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Stellers Bestiarium 3: Der Seerabe

Unter allen Tieren, die Steller in seinem Reisetagebuch nennt, dürfte sein Seerabe oder auch Meerrabe wohl mit eines der mysteriösesten sein. Dem Tier widmet er kaum einen Satz, beschreibt es bei aller Kürze allerdings als außergewöhnlich.

 

Vermutlich hat Steller den Vogel doch noch näher beschrieben. Der Naturwissenschaftler plante nämlich ein Buch, in dem er sich sowohl mit den Fischen als auch den (Wasser-)Vögeln der Beringinsel befassen wollte. Leider ging das Manuskript noch auf dem Weg zu Stellers Verleger verloren und es sind auch sonst keinerlei Abschriften erhalten.

 

Es bleibt daher zwangsläufig bei Mutmaßungen zu dieser kryptiden Vogelart.

 

 

Kolkrabe, in weiß ein Seerabe?
Steller beschreibt seinen Seeraben als weiß. Das macht ihn um so rätselhafter

 

Was zu Stellers Seeraben bekannt ist

Die Informationslage ist aufgrund des fehlenden Buches über die Vögel der Beringinsel sehr spärlich. Es lassen sich jedoch aus Stellers äußerst kurzer Beschreibung eine Handvoll Erkenntnisse gewinnen:

 

  1. Das Tier weist irgendwelche rabenartigen Eigenschaften auf. Sonst hätte Steller einen anderen Namen gewählt.
  2. Diese rabenartigen Eigenschaften beziehen sich nicht auf die Farbe. Steller erwähnt ausdrücklich, dass das Gefieder des Vogels völlig weiß sei.
  3. Es handelt sich nicht um eine Tierart, die damals in Kamtschatka oder Sibirien bekannt war.
  4. Das Tier bewohnt das Küstengebiet der Beringinsel. Das lässt sich daraus ableiten, dass der Vogel laut Steller an den Küsten Sibiriens nicht bekannt sei.
  5. Stellers Seerabe baut entweder sein Nest in großer Höhe oder rastet zumindest grundsätzlich auf steilen Klippen. Steller beschreibt ihn aufgrund der großen Höhe als unerreichbar.

 

Besonders stutzig macht dabei natürlich, dass Steller ein weißes Tier als Raben bezeichnet. Unter normalen Umständen liegt doch nichts ferner. Welche Eigenschaft war es also, die den Naturwissenschaftler zu diesem Vergleich bewegte?

 

 

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Dinosaurs – The final Days

Vor 66,5 Millionen Jahren löschte ein Meteoriten-Einschlag im heutigen Mexiko die Dinosaurier und viele andere Lebewesen für immer von der Erde. Die Kreidezeit war mit einem Schlag zu Ende.
In dieser Dokumentation verfolgt die BBC den Paläontologen Robert DePalma und sein Team, wie es in Tanis, North Dakota, Beweise für den Meteoriteneinschlag ausgräbt

Gleichzeitig reist David Attenborough in die Kreidezeit, um das Inferno mit zu erleben.

 

Dinosaurs – The final Days ist am 18. April 2022 bei der BBC erschienen und aktuell nur auf DVD erhältlich. Die zweiteiige Dokumentation in englischer Sprache läuft 1 h und 27 Minuten.

 

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Ein Rabe im übertragenen Sinne?

Dieser Frage ging auch der britische Kryptozoologe Dr. Karl Shuker 2014 in einem Blogeintrag nach. Dieser ist als Quelle sehr bedeutend, da die Thematik des weißen Seeraben sonst selbst unter Kryptozoologen unbekannt zu sein scheint.

 

In Gesprächen mit seinen Kollegen Chris Orrick und Lars Thomas kam Shuker zum Schluss, dass Stellers Seerabe vermutlich ein albinistischer Kormoran war. Gegebenenfalls könnte es sich auch um einen (weißen) Vogel gehandelt haben, der dem Kormoran lediglich dem Körperbau nach ähnlich war.

Ausschlaggebend dafür war eine Erkenntnis von Lars Thomas: Demnach wurde der Kormoran im deutschsprachigen Raum früher als Seerabe bezeichnet.

 

 

Kormoran
Typischer Habitus eines Kormorans

 

 

In heutigen Wörterbüchern findet sich dieses Synonym für den Kormoran nicht mehr. Sucht man aber etwa nach Einträgen in älteren Lexika wie „Meyers Großes Konversations-Lexikon“, wird man doch fündig. Dadurch bestätigt sich Thomas‘ Vermutung klar. Alternativ kann laut den entsprechenden Einträgen neben dem Kormoran auch der Basstölpel „Seerabe“ genannt werden.

 

Warum der Kormoran als Seerabe bezeichnet wurde, ist aus den Wörterbüchern nicht ersichtlich. Vorstellbar sind aber vor allem zwei Möglichkeiten: Zunächst einmal sieht ein Kormoran mit etwas Fantasie durch sein schwarzes Gefieder und seinen nach unten gekrümmten Schnabel leicht rabenartig aus. Außerdem stand er als Fischfresser in Konkurrenz zu Fischern – ganz so wie der Rabe in Konkurrenz zu Landwirten steht.

 

Basstölpel
Basstölpel im Flug

 

Warum der Basstölpel trotz seines hellen Gefieders auch als „Seerabe“ bezeichnet wurde, ist dann schon weniger klar. Hier kann allenfalls eine (tatsächliche oder vermeintliche) Konkurrenz zu den Fischern eine Rolle spielen.

 

So kann man auch nicht mit Sicherheit sagen, welche Vogelart Steller gemeint haben könnte: Bezeichnete er den Seeraben als weiß, weil er einen Tölpel meinte? Oder beschrieb er ihn so, weil er einen Kormoran mit abnormaler Gefiederfarbe zu erkennen glaubte?

 

Versuch einer Artbestimmung des „Seeraben“ nach dem Ausschlussverfahren

Nach dem Sprachgebrauch früherer Jahrhunderte kommen jedenfalls zwei Arten als „Seeraben“ in Frage. Wenn die Verbreitung und das Aussehen (evtl. abgesehen von der Gefiederfarbe) dieser Art sich mit Stellers Beschreibungen deckt, ist sie wahrscheinlich mit dem Seeraben identisch.

 

Beringsee bei Alaska
Beringsee bei Alaska

 

War es ein Kormoran?

Zunächst einmal soll überprüft werden, ob denn Stellers Seerabe tatsächlich ein (albinistischer) Kormoran gewesen sein kann. Voraussetzung dafür wäre, dass die Art 1741/1741 auf der Beringinsel heimisch war.

 

Brillenkormoran

 

So kommt nur eine einzige Art in Betracht: Das Verbreitungsgebiet um 1850 ausgestorbene Brillenkormoran erstreckte sich tatsächlich auch über die Beringinsel. Dieses „auch“ stellt zugleich aber den Grund dar, warum der Seerabe wohl kein Brillenkormoran war. Die Art lebte daneben auch auf Kamtschatka, sodass Steller eigentlich mit ihr vertraut sein musste. Allenfalls die Gefiederfarbe könnte ihn noch verwirrt haben.

 

 

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Der Dolch der Raben
Teil 1: Die Chroniken von Gomodil

Schwerverletzt überlebt die fünfjährige Sesania als Einzige einen brutalen Überfall, bei dem ihre Eltern getötet werden. Ein in ihrem Stiefel versteckter Brief ist das Einzige, was ihr bleibt. Sie wächst als Waise in den Armenvierteln der Hafenstadt Torea heran. Doch schon bald holt sie ihr Schicksal ein und Sesania muss sich dem Erbe ihres Vaters stellen.

 

Mit Der Dolch der Raben hat Erfolgsautor Andreas Thiel eine neue Fantasy-Saga geschaffen, die „Games of Thrones“ gleichkommen kann. Der erste Band „Die Chroniken von Gomodil“ wird sehnsüchtig erwartet. Für den 1. Mai angekündigt, verschiebt sich das Erscheinungsdatum vermutlich in den Juni. Bei Amazon kann man es vorbestellen, es wird dann mit dem Erscheinungstag geliefert.

 

Das Taschenbuch hat 350 Seiten, es soll auch für den Kindle erscheinen.

 

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Nun stellt sich dieselbe Frage für den Basstölpel.

Mit dieser Art kann Stellers Seerabe ganz eindeutig nicht identisch sein. Der Basstölpel ist nämlich weder in Russland, noch auf den aleutischen Inseln, noch in den westlichen USA heimisch. Damit Steller doch ein Exemplar auf der Beringinsel hätte sichten können, müssten schon zwei unwahrscheinliche Zufälle zusammentreffen müssen. Zunächst hätte das Tier irgendwie lebend tausende Kilometer abseits seines Verbreitungsgebietes auf der Insel ankommen müssen. Und dann hätte noch Steller genau diesen einen Vogel beobachten müssen. Das würde seine Verwunderung und die Fehlidentifikation erklären – realistisch ist diese Hypothese aber eher nicht.

 

Im Übrigen finden sich keine weiteren Arten von Tölpeln oder Kormoranen, die auf den aleutischen Inseln leben bzw. gelebt haben.

 

Sonnenaufgang über dem Beringmeer
Sonnenaufgang über dem Beringmeer

 

Man kann nun natürlich noch dutzende Vögel vorschlagen, die möglicherweise eine vage Ähnlichkeit mit Kormoran oder Basstölpel aufweisen. Wer das versucht, fischt aber völlig im Trüben. Eindeutig identifizierbar scheint Stellers Seerabe also nicht mehr zu sein.


Stellers Bestiarium

 

Die Einleitung erschien am 21. April 2022

 

Teil 2 befasst sich mit den bekanntesten nicht-kryptiden Arten aus Stellers Bericht und erschien am 28. April 2022

 

Dieser Teil betrachtet „Stellers Seerabe“

 

Der nächste Teil zum Thema „Stellers Riesenwolf“ erscheint am Donnerstag, den 19. Mai 2022

 

Beim Titelbild handelt es sich um eine Fotomontage.




Der jährliche Fischregen in Honduras


Eine Anmerkung vorab: Dieser Artikel über den Fischregen von Honduras ist auf Anregung eines engagierten Nutzers entstanden. Leider hatte ich schnelle Erledigung versprochen, was nur eine Recherche in den „normal zugänglichen“ Internetquellen bedeutet. Zahlreiche Quellen sind auf spanisch, so dass ich auf einen Übersetzer angewiesen war. Dazu kommt, dass viele Quellen einfach nur von einander abschreiben.

Eine tiefergehende Recherche zum Fischregen ist in Arbeit, Experten sind kontaktiert.

Es kann also sein, dass ich diesen Artikel in der nächsten Zeit ein weiteres Mal schreibe, dann mit neuen Daten.

 


Fischregen

Fischregen gehört zu „diesen Phänomenen“, die immer gerne in Büchern über Übernatürliches erwähnt werden. Dort wird gelegentlicher Fischregen als Einzelereignis durch irgendwelche lokalen Wetteranomalien erklärt, die „so gut wie nie“ vorkommen, aber in diesem Fall dann eben Fische regnen ließen.

Wir hatten in den letzten Jahren von einem Fall in Texas und einem in Indien berichtet, die unterschiedliche Wetterlagen als Ursache hatten.

 

 

Der Ort Yoro liegt als Hauptort im gleichnamigen Departemento in der Nord-Zentralregion von Honduras. Diese Gegend ist selbst im Vergleich zu anderen Landschaften in dem mittelamerikanischen Land trotz fruchtbarer Täler und produktivem Getreideanbau verarmt. Tatsächlich bekannt ist die Stadt für den Fischregen.


Am Anfang steht eine Legende

Wie so oft in sehr religiösen Gebieten steht am Anfang einer Geschichte eine Legende. Diese bezieht sich auf eine relativ konkrete Vergangenheit in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts. Seit 1854 lebte José Manuel Subirana auf einer Missionsstation bei Yoro, wo er auch starb und in der lokalen Kirche begraben wurde. Er traf auf freundliche und gottesfürchtige Leute, so die Legende. Aber sie litten das ganze Jahr über unter Hunger und Nahrungsmittelknappheit. Pater Josè Manuel hatte Mitleid mit der Bevölkerung und beschloss, Gott um Hilfe zu bitten.

Drei Tage betete und fastete Subirana, in der Hoffnung, dass Gott sich den Menschen aus Yoro erbarme. Schließlich zogen dunkle Wolken und ein Sturm auf. Es begann, neben heftigem „normalen“ Regen, kleine, silberne Fische zu regnen.

 

Dies ist die erste Aufzeichnung eines Phänomens, das wiederkehrt und heute als „Lluvia de peces“, Fischregen bekannt ist.

 

Religiöse Darstellung der Lluvia de pesces, des Fischregen
Religiös-naive Darstellung der Lluvia de pesce (Netzfund ohne Autor)


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Jungleland

Eine mysteriöse verlorene Stadt, ein Spion des 2. Weltkrieges und die wahre Geschichte eines tödlichen Abenteuers

 

„Es begann mit einem Tagtraum vom Dschungel…“

 

Am 6. April 1940 kämpfte der Entdecker und zukünftige Spion des Zweiten Weltkriegs, Theodore Morde (der eines Tages versuchen würde, Adolf Hitler zu ermorden), aus Angst vor der gefährlichen Reise, die vor ihm lag, im Hotel „Paris“ in La Ceiba, Honduras, darum, einzuschlafen. 

 

Fast siebzig Jahre später fragt sich der gefeierte Journalist Christopher S. Stewart im selben Hotel, worauf er sich da eingelassen hat. Stewart und Morde suchen bei ihren Aufgaben dieselbe Antwort: die Lösung des Rätsels um den Verbleib der Ciudad Blanca, das irgendwo tief im Regenwald an der Mosquito Coast begraben liegt. Entdecker, die sich ein riesiges und makelloses El Dorado vorstellten – wie eine Stadt, die vollständig aus Gold besteht, versuchten bereits der spanische Konquistador Hernán Cortés, die sagenumwobene Weiße Stadt zu finden. Andere haben sich auf die Suche nach hohen weißen Klippen und gigantischen Steintempeln gemacht – niemand hat eine Spur gefunden.

 

Jungelland ist 2013 erschienen. Es wurde als Gebundenes Buch, Taschenbuch, fürs Kindle und als Hörbuch veröffentlicht.

 

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Gut 100 Jahre später, wieder prominenter Besuch

In den 1970ern besuchte ein Team der National Geographic die Gegend. Honduras hatte gerade den heißen Teil des „Fußballkrieges“, einer militärischen Auseinandersetzung mit dem Nachbarstaat El Salvador beenden können. Das Land stand zu dieser Zeit unter erheblichem innenpolitischen Druck. Neben den Kriegsfolgen gab es beständige Reibereien zwischen den Gewerkschaften und Bauernorganisationen auf der einen Seite und Großgrundbesitzern auf der Anderen. Ständig wechselnde Regierungen konnten ebenfalls nicht für Stabilität sorgen.

 

Das Team der National Geographic konnte den Fischregen selbst nicht miterleben. Man hatte sich wie bei einem „gewöhnlichen Unwetter“ in Häuser zurückgezogen. Erst als der Regen und Sturm vergangen waren, konnten sie Fische auf dem Boden beobachten. Mitgleder des Teams gaben an, dass die Tiere blind und unpigmentiert seien.

Nach aktuellem Recheche-Stand wurde kein Artikel veröffentlicht.

 

Der Fischregen findet ziemlich regelmäßig statt, jedoch nicht jedes Jahr. Wenn er kommt, dann im Mai oder Juni. Vor dem Fischregen tobt ein Sturm über Yoro, der normalerweise mit heftigem Regen einhergeht. Nach den veröffentlichten Beobachtungen dauert dieses Unwetter etwa 3 Stunden und ist so heftig, dass niemand freiwillig vor die Tür geht. Flaut der Sturm ab, liegen mehr oder weniger große Mengen Fisch auf dem Boden. Niemand hat bisher fallende Fische fotografisch dokumentiert. War es früher ein einmaliges Ereignis, wurde in den letzten Jahren der „Lluvia de peces“ gelegentlich zweimal beobachtet.


Die „Lluvia de peces“ als Volksfest

Bild vom Umzug des Fischregen-Festes
Das Volksfest ist trotz starkem Regens ein wichtiger und ausgelassener Anlass (Netzfund ohne Autor und Datum)

 

Ein mehr oder weniger regelmäßig vorkommendes Event wie die „Lluvia de peces“, bei dem es zudem kostenloses Essen gibt, bietet sich natürlich als Anlass für ein Volksfest an. Dieses Fest beinhaltet eine Art Erntedankfest mit einem karnevals-ähnlichem Umzug. Zahlreiche Beteiligte sind als Fische verkleidet. Einer der Höhepunkte ist die Wahl der Miss Fischregen oder Senorita Lluvia de Peces. Sie ist traditionell als Meerjungfrau verkleidet und präsentiert sich auf einem der Umzugswagen.

Bei diser Veranstaltung wird als typische Speise frittierter Fisch angeboten. Es handelt sich hierbei nicht um die „geregneten“ Fische.

 

Das Festival ist touristisch sehr bekannt, da es eines der weltweit wenigen regelmäßig wiederkehrenden göttlichen Wunder feiert. Auf diese Weise lockt es im tiefreligiösen Mittelamerika zahllose Besucher in das kleine Yoro. Die Stadt wurde daraufhin so bekannt, dass die Leute sagen „Ich komme aus Yoro, der Stadt des Fischregens“.


 

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Geigerzähler oder Strahlungsmessgerät

Dieser Geigerzähler misst nicht nur Röntgen,- Beta- und Gammastrahlung, er dient auch aus persönliches Dosimeter und gibt be einer akuten Strahlenbelastung rechtzeitig Alarm.

Das Gerät ist mit einem USB-Ladekabel und einem ausführlichen Handbuch ausgerüstet, aber auch intuitiv verständlich. Durch eine eingebaute Leuchte kann er in radonhaltigen Höhlen und Kellern ohne externe Beleuchtung eingesetzt werden – und wer weiß, was sich der Mann in Moskau noch einfallen lässt. Mit diesem Gerät ist man gerüstet.

 

Der Geigerzähler ist handlich und wiegt nur 200 g.

 

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Der Fischregen als Fake aus China…

Die Berichte über die Lluvia de peces im Netz sind erstaunlich zahlreich. Leider sind die meisten von ihnen schlecht oder gar nicht bebildert. Noch schlimmer ist, wenn die Autoren und Redakteure irgendwelche Bilder von Fischen auf dem Land einbauen. Bei der Recherche zu diesem Artikel konnte ich das öfters feststellen:

Lluvua de peces Fake
Dieses Bild hat sich als Fake erwiesen. Webfund ohne Autor

Dieses Bild wird öfters als Beleg für die Lluvia da pesce herangezogen. Zunächst machten mich die vier gewaltigen Wohntürme im Hintergrund stutzig. Was sollen diese Gebäude in einer mittelamerikanischen Kleinstadt von 25.000 Einwohnern? Da geht ja fast die ganze Bevölkerung rein. Dann sehen die Menschen nicht gerade mittelamerikanisch aus.
Schließlich war die Straße der Punkt, der mich überzeugte: Achtspurige, asphaltierte Straßen mit breiten Bürgersteigen und Alleebäumen gibt es – wenn überhaupt – wohl nur in der Hauptstadt. In Honduras herrscht Rechtsverkehr, genau wie in Deutschland.

 

Lässt man das Bild durch eine Reverse-Bildersuche laufen, erhält man bald die passenderen Infos hierzu: Das Bild ist 2015 in Guizhou, China aufgenommen worden. Ein LKW, in dem lebende Welse transportiert wurden, hatte einen Unfall. Es zeigt, wie Einheimische Fische für ihr Essen auf der Straße sammeln.

… und Polen

Ähnliches gilt für dieses Bild:

Auch kein Lluvia de pece, Kein Fischregen, sondern ein Unfall
Auch kein Lluvia de pece

Das Foto ist in Westpolen entstanden. Es zeigt die Folgen eines Unfalls, als ein LKW-Fahrer vergaß, die Tür seines LKW-Aufbaus richtig zu schließen. Etwa 25 Tonnen Fisch landeten auf der Straße.

 

Ebenso auffällig ist, welchen Blödsinn die einzelnen Webseitenbetreiber von einander abschreiben. Yoro als Stadt selber hat mitnichten 93.000 Einwohner. 2020 wurde die Einwohnerzahl von der Regierung auf 25.600 geschätzt. Das gleichnamige Departemento hat ungefähr 63.000 Einwohner. Wo die Zahl herkommt, ist unbekannt.

Und: Yoro liegt in Luftlinie etwa 73 km von der Karibikküste entfernt, keine 200 km, wie öfters angegeben.


Kommt der Fischregen tatsächlich jährlich vor?

Wir konnten folgende Daten für Fischregen festhalten:

  • 1980
  • 2006
  • 25. und 26. Februar 2010
  • 21. Mai 2014 im Dorf Yoreno
  • 13. Juni 2015
  • ca. 24. Juni 2016
  • 22. Mai 2017
  • 16. Juni 2018
  • 24. September 2019
  • 2020
  • 5. Juli 2021

Bisher keine Erklärung für den Fischregen

Obwohl das Ereignis seit 50 Jahren der Weltöffentlichkeit bekannt ist, gibt es keine allgemein anerkannte Erklärung für das Phänomen. Die Menschen in der kleinen Stadt betrachten die Fische als Gottesgabe. Sie werden nicht verkauft, aber Familien, die viele Fische sammeln konnten, verschenken sie an weniger Glückliche.

 

„Es ist ein Geheimnis von Gott, unserem Herrn. Es ist gesegnet, denn es kommt von unserem Himmel.“, antwortete ein evangelikaler Pastor aus Honduras auf die Frage eines Journalisten. In der Kryptozoologie ist eine solche Antwort eher nicht zufriedenstellend.

 

Die Ausganglage

Einige Fakten rund um die Lluvia de peces werden immer wieder berichtet, andere sind durch offizielle Stellen beobachtet und werden verfolgt wie das Wetter oder Erdbeben.

 

  • Die Lluvia de peces findest meist im Juni statt, aber auch andere Zeiten sind möglich
  • Im April/Mai hat die Trockenzeit ihren Höhepunkt, in den Folgemonaten nimmt der Regen langsam zu. Es gibt aber eine Anomalie im Juni, die mit stärkeren Regenfällen einhergeht:

    Niederschlagsmengen in Yoro
    Durchschnittliche Tagesniederschläge in Yoro in mm. Man sollte hierbei allerdings beachten, dass 60 mm Regen (April) in Berlin nur in 3 Monaten im Jahr überschritten werden. In Yoro ist es allerdings viel wärmer.
  • Dem Fischregen geht ein starkes Gewitter mit heftigen Regenfällen voraus. Die Regenfälle dauern etwa 45 Minuten bis 3 Stunden. Dies ist für tropische Gewitter typisch.
  • Niemand hat die Fische fallen sehen, sie sind immer am Ende eines Starkregenereignisses einfach nur da.
  • Die Fische liegen nicht überall auf dem Boden, den Dächern usw. Ursprünglich erschienen die Fische häufig in den Vierteln „El Pantano“, Las Colinas und Las Brisas, aber seit 1997 begann tauchten sie in den Dörfern im Inneren des Departements auf, wie kürzlich im Dorf „El Medio“ (leider ohne Jahresangabe).
  • Der El Pantano bildet im Winter eine Lagune, die auch im April und Mai zu bestehen scheint, im Sommer aber austrocknet.
  • Bei Yoro gibt es einen Vulkan und Thermalquellen.
  • Bei den Fischen handelt es sich um Süßwasserfische.
  • Ob die Arten in der Region bekannt sind oder nicht scheint unklar. Die Quellen hierzu halten sich die Waage, was bei der starken Abschreiberate im Netz keine sichere Aussage sein muss.
  • Die Fische sind unverletzt, leben aber nicht mehr lang, auch wenn man sie birgt und in ein Aquarium setzt.
  • Ein Großteil der Fische liegt nicht einfach so auf dem Boden, sondern wird in Pfützen und temporären Bächen gefunden, wie auch das Video zeigt:


 

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Darwin in der Stadt – Die rasante Evolution der Tiere im Großstadtdschungel

Amseln sind größer, dicker und lauter als ihre Artgenossen draußen im Wald und haben jede Scheu vor Menschen, Hunden und Katzen verloren. Regenwürmer kommen bestens zurecht in verdreckter Innenstadterde. Motten fliegen nicht mehr ins Licht. Gras gedeiht prächtig auf zinkdurchsetztem Boden. Und Kojoten warten an Ampeln. Tiere legen ererbte Verhaltensweisen ab. Man kann Evolution in Echtzeit beobachten, und das mitten in der Stadt. Das ist das große Wunder, das in diesem Buch gewürdigt wird.

 

Darwin in der Stadt ist 2018 bei dtv erschienen und hat als gebundenes Buch 368 Seiten. Es ist zudem für den Kindle erhältlich.

 

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Erklärungsversuche

Unterirdische Höhlen

Diese Erklärung lieferte National Geographic, als sie 1970 das Phänomen untersuchten. Die Autoren gehen davon aus, dass die Fische in unterirdischen Höhlensystemen leben, die durch kräftige Niederschläge geflutet würden. Dadurch gelangen die Fische an die Oberfläche und in Überschwemmungsgebiete. Bei abfließendem Wasser bleiben einige zurück, die dann als Fischregen interpretiert werden.

Kurzcheck:

  • Honduras hat zahlreiche Höhlen. Über Größe, Ausdehnung und Wasserführung ist allerdings so gut wie nichts bekannt. Höhlenbewohnende Fische sind aus diesem Land nicht bekannt.
  • Wasserführende Höhlensysteme müssten auch nach zwei Monaten Trockenzeit einen ziemlich niedrigen Wasserstand haben. Dass sie danach bei einem einzigen Starkregenereignis „überlaufen“ ist um so unwahrscheinlicher, weil das in der Regenzeit nicht beobachtet wird.

Über den Aufenthalt der National Geographic Mitarbeiter gibt es keine zugängliche Publikation. Alles, was im Netz steht, scheint auf Hörensagen und Abschreiben der selben Meldung zu basieren.

Wasserhose

Eine klassische Erklärung ist ein Tornado, der über ein Gewässer zieht und dabei Wasser und die darin enthaltenen Tiere nach oben saugt. Er wird dann auch als Wasserhose bezeichnet. Dort werden sie oft einige hundert bis mehrere tausend Meter verweht, bevor sie herunterfallen.

 

 

Tornado
Ein Tornado über dem Meer

 

 

Kurzcheck:

  • Tornados sind in Mittelamerika wegen der gebirgigen Lage eher selten.
  • Ein wiederkehrender Tornado, der jedes Jahr den selben Weg einschlägt, wäre in der Meteorologie eine Sensation. Hier würden sich jedes Jahr Dutzende Tornadojäger einfinden, um das Phänomen zu beobachten und Messungen durchzuführen. Das ist offensichtlich nicht der Fall.
  • Ein Tornado hinterlässt eine Schneise der Verwüstung. Diese ist nicht auszumachen. Sie wäre um so deutlicher sichtbar, wenn er jährlich käme.
  • Wasserhosen reißen alle Fische des aufgesaugten Wasserkörpers mit sich und verteilen sie dann. Es kann zwar zu einer kleinen Selektion kommen (kleine Fische bleiben länger in der Luft als große), aber meist fallen sie in bunter Mischung auf den Boden. Die Fische der Lluvia de pece sind aber beinahe artrein und immer die selben Arten.
  • Eine Wasserhose würde die Fische wahllos verteilen und sie nicht gezielt in diesem El Pantano-Sumpf abwerfen.
  • Die Fische würden durch Sog beim Aufstieg bereits verletzt, der Aufprall auf den Boden schädigt sie weiter oder tötet sie. Die Fische der Lluvia sind in der Regel unverletzt.

 

Sonstige Wetterphänomene

Die „Lluvia de peces“ findet im späten Mai oder v.a. im Juni statt. Gewitter finden während der gesamten „Sommerhälfte“, also zwischen Mai und Oktober sehr regelmäßig in den Nachmittags- bis Nachtstunden statt. Sturm hingegen ist ein seltenes Phänomen. Ab der 2. Maihälfte ist es im Land besonders windstill. Eine vorherrschende Windrichtung gibt es nicht.

 

Starkregen
Starkregen

 

Insgesamt schein Yoro nicht der Ort für ungewöhnliche Wetterphänomene zu sein, sieht man von kurzen, kräftigen Niederschlägen im Peak der Trockenzeit ab.

 

Kurzcheck

  • Es gibt in Yoro keine ungewöhnlichen Wetterlagen, bei denen Winde Fische aus Gewässern herausheben und an anderer Stelle abregnen lassen könnten.

Überschwemmung

lokale Überschwemmung
Eine lokale Überschwemmung eines flachen Ufers. So großflächig wird es in Yoro wegen der steilen Berge kaum möglich sein.

 

So ganz möchte ich die Möglichkeit einer lokalen Überschwemmung nicht außer Acht lassen. Die Böden sind im April und Mai durch die geringe Regenmenge ziemlich ausgetrocknet. Kommt dann im Juni ein einzelnes Starkregenereignis hinzu, fließt sehr viel Wasser oberflächlich oder durch Spalten ab und landet schnell in den Bächen. Diese steigen schnell an, fallen aber auch schnell wieder ab.

Für die lokale Bevölkerung ist dies vermutlich so normal, dass sie es kaum erwähnen.

Laichwanderung

Auch Laichwanderungen kommen für die Lluvia de peces in Frage. In den Tropen sind solche Ereignisse oft mit Schwankungen im Wasserstand verbunden. Ein hoher Wasserstand zieht die Fische auseinander, so dass für alle genug Laichsubstrate vorhanden sind. Die Eier und Jungfische verteilen sich in geringer Dichte über einen großen Raum. Fressfeinde können nicht alle erwischen. Gleichzeitig bieten überschwemmte Wiesen und Weiden oft eine Menge Jungfischfutter. Zunächst Einzeller, dann Insekten- und Krebslarven.

 

Oft wird die Laichbereitschaft durch ausreichende Ernährung und durch einen Zeitgeber geschaffen. Ein weiterer externer Trigger löst dann die Wanderungsbewegungen aus, die schließlich zum Laichgeschäft führen.

 

Laichwanderung
Vor allem Lachse sind für ihre Laichwanderungen bekannt, aber auch viele andere Fische machen so etwas.

 

Kurzcheck:

 

  • Gewitter, also eine Kombination aus Luftdruckabfall, Abkühlung und Regen löst bei vielen Fischen die Laichwanderung oder das Ablaichen selber aus.
  • Ein Gewitter mit Starkregen könnte nach einer Trockenzeit tatsächlich so etwas auslösen.

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Gibt es Geisterschiffe wirklich? Die Wahrheit hinter den Meeres-Mythen

Monsterwellen, die sich aus dem Nichts auftürmen und sogar Ölplattformen verschlingen; Frachter, die blitzschnell in die Tiefe gerissen werden; Geisterschiffe, Riesenkraken und Seeschlangen – alles nur Seemannsgarn? Nein, das gibt es wirklich! Heute, mit den Methoden moderner Wissenschaft, weiß man mehr. Sensoren, Satelliten und Tiefsee-U-Boote helfen, die – bisweilen schauerliche – Wahrheit hinter den Legenden ans Licht zu bringen. In seiner spannenden Mischung von Fakten und Anekdoten enthüllt Olaf Fritsche, was man über das geheime Innenleben der Meere inzwischen herausgefunden hat.

 

Gibt es Geisterschiffe wirklich? ist 2018 bei Rowohlt erschienen und hat als Taschenbuch 320 Seiten. Es ist auch für den Kindle erhältlich.

 

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Was sind das für Fische?

Will man den Ursprung der Fische feststellen, ist die Artbestimmung der wichtigste Punkt. Handelt es sich um Salz- oder Süßwasserfische?

 

Bereits in den Jahren vor 1961 und 62 haben die Techniker Andrade Edgardo Zuniga (Honduras) und Martin Rossemblat (U.S.) im Auftag des National Weather Service of Honduras das Phänomen untersucht.Die Experten berichteten, dass einige Menschen in der Umgebung von Yoro bereits Tage vor dem Fischregen Fischschwärme gesehen hätten, die gegen die Strömung anstiegen.

Sie fandan damals nur Fische, die als „boat fishes“ oder „peces lancha“ bezeichnet wurden. Die Tiere sind nicht blind, normal pigmentiert und zeigen nach ihrem Erscheinen keine Verletzungen.

 

Diese „boat fishes“ sind in der Gegend gut bekannt und weit verbreitet. Sie werden dort ähnlich wie Sardinen genutzt und oft so bezeichnet.

 

Beiden Namen kann heute keine Fischart zugeordnet werden.

 

Jungfische
Jungfische in flachem Wasser

 

Lluvia de pesces am 13. Juni  2015: Fotos von Welsen

Vom Lluvia de pesces am 13. Juni  2015 gibt es gute Bilder. Sie zeigen unter anderem Welse, die lokal als Chuntes bekannt sind. Wissenschaftlich handelt es sich dabei um die Arten Rhamdia laticauda und R.quelen. Diese Welse gehören zur Familie Heptapteridae, die von Südamerika bis rauf nach Mexiko verbreitet ist. Sie ähneln den Antennenwelsen (Familie Pimelodidae) und Kreuzwelsen (Ariidae). Ihre Haut ist schuppenlos, die Fettflosse ist sehr lang und die Schwanzflosse tief gespalten.Die Tiere tragen immer drei Bartelpaare. Beide Arten erreichen in der Regel Längen von 25 bis 30 cm, sehr große R. quelen sollen 45 cm und 4 kg erreichen können. R. quelen wirken insgesamt deutlich massiger, als die sehr schlanken R. laticauda.

Wie die meisten Welse leben die Arten aus Honduras ausschließlich im Süßwasser, in Bodennähe größerer und kleinerer Gewässer.

 

Rhamdia-Wels bei der Lluvia d pesces
Ein Rhamdia-Wels ´, den ein Einwohner nach der Lluvia d pesces aufgesammelt hat. Netzfund ohne Autor

 

In Honduras gibt es noch eine dritte Rhamdia-Art: R. guatemalensis. Sie bewohnt jedoch die pazifische Abdachung des Landes, jenseits der Wasserscheide und ist in der Nähe von Yoro nicht zu erwarten. Diese Art bleibt deutlich kleiner als R. quelen und erreicht nur 300g.

 

Von keiner der drei Rhamdia-Arten ist eine blinde Höhlenform bekannt, ebenso wird keine in bekanntem Maß in Aquakultur gehalten, so dass sich Albino-Formen etablieren könnten. Jungtiere bis knapp Handlänge können jedoch je nach Gewässer hell gefärbt sein. Sie haben aber immer dunkle Augen und gelegentlich einen dunklen Längsstreifen.

 

Rhamdia-Welse
Mehrere Welse derselben Art, vermutlich Rhamdia laticauda auf einem Teller. Netzfund ohne Autor

 

Lluvia de peces am 24. September 2019: Fotos von Salmlern

Vom „Lluvia de peces“ in den frühen Morgenstunden des 24. September 2019 gibt es ebenfalls Bilder. Sie zeigen hauptsächlich etwa 6 bis 10 cm lange, hauptsächlich silberne, beschuppte Fische, die eine Fettflosse tragen. Wer sich ein wenig mit Fischen auskennt, weiß, dass Fettflossen nur bei wenigen Knochenfischen auftreten. Die oben bereits genannten Welse haben sie, die Lachsartigen und die Salmler. Da Welse keine Schuppen und dafür Barteln tragen, fallen sie bei der Identifikation aus. Lachsartige kommen natürlich in den Tropenregionen nicht vor, in Honduras gibt es nur ausgesetzte Regenbogenforellen. Auch sie sind nicht die Fische auf den Bildern.

 

Beute der Lluvia de peces
Ein ganzer Korb voll Fisch. Nur die Arten lassen sich schwer bestimmen. Netzfund ohne Autor

 

Bleiben „nur“ Salmler. „Nur“, weil Salmler die Tropen und Subtropen Süd- und Mittelamerikas mit mindestens 1900 bekannten und möglicherweise ebenso vielen unbeschriebenen Arten bewohnen. In vielen Ländern, in denen sie vorkommen, dominieren sie die Süßgewässer.

 

Eine ähnliche Dominanz hatte ich auch in Honduras erwartet. Hier fehlt jedoch die für Südamerika typische Artenfülle. Im ganzen Land sind nur vier Salmlerarten registriert, eine davon, Colossoma macropomum, der Pacu wurde zu Aquakulturzwecken eingeführt.

 

Zwei der Salmler
Zwei der Salmler (Netzfund ohne Autor)

Die Salmler sind nicht weiter bestimmbar

Der nähere Abgleich mit Bildern führte mich dann jedoch nicht weiter. Die wenigen charakteristischen Merkmale, die auf den Bildern erkennbar sind, zeigt keine aus Honduras bekannte Salmlerart: Großes Auge, erkennbar tief gezogener Brustbereich bei eher flachem Rücken, tief angesetzte Brustflossen, vollständige heller erster Strahl der Afterflosse vor rotem Zeichnungselement, rautenförmiger Schwanzfleck, dunkler Rücken, silbrige Seite ohne deutliche Zeichnungselemente, große Schuppen.

 

Weitere Salmler
Weitere Salmler, hilft das Bild bei der Bestimmung? (Netzfund ohne Autor)

 

Eine genaue Bestimmung ist schwierig, da hierzu ein Bild von den Kieferzähnen der Tiere notwenig wäre. Das gibt es aber verständlicherweise nicht. So kommen Fische der Gattungen Astyanax und Brycon in Frage. Astyanax sind in Mittelamerika weit verbreitet, aber bisher wurden sie nie in Honduras nachgewiesen. Brycon sind mit Brycon guatemalensis in Honduras heimisch. Falls es sich um diese Art handelt, dann mit Sicherheit um Jungfische, denn erwachsene Tiere liegen meist zwischen 20 und 40 cm, können aber auch größer werden.

Schlussfolgerung aus der Fischbestimmung

Bei den Fischen, die im Lluvia de peces auf Yoro herabregnen, handelt es sich nicht um Meeresfische, sondern um Süßwasserfische.

Die Tatsache, dass niemand dokumentieren konne, wie Fische vom Himmel fallen, lässt reichlich Raum für Spekulation. Fallen die Fische möglicherweise gar nicht, sondern wandern sie über Land? Kommt es zu kurzzeitigen Überschwemmungen, die die Fische dann auf dem Land zurücklassen?

 

Da hier (mindestens) zwei ökologisch sehr unterschiedliche Fischarten dokumentiert wurden, sind beide Möglichkeiten eher unwahrscheinlich. Bei den Rhamdia-Welsen ist eine Wanderung über nasses Land im Rahmen des Glaubhaften – auch wenn sie meines Wissens noch nirgendwo dokumentiert wurde. Für die Salmler kann ich sie ausschließen. Sowohl die Astyanax– wie die Brycon-Arten sind auf dem Land so unbeholfen wie der sprichwörtliche Fisch ohne Wasser.

Laichwanderungen?

Eine kurzfristige Überschwemmung von Uferbereichen, in denen zahlreiche Insekten und Würmer leben, könnte für beide Arten attraktiv sein. Kaum ein Fisch kann es sich leisten, eine solche Nahrungsquelle ungenutzt zu lassen. Fließt das Wasser dann zu schnell ab, bleiben die Fische auf dem Trockenen zurück. Jede der genannten Gattungen bzw. in Frage kommenden Arten wird so eine Chance nutzen, möglicherweise auch zum Laichen.

 

Dies bringt mich zwanglos zur Überlegung, ob hier eine Laichwanderung die Ursache sein könnte. Ausgerechnet die in Frage kommenden Salmler-Gattungen Astyanax und Brycon sind dafür bekannt, dass einige Arten Laichwanderungen durchführen. Ob das auch in Yoro passiert, ist unbekannt.

 

 

Was ist mit den blinden Fischen?

Die National Geographic soll von von blinden, pigmentarmen Fischen berichtet haben. Keines der im Netz sicher der Lluvia de peces zugeordneten Bilder zeigt einen solchen Fisch. Höhlenfische sind aus Honduras und Guatemale keine bekannt. In Mexiko gibt es die Höhlenformen von Astyanax, A. jordani und A. hubbsi. Beide werden als Blinde Höhlensalmler bezeichnet. Beide Arten kommen aber 1500 km nordwestlich von Yoro vor, noch dazu in Höhlen, die keine größeren Öffnungen nach Außen haben.


Forschungsmöglichkeiten

Die Lluvia de peces findet nahezu jährlich statt. Der Staat Honduras und die region Yoro laden herzlich dazu ein, hieran teilzunehmen. Da mit dem Fischregen meist Ende Mai bis Mitte Juli zu rechnen ist, sollte man etwa 40 bis 60 Tege vor Ort einplanen.

 

Für Privatreisen nach Honduras ist kein Visum, aber ein Reisepass erforderlich. Die Großstädte gelten seit Jahren mit als unsicher, Grund sind rivalisierende Jugend- und/oder Drogenbanden. In Kleinstädten wie Yoro ist dies nur in geringerem Maße zu erwarten. Dennoch sollten die üblichen Vorsichtsmaßnahmen, auch bei Reisen über Land getroffen werden.

Hotels, die für „Westliche“ akzeptable Zimmer bieten, sind bereits ab 35 € zu bekommen, Streetfood ist ebenfalls günstig. Ein längerer Forschungsaufenthalt in Yoro wird also weitaus weniger ins Geld gehen, als ein solcher in Oregon oder Tasmanien. Bedenken sollte man aber das lokale Klima. Die hohen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit in Mai, Juni und Juli liegen nicht nu für Europäer teils jenseits der Erträglichkeit, auch die Eihnheimischen ziehen sich dann zurück.

 

Neben der derzeit vollständigen Covid-Impfung sollten Immunisierungen gegen Hepatitis, Typhus, Tollwut und Tetanus in Betracht gezogen werden. Der Yoro nächstgelegene internationale Flughafen ist San Pedro Sula (SAP), etwa 150 km von Yoro entfernt.

 

Vorsicht!

Eine gewisse Vorsicht sollte auch bei den freundlichen Einheimischen gewahrt bleiben. Sie genießen nicht nur das Wunder Pater Subiranas. Auch die Tatsache, dass sich hier ein göttliches Wunder reproduzierbar und damit touristisch nutzbar ereignet, gibt vielen Menschen Arbeit.

Daher besteht bei vielen Einwohnern nicht nur kein Bedarf an einer naturwissenschaftlichen Klärung, sie würde vermutlich sogar das Geschäft zerstören. Touristinnen und Touristen, die der Lluvia de pece auf den Grund gehen wollen, sollten das also nicht zu offen kommunizieren.

 


Quellen:

Froese, R. and D. Pauly. Editors. 2022. FishBase.
World Wide Web electronic publication.
www.fishbase.org, version (02/2022).

 

Witterung von Yoro aus laenderdaten.info

 

Fotos von Carlos Diaz, Honduras is great,

 

Wikipedia zu Salmlern und zur Welsfamilie Heptapteridae

 

NY Times vom 16.07.2021

 

Sowie folgende Blogs:




Neues Loch Ness-Video, der Beweis…?

Der Beweis für was? Daily Mail und The Guardian schreiben, dass einige Beobachter behaupten, das sei seit Jahren der beste Beweis. Der Beweis für die Existenz eines Monsters in Loch Ness.

Wir haben das Video analysiert und bewerten es. Zunächst sei es aber jedem Leser ans Herz gelegt, das Video selbst anzusehen und sich die eigene Meinung zu bilden:

 

 

 

 

Das Video ist aus einem Ferienhaus oberhalb des Urquhart Castle am Loch Ness aufgenommen. Es zeigt nach Meinung der Filmer etwas großes, das sich teils oberhalb und teils unterhalb der Wasseroberfläche bewegt.

Gary Campbell, der seit 26 Jahren das offizielle Loch Ness Monster Register führt, hält dies für das beste Video von Nessie seit Jahren.

 

Was soll dieses Video?

Diese Frage habe ich mir zunächst tatsächlich gestellt. In den ersten gut 45 Sekunden sehe ich außer der schlecht gefilmten Aussicht nichts bemerkenswertes auf dem Screen. Danach zeigt sich im hellen Bereich des Wassers eine V-förmige Welle, die langsam nach bildlinks wandert und schließlich nach unten abdreht. Hieraus ergibt sich ein größerer Bereich unruhigen Wassers, das wars.

 

Screenshot des neuen Loch Ness Videos

 

Screenshot des neuen Loch Ness Videos

 

Screenshot des neuen Loch Ness Videos

 

Screenshot des neuen Loch Ness Videos

 

Screenshot des neuen Loch Ness Videos
Screenshots des neuen Loch Ness Videos zeigen die Entwicklung der Welle

 

Offenbar glauben die beiden anonymen Urheber, dass der Bereich innerhalb des Vs zu einem größeren Wesen gehört. Obwohl sie nach eigenen Angaben nur die Landschaft genießen wollten und Nessie sie nicht sonderlich interessierte, waren sie schnell mit einer solchen Interpretation dabei.

 

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Was ist davon zu halten?

Viel ist auf dem Video nicht zu sehen. Die hintereinander gezeigten Screenshots lassen die Entwicklung der Welle besser erkennen. Ja, irgendwas verursacht die Welle. Andeutungsweise ist auch etwas schwarzes in der Spitze des Vs zu sehen.

 

Aber: Der Bereich zwischen den auseinander strebenden Bugwellen gehört nicht zu einem Tier, das unter der Oberfläche schwimmt. Es ist völlig normal, dass sich Wellen auf der Oberfläche eines nahezu spiegelglatten Sees genau so fortpflanzen:

 

Boot im Meer
Dieses Boot zeigt die V-förmige Ausbreitung der Wellen deutlich

Unser Autor Ulrich Magin hat zum Thema „Kielwellen als Seeungeheuer“ vor ziemlich genau zwei Jahren einen Beitrag verfasst, der nichts in seiner Aktualität eingebüßt hat.

 

Die geringe Größe des „Verursachers“ lässt mich auf einen Zwergtaucher, aber auch einen Kormoran oder eine Krähenscharbe schließen. Letztere tauchen teilweise nur mit dem Kopf und Hals auf, wenn sie schon längere Zeit im Wasser unterwegs waren.

 

Um auf die Anfangsfrage zurück zu kommen: Das Video könnte also ein Beweis für Wasservögel auf dem Loch Ness sein.

 


Quellen:

ano: The Loch Ness monster video: „The best footage in decades!“ or another log? ;The Guardian Web vom 2.5.2022, abgerufen am 4.5.

Storrar, Krissy: Is THIS video proof Nessie exists? ‚Best footage for 20 years‘ shows legendary Loch Ness Monster swimming beneath the waters, couple who filmed it claim ; Mail online vom 29.4.2022, abgerufen am 4.5.




Stellers Bestiarium 2: Die bekanntesten Nicht-Kryptiden

Steller beschrieb (oder erwähnte zumindest) in seinen Schriften eine sehr große Anzahl von verschiedenen Tieren. Die kryptozoologisch besonders relevanten Sichtungen während seiner Reise zwischen Russland und Amerika sollen später noch gesondert behandelt werden. Dieser erste Abschnitt soll dagegen einen kurzen Überblick über diejenigen Tiere verschaffen, die Steller während oder nach seiner beschrieb: Seeotter, Seelöwen und Seebären. Stellers Seekuh wird hier noch ausgespart, da ihr ein eigener Abschnitt gewidmet wird.

 

Stellers Seelöwe

Zu Stellers – dem Namen nach – bekanntesten Entdeckungen dürfte neben seiner Seekuh auch Stellers Seelöwe zählen. Im Gegensatz zur erstgenannten überlebt die letztgenannte Art bis in die heutige Zeit. Ihre Population nimmt allerdings ab.

 

Steller beschreibt das Tier in seinem Werk „De Bestiis Marinis“ (Von den Meerestieren). Eine detaillierte Beschreibung nahm er 1742 auf der Beringinsel vor.

 

Stellers Seelöwe
Stellers Seelöwen-Bulle

 

Dem Naturwissenschaftler schien die hohe Aggressivität des Tieres seine herausragendste Eigenschaft zu sein. So beschreibt er, dass es selbst erfahrene Jäger nicht wagten, den Seelöwen offen oder überhaupt im Wasser anzugreifen. Stattdessen bejagten sie bevorzugt ruhende Tiere aus dem Hinterhalt.

 

Beringmeer
Die Beringsee vor Kamtschatka

 

All das wusste Steller wohl aber lediglich vom Hörensagen. Er selbst schreibt nämlich, dass die Tiere ihn weitgehend ignorierten. Selbst als er einige ihrer Jungen tötete, um sie untersuchen zu können, griffen ihn die älteren Tiere nicht an. Steller vermenschlichte die Tiere insofern, als dass er ihnen daher emotionale Kälte vorwarf.

 

Eine weitere Eigenschaft erwähnt Steller kurz: Fleisch und Fett von Stellers Seelöwen sind schmackhaft, die Haut lässt sich gut verarbeiten.

 

Kolonie von Stellers Seelöwen
Eine Kolonie von Stellers Seelöwen. Historische Aufnahme, gemeinfrei.

 

Sonst beschreibt Steller die Lebensgewohnheiten von Stellers Seelöwen nur spärlich. Dabei bezieht er sich hauptsächlich auf das Paarungsverhalten und die Aufzucht der Jungen. So erwähnt er die polygame Lebensweise der Tiere. Besonders fiel ihm auch auf, dass die Tiere nicht alle ihre Kolonien zur Aufzucht von Jungen nutzten. Während dieser Zeit halten sie laut dem Naturwissenschaftler von durch den Menschen besiedelten Gebieten eher fern.

 

Solche Beobachtungen waren möglich, weil Steller diese Seelöwenart bereits kannte. Sie kam auch auf Kamtschatka vor. Überhaupt muss man an dieser Stelle anmerken, dass Steller mit Ausnahme von Stellers Seekuh kein Tier aus „De Bestiis Marinis“ erstbeschrieben hat. Er selbst erwähnt darin immer ältere Berichte.

 

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Kamtschatka – Land aus Feuer und Eis

Ein klassischer Reisebildband im neuen quadratischen Look. Kamtschatka, nur eineinhalb Flugstunden von Alaska entfernt, ist ein Glücksfall für Menschen, die unberührte Natur suchen. Während der Sowjetzeit war das Grenzland aus militärischen Gründen für ausländische Besucher nicht zugänglich. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass die Region kaum erschlossen wurde und so eine wilde, unberührte Natur erhalten blieb. Sie ist auf Grund der vielen Vulkane, geothermalen und seismischen Aktivitäten immer in Bewegung. Kamtschatka liegt am Feuerring , einer Kette von Vulkanen, die den Pazifischen Ozean umschließt. Entlang dieser Linie kommt die Erde nie zur Ruhe. Kamtschatka ist also ein Stück konservierte Natur, das auf die heutige Zeit prallt.

 

Land aus Feuer und Eis hat 200 Seiten im beeindruckenden Quadratformat und ist 2015 im Verlagshaus Würzburg erschienen.

 

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Stellers Seelöwe

  • Systematik: Raubtiere (Carnivora), Hundeartige (Caniformia), Robben (Pinnipedia), Ohrenrobben (Otariidae)
  • Name Eumetopias jubatus, Stellers Seelöwe, Stellerscher Seelöwe
  • Größte Ohrenrobbenart, Männchen über 3 m lang und bis 1100 kg schwer, Weibchen bis 240 cm und 300 kg.
  • Wird selten in Zoos gehalten, im deutschsprachigen Raum nur um 1976 in Hamburg (Hagenbeck), aktuell u.a. in Harderwjik (NL) und Cambron-Casteau (B).
  • Bestand nach starkem Einbruch zwischen 1960 und 1980 stabil bis wachsend. Möglicherweise starke natürliche Bestandsschwankungen.

Der Seebär

Neben dem Seelöwen schreibt Steller in „De Bestiis Marinis“ auch von einem Tier, dass er als „Seebären“ bezeichnete. Diese Bezeichnung ist ähnlich ungenau, wie die des Seelöwen. Es könnten theoretisch mehrere Arten gemeint sein. In der Praxis muss es sich um den Nördlichen Seebären handeln. Diese Art ist im Beringmeer heimisch.

 

Stellers Seebär
Nördlicher Seebär-Bulle. doch deutlich anders als Stellers Seelöwe.

 

Steller selbst erkannte, dass es sich um eine eigene Art handeln musste. Zwar waren auch auf der Südhalbkugel Seebären bekannt. Steller schloss aber aus, dass sie mit den auf der Beringinsel gesichteten Tieren identisch waren. Derartig weite Wanderungen konnten die Populationen unmöglich unternehmen.

 

Stellers Beschreibungen nach suchen auch die nördlichen Seebären die Beringinsel auf, um dort ihre Jungen zu gebären und diese die ersten Monate über aufzuziehen. Er sagt diesen Tieren aber einen ungleich liebevolleren Umgang mit ihren Jungen nach, als Stellers Seelöwen.

 

Seebären
Nördliche Seebären, ein Bulle mit Harem

 

Ebenso wie die Seelöwen beschreibt Steller auch den nördlichen Seebären als kampfbereit. Als bösartig stuft der Naturwissenschaftler sie aber nicht ein. Besondere Beharrlichkeit im Kampf sollen die besonders alten Seebären bewiesen haben.

 

Meer mit Packeis
Das Beringmeer mit Packeis

 

Eine Beschreibung auch aus wirtschaftlichen Gründen

Die Zähigkeit der Tiere war nicht nur von zoologischer, sondern auch von praktischer Bedeutung: Steller war völlig bewusst, dass etliche seiner Leser Jagd auf die Tiere machen wollten. So beschreibt er auch verschiedene Jagdmethoden – sowohl die der aleutischen Bevölkerung als auch die ungleich primitiveren der eigenen Mannschaft.

 

Eine weitere Eigenschaft, die man nicht eben von einem Seebären erwarten würde, hebt Steller auch besonders hervor: Die Tiere können ausgezeichnet klettern. Natürlich schwingen sie sich nicht von Baum zu Baum – nicht, dass es auf der Beringinsel überhaupt Bäume gäbe -, aber sie können selbst die steilsten Klippen erklimmen.

 

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In einem selbstgebauten Kanu aus Birkenrinde will der Arzt und Journalist Dirk Rohrbach den legendären Yukon bewältigen, den Fluss, der im Goldrausch zur Legende wurde. 3000 Kilometer lang ist die Strecke von den Quellseen in Kanada quer durch Alaska bis zum Beringmeer. Auf seiner dreimonatigen Reise durch nahezu unberührte Natur sucht Dirk Rohrbach auch die Begegnung mit den Menschen am Yukon. Die fünfteilige Dokumentation begleitet ihn durch den wilden Norden Amerikas.

 

3000 km Yukon ist auf DVD erhältlich, jedoch nur noch gebraucht. Die fünfteilige Reihe läuft 2 Stunden und 10 Minuten.

 

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Nördlicher Seebär

  • Systematik: Raubtiere (Carnivora), Hundeartige (Caniformia), Robben (Pinnipedia), Ohrenrobben (Otariidae)
  • Name Callorhinus ursinus, Nördlicher Seebär
  • Größte Ohrenrobbenart, Männchen über 2 m lang und 180 bis 270 kg schwer, Weibchen etwa 140 cm und bis 50 kg.
  • Wird selten in Zoos gehalten, aktuell in Deutschland nur in Hannover.
  • Galt Pelzjägern als die wertvollste Robbe, zu Stellers Entdeckung gab es mindestens 4 Millionen Tiere, um 1900 waren die meisten Kolonien vernichtet und der Bestand auf 130.000 bis 300.000 Tiere auf den Pribilof-Islands geschrumpft. Ab 1911 wirksame Schutzmaßnahmen, erneuter Anstieg auf 2,5 Millionen Tiere in den 1940ern, seit dem langsamer, aber ständiger Bestandsrückgang, 1983 Stopp des kommerziellen Fangs, dennoch sinken die Zahlen weiterhin. Möglicher Grund: Überfischung der Beringsee.

 

Der Seeotter

Stellers Einleitung zum Kapitel „Der Seeotter“ liest sich weniger wie zoologische Abhandlung und mehr wie eine Anleitung für Pelzhändler. So beschreibt Steller, welche Seeotter wann die beste Fellqualität bieten. Auch einen Abriss über den Handel und Verarbeitung der Seeotterfelle bietet er.

Passend dazu werden auch alle Jagdmethoden aufgelistet, die in der damaligen Zeit gängig waren. Im Winter liefen die Pelzjäger in Schneeschuhen über das Packeis und erschlugen die Tiere mit Keulen. Im Sommer jagte man sie dagegen hauptsächlich mit Speeren und Netzen zu Wasser.

 

Seeotter
Seeotter im Kenai Fjord by G, Frank Peterson CC 2.0

 

Nach diesen Schilderungen über mehrere Seiten widmet sich Steller schließlich der Lebensweise dieser Art:

Darin fand sich ein auffälliger Unterschied zu den Seelöwen und Seebären: Im Gegensatz zu diesen wandern die Seeotter nicht absichtlich. Sie bleiben ihr Leben lang auf der Insel, gar dem Strand ihrer Geburt. Lediglich im Winter werden sie öfters auf Eisschollen in andere Regionen abgetrieben.

Auch ganz im Gegensatz zu Seelöwen und Seebären beschreibt Steller die Otter als monogam. Auch, dass sie ihre Jungen mit einem Jahr verhältnismäßig lange säugen, hebt Steller hervor. Steller hielt diese Tiere – wiederum stark vermenschlichend – für besonders liebevoll und fürsorglich gegenüber ihren Jungen.

 

Seeotter mit Baby
Natürlich konnte Steller beobachten, wie sehr Seeotter-Mütter ihre Kinder umsorgen. Foto by Michael L. Baird CC 2.0

 

Ansonsten gibt Steller hauptsächlich an, was heutzutage über den Otter wohlbekannt ist. So erwähnt er etwa die Neigung der Tiere, auf dem Rücken zu schwimmen. Auch eine gewisse Scheu der Jungtiere vor dem Wasser wird beschrieben.

 

Weniger bekannt dürfte in der heutigen Zeit dagegen der Umgang der Tiere mit menschlichen Jägern sein: So versuchen sie zunächst, vor ihrem Verfolger zu flüchten. Wenn das trotz ihrer enormen Wendigkeit misslingt und sie angegriffen werden, stellen sich die Otter vielfach tot. Nur, wenn ein Jungtier fortgetragen wird, verfolgen die Mütter den Jäger.

 

Passenderweise endet das Kapitel, wie es begonnen hat: Nach einem kurzem Lob auf die Fleischqualität des Seeotters widmet sich Steller wieder den Pelzen. Er erklärt nämlich, wie diese durch die Kamtschatken traditioneller Weise gegerbt werden.

 

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Das Otter-Schlafshirt

Seeotter gehören zu den wenigen Wildtieren, die man als Mensch in ihrem Lebensraum schlafen sehen kann. Wieso kein Schlafshirt mit einem Otter drauf? Und zwei Otter sind besser als einer!

Das „Offizielle Otter Schlafshirt“ gibt es für Damen, Herren und Kinder in reiner Baumwolle oder in Baumwolle-Polyester-Mischung in vielen Farben und in Größen von 92 bis 3XL.

Wir wünschen angenehme Ruhe, aber erst nach dem Lesen des Beitrages.

 

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Seeotter

Seeotter

  • Systematik: Raubtiere (Carnivora), Hundeartige (Caniformia), Marderverwandte (Musteloidea), Marder (Mustelidae), Otter (Lutrinae)
  • Name Enhydra lutris, Seeotter
  • Sehr große Marderart, kann 150 cm Länge (incl. 30 cm Schwanz) erreichen, Männchen wiegen bis 40 kg, Weibchen bleiben kleiner und leichter.
  • Wird selten in Zoos gehalten, in Deutschland noch nie.
  • Galt als extrem wertvolles Pelztier, aber bereits 1799 mussten in Russland erste Schutzmaßnahmen erlassen werden. Alleine in Alaska wurden bis zum Ende der Jagd 1911 800.000 Tiere getötet. Nach 1911 galt der Seeotter als ausgestorben, 1915 wurden einzelne Tiere beobachtet, 1938 wurden sie „offiziell“ wieder entdeckt.
  • Für ein Fell wurde 1903 in London 1100 US$ bezahlt, nach heutigem Gegenwert 35.000 US$.

Stellers Bestiarium

Die Einführung erschien am 21. April 2022

 

Dieser Teil befasst sich mit den bekanntesten nicht-kryptiden Arten aus Stellers Bericht

 

Der 3. Teil zu „Stellers Seerabe“ erscheint am Donnerstag, den 12. Mai 2022




Stellers Bestiarium 1: Einführung

Das Frühjahr 1742 war angebrochen und die Anstrengungen der Gestrandeten erreichten ihren Höhepunkt. Nachdem der Winter überstanden war, gab es nur noch Eines: Die Flucht von der menschenleeren Beringinsel. Aus den Überresten des Schiffs wurde ein neues Gefährt angefertigt und man trug Proviant zusammen, um die Rückfahrt nach Kamtschatka überstehen zu können.

 

Morgenruhe am Lagerplatz Steller
Die Sonne geht am Lagerplatz von Stellers Truppe auf. Noch liegt die Schaluppe ruhig am Ufer…

 

Und in all dem Trubel war ein Mann, der seelenruhig Aufzeichnungen über Tiere aller Art anfertigte: Georg Wilhelm Steller. Zugegeben, auch er trug seinen Teil zur Rettung der Mannschaft bei. Daneben blieb aber auch Zeit genug für Naturbeobachtungen.

 

Die zweite Kamtschatka-Expedition

Die zweite Kamtschatka-Expedition war eine direkte Folge der ersten Kamtschatka-Expedition von 1728 – 1730. Damals erforschte der Däne Vitus Bering, der als Offizier in der russischen Marine diente, die Küste im Osten Sibiriens. Er konnte zwar mit Kap Deschnjow den östlichsten Punkt Asiens entdecken, besuchte die östlich gelegenen Diomedes-Inseln, konnte jedoch aufgrund schlechten Wetters das nicht einmal 40 km entfernte Amerika nicht sichten.

Damit war die wichtigste Frage, ob es eine Landverbindung von Russland nach Amerika gibt, weiterhin ungeklärt. Bering selbst schlug der Akademie der Wissenschaften eine größer aufgestellte Expedition vor.


Ziel der zweiten Kamtschatka-Expedition

Primäres Ziel der Expedition war die Vermessung der Küstenlinien des russischen Reiches, der Ausbau eines Hafens in Ochotsk und die Suche von Seewegen nach Japan und Nordamerika. Gleichzeitig erhofften sich Zarin Anna Iwanowa und die Akademie die Erforschung und Erschließung sibirischer Bodenschätze und weitere wirtschaftliche Nutzung Sibiriens.

Sibirien
Vor der ersten Kamtschatka-Expedition war Sibirien Teil Russlands, aber in Moskau und St. Petersburg weitgehend unbekannt.


Drei Expeditionsgruppen

Anders als bei der wesentlich kleineren ersten Expedition bestand nun auch akademisches Interesse am Osten des Russischen Reiches. So sandte die Petersburger Akademie der Wissenschaften gleich drei Gruppen mit unterschiedlichen Aufträgen aus:

Nordküste Sibiriens
Die Nordküste Sibiriens war bis dahin nicht kartografiert und auch klimatisch unbekannt: Gab es hier die Möglichkeit einer sicheren Passage?

 

Die nördliche Gruppe sollte die nördliche Küste zwischen dem Weißen Meer und dem Fluss Anadyr in Ostsibirien erforschen, vermessen und kartieren. Eine Karte der Nordküste stellte die Grundlage für die Beantwortung der Frage nach einer sinnvollen Nordost-Passage zwischen Europa und dem Pazifik.

 

Karte Ostsibiriens
Die Karte der Küstenlinien Ostsibiriens war eines der wichtigsten Erfolge der Expedition,

 

Die pazifische Gruppe unter Bering bestand aus zwei Abteilungen. Berings Abteilung sollte das legendäre, nördlich von Japan gelegene „João-da-Gama-Land“ suchen, vermessen und kartieren und von dort aus nach Osten bis Nordamerika vordringen. Die zweite Abteilung unter Martin Spangberg sollte von Ochotsk aus einen Seeweg nach Japan und China erkunden.

 

 

 

Die akademische Gruppe sollte die Tier- und Pflanzenwelt sowie die Bodenschätze der bereisten Gebiete erforschen. Sie wurde von ausländischen Professoren an der Akademie der Wissenschaften angeführt: Johan Gmelin, Naturforscher, Chemiker und Botaniker, Gerhard Friedrich Müller, Geograf und Historiker sowie Louis De l’Isle de la Croyère, einem Astronom.
Diese Gruppe reiste mit schwerem Gepäck aus zahlreichen Lehrbüchern und wissenschaftlichen Instrumenten. Als sehr sinnvoll zeigte sich die Entscheidung, den Studenten Krascheninnikow vorauszuschicken. Er sorgte für Quartiere, legte botanische Gärten mit einheimischen Wildpflanzen an, beobachtete das Wetter, die Tiden des Meeres, sammelte Tiere, Strandgut, Pflanzen und Steine und führte Studien zu den mehreren einheimischen Völkern durch.

 

Ungewöhnliche Pfingstrose Paeonia anomala
Die Ungewöhnliche Pfingstrose wurde auf der Expedition entdeckt – und so vieles mehr.

 


Stellers Rolle

Stellers Gruppe, die „nördliche Abteilung der pazifischen Gruppe“ ließ 1737 bei Ochotsk zwei Paketboote bauen, die erst 1740 zu Wasser gelassen werden konnten. Sie tauften sie auf die Namen St. Peter und St. Paul. Die St. Peter wählte Bering zu seinem Flaggschiff, so dass Steller hier einquartiert wurde. Sie konnten die Existenz des legendären „João-da-Gama-Land“ widerlegen und segelten nach abgeschlossenem ersten Auftrag am 23. Juni 1741 nach Nord-Nordost. Ein Sturm trennte die beiden Schiffe.

 

Bereits am 26. Juli sichtete die Mannschaft der St. Peter Land, Alaska. Vier Tage später, am 30.Juli 1741 durfte Steller auf der Kayak-Insel an Land gehen und für 10 h die Natur Nordamerikas erforschen. Dabei sammelten er und wenige Begleiter 180 Pflanzen und u.a. einen Diademhäher. Dieser überzeugte Steller, tatsächlich in Amerika zu sein. Zudem fand man eine kürzlich verlassene Feuerstelle, Reste einer Mahlzeit und eine Art Vorratskeller mit geräuchertem Fisch und mehreren Gebrauchsgegenständen.

 

Diademhäher, Stellers Hilfe
Der Diademhäher ist ein auffälliger Vogel

 

Am folgenden Morgen verlies die St. Peter die Kayak-Insel wieder und kartographierte 14 Tage lang die Küste Alaskas. Dabei brach Skorbut auf dem Schiff aus. Bald kam auch schlechtes Wetter hinzu und das Wasser wurde knapp. Am 15 November 1741 stieß die Mannschaft auf die später so benannte Beringinsel, wo mehrere Expeditionsteilnehmer, auch Vitus Bering selbst starben. Der  Rest der Mannschaft überlebte den Winter in Erdhütten. Steller verabreichte mit aufkommendem Frühling grüne Kräuter und behandelte so den Skorbut. Aus den Resten der St. Peter zimmerten sie ein neues Boot. Am 24. August 1742 erreichte es mit 45 Mann sowie der Sammlung Stellers nach 13 Tagen auf See Petropawlowsk.


Bewertung der Expedition

Die Zweite Kamtschatka-Expedition wurde zeitgenössisch als grandioser Erfolg gefeiert. Insbesondere die Tatsache, dass sie stattfand und die naturkundlichen Ergebnisse wurden zigfach gewürdigt. Viele der Reiseberichte und die gesammelten Daten unterlagen jedoch der Geheimhaltung und durften nicht veröffentlicht werden.

 

Die eigentlichen Ziele hat die Expedition nur teilweise erreicht. So konnten die Kartographen tatsächlich eine vollständige Küstenlinie des Russischen Reiches zeichnen. Das „João-da-Gama-Land“ konnten Bering und seine Leute als Legende entlarven. Jedoch hatte sich der Traum einer wirtschaftlich nutzbaren Nordostpassage nicht erfüllt. Zu dicht kam das Polareis an die russischen Nordküsten heran.


„Politische“ Probleme

Die Forschungen zur Geschichte, Botanik und die Landesbeschreibung Sibiriens waren beispielhaft. Da der Russische Staat den wirtschaftlichen Wert Sibiriens nicht an potenzielle Eroberer wie China, Frankreich und England (die beide in Nordamerika starke Kolonien hatten) herausgeben wollte, unterlagen alle Aufzeichnungen einem Publikationsverbot. Erst nach Freigabe durch die Zensurbehörde durften wissenschaftliche Arbeiten publiziert werden.

 

Sowohl Müller als auch Gmelin hatten fundamentale Arbeit geleistet. Müller gilt bis heute als „Vater der Geschichtsschreibung Sibiriens.“

Gmelin
Johann Georg Gmelin, 1709 – 1755 (Portrait von 1744)

Gmelin gelang es, seine botanischen Ergebnisse in vier Bänden zu veröffentlichen, von denen zwei zu seinen Lebzeiten erschienen. Er erwähnt 1178 Arten und bildet knapp 300 als Kupferstiche ab. Insbesondere seine Erkenntnisse zur Geobotanik haben ihn zum Mitbegründer dieser Wissenschaft werden lassen. Die Veröffentlichung war insbesondere in Europa ein großer Erfolg, in Russland verstieß er jedoch gegen das Publikationsverbot, so dass Gmelin hier bis heute als nicht vertrauenswürdig gilt.

 

Stepan Krascheninnikow, der der akademischen Abteilung voraus gereist war, erhielt nach Rückkehr sofort eine Professur an der Akademie der Wissenschaften. Die Veröffentlichung seiner „Beschreibung des Landes Kamtschatka“ 1755 erfolgte jedoch post mortem.

 

Steller wurde kritischer beurteilt. Seine Aufzeichnungen waren teilweise verloren gegangen oder böswillig vernichtet worden. Dennoch gelang es Johann Benedict Scherer, seine Aufzeichnungen unter dem Titel „Beschreibung vom Lande Kamtschatka“ zu veröffentlichen. Kritisch gesehen wurde seine darin geäußerte Stellungnahme gegen die Unterdrückung der einheimischen Iteimenen durch die Kosaken. Dies brachte ihn an den Rande eines Prozesses wegen Hochverrates.

 

Peter Simon Pallas stieß bei der Vorbereitung seiner 1768 bis 1774 durchgeführten Zentralsibirien-Exkursion auf Stellers Aufzeichnungen und wertete sie erstmals systematisch aus. Hieraus folgten zahlreiche Veröffentlichungen, die das Bild und die Kenntnis über das Leben Stellers deutlich verbesserten. Erst 2001 wurde im Archiv der Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg ein bis dahin unbekanntes Notizbuch Stellers entdeckt und ausgewertet.

 

Steller als Arzt bei Vitus Bering

Vitus Bering
Virus Bering, Rekonstruiertes Kunstwerk

Zeit für Naturbeobachtungen hatte der Wissenschaftler zuvor kaum gehabt. Zwar sollte er Tiere und Pflanzen beschreiben und war deswegen – und weil er Arzt war- überhaupt erst Mannschaftsmitglied der St. Peter unter dem Kapitän Vitus Bering geworden. Doch im Laufe der Überfahrt von der russischen Halbinsel Kamtschatka bis nach Alaska und der Rückfahrt bis zur Strandung auf der Beringinsel waren Steller nur wenige Landgänge vergönnt. Bering und seine Offiziere hielten ihn davon ab, wohl, weil der Naturwissenschaftler ihnen lästig war.

 

Diese Einstellung beruhte auf Gegenseitigkeit. Auch Steller zeigte sich in seinem Reisetagebuch wenig erfreut vom seinen Begleitern. Er hielt aber in diesem Tagebuch nicht nur die beinahe schon alltäglichen Querelen mit den Offizieren fest. Daneben notierte er hier auch immer wieder Naturbeobachtungen – knappe zwar, aber nichtsdestotrotz interessante.

 

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Georg Wilhelm Steller: Beschreibung von dem Lande Kamtschatka

Bei diesem Buch handelt es sich um eine überarbeitete Neuauflage von Stellers Original-Werk, das er 1737 in Jakustsk herausgegeben hat. Es ist das populärste Buch Stellers, und seine 6. Neuauflage.

 

Beschreibung von dem Lande Kamtschatka“ hat in dieser Auflage 280 Seiten und ist gebunden.

 

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So ist es ein großes Glück, dass die Selbstrettung von der Beringinsel letztlich gelang und sich Steller unter den Überlebenden befand. Sonst nämlich wären sein Reisetagebuch und sein zoologisches Werk „De Bestiis Marinis“ der Nachwelt nicht erhalten geblieben. Beide dieser Werke schrieb er noch auf der Reise, bzw. während seines erzwungenen Aufenthaltes auf der Beringinsel nieder.

 

 

 

Diese beiden Bücher wiederum bieten reichlich Material für den interessierten Kryptozoologen. Neben etlichen heute noch lebenden Tieren und Stellers Seekuh, die kurz nach ihrer Entdeckung ausstarb, finden sich nämlich noch kryptozoologische Rätsel. Das bekannteste davon dürfte Stellers Seeaffe sein, doch auch zwei weitere Kryptide sollen nachfolgend besprochen werden.

 

Georg Wilhelm Steller

Geburtshaus von Georg Wilhelm Steller
Das Geburtshaus von Georg Wilhelm Stöller in Windsheim. Foto by Gliwi CC BY SA 4.0

Georg Wilhelm Stöller wurde am 10. März 1709 in der Freien Reichsstadt Windsheim in Mittelfranken geboren. Er war das vierte Kind in einer Familie des unteren Mittelstands. Sein Vater Johann Jakob Stöller war Kantor am Gymnasium und Organist an der Stadtkirche.
Georg Wilhelm besuchte das Gymnasium und studierte zunächst Theologie in Wittenberg. Später studierte er in Leipzig, Jena und Halle (Saale) Medizin und Botanik. Das war damals keine ungewöhnliche Kombination, da Leichen nur im Winter frisch gehalten werden konnten und sich so das Studium der Anatomie auf das Wintersemester beschränkte. Im Sommer wurde dann Botanik studiert. Später hielt er als Privatdozent Vorlesungen in Botanik. 1734, im Alter von 25 Jahren wurde er als Arzt examiniert.


Exodus nach Russland

Da Stöller schnell feststellte, dass er ohne Protegé und eigene finanzielle Mittel in Preußen keine Chance auf eine akademische Karriere hatte, schloss er sich der russischen Armee als Wundarzt an. Da die Russen „Stöller“ nicht aussprechen konnten, änderte er seinen Namen in Steller. So gelangte er mit einem Lazarettschiff nach St. Petersburg. Dort lernte er den Erzbischof Feofan Prokopowitsch kennen, der ihn als Gönner in die gelehrten Kreise der Stadt einführte. Dies hatte bald Erfolg. 1737 wurde er zum Adjunkten (wiss. Hilfskraft ohne Lehrtätigkeit) der Naturwissenschaften der Petersburger Akademie der Wissenschaften ernannt. Im gleichen Jahr ernannte man ihn zum Mitglied der Großen Nordischen Expedition. Für diesen Job war er nahezu ideal: Er war gut ausgebildet, ohne dass der russische Staat etwas in ihn investiert hatte. Gleichzeitig hatte er noch keinen besonderen Ruf. So war er ein potenzieller Aktivposten, dessen Verlust nicht sehr schmerzen würde.

 

Petersburger Akademie
Die St. Petersburger Akademie der Wissenschaften

 

So wurde Steller dem bekannten Professor Johann Georg Gmelin unterstellt und nach Kamtschatka geschickt. Kurz vor seiner Abreise heiratete er die Witwe des deutschen Sibirienforschers Daniel Gottlieb Messerschmidt, Brigitte Helene, geb. Böchler. Doch bereits auf dem Weg nach Sibirien – in Moskau – trennte sich das Paar wieder.

 

Steller: Zeichnung einer Kamtschadischen Hütte
Steller war nicht nur ein hervorragender Beobachter, sondern auch den Naturvölkern gegenüber aufgeschlossen. Dies unterschied ihn von vielen Zeitgenossen. Zeichnung einer Winterhütte auf Kamtschatka

 

Schon auf der Reise führte Steller Feldstudien u. a. in Botanik, Zoologie, Geologie und nicht zuletzt Ethnographie durch. Nach beschwerlicher Reise erreichte er sein Ziel Anfang Oktober 1740. In Kamtschatka traf der den russischen Studenten Stepan Petrowitsch Krascheninnikow, der schon seit 1737 vor Ort war.


Steller in Berings Mannschaft

Im Februar 1741 bat ihn Vitus Berings, ihn auf der geplanten Fahrt nach Amerika und der Kartierung des Nordpazifiks zu begleiten. Bering benötigte vor allem einen Schiffsarzt, eine Tätigkeit, die oft genug Zeit für naturwissenschaftliche Studien übrig ließ. 

 

Die Expedition begann am 15. Juni 1741, sie endete am 6. September 1742 in Petropawlowsk-Katschatski. Steller gehörte zu den wenigen Überlebenden. Er blieb noch drei Jahre in Kamtschatka, wo er seine naturwissenschaftlichen und ethnologischen Forschungen fortsetzte. 1744 wollte er mit 16 Kisten voller Sammlungsobjekte nach Petersburg zurückkehren. Im Frühjahr 1745 wurde er in Irkutsk angeklagt, er habe die Völker Ostsibiriens gegen die gottgegebene russische Herrschaft aufwiegeln wollen. Nach mehreren Monaten wurde Steller freigesprochen und brach fast sofort auf. In Irkutsk war Steller erkrankt, möglicherweise an Tuberkulose. So schaffte er es nur nach Tjumen, wo er am 23. November 1746 starb.


Stellers als Mensch

Georg Wilhelm Steller
Eines von zwei möglichen Portraits Georg Wilhelm Stellers

Auch wenn Georg Wilhelm Steller nur 37 Jahre alt wurde, hat er eine Vielzahl von Forschungsergebnissen hinterlassen. Seine Aufzeichnungen zeigen ein umfassendes Bild der Verhältnisse, sowohl auf seinen eigenen Forschungen wie auch der 2. Kamtschatka-Expedition. Ungewöhnlich und bemerkenswert dabei ist, dass Steller auch Stimmungen und seine eigene Meinung zu Begebenheiten aufzeichnete. So lassen seine Schriften ein für ihre Zeit ungewöhnlich rundes Gesamtbild erscheinen.

 

Ebenfalls ungewöhnlich für die Zeit war Stellers Respekt gegenüber den Kulturen der Ureinwohner. So erforschte er Ess- und Jagdgewohnheiten, Fortbewegungsmittel und die Heilkunde der Völker.

 

Nach dem Tod Berings und dem Abbruch der Reise hat sich Steller als genialer Survival-Experte erwiesen. Vermutlich konnte er viele Überlebenstechniken, die er bei indigenen Völkern Sibiriens kennengelernt hat, einsetzen. So konnte er 45 der vermutlich 75 Besatzungsmitglieder der St. Peter nach Petropawlowsk bringen.

 

Aufgrund seines frühen Todes und seiner relativen Armut im Vergleich zu vielen anderen Forschungsreisenden der Neuzeit ist von von Georg Wilhelm Steller möglicherweise kein Portrait überliefert. Es gibt zwei Bilddarstellungen, die den Anspruch haben, ihn darzustellen. Die abgebildeten Personen ähneln sich nicht sehr und keines der beiden ist Steller eindeutig zuzuordnen.


Mehr Forscher als Seemann, mehr Seemann als Soldat

Gleichzeitig galt Steller auch als schwieriger Charakter, der sehr pragmatisch dachte und sich selbst als Forscher sah. Als solcher wird er Probleme mit den Umgangsformen der Militärs gehabt haben. Steller war dafür berüchtigt, sich immer wieder Zeit für seine Studien zu ertrotzen, die von der Schiffsführung nicht vorgesehen waren. Dabei setzte sich Steller immer wieder auch gegen höher gestellte Offiziere durch, seine naturkundlichen Arbeiten erledigen zu dürfen.

 

Küste Kamtschatkas
An Kamtschatkas Küste

 

Als die St. Peter die Kayak-Insel entdeckte, hatte Bering dort nur Wasser fassen wollen. Mit der Drohung, Berings Verweigerung einer genaueren Untersuchung zu melden, ertrotzte sich Steller 10 Stunden auf der Insel. Sie sollten zu den produktivsten Stunden der gesamten Expedition werden. Im Streitgespräch mit dem Kapitän ließ er wohl fallen, dass man 10 Jahre der Vorbereitung nicht nur verwenden solle, „um amerikanisches Wasser nach Asien zu bringen“.
In seinen Aufzeichnungen stellte er später sarkastisch die 10 Jahre Vorbereitung und die 10 Stunden vor Ort ins Verhältnis.

 

Bei der Bewertung seiner Aufzeichnungen sollte man im Hinterkopf behalten, dass Steller von Bering kein hohes Ansehen hatte.

 

Dieser Artikel ist eine Zusammenstellung der kryptozoologisch interessanten Entdeckungen Stellers. Die einzelnen großen Sinnabschnitte stehen dabei für sich. Daher wird auch auf ein gemeinsames Fazit verzichtet.

 

Auf diese Weise werden zunächst die beiden weitgehend unbekannten Kryptiden unter Stellers Entdeckungen beschrieben – sein sogenannter Seerabe und ein möglicher Riesenwolf. Anschließend wird Stellers Seekuh besprochen, von der trotz ihres jähen Endes noch immer angebliche Sichtungsberichte bis in die Gegenwart hinein existieren. Zuletzt widmet sich der Artikel noch Stellers bekanntesten Kryptid: dem „Dänischen Seeaffen“.


Teil 2 des Beitrages: „Die bekanntesten Nicht-Kryptiden“ erscheint in 14 Tagen, am 5. Mai 2022.

 

Weitere Teile werden im 14-tägigen Abstand folgen.




Medium der Woche: das ZDF zum Thema Loch Ness

Das Monster von Loch Ness, kurz Nessie, ist sicherlich eines der bekanntesten Objekte der Kryptozoologie. So ist es auch kein Wunder, dass das ZDF sich in seiner Reihe „Mythen und Monster“ dem schottischen See und seinen vermeintlichen Bewohnern widmet.

 

In einer knappen 3/4 h wird hier das Monster und der dahinter liegende Mythos nach allen Regeln der Kryptozoologie besprochen.

 

 

Stele mit der Bezeichnung "Loch Ness", der See im Hintergrund
Loch Ness, ohne Nessie.

Ein klassischer Beginn

Zunächst muss die Protagonistin natürlich vorgestellt werden. Hierzu gibt es ein paar Animationen und Statements unterschiedlicher Menschen, zur möglichen Existenz oder Gefährlichkeit des Monsters.

Es folgt eine kurze Geschichte des Monsters bzw. der Monsterbeobachtung, startend bei Columban, geht über die Fotoaufnahmen der 1930er und dann schnell zur These des Plesiosauriers über. Die Doku folgt der Idee eine ganze Weile. Um diese Idee zu diskutieren, werden einige Beispiele gezeigt, die auch in der Kryptozoologie bekannt sind. Die Geschichten und Argumentationen sind ähnlich, wie im Netz.

Der Turm von Urquhart Castle am Loch Ness, hier soll sich Nessie am häufigsten rumtreiben
Der Turm von Urquhart Castle, hier soll sich Nessie am häufigsten rumtreiben

 

Als Unterstützung der Plesiosaurier-These wird die – gar nicht mal so nahe – Isle of Skye zitiert, auf der es tatsächlich fossile Fußabdrücke von Dinosauriern gibt. Und tatsächlich gab es fossile Überreste auf Skye, wenn auch nur in Form eines Zahns.

Schließlich gewinnen doch die Contra-Argumente und die Doku widmet sich anderen Optionen:

 

Die Entstehung von Loch Ness und weitere Bewohner

Der Legende nach gab es früher im Tal einen wundertätigen Brunnen, der immer abgedeckt werden musste. Als eine Frau dies vergaß, flutete das Wasser des Brunnens das Tal, Loch Ness entstand.

 

Bald folgt eine einfache limnologische Untersuchung des Sees. Das torfige Schwarzwasser verhindert den tiefen Einfall von Sonnenlicht, so dass am Boden des Loch tiefschwarze Nacht herrscht. Der See ist trotz seiner Größe wenig produktiv. Ein Wissenschaftler schätzt den Bestand auf 20.000 bis 40.000 Fische, die meisten davon sehr klein. Im Ness und an dessen Mündung gibt es wesentlich mehr Nahrung.

 

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Die neuste Studie zu See-Monstern in den USA und Kanada

„Für Mutige und Neugierige ist dieses Buch eine Schatztruhe des Unglaublichen.“ – Grady Harp, The San Francisco Review of Books.
Dreißig Fuß lang mit mehreren Höckern … Es schwamm so schnell wie das Boot … Dunkel in der Farbe, schlangenförmig im Aussehen … Es hatte einen pferdeähnlichen Kopf … Sein Hals ragte fünf oder sechs Fuß aus dem Wasser … Es bewegte sich in vertikalen Wellen …
Die Beschreibungen sind allzu häufig – die Augenzeugenberichte sind bemerkenswert konsistent. Es gibt Tausende von Berichten in den Vereinigten Staaten und Kanada von Menschen mit allen möglichen Hintergründen. Sie können sich nicht alle irren – irgendetwas lauert im Wasser. ABER WAS?

 

 

A Survey of Lake Monsters in the United States and Canada ist das neuste Werk von Denver Michaels. Die Taschenbuchausgabe hat 275 Seiten und ist am 2. März 2022 in englischer Sprache erschienen.

 

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Die Entstehung des Mythos

Die ersten Fotografien entstanden Anfang des 20. Jahrhunderts. In dieser Zeit waren Dinosaurier sehr populär, vor allem die ikonischen Plesiosaurier wurden immer wieder abgebildet. Das hat die Fantasie der Besucher beflügelt.

 

eine ruhige Wasserfläche mit wenigen Wellen, in der Mitte ein Gegenstand unbestimmbarer Größe, aus dem ein langer Fortsatz in einem flachen Bogen nach oben geht und dort wie abgeknickt wirkt
Das berühmte Nessie-Foto von Robert Wilson von April 1934.

Doch wer verbirgt sich hinter dem Mythos? Eine weitere typische Frage der Kryptozoologie: „Welche schottischen Süßwasserfische können zu Monstern heranwachsen?“ wird bearbeitet. Dankenswerterweise werden weder Riesenaale noch Welse erwähnt. Nur ein (fürs den Ness nachgewiesener) Stör wird vorgestellt.

Als schlangenähnlich werden Neunaugen und – jetzt doch- Aale vorgestellt. Zum Glück sagt der Sprecher, dass Aale hier bis zu 1,5 m lang werden können. Immernoch recht groß, aber keine Riesen.

 

Das Grey Picture soll das Loch Ness Monster zeigen
Das Originalbild von Hugh Grey

 

Was ist mit den Fotos?

Keiner der Fische oder eine Wasserschlange kann die buckelartigen Fotos erklären. Um sie zu erklären, wendet sich die Doku dem Meer zu und stellt kurz die Meeresungeheuer vor. Selbst ein Narwal wird dargestellt. Letztlich macht sich die Wissenschaftlerin, die am häufigsten vor der Kamera steht, auf den Weg in den Moray Firth kurz vor Inverness und fotografiert dort Seehunde oder Kegelrobben. Sie sind eine gute Erklärung für einzelne Buckel.

 

Wellen sind eine andere Erklärung für das Monster von Loch Ness. Um dies zu überprüfen, besuchen die Macher der Doku das Wellenlabor der Uni in Bangor, Wales. Sie zeigen unterschiedliche Wellenformen, die vielleicht auch als Tiere wahrgenommen werden.

 

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Mythen und Monster

Seit Tausenden von Jahren glaubten die Menschen an mythische Wesen – Drachen, Vampire oder Seemonster. Sie faszinieren uns noch heute. Aber woher kommen die Geschichten? Wie viel Wahrheit steckt hinter den Legenden? Und was können uns diese über die alten Völker erzählen, die diese Mythen erschaffen haben?

 

Mythen und Monster des ZDF ist mit allen zehn Folgen auch bei Amazon Prime erhältlich.

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Zum Schluss nach Island

Am Ende der Doku zeigen die Macher noch die Legende vom Lagarfjord, wo ein ganz ähnliches Ungeheuer die Einheimischen terrorisieren soll.

Auch hier findet sich ein lokaler Kryptozoologe, der eine alte Legende vorstellt.

 

Auf die Meta-Ebene der Mythen steigen die Autoren erst in den letzten Minuten. Nun werden Monster auf einmal zu Personifizierungen von Urängsten vor dunklen Gewässern oder Wäldern.

 

Skurriler Minibus mit einem Verkaufsstand an Loch Ness
Der Beobachtungsstand des Nessie Hunters Steve Feltham

 

Kritik

Als erfahrener Konsument von kryptozoologischem Material bietet diese Dokumentation nur wenig Neues. Die Diskussion windet sich um genau die Themen, die in der Internetcommunity seit vielen Jahren immer mal wieder diskutiert werden: Ist das Loch Ness-Monster ein Plesiosaurier? Sind die sicher ausgestorben, auch wenn es Haie und Quastenflosser nicht sind? Kann der See sie überhaupt ernähren? und so weiter. Dabei springen die Macher gerne von Thema zu Thema, es ist nicht immer einfach, ihnen zu folgen.

 

Bemerkenswert ist auch, dass sie nicht nur eine Professorin für vergleichende Anatomie, sondern auch Wissenschaftler aus dem kulturwissenschaftlichen Bereich der Mythologien zu Wort kommen lassen. Leider geben sie quasi nur ergänzende Stichworte zu Protokoll, hier würde es vermutlich schnell zu speziell.

 

Anders als bei der Bigfoot-Doku ist hier kein Experte mit kryptozoologischem Hintergrund beteiligt. Der Nessie-Hunter Steve Feltham wäre sicher ein dankbarer Interview-Partner geworden.

 

Mein Fazit:

Für jemanden aus der kryptozoologischen Community nichts Neues. Für jemanden, der beginnt, sich dafür zu interessieren ist der Beitrag eine recht gute Zusammenfassung des aktuellen Wissensstandes.
Möchte man sich hingegen nur unterhalten lassen, ist es eine Doku, der man teilweise nur schwer folgen kann. Zum Glück ist Loch Ness so weit vom Alltagsleben der meisten Deutschen entfernt, dass kein wirklicher Schaden entsteht, wenn man sich zwischendrin passend zu den Bildern des Hochlandes einen Single Malt Whiskey holt.

 

das letzte Licht über Loch Ness unter tief hängenden Wolken
Bleierne Stimmung beim Sonnenuntergang im Herbst über Loch Ness. Nur der See weiß, welche Geheimnisse er verbirgt.

 

Die Folge „Loch Ness“ aus der Reihe „Mythen und Monster“ dauert 44 Minuten und ist am 22.11.2020 gesendet worden. Sie ist bis zum 30.09.2022 in der ZDF-Mediathek sichtbar.