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Kalmar

Kalmare (Teuthida) sind eine zoologische Ordnung innerhalb der heutigen Kopffüßer (Cephalopoda). Es gibt mehr als 250 Arten Kalmare, die in allen Weltmeeren verbreitet sind.

einfacher Aufbau eines Kalmars

 

Der Mantel der Kalmare ist in der Regel keilformig und wird nicht durch eine Schale oder einen Schulp, sondern nur durch einen flachen Gladius gehalten, der aus Chitin besteht. An den Mantel, der die Eingeweide trägt, schließt sich der Kopf mit zwei meist leistungsfähigen Augen an. Um die Mundöffnung gruppieren sich 10 Fangarme, von denen 8 eher kurz und vollständig an der Innenseite mit Saugnäpfen besetzt sind.

 

Zwei Fangarme sind zu Tentakeln ausgebildet, schlanker, oft sehr viel länger als die anderen Arme. Sie haben am Ende eine Verbreiterung, auf der Saugnäpfe sitzen.

 

Lebensweise der Kalmare

Mit den Tentakeln wird Nahrung gefangen und mit den anderen Armen zum Maul geführt. Das Maul ist mit einem Hornschnabel versehen, der große Ähnlichkeit mit einem Papageienschnabel aufweist.

 

Riffkalmare
Riffkalmare haben besonders lange Flossen und ähneln so Tintenfischen.

Kalmare leben in der Regel im Freiwasser. Sie haben zwei Formen des Antriebes, über flügelartige Flossen, die artspezifisch groß oder klein ausgebildet sind, oder über einen Trichter, durch den sie Wasser aus der Mantelhöhle pressen. Durch diesen Rückstoßantrieb erreichen sie hohe Geschwindigkeiten. Einige Arten können so auch über der Wasseroberfläche „fliegen“. Belegt sind 50 m Flugstrecke und Höhen von 6 m.

Viele Kalmar-Arten leben in Schwärmen, Tiefseearten und besonders große Tiere scheinen ohne diesen Schutz auskommen zu können.

 

Kalmare sind generell häufige Tiere, die als Nahrung vieler anderer Tiere dienen. Überwiegend von Kalmaren ernähren sich unter anderem die meisten Schnabelwale und die Pottwale. Aber auch zahlreiche andere Räuber fressen Kalmare, wenn sich die Gelegenheit bietet.

Kalmare selber gelten als gefräßige und erfolgreiche Jäger, die einen hohen Nahrungsbedarf haben. Speziell der Humboldt-Kalmar Dosidicus gigas, der an der amerikanischen Pazifikküste vorkommt, ist für Gefräßigkeit und extrem schnelles Wachstum bekannt. Es gibt Berichte, nach denen sie Fischer oder Taucher angegriffen und getötet haben.




Knochenkriege

Als Knochenkriege oder Bone Wars wird die Fehde zwischen den beiden US-amerikanischen Dinosaurierforschern Othniel Marsh und Edward Cope zwischen 1866 und den späten 1880ern.

 

Der Beginn der Fehde

Othniel Marsh löste unbeabsichtigt die Bone-Wars aus. Marsh und sein Gegner Cope standen sich anfangs freundschaftlich gegenüber, nachdem sie sich zuerst 1863 in Berlin trafen. Es kam aber schon in kurze Zeit später in Haddonfield zu Spannungen, als beide Wissenschaftler zu nahe beieinander nach Fossilien suchten.
Als tatsächlicher Beginn der Fehde gilt ein Ausstellungsbeginn 1866. Cope, der Geologe, aber kein Biologe war, unterlief bei der Rekonstruktion eines Elasmosaurus platyrus ein Fehler: Er setzte den Schädel an das Schwanzende des Tieres. Da bei langhalsigen Sauriern die Schädel oft während der Verwesung ab und wird verlagert, so dass dieser Fehler erklärbar ist.

 

Als Marsh den Irrtum bei der feierlichen Enthüllung des Skelettes sah, musste er zu lachen. Cope befürchtete, dieses Missgeschick würde ihn ewig begleiten. Die noch kollegiale Fehde entwickelte sich zu einem erbitterten Kampf um Dinosaurierfossilien, öffentlichkeitswirksame Ausstellungseröffnungen und wissenschaftliche Veröffentlichungen.

Sabotage am Höhepunkt der Auseinandersetzungen

Jeder der beiden Kontrahenten wollte der Beste, der größte Dinosaurierforscher sein. Veröffentlichungen wurden schneller und weniger genau herausgegeben, Knochen nicht mehr so sorgfältig präpariert. Die Teams der Ausgräber wuchsen, nicht nur durch Fachleute, die Reputation einiger Mitglieder beider Teams war angeblich nicht immer einwandfrei.

Der Hass der beiden Chefs wirkte sich auch auch auf die eigentlich nicht verfeindeten Teammitglieder aus. Sie zerstörten Ausgrabungsstätten nach der eigenen Ausgrabung. Auf dem Höhepunkt der Fehde wurden sogar Wagen mit Fossilien der jeweils anderen Gruppe zerstört.

Die Fehde läuft aus…

In den späten 1880ern kühlte die Fehde ab. Nachdem Marsh 1895 seine Position als Präsident der National Academy of Sciences aufgegeben hatte konnte er Cope kaum noch schaden. Damit war ein wichtiger Grund der Feindschaft entfallen.

Cope wurde gegen Ende seines Lebens sesshafter. Seine letzte Forschungsreise unternahm er 1893. Danach beschränkte er sich weitgehend darauf, über das in den vergangenen Jahren gesammelte Material zu publizieren.

Auch Marsh wurde gezwungenermaßen ruhiger. Er publizierte 1896 sein Werk „The Dinosaurs of North America“, das auch die Verschriftlichung seines Lebenswerkes war. Parallel versuchte er erfolglos, einen großen Museumsneubau zur angemessenen Präsentation seiner Funde anzustoßen. Kurz vor seinem Tode schenkte er seine gesamten Funde dem Peabody Museum der Yale University in Connecticut , wo sie bis heute ausgestellt sind.

Die Ergebnisse

Während der gesamten Zeit der Knochenkriege haben die beiden Forscher viele neue Arten entdeckt und wissenschaftlich beschrieben. Marsh beschrieb 86 Dinosauriergattungen und Cope 56, dazu kamen Beschreibungen vieler weiterer Fossilien aus dem Mesozoikum. Eine einzelne Fundstelle gab genug Material für 16 wissenschaftlichen Beschreibungen mit insgesamt 22 Namen. Spätere Forscher waren noch Jahrzehnte damit beschäftigt, die Funde zu ordnen, sie sauber zu präparieren, sie zu identifizieren oder neu zu beschreiben.

Durch die oft hastigen und übereilten Erstbeschreibungen beider Kontrahenten haben die Forschung teilweise sogar behindert. Ein Teil des Materials beider Forscher ist immer noch nicht richtig bearbeitet. Viele wissenschaftliche Namen waren dadurch noch Jahrzehnte ungeklärt.




Kopf-Rumpf-Länge

Die Kopf-Rumpf-Länge (kurz: KRL) ist ein standardisiert verwendetes Körpermaß, mit dem die Länge eines Landwirbeltieres von der Schnauzen-, Nasen- oder Schnabelspitze bis zur Schwanzwurzel gemessen wird. Sie wird vor allem bei Säugetieren, gelegentlich auch bei Vögeln verwendet.

Um die KRL zu ermitteln, wird das Tier in Rückenlage ausgestreckt auf einer ebenen, waagerechten Unterlage leicht angedrückt, gerade ausgerichtet, aber nicht überdehnt. Stirn und Nase werden an die Unterlage gedrückt.
Da die eigentliche Schwanzwurzel von Gewebe überdeckt ist, müsste sie erst aufwendig freigelegt werden. Um dies zu umgehen, misst man in der Regel bis zum Anus oder der sichtbaren Schwanzwurzel.

Messungen am lebenden Tier sind schwierig und ungenau, daher werden oft Intervalle angegeben.




Korpulenzfaktor

Der Korpulenzfaktor (KoFa) ist ein spezifisches Maß für das Verhältnis zwischen Länge und Gewicht bei Fischen. Meist wird er zur Charakterisierung von Fischbeständen eingesetzt.

Aal auf dem Boden eines Aquariums
Der Europäische Aal Anguilla anguilla (Foto by Gerhard M, CC 3.0)

Es ist leicht zu verstehen, dass ein Karpfen wesentlich mehr wiegt, als ein Aal gleicher Länge, aber die Verhältnisse können sich auch während des Lebens der Fische ändern. Eine praktische Bedeutung hat der KoFa unter anderem in der Aquakultur, wo auf ein gesundes Aufwachsen der Fische geachtet wird. Von den wichtigen Nutzfischen kennt man in jedem Lebensstadium den optimalen Korpulenzfaktor und wie weit die Tiere davon abweichen dürfen, bevor Maßnahmen ergriffen werden (müssen).

 

Der Korpulenzfaktor berechnet sich aus Gewicht (g) x 100 / Länge (cm)³.

 

Beispiel aus langjährig ermittelten Werten eines Angelvereins:

 

Fisch

Länge

Gewicht

KoFa

Aal 50 cm 290 g 0,232
Aal 70 cm 780 g 0,227
Zander 50 cm 1180 g 0,944
Zander 70 cm 3250 g 0,948
Karpfen 50 cm 2520 g 2,016
Karpfen 70 cm 6900 g 2,012

 

In der Kryptozoologie (aber auch im Anglerlatein) wird häufig von Fischen berichtet, die für ihre Art sehr lang sind. Eine gute Möglichkeit, solche Berichte zu überprüfen ist, den Korpulenzfaktor eines solchen Tieres zu berechnen. Diesen vergleicht man dann mit dem Korpulenzfaktor eines bekannten, großen oder durchschnittlichen Fisches der gleichen Art.

 

Hypothetisches Beispiel: Ein „toller Hecht“ berichtet von einem Zander (Sander lucioperca) von 1,5 m Länge und einem Gewicht von 25 kg. Abgesehen davon, dass kein Zander dieser Länge bekannt ist, erscheinen die 25 kg erst einmal glaubhaft. Berechnet man den KoFa dieses Tieres, liegt er bei 0,74. Dies ist im Vergleich zu den oben berechneten 0,94x schon unglaubhaft schlank.

Scherzhaft spricht man bei solchen Fischen vom „Aal-Syndrom“.




Kreaturen der Holzfäller

Die „Kreaturen der Holzfäller“ sind vermutlich keine realen Tiere. Sie stammen aus einer Zeit, in der die Wildnis Nordamerikas weitgehend unbekannt war und die Holzfäller sich selbst als harte Kerle darstellten (was sie zweifellos auch waren). Die „Kreaturen der Holzfäller“ entstanden aus diesem selbstgeschaffenen Mythos, einer gefährlichen Umgebung, Lagerfeuerromantik, Eintönigkeit einer harten Arbeit und zu viel Bier.

US-Holzfäller um 1900

William T. Cox hat sie alle gesammelt und mit einem Augenzwinkern aufgezeichnet.

Suzan Reinert bringt jeden ersten Freitag im Monat einer dieser Kreaturen kurzfristigen Internet-Ruhm.


Bisher konnten wir folgende Kreaturen vorstellen:

15. November 2019: Wunderbare Lebewesen des Puget Sound

03. Januar 2020: Die Schneeschlange

07. Februar 2020: Der Tripodero

06. März 2020: Der Hugag




KRL

siehe: Kopf-Rumpf-Länge