Freitagnacht-Kryptos: Der „Minnesota-Iceman“ – Doch echt?

Im Herbst des Jahres 1967 besuchte der Zoologe der University of Minnesota, Terry Cullen, die Gegend um Milwaukee. Auf einem Jahrmarkt entdeckte er ein unglaubliches Ausstellungsstück: Den gefrorenen Körper eines angeblich kürzlich getöteten bigfootähnlichen Tieres. In der Kryptozoologie wird er im Folgenden als „Minnesota-Iceman“ bezeichnet.
In vielen Artikeln und Veröffentlichungen wird bis heute darüber gestritten, ob dieses Wesen echt oder ob es doch nur ein gut gelungener Scherz war. Handelte es sich bei dem Fund vielleicht sogar um das lange gesuchte „Missing Link“ in der menschlichen Evolution?

Cullen begleitete das Ausstellungsstück und den Schausteller Frank Hansen eine ganze Weile durch Wisconsin, Illinois und Minnesota. In diesen Orten wurde es in vielen Einkaufszentren und auf vielen Jahrmärkten ausgestellt. Er versuchte während dieser Zeit örtliche Anthropologie-Professoren auf das interessante Stück aufmerksam zu machen, doch konnte der gefrorene Körper eines möglichen Missing Links deren Interesse nicht wecken.

Die Werbung für den Minnesota-Iceman: "Sehen Sie die mysteriöse Kreatur im Eis. Ist das die Verbindung zwischen Mensch und Affe?...

Kein Interesse der Wissenschaft, da muss die Kryptozoologie ran

Zusammenstellung von Bildern, die den Original Minnesota-Iceman zeigen, die Sideshow-Bude und das Medieninteresse
Frank Hansons Sideshow-Bude, ein Portrait des „Icemans“ und der Medienauflauf, wie er damals beworben wurde. Eigentlich kein Wunder, dass sich kein seriöser Wissenschaftler damit den Ruf beschädigen wollte.

So benachrichtigte Cullen Ende des Jahres 1968 schließlich Ivan T. Sanderson, Kryptozoologe und Autor des Buches „Abominable Snowmen – Legend come to life“. Sanderson bemühte seine Beziehungen, doch trotzdem wollte sich niemand dieses Relikt ansehen. Durch Zufall war gerade Bernard Heuvelmans bei Sanderson zu Besuch, als diese Ausstellung sich in Minnesota befand. Beide Zoologen machten sich daraufhin auf den Weg und fanden tatsächlich etwas, das wie ein Affenmensch aussah. Über mehrere Tage untersuchten sie das Wesen, so gut es ging.

Sie notierten, dass es sich beim „Minnesota-Iceman“ um ein männliches Wesen von ca. 1,80 Meter Größe handelte, welches bis auf Handinnenflächen, Gesicht, Sohlen und Geschlechtsteil sehr behaart war. Man konnte sogar sagen, es hatte ein Fell. Weiterhin stellten sie fest, dass das Wesen eines gewaltsamen Todes gestorben sein musste, da es mehrere schwere Verletzungen aufwies. Offenkundig fehlten beide Augäpfel und eine offene Fraktur und eine klaffende Wunde am linken Arm waren zu erkennen. Heuvelmans vermutete, dass das Wesen durch eine Schussverletzung gestorben ist.

Bei den Untersuchungen bemerkten sie auch einen starken Verwesungsgeruch der also auf ein ehemals lebendes Geschöpf hinwies. Im Gespräch mit dem Schausteller Hansen erfuhren Heuvelmans und Sanderson, dass Hansen den Eismenschen angeblich in Hong Kong gekauft hatte. Japanische Fischer hätten das Wesen in einem Eisblock aus dem Beringmeer gezogen. Er verwies im Gespräch auch darauf, dass die Leiche nicht ihm gehöre, sondern einem Mann aus der kalifornischen Filmbranche.

Woher kommt der Minnesota-Iceman?

Hansen änderte wohl aber öfter die Story um die Herkunft der Leiche. In anderen Quellen wird davon berichtet, dass Heuvelmans spekulierte, dass das Wesen aus Vietnam stammen könnte, da auch Hansen angeblich im Vietnamkrieg eingesetzt war und er es dort getötet habe. Nach Informationen aus der amerikanischen Presse die Heuvelmans wohl vorlagen, wurde im Jahre 1966 in der Nähe von Da Nang tatsächlich ein seltsamer Hominoid getötet. Theoretisch hätte Hansen den toten Affenmenschen mittels der Leichensäcke, die für die toten amerikanischen Soldaten verwendet wurden, in die USA schmuggeln können. Doch wie schon erwähnt, wird die wahre Herkunft vermutlich niemals ans Licht kommen, denn die Aussagen von Hansen zur Herkunft wechselten ständig.

Heuvelmans und Sanderson waren sich jedoch einig, es mit einem echten Hominoiden zu tun zu haben. Heuvelmans beschrieb im “Bulletin of the Royal Institute of Natural Sciences of Belgium” (Vol. 45 No. 4) deshalb den Minnesota-Iceman als “Homo pongoides”. In den verschiedensten Quellen wird berichtet, dass der originale “Eismann“ irgendwann verschwand und durch eine Fälschung ausgetauscht wurde. So tauchte im März 1997 in Bourganeuf (Frankreich) auf einer Ausstellung ein weiterer Hominoid auf, der dem „Minnesota-Iceman“ sehr ähnlich sah. Bernard Heuvelmans wurde umgehend informiert und auch hier war sein Urteil eindeutig – eine Fälschung.

Später wurde klar: der Bourganeuf-Yeti war eine absichtliche Fälschung. Mit dieser Skulptur wollte der Künstler Emannuel Casteels Janssen seine Fähigkeiten demonstrieren, gleichzeitig wollte der belgische Verband ABEPAR, der unter anderem das Magazin Cryptozoologia herausgibt, die Arbeit Heuvelmanns ehren.

 

Anzeige

Der Neanderthaler, unser Bruder

Dieses Buch, das in Frankreich mit dem Grand Prix du Livre D’archéologie ausgezeichnet wurde, bietet eine neue, spannende Geschichte des Neandertaler: Die aktuellen Ergebnisse der Genetik und der Paläoanthropologie haben das Bild unseres Vorfahren revolutioniert. Hier wird erstmals eine gut lesbare Gesamtdarstellung vorgelegt, in die all diese Erkenntnisse eingearbeitet wurden. Darin erscheint der Neandertaler als intelligenter Jäger, der sich vorzüglich an die harten Lebensverhältnisse seiner Umwelt anzupassen versteht, bereits die Fähigkeit zu sprechen beherrscht, seine Toten ehrt und ein entwickeltes kulturelles Leben führt. Als der Neandertaler dem Homo Sapiens begegnet, kommt es zu sexuellen Kontakten, so dass die Gene der Neandertaler ein Teil unseres Erbguts werden. Wer dieses Buch liest, wird im Neandertaler nie mehr nur unseren unbedarften Vetter sehen, sondern eine eindrucksvolle Persönlichkeit, die in die erste Reihe unserer Ahnen gehört.

 

Der Neandertaler, unser Bruder ist am 16. März 2020 bei C.H. Beck erschienen und hat 240 Seiten.

 

Wo ist er hin?

In seinem Artikel: „Urzeit-Mensch im Eisblock – Doch keine Fälschung?“ (Mysteries, Nr. 25) geht der Autor Christoph Kummer noch einmal den Spuren nach. Hier verweist er auch auf die Suche im Archiv Heuvelmans, welches sich jetzt im Museum of Zoology, Lausanne (Schweiz) befindet. In einer schwarzen Mappe befinden sich Fotos und auch Skizzen, die von Alika Lindbergh (Heuvelmans Ex-Frau) angefertigt wurden. Zahlreiche Nahaufnahmen zeigen viele Details der muskulösen Kreatur. Doch es scheint auch Bilder zu geben, die möglicherweise ein anderes Wesen zeigen. Existierte wirklich ein Duplikat?
Im Folgenden möchte ich die 3 Punkte kurz zusammenfassen, die nach Herrn Kummer gegen die Echtheit des Eismannes und die vier Punkte, die nach Herrn Kummer, für die Echtheit sprechen.

Skizze der Originalabbildungen des Icemans. eine haarige, menschenähnliche Figur liegt auf dem Rücken, den linken Arm im Bogen über den Kopf gehalten
Darren Naish’s Reproduktion der Original-Abbildungen des „Minnesota-Iceman“

Gegen:

  1. viele Maskenbildner aus Hollywood behaupteten Ende der 60er Jahre, sie hätten den Minnesota-Iceman hergestellt. Darunter befand sich auch John Chambers, der auch an der Filmproduktion „Planet der Affen“ mitgewirkt hatte.
  2. Frank Hansen selbst war ein „Showman“ und beherrschte die Kunst der Illusion. Warum sollte es ihm nicht gelungen sein, zwei Wissenschaftler hinters Licht zu führen?
  3. Hansens Aussagen über die Herkunft waren sehr widersprüchlich. Auch seine Aussage über die Authentizität des Eismannes wechselte oft.

Dafür:

  1. Heuvelmans und Sanderson waren erfahren Zoologen. Ihre Untersuchungsergebnisse wurden zudem vom Anthropologen Carleton Coon unterstützt.
  2. Warum ließ Hansen (oder der Eigentümer?) den Eismenschen verschwinden?
  3. Wieso ließ Hansen den Körper nach seiner Festnahme an der Grenze zu Kanada nicht röntgen, obwohl es sich seiner Aussage nach nur um eine Gummipuppe gehandelt haben soll?
  4. Weshalb durften Heuvelmans und Sanderson nicht über den Eismann berichten? Das wäre doch gute Werbung für Hansen gewesen.
  5. Das Aussehen des Eismannes glich keiner damals bekannten Darstellung eines Neandertalers, Yetis oder anderen lebenden oder ausgestorbenen Wesen. Wer oder was war also die Vorlage, wenn das eine Gummipuppe war?

Der spanische Zoologe Jordi Magraner suchte jahrelang die Spuren des geheimnisumwitterten pakistanischen „Wildmenschen“, den die Einheimischen „Barmanu“ nannten. Bei seinen Befragungen von Einheimischen legte er auch Fotos vor. Darunter auch Bilder vom „Minnesota-Eismann“. Angeblich identifizierten alle befragten Zeugen den Eismann als „Barmanu“. Ebenso unternahm der australische Anthropologe Helmut Loofs-Wissowa 1995 Expeditionen in das Grenzgebiet von Laos und Vietnam auf der Suche nach „Nguoi Rung“. Auch er zeigte den Menschen Bilder von ausgestorbenen und noch lebenden Affen und Menschen und auch die „Iceman-Skizze“ von Alika Lindbergh. Die Befragten entschieden sich für die Skizze von Alika.

Stellt sich die Frage, ob das alles nur Zufälle sind. Ich kann Herrn Kummer nur zustimmen, wenn er in seinem Artikel abschließend bemerkt: “Um die Existenz des Homo pongoides* zu beweisen, bleibt demnach nur ein Weg übrig: Sich auf die Suche nach noch lebenden Exemplaren zu machen.“

Hollywood – der Mann aus der kalifornischen Filmbranche

Ein Mann in Militäruniform sitzt Modell für ein Foto
James Stewart als General der AirForce 1968.

Nach Hansen gehörte der „Minnesota-Iceman“ einem Mann aus Hollywood. Dieser habe das Wesen auf einer Asienreise entdeckt und in die USA gebracht. Hansen hat den Namen bis zu seinem Tode nicht preisgegeben. Mehrere Kryptozoologen und der US-Schriftsteller Mike Quast hegen die Vermutung, dass es sich bei dem großen Unbekannten um den Schauspieler James Stewart handeln könnte, der mit seinen Rollen aus verschiedenen Hitchcock-Filmen bekannt wurde. Stewart soll sehr religiös gewesen sein und sich sehr für seltsame Artefakte aus fremden Ländern interessiert haben.

Nach Aussagen vom Kryptozoologen Loren Coleman schmuggelte Stewart 1959 eine mumifizierte Yetihand aus Nepal, um sie wissenschaftlich untersuchen zu lassen. Als Hansen gefragt wurde, warum der eigentliche Besitzer diese Kreatur ausstellen wollte, antwortete Hansen: Er wollte sehen, wie das Publikum auf das Objekt reagierte und welche Kontroversen es auslöste.

Der Schauspieler James Stewart starb 1997.


Zum Minnesota-Iceman haben wir einen fünfteiligen Artikel veröffentlicht, die auch die Ereignisse nach 2008 beinhaltet: „Minnesota-Iceman“ 1 – 5 von Dominik Schindler


Literatur:

Kummer, Christoph (2008): Urzeit-Mensch im Eisblock – Doch keine Fälschung? The strange story of ghe Minnesota Iceman; Mysteries 25 (1/2008); S 22-27

Krystek, Lee (1996): siehe unter http://www.unmuseum.org/iceman.htm

http://iep.alien.de/iceman.htm, über das WebArchiv

https://webspace.utexas.edu/cokerwr/www/slides/bigfoot/minnesota.html (Seite existiert nicht mehr, auch über das WebArchiv nicht erreichbar)

http://de.wikipedia.org/wiki/Bernard_Heuvelmans


Dieser Beitrag ist zunächst im „Der Kryptozoologie-Report“ 5-2008 erschienen und unterliegt dem Urheberrecht des Autors. Vielen Dank für die Erlaubnis, ihn hier verwenden zu dürfen.




Das Nördliche Breitmaulnashorn – auferstanden von den Ausgestorbenen?

Bekannt wurde das Nördliche Breitmaulnashorn durch Douglas Adams‘ Buch „Die Letzten ihrer Art„. In diesem Buch besucht der Autor, der für komische Science Fiction bekannt ist, zusammen mit dem Zoologen Mark Carvadine einige Tiere, die vom Aussterben bedroht sind.

Nashorn steht im trockenen, hohen Gras
Der letzte Bulle, Sudan, im Ol Pejeta Nationalpark, 2010. Foto by Legani101, CC 3.0

Zwischenzeitlich ist die Bedrohung Realität geworden. Nördliche Breitmaulnashörner waren einst weit verbreitet. Mit dem Austrocknen der Sahara zogen sie ins Niltal, wo sie die Ägypter antrafen – und verdrängten. Seit dem wurden die Bestände permanent dezimiert. in den 1970ern kamen sie bereits nur noch im Garamba-Nationalpark in Zaiire (heute DR Kongo) vor. Durch den Schutz paramilitärischer Wildhüter konnte der erste Tiefpunkt der Population überwunden werden. Die Anzahl der Tiere wuchs auf etwa 40 Tiere. Doch das Horn war zu wertvoll, und der Staat Zaiire brach zusammen. Gut ausgerüstete Wilderer, die über den Sudan eindrangen, schossen die Tiere in den 2000ern zusammen, das letzte bekannte freilebende Exemplar wurde 2008 erschossen.

Die wenigen Zootiere waren nicht wirklich besser dran. Obwohl man sie in wenigen, hervorragenden Zoos zusammenzog, klappte es mit der Fortpflanzung nicht. Um sie in Stimmung zu bringen, brachte man die letzten, schon ziemlich alten Tiere nach Kenia. Die Hoffnung, sie würden unter der Sonne Afrikas „in Stimmung“ kommen, zerschlug sich bald. Permanent bewacht, blühten die Tiere zwar auf, aber Nachwuchs stellte sich nicht ein. Bis der letzte Bulle „Sudan“ am 19. März 2018 wegen Altersbeschwerden eingeschläfert werden musste.

Damit war die Tierart de facto ausgestorben – obwohl noch zwei Weibchen lebten.

Künstliche Besamung – künstliche Befruchtung

Von Sudan und dem Bullen Suni liegen Spermaproben vor. Die Wissenschaftler, die mit dem Schutz der Nördlichen Breitmaulnashörner befasst sind, haben zunächst versucht, die Weibchen damit zu befruchten. Das schlug fehl, die Qualität der Samen war zu schlecht.

Eine örtlich fixierte Eizelle, die mit einer dünnen Nadel angebohrt ist
Injektion einer Samenzelle in eine Eizelle. Foto: Roger Abdelmassih

Auch die Versuche, künstlicher Befruchtung wurde schwierig. Die Samenqualität ist so schlecht, dass die Samen selbst in der Retorte nicht in die Eizellen eindringen konnten. So war eine Übertragung der Kerne in die Eizellen notwendig. Auf diese Weise konnten sie sieben von zehn Eizellen erfolgreich befruchten. Ob sich aus den befruchteten Eizellen auch Embryonen entwickeln, ist ungewiss.
Wenn Embryonen entstehen, kann man sie auch Kühen des nahe verwandten Südlichen Breitmaulnashorns implantieren. Das Verfahren ist bei anderen Arten erprobt und funktioniert routiniert.

Und was, wenn nicht?

Für den Fall, dass die erprobten Methoden nicht funktionieren, haben die Wissenschaftler noch einen letzten Plan in der Hinterhand. Das Tean um Cesare Galli von dem Labor Avantea in Cremona in Italien arbeitet an einer Stammzelltechnik. Sie versuchen, erhaltene Körperzellen auf den Status „Stammzelle“ zurück zu programmieren, um sie dann in Ei- und Spermazellen zu differenzieren. Damit könnte man dann die genetische Vielfalt schaffen, die für eine gesunde Population notwendig ist.


Ein Vorgehen, das Fragen aufwirft, viele Fragen

ein Kommentar von: Tobias Möser

Wir haben es geschafft! Aus Profitgier und Dummheit hat die Menschheit eine der ikonischsten Tierarten auszurotten. Es gibt keinen anderen Grund für ihr Verschwinden, außer dass Menschen sie abschießen, um an das Material ihres Hornes zu kommen. Wir können hier keine Umweltveränderungen, Krankheiten, auf natürliche Weise einwandernde Tiere oder einen reduzierten Genpool vorschieben: Nur die Menschheit alleine ist an dem Aussterben schuld!

Jetzt investieren wir vier Millionen Euro in diese Züchtung. Da bleibt eine einfache Rechnung: ein Kilo Nashorn, egal welcher Art, erzielt auf dem Schwarzmarkt etwa 54.000 Euro „Großhandelspreis“. Ein ausgewachsenes Nashorn trägt etwa 3 kg davon mit sich herum, es ist also etwa 162.000 Euro „wert“. Mit diesen vier Millionen könnte man also gut 25 Nashörner „finanzieren“. Mit dem 26. Nashorn würde man bereits Gewinn erzielen.

Diese Überlegung ist böse, zugegeben. Doch so lange der Schwarzmarkt für das Horn noch existiert, werden sogar Zootiere in ihren Gehegen erschossen, selbst in Museen wird für das Horn eingebrochen. In dieser Situation wird kein Nashorn wirklich frei als Teil der Natur leben können. Wir schaffen also gut zu bewachende Zootiere.

Nur Zootiere?

Dermoplastik eines Riesenalkes
Dermoplastik eines Riesenalkes, Museum Braunschweig

Zootiere schaffen wir noch aus einem anderen Grund. Die genetische Basis ist sehr gering. Die Keimzellen stammen nur von vier Tieren, von denen eines der Vater von mindestens einem der Weibchen ist. Diese Basis reicht nicht aus, um eine gesunde Population zu bilden. Spätestens nach drei Generationen ist ein Inzuchtkoeffizient erreicht, der die Gesundheit der Tiere gefährdet. Missbildungen sind möglich. Bedrohlicher, aber weniger auffällig sind genetische Defekte, die in einer gesunden Population nicht auffallen würden, früher oder später aber homozygot auftreten.

Bei einer Basis von vier Tieren kann man das Aussterben der Art also nur um 20 bis 60 Jahre verzögern.

DNA oder Genome? Genome!

Eine wirkliche Chance für die Wiederherstellung des Nördlichen Breitmaulnashorns sehe ich nicht. Die wenigen Tiere, die in einem solchen Projekt entstehen können, können selbst unter optimalen Umständen – keine Jagd, keine Lebensraumvernichtung mehr – die ökologische Funktion der Art nicht übernehmen. Selbst wenn aus 10 Museumsexemplaren weitere Keimzellen produziert werden könnten (was noch nicht fest steht), reicht auch hier eine Basis nicht aus.

Bisher ist die Gewinnung von Keimzellen aus Körperzellen noch nicht etabliert, um es vorsichtig auszudrücken. Wie das mit Zellen aus konserviertem Museumsmaterial funktionieren soll, ist eine weitere Frage. DNA ist zwar sehr stabil, unter geeigneten Umständen – und die sind in Museumssammlungen durchaus vorhanden – kann sie über hunderte Jahre überdauern. Genauer gesagt: sie ist chemisch so stabil, dass Teile des Genoms sequenziert werden können. Für eine Keimzelle wird aber ein vollständiges, funktionelles Genom benötigt. Die Frage ist, wie es die Konservierung bei Bälgen, Dermoplastiken, Feucht- und Trockenpräparaten „überlebt“.

Bildlich gesprochen könnte man hier folgenden Vergleich aufstellen: Das, was an DNA aus alten Präparaten sequenziert wird, entspricht einzelnen Textsequenzen eines geschredderten Buches, dessen Schnipsel einige brutale Behandlungen über sich ergehen lassen mussten. Im Vergleich dazu besteht ein Genom aus dem vollständigen, noch gebundenen Buch.

Zootiere, wozu?

Betrachtet man die Aktion aus einem anderen Blickwinkel, erscheint sie sinnvoller. Hier könnten weitere ausgestorbene Tiere erzeugt werden, beispielsweise die Wandertaube, der Carolina-Sittich oder der Beutelwolf. Sogar der Riesenalk, Quagga und Dodo kommen in Reichweite. Ziel kann nie eine ökologisch funktionierende Population sein, sondern eine Gruppe von Zootieren.

Kolorierte Zeichnung eines Dodos und eines Meerschweinchens
Die berühmte Zeichnung „The Dodo and the Guiney Pig“ von George Edwards. Stimmen die Propotionen des Vogels?

Doch wozu der Aufwand für ein paar Zootiere? Wir würden eine Art Jurassic Park schaffen, aber mit Tieren, die im Anthropozän ausgestorben sind: Fancy Animals werden sie auf englisch genannt.
Neben dem Show-Effekt kann man diese Tiere studieren. Die Hardware, also Anatomie und Morphologie zahlreicher, auch neuzeitlich ausgestorbener Tiere ist oft bekannt. Doch selbst bei angeblich relativ gut dokumentierten Tieren, wie dem Dodo ist ein natürlicher Habitus unbekannt: alle Abbildungen zeigen vermutlich mit Schiffszwieback fett gemästete Tiere. Das Verhalten, die Software, ist weitgehend unbekannt.

Einige Verhaltensweisen sind genetisch fixiert, auch diese würde man dann bei solchen Tieren feststellen. Beim vor etwa 80 Jahren ausgestobenen Beutelwolf weiß man nur, wie er sich langsam fortbewegte. Einzelberichte zeugen von Hüpfen, wie bei den verwandten Kängurus. Stimmt das? Beschleunigte er so vielleicht?
Eine festgeschriebene Software könnte so studieren, aber die freien Anteile fehlen: Alles das, was die Tiere an Traditionen hatten, die sie von ihren Eltern bzw. der Mutter lernen, ist mit dem Aussterben verschwunden. Großkatzen müssen den Tötungsbiss abgucken, Bären lernen, wie man Fische fängt. Viele Pflanzenfresser lernen durch Nachahmen, welche Pflanzen fressbar sind und welche nicht.

Kann man solche Tiere aussetzen? Ist es vertretbar, Tiere in die Umwelt zu entlassen, von denen man annehmen muss, dass ihnen zum Überleben Wissen fehlt? Es passiert täglich tausenfach, mit Besatzfischen, für die Jagd gezüchteten Fasanen und anderen Tieren. Passiert das im Rahmen der Forschung, hat man wenigstens die Chance und die Möglichkeit, verhungernde Tiere wieder einzufangen. Aber man hat auch die Chance zu sehen, wie sie auf ihre Umwelt, Artgenossen und Konkurrenten reagieren.

Ein ökologischer Ersatz sind sie nicht (mehr), selbst wenn man sie in großer Zahl nachziehen könnte: Die Umwelt hat sich ohne diese Arten verändert.

(k)ein Platz mehr in der Umwelt?

Kakapo-Portrait von Kimberley Collins
Der Kakapo ist mittlerweile ein solches Fancy-Animal geworden. In den allermeisten Teilen seines Verbreitungsgebietes ausgestorben und nur noch mit Hilfe überlebensfähig.
Foto: Kimberley Collins, auf Dusky Island

Auf Tasmanien fehlt der Apex-Predator, Beutelteufel und Füchse nehmen teilweise seine Funktion ein. In Nordamerika fehlt ein Zugvogel, der zu zig Millionen den Kontinent besiedelt hat. Von so einem Vogel hängen Fressfeinde ab, aber auch Pflanzen, die er verbreitet, Zugwege, die er düngt, und so vieles mehr. Fehlt er, verschiebt sich die Baumgesellschaft in den Wäldern, die Pflanzenzusammensetzung der Plains, die Zahl der Räuber.

Die so gezüchteten Tiere wären Fancy Animals, Liebhaber-Tiere. Mit ihrem (langsamen) Aussterben haben andere Tiere Teile ihrer ökologischen Funktion übernommen. Teilweise hat die Umwelt durch andere Anpassungen reagiert:

Ein großer Pflanzenfresser wie das Nördliche Breitmaulnashorn ist ökologisch nicht einfach durch andere, kleinere Pflanzenfresser ersetzbar. Fehlt es, können diese zwar die frei werdende Biomasse fressen, vielleicht nimmt sogar ihre Zahl zu. Aber die Auswirkungen sind nicht dieselben. Wie viele Pflanzenarten sind auf die kurze Beweidung angewiesen. Was ist mit Pflanzen, die Zebras oder Schwarzbüffel stehen lassen würden? Wie viele Pflanzen sind auf die Verbreitung mit dem Kot von Nashörnern angewiesen, weil die Verdauungssysteme anderer Pflanzenfresser die Samen angreifen? Fehlt ein Knoten, verändert sich das Netzwerk. Wir merken es kaum, weil es zu langsam geht – und weil wir selbst wesentlich größere Umweltveränderungen verursachen.

Lektion gelernt?

Würden die Schafzüchter heute Beutelwölfe auf Tasmanien dulden? Könnten nordamerikanische Farmer damit leben, wenn 10 Millionen Wandertauben auf ihren Feldern Weizen fressen? Ist in 20 Jahren in Afrika überhaupt noch Platz für Nashörner?

Einmal ausgerottet bleibt ausgerottet, selbst wenn dann einige Fancy-Animals in den Zoos etwas anderes suggerieren würden. Vielleicht ist das die Lektion, die die Menschheit aus der Sache lernen kann…




Presseschau Kalenderwoche 34/2019

Obwohl die Politik in vielen Ländern verrückt spielt, haben die Medien noch genug Raum übrig, um auch Bemerkenswertes aus dem Mensch-Tier-Kontakt, der Natur oder auch der Kryptozoologie zu bringen. Dort, wo dann die Zeitung doch schon voll ist, helfen die sozialen Medien. Wir haben diese Woche wieder einiges für euch zusammengestellt.

Viel Spaß beim Lesen.


eDNA-Studie deutet auf plausible Erklärung für Nessie hin

eine ruhige Wasserfläche mit wenigen Wellen, in der Mitte ein Gegenstand unbestimmbarer Größe, aus dem ein langer Fortsatz in einem flachen Bogen nach oben geht und dort wie abgeknickt wirkt
Das berühmte Nessie-Foto von Robert Wilson von April 1934.

Wir hatten schon berichtet, dass Prof. Neil Gemmell unter anderem die eDNA des Loch Ness untersucht hat. Mit einiger Verzögerung wird er am Donnerstag, 05. September 2019 die Studie auf einer Pressekonferenz in Drumnadrochit an den Gestaden des berühmten Sees vorstellen.

Neben 15 Fischarten konnte er 3000 verschiedene Bakterienarten identifizieren, und drei von vier Haupthypothesen zu Nessie ausschließen. Welches die Haupthypothesen waren und welche davon plausibel erscheint, werden wir erst auf der Pressekonferenz erfahren.

Wir bleiben am Ball und bitten jetzt schon einmal um Entschuldigung dafür, dass der Artikel, der am 5.9. geplant ist, erst am frühen Nachmittag, nach der Pressekonferenz erscheinen wird.

Link zur Ankündigung der Pressekonferenz


11.000 Vögel fallen tot vom Himmel

Montana, USA – mehr als 11.000 Wasservögel sind letzte Woche an den Grenzen der Big Lake Wildlife Management Area in Montana vom Himmel gefallen. Es handelte sich hauptsächlich um Pelikane, Enten, Ohrenscharben und Watvögel, die in großer Zahl an dem See vorkommen.

Die Landschaft war teilweise mit toten und schwer verletzten Vögeln übersät, ein verstörender Anblick, „tote Enten und Watvögel mit gebrochenen Flügeln, zerschmetterten Schädeln, inneren Verletzungen und anderen stumpfen Traumata“, berichten die Montana Fish, Wildlife, and Parks (FWP). Nahezu 5% aller Enten und 40% der Kormorane und Pelikane zeigen Verletzungen oder sind gestorben.

Wie kam es zu diesem apokalyptischen Vorfall? In den USA kommt es aufgrund der beiden in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Gebirge regelmäßig zum Kontakt von warmer, feuchter Luft aus dem Süden und kalter Polarluft. Je größer die Temperaturunterschiede sind, um so heftiger verläuft der Kontakt, es kommt zu schweren lokalen Stürmen, Unwettern und Tornados. Genau so etwas ist in Montana passiert, orkanartige Winde von mehr als 110 km/h und Hagelkörner von Baseballgröße haben ihren Tribut gefordert.

Doch, so FWP Wildlife-Biologe Justin Paugh: „Der See ist immernoch voll gesunder, lebendiger Wasservögel. Das Leben wird weiter gehen!“


Seltener „Strawberry-Leopard“ in Südafrika fotografiert

Strawberry Leopard by Alan Watson Black Leopard Lodghe
Alan Watsons Wildkamera-Foto des „Strawberry Leopards“, den er mittlerweile Goldie genannt hat.

Bereits Ende Juli wurde im Thaba Tholo Wilderness Reserve im Nordosten Südafrikas ein seltener „Stawberry-Leopard“ fotografiert. Die große Katze fraß an dem Kadaver einer durch ein Unwetter umgekommenen Giraffe, als Alan und Lynsey Watson sie auf Chip bannen konnten. Die Watsons betreiben eine Lodge und bieten Wildlife-Safaris an.

„Soweit wir wissen, ist das die seltenste Farbvariante eines Leoparden. Wir hoffen, sie wird mehr Leute zur Lodge bringen.“ erzählt Alan weiter. Die strawberry-Fellfarbe trat das erste Mal 2012, 300 km weit entfernt, in Botswana auf. Es handelt sich um eine erythristische Farbmangelmutante. Sie wird ähnlich wie Albinismus rezessiv vererbt. Hier werden rote Pigmente in großer Zahl produziert, während schwarze Pigmente nicht oder in zu geringer Menge ausgebildet werden. Die charakteristischen schwarzen Flecken des Leoparden wirken rotbraun, das Tier wirkt unwirklich, fast rosa. Beinahe ein Pink Panther.

Erythismus kommt bei Leoparden sehr selten vor. „Nach unserer Kenntnis gab es vor den Fotos von 2012 keine Dokumentation hiervon“ schreibt das Ingwe Leopard Research Team der University of Reading.  Ein Guide hatte 2012 im Madikwe Game Reserve im Nordwesten Südafrikas einen männlichen „Strawberry“-Leopard fotografiert. Das Team identifizierte zwei Leoparden mit dieser Mutation. Mit Hilfe von Rangern, Naturschützern, der lokalen Bevölkerung und den Sozialen Medien konnten sie insgesamt sieben „Strawberry“-Leoparden in Südafrika identifizieren.

Nationalgeographic mit der ersten Meldung eines Strawberry-Leoparden von 2012

Daily Mail mit der Meldung der aktuellen Sichtung


Die Äskulap-Natter, ein Problem?

Die nach dem römischen Gott der Heilkunst Äskulap benannte Natter ist eine der größten Schlangen Europas. Sie erreicht normalerweise 1,4 bis 1,6 m und kann in Ausnahmefällen auch mal an die 2 m-Marke heranreichen. Da sie relativ kräftig gebaut ist, wirkt sie deutlich größer, als eine gleich lange, schlanke Ringelnatter.

In Deutschland kommt die ungiftigen Äskulapnatter (Zamenis longissimus) nur an wenigen Stellen vor. Der Ort Schlangenbad im Rheingau ist vermutlich nach dem Vorkommen benannt worden, ansonsten findet man sie bei Passau an der Donau und im Ulfenbachtal (Odenwald) in Hessen. Dort wurde 2009 ein Schutzprojekt für die Schlange eingerichtet, das offenbar sehr erfolgreich war. So erfolgreich, dass es jetzt Konflikte mit einzelnen Gartenbesitzern gibt. Die „Riesenschlangen“ bewegen sich in den Gärten und kommen gelegentlich sogar ins Haus. Auch einzelne Jungkaninchen sind ihnen angeblich zum Opfer gefallen. Die „geplagte“ Anwohnerin Martina Travaglione entblödet sich auf n-tv nicht, ihren Vorbehalten Luft machen, frei nach dem Motto: „Natur ja, aber bitte woanders. Wir wollen im Garten und am Wald nicht davon gestört werden.“

Immerhin bekommen die Anwohner demnächst Hilfe von einem Fachmann. Er zeigt ihnen, wie sie die Schlangen fachgerecht aus dem Haus bringen, so dass sie sie nicht mehr mit Schrubber und Besen drangsalieren müssen.


Israel will Mammuts zur bedrohten Art erklären

Mammut-Nachbildung mit Neanderthaler im LVL-Museum für Naturkunde Münster
Mammut im Naturkundemuseum Münster, gemeinsam mit einem Neanderthaler und anderen eiszeitlichen Tieren.

Alle Mammuts sind spätestens vor 5000 Jahren ausgestorben. Alle? Ein kleines, unbeugsames Land im Nahen Osten ist offenbar anderer Meinung und hat auf der Genfer Artenschutzkonferenz den Antrag gestellt, Mammuts unter Schutz zu stellen und so den Handel mit Mammutprodukten einzuschränken bzw. zu verbieten.

Spinnen die Israelis? Nein, ganz im Gegenteil! Die Unterschutzstellung der Mammuts ist ein durchdachter Schritt gegen den Handel mit Elfenbein von rezenten Elefanten. Wir haben schon häufiger von Permafrost-Mumien berichtet (beispielsweise hier und hier), aber die spektakulärsten Tiere des Permafrostes blieben bisher außen vor: Die Mammuts.

Ihre Stoßzähne sind oft so gut erhalten, dass das Elfenbein nach Asien verkauft wird, wo es zu kunstvollen Schnitzereien verarbeitet wird. Besonders begehrt ist das edle Material für Siegel, ohne die in Japan und anderen asiatischen Staaten kaum ein Rechtsgeschäft abgeschlossen werden kann.
Dagegen ist nichts einzuwenden, der wissenschaftliche Wert der Stoßzähne ist gering, das Mammut bereits seit tausenden Jahren tot. Aber immer wieder wird Elfenbein rezenter Elefanten aus Afrika oder Asien als Mammutelfenbein (um-) deklariert. Am Erscheinungsbild ist kaum festzumachen, von welchem Tier Stoßzähne oder Rohlinge stammen und dem Zoll steht auch nicht immer und überall die Möglichkeit zum genetischen Test offen.

Wenn Mammuts zur bedrohten Art erklärt werden, wird der Handel mit Mammutelfenbein reguliert und die Möglichkeit, „rezentes Elfenbein“ darunter zu schmuggeln, sinkt zwangsläufig. Ein cleverer Schachzug.


Feld-Ornithologisches

Auch diese Woche gibt es ein paar interessante Vogelbeobachtungen in Deutschland, die wir -wie immer- aus verschiedenen Ornitho-Portalen zusammengesammelt haben:

  • Der Kaiseradler, der in den letzten Monaten fast regelmäßig im Randowbruch in Vorpommern beobachtet wurde, ist wieder da.
  • Der Schwarzbrauen-Albatros, der in den letzten Sommern regelmäßig die Nordsee besucht (wir berichteten), wurde offshore vor dem Ellenbogen bei List auf Sylt gesehen.
  • In Langenau bei Ulm ist ein Adlerbussard aufgetaucht und blieb dort mindestens einige Tage
  • Der Rosapelikan auf dem Meldorfer Speicherkoog ist zuletzt am vergangenen Montag beobachtet worden.
  • Bei Bargfeld in der Nähe von Norderstedt hat sich ein Trupp Bindenkreuzschnäbel Loxia bifasciata über mehrere Tage sehen lassen

Zur Existenz von Bielefeld

Ortseingangsschild von Bielefeld
Nunja … Bielefeld eben.

Die drei größten Verschwörungen der Moderne lauten ja bekanntermaßen „In Roswell ist ein Wetterballon abgestürzt, John F. Kennedy wurde von einem Einzeltäter erschossen und Bielefeld ist eine ganz normale Stadt in Ostwestfalen“. Zumindest die Existenz von Bielefeld wird immer wieder angezweifelt, so dass die Bielefeldverschwörung als eines der bekanntesten Elemente der Nerd-Kultur in Deutschland gilt.

Die Stadtverwaltung Bielefeld (das sind die, die die verwalten, die von sich behaupten, in Bielefeld zu wohnen oder zu arbeiten) hat nun ein Preisgeld von 1.000.000 € ausgeschrieben: Wer den Beweis der Nichtexistenz der Stadt erbringt, bekommt die Summe ausbezahlt.

Mit der Umkehr der Beweislast hat es sich die Organisation einfach gemacht: ein negativer Beweis ist in einem offenen System so gut wie unmöglich zu führen.

Nebenbei: Wenn man beweist, dass Bielefeld nicht existiert, existiert die Stadtverwaltung von Bielefeld ebenfalls nicht. Wer soll dann die Bielefeld-Million auszahlen?

tagesschau mit der Meldung als Schlußlicht





Freitagnacht-Kryptos: Die Seeschlange vor Kristiansund

Die Schriften der Physikalisch-ökonomischen Gesellschaft zu Königsberg gehaltenen Vorträge 1860 (erschienen 1861, S. 5–12) enthalten einen Vortrag von Dr. H. Hagen am 2. März 1860. Der Text rekapituliert die Geschichte der Seeschlange, geht aber auch auf eigene Nachforschungen des Referenten ein:

„Dr. H. Hagen hielt einen Vortrag über die Seeschlange, der im Wesentlichen Folgendes enthielt: Da die Seeschlange sich nur bei ruhigem und heiterem Himmel zeigt, wurde ihr Erscheinen mit gänzlicher Stille am politischen Horizont gleichbedeutend, und seit diese Meinung Fuss gefasst, sehr wahrscheinlich auch in der Tagespresse mit. diesem dankbaren Gegenstande Missbrauch getrieben. Vorzugsweise in Misskredit brachte sie jedoch der Umstand, dass ein beträchtlicher Theil der Nachrichten über ihr Erscheinen in letzter Zeit aus Nord-Amerika und seinen als lügenhaft verrufenen Zeitungen stammt. Nehmen wir hinzu, dass bis jetzt ein derartiges Thier weder lebend, noch todt in die Hand des Menschen gelangte, und meines Wissens selbst kein namhafter Naturforscher Gelegenheit gehabt hat es zu beobachten, so scheint der Zweifel an die Existenz jenes Thieres allerdings gerechtfertigt zu sein.

Eigene Recherche

Ein mehrmonatlicher Aufenthalt in Norwegen gab mir Gelegenheit mancherlei über die Seeschlange zu hören und eine Anzahl glaubwürdiger Leute zu sprechen, die das fragliche Thier selbst gesehen hatten. Leider ward mir nicht das Glück zu Theil es selbst beobachten zu können, obwohl ich in Gegenden, in welchen es vorzugsweise häufig angetroffen wird, nämlich in Christiansund und Melde fast zwei Monate verweilte, und täglich weite Exkursionen zu Boote machte. Brieflicher Mittheilung zufolge fügte es das neckische Schicksal, dass wenige Wochen nach meiner Abreise das Thier in Christiansund [heute: Kristiansund] gesehen wurde.


Lage von Kristiansund in Mittelnorwegen

eine freie Wasserfläche und in einiger Entfernung eine Stadt mit mittelgroßen Gebäuden
Kristiansund heute

Dies war ungefähr der Stand unserer Kenntnisse über die Seeschlange, als ich Norwegen bereiste. Wie schon Pontoppidan bemerkt, war es unschwer eine Anzahl Augenzeugen in den nördlichen Küstengegenden zu ermitteln, es waren darunter zwei Fischer, verständige Leute mittlern Alters, mehrere sehr gebildete und kenntnissreiche Kaufleute, ein Arzt, ein Landrichter, ein Schuldirektor und ein Theologe. Dass in jenen Gegenden die Verbindung zwischen den Ortschaften sich am leichtesten, oft sogar nur allein zu Wasser vermittelt, erklärt die Häufigkeit der Beobachtung durch gebildete Leute. So liegt die Stand Christiansund auf drei Inseln, die durch so breite Meeresarme getrennt sind, dass bei stürmischem Wetter jede Verbindung unmöglich ist und im Winter 1838 ein Wallfisch mitten durch die Stadt schwimmen konnte.

Die Zeugenaussagen variieren

Die angeführten Zeugen wichen bei ihrer Beschreibung in Einzelheiten allerdings nicht unbeträchtlich ab, in der Hauptsache stimmen aber alle überein. Das gesehene Thier hatte die allgemeinen Verhältnisse einer Schlange, von 44–60 [12–18 m], in einem Falle 100 Fuss [30 m] Länge, und bewegte sich schnell in senkrechten Windungen. Der ziemlich stumpfe Kopf hinten mit einer Mähne versehen, war etwas über das Wasser gehoben. Die Augen gross, rund, glänzend, nach einer Angabe roth. Die Farbe der glatten Haut dunkelbraun. Ein offenes Maul oder Zähne hatte Niemand beobachtet. Stets erschien das Thier im Sommer bei ganz ruhiger See, und verschwand beim leisesten Windstoss. Die Entfernung der Beobachter war zum Theil sehr gering, einmal 30 Fuss und in einem Falle sogar nur 6 Fuss. In diesem letzten Falle war das Thier dem Boote eines mit Angeln beschäftigten Fischers dicht vorbei geschwommen, und hatte dabei das vorher spiegelglatte Wasser so in Schwanken versetzt, dass das Boot schaukelte. Kurze Zeit darauf schwamm das Thier in gleichnaher Entfernung nochmals beim Boote vorüber. In einem Falle hatte man vergeblich auf das Thier geschossen.

„Nicht aus dem Reiche der Fabel“

Dies sind der Hauptsache nach die Angaben, die ich selbst in Norwegen über jenes Thier vernahm. Zu einer sichern Deutung allerdings nicht genügend, gewährten sie doch in einer Hinsicht ein sicheres Resultat, nemlich die feste Ueberzeugung, dass die Existenz eines noch unbekannten riesigen Seethieres an jenen Küsten nicht in das Reich der Fabel gehöre. In den seit meiner Reise verflossenen Jahren haben sich die Berichte wesentlich gehäuft. Für die, welche die Seeschlange nur als Lückenbüsser, wenn in der Welt eben nichts anderes geschieht, betrachten, bemerke ich, dass gerade aus dem politisch wirren Jahre 1849 sehr umfangreiche Angaben vorliegen, unter denen eine Beobachtung auf dem englischen Kriegsschiffe Daedalus eine genaue Sichtung des Materials durch einen der tüchtigsten Forscher Owen veranlasste.“

Tuschezeichnung einer Seeschlange im Vordergrund und eines alten Segelschiffes im Hintergrund
HMS Daedalus und ihre Begegnung mit der „Seeschlange“, 1849

Die berühmte Laokoon-Gruppe: Laokoon und zwei seiner Söhne werden von Schlangen aus dem Meer angegriffen
Seeschlangen faszinieren seit der Antike die Menschen. Die Laokoon-Gruppe zeigt zwei Seeschlangen, die Laokoon und seine Söhne angreifen

Literatur:

Schriften der Physikalisch-ökonomischen Gesellschaft zu Königsberg gehaltenen Vorträge 1860




Neues Bigfoot-Video schlägt Wellen

London, UK; Mississippi, USA – Die britische Tageszeitung Daily Star brachte in ihrer online-Ausgabe vom 18. August 2019 ein Video, das eine angebliche Bigfoot-Sichtung zeigt. Klar, relativ unverdeckt und scharf gefilmt. Kein Wunder, dass sich die „Armchair-Cryptozoologists“ in den Sozialen Medien die Köpfe heiß reden: Daily Star: Bizarre footage of black figure in forest…

Das Video ist eher diffus und weich, aber hell beleuchtet. Es zeigt einen offenkronigen, daher recht hellen Sumpfwald mit einer mehr oder weniger großen, mit Bäumen bestandenen Wasserfläche. Vor der Wasserfläche steht ziemlich offenes, verholztes, aber nicht sehr hohes Unterholz mit einzelnen Blättern, keine Gräser.

Etwa in der Bildmitte befindet sich, etwas verdeckt durch ein paar knapp armdicke Bäume, ein schwarzer Bereich, der sich bewegt. Er ist dunkler als der Rest des Bildes. Es bewegt sich während des Videos schwach und hält öfter still. Offenbar ist es ein Lebewesen, das sich mit dem hohlen Stamm eines der Bäume befasst. Während des Großteils des Videos wirkt es, als würde es sitzen, knien oder hocken. Als es aufsteht, beginnt der Kameramann davon zu laufen und man sieht zunächst nur die typischen Bilder, die eine Kamera in so einer Situation zeigt. Am Schluss sind Blätter von jungen Fächerpalmen zu erkennen.

Das „Wesen“

Das Wesen, weswegen der Film so stark diskutiert wird, ist dunkel, annähernd schwarz. Es wirkt auf den ersten Blick ziemlich menschenähnlich, soweit das erkennbar ist. Da es der Kamera den Rücken zugedreht hat, ist nicht viel von ihm erkennbar. Die untere Körperhälfte ist zunächst von Unterholz verdeckt, es wirkt, als „steht“ es in einer Wasserfläche. Während der etwa 2 Minuten, die es auf dem Video zu sehen ist, bewegt es sich nicht vom Fleck, sondern befasst sich ausgiebig mit einem hohlen Baumstumpf. Offenbar bricht es immer wieder, auch mit sichtbarem körperlichen Aufwand morsche Holzstücke aus dem Baum, hierzu verwendet es beide Hände, wobei die rechte Hand führt.

Etwa bei 1:32 ist ziemlich gut zu sehen, dass das Wesen nicht im Wasser steht, sondern auf einem Stück der Baumwurzel hockt (mit gebeugten Knien), aber nicht kniet oder sitzt. Es ist also im Trockenen. Eine Zeichnung des Felles ist nicht sicher erkennbar, es wirkt mehr oder weniger einheitlich schwarz. Die Hände lassen kurz einen helleren Schimmer erkennen, ebenso ein Gesicht. Als das Wesen bei 1:57 aufsteht, rennt der Kameramann davon.

Die seltsame Kreatur gräbt in einem Baumstumpf. Als sie aufsteht, haut der Kameramann ab. Image: John Highcliff

Die Angaben des Daily Star

Der Daily Star schreibt in seinem Beitrag, dass das Video von einem gewissen Josh Highcliff stamme. Er habe die Kreatur auf einem Jagdausflug gefilmt, bevor sie ihn bemerkt haben kann. Josh wird mit den Worten zitiert: „Etwa 50 Meter von einer toten Zypresse entfernt hockte dieses riesige schwarze Ding. Ich hielt es für ein Schwein, sah aber diese großen Schultern und einen Kopf mit aufrechten Händen.“ – „Es sah so aus, als würde im Baumstumpf graben.“ – „Als es aufstand, konnte ich mich nicht beherrschen und rannte los. Dieser Stumpf war riesig und ich würde vermuten, dass das Biest 7 Fuß groß war.“

Der Film

Der Film ist so klar und brauchbar, wie es bei modernem, mäßig hochwertigem Kameramaterial zu erwarten ist. Diesmal spielen Wetter und Kameramann mit: Durch eine lichte Wolkendecke ist das Licht wunderbar weich und diffus. Es gibt keine harten Schatten, die irritieren, nichts verschwindet schwarz in schwarz. Das erleichtert es deutlich, das Wesen bei seiner Arbeit am Baumstamm zu identifizieren.
Auch der Kameramann hat offenbar von zahlreichen schlechten Internetvideos gelernt. Er hält die Kamera ruhig und gerade. Dabei rennt er nicht viel herum, sondern verhält sich still.

Die Angaben

Der Kameramann Josh Highcliff erklärt der Daily Star, das Video in er Nähe von Tunica im Staat Mississippi in den USA aufgenommen zu haben. Die Landschaft und Vegetation scheinen in die Gegend zu passen, die Bäume sehen aus, wie die von Highcliff genannten Sumpfzypressen. Bei genauerer Suche mittels google Street View kommen jedoch zunächst Zweifel auf. Die Gegend, die Highcliff beschreibt, ist extrem stark landwirtschaftlich genutzt und entsprechend „aufgeräumt“. Wälder gibt es nur noch am Ufer des Mississippi und in dessen feuchten Altarmen. Durch die führt kaum eine Straße, Street View kann hier also nur bedingt weiterhelfen. Bemerkenswert: Dort, wo es man Bilder von Gewässern findet, sind sie mit Zypressen bewachsen und wirken ähnlich, wie auf dem Video.
Einzig mit Highcliffs Angabe „Die Kreatur war etwa 50 Yards entfernt“ komme ich nicht klar. Ein Yard misst offiziell 91,44 cm, 50 Yards sind also knapp 46 m. Auf dem Video erscheint die Kreatur deutlich näher. Kann es sein, dass hier Yards mit Feet oder 15 mit 50 verwechselt wurden? Das entspräche dem Anschein deutlich mehr.

Die Kreatur

Die Fellfarbe der Kreatur erscheint auf dem Video schwarz, richtig knallig schwarz. Um das zu verifizieren, nutze ich das Plugin „Color Zilla“, das mir für jeden Bildschirmpunkt, den ich mit der Maus ansteuere, die Farbe als Hexcode herausgibt. Ich habe an fünf verschiedenen Zeiten des Videos je fünf verschiedene Punkte der Kreatur herausgegriffen und dort die Farbe des Fells festgestellt. Zu Zeitpunkt 0:57 zeigten sich auch hellere Elemente (Hand oder Gesicht):

Einwurf Hexcode: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Farben digital auszudrücken. Der Hexcode ist eine Version, die unter anderem in html verwendet wird. Üblich ist die hexadezimale Farbdefinition in sechsstelliger Form, das heißt als eine Aneinanderreihung von drei jeweils zweistellig geschriebenen Hexadezimalzahlen. Die ersten beiden Stellen stehen für den Rotanteil, die zweiten für den Grünanteil und die letzten beiden Stellen für den Blauanteil. Die Farben werden additiv gemischt (wie farbiges Licht, nicht wie Malfarbe). Weiter zum Thema in der Wikipedia
Zeit Position 1 Position 2 Position 3 Position 4 Position 5
0:10 251b28 231d2f 1b1828 2c2635 251f2e
0:26 3b2d44 3d3148 372b44 2c2135 31233c
0:57 483d55 2e1c32 3f334e ac9a93 726873
1:23 382a43 362843 493b54 3c2a42 3d313a
1:58 40324d 3c2f52 3f3352 372742 3b293d

Genauer wäre es gewesen, ich hätte noch möglichst identische Punkte des Körpers für die einzelnen Positionen herausgegriffen. Das erscheint mir aber wegen der teilweisen Überdeckung mit Unterholz, der Bewegung der Kreatur und des Kameramanns nicht möglich.
Selbst bei einem schwarz erscheinenden Tier hätte ich eine Fellfarbe erwartet, in der Dunkelbraun dominiert. Hier erscheint es anders, die Blautöne sind in den meisten Fällen stärker als die Rottöne, die wiederum stärker als die Grüntöne sind. So kommen violette Fellfarben zustande. Ob das ein Indiz ist, dem man folgen sollte, wird die folgende Tabelle zeigen:

Bild Position 1 Position 2 Position 3
Panda 121318 1e1e28 0f1015
Gorilla 636469 5d5958 5f5e54
Beutelteufel 292e41 24242e 24242e

Pandabärjunges auf einem Baum
Bild 1: Schwarzweiß eignet sich auch als Kontrolle: ein Panda in Schönbrunn (Wien)

schlecht gelaunte Grorilla-Dame
Bild 2: Die potenzielle Verwandtschaft hat keine Lust, sich zu beteiligen. Gorilla-Dame, Zoo Nürnberg

Tasmanischer Teufel
Bild 3: Zum Teufel, dann muss er eben als Vergleich herhalten. Schwarz genug ist der Beutelteufel jedenfalls. Zoo Duisburg

Die meisten „schwarzen“ Fellfarben“ erscheinen mehr oder weniger violett stichig, selbst wenn man Säugetiere aus den unterschiedlichsten Linien miteinander vergleicht. Es ist also kein Indiz dafür, dass es sich ggf. um ein künstliches Fell, ergo ein Fake handelt.

Einwurf: Mir ist bewusst, dass sich bei dieser Untersuchung nur um ein ungenaues Instrument handelt. Der Himmel, die Bewölkung, die Tageszeit, der Weißabgleich der Kamera und die Kamera selber spielen eine große Rolle. Daher kann das Ergebnis auch nur als Indiz genommen werden und ist keinesfalls ein „Beweis“ für oder gegen die Echtheit des Videos.
Auch für die Abschätzung der Entfernung würde eigentlich die Kamera benötigt, denn über Zoomfaktor und Fokussierung kann mit etwas Glück die Entfernung des Schärfebereiches festgestellt werden. Über die Entfernung und Zoomfaktor kann dann anhand der Pixelmaße auch die Größe des Objektes ziemlich gut vermessen werden. Leider liegen mir die Daten für diese Kamera nicht vor.

Das Verhalten der Kreatur

Die Kreatur auf dem Video verhält sich ausgesprochen ruhig. Sie befasst sich mit der morschen Zypresse, bricht alte Holz heraus und wirft es weg. Dabei scheint sie völlig konzentriert und scheint auch den nur wenige Meter entfernten Menschen nicht wahrzunehmen.

„Was macht das Vieh da?“ Offenbar räumt es einen hohlen Baum aus. Aber wozu? Als Schlafplatz ist der Fuß einer Sumpfzypresse sicherlich ungeeignet, selbst wenn er im Moment trockengefallen ist. Die Wasserstände in den Wäldern am Mississippi-Hauptstrom werden sich vermutlich ständig ändern – und morgens mit nassem Hintern aufzuwachen dürfte auch einem Swamp Ape nicht gefallen. Ich impliziere als Alternative, dass die Kreatur nach Insektenlarven sucht, die faulendes Holz fressen. Es gibt da einige recht dicke Käferlarven, die auch für einen Bigfoot einen respektablen Snack bilden. Leider zeigt die Kreatur die ganze Zeit ihren wunderschönen, schwarzen Rücken, so ist nicht zu sehen, ob sie etwas aus dem Totholz heraussammelt und frisst. Die Tatsache, dass sie am Anfang größere Holzstücke, später nichts mehr wegwirft, deutet in die Richtung.

„Wie kommt es, dass das Vieh so konzentriert arbeiten kann, ohne den Jäger/ Kameramann zu bemerken?“ Hierzu gibt es drei Möglichkeiten: Es hat den Kameramann bemerkt, fasst ihn aber nicht als Bedrohung auf. Das Verhalten des Wesens lässt keinen Schluss auf ein Bemerken zu. Es ist aber im Film auch nicht ständig zu sehen. Andererseits gelten alle Bigfoot-artigen Kreaturen Nordamerikas als scheu, sie fliehen vor Menschen. Damit kann man diese Hypothese getrost streichen.
Die zweite Hypothese: Es hat den Kameramann nicht bemerkt, halte ich für wahrscheinlicher. Der Kameramann ist im Rücken der Kreatur, die völlig mit dem Totholz im Baum beschäftigt ist. Das wäre für ein Wildtier merkwürdig. Kaum ein Tier kann sich ausschließlich mit seiner Nahrungsquelle befassen, ohne Gefahr zu laufen, selbst zu einer solchen zu werden. Ist der Bigfoot nun ein solcher Apex-Predator, kennt er in Mississippi weder Bären noch Pumas oder Alligatoren? Klingt auch seltsam, ich werde später darauf zurückkommen: Bitte im Kopf behalten!

YouTube

Ja, YouTube spielt hier auch eine Rolle. Das angeblich so neue Video ist dort nämlich seit dem 28. Oktober 2013 veröffentlicht. Josh Highcliff hat hier auch einige weitere Angaben dazu gemacht, wie er das Video gedreht hat:

Das Video ist am 24. Oktober 2013 entstanden, abends um 18 Uhr. Highcliff war unterwegs, um „Wildschweine“ (verwilderte, primitive Hausschweine, echte Wildschweine gibt es in Amerika nicht) zu jagen, trug Jagd-Tarnkleidung und saß still herum, um auf die Dämmerung zu warten, in der er jagen wollte. Dann hörte er ein Geräusch an einem Baum, erwartete ein Wildschwein und traute seinen Augen nicht.

Außer der Angabe, dass das „Ding“ groß und schwarz war und er eine Entfernung von 50 Yards schätzte, vermutete er, dass es etwa 7 Fuß, also gut 2,10 m groß war.

Ich ziehe hier eine wesentliche neue Aussage heraus: Highcliff saß da, mittelmäßig getarnt und wartete. Er nennt „Hunting camo“, also vermutlich Fleckentarn mit neonroten Abzeichen, die das Wild nicht sehen kann. Teile der Kleidung sind am Ende des Videos kurz zu sehen. Von einem konturauflösenden Ghillie-Suit schreibt er nichts.

Die Interaktionen

Die Frage nach der Interaktion beginnt nach dem Henne-Ei-Prinzip. War die Kreatur zuerst vor Ort und kam Highcliff dazu, würde das seiner Aussage „just sitting dead still waiting for it to get dark“ nicht passen. Folglich muss Highcliff also vor der Kreatur am Ort gewesen sein. Deswegen schreibt er auch: „I hear a noise behind the tree i was sitting on“.

Die erste Frage, die ich mir stelle: Die Kreatur ist bereits am Baum, auf trockenem Boden, aber sie muss durch den Sumpf und offenes Wasser dorthin gelangt sein. Wer beim Baum ausräumen seine Umwelt völlig vergessen kann, wird nicht leise durchs Wasser gleiten, sondern irgendwelche Geräusche produzieren. Hat Highcliff sie überhört, z.B. weil er geschlafen hat, hat er sie für Geräusche von Schweinen gehalten oder aus anderen Gründen nicht wahrgenommen?
Andersherum würde ich auch gerne wissen, ob die Kreatur Highcliff nicht wahrgenommen hat. Die Möglichkeiten, die sich hieraus ergeben, habe ich oben bereits beschrieben.

Die zweite Unklarheit, die ich finde, betrifft die Beobachtung selber. Highcliff bewegt sich während des Filmens im Unterholz und möglicherweise auf einem Weg. Das erzeugt Geräusche, die sich von anderen Waldgeräuschen unterscheiden. Wieso beschäftigt sich die Kreatur weiter seelenruhig mit dem Baum? Fühlt sie sich im Wasser so sicher?

Die dritte Unklarheit, die ich finde, betrifft die Flucht von Highcliff. Während des gesamten Filmens befand sich die Kreatur links von ihm. Egal wie dicht er heran geht und wo er steht, stehts macht es den Eindruck, er würde sich den Weg nach rechts freihalten. Ich hätte also damit gerechnet, dass er bei einer Reaktion der Kreatur nach rechts flüchtet. Das tut er nicht. Er flüchtet zunächst wenige Schritte nach links (zählt man die Bewegungsgeräusche auf dem Video, sind es sechs oder sieben Schritte), dann bleibt er stehen und dreht sich um etwa 90 Grad nach links, um weiter zu laufen, bis das Video abbricht.
Auf mich macht es den Eindruck, dass ihn seine Flucht zunächst auf die Kreatur hin führt. Er bleibt an der Stelle stehen, die der Kreatur am nächsten ist, sieht sich um und entfernt sich erst dann. So verhält sich niemand, der vor etwas Angst hat.

Fazit:

Das Video ist sehr gut, es zeigt eine Kreatur, die in einem hohlen Baumstamm nach etwas sucht, dann aufsteht und den Kameramann dadurch zur Flucht animiert.
Die Qualität des Videos lässt einen elektronischen Fake soweit ausschließen, wie man das heute noch kann. Anzeichen hierfür habe ich jedenfalls keine gefunden. Die analysierten Fellfarben wirken natürlich und scheinen nicht von einem billigen Kostüm zu stammen, wobei kein direkter Vergleich mit einem Kunstfell gemacht werden konnte. Das gefilmte Verhalten der Kreatur ist in sich stimmig und passt zur Situation.

Die unklare Auffindungssituation und dann die Flucht in die unerwartete Richtung lassen an der Authentizität des Videos zweifeln.

Leider ist der Dreh schon 6 Jahre her, am Ort werden sich keinerlei Spuren mehr finden lassen. Der Baum ist vermutlich längst umgekippt und weitgehend verrottet, möglicherweise ist der Sumpf trocken oder überschwemmt.




Presseschau Kalenderwoche 33/2019

Anstatt über die Sauregurkenzeit zu meckern, gibt’s doch so einiges zu berichten. Im Gegensatz zur letzten Woche sind auch einige Großkryptide dabei, es gibt riesige Vögel und weniger angenehme, kleinere Geschöpfe, aber lest selbst:


Hyalomma-Zecke überträgt erstmals Fleckfieber in Deutschland

Die Hyalomma-Zecke, eine besonders große, subtropische Art, versucht in Deutschland heimisch zu werden. Sie hat unter anderem auf einem Pferdehof in Geldern am Niederrhein das erste Mal erfolgreich überwintern können.

Ein Pferdebesitzer aus der Nähe von Siegen soll der erste Mensch sein, der in Deutschland durch den Biss der Hyalomma an Fleckfieber erkrankt ist. Er hat die Zecke nach dem Biss Ende Juli an das Institut für Parasitologie der Uni Hohenheim (Stuttgart) geschickt.  In der Zecke sei der betreffende Erreger nachgewiesen worden, teilte die Universität mit. Wenige Tage später erkrankte der Mann, konnte aber mit Antibiotika geheilt werden.

„Damit wissen wir jetzt nicht nur sicher, dass die Hyalomma-Zecke auch Menschen sticht“, sagte Ute Mackenstedt, Parasitologin an der Universität Hohenheim. Sicher ist auch, dass das Zecken-Fleckfieber in Deutschland übertragen werden kann. Das müssen Ärzte bei ihrer Diagnosefindung in Zukunft berücksichtigen.

Anmerkung der Redaktion: Nehmt Zeckenbisse nicht auf die leichte Schulter, auch ernn es sich „nur“ um eine gewöhnliche Zecke handelt. Wenn eine Zecke einen Wirt gefunden hat, beißt sie sich an einer geschützten Stelle fest, beginnt aber erst nach einigen Stunden mit der Blutmahlzeit. In dieser Zeit sollte sie entfernt werden. Optimal wird eine Zecke beim Menschen mit einer Uhrmacherpinzette entfernt, die parallel zur Haut möglichst dicht an die Stichstelle geführt wird. Dann zugreifen und die Zecke nach oben herausziehen. Verdrehen ist unnötig. Reißen die Mundwerkzeuge in der Wunde ab, ist das kein Problem, es gibt einen Pickel, aus dem sie in den nächsten Tagen herauseitern.

Die Zecke steckt man am besten in ein kleines Gefäß, in dem ein leicht feuchtes Stück Küchenpapier liegt und verschließt es. So kann man sie mehrere Wochen im Kühlschrank aufbewahren. Bei einer Veränderung der Wunde (insbesondere nach 6 Wochen bei Lyme-Borreliose) ist die Zecke für die Diagnose Gold wert.

„Hausmittelchen“ wie Abflämmen, Lackieren, Betupfen mit Öl etc. sorgen zwar dafür, dass sich die Zecke löst, vorher erbricht sie jedoch in die Wunde, wodurch die Wahrscheinlichkeit einer Infektion um ein Vielfaches ansteigt.


Neuseeland: Riesenkalmar angeschwemmt

Ein Mann liegt neben einem toten Riesenkalmar an einem schwarzen Strand
Schon fast surrealistisch: Daniel Aplin liegt auf einem schwarzen Strand neben einem weißen Riesenkalmar, der mehr als doppelt so groß ist, wie er. Foto: Aplin-Brüder

Die Meldung ist eigentlich schon fast ein Jahr alt, sorgt aber jetzt erst für Wellen in den sozialen Medien:

Am 26. August 2018 wurde an einem Strand an der Cookstraße, zwischen den beiden Hauptinseln Neuseelands ein erstaunlich vollständiger Riesenkalmar angeschwemmt. Die Brüder Aplin, die eigentlich tauchen gehen wollten, fanden das Tier am Strand der Südküste von Wellington. Trotz erster Anzeichen der Verwesung war es noch in einem guten Zustand und von beeindruckender Größe.

„Das Tier maß 4,2 m“ sagte Daniel Aplin dem New Zealand Herald. Hiermit meinte er wohl die Gesamtlänge einschließlich der 8 Tentakel (ohne die zwei langen Fangarme). Auf den Bildern wirken Mantel und Kopf etwa so groß die der daneben liegende Mensch.

Ob es sich um ein Exemplar von Architheutis dux handelt, untersucht das Nationale Institut für Wasser- und Atmosphärenforschung (NIWA).

Neuseeland gilt als einer der Hotspots für Riesenkalmar-Strandungen.


Riesenpinguin entdeckt

Ebenfalls in Neuseeland haben Forscher einen Riesenpinguin entdeckt. Nein, kein Geschöpf aus der Kanalisation Gotham Citys und auch keine rezente, unentdeckte Art, sondern ein Fossil. Die Crossvallia waiparensis genannte Art lebte vor 66 bis 56 Millionen Jahren an Neuseelands Küsten. Mit einer Größe von 1,6 Metern und etwa 80 kg war er fast so groß wie ein erwachsener Mensch. Er war viermal so schwer, wie der größte rezente Pinguin, der Kaiserpinguin.

Crossvallia waiparensis ist nicht der einige fossile Riesenpinguin. Eine zweite Crossvallia-Art, C. unienwillia ist von Seymour-Island vor dem Antarktischen Festland bekannt und blieb wohl ein wenig kleiner. Weitere fossile Arten erreichten noch größere Ausmaße: Pachydyptes ponderosus ist als Neuseeländischer Riesenpinguin bekannt und bewohnte die Strände der Doppelinsel im Oligozän bis Miozän vor 36 bis 22 Millionen Jahren. Er erreichte etwa 1,8 m und 100 kg. Anthropornis nordenskjoeldi und A. grandis erreichten ebenfalls diese Größe und sind aus dem späten Oligozän bekannt. Ihre Fossilien fanden Wissenschaftler auf Seymour Island und in Neuseeland.

Ein Hobby-Fossiliensammler hatte die Beinknochen von Crossvallia waiparensis im letzten Jahr ausgegraben. Die Analyse erschien in der Fachzeitschrift „Alcheringa: An Australasian Journal of Palaeontology„.


Berliner Panda-Dame trächtig?

Ein junger großer Panda sitzt im Baum und scheint zu winken
Fu Bao, ein Panda aus Wien, im Alter von etwa 10 Monaten

Nachdem wir letzte Woche über eine Zwillingsgeburt bei Großen Pandas in Belgien berichtet haben, will auch der Berliner Zoo nicht nachstehen. Das Weibchen, Meng Meng ist sechs Jahre alt und stammt aus der Chengdu-Aufzuchtstation, wo auch ihr Partner Jiao Qing geboren wurde.

Meng Meng wurde künstlich besamt, bei den als Sexmuffeln bekannten Großen Pandas ist das in Zoos eine übliche Methode, Nachwuchs zu erreichen. In einer Pressemitteilung schreibt der Zoo, Meng Meng sei „zu 85% trächtig“**. Da bei Pandas häufiger Scheinträchtigkeit vorkommt, ist man sich in Berlin noch nicht ganz sicher. Zoodirektor Andreas Knieriem bittet daher: „Drücken Sie uns die Daumen!“

Wenn alles klappt, könnte der Zoo ab Ende Oktober mit Nachwuchs rechnen. n-tv hat einen recht ausführlichen Bericht zum Thema online.

**Dies wäre der Erstnachweis für „ein bisschen schwanger“.


Goldschakal im Nationalpark Hainich

Ein Goldschakal (Canis aureus)

Bereits am 1. August 2019 ist ein Goldschakal (Canis aureus) im thüringischen Nationalpark Hainich in eine Fotofalle gelaufen. Dies ist ein weiterer Nachweis für die Nordwest-Ausbreitung des kleinen Wildhundes.

Einzelne Exemplare haben vermutlich schon früher Thüringen passiert, so im Naturpark Eichsfeld. Manfred Großmann, Leiter des Nationalpark Hainich hat einen solchen Kontakt beinahe erwartet: „Es war aber eigentlich nur eine Frage der Zeit, dass ein Goldschakal hier mal in eine Fotofalle geht“.

Goldschakale haben ihren Namen von ihrem teilweise goldgelb gefärbten Fell. Sie sind größer als Füchse, aber kleiner als Wölfe. Sie gelten als Allesfresser, tatsächlich ernähren sie sich von unterschiedlichen Kleintieren, Aas und pflanzlichen Bestandteilen. In Europa sind sie hauptsächlich in den Balkanstaaten verbreitet, haben jedoch die Tendenz, sich nach Norden und Westen auszubreiten. So sind Goldschakale in den letzten Jahren immer mal wieder in Mitteleuropa nachgewiesen worden. In Österreich (Oberösterreich und Neusiedlersee-Gebiet) und Nordostitalien ist er heimisch geworden, als bisher erreichte Extreme gelten Finnland (2019) und die Niederlande (2016).

Vermutlich wird diese Ausbreitung erst durch das Fehlen von Wölfen ermöglicht, denn sie verdrängen Goldschakale aus ihrem Gebiet. Unklar ist nur, warum die Ausbreitung erst jetzt erfolgt, Europa ist seit dem 18. Jahrhundert „funktionell wolffrei“.


Montiertes Skelett eines Höhlenbären
Höhlenbär-Skelett im Naturkundemuseum Braunschweig

Der Mensch ist wohl doch für das Aussterben des Höhlenbären verantwortlich

Der moderne Mensch hat den Höhlenbären ausgerottet. Das Aussterben dieser Art wurde lange Zeit zahlreichen Faktoren zugerechnet, wie die Veränderung des Klimas am Ende der Eiszeit, Aufkommen von Konkurrenz und die Bejagung durch den modernen Menschen. Doch eine neuere Untersuchung sieht das anders: „Der dramatische Einbruch in Vielfalt und Population des Höhlenbären geht nach einer vergleichsweise stabilen Phase zeitlich einher mit dem Auftreten des modernen Menschen“, sagt Verena Schünemann vom Institut für Evolutionäre Medizin der Universität Zürich.

Höhlenbären dienten dem Menschen als Nahrung. Ein weiterer Grund für die Bejagung dürfte der Fakt gewesen sein, dass sie tief in den selben Höhlen überwinterten, in denen die Menschen Unterschlupf suchten. Denen wird die Gefahr, dass ihnen plötzlich ein riesiger, hungriger Bär in den Rücken fällt, nicht gefallen haben. Also wird man jede neu bezogene Höhle nach schlafenden Bären durchsucht haben – mit fatalem Ergebnis für den Bär.


Lederschildkröte vor Cornwall gefilmt

Lederschildkröten sind unter den rezenten Meeresreptilien die Art, die regelmäßig am weitesten nach Norden vordringt. Zahlreiche Funde in kaltgemäßigten und subpolaren Zonen beweisen dies. Da sie hauptsächlich unter Wasser schwimmen und lange und tief tauchen, werden sie aber selten beobachtet.

Dem 14jährigen Kajak-Fahrer James Adger ist am Dienstag, 13.08.2019 gelungen, eine solche Schildkröte zu filmen. Er war in der Falmouth Bay vor Pendennis Point unterwegs und beschreibt seine Beobachtung wie folgt: „Es war ein ungewöhnlicher Anblick, halb so lang wie unser Kajak und mindestens so breit, wir haben sie nur Sekunden nach einer Lungenqualle (Rhizostoma pulmo, d. Red.)  gesehen.“

Wissenschaftler der nahe gelegenen University of Exeter haben Boot-Nutzer gebeten, aufmerksam zu sein, um Kollisionen zu vermeiden, insbesondere wenn viele Quallen in der Nähe sind.

Es gibt sogar ein (extrem kurzes) Video der Schildkröte:

Ein weiterer Artikel über eine Lederschildkröte hoch im Norden: Link.


CITES und der japanische Walfang

Walfkuke

Japan fährt in den Nordpazifik und jagt wieder Wale. Mit Ausstieg Japans aus der Internationalen Walfang-Kommission schien das mit legalen Mitteln kaum zu verhindern sein. Doch nun tritt eine kleine und sehr schlagkräftige Organisation in den Ring: Die CITES, eine Organisation die das Washingtoner Artenschutzabkommen umsetzt. Sie regelt den Handel mit den im Abkommen geschützten Arten. Sobald ein Tier oder Teile eines geschützten Tieres über eine Grenze gelangen, benötigen sie CITES-Papiere.

Ein weiterer Punkt aus dem Abkommen kommt hinzu: Auch kommerzielle Fischerei (Walfang gehört rechtlich zur Fischerei) auf geschützte Arten ist unter CITES geregelt, auch wenn ein Land plant, die Produkte nur im Inland zu verkaufen. De facto verbietet die Regelung Japan, auf hoher See erlegte Wale an Land zu bringen.

Kazuya Fukaya, stellvertretende Direktorin in der Abteilung für Ressourcen- und Umweltforschung der japanischen Fischereiagentur, dass Japan sich an die Regelung halten werde.

Falls Japan das nicht tut, droht CITES damit, in Japan ausgestellte CITES-Dokumente nicht anzuerkennen. Das schließt das Land de facto vom lukrativen Handel mit geschützten Tieren aus.

Die Redaktion ruft alle Japaner auf, auf ihre Regierung einzuwirken, die unnötige und Japan als Kulturnation nicht würdige Jagd auf Meeressäuger aller Art zu unterbinden.


Feld-Ornithologisches

Feldornithologisch können wir diese Woche fast nur Folgemeldungen abgeben. Der Rosapelikan im Meldorfer Speicherkoog ist immer noch da. Ebenso zieht der vor einigen Wochen aus dem Radowbruch gemeldete Kaiseradler dort noch seine Runden.

Wesentlich kleiner, aber immerhin zumindest teilweise rosa ist der Rosenstar, der auf Baltrum gesehen wurde.