Der Megalodon – größter Hai der Weltgeschichte

Lesedauer: etwa 14 Minuten
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Der 5-Millionen-Jahre Prolog

Lichtstrahlen im Wasser

Du schwebst schwerelos im Wasser. Dein Körper ist groß und muskulös. Das Wasser trägt ihn. Die Wellen und kleinen Wirbel umspielen ihn sanft. Es ist angenehm, einen Hauch zu frisch, aber mit der entsprechenden Bewegung wird dir schnell warm.
Du schwimmst durch ein Flachmeer, vielleicht dreimal so tief, wie dein Körper lang ist. Sonnenstrahlen, die durch die Wellen gebrochen werden, spielen im Wasser. Deine Sinne nehmen die Umgebung sehr viel schärfer wahr, als sie das bei einem Menschen tun. Du siehst nicht nur die Felsen am Boden der See, du hörst sie auch und spürst die Turbulenzen, die sie im Wellengang und der leichten Strömung veranstalten. Du hörst, wie die Brandung einige hundert Meter weiter gegen Inseln schlägt, die kaum mehr sind, also Felsen, die aus dem Wasser ragen. Und du hast einen verlockenden Geruch in der Nase, denn seinetwegen bist du hier:

Hier, zwischen diesen Inseln bekommen die Vorfahren der Wale des Holozäns ihre Jungen. Die Männchen konkurrieren um die Paarungsrechte.
Es gibt hier auch kleine Robben. Sie sind die Schatten, die du riechen kannst, deren Flossenschläge du hörst und die manchmal in dein Gesichtsfeld dringen. Doch als kleine Beute lohnen sie kaum den Aufwand.

Du tauchst ein wenig tiefer, damit deine dunkle Rückenfarbe mit dem Meeresboden verschmilzt, eine bessere Tarnung brauchst du im Zwielicht des Meeres und der Abenddämmerung nicht.
Oben, etwa 40 m über Ihnen balgen sich zwei junge Wal-Männchen, beide weit über 8 m groß. Wirklich ernst meinen die beiden den Kampf nicht, das Gerangel ist sehr spielerisch. Du bekommst den Lärm ihrer Aktionen, des spritzenden Wassers und ihrer Rufe mit. Als die Strömung ein paar Tropfen Blut zu dir nach unten treibt, addiert dein Gehirn eine bedenkliche Leere im Magen zu den Reizen hinzu und ein 300 Millionen Jahre alter Instinkt fängt an, deinen Körper zu steuern. Mit einigen kräftigeren Schwanzflossenschlägen beschleunigst du…

Der 500-Jahre Prolog

„Seid willkommen auf unserem Markt, Herr Waidner, wie laufen die Geschäfte“ – „Ich kann nicht klagen, verehrter Schuldtheiss. In diesen unsicheren Zeiten brauchen die Leute Trost und den finden sie in allerhand Heiligenwerk und in den steingewordenen Taten unseres Herrgottes.“ – „Um des Himmels willen, verkauft ihr immer noch diesen unheiligen Kram?“ fragte der Schuldtheiss lachend einen Devotionalienhändler. Der kam jedes Jahr zur Kirchweih auf den Markt und war neben seiner Trinkfestigkeit auch für guten Umsatz und damit hohe Marktzehnte und wenig Ärger bekannt. Die letzten beiden Eigenschaften waren dem Schuldtheiss am wichtigsten.

Der Schuldtheiss kommt – jetzt wird bezahlt.

„Was bietet ihr denn heute den Gläubigen an?“ – „Wohlfeil sind Kruzifixe aus dem Kloster in Altötting, aus dem Holz von Olivenbäumen aus dem heiligen Land und in der Messe unter Anrufung des Heiligen Benedikt selbst gesegnet. Amulette, die im freien Cöln an den Gebeinen der heiligen Drei Könige geheiligt wurden und etwas ganz besonderes: Glossopetrae, Zungensteine, Zungen von meineidigen Sündern, von Heiden die ihre Stimme wider den Herrn erhoben und von Elenden, die Gott verfluchten“.

Mit einer geschickten Bewegung zog der Händler einen fast handtellergroßen, dreieckigen Gegenstand aus Stein unter seiner Theke hervor und präsentierte ihn dem staunenden Schuldtheiss.

erodierter Megalodonzahn
Eine Glossoptera, eine versteinerte Zunge – oder ein erodierter Megalodonzahn

Der 185-Jahre Prolog

Louis Agassiz
Louis Agassiz, vielleicht der letzte Universalgelehrte

„Verdammt! Das muss ein gewaltiges Biest gewesen sein! Diese Zähne ähneln sehr denen des Weißen Hais, aber sie sind viel größer.“ So etwas wird dem Schweizer Ichthyologen Louis Agassiz durch den Kopf gegangen sein, als er 1835 die fossilen Zähne eines riesigen Hais untersuchte. Aufgrund der Ähnlichkeit dieser Zähne stellte er den „Besitzer“ in die selbe Gattung wie den Weißen Hai: Carcharodon.

Da Agassiz wie die meisten klassischen Biologen ein vorsichtiger Mensch war, benannte er den Hai nur nach dem, was er zuverlässig in der Hand halten konnte und was ihm so sehr auffiel: Nach der Größe seiner Zähne: Carcharodon megalodon. megalodon bedeutet „großer Zahn“.

Anmerkungen

Vieles in den Texten oben ist Spekulation. Von Megalodon gibt es außer einer großen Zahl von Zähnen kaum fossile Überlieferungen. Einige Wirbel und ein Stück Wirbelsäule aus 150 Wirbelkörpern sind überliefert, sonst gibt es nur indirekte Fossilien.
Daher ist vieles, was über den Hai berichtet wird, nicht besonders gut gesichert.

Entstehung und Ahnenreihe des Meg

Nach dem bisherigen Wissensstand ist die folgende Beschreibung der Stammesgeschichte des Megalodon die Wahrscheinlichste:
Er gehört zur Familie der Lamnidae. Diese immer artenarme Haifamilie hat große bis sehr große Haie hervorgebracht. Heute sind die Makrelenhaie (Gattung Lamna), Makohaie (Gattung Isurus) und der Weiße Hai (Carcharodon carcharias) aus der Familie bekannt. Von den Grundhaien um die Gattung Carcharhinus unterscheiden sich die Lamniden durch die fehlende Nickhaut und ein fakultativ vorkommendes Spritzloch. Dieses ist bei Einzelindividuen aller Arten zu finden.

Der Weiße Hai
Der Weiße Hai ist zwar kein direkter Verwandter, aber als Modell zum Verständnis des Megalodon brauchbar

Ihr Ursprung liegt im Dunkeln, sie wird, wie alle modernen Freiwasserhaie werden nach im frühen Tertiär in die Lücke der an der KT-Grenze ausgestorbenen Freiwasserjäger gerückt sein. Während des mittleren Paläogens, vor etwa 60 Millionen Jahren tauchen die ersten fossilen Zähne auf, die in eine Abstammungslinie mit dem Meg stehen.

In den 55 Millionen Jahren der Evolution dreieckiger Haizähne haben sie ihre Form verändert, Seitenzähnchen verloren, eine gesägte Kante entwickelt und sind gewaltig gewachsen.
Noch deutlich ohne Sägekante und mit zwei oder sogar vier Seitenzähnen waren die Zähne der Haigattung Otodus. Sie ist recht häufig, mit zahlreichen Arten im Fossilbericht überliefert und tauchte bereits im Paläozän (66 bis 56 Millionen Jahre vor heute) auf. Durch zahlreiche Funde an Fundorten auf allen Konitnenten ist sie gut belegt, Anfang und Ende der Gattung liegen jedoch im Dunkeln.

Mit Otodus wurden die Haie zu Spitzenprädatoren im Meer. Einige Arten erreichten vermutlich Gesamtlängen von 9 bis 12 m. Die Zähne der Otodus-Arten waren noch relativ schlank, mit vom Hauptzahn getrennten Seitenzähnchen, aber bereits mit einer spürbaren Sägekante. Einige sind auch nach 50 Millionen Jahren so scharf, dass man sich daran schneiden kann.

Ein großer Megalodon-Zahn
Ein großer, fossiler Megalodon-Zahn

Aus einer der etwa 12 Otodus-Arten entwickelte sich Carcharocles angustidens. Der neue Gattungsname ist umstritten, einige Bearbeiter sehen keinen wesentlichen Unterschied zu Otodus, so dass angustidens in die Gattung Otodus gestellt wird, wie auch die beiden folgenden Arten.

Bei ihm waren die Seitenzähnchen mit dem Hauptzahn verwachsen. Der Hauptzahn ist breiter geworden, die Säge tiefer. Der Hauptzahn ist deutlich größer geworden. während die Seitenzähnchen nicht gewachsen sind. Auch diese Art stellte gewaltige Apex-Prädatoren, über 9 m scheinen auch hier realistisch.

Der direkte Vorfahre

Der direkte Vorfahre von Carcarocles megalodon heißt Carcharocles chubutensis und war auch bereits ein gewaltiger Hai. Der Übergang zwischen den Arten erfolgt sehr langsam, über 12 Millionen Jahre hinweg. Ein wichtiges fossiles Merkmal, die Seitenzähnchen (engl. Cusplet) verschwindet in dieser Zeit. Generell kann man sagen: je mehr von den Seitenzähnchen reduziert wird, um so moderner der Hai, um so mehr Megalodon. Beide Haie coexistierten einige Millionen Jahre, offenbar hatten sie andere ökologische Nischen. Welche ist bisher unklar.

Beide Haie waren hervorragend ausgerüstet, zu jagen, zu töten und große Meeressäuger zu zerlegen. Dies waren zu ihrer Zeit in erster Linie Wale, aber auch Großrobben der Gattung Allodesmus und verwandter Gattungen, sowie archaische Walrosse.

Darf ich vorstellen? Der Megalodon

Die ersten Kieferrekonstruktionen des Megalodon waren gewaltig. Bis zu 2 m hoch und 3 m breit passten ganze Laborbelegschaften hinein. Sie posierten dann auch gerne zwischen den gewaltigen Zähnen für ein Foto. Im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts war man in den meisten Naturkundemuseen froh, wenn man überhaupt einen Kiefer mit Originalzähnen füllen konnte, so dass viele Rekonstruktionen Zähne unterschiedlicher Individuen aufwiesen. Dies führte zu Meldungen, diese Haie seien 25 m und mehr lang gewesen.

Mittlerweile kennt man die Zahnformel des Megalodon und weiß, welcher Zahn wo hin gehört. Dies verkleinerte die gewaltigen Kiefer beträchtlich – und ließ entsprechend die Gesamtlänge schrumpfen.

Eine Megalodon-Gebissrekonstruktion
So rekonstruierte Bashford Dean 1909 einen Megalodon-Kiefer für das American Museum of Natural History.

Heute geht man von einer durchschnittlichen Größe von 14 m und einer Maximallänge für sehr große Exemplare von etwa 17 m aus. Bei einem Körperdurchmesser von 3 m entspricht das einem modernen Sattelschlepper mit einem 40-Fuß-Container.

Eigentlich ein „normaler“ Hai, oder?

Abgesehen von seiner Größe dürfte Megalodon nicht wirklich ungewöhnlich ausgesehen haben. Die Umweltbedingungen, die einen Freiwasserhai formen, sind weltweit gleich und haben sich in den letzten Hunderten von Millionen Jahren nicht verändert: eine strömungsgünstige Körperform ist spindelförmig, das Maul leicht unterständig. Die größte Körperhöhe ist dort, wo Kiemen und Magen sitzen. Die Brustflossen liegen unter und etwas vor dem Schwerpunkt, während die Rückenflosse kurz hinter dem Drehpunkt der Vorwärtsbewegung liegt.

Auch die Färbung hat ihren Grund: Von oben betrachtet muss er dunkel aussehen, um sich vom dunklen Meeresboden oder dem Freiwasser so wenig wie möglich abzuheben, während die Bauchseite hell gegen die helle Wasseroberfläche stehen soll.
Anders als Weißhaie jagten Megalodon nicht bevorzugt an der Oberfläche schwimmende Beute, sondern auch Tiere, die tauchen. Möglicherweise trug der Megalodon daher eine somatolytische (Körperkonturen-auflösende) Flecken-Zeichnung auf der Körperseite und dem Rücken.

Der Riesenhai als Modell für den Megalodon
Auch der größte rezente Fisch der Welt hat eine konturauflösende Zeichnung: der Walhai

Auf vielen Montagen wird der Megalodon mit tief geschnittenem Maul oder riesigen Zähnen dargestellt. Das ist nicht sehr realistisch. Selbst wenn die Zähne im Vergleich zum Weißen Hai um 1/3 größer waren, waren sie keinesfalls auffällig. Beim Weißhai und den meisten anderen Arten sind sie von einer Art Lippe bedeckt, sie treten nur sichtbar auf, wenn die Kiefer zum Zubeißen nach vorne geschoben werden.
Dies wird bei Megalodon ähnlich gewesen sein: Im Normalfall unauffällige Zähne, wenn drauf ankommt, sind sie da.

War der Megalodon warmblütig?

Auch die Frage des Stoffwechsels stellt sich hier. Zahlreiche Mitglieder der Lamnidae haben die Fähigkeit entwickelt, in Teilen des Körpers Wärme in einem Wundernetz (Rete mirabile) zu speichern. Diese Fähigkeit hatte der Megalodon vermutlich auch. Seine gewaltige Größe verringert den Wärmeverlust ans umgebende Wasser. Sicher wird irgendwann mal ein Paläo-Physiologe ausrechnen, ab welcher Größe ein solches Tier bei welcher Wassertemperatur eine konstante Körpertemperatur hält – nur durch die Prozesswärme des Stoffwechsels.

Der Stoffwechsel des Megalodon dürfte, ähnlich wie der seines Verwandten, des Weißen Haies, einer der fortschrittlichsten des gesamten Fischreiches sein. Dennoch beschränkt er die Aktivitäten des Tieres: der einfache Blutkreislauf und die Kiemen bedingen einen sehr niedrigen Blutdruck im Vergleich mit Säugetieren. Dazu kommt, dass das Blut deutlich weniger Sauerstoff transportiert: für kurze Sprints von wenigen Sekunden bis ein oder zwei Minuten sind alle Fische gut. Dauerhaftes Schnellschwimmen ist nur einigen Spezialisten (z.B. Makrelenartige & Thunfische, Schwertfische) möglich.
Hier wirkt sich die Größe des Megalodon sogar nachteilig aus: Der Anteil an Muskulatur dürfte ähnlich groß sein, wie bei anderen, kleinere Haien. Ihre Absolutmenge steigt mit der Größe in der 3. Potenz. Die Kiemenoberfläche steigt aber nur mit der 2. Potenz: je größer der Fisch wird, desto schwieriger wird die Sauerstoffversorgung.

Kein schneller Dauerschwimmer

In der Konsequenz bedeutet das: Der Megalodon wird – wie ein moderner Weißer oder sonstiger Freiwasserhai – mit langsamen Bewegungen umher geschwommen sein. Nahm er Beute wahr, brachte er sich in Position, um mit wenigen Schwanzschlägen kräftig zu beschleunigen. Entweder erwischte er seine Beute – oder nicht. Konnte die Beute schnell flüchten, war ein zweiter Angriff vermutlich nicht möglich.
Im Gegensatz zum rezenten Weißhai hat Megalodon nicht nach dem „bite and wait“-Prinzip gejagt. Weißhaie verletzen ihre Opfer bei einem Angriff so, dass sie viel Blut verlieren, bleiben in der Nähe und warten, bis sich das Opfer nicht mehr wehren kann. Fossilien von Megalodon-Opfern zeigen andere Spuren: offenbar griff der riesige Hai direkt wichtige Organe des Opfers an, Lunge, Leber, Herz, so dass die ersten Bisse meist in Körpermitte erfolgten.

Weißer Hai in Südafrika
Zumindst nicht nur wechselwarmblütig: Weiße Haie

 

Autökologie des Meg, eine Spezialisierungsfalle?

Den Fossilfunden nach zu urteilen war C. megalodon nahezu weltweit in tropischen, subtropischen und gemäßigten Meeren verbreitet. Eine besondere Präferenz schien es hierbei für die Meere der Subtropen und der warmgemäßigten Zonen gegeben zu haben. Insbesondere junge Megalodon haben eher die Flachmeere besiedelt.

Geradezu prädestiniert dafür waren die Reste der Tethys-See, die anstelle des heutigen Mittelmeers lag, jedoch auch den südlichen Voralpenraum und Asien bis zum Baikalsee und Afghanistan überflutete. Anders als das moderne Mittelmeer hatte die Tethys jedoch zwei Ausgänge, der eine entwässerte durch die Straße von Gibraltar, der andere über die Libanonschwelle und den heutigen Irak in den weit größeren Persischen Golf. Unterbrochen durch zahlreiche Inseln war dieses Meer ein ideales Jungenaufzugsgebiet für die großen Haie.
Das änderte sich, als Afrika mit Europa und Asien kollidierte. Beide Wasserstraßen schlossen sich, das Mittelmeer trocknete aus.

Zu etwa der selben Zeit schloss sich auch der Isthmus von Panama. Damit waren beide tropischen Verbindungen zwischen den Ozeanen verschlossen. Dies muss gewaltige Auswirkungen auf die Meeresströmungen und die Wanderung von Meerestieren gehabt haben.

Damit direkt und indirekt verbunden war eine Reihe von Klimaveränderungen. Die Erde kühlte ab, das Wasser wurde kälter, eine Reihe von Eiszeiten begann. Viele mittelgroße Wale, die in Küstennähe lebten, starben aus. Auf den Megalodon schien das aber wenig Einfluss zu haben. In kälteren Zeiten ist der Bestand nicht geschrumpft, in Warmzeiten hat sich das Verbreitungsgebiet nicht ausgedehnt.

Die tertiäre Aussterbewelle

Zahlreiche Meeressäuger verschwanden in der Folge. Andere Arten, wie die vergleichsweise modernen Bartenwale konnten nun nicht mehr rings um die Welt entlang des Äquators wandern. Vermutlich begannen sie, im Sommer die jeweiligen Polargewässer aufzusuchen. Die Reisen wurden länger, gleichzeitig wurden auch die Hungerintervalle länger.
Dies verschob den Körperbau der Furchenwale hin zum schlanken, schnell wandernden Tier, für das Größe von Vorteil ist.

Einen Großteil ihrer Zeit verbrachten die Furchenwale nun außerhalb der Reichweite der wechselwarmen Megalodon. Wenn sie in die Lebensräume der Großhaie kamen, dann meist nur, um durchzuwandern. Ein moderner Blauwal kann heute stunden-, vielleicht tagelang mit 30 km/h wandern. Diese Geschwindigkeit wird ein Megalodon ebenfalls erreicht haben, aber nur für wenige Sekunden. Jeder vorbei wandernde Wal war genau eine Chance, eine zweite hatte der Hai nicht.

Besorgten Orcas den Rest?

Weiterhin erwuchs dem Megalodon eine Konkurrenz, die direkt aus der Gilde ihrer Beutetiere entstammte: Aus großen Delfinartigen entwickelten sich Orcas, ein wahrhaft furchtbarer Gegner für den megalodon. Aufgrund der Vorteile der Rudeljagd, höherer Stoffwechselrate, besserer Kraftübertragung, deutlich höherer Intelligenz und nicht zuletzt dem Echolotsystem konnte das erste Mal eine Art dem riesigen Fleischfresser das Wasser reichen.

Orcas
Orcas in der Vancouver-Strait

Ob unter Bedingungen des Tertiärs Orcas alleine für das Aussterben des Meg verantwortlich gemacht werden können, ist viel diskutiert. Sicher ist, dass sie starke und erfolgreiche Jäger waren, der Meg war jedoch nicht chancenlos. Er konnte einen deutlich niedrigeren Energieverbrauch und damit wesentlich seltenere Mahlzeiten, ein extrem hochentwickeltes Sinnessystem sowie die fehlende Notwendigkeit, an der Oberfläche zu atmen in die Waagschale werfen.

 

Möglicherweise entsprang ein weiterer Sargnagel für den Megalodon aus der eigenen Familie. Die größer werdenden Weißen Haie drangen immer mehr in die Nischen ein, in denen junge Megalodons lebten. Möglicherweise waren die Weißen Haie ökologisch flexibler, bei der Jagd erfolgreicher oder an der Beute aggressiver als junge Megalodon.

Welche Rolle „Killerpottwale“ wie Livyatan oder Zygophyster gespielt haben, ob als Konkurrent oder Fressfeind ist noch Gegenstand der Diskussion.

 

Vermutlich war es eine Kombination aus Klimawandel, Umstellung in Nahrung, Veränderungen der Aufzuggebiete und die entstehende Konkurrenz der Orcas, die zudem noch in kälterem Wasser klar kamen, als C. megalodon, die den größten fleischfressenden Fisch des Planeten zum Aussterben brachten.

Oder hat er bis heute überlebt?

Eine typische Fotomontage, die einen gefangenen Megalodon zeigen soll.

Danke an Markus Bühler für das kritische Review in kürzester Zeit.


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