wegzulaufen. Das wiederum erregte den Jagdreflex der Großkatzen. Einer der Jungen stürzte und wurde von den Katzen in Kopf und Arm gebissen, er kam zur Behandlung ins Krankenhaus. Dummheit tut gelegentlich doch weh.

 

Gepard
Gepard in einem Zoo (Beispielbild)

 

Neuseeland: Auf den Chatham-Inseln sind in zwei großen Strandungsevents fast 480 Grindwale gestrandet und zu großen Teilen verendet oder wurden von Tierschützern eingeschläfert. Das Wieder-Zuwasserbringen der Tiere ist schwierig, in der Region patrouillieren zahlreiche große Haie im Flachwasser. Sie stellen eine sehr reale Gefahr für die Helfer dar.

Auf den Chatham-Inseln kommt es immer wieder zu Massenstrandungen von Grindwalen.

 


Oktober

Svante Pääbo. Foto: The Royal Society
Svante Pääbo, der erste Nobelpreisträger 2022. Foto: The Royal Society

Schweden / Deutschland: Svante Pääbo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig erhält den diesjährigen Nobelpreis für Physiologie und Medizin. Pääbo ist der Pionier bei der Klonierung alter DNA, unter anderem einer ägyptischen Mumie und des Neanderthalers.

Hier ist eine kurze Zusammenfassung seiner Forschung zu lesen. 

 

 

Indien: Babiya, ein als heilig verehrtes Krokodil ist tot. Es lebte Jahren am Sri-Ananthapadmanabha-Swamy-Tempel in Thiruvananthapuram, Indien. Das Krokodil erschien spontan 1940 oder 1945 in dem See, nachdem britische Soldaten seinen Vorgänger erschossen hatten.

Entsprechend der hinduistischen Lehre ernährte sich Babia angeblich seit Jahrzehnten rein vegetarisch von Reis und Zucker in Form des „Prasadam“, einem gesegneten Gericht.
Um welche Art es sich bei Babiya gehandelt hat, ist unklar, in Frage kommen Sumpf- oder Leistenkrokodile.

 

Kambodscha: Erneut ein Mekong-Fisch im Focus: Der Riesenlachskarpfen Aaptosyax grypus wurde auf einem schwimmenden Markt bei einem Fischhändler entdeckt. Das „13 Pfund“ schwere und 90 cm lange Tier ist der erste Nachweis im Tiefland seit 2004. Ob die Tiere in den Nachbarländern noch existieren, ist unklar. Sie können 130 cm und 30 kg erreichen.

 

Aaptosyax grypus
Aaptosyax grypus, der Mekong Ghost, sehr real bei einem Fischhändler. Foto: Peter Cunningham CC 3.0

 

Taiwan: Alle auf Taiwan lebenden, anerkannten Gruppen von australonesischen Ureinwohnern haben die Legendes des „Kleinen, schwarzen Volkes“. Nun deuten Schädelfunde von Archäologen darauf hin, dass es tatsächlich bereits Bewohner anderer Ethnien gab, als die Australonesier die Insel besiedelten. Nun stellt sich die Frage, wie lange das „kleine, schwarze Volk“ in den Bergen tatsächlich überlebte und wie lange solche Legenden überleben können.

Für Interessierte empfehlen wir die Originalarbeit.

 

Gestrandeter Orca bei Cadzand
Die Situation nach der 2. Strandung: Der Orca liegt hoch über der Wasserlinie. Foto: Jeroen Hoekendijk

 

Niederlande: Auf dem Cadzand ist am 15.10. ein Orca gestrandet. Ein Versuch des „Refloatings“ war erfolglos, das Tier strandete nur 2 h später erneut und wurde dann eingeschläfert.
Das Weibchen war etwa 5,17 m lang und nach ersten Untersuchungen sehr jung, vermutlich gerade selbstständig geworden. Es wog nur 2000 kg und war in einem schlechten Allgemeinzustand. Die Untersuchung des Tieres brachte später weitere Erkenntnisse: Das Tier litt an mehreren Entzündungen, alle Zähne waren locker und verfault.
Später wurde das Tier als IB6, „Gala“ identifiziert. Sie gehörte zur Gibraltar-Population und zum Lusas Clan. Seit Mai 2019 gab es keine Sichtungen von ihr.

Volltext unserer Meldung


November

Nordpazifik: Möglicherweise ist ein zweiter 52-Hertz-Wal seit 2010 bekannt. Der erste Wal, der auf dieser ungewöhnlich hohen Frequenz singt, ist akustisch seit 1989 bekannt. Um was für ein Tier es sich handelt, weiß niemand genau, Spekulationen gehen in Richtung Blauwal-Finnwal-Hybrid. Er singt meist vor Alaska. Seit 2010 gibt es offenbar ein weiteres Tier, das ungefähr in seiner Frequenz singt, südlicher, vor Kalifornien.
Die Macher eines Dokumentarfilmes über den 52-Hertz-Wal konnten nun den zweiten Wal direkt vor Los Angeles aufnehmen, als sich ein Blauwal-Finnwal-Hybrid in dieser Gegend aufhielt.
Zum Volltext

 

Walhybrid
Hybrid zwischen Blau- und Finnwal. Foto: Adam Ernster,

 

Nordsee-Wattenmeer: Die Zahl der Seepferdchen steigt. Seit den 1970ern gelten sie im deutschen Teil des Wattenmeeres als verschollen, nun werden sie „vermehrt“ an den Stränden beobachtet. Die Beobachtungsplattform „Beach Explorer“ hat bereits in der ersten Hälfte 2022 30 Seepferdchen gemeldet, ebenso ähnlich viele Funde aus Dänemark und den Niederlanden. Meist handelt es sich um Hippcampus hippocampus.
Überlegung der Redaktion: Seepferdchen brauchen Bewuchs, an dem sie sich festhalten können. Große Teile des Wattenmeeres sind aufgrund der ständigen Befischung mit Grundschleppnetzen frei von Bewuchs. Fischereischutzzonen um die Windkraftwerke werden aber nicht mit diesen Geräten befischt. Schaut mal da nach.

 

Seepferdchen im Aquarium
Seepferdchen im Aquarium. Die Artzugehörigkeit ist nicht sicher.

 

Papua-Neuguinea: Fergusson-Fasantaube wieder entdeckt. Bisher war dieser Vogel nur von einem einzigen Exemplar, dem Holotypus bekannt. Er wurde 1882 gesammelt. Seit dem gilt die Fergusson-Fasantaube Otidiphaps insularis als ausgestorben.
Forscher der Initiative „The Quest for lost Birds“ hatten sich auf den Weg zur Fergusson-Insel gemacht, die Neuguinea im Osten vorgelagert ist. Ihr einziges Ziel war, diese seltene Fasantaube zu fotografieren.
Wie es sich gehört, war die Expedition lange erfolglos, erst am letzten Tag zeigte sich der einmalige Vogel vor einer der Wildkameras. Quicklebendig, in gutem Licht, scharf und in voller Pracht.

Weiteres gibt es hier

 

 

 

Peru: Unbekannte Springaffen-Art beschrieben. Jetzt hat der Aquino-Springaffe einen Namen, Cheracebus aquinoi heißt er nun. Die kleinen Affen leben in den Regenwäldern Südamerikas, der Aquino-Springaffe in einer Amazonas-Schleife bei Iquitos, Peru.
Derzeit arbeiten mehrere Wissenschaftler an der Systematik der Springaffen. Dies blieb nicht ohne Folgen: Ohne viele neue Tiere zu entdecken, stieg die Artenzahl von drei auf aktuell 36 Arten an, weitere Arten sind zu erwarten.
Wir haben uns ausführlicher mit den Springaffen auseinander gesetzt. Leider gibt es keine Beispiele aus europäischen Zoos, die Tiere werden hier nicht gehalten.

 

 


Dezember

 

Australien: Das Fell und Skelett des letzten bekannten Beutelwolfes, der am 7. September 1936 starb, ist gefunden worden. Es war vermutlich seit dem Tod des Tieres in Besitz der „Tasmanian Museum and Art Gallery“.
Über die Aufzeichnungen der Präparatoren von 1936/37 konnte man feststellen, dass dieses Tier in dem Museum präpariert wurde. Das Skelett sowie die gegerbte und flach gelegte Haut sind jedoch nicht in die Forschungssammlung eingegangen, sondern waren Lehrexemplare und deswegen nicht in den Sammlungsbüchern aufgeführt.

Kurzartikel hierzu

 

Fell des letzten Beutelwolfes
Fell des letzten bekannten Beutelwolfes, präpariert 1936/37. Foto: TMAG

 

 

Weltall: Um den Stern Kepler-138 kreisen mehrere Planeten. Bei zweien davon könnte es sich um Wasserplaneten handeln, die eine gewisse Ähnlichkeit mit der Erde aufweisen. Wie sehr sie unserem blauen Planeten ähneln, ist noch unklar.

 

Los Angeles: Der „Hollywood-Puma“ aus einem Stadtpark in Los Angeles musste eingeschläfert werden. Der Kater P-22 lebte seit mindestens 10 Jahren in dem Park, ohne dass es je Probleme mit ihm gab. Nach einem Unfall, vermutlich mit einem Auto wurde er auffällig und hat drei Hunde angefallen. Daraufhin fingen die Behörden ihn ein und ließen ihn untersuchen. Leider waren seine Verletzungen so stark, dass keine Chance auf ein normales Pumaleben bestand, so entschloss man sich, „Amerikas coolste Katze“ einzuschläfern.

 

Puma Los Angeles
Die ikonische Aufnahme von Steve Winter, die P-22 vor dem Hollywood-Schriftzug zeigt

 

Vancouver: Die Buckelwale sind zahlreich zurück. Nachdem die Menschen vor 55 Jahren aufgehört haben, sie zu jagen, entwickelt sich die Buckelwalpopulation an der Küste von British Columbia bestens. Mittlerweile leben wieder 27.000 Tiere hier, in der Meerenge von Vancouver sind sie so häufig, wie seit 100 Jahren nicht mehr. Weiter so!

 

Buckelwale in British Columbia
Buckelwale in der Meerenge vor Vancouver, häufig wie seit über 100 Jahren nicht mehr.

 

Helgoland: Erneut Babyboom bei den deutschen Kegelrobben. Wie in den vergangenen Jahren auch, werden die Kegelrobben auf Helgoland dieses Jahr wieder eine Rekordzahl von Jungen auf die Welt bringen. Kegelrobben bekommen ihre Jungtiere um den Jahreswechsel.
Mehr als 700 Geburten werden erwartet, allerdings hat sich im letzten Jahr eine Trendumkehr abgezeichnet: Die Geschwindigkeit der Zunahme sinkt, vermutlich weil so langsam der Platz auf der Düne, Helgolands Nebeninsel knapp wird. Vermutlich werden die Tiere in den nächsten Jahren eine Tochterkolonie irgendwo im Wattenmeer bilden. Es bleibt spannend!

 

Kegelrobbe
Eine Kegelrobbe im Flachwasser

 


 




Medium der Woche: Magische Fabelwesen

magische Fabelwesen und Mythische Kreaturen

 

 

Magische Fabelwesen und mythische Kreaturen: Von Drachen, Hexen und Wassergeistern

 

Die faszinierende Welt der magischen Kreaturen

Majestätische Greife, magische Elfen oder mythische Ungeheuer wie die Hydra: dieses Buch präsentiert über 60 Geister, Götter, Gestaltwandler und andere magische Wesen und mythischen Tierwesen. Spannende Porträts und wunderschöne Illustrationen erwecken die zeitlosen Figuren der uralten Mythen unserer Vorfahren zum Leben. Quer durch alle Kulturen und Zeitalter werden hier fantastische Wesen vorgestellt – vom Affenkönig Sun Wukong bis zu den Sirenen mit ihrem todbringenden Gesang.

Magische Fabelwesen und ihre Entstehungsgeschichten

Viele Naturphänomene waren für die Menschen im Altertum das Werk übersinnlicher Kräfte. Für die alten Ägypter bestimmte der Gott Re den Lauf der Sonne. Für die nordamerikanischen Ureinwohner war der Flügelschlag des Donnervogels für den Donner verantwortlich. Auch wenn die Wissenschaft viele Rätsel von damals gelöst hat, bestehen die tierischen Fabelwesen und magischen Kreaturen bis heute in unserer Fantasie fort. Die spektakulärsten Geschöpfe sind in diesem sensationellen Buch vereint!

 

magische Fabelwesen und Mythische Kreaturen: der chinesische Drache

 

Kreaturen und Fakten

Über 60 magische Wesen: Quer durch alle Kulturen und Zeitalter versammeln sich in diesem Buch übersinnliche Kreaturen und deren sagenumwobene Geschichten, z.B. einäugige Zyklopen aus Griechenland, das hinterlistige Yara-Ma-Yha-Who der Aborigines und Tengu, das rotgesichtige Vogelwesen aus Japan.

 

Historische und kulturelle Fakten: Was steckt hinter der Legende von Bigfoot? Was hat das Einhorn mit den Stoßzähnen des Narwals zu tun? Hier werden die Entstehungsgeschichten und Hintergründe der magischen Wesen beleuchtet und in den jeweiligen Kulturkreis eingeordnet.

 

Beeindruckende Illustrationen: Niemand fängt die eindrucksvolle Magie und Faszination, die von mythischen Wesen ausgeht, so wunderschön ein wie der Grafiker Pham Quang Phuc.


 

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Magische Fabelwesen und mythische Kreaturen:

Von Drachen, Hexen und Wassergeistern

Magische Fabelwesen und mythische Kreaturen ist für junge Kryptozoologen und Kryptozoologinnen gedacht. Das üppig illustrierte Werk stammt ursprünglich aus Vietnam und zeigt daher zahlreiche Wesen, die im europäisch-nordamerikanischen Kontext eher selten auftreten.

 

Die Kunden des Buches empfehlen es für Kinder zwischen 5 und 10 Jahren. DIe deutsche Ausgabe ist bei Dorling Kindersley im August 2021 erschienen und hat 160 gebundene Seiten. Bei Amazon rangiert „Magische Fabenwesen und mythische Kreaturen“ seit seiner Erscheinung in den obersten Rängen unterschiedlicher Kinderbuch-Sektionen.

 

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Freitagnacht-Kryptos: Das Oomph

Es versteht sich von selbst, dass viele Menschen Angst vor dem haben, was sie nicht sehen können. Ein trüber See, bei dem man nicht sieht was unter seiner Oberfläche lebt, kann erschreckend sein sein, wenn man darin schwimmt. Eine ominöse Höhle, die ihren Bewohner ganz hinten im Schutz der Dunkelheit verbirgt, kann jedermann dazu bringen, sich umzudrehen und vor Angst davonzulaufen. Ein dichter Wald bei Nacht kann einem einsamen Camper das Gefühl eines verängstigten Kindes verursachen, wenn die Geräusche seiner versteckten Bewohner von überall widerhallen. Das Unsichtbare ist ein großer Angstmacher.

 

Und diese Angst überträgt sich oft auf Kreaturen, die selten auftauchen. Kreaturen, von denen gelegentlich berichtet wird und die als erschreckend gelten. Aufgrund dieser äußerst seltenen Sichtungen warnen Wissende alle, die das Reich der unsichtbaren Kreatur betreten, dass auch sie mit der Bestie zusammenstoßen und dabei bis ins Mark erschrecken könnten. Aber so beängstigend diese Kreaturen auch sind, man muss sie gelegentlich jagen, um zu verhindern, dass sie sich den im Wald errichteten Lagern nähern oder gar dort eindringen.

Manchmal muss man das Monster jagen, um sich vor einem Monster zu schützen.

 

Dichter Wald, Heimat des Oomph

 

Die Jagd nach dem Monster

Das Problem bei der Jagd auf diese versteckten Bestien ist jedoch, dass sie die meiste Zeit kompletter Humbug sind. Diese erschreckenden Viecher sind normalerweise nichts weiter als reine Fiktion, die hauptsächlich verwendet wird, um auf Kosten der Opfer zu lachen. Ein gutes Beispiel dafür ist eine Kreatur, die einfach als The Oomph bekannt ist. Ein furchteinflößendes Lebewesen, das in allen Holzfällerlagern des Nordens bekannt war und hauptsächlich für Humor und gelegentliche Angst verwendet wurde.

 

Der Oomph wurde von Holzfällern als so groß wie ein Hund beschrieben, sah aber aus wie die Kreuzung zwischen einer Eidechse und einer Kröte. Es hatte riesige Klauen an seinen vierstelligen Händen und Füßen und es besaß scharfe stachelschweinähnliche Stacheln, die über die Länge seines Rückgrats verliefen. Seine Haut soll eine bräunlich-grüne Farbe haben und mit großen schwarzen rauen Flecken bedeckt sein. Das Tier war extrem schnell und die einzige Möglichkeit, eines zu fangen, besteht darin, es zu überraschen. Wenn es einen Menschen bemerkt, flüchtet es mit so extremer Geschwindigkeit ab, dass der Jäger nicht verfolgen konnte, wohin es lief. Der beste Weg, es zu finden, sei, auf seinen leicht erkennbaren Ruf zu lauschen. Es ist ein Geräusch, das es tief unten in der Kehle erzeugt und wie „Oomph, Oomph“ klingt. Daher hat das Tier seinen Namen.

 

Hier hört man schon beinahe das Oomph

 

Das Oomph liebt Moorhuhn-Eier

Die Holzfäller haben sich die Geschichte des Oomph in erster Linie ausgedacht, um Neuankömmlinge oder Greenhorns zu foppen, wenn sie im Lager ankamen. Diesen Greenhorns hat man normalerweise erzählt, dass das Lager ein Problem mit einem aggressiven Oomph hatte. Es sei Aufgabe der Neulinge es zu jagen und loszuwerden. Nachdem die alten Hasen den nervösen Jägern erzählt hatten, wie das furchterregende Tier aussah, berichteten sie von Anzeichen, die zeigen, ob ein Oomph in der Nähe war. Das wichtigste Zeichen dafür waren zerbrochene Eiern in einem Moorhuhnnest, da diese Eier das Lieblingsessen des Oomph seien.

 

Wenn schließlich jemand die zerbrochenen Eier gefunden hat, machten die Greenhorns dann laut das „Oomph“-Geräusch, um das schwer fassbare Tier zu rufen. Aber zu ihrer großen Enttäuschung – und möglicherweise Erleichterung – tauchte das Oomph nie auf. Die unglücklichen Jäger kehrten dann ins Lager zurück, und erzählten den anderen Holzfällern, dass es ihnen nicht gelungen war, das Lager von ihrem lästigen Oomph zu befreien. An diesem Punkt hat man das Greenhorn auf den Witz aufmerksam gemacht. Oft sah es sich so lange dem Spott ausgesetzt, bis ein neuer Haufen Greenhorns eintraf.

 




Medium der Woche: Little Species, Big Mystery

 

Eine spannende Entdeckungsgeschichte und die Geschichte des Homo floresiensis.

 

Fundort des Homo floresiensis
Höhle in Lian Bua, Flores. Hier wurden die ersten H. floresiensis gefunden (Foto: Rosino CC2.0)

 

Es gibt heute nur eine Art von Menschen auf der Erde: uns, den Homo sapiens. Aber wir sind nur eine von vielen menschlichen Spezies, die seit Jahrtausenden auf unserem Planeten existieren. Im Jahr 2004 staunte die Welt über die Entdeckung einer bisher unbekannten Zwerg-Menschenart auf der Insel Flores im indonesischen Archipel: Homo floresiensis.

Homo floresiensis war ein sehr kleines, stämmiges Wesen mit langen Armen und großen Füßen. Die kleinen Hominiden hatten großem Appetit auf Stegodons, inzwischen ausgestorbene Verwandte moderner Elefanten. Die Art erhielt bald den Spitznamen „Hobbit“. Noch vor 52.500 Jahren, als sich unsere eigenen Vorfahren über die ganze Welt ausbreiteten, lebten diese „Hobbit“-Cousins zumindest auf Flores.

 

Homo floresiensis. Kennen die Lio sie als Affenmenschen?
Rekonstruktion des Homo floresiensis

 

In Little Species nimmt die Big Mystery-Archäologin Debbie Argue den Leser oder die Leserin mit auf eine Reise spannender wissenschaftlicher Entdeckungen. Sie erzählt von der Ausgrabung von H. floresiensis, den darauffolgenden archäologischen Expeditionen, anderen Funden. Aktuell ist auch der Fund eines kleinen philippinischen Homininen und neuen Forschungswegen und Diskussion. Argue vermittelt die Aufregung beim Suchen und Finden von Spuren einer verlorenen Vergangenheit und die lebhaften Diskussionen, die sich aus ihrer Entdeckung ergeben haben. Der Leser bekommt ein Gefühl dafür, wie sich Feldarbeit und der sich daraus ergebende Erkenntnisgewinn anfühlen, und einen Einblick in eine faszinierende, aber nur teilweise aufgedeckte Vergangenheit.

 

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Little Species, Big Mystery

Little Species, Big Mystery ist 2022 bei der Melbourne University Press erschienen und hat als gebundenes Buch 272 Seiten im ungewöhnlichen Format 23 x 15 cm. Es ist außerdem für den Kindle erhältlich.

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